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Die Konsumgewohnheiten Älterer – Was sie auszeichnet - soeb.de

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Sozioökonomische Berichterstattung Werkstattgespräch IV
Göttingen, 28.05.2010
Themenblock 3 – Haushaltssituation Älterer:
Einkommen und Konsum
Die Konsumgewohnheiten Älterer –
Was sie auszeichnet und welche
Bedeutung sie für die Zukunft
haben
von
Ines Meyer zu Holte, Britta Stöver, Dr. Marc Ingo Wolter
gws
Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung mbH
Heinrichstr. 30 ° D – 49080 Osnabrück
Tel.: + 49 (541) 40933-100 ° Fax: + 49 (541) 40933-110
Internet: www.gws-os.de
I HALT
1. Fragestellungen
2. Hintergrund
3. Vorgehen und mögliche Ergebnisse
4. Auswertungsmöglichkeiten und Daten
gws
Seite 2
 2010 GWS mbH
1 Fragestellungen
Herausstellen altersspezifischer Konsummuster
Verknüpfung dieser mit:
der demografischen Veränderung der Gesellschaft
ihrer kennzeichnenden Einkommenssituation
der Haushaltszusammensetzung
Im Blickfeld sind Folgen auf:
gesamtwirtschaftliche Produktion (Wirtschaftsbereiche in
Wertschöpfungsanteilen und Konsumstrukturen,
Unternehmenserfolg)
Arbeitsmarkt (Anzahl der Beschäftigten und notwendige
Qualifikationen nach Branchen)
Einkommenssituation privater Haushalte (Charakteristische
Lohndifferenzen und Lohnentwicklungen zwischen einzelnen
Wirtschaftszweigen)
Einnahmen und Ausgaben des Staates (Steuern, Beiträge,
Monetäre Sozialleistungen, etc.)
Vertieftes Verständnis des Zusammenhangs zwischen
demografischer und sozioökonomischer Entwicklung
gws
Seite 3
 2010 GWS mbH
2 Hintergrund
Was ist Konsum?
„beginnt mit der psychisch und sozial determinierten
Entstehung der Bedürfnisse“. Er „umfasst [den] Erwerb
wirtschaftlicher Güter und Dienstleistungen“ und „greift auf
Art und Weise der Güterverwendung vor.“ (Lüdtke 2000)
Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen (VGR)
Konsum der privaten Haushalte:
- Waren und DL die von den priv. Haushalten erworben werden
- Aber nicht Ausgaben der GKV und GPV
Im Folgenden weiter gefasst:
- Ausgaben GPV und GKV für Haushalte werden einbezogen
- Eigentlich bei den Staatsausgaben mit erfasst
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Seite 4
 2010 GWS mbH
2 Hintergrund
Konsumausgaben insgesamt
Großteil des Bruttoinlandsproduktes
0
400
Mrd. € im Jahr 2009
800
1200
1600
2000
20% 30% 40% 50% 60% 70% 80%
Prozentuale Veränderung seit 2000
90% 100%
Private
Konsumausgaben
Konsumausgaben des
Staates:
Gesundheitsw esen
Zusammen
Private
Konsumausgaben
16,5%
Konsumausgaben des
Staates:
Gesundheitsw esen
29,7%
17,7%
Zusammen
0%
10%
Quelle: Statistisches Bundesamt 2010, eigene Berechnungen und Darstellung
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Seite 5
 2010 GWS mbH
2 Hintergrund
Relevanz: Beobachtbare und absehbare Entwicklungen
Beispiel 1: Altersspezifische Konsumausgaben
Anteile der Konsumausgaben privater Haushalte nach Alter der
Haupteinkommensbezieherinnen und -bezieher
100%
90%
3,8
5,3
0,7
3,9
5,4
0,1
11,1
11,5
80%
Andere Waren und Dienstleistungen
Beherbergungs- und
Gaststättendienstleitungen
Bildungswesen
70%
14,1
60%
4,0
5,8
9,7
Freizeit, Unterhaltung und Kultur
6,2
5,5
Nachrichtenübermittlung
50%
Verkehr
40%
Gesundheitspflege
33,5
37,8
30%
Innenausstattung, Haushaltsgeräte und
-gegenstände
20%
Wohnen, Energie,
Wohnungsinstandhaltung
4,5
10%
14,4
3,9
13,6
0%
Haushalte insgesamt
Bekleidung und Schuhe
Nahrungsmittel, Getränke, Tabakwaren
u. Ä.
65 Jahre und älter
Quelle: Statistisches Bundesamt 2009, eigene Berechnungen und Darstellung
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Seite 6
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2 Hintergrund
Beispiel 2: veränderte Zusammensetzung der Haushalte
1- & 2-Personen-Haushalte nehmen weiter zu
Anteil an allen Haushalten
100%
80%
5 o.m. Personen
60%
4 Personen
3 Personen
2 Personen
40%
1 Person
20%
0%
1991 1995 2000 2005 2010 2015 2020
Quelle: Drosdowski & Wolter 2010, Statistisches Bundesamt 2006, eigene Berechnungen in DEMOS II
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Seite 7
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2 Hintergrund
Beispiel 3: Einfluss der Alterung auf Konsumstrukturen
Prozentuale Veränderungen nach Konsumverwendungszwecken ohne Altersstrukturverschiebung im Jahre 2015
(Distelkamp/Meyer/Wolter 2005)
1
2
3
4
5
6
15
16
17
20
21
24
25
26
27
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Nahrungsmittel
Alkoholfreie Getränke
Alkoholische Getränke
Tabakwaren
Bekleidung
Schuhe
Möbel u.ä.
Heimtextilien
Haushaltsgeräte
W u. DL f.d. Haushaltsführung
Medizinische Erzeugnisse
Kauf von Fahrzeugen
Inst./Rep. von priv. KFZ
Kraftstoffe
VerkehrsDL
-2,1
-0,86
-2,87
4,16
-1,31
0,96
-0,99
-3,8
-2,85
-5,21
-7,1
0,69
0,19
2,69
0,09
Seite 8
28
29
30
31
32
33
34
35
36
37
38
39
43
Nachrichtenübermittlung
Foto u. EDVgeräte
langl. Gebrauchsgüter
Gartenerzeugnisse etc.
Freizeit und KulturDL
Zeitungen, Bücher etc.
Pauschalreisen
Bldungswesen
VerpflegungsDL
BeherbergungsDL
Körperpflege
Pers. Gebrauchsgegenstände
Sonstige DL
0,03
2,72
1,69
-1,09
-2,3
-2,38
-5,39
3,02
-0,55
-3,71
-2,28
-2,86
-1,5
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2 Hintergrund
Beispiel 4: Pflegeversicherung
in Mio. Personen
Einfache Fortschreibung auf Basis von Daten des StBA
Personalbedarf steigt (Angehörige vs. Pflegepersonal)
4,0
24,0
3,0
20,0
2,0
Verhältnis
16,0
Pflegebedürftige
1,0
12,0
0,0
8,0
-1,0
4,0
-2,0
0,0
Pflegebedürftige
pro Beschäftigten
Pflegepersonal
1999 2002 2005 2008 2011 2014 2017 2020 2023 2026 2029
Quelle: Statistisches Bundesamt 2008, eigene Berechnungen und Darstellung
gws
Seite 9
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2 Hintergrund
Beispiel 5: Einkommensentwicklung
200
30
180
28
160
25
140
23
120
20
100
18
80
15
60
13
40
10
1991
1993
1995
1997
1999
2001
2003
2005
2007
Anteil in %
Index (1991 =100%)
Entwicklung der Rentenzahlung im Vergleich zum Verfügbaren
Einkommen der privaten Haushalte
Von Anzahl der Rentner, Rentenpunkte und Rentenanpassung
abhängig
2009
Verhältnis
Verfügbares Einkommen der privaten Haushalte
Monetäre Sozialleistungen: Renten
Quelle: Statistisches Bundesamt 2010, eigene Berechnungen und Darstellung
gws
Seite 10
 2010 GWS mbH
3 Vorgehen und mögliche Ergebnisse
Verwendetes Modell: INFORGE/DEMOS
Makroökonometrisches Modell
umfasst :
nach 59 Branchen getrennt u.a. Arbeitsvolumen,
Beschäftigung, Produktion, Endnachfrage
Staatseinnahmen und –ausgaben
Einkommensentstehung
Fortschreibung Anzahl Haushalte und
haushaltstypspezifischer Einkommen
wird seit 1994 durchgehend aktualisiert und eingesetzt
Schnur & Zika (2009) Modelldokumentation IAB/INFORGE
Helmrich & Zika (Juli 2010) Modellanwendung
BIBB/DEMOS
Drosdowski & Wolter (2008) Modelldokumentation DEMOS
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Seite 11
 2010 GWS mbH
3 Vorgehen und mögliche Ergebnisse
INFOGER/DEMOS
Modellphilosophie:
Bottom Up
Vollständige Integration/
Interdepentenzen
Begrenzte Rationalität
der Agenten
Imperfekte Märkte
Bestände/ Vintagen
Interdisziplinarität
Fehlende Betonung der
einen oder anderen
Marktseite
Nachfrage
Angebot
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Seite 12
 2010 GWS mbH
3 Vorgehen und mögliche Ergebnisse
Erweiterung der bestehenden Modellierung in
INFORGE/DEMOS
Bisher:
Konsum der privaten Haushalte nach
Verwendungszwecken für alle Haushalte oder
Haushaltstypen
Grobe Abschätzung der Ausgaben der
Krankenversicherung und der Pflegeversicherung
Ergänzung:
Haushalte Älterer explizit erfassen
- Konsumstruktur
- Einkommensentwicklung
Detailliertere Abbildung der GKV und GPV
Ausbau der sozialen Infrastruktur: z.B. Pflegeheime
Getrennte Erfassung bestimmter Beschäftigter (z.B.
Pflegekräfte)
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Seite 13
 2010 GWS mbH
3 Vorgehen und mögliche Ergebnisse
Erstellung eines Referenzszenarios (BAU)
Entwicklung bis zum Jahr 2030
Fortschreibung bereits bekannter Entwicklungen und in
der Vergangenheit beobachteter Zusammenhänge
Vorgaben:
Demografische Entwicklung StBA 12. koordinierte
Bevölkerungsvorausberechnung
Z.B. StBA: Entwicklung der Pflegebedürftigen bist 2030
Exportentwicklung
Ressourcenpreise
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Seite 14
 2010 GWS mbH
3 Vorgehen und mögliche Ergebnisse
Ergebnisse des Referenzszenarios
Entwicklung der Konsumausgaben insgesamt und in
ihrer Struktur
Anteil Älterer am Konsum
Einkommensentwicklungen
Beschäftigung insgesamt und nach bestimmten
Branchen/Sparten
U.a. Pflegeberufe
Anzahl, Geschlecht, Qualifikationen sowie Stunden und
Löhne
Erwerbslosigkeit
Ausgaben u.a. der Pflegeversicherung
Entwicklung der Staatsausgaben
Investitionstätigkeit (Ausrüstungen und Bauten)
Preisentwicklungen
gws
Seite 15
 2010 GWS mbH
3 Vorgehen und mögliche Ergebnisse
Abweichungsszenario erstellen
Was wäre wenn?
Annahme unveränderte Altersstruktur
Entwicklung bei einer im Durchschnitt gleich alten aber
insgesamt zurückgehenden Bevölkerung
Vergleich mit dem Referenzszenario zeigt Folgen der
Alterung auf sämtliche Größen des Modells
Weitere Szenarien denkbar
Folgen steigender Ressourcenpreise
Folgen geringeren Wirtschaftswachstums
Veränderte Konsummuster Älterer (WG, MG-Häuser)
gws
Seite 16
 2010 GWS mbH
4. Auswertungsmöglichkeiten und Daten
Übliche Indikatoren
BIP-Wachstum, Produktion, Erwerbslosenquote,
Erwerbsbeteiligung, Lohnniveau, Qualifikationsniveau, GenderIndikatoren etc.
Spezielle Indikatoren
Beschäftigung im Gesundheitsbereich
Bedeutung der Haushalte Älterer für ökonomische Entwicklung
Möglichkeiten zur Erweiterung sind zu prüfen
Vorschläge aus dem Stiglitz/Sen-Report
Verwendete Daten
StBA: Sonderauswertungen Mikrozensus
StBA: Ergebnisse der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen
(VGR, UGR und SGR)
gws
Seite 17
 2010 GWS mbH
7. Gesamtvorhaben im Überblick
Konsum Älterer
Was zeichnet ihn aus?
Demografische
Entwicklung
Modellergänzung
zur Erfassung
des Konsums
Szenariovorgaben
Referenzlauf und
Abweichungsszenarien
Weitere Einflussfaktoren
Folgen auf
Sozioökonomische
Entwicklung
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 2010 GWS mbH
Sozioökonomische Berichterstattung Werkstattgespräch IV
Göttingen, 28.05.2010
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit
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Internet: www.gws-os.de
Literatur
Ahlert, G., Distelkamp, M., Lutz, C., Meyer, B., Mönnig, A. & Wolter, M.I. (2009): Das IAB/INFORGEModell. In: Schnur, P. & Zika, G. (Hrsg.): Das IAB/INFORGE-Modell. Ein sektorales
makroökonometrisches Projektions- und Simulationsmodell zur Vorausschätzung des längerfristigen
Arbeitskräftebedarfs. IAB-Bibliothek 318, Nürnberg, S. 15-175.
Distelkamp, M., Meyer, B. & Wolter, M.I. (2005): Demographie und Ökonomie - Einfluss der
Bevölkerungsstruktur auf die Konsumnachfrage. In: Göcke, M. & Kooths, S. (Hrsg.):
Entscheidungsorientierte Volkswirtschaftslehre, Frankfurt am Main, S. 217-239.
Drosdowski, T. & Wolter, M.I. (2008): Sozioökonomische Modellierung: Integration der
Sozioökonomischen Gesamtrechnung (SGR) des Statistischen Bundesamtes in DEMOS II. GWS
Discussion Paper 2008/8, Osnabrück.
Drosdowski, T. & Wolter, M.I. (2010): Projektion der Sozioökonomischen Entwicklung bis 2020. In:
Sozioökonomische Berichterstattung (SOEB II). Hrsg.: SOFI, Soziologisches Forschungsinstitut
Göttingen. (noch unveröffentlicht). Vgl. http://www.soeb.de/.
Helmrich, R. & Zika, G. (2010): Beruf und Qualifikation in der Zukunft - BIBB-IAB Modellrechnungen zu
den Entwicklungen in Berufsfeldern und Qualifikationen bis 2025. (noch unveröffentlicht).
Lüdtke, Hartmut (2000): Sozialstruktur und Konsum. Konsum und Lebensstile. Zugriff unter:
http://eswf.uni-koeln.de/lehre/0506/03/berninger.ppt (20.05.2010).
Schnur, P. & Zika, G. (2009): Das IAB/INFORGE-Modell. Ein sektorales makroökonometrisches
Projektions- und Simulationsmodell zur Vorausschätzung des längerfristigen Arbeitskräftebedarfs.
IAB-Bibliothek 318, Nürnberg.
Statistisches Bundesamt (2006): Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen. Nettoeinkommen und Zahl
der Haushalte nach Haushaltsgruppen 1991 bis 2005, Wiesbaden.
Statistisches Bundesamt (2008): Demografischer Wandel in Deutschland, Heft 2: Auswirkungen auf
Krankenhausbehandlungen und Pflegebedürftige im Bund und in den Ländern, Wiesbaden.
Statistisches Bundesamt (2009): Wirtschaftsrechnungen 2007. Fachserie 15 Reihe 1. September 2009,
Wiesbaden.
Statistisches Bundesamt (2010): Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung 2009. Fachserie 18 Reihe 1.4
März 2010, Wiesbaden.
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