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ÄRZTEBLATT
10/2014
MECKLENBURG-VORPOMMERN
Humanitäre Katastrophen
Rechtsmedizinische Befunddokumentation
nach Körperverletzungen
Das gesetzliche Hautkrebs-Screening (gHKS)
Inhalt
Leitartikel
Humanitäre Katastrophen
360
Veranstaltungen in unserem Kammerbereich
376
Veranstaltungen in anderen Kammerbereichen
378
Aus der Kassenärztlichen Vereinigung
Wissenschaft und Forschung
Rechtsmedizinische Befunddokumentation
nach Körperverletzungen
361
Das gesetzliche Hautkrebs-Screening (gHKS)
366
379
Öffentliche Ausschreibung
Buchvorstellungen
380
Für Sie gelesen
Aktuelles
Zweite Rostock Lectures
368
Service
Nachwuchs sucht Wissensspender
Aus der Kammer
HIV-PEP-Notfalldepots in MecklenburgVorpommern
Kulturecke
369
Recht
Aus der Praxis der Norddeutschen
Schlichtungsstelle
370
Haftung von Berufs wegen
372
Fortbildung
Fortbildungskatalog der Ärztekammer
für das Jahr 2015
383
373
Veranstaltungen und Kongresse
23. Seminar- und Fortbildungswoche der
Ärztekammer M-V
374
Impfkurse in Mecklenburg-Vorpommern
376
Veranstaltungen der Ärztekammer M-V
376
„hinterland“ 2014 – der Lichtblick im November
384
Werke von Käthe Kollwitz reisen aus Schweriner
Sammlung in das Kunstmuseum Ahrenshoop
385
Ausstellungseröffnung „Nachlässe“
385
Der Ärzteseniorenkreis Rostock, in dem
Kollegialität noch gilt, lädt ein
386
Veranstaltungshöhepunkte der hmt im Oktober
387
Personalien
Nachruf für Frau Dr. Martina Donat
387
Wir beglückwünschen
389
Impressum
389
Hinweis: In dieser Ausgabe finden Sie eine Beilage der RSD Reise
Service Deutschland GmbH. Für den Inhalt ist der Werbetreibende verantwortlich. Wir bitten um freundliche Beachtung.
Wichtige Mitteilung des Wahlausschusses
Im Juni 2014 wurde durch den Wahlausschuss die Wahl zur Kammerversammlung angekündigt und alle Kammermitglieder aufgefordert, bis zum 15. Oktober 2014, 18:00 Uhr, Wahlvorschläge einzureichen.
Der Wahlausschuss möchte diese Aufforderung und die bald endende Frist in Erinnerung rufen!
Bitte nutzen Sie die Vordrucke für Wahlvorschläge und Zustimmungserklärungen, welche Ihnen auf der Webseite
unter www.aek-mv.de oder durch die Geschäftsstelle der Ärztekammer bereitgestellt werden. Frau Dummer steht
Ihnen dafür und für weitere Rückfragen zur Einreichung der Wahlvorschläge unter der Telefonnummer 0381 4928082
oder unter der Mailadresse dummer@aek-mv.de zur Verfügung.
Der Wahlleiter
Dr. med. Ralf Bitter
AUSGABE 10/2014 24. JAHRGANG
Seite 359
LEITARTIKEL
Humanitäre Katastrophen
Die Ebola-Epidemie in Guinea, Liberia, Nigeria und Sierra
Leone, der Terror des „Islamischen Staates“ mit dem Elend
von Millionen Flüchtlingen im Nord-Irak, die Kriege in Gaza,
der Ostukraine und (schon fast vergessen) in Afghanistan, im
Jemen und im Süd-Sudan – die Liste der Schreckensnachrichten scheint nicht abzureißen und bedarf bereits bei Erscheinen dieser Zeilen wahrscheinlich einer weiteren Ergänzung.
Sicher ist vielen Kolleginnen und Kollegen die eine oder andere vertrauenswürdige Hilfsorganisation bekannt. Sollten
Sie jedoch nicht wissen, wohin mit dem Geld – hier kommen
Ihre Spenden sicher in die richtigen Hände:
In allen Katastrophengebieten sind es stets die Schwächsten
der Gesellschaft, die kaum vorstellbarem Leid ausgesetzt sind,
oft nicht einmal genügend (sauberes) Wasser haben – geschweige denn zu essen – und um ihr Leben fürchten müssen.
Medizinische Hilfeleistungen scheitern oft am Mangel von
Material und Ausrüstung. Das medizinische Personal wird
nicht nur mit kaum erträglichem Leid und Elend konfrontiert,
selbst von Krankheiten und Seuchen bedroht, sondern ist
durchaus auch das Ziel von Anschlägen derer, denen ihre Hilfe ein Dorn im Auge ist.
Nun kann und will nicht jede(r) unmittelbar vor Ort Hilfe leisten. Neben den medizinischen sind insbesondere die physischen und psychischen Anforderungen hoch. Wir können jedoch durch finanzielle Hilfe dazu beitragen, dass das einheimische medizinische Personal nicht mehr vor den Kranken
fliehen muss (wie kürzlich in Liberia geschehen), weil keine
Schutzanzüge und Desinfektionsmittel zur Verfügung stehen.
Und wer vor Ort helfen will, kann sich auf www.aerzteohne-grenzen.de über Ebola informieren, welche Möglichkeiten der Hilfe bestehen und auch online spenden.
Fast täglich erreichen Spendenbitten der unterschiedlichsten Organisationen die Kammer und die Redaktion. Dabei
können wir die Seriosität der Spendensammler nicht immer
beurteilen. Auf keinen Fall kann und wird die Kammer
selbst Mittel aus unser aller Beitragsgelder zur Verfügung
stellen – aber jede(r) Einzelne kann und sollte nach seinen
Möglichkeiten zur Linderung der humanitären Katastrophen beitragen.
Seite 360
Spendenkonto „Aktion Deutschland Hilft“
IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30
BIC: BFSWDE33XXX
Bank für Sozialwirtschaft
Konto: 10 20 30
BLZ 370 205 00
Auf der Website www.aktion-deutschland-hilft.de können Sie auch online spenden.
Spendenkonto „Ärzte ohne Grenzen“
IBAN: DE72 3702 0500 0009 7097 00
BIC: BFSWDE33XXX
Bank für Sozialwirtschaft
Konto: 97 0 97
BLZ: 370 205 00
Dr. Wilfried Schimanke
ÄRZTEBLATT MECKLENBURG-VORPOMMERN
WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG
Rechtsmedizinische Befunddokumentation
nach Körperverletzungen
Anne Port, Andreas Büttner, Ulrich Hammer
Modifiziert nach: „Befunddokumentation nach Körperverletzungen – Hinweise für die ärztliche Praxis“ (Hammer, Wegener),
erschienen im Ärzteblatt Mecklenburg-Vorpommern, Ausgabe 1/2008
Vorbemerkungen
Jegliche Ausübung von Gewalt verstößt in eklatanter Weise
gegen die Menschenwürde. Wenngleich die Häufigkeitszahlen vollendeter Tötungsdelikte – insbesondere auch an Kindern – laut aktueller polizeilicher Kriminalstatistik von 2013 –
seit den 70er Jahren um ein Mehrfaches zurückgegangen sind
und deutlich unter dem europäischen Durchschnitt liegen,
sind die aktuellen Erhebungen zur Prävalenz von Gewalt nach
wie vor beunruhigend.
2013 kam es bundesweit zu etwa 550.000 Fällen von Körperverletzung, davon 6,6 % gegen Kinder. In der Studie zur Gesundheit Erwachsener des Robert-Koch-Institutes von 2013
(DEGS1) wurde eine 12-Monats-Prävalenz körperlicher Gewalt­
opfererfahrungen von insgesamt 4,8 % der Frauen und Männer ermittelt. 72,5 % der Betroffenen gaben danach eine starke oder sehr starke Beeinträchtigung ihres Befindens durch die
Gewaltopfererfahrung an.
Die repräsentative „Gewaltstudie 2013“ der Universität Bielefeld, die Kinder ab sechs Jahren einbezog, deckte auf, dass
22,3 % aller Befragten oft oder manchmal von Erwachsenen
geschlagen werden.
Alle genannten Statistiken gehen von einem Dunkelfeld von
über 80 % im Bereich der körperlichen oder sexuellen Gewalttaten gegen Kinder und Erwachsene im sozialen Nahraum aus.
Die Ursachen dafür sind im Wesentlichen bekannt:
1. Schuldgefühle, Angst und Scham der Betroffenen können
dazu führen, dass auch schwerwiegende Gewalthandlungen verheimlicht werden. Das betrifft insbesondere Betroffene von Partnerschaftsgewalt.
2. Nicht zwingend behandlungspflichtige Verletzungen oder
Folgen vielfach wiederholter Gewalteinwirkungen werden
von den Geschädigten als trivial empfunden, zumal etwa
80 bis 90 % der physischen Gewalthandlungen, wie Treten,
Stoßen oder Schlagen ohne für Dritte erkennbare Verletzungen einhergehen. Das Hinnehmen von Gewalt kann
unter den Zwängen eines Partnerschaftskonfliktes „erlernt“ werden.
3. Psychische und psychosomatische Folgen von körperlicher
und/oder sexueller Gewalt werden von Außenstehenden
verkannt oder fehlgedeutet.
AUSGABE 10/2014 24. JAHRGANG
4. Das Recht auf Privatsphäre und die Unverletzlichkeit der
Wohnung sind – aus guten Gründen – verfassungsrechtlich
geschützt. Diese Grundrechte schaffen jedoch in Fällen von
familiärer Gewalt Barrieren, die eine Hilfe durch Ämter
ebenso wie durch Privatpersonen erschweren.
Häufig ist der Arzt die erste und zentrale Ansprechperson
von Gewaltopfern, so dass ihm bei der Krisenintervention nach
häuslicher Gewalt eine Schlüsselrolle zukommt. Allerdings
scheuen sich nicht wenige Ärzte, diese Rolle anzunehmen. Geprägt durch ihr standesrechtliches Verständnis wollen sie nicht
an der „Kriminalisierung“ von Personen oder gar an der Durchsetzung staatlicher Gewalt teilhaben. Dabei wird häufig übersehen, dass Partnerschaftsgewalt durchaus mit Misshandlungen gegen im Haushalt lebende Kinder korreliert sein kann.
Hinzu kommt die nicht unbegründete Sorge, dass mit der Kontaktaufnahme zu sozialen Diensten möglicherweise der Vorwurf der unbefugten Offenbarung von Privatgeheimnissen
erhoben wird. Einige Kollegen berichten über negative Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Behörden.
Gewaltprävention ist nicht nur eine polizeiliche Aufgabe, sondern ein wichtiges Anliegen des Gesundheitswesens. Die WHO
(World Health Organization) definiert Folgen von Gewalt als
„social disease“ (World report on violence and health). Insofern ist es nur folgerichtig, dass an nahezu allen rechtsmedizinischen Instituten der Bundesrepublik Ambulanzen für Betroffene von körperlicher und sexualisierter Gewalt eingerichtet wurden. In Mecklenburg-Vorpommern haben sich seit
2010 in Rostock, Schwerin und Greifswald rechtsmedizinische Ambulanzen etabliert, an die sich Betroffene von
Gewalt wenden können, um ihre Befunde gerichtsfest dokumentieren zu lassen. Im Falle einer späteren Strafanzeige bzw.
Intervention durch das Jugendamt werden somit die sichtbaren Folgen körperlicher Gewalt gesichert, bevor sie abheilen
und damit einer Beweisführung unzugänglich werden. Die
rechtsmedizinische Untersuchung erfolgt kostenfrei für die
Betroffenen und stellt damit ein niedrigschwelliges Angebot
in der Akutphase der Gewalterfahrung dar, dem sich Interventionen durch das multiprofessionelle Hilfsnetzwerk und deren
Fachkräfte anschließen können.
Die politische Schirmherrschaft sowie die finanzielle Unterstützung des Projektes obliegen dem Ministerium für Arbeit,
Seite 361
WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG
Gleichstellung und Soziales (Leitstelle für Frauen und Gleichstellung). Die rechtsmedizinischen Ambulanzen bieten zusätzlich ein breites Spektrum von Fortbildungsmöglichkeiten für
Angehörige der Hilfsnetzwerke, Mitarbeiter des Jugendamtes, Erzieher, Lehrer, Hebammen etc. und die ärztlichen Kollegen an. Der Schwerpunkt liegt hier auf dem Erkennen von
Misshandlungsfolgen und dem rechtlichen Handlungsrahmen.
Es wäre viel erreicht, wenn sich alle Hausärzte und in den Notfallambulanzen tätige Kollegen bereits vor dem Problemfall,
der eine sofortige Krisenintervention erfordert, zu dem bereits bestehenden Netzwerk der Opferhilfe und der Möglichkeit der rechtsmedizinischen Beratung/Befunddokumentation
sachkundig machen würden.
In der polizeilichen Kriminalstatistik für das Land Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2013 sind einerseits über 15.000
„Roheitsdelikte/Straftaten gegen die persönliche Freiheit“
sowie über 800 „Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung“ aufgeführt, andererseits werden durch die Ärzte der
rechtsmedizinischen Universitätsinstitute in Greifswald und
Rostock jährlich jeweils nur bis zu 100 bis 150 Gewaltopfer auf
Ersuchen der Ermittlungsbehörden gemäß § 81 StPO untersucht. Durch die Arbeit der rechtsmedizinischen Ambulanzen
werden jeweils ca. weitere 100 Fälle, in denen primär keine
polizeiliche Anzeige erfolgte, erfasst. Die Untersuchungszahlen zeigen seit der Gründung der Ambulanzprojekte – ebenso
wie die Vielzahl der Vorträge, Seminare und Workshops für
o. g. Berufsgruppen – eine steigende Tendenz und belegen
damit den Bedarf und das Interesse der Betroffenen und Netzwerkpartner an der Möglichkeit der Befunddokumentation
und der Inanspruchnahme der angebotenen Fortbildungsmöglichkeiten.
Nachfolgend soll auf wichtige Aspekte der medizinischen Dokumentation von Körperverletzungen hingewiesen werden.
Grundlagen der Dokumentation von Gewalteinwirkungsfolgen
Bei erkennbarer, rechtlicher Relevanz medizinischer Befunde
sollte dem Patienten nahe gelegt werden, die behandelnden
Ärztinnen und Ärzte von der Schweigepflicht zu entbinden,
damit die so gefertigte Befunddokumentation zur Grundlage
von Begutachtungen und juristischen Bewertungen werden
kann. Eine Schweigepflichtentbindung ist auch nachträglich
im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens möglich.
Neben einer Beschreibung des Allgemeinzustandes (Körpergröße, Statur, Vigilanz, örtliche, zeitliche und persönliche
Orientierung, eventueller Trunkenheitsgrad bzw. Entzugssymptomatik, Beeinflussung durch Drogen oder zentral wirksame
Medikamente, Kooperationsbereitschaft, situatives Verhalten)
sind äußerlich sichtbare Befunde vor medizinisch indizierten Veränderungen bzw. vor der Wundabdeckung möglichst
Seite 362
Abb. 1: Hautrötungen und Hautblutungen zeigen Hand- und Fingerabdrücke. Komprimierende, stumpfe Gewalt gegen die linke Hals- und
Kinnregion eines 2-jährigen Jungen.
fotografisch zu dokumentieren, zu vermessen und detailliert
zu beschreiben.
Für Fotografien sind kostengünstige, digitale Kompaktkameras ausreichend. Die Fotos können in jede Praxissoftware eingebunden werden. Nur wenige Regeln sind zu beachten:
� Mit mindestens 5 Mio. Pixel in der Voreinstellung werden
pro Motiv mehrere Übersichtsaufnahmen und Nahaufnahmen mit angelegtem Maßstab gefertigt.
� Der Maßstab liegt achsengerecht.
� Der Apparat wird so gedreht, dass der Maßstab parallel zu
einer Bildkante verläuft.
� Die Längsachse des Objektivs steht senkrecht zur Objektebene, um Unschärfen an den Bildrändern zu vermeiden.
� Die Autofokussierung gelingt in Abhängigkeit von der Motivstruktur am besten mit der Makrofunktion als Fokussierung auf einen „Spot“ oder mit der häufigen Standardeinstellung auf mehrfache Punkte eines „Messfeldes“.
� Im Hintergrund sollten keine stark reflektierenden Flächen
und keine Lichtquellen sein (Fenster, Lampe), da die automatische Belichtungseinstellung ein zu starkes Abblenden
vornehmen würde.
� Farblich kontrastierende Hintergründe (große Flächen mit
homogenem, mattem Blau oder Grau) sind zu bevorzugen.
Sonst erwächst das Risiko, ungewollt Gegenstände oder
Personen mit zu fotografieren.
� Die Fotos bleiben unbearbeitet.
Die Vermessung sollte neben Länge, Breite und Tiefe eines
Befundes auch Relationen zu Fixpunkten des Körpers (anatomische Merkmale wie Ohransätze, Brustwarzen, Nabel, Beckenkamm, Sohlenebene etc.) sowie Relationen zu gedachten
Linien, die sich ebenfalls an anatomischen Gegebenheiten
orientieren (senkrecht verlaufende Körpermittellinie, MittelÄRZTEBLATT MECKLENBURG-VORPOMMERN
WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG
schlüsselbeinlinie, Achsellinie, Schulterblattlinie etc.), aufzeigen. Hilfreich ist die Verwendung von Körperschemata. Formblätter, Schemata und Checklisten stehen zum Download auf
den Homepages vieler Institute für Rechtsmedizin (z. B. Kiel,
Düsseldorf), diese erleichtern die korrekte Befunddokumentation und geben Hilfestellung bei den einzelnen Arbeitsschritten. Über die Suchbegriffe „Körperschema Rechtsmedizin“ oder „Dokumentationsbogen Gewalt“ gelangt man
ebenfalls an geeignete Materialien.
In Abhängigkeit von der Lokalisation der Befunde und dem
Alter des Gewaltopfers werden fächerübergreifende Konsile notwendig sein. Auch der Rechtsmediziner empfiehlt den
Betroffenen bzw. der Untersuchungsbehörde im Bedarfsfall
gesonderte psychiatrische, gynäkologische oder pädiatrische
Befundungen. Augen- oder HNO-ärztliche Untersuchungen
geben häufig Aufschluss über komplizierte Bruchformen des
Gesichtsschädels und helfen zum Beispiel bei der Differenzierung zwischen Sturz- und Schlagfolgen. Bei Folgen sexualisierter Gewalt sollte die Sicherung von Vaginal- und Analabstrichen stets vorsorglich im Rahmen der ersten, ärztlichen Untersuchung erfolgen und nicht erst nach Kontakt mit der Untersuchungsbehörde.
Damit Befundbeschreibungen die in späteren Rechtsverfahren notwendige Kraft eines Beweismittels bekommen, gilt für
alle Dokumentationen, dass nicht nur therapiepflichtige Befunde, sondern auch scheinbare Nebenbefunde dokumentiert
werden. Diese erschließen sich nur im Rahmen einer ruhigen,
der/dem Betroffenen angepassten Untersuchungsatmosphäre
und nach vollständiger Inspektion der Körperoberfläche. Aufgabe dabei ist nicht, Geschehensabläufe detailliert zu hinterfragen. Die wertungsfreie Befunddokumentation, d. h.
die konsequente Trennung beschreibender und abdeutender
AUSGABE 10/2014 24. JAHRGANG
Formulierungen, ist streng zu beachten. Bezüge zu etwaigen
Geschehensabläufen bleiben einer späteren, fachärztlichen
(rechtsmedizinischen) Begutachtung bzw. polizeilicher Vernehmung/Befragung vorbehalten.
Körperliche Misshandlungen sind oft mit seelischer Traumatisierung verknüpft. Der Gesamteindruck eines misshandelten
Kindes und die Verhaltensmuster bei Kontakt mit den Bezugspersonen gehören durchaus in die Dokumentation. Körperliche Misshandlungen erfolgen oft mehrzeitig, so dass bei suspekter Befundlage nach Folgezuständen früherer Gewalteinwirkungen zu fahnden ist (Hämatome unterschiedlicher
Färbung, Intensität und Lokalisation, Narben der Haut, der
genitalen und analen Schleimhäute, alte Knochenbrüche).
Dokumentation von Folgen stumpfer Gewalt
Bei Folgen stumpfer Gewalteinwirkung (Hämatome [Abb. 1],
Schürfungen, Riss- und Quetschwunden = sog. „Platzwunde“,
Würgemale, Drosselmarken, stauungsbedingte Blutungen)
sind Länge und Breite sowie die Stellung des Befundes mit o.
g. Bezügen und etwaigen Winkelangaben bedeutsam. Wundränder können fetzige Zerreißungen aufweisen. Oft finden
sich in der Tiefe quer zur Wundrichtung Gewebsbrücken. Es ist
auf begleitende Schürfungen der Wundränder, auf Unterblutungen, auf Mobilisierungen der Wundränder und auf haftende oder imprimierte Fremdsubstanzen zu achten. Schürfungen oberflächlicher Hautschichten entstehen nicht nur durch
tangentiale Gewalteinwirkungen, mit möglicherweise noch in
Randbereichen haftenden Oberhautfetzen, die die Schürfrichtung anzeigen, sondern sie können auch als Folge eines massiven, senkrecht zur Körperoberfläche einwirkenden Aufpralls
gegenständlicher Oberflächen entstehen. Dabei können reliefartig strukturierte Oberflächen durch das stempelartige
Auftreffen in ihren Konturen weitgehend vollständig oder
Seite 363
WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG
Abb. 2: So genanntes Stockschlagphänomen nach körperlicher Auseinandersetzung, als Werkzeug wurde ein Teleskopschlagstock verwendet.
auch nur partiell wiedergegeben werden.
Diese „geformten“
Befunde sind für Rekonstruktionen von
Geschehensabläufen
be­sonders wichtig.
Ein blickdiagnostisch
besonders eindrücklicher Befund ist das
sog. Stockschlagphänomen,
eine
geformte Hautverfärbung mit zentraler Abblassung und
scharf
markierten
Randsäumen,
die
durch die Form des
verwendeten Werkzeuges und dessen
Auftreffen auf der
Körperoberfläche entstehen [Abb. 2].
Eine weitere „Blickdiagnose“ sind die doppelt halbmondförmigen Konturen der Bissverletzungen, zumeist mit zentraler
Aussparung der Hautverfärbung. Sie kommen durch das Einpressen von Oberund Unterkiefer in
die Hautschichten zustande, wo sie Blutungen bzw. Hautrötungen verursachen
können [Abb. 3]. Bei
größerem Kraftaufwand können einzelne Zähne als rundliche
Einzelbefunde
abgrenzbar sein. Die
Messung des Abstandes der oberen Eckzähne (< 1,5 cm oder
>= 3 cm) ermöglichen
die Abgrenzung zwiAbb. 3: Bissspur (Erwachsenengebiss) am
schen Milch- und Erlinken, inneren Oberarm nach Sexualdelikt
wachsenengebiss.
Fingernagelspuren reichen von einer flüchtigen Hautrötung
über oberflächliche Schürfungen bis zu tief in die Unterhaut
reichenden, blutenden Läsionen. Sie können insbesondere neben Würgemalen an Kopf und Hals oder als Folge von Abwehrhandlungen am Körper des Tatverdächtigen beobachtet
Seite 364
werden. Würgemale zeigen sich oft als rundliche, ovale, zum
Teil konfluierende Blutungen und kratzerartige, halbmondförmige Schürfungen und Oberhautverletzungen an den betroffenen Halsregionen. Drosselmarken geben häufig Konturmerkmale des verwendeten Drosselwerkzeuges wieder. Stauungsbedingte Blutungen zeigen sich oft erst bei guten
Lichtverhältnissen als nadelspitzgroße, dicht nebeneinander
liegende Blutungen in den Konjunktiven, in der Mundvorhofschleimhaut und in der Gesichtshaut, bevorzugt in der Augenund Schläfenregion.
Neben der detaillierten Beschreibung von Einzelbefunden ist
der Eindruck des Verletzungsmusters ebenso bedeutsam
(Gruppierungen von Befunden in einer dann zu beschreibenden Körperregion, Stereotypien bezüglich bestimmter Formen, Verlaufsrichtungen und Verletzungstiefen, wieder kehrende Abstände zwischen Befunden, auffällige parallelstreifige Befunde, Doppelungen etc.).
Dokumentation von Folgen scharfer Gewalt
Schnittverletzungen zeigen in der Regel auffällig glatte und
spitzwinklig aufeinander zulaufende Wundränder. Dabei sind
die Wundränder selten unterhöhlbar. Die auffällig glatten
Konturen der Wundränder setzen sich in die Tiefe hinein fort,
Gewebsbrücken fehlen.
Schnittverletzungen zeigen zum Teil geradlinige, zum Teil
aber auch bogenförmige Verläufe und Abwinklungen. Die
Wundtiefe kann sich während des Verlaufes ändern. Zentral
klaffende Wunden können an den Enden als kratzerartige
Oberhautläsionen auslaufen. Entsprechende Befunddokumentationen sind notwendig, insbesondere um zwischen
Selbst- und Fremdbeibringung zu differenzieren. Hinweise
auf Selbstbeibringungen sind frischere oder ältere so genannte Probierschnittverletzungen an den Beugeseiten der
Handgelenke/Unterarme, aber auch an anderen Körperregionen. Die Beschreibung von Vernarbungen nach länger zurückliegenden, oftmals stereotyp angeordneten Schnittverletzungen an den Armen und anderen Körperregionen als
Folge autoaggressiver Handlungen ist ebenfalls zu dokumentieren.
Bei Stichverletzungen ist, soweit möglich, der Verlauf und
die Tiefe anzugeben. Maßangaben müssen erkennen lassen,
ob die Länge einer Hautverletzung oder die Tiefe eines Stichkanals gemeint ist. Dabei sollte auf Bezugspunkte und Höhenangaben geachtet werden, damit ein Stichkanal in seiner
Dreidimensionalität nachvollziehbar ist. Bei Stichverletzungen
ist die Beschreibung von Wundwinkeln bzw. aufeinander zulaufenden Wundrändern besonders wichtig, da sich in Abhängigkeit vom verwendeten Stichwerkzeug (Länge und Breite der Klinge, einschneidig oder zweischneidig, kantiger MesÄRZTEBLATT MECKLENBURG-VORPOMMERN
WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG
serrücken) unterschiedliche Befundmuster ergeben können.
Reißzwecken und Nadeln hinterlassen oft nur diskrete Befunde, die insbesondere bei Kindern aufgrund der schnellen
Wundheilung möglichst unverzüglich zu dokumentieren
sind.
Dokumentation von Schussverletzungen
Schussverletzungen werden aufgrund der regelhaft vorliegenden inneren Verletzungen häufig im Rahmen von Noteingriffen revidiert, bevor eine Dokumentation in o. g. Weise
möglich ist. Hier kommt einem detailliert abgefassten Operationsbericht für spätere Rekonstruktionen besondere Bedeutung zu.
Äußere Befunde, wie Schmauchspuren, ggf. auch der Hinweis
auf das Fehlen imprimierter Fremdsubstanzen – geben wichtige
Hinweise zur Schussentfernung. Form und Verteilung von Blutspritzern an den Händen sind für die Differenzierung zwischen
Selbst- und Fremdbeibringung wichtig. Aufgesetzte Schüsse, als
sog. absolute Nahschüsse, erzeugen insbesondere vor dem Widerlager von Knochen eine Überdehnung und ein Aufplatzen
von Haut und Unterhautfettgewebe, so dass charakteristische,
sternförmige Wunden entstehen. Oft ist die Ausschussverletzung größer als die Einschussverletzung, da das Projektil bzw.
seine Fragmente in ihrer Bahn beim Durchdringen von Gewebe
instabil werden und sekundär geschossartig wirkende Knochen- und Gewebetrümmer mitführen können, die dann das
Bild einer Ausschussverletzung mitbestimmen.
Die Sicherung von Blut- und Schmauchspuren für molekularbiologische und chemische Untersuchungen ist allerdings eine
kriminaltechnische Aufgabe.
Dokumentation lokaler Befunde sonstiger Genese
Charakteristisch umgrenzte Rötungen, Blasenbildungen oder
Gewebsuntergänge nach thermischer (Hitze/Kälte)-Einwir-
AUSGABE 10/2014 24. JAHRGANG
kung oder nach Verätzungen lassen sich in der Regel gut einordnen, ebenso die oft pigmentierten Vernarbungen bei
mehrzeitigen thermischen Verletzungen. Die Feinstruktur
einer Strommarke oder der Abdruck nach Kontakt mit heißen
Festkörpern (Kochplatte!) sind detailliert zu beschreiben, damit spätere Zuordnungen möglich sind. Bei Zuständen nach
mangelhafter Pflege und Ernährung sind neben Dekubitalgeschwüren, Ekzemen in den Gelenkbeugen und Infektionen der Körperöffnungen der Allgemeinzustand und die Paraklinik (Laborbefunde, Mirkobiologie etc.) für spätere Begutachtungen bedeutsam.
Zur Differentialdiagnostik lokaler Befunde ist neben einer
sorgfältigen Beschreibung die wiederholte fotografische Dokumentation im Verlauf (wenn möglich) zu empfehlen.
Differentialdiagnosen selbst sollten aus der (klinischen) Dokumentation gut nachvollziehbar sein. Im Zweifelsfalle, z. B. bei
Unsicherheiten, ob Befunde unfallbedingt oder misshandlungsbedingt entstanden sein können, sollte vom Angebot
der Beratung und ggf. Untersuchung durch einen Rechtsmediziner Gebrauch gemacht werden. Zur Abgrenzung von
krankheitsbedingten Befundmustern an der Körperoberfläche
ist eine enge Zusammenarbeit mit weiteren klinischen Fachrichtungen, insbesondere der Dermatologie, zielführend.
Die rechtsmedizinischen Dienste der Universitäten Rostock
und Greifswald stehen mit ihrem Angebot der gerichtsfesten
Befunddokumentation, für telefonische Beratungen, für Konsile am Patienten und für Fortbildungsangebote auf dem Gebiet „Erkennen von Misshandlungsfolgen“ zur Verfügung.
Literatur bei den Verfassern
Korrespondenzadresse:
Anne Port
Institut für Rechtsmedizin, Universitätsmedizin Rostock
St.-Georg-Strasse 108, 18055 Rostock
anne.port@med.uni-rostock.de
Seite 365
WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG
Das gesetzliche Hautkrebs-Screening (gHKS)
Stephan Sollberg
Neben dem gesetzlichen Auftrag zur Primärprävention,
d. h. zur Verhinderung des Entstehens von Krankheiten,
dienen auch alle weiteren Stufen einer Prävention in erster
Linie der Gesundheit der Menschen bzw. Patienten. So besteht der Sinn der sekundären Prävention in der frühzeitigen Erkennung und Behandlung und der tertiären Prävention in der Verhinderung von Rückfällen und Folgeschäden
von Krankheiten.
Da gerade der Hautkrebs maßgeblich durch menschliches
Verhalten bestimmt wird (i. e. Sonnenexposition) ist gerade
diese Form des Krebses der Primärprävention zugänglich.
Seit dem 1. Juli 2008 bieten die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) in Deutschland das gesetzliche HautkrebsScreening (gHKS) als Regelleistung an. Deutschland ist damit weltweit Vorreiter bei der sekundären Prävention des
Hautkrebses. Anspruchsberechtigt sind dazu alle gesetzlich
Krankenversicherten ab dem Alter von 35 Jahren und zwar
alle zwei Jahre. Damit folgen die Krankenkassen den im SGB
V §§ 20 bis 24b geregelten Vorgaben zu den „Leistungen
zur Verhütung von Krankheiten, betrieblicher Gesundheitsförderung und Prävention arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren und Förderung der Selbsthilfe“.
Das Hautkrebs-Screening darf nur von im Rahmen der vertragsärztlichen Versorgung tätigen Ärzten erbracht werden, welche eine entsprechende Genehmigung der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung vorweisen können.
Eine solche Genehmigung kann dann unter der Voraussetzung einer erworbenen Qualifikation (Fortbildungsprogramm) den folgenden Arztgruppen erteilt werden:
Hausärztlich tätigen Fachärzten für Allgemeinmedizin,
Internisten, praktischen Ärzten und Ärzten ohne Gebietsbezeichnung („Hausärzten“) und Fachärzten für Haut- und
Geschlechtskrankheiten.
Das gHKS beinhaltet die in Tab. 1 dargestellten Leistungen.
Tabelle 1: Inhalte des gesetzlichen Hautkrebs-Screenings (gHKS)
� Gezielte Anamnese
� Visuelle, gemäß zertifiziertem Fortbildungs­pro­
gramm standardisierte Ganzkörperinspektion der
gesamten Haut, einschließlich des behaarten Kopfes
sowie aller Intertrigines
� Befundmitteilung mit diesbezüglicher Beratung
� Dokumentation
Seite 366
Aufgrund des vergleichsweise geringen Aufwandes für den
Patienten (und den Arzt), des nichtinvasiven Charakters der
Untersuchung und des objektiv wie subjektiv geringen
Schadenspotentials ist es allein schon deswegen sinnvoll
und vertretbar, dieses Angebot zur Prävention wahrzunehmen. Die Rationale für die Einführung des gHKS basierte
aber im Wesentlichen auf zwei Gesichtspunkten:
1. Kontinuierliche Steigerung der Inzidenz des
Hautkrebses
Der Begriff „Hautkrebs“ umfasst im hier zu diskutierenden
Zusammenhang im Wesentlichen das Basaliom (basal cell
carcinoma, BCC) als die häufigste Form des Hautkrebses, das
Plattenepithelkarzinom (squamous cell carcinoma, SCC) und
das maligne Melanom (MM). Die weiteren malignen Tumoren der Haut und der Hautanhangsgebilde spielen zahlenmäßig eine weitaus geringere Rolle.
In Deutschland erkranken pro Jahr etwa 116.000 Menschen
am BCC, 54.000 am SCC und 24.000 am Melanom. Damit ist
der Hautkrebs die häufigste Krebserkrankung überhaupt
und ist für ca. 1 % aller Krebstodesfälle verantwortlich, wovon mehr als 80 % am MM versterben. Die Inzidenz des
Hautkrebses zeigte weltweit in den letzten Jahren einen
regional unterschiedlichen, aber durchweg kontinuierlichen
Anstieg.
2. Erfolgreiches Pilotprojekt zum HautkrebsScreening
Ein im Jahre 2003 in Schleswig-Holstein unter Beteiligung
von Haus- und Hautärzten aufgelegtes landesweites Früherkennungsprogramm zeigte eine deutliche Vorverlegung
des Diagnosezeitpunktes aller drei Hautkrebsarten auf prognostisch günstigere Stadien. Weitergehende Analysen ergaben darüber hinaus eine signifikante Verminderung der
Mortalität am Melanom in Schleswig-Holstein im Vergleich
zu den anderen, nicht an der Studie teilnehmenden Bundesländern und zum Bundesdurchschnitt.
Begleitende Untersuchungen der verantwortlichen Dachverbände belegen außerdem, dass das gHKS eine durchaus
positive Wahrnehmung in der Bevölkerung aufweist. So erachten 93 % der Befragten einer repräsentativen Bevölkerungsstichprobe das gHKS als sinnvoll, 76 % der Befragten
würden allerdings die Durchführung des Screenings durch
ÄRZTEBLATT MECKLENBURG-VORPOMMERN
WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG
Die Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern möchte mit diesem Artikel
wiederholt auf das Thema „Hautkrebs“, deren Bedeutung und auf die
gemeinsame Kampagne mit der Kassenärztlichen Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern (KVMV) aufmerksam machen.
Am 15.10.2014 von 11:00 Uhr bis 13:00 Uhr werden Experten für alle
Interessierten zum Thema Hautkrebs-Vorsorge bei einer Telefonhotline
von Ärztekammer und Ostseezeitung unter der Nummer: 0381 365 100
beratend tätig sein.
Die meisten
Flecken sind
harmlos.
Am 25.10.2014, ab 9:00 Uhr, findet zu diesem Thema ein „Gesundheitsfrühstück“ in der Geschäftsstelle der KVMV in Schwerin statt.
Unterstützen Sie die Vorhaben, indem Sie Ihre Patienten auf Die Aktionen zum Thema Hautkrebs-Vorsorge hinweisen.
Welche nicht
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Ih
Informieren
Sie sich über r Haus- oder Hautarzt.
die Hautkreb
s-Früherken
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Kassenärztlic
Mecklenburghe Vereinigung
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s
SORGE
Eine Präventio
ns­
initiative der
KVen
und der KBV
einen Dermatologen präferieren. Immerhin nehmen schon
31 % der Bevölkerung bereits am gHKS teil.
Eine Erhöhung dieser Rate könnte durch eine bessere Information der Versicherten erreicht werden, da aktuell nur
etwa 44 % der Berechtigten von der Existenz des Screenings
Kenntnis haben. In diesem Zusammenhang ist die gesetzliche Verpflichtung der GKV sinnvoll, ihre Mitglieder einmal
im Jahr über bestehende Präventionsprogramme zu informieren.
Frauen nehmen generell häufiger an Vorsorgeprogrammen
teil als Männer, z. B. beim allgemeinen Gesundheits-Check-
AUSGABE 10/2014 24. JAHRGANG
up. Beim gHKS trifft das nur für die jüngeren Altersklassen
zu. Bei den älteren Patienten (ab dem 65. Lebensjahr) überwiegen die Männer. Hinsichtlich des Bildungsstandes zeigt
sich, dass etwa 33 % der Menschen mit akademischem Hintergrund am gHKS teilnehmen, aber nur 26 % der Menschen mit Hauptschulabschluss.
Auch auf Seiten der Ärzte wird das gHKS positiv bewertet.
Aktuell beteiligen sich mehr als 95 % der Dermatologen am
gHKS und 70 % sehen seit Einführung des gHKS eine bessere Versorgungsqualität der Hauttumorpatienten.
Seite 367
WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG / AKTUELLES
Inwieweit dies auch de facto erreicht werden kann ist Gegenstand aktueller Auswertungen der Daten. Hierbei ist
außerdem zu postulieren, dass auch die Evaluierung relevanter Endpunkte, wie z. B. „Mortalität“ und „Lebensqualität“, ausreichend berücksichtigt wird. Gerade dieser Punkt
wurde bei der Einführung des gHKS als Kritik formuliert.
Fazit für die Praxis (in Übereinstimmung mit der S3-Leitlinie „Prävention von Hautkrebs“)
� Es wurde gezeigt, dass ein populationsbezogenes Screening mit den Zielerkrankungen malignes Melanom (MM),
Basalzellkarzinom (BCC) sowie Plattenepithelkarzinom
(SCC), in welchem eine standardisierte Untersuchung der
Haut am gesamten Körper von geschulten Ärzten durchgeführt wird, zu einem Anstieg der Detektionsrate von
Tumoren in einem frühen Stadium führt (Level of evidence 2++).
� Ein Hautkrebs-Screening der breiten erwachsenen Bevölkerung führt zu einer anfänglichen Zunahme der Inzidenz von Hautkrebs (Prävalenzphase des Screenings) und
zu einem Anstieg der Detektionsrate von Hautkrebs in
einem frühen Stadium. Dieses Ergebnis könnte Auswirkungen auf die Morbidität von MM, BCC und SCC haben
(Level of evidence 2++).
� Eine Studie deutet darauf hin, dass ein populationsbezogenes Hautkrebs-Screening die Mortalität von Melanomen senken könnte (Level of evidence 2+).
Die Auswertung aller bisherigen Daten zur Hautkrebsprävention allgemein, einschließlich derjenigen zur sekundären
Tumorprävention, bildete die Grundlage für die kürzlich im
April dieses Jahres publizierte S3-Leitlinie „Prävention von
Hautkrebs“.
Literatur beim Verfasser:
Prof. Dr. med. Stephan Sollberg
Hautzentrum Parchim
Mittelstr. 10/11, 19370 Parchim
info@hautzentrum-parchim.de
Der ökonomische Nutzen gerade der primären und sekundären Prävention des Hautkrebses könnte beträchtlich sein.
Im Hinblick auf das gHKS als Paradebeispiel für eine sekundäre Präventionsmaßnahme ist das Erkennen des Hautkrebses in frühen Krankheitsstadien zum einen mit einer höheren Überlebensrate assoziiert, zum anderen ist auch eine
weniger invasive und damit auch in der Regel kostengünstigere Therapie möglich, die dem Patienten zudem auch
weniger belastet.
Im oben erwähnten Pilotprojekt aus Schleswig-Holstein
wird bei bundesweiter Durchführung eine Einsparung in
der Größenordnung von 575 Mio. Euro kalkuliert.
Zweite Rostock Lectures
Die Universität Rostock lädt alle Interessenten herzlich zum
Vortrag „Objekte der Begierde. Eine Geschichte von
Kunstraub und Beutekunst in sieben Stationen“ von
Bénédicte Savoy am Donnerstag, dem 30. Oktober 2014,
um 19:00 Uhr, ein.
Die zweite Rostock Lectures findet in der Aula des Universitätshauptgebäudes, Universitätsplatz 1, statt.
Bénédicte Savoy, Professorin für Kunstgeschichte am Institut für Kunstwissenschaft und Historische Urbanistik der TU
Berlin, wird dem Publikum die geistesgeschichtlichen Hintergründe erläutern, vor denen sich die aktuellen, vielfach
politisch geprägten Debatten um den „Besitz“ von Kunstgegenständen – insbesondere den Funden durch Ausgrabungen – abspielen.
Die Anmeldung sollte bitte bis zum 13.10.2014 unter
http://webapp.uni-rostock.de/lectures/ erfolgen.
Seite 368
Prof. Bénédicte Savoy
Quelle: TU Berlin
ÄRZTEBLATT MECKLENBURG-VORPOMMERN
AUS DER KAMMER
Der AIDS-Ausschuß der Ärztekammer M-V informiert:
HIV-PEP-Notfalldepots in MecklenburgVorpommern
Um im Sinne einer umfassenden HIV-Postexpositionsprophylaxe rasch, d. h. innerhalb von etwa zwei Stunden nach möglicher Exposition, wirksam werden zu können, wurde für
Mecklenburg-Vorpommern ein flächendeckendes Netzwerk
aufgebaut.
Jeder niedergelassene Arzt hat die Möglichkeit, Patienten,
bei einer entsprechenden Indikation, zu einer der in der u. a.
Tabelle genannten Einrichtungen als primären Ansprechpartner, zur Beratung und/oder Erstbehandlung (Kostenübernahme geklärt) zu überweisen.
Die erforderliche Weiterbehandlung der Patienten erfolgt
dann durch die HIV-Ambulanz des Zentrums für Innere Medizin der Universitätsmedizin Rostock (Schwerpunktpraxis
mit KV-Ermächtigung).
HIV-PEP-Notfalldepots in Mecklenburg-Vorpommern Stand: August 2014
Krankenhaus/Klinik
Verantwortlicher/
Ansprechpartner
Anschrift
Telefon-Nummer
Sana Hanse-Klinikum Wismar
Dr. med. Detlef Thiede
Störtebekerstr. 6
23966 Wismar
03841 331907
(Zentrale Notaufnahme)
HELIOS Kliniken Schwerin
Dr. med. Kristina Biedermann
Wismarsche Str. 393-397
19049 Schwerin
0385 520-5900
0385 520-4100 (Ambulanz)
0385 520-2197 (Notaufnahme)
Evangelisches Krankenhaus
Stift Bethlehem Ludwigslust
Dr. med. Astrid Wimmer
Neustädter Str. 1
19288 Ludwigslust
03874 433-532
Universitätsmedizin Rostock, Zentrum für
Innere Medizin, Abt. für Tropenmedizin
und Infektionskrankheiten
Prof. Dr. med. univ. Emil Reisinger
Dr. med. Carlos Fritzsche
Dr. med. Micha Löbermann
Ernst-Heydemann-Str. 6
18057 Rostock
0381 4947515
KMG Klinikum Güstrow GmbH
Dr. med. Joachim Thoß
Friedrich-Trendelenburg-Allee 1
18273 Güstrow
03843 342500 (Notaufnahme)
Sana-Krankenhaus Rügen GmbH
Jörg Herrmann
Calandstr. 7-8
(Vertretung: Dipl.-Med. Monika Ehlers) 18528 Bergen auf Rügen
03838 390 (Zentrale)
HELIOS Hanseklinikum Stralsund
Prof. Dr. med. Matthias Birth
Große Parower Str. 47-53
18435 Stralsund
03831 35-0 (Zentrale)
Universitätsmedizin Greifswald,
Zentrale Notaufnahme
Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin
Prof. Dr. med. Axel Ekkernkamp
PD Dr. med. Peter Hinz
PD Dr. med. Roswitha Bruns
F.-Sauerbruch-Str.
17475 Greifswald
03834 8622500
Innere Medizin II (INM-ITS)
Klinik und Poliklinik für Hautkrankheiten
Dr. med. Sigrun Friesecke
Prof. Dr. med. Michael Jünger
Dr. med. Andreas Arnold
Dietrich Bonhoeffer Klinikum
Neubrandenburg
Dipl.-Med. Matthias Glöckl
Salvador-Allende-Str. 30
17036 Neubrandenburg
0395 7752600
(Notfallambulanz)
Asklepios Klinik Pasewalk
Hans-Joachim Ratei
Prenzlauer Chaussee 30
17309 Pasewalk
03973 231460 (Sekretariat)
03973 231221 (Notaufnahme)
MediClin Müritz-Klinikum GmbH Waren
(Müritz)
Dr. med. Karl Schulze
Weinbergstr. 19
17192 Waren (Müritz)
03991 772201
03991 771111 (Notaufnahme)
03991 772241
(Chirurg. Ambulanz)
AUSGABE 10/2014 24. JAHRGANG
03834 866378
03834 866308 (Station)
03834 866418 (Pforte)
03834 866709
03834 866738 (Poliklinik)
Seite 369
RECHT
Aus der Praxis der Norddeutschen Schlichtungsstelle
Akuter Myokardinfarkt – wenn der Rückenschmerz in die Irre leitet
Kasuistik
Die 49-jährige Patientin stellte sich am frühen Vormittag in
der Praxis eines Facharztes (FA) für Allgemeinmedizin vor.
Zwischen den Beteiligten ist streitig, welche Symptome an
diesem Tag vorlagen und von der Patientin mitgeteilt wurden.
Nach Schilderung der Patientin klagte sie über starke
Schmerzen der linken Schulter, Druckgefühl in der Brust,
Taubheitsgefühl im linken Arm, Atemnot, Schweißausbrüche und Übelkeit. Der Arzt schildert, dass die Patientin über
erhebliche Beschwerden im Nacken- und Schulterbereich
berichtet hätte. Es seien keine Thoraxschmerzen beklagt
worden. Die Patientin hätte sich mit einem Hypertonus und
einer Tachykardie vorgestellt. Aus der Dokumentation war
unter anderem zu entnehmen: RR 120/80, Myogelose HWS/
BWS, pv i. m., Ø Rp, als Diagnose wurde unter anderem
vermerkt: M54.2 ...
Der Arzt maß den Blutdruck und stellte aufgrund einer körperlichen Untersuchung die Diagnose eines Hartspanns der
Nackenmuskulatur und des gesamten Schultergürtels. Er
veranlasste eine paravertebrale Injektion (Meaverin 1 Prozent) und eine intramuskuläre Injektion mit Diclofenac. Ein
EKG wurde nicht angefertigt. Ein bis zwei Stunden später
kam es in einem Parkhaus zu einem Kollaps, woraufhin ein
notarztbegleiteter Transport ins Krankenhaus veranlasst
wurde. Hier wurde die Diagnose eines akuten Vorderwandinfarktes gestellt, eine Herzkatheteruntersuchung vorgenommen und der vordere absteigende Koronarast mit zwei
Stents versorgt. Die während des stationären Aufenthaltes
durchgeführte Echokardiografie zeigte eine umschriebene
Minderbeweglichkeit eines dem Infarktareal entsprechenden Herzbereichs ohne Auswirkungen auf die globale Funktion des linken Ventrikels.
Im weiteren Verlauf suchte die Patientin trotz unauffälliger
postinterventioneller Befunde wegen der Befürchtung eines neuen akuten Koronarsyndroms und wegen damit verbundener Ängste mehrfachen ärztlichen Rat.
Die Patientin beanstandet, dass die Untersuchung in
der Praxis des Allgemeinmediziners unzureichend gewesen sei. Bei korrektem Vorgehen hätte die Diagnose eines akuten Myokardinfarkts gestellt und eine
Seite 370
umgehende stationäre Einweisung veranlasst werden
müssen.
Der Arzt argumentiert, über kardiale Beschwerden oder
Thoraxschmerzen sei nicht geklagt worden. Die Beschwerdesymptomatik sei durch die festgestellten Myogelosen im
Nacken- und Schulterbereich gut erklärt gewesen. Da eine
kardiale Symptomatik nicht vorgelegen hätte, habe auch
nicht die Notwendigkeit zur Registrierung eines EKG bestanden.
Gutachten
Die Dokumentation des Arztes belege, dass wichtige differenzialdiagnostische Überlegungen aufgrund der Anamnesedaten entweder nicht erfolgt seien oder nicht dokumentiert wurden.
Der Dokumentation sei nicht zu entnehmen, dass Anamnesedaten erfragt wurden. Es seien ausschließlich rudimentäre Befunderhebungsdaten notiert worden. Gemäß den Angaben in der Aufnahmedokumentation der Klinik, die am
gleichen Tage knapp drei Stunden nach Vorstellung in der
Praxis erstellt wurde, hätte die Patientin über Belastungsangina seit einer Woche, Rückenschmerzen in der vorhergehenden Nacht und linksthorakale Schmerzen seit dem Morgen des Aufstehens berichtet.
Aufgrund der vorhandenen Konstellation von atherogenen
Risikofaktoren (langjähriger Nikotinabusus und erhöhter
Blutdruck) hätte trotz der beobachteten orthopädischen
Befunde an die Möglichkeit eines akuten Koronar-HerzSyndroms gedacht werden müssen. Die in der Krankenakte
aufzufindenden spärlichen Notizen über Vorgeschichte und
Untersuchungsbefund seien als Hinweis darauf zu werten,
dass eine exakte Anamnese und gründliche körperliche Untersuchung nicht erfolgt seien.
Die klinische Manifestation des Herzinfarktes bei Frauen
unterscheide sich bekanntermaßen von der klassischen Infarktsymptomatik des Mannes mit retrosternalen, nach
links ausstrahlenden Brustschmerzen unter Beteiligung des
linken Arms.
Die klinische Symptomatik könne sich bei Frauen vielschichtig darstellen. Daher sei in jedem Zweifelsfalle vor Annahme sonstiger Erkrankungen die schwerwiegende Erkrankung eines akuten Myokardinfarkts auszuschließen.
ÄRZTEBLATT MECKLENBURG-VORPOMMERN
RECHT
Dies gelte im besonderen Maße bei Vorhandensein eines
oder mehrerer Risikofaktoren. Bei der Patientin hätten mit
bekanntem massiven Nikotinabusus und mit erst kurz bekanntem arteriellen Hypertonus zwei relevante Risikofaktoren vorgelegen. In einer derartigen Konstellation sei bei
Angabe eines Rückenschmerzes immer auch an das Vorliegen einer kardialen Symptomatik zu denken und diese vor
weiteren Maßnahmen auszuschließen. Dies sei mittels eines
Ruhe-EKG sowie eines Troponin-T-Tests möglich. Beide Maßnahmen könnten in einer haus- wie fachärztlichen internistischen Praxis problemlos durchgeführt werden.
In Anbetracht der bei der stationären Aufnahme festzustellenden Befundkonstellation mit bereits erhöhtem Troponin-T
sei davon auszugehen, dass der Myokardinfarkt bereits bei
der Konsultation in der Praxis vorgelegen habe.
Bei korrektem Vorgehen wäre in der Praxis ein EKG registriert und die Diagnose des akuten Vorderwandinfarktes
gestellt worden. Dies hätte zu einer zwei bis drei Stunden
früheren stationären Aufnahme und früheren Durchführung der Herzkatheteruntersuchung und Rekanalisation
geführt. Da die Herzmuskelfunktion durch den Infarkt nicht
messbar vermindert worden sei, habe die verspätete Diagnostik nicht mit hinreichender Sicherheit zu einem dauerhaft schlechteren postinterventionellen Ergebnis als bei
richtigem ärztlichem Handeln geführt.
nostisch an die potenziell bedrohlichste Ursache eines akuten oder drohenden Herzinfarkts zu denken, da diese Gesundheitsstörung mit einer akuten Lebensgefahr verbunden ist. Dies wurde fehlerhaft versäumt.
Hierdurch verzögerte sich die stationäre Aufnahme um
knapp drei Stunden, wobei es glücklicherweise im Zusammenhang mit dem Kollapszustand und dem darauf folgenden notarztbegleiteten Transport in die Klinik nicht zu lebensbedrohlichen Komplikationen kam. Im Rahmen der
umgehend durchgeführten Herzkatheteruntersuchung
konnten erfolgreich zwei Stents implantiert und ein größerer Herzinfarkt verhindert werden. Die im weiteren Verlauf
angefertigten Echokardiografien zeigten eine normale Globalfunktion bei geringer Wandbewegungsstörung im Bereich der Vorderwand. Hinsichtlich der linksventrikulären
Funktion ist es somit nicht zu einem durch die verspätete
Einweisung verursachten Schaden gekommen.
Allerdings seien bezüglich der Versorgung der akuten
Krankheit durch die eingetretene Verzögerung Nachteile
aufgetreten, da es zu einem Kollapszustand im Parkhaus,
das heißt im öffentlichen Bereich, kam, der zu einem notfallmäßigen Transport ins Krankenhaus führte. Dieser Verlauf habe bei der Patientin zu einer deutlichen psychischen
Belastung geführt.
Entsprechende Hinweise würden sich aus der Dokumentation des nachbehandelnden Internisten entnehmen lassen.
Entscheidung der Schlichtungsstelle
Die fehlende Dokumentation über anamnestische Daten
und den klinischen Untersuchungsbefund ist als Hinweis dafür zu werten, dass eine differenzierte Anamnese unter Einschluss einer möglichen kardialen Beschwerdeursache und
eine diesbezügliche körperliche Untersuchung nicht erfolgt
sind. In Anbetracht der Risikofaktorenkonstellation sowie
der Häufigkeit und Gefährlichkeit des akuten Koronarsyndroms hätte trotz Vorliegens von Myogelosen an die Möglichkeit eines Herzinfarktes gedacht werden müssen. Bei
allen unklaren Beschwerden im Brust-, Hals-, Oberbauchund Armbereich (insbesondere links) ist differenzialdiagAUSGABE 10/2014 24. JAHRGANG
Seite 371
RECHT
Bei korrektem Vorgehen wäre die stationäre Einweisung knapp drei Stunden früher erfolgt und der Kollaps im Parkhaus und der notfallmäßige Transport in
die Klinik vermieden worden. Durch dieses Ereignis
ist es bei der Patientin zu einer psychischen Belastungssituation gekommen, die als Schaden zu konstatieren ist.
scheinlichkeitsgrad – auf mehrere verschiedene Krankheiten
hindeuten, so ist durch weitere differenzialdiagnostische
Maßnahmen Aufschluss über die konkret vorliegende Erkrankung zu suchen. Davon unabhängig gilt stets: Zur guten Behandlung gehört auch eine gute Dokumentation.
Verfasser:
Rechtsanwalt Johann Neu
Schlichtungsstelle für Arzthaftpflichtfragen der
norddeutschen Ärztekammern
Hans-Böckler-Allee 3
30173 Hannover
E-Mail: info@schlichtungsstelle.de
Fazit
Eine vernünftige Therapie erfordert grundsätzlich eine vorangehende sichere diagnostische Festlegung. Wenn Symptome – wenn auch vielleicht mit unterschiedlichem Wahr-
Haftung von Berufs wegen
Nach § 32 Abs. 1 Nr. 6 des Heilberufsgesetzes MecklenburgVorpommern gehört es zu den Berufspflichten einer Ärztin /
eines Arztes, eine Haftpflichtversicherung abzuschließen.
§ 21 der Berufsordnung für die Ärztinnen und Ärzte in Mecklenburg-Vorpommern verpflichtet zu einer „hinreichenden“
Berufshaftpflichtversicherung. Wenn keine Berufshaftpflicht­
versicherung besteht, kann dies gemäß § 6 Abs. 1 Nr. 5 Bundesärzteordnung zum Ruhen der Approbation führen.
Die Berufshaftpflichtversicherung –
ein wirtschaftliches Risiko?
Wie kann eine Berufshaftpflichtversicherung, die eigentlich
vor finanziellen Ansprüchen Dritter schützen soll, zum wirtschaftlichen Risiko werden?
Die Berufshaftpflichtversicherung ist eine der wichtigsten,
wenn nicht sogar die wichtigste berufliche Versicherung für
den niedergelassenen Arzt und hat eine Doppelfunktion.
Einerseits hilft sie, unberechtigte Ansprüche Dritter abzuwehren; andererseits wird die Berufshaftpflichtversicherung für berechtigte Ansprüche die anfallenden Kosten
übernehmen.
In den letzten Jahren hat sich jedoch eine dramatische Steigerung der Kosten durch Schadenersatzansprüche entwickelt. Schadenfälle von drei oder mehr Millionen Euro sind
keine Seltenheit mehr. Dadurch kann ein bereits langjährig
bestehender Versicherungsschutz durchaus zum wirtschaftlichen Risiko für die Praxis werden. Schadenersatzansprüche, die sich aus Schmerzensgeld, aber vor allem aus der
Seite 372
Übernahme laufender Behandlungskosten und Rentenzahlungen zusammensetzen, können mehrere Millionen Euro
pro Fall betragen.
Als Beispiel möge ein Berufshaftpflichtvertrag aus dem Jahr
2003 herhalten. Die damals übliche Deckungssumme, also
der Betrag, bis zu dem der Versicherer zahlt, betrug bei vielen Gesellschaften zwei Millionen Euro. Übersteigt der
Schaden diesen Betrag, würde Ihre Haftung nicht bei dem
durch den Versicherer zur Verfügung gestellten Betrag, in
diesem Beispiel also die zwei Millionen Euro enden, sondern
Sie haften für den gesamten Schaden. Das heißt in diesem
Fall für Sie, einen Betrag von einer Million Euro (oder mehr)
selbst aufzubringen. Die Auswirkungen dieses wirtschaftlichen Desasters kann sich jeder selbst ausmalen.
Auch inhaltlich hat sich die Berufshaftpflichtversicherung
weiterentwickelt. Alte Versicherungsbedingungen führen
im Schadensfall ggf. zu erheblichen Lücken mit den damit
verbundenen wirtschaftlichen Auswirkungen auf Ihr Unternehmen Arztpraxis. Hier sollen nur zwei Beispiele genannt
werden.
1. Der erweiterte Strafrechtsschutz
Normalerweise übernimmt die Berufshaftpflichtversicherung ihre Aufgabe zur Abwehr unberechtigter Ansprüche
nur in einem Zivilverfahren. Werden jedoch strafrechtliche
Ansprüche gegen Sie erhoben, haben Sie keinen Versicherungsschutz. Dem kann durch den Einschluss des sogenannten „Erweiterten Strafrechtsschutzes“ entgegengewirkt
werden – übrigens bei vielen Versicherungsgesellschaften
mittlerweile ohne Mehrbeitrag.
ÄRZTEBLATT MECKLENBURG-VORPOMMERN
RECHT / FORTBILDUNG
2. Haftpflicht für Vermögensschäden
Früher waren diese Leistungen vielfach limitiert und wichen
von der Hauptversicherungssumme deutlich ab. 100 000
EUR bis 300 000 EUR waren durchaus üblich. Da auch auf
diesem Gebiet die Schadenszahlungen ständig gestiegen
sind, wird heute oftmals die Leistung bei Vermögensschäden nicht mehr durch ein Sublimit begrenzt, sondern bis zur
Höhe der Hauptversicherungssumme geleistet.
Die gestiegenen Kosten bei Schadenersatzleistungen sind
aber nur ein Punkt, warum die Berufshaftpflichtversicherung zum wirtschaftlichen Risiko werden kann. Auch die
Veränderungen im Leistungsangebot durch neue Behandlungsmethoden oder Geräte können ein wirtschaftliches
Risiko darstellen, wenn sie im bestehenden Versicherungsschutz nicht erfasst sind.
Um den wirtschaftlichen Risiken durch Haftungsansprüche
zu begegnen, sollte der bestehende Berufshaftpflichtschutz
ständig überprüft werden. Dafür gelten folgende Empfehlungen:
1.Jährliche Überprüfung eines bestehenden Vertrages
durch einen Versicherungsmakler
2. Anpassung der Versicherungssumme an die aktuelle Entwicklung
3. Berücksichtigung der neusten Versicherungsbedingungen
4. Beantwortung der jährlichen Fragebögen des Versicherers
zu Veränderungen in der Praxis und im Leistungsumfang.
Frank Thielmann
Wirtschaftsberatung für Heilberufe
(redaktionell bearbeitet von W. S.)
Fortbildungskatalog der Ärztekammer
für das Jahr 2015
Hinweise für die Organisatoren ärztlicher Fortbildung
Voraussetzung für den Erwerb des Fortbildungszertifikates
ist die Teilnahme an einer von den Ärztekammern zertifizierten Fortbildungsveranstaltung.
Wer seine Veranstaltung im Fortbildungskatalog veröffentlicht haben möchte (erscheint als Beilage im Ärzteblatt,
Heft 1/2015), muss sich an den Redaktionstermin halten.
In der bundesweiten Fortbildungsdatenbank des Elektronischen Informationsverteilers (EIV) veröffentlicht auch die
Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern das Fortbildungsangebot für das Jahr 2015. Der Fortbildungskalender ist über
das Internet im Fortbildungsportal der Bundesärztekammer und im Veranstaltungskalender der Ärztekammer
Mecklenburg- Vorpommern abrufbar.
Damit auch hier der EIV genutzt werden kann, brauchen
diese Veranstaltungen für die Zertifizierung nur einmal eingereicht zu werden und sind dann automatisch an den elektronischen Fortbildungskalender bundesweit weitergeleitet. Sollten die Veranstaltungen momentan noch nicht vollständig konzipiert sein, ist eine nachträgliche Präzisierung
durch den Antragsteller möglich. Die Veröffentlichung im
monatlichen Ärzteblatt erfolgt durch die Fülle der Anträge
nicht automatisch (kann bei der Beantragung aber mit erbeten werden).
Damit auch weiterhin die Ärzte im Kammerbereich auf diesem Weg an die Informationen für das nächste Jahr kommen, bitten wir alle Organisatoren und Veranstalter die geplanten Fortbildungen ihrer Kliniken, Universitäten und
sonstigen Einrichtungen rechtzeitig an das Referat Fortbildung der Ärztekammer zu melden. In der Regel ist dies im
laufenden Fortbildungsjahr, mindestens vier Wochen vor
dem Termin, über das Internet zu realisieren.
Wir bitten alle Veranstalter, ihre Fortbildungen bis spätestens 17. Oktober 2014, unter:
http:// www.aek-mv.de >Fortbildung > Zertifizierung
einer Veranstaltung einzutragen.
Herzlichen Dank für Ihre Mitarbeit.
Über die inhaltlichen Anforderungen ärztlicher Fortbildung
informiert die neu beschlossene Fortbildungsordnung
(www.aek-mv.de / Fortbildung / Fortbildungsordnung).
AUSGABE 10/2014 24. JAHRGANG
Dipl.-Päd. Christine Mertink
Referatsleiterin Fortbildung
Seite 373
VERANSTALTUNGEN UND KONGRESSE
23. Seminar- und Fortbildungswoche der Ärztekammer M-V
Termin: 03. – 07.11.2014, jeweils 09:00 – 17:00 Uhr (Montag bis Freitag)
Ort: Radisson Blu Hotel, Lange Str. 40, 18055 Rostock
Interdisziplinäre Kurse:
19 P Rehabilitation – Verordnungsberechtigung
100 €, 14 / 11 / 03 / 10
03.11.2014 Die Reha-Qualifikation für Vertragsärzte zur Verordnung von medizinischen Rehabilitationsleistungen der GKV.
Herr Dr. med. P. Kupatz
40 Stunden Kursweiterbildung Palliativmedizin ausgebucht!
Herr Dr. med. A. Goepel
425 €, 14 / 11 / 03 / 11
03. – 07.11.2014 40 P 9P
Notfall – Airwaymanagement
100 €, 14 / 11 / 04 / 1004.11.2014
Notfallintubation, die schwierige Intubation, alternative Methoden zur Atemwegssicherung, Einleitung und Durchführung
der Notfallnarkose (empfohlene Medikation, Pharmakologie der Medikamente...), Vorstellung der Techniken und Geräte
inkl. Praxistraining (anerkannt als Refresher-Kurs für Ärzte mit der Zusatzbezeichnung „Notfallmedizin“)
Herr Dr. med L. Fischer
Langzeit-EKG-Kurs
ausgebucht!
Herr Dr. med. W. Voß, Herr Prof. Dr. rer. nat. B. Ismer
175 €, 14 / 11 / 04 / 11
04. – 05.11.2014 17 P Ultraschall-Grundkurs ausgebucht!
Herr Dr. med. A. Holle, Herr Dr. med. J. Spengler
325 €, 14 / 11 / 04 / 12
04. – 07.11.2014 30 P 8P Arzthaftungsbegutachtung
100 €, 14 / 11 / 05 / 18
05.11.2014 Fortbildung als Einstieg für das modulare Curriculum „Grundlagen der medizinischen Begutachtung“ für Anfänger und
für erfahrene Begutachter zur Aktualisierung der vorhandenen Kenntnisse; der Schwerpunkt liegt auf Verantwortlichkeit
und Haftung
Herr RA J. Neu
Psychosomatische Grundversorgung – 20 Stunden Theorie
200 €, 14 / 11 / 05 / 15
05. – 07.11.2014 20 P Dieser Kurs ist der erste Abschnitt des insgesamt 80-stündigen Kurses, der obligater Bestandteil der Weiterbildung für
Ärztinnen und Ärzte auf dem Wege zum Facharzt / zur Fachärztin für Innere und Allgemeinmedizin sowie Frauenheilkunde
und Geburtshilfe ist. Über die Anforderungen der Weiterbildungsordnung hinaus kann mit diesem Kurs auch der erste Teil
der Qualifikation gemäß Psychotherapie-Vereinbarung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung für die Abrechnungsgenehmigung von Maßnahmen der psychosomatischen Grundversorgung nach dem Leistungsinhalt der Nummern
35100 und 35110 BMÄ erworben werden.
Herr Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. W. Schneider, Herr Dr. med. J.-F. Buhrmann
Manualmedizinische Untersuchung ausgebucht!
100 €, 14 / 11 / 06 / 7
und Behandlung des Bewegungssystems unter Einschluss osteopathischer Verfahren
Herr Prof. Dr. med. habil. Joachim Buchmann, Herr Prof. Dr. med. habil. Johannes Buchmann
06.11.2014
9P
Fallstricke bei der ärztlichen Leichenschau –
50 €, 14 / 11 / 06 / 8
06.11.2014
4P Vermeidungsstrategien (4 Stunden)
Darstellung rechtlicher Rahmenbedingungen und der Belange des öffentlichen Gesundheitswesens; Zuständigkeiten und
Verantwortlichkeiten bei detaillierter Leichenschau als Instrument ärztlicher Qualitätssicherung, u. a. im Notarztdienst
Herr Priv.-Doz. Dr. med. F. Zack
Refresher-Kurs „Kindernotfälle“
100 €, 14 / 11 / 07 / 2
07.11.2014
9P Herz-Lungen-Wiederbelebung, Zusammenstellung eines rationalen pädiatrischen Equipments, der schwierige Zugang
sowie die Atemwegssicherung, relevante pädiatrische und kinderchirurgische Notfall-Situationen, die Erkennung von
Kindesmisshandlung und Kindswohlgefährdung sowie die neuen Reanimationsrichtlinien für Neugeborene und Kinder
nach ERC 2010, mit praktischen Übungen
Herr Dr. med. G. Klaunick
Grundkurs „Impfen“
80 €, 14 / 11 / 07 / 3
07.11.2014
6P Erwerb des Impfzertifikates der Ärztekammer M-V (Gültigkeit: 5 Jahre), aktuelle Empfehlungen der STIKO;
Vermittlung und Auffrischung neuer Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten im Impfen; Diskussion und Fragestellung
zu Immunologisierung und aktueller Situation in M-V
Frau Dr. med. M. Littmann, Herr Dr. med. M. Löbermann
Seite 374
ÄRZTEBLATT MECKLENBURG-VORPOMMERN
VERANSTALTUNGEN UND KONGRESSE
Der Umgang in der ärztlichen Praxis
50 €, 14 / 11 / 07 / 8
07.11.2014
4P mit psychosozialen Problemen (4 Stunden)
Wie geht der Arzt mit dem Ergebnis von sozialen und psychischen Belastungen im Arbeits- oder Privatleben seiner Patienten um?
Richtige ärztliche Diagnosestellung oder einfach nur „Krankschreibung“ muss gelernt sein; nicht angemessene und
ineffiziente Behandlungsversuche sollen vermieden und Kompetenzen verbessert werden.
Herr Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. W. Schneider
Thementage:
Tag der Komplementärmedizin
100 €, 14 / 11 / 03 / 12
03.11.2014
8 P Traditionelle Heilverfahren können und sollen in ein modernes, westlich-naturwissenschaftliches Gesundheitswesen
eingeordnet werden. An diesem Tag werden Sie damit vertraut gemacht, die ursprüngliche Vielfalt, z. B. von Naturheilverfahren, dem Seebaden als traditionelle Therapieform, der Phytotherapie in medizinischen Leitlinien, den ausleitenden
Verfahren oder der Neuraltherapie, zu erklären, zu bewahren und seriös einzubinden.
Frau Prof. Dr. med. K. Kraft
Tag der Prävention ausgebucht!
Frau Prof. Dr. med. habil. R. Stoll
100 €, 14 / 11 / 04 / 13
04.11.2014
8P 8P
Tag des Selbstmanagements
100 €, 14 / 11 / 05 / 17
05.11.2014
Was verstehen wir unter Salutogenese und Pathogenese? Die Bedeutung salutogener Ressourcen für Patienten und Ärzte –
Seminare zur Work-Life-Balance. Erlernen Sie praktische und schnell wirkende Techniken, mit denen Sie in die Lage versetzt
werden, Ihre Leistung zu fördern, Vitalität schnell wiederaufzubauen, Stress zu besiegen und sich zu motivieren, gesünder
zu werden und nicht nur erfolgreich zu sein, sondern auch Ihr Leben ins Gleichgewicht zu bringen, um erfüllter zu leben.
Frau Prof. Dr. med. V. Braun, Frau Dr. med. L. Dini
Tag der Allergologie keine, 14 / 11 / 06 / 12
06.11.2014
1P Die Entstehung, die Ausprägung, der Verlauf und die Behandlung von Allergien werden dargestellt und wichtige Fragen
erläutert. Warum reagiert der Körper mit Immunreaktionen auf nicht-infektiöse Fremdstoffe, wie Antigene bzw. Allergene,
mit leichten Entzündungszeichen oder der Bildung von Antikörpern bis hin zu lebensbedrohlichen Situationen?
Welche alten und neuen Therapieansätze, konkrete Prophylaxe gibt es für die Patienten?
Herr Dr. med. H. Horn
Tag der Krebstherapie
100 €, 14 / 11 / 07 / 4
07.11.2014
8P Die Krebserkrankung nimmt in der Todesursachenstatistik den 2. Platz ein und ist damit von hoher gesundheitspolitischer
Bedeutung. Der Nationale Krebsplan sieht für diese Erkrankungsgruppe zukünftig eine verbesserte Strukturierung in der
Versorgung vor. Bei der Versorgung von an Krebs erkrankten Patienten hat der Hausarzt im Netzwerk der onkologischen
Versorgung einen hohen Stellenwert. Mit dem vor-liegenden Fortbildungsangebot soll das Thema „Der onkologische Patient
in der hausärztlichen Praxis“ aufbereitet und damit die aktuelle Entwicklung berücksichtigt werden.
Herr Prof. Dr. med. K. Dommisch
Mittagsvorträge:
(jeweils 12:30 – 13:00 Uhr, jeweils 1 Fortbildungspunkt, eine Anmeldung für Mittagsvorträge ist nicht erforderlich, gebührenfrei)
1P
Die TCM als ältestes
14 / 11 / 03 / 18
03.11.2014
Präventionssystem und ihre Angebote Herr Dr. R. Kleinow
1P
„Warum versteht mich mein Patient nicht –
14 / 11 / 04 / 20
04.11.2014
und wie schaffe ich es, dass er das tut?“ Herr J. Hartmann (Kommunikationstrainer)
1P
Körperliche Bewegung und Balance –
14 / 11 / 05 / 23
05.11.2014
Effekte für Körper und Geist Herr Dr. M. Weippert
Alte und neue Therapieansätze in der Allergologie
Herr Dr. med. H. Horn
Apps als Instrument der Patientenführung
Herr Dr. T. Kehl
14 / 11 / 06 / 12
06.11.2014
1P
14 / 11 / 07 / 7
07.11.2014
1P
Anmeldung: Ärztekammer M-V, Referat Fortbildung, August-Bebel-Str. 9 a, 18055 Rostock,
Tel.: 0381 49280-42, -43, -44, -46, Fax: 0381 4928040, E-Mail: fortbildung@aek-mv.de
AUSGABE 10/2014 24. JAHRGANG
Seite 375
VERANSTALTUNGEN UND KONGRESSE
Veranstaltungskalender
Impfkurse in
Mecklenburg-Vorpommern
- Grundkurs: Erwerb des Impfzertifikates der Ärztekammer M-V
- Refresher-Kurs: Voraussetzung: Impfzertifikat
einer Ärztekammer
Gebühr: Grundkurs: 80,00 €, Refresher-Kurs:
40,00 €, Erweiterter Refresher-Kurs: 50,00 € (Ärzte),
20,00 € (medizinisches Assistenzpersonal)
Kurse der Ärztekammer M-V
07.11.2014, 09:00 – 15:00 Uhr Grundkurs
(Im Rahmen der 23. Seminar- und Fort
bildungswoche der Ärztekammer M-V in Rostock) 6 P
Ort: Radisson Blu Hotel, Lange Str. 40, 18055 Rostock
Leitung: Frau Dr. med. M. Littmann,
Herr Dr. med. M. Löbermann
Anmeldung: Ärztekammer M-V, Referat Fortbildung,
August-Bebel-Str. 9 a, 18055 Rostock,
Tel.: 0381 49280-42, -43, -44, -46, Fax: 0381 4928040,
E-Mail: fortbildung@aek-mv.de
Kurse anerkannter Kursleiter im
Kammerbereich
11.10.2014, 10:30 – 14:15 Uhr
4P
Refresher-Kurs
11.10.2014, 08:30 – 14:15 Uhr
6P Grundkurs Ort: Institut für Hygiene, Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum
Neubrandenburg, Salvador-Allende-Str. 30,
17036 Neubrandenburg
Leitung: Frau Dr. med. M. Littmann,
Herr Priv.-Doz. Dr. med. habil. J. Hallauer
Anmeldung: Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum
Neubrandenburg, Institut für Hygiene, Sekretariat,
Salvador-Allende-Str. 30, 17036 Neubrandenburg,
Tel.: 0395 7752061, Fax: 0395 775192061,
E-Mail: hyg@dbknb.de
Ein vollständiges und aktualisiertes Angebot finden
Sie auf der Internetseite: http://www.aek-mv.de
� Fortbildung � Veranstaltungskalender
Veranstaltungen der
Ärztekammer M-V
20. Zentrale Fortbildung „Interventionsmöglichkeiten bei Alkohol- und
Drogenabhängigkeit – Was wirkt?“
Vorträge:
- Sucht – Rehabilitation: Was ist da eigentlich los? Alltag
und Abläufe in einer Rhea-Klinik einschl. Katamnesen
Seite 376
- Vom Sehen und Gesehen werden – Kunst- und Gestaltungstherapie in der AHG-Klinik Mecklenburg
- Arbeitstherapie – Haushaltshilfe für den Chefarzt oder
eine Belastungserprobung für den 1. Arbeitsmarkt?
- Bewegungs- und Sporttherapie mit suchtkranken
Menschen – Therapieinhalte, Herausforderungen
und Erfahrungen; Ein Vortrag aus der Praxis – für die
Praxis
- Therapie begleitende / Abstinenz stabilisierende zusätzliche Möglichkeiten in der Suchtbehandlung
Gruppenarbeit:
- Begleitung von Patienten – Entgiftung, wie weiter?
Ambulante Betreuung / Selbsthilfegruppe /
Beratungsstelle / Rehabilitation?
- Stationäre Alkoholentwöhnungsbehandlung – aktuell
stationäre Patienten berichten
Termin: 11.10.2014, 09:30 – 15:30 Uhr 7 P Ort: Hörsaal, Ärztekammer M-V, August-Bebel-Str. 9 a,
18055 Rostock
Leitung: Herr Dr. med. R. Woratz
Anmeldung: Ärztekammer M-V, Referat Fortbildung,
August-Bebel-Str. 9 a, 18055 Rostock,
Tel.: 0381 49280-42, -43, -44, -46, Fax: 0381 4928040,
E-Mail: fortbildung@aek-mv.de
Refresher-Kurs „Der Praxisnotfall“
(Herz-Lungen-Wiederbelebung)
9P
für niedergelassene Ärzte und deren Assistenzpersonal
Termin: 22.11.2014, 09:00 – 16:00 Uhr
Ort: Stadtverwaltung, Brandschutz- und Rettungsamt,
Ziegelbergstr. 50, 17033 Neubrandenburg
Gebühr: 100,00 € Ärzte, 80,00 € Assistenzpersonal
Anmeldung: Ärztekammer M-V, Referat Fortbildung,
August-Bebel-Str. 9 a, 18055 Rostock,
Tel.: 0381 49280-42, -43, -44, -46, Fax: 0381 4928040,
E-Mail: fortbildung@aek-mv.de
Existenzgründerseminar
Termin: 26.11.2014 oder 17.12.2014,
4P
16:00 – 19:30 Uhr Ort: Hörsaal, Ärztekammer M-V, August-Bebel-Str. 9 a,
18055 Rostock
Anmeldung: Ärztekammer M-V, Referat Fortbildung,
August-Bebel-Str. 9 a, 18055 Rostock,
Tel.: 0381 49280-42, -43, -44, -46, Fax: 0381 4928040,
E-Mail: fortbildung@aek-mv.de
Medizinische Begutachtung (12 Stunden)
Themen: Grundlagen, Spezielle Begutachtungsfragen:
HWS-Trauma, gesetzliche Unfallversicherung, Schwerbehindertenrecht, soziales Entschädigungsrecht, Pflegeversicherung, Berufskrankheiten, gesetzliche Rentenversicherung, Rehabilitation, Begutachtung im Arzthaftungsrecht
Termin: 05.12.2014, 15:00 Uhr –
12 P
06.12.2014, 16:00 Uhr
Ort: Hörsaal, Ärztekammer M-V, August-Bebel-Str. 9 a,
18055 Rostock
Leitung: Herr RA J. Neu
Gebühr: 150,00 €
Anmeldung: Ärztekammer M-V, Referat Fortbildung,
August-Bebel-Str. 9 a, 18055 Rostock,
Tel.: 0381 49280-42, -43, -44, -46, Fax: 0381 4928040,
E-Mail: fortbildung@aek-mv.de
Einführungsworkshop „Ärztlich
unterstützte Priorisierung“ 4 P
Termin: 10.12.2014, 14:00 – 17:30 Uhr
Ort: Hörsaal, Ärztekammer M-V, August-Bebel-Str. 9 a,
18055 Rostock
Leitung: Herr Prof. Dr. med. Dr. phil. H.-H. Raspe
Anmeldung: Ärztekammer M-V, Referat Fortbildung,
August-Bebel-Str. 9 a, 18055 Rostock,
Tel.: 0381 49280-42, -43, -44, -46, Fax: 0381 4928040,
E-Mail: fortbildung@aek-mv.de
Veranstaltungen in unserem
Kammerbereich
In einer fraktioniert laufenden
Selbsterfahrungsgruppe (tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie) sind derzeit Plätze frei.
Informationen: Universitätsmedizin Greifswald,
Herr Prof. Dr. med. habil. H. Freyberger,
Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie,
Rostocker Chaussee 70, 18437 Stralsund,
Tel.: 03831 452100, E-Mail: freyberg@uni-greifswald.de
Thorax- und GI-Tumorkonferenz
Termine: mittwochs,
je 3 P
jeweils 14:00 – 16:30 Uhr
Ort: Röntgendemonstrationsraum 00.06 EG,
Universitätsmedizin Greifswald,
Ferdinand-Sauerbruch-Str. 1, 17475 Greifswald
Leitung: Herr Prof. Dr. med. C.-D. Heidecke
Anmeldung: Universitätsmedizin Greifswald,
Klinik und Poliklinik für Chirurgie, Sekretariat,
Ferdinand-Sauerbruch-Str. 1, 17475 Greifswald,
Tel.: 03834 866001, Fax: 03834 866002
Wöchentliche Fortbildung der Klinik
für Kinderchirurgie und Kinderurologie des Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg
je 2 P
Termine: montags, jeweils 14:30 – 16:00 Uhr Leitung: Herr Dr. med. W. Beyer
Ort / Anmeldung: Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum
Neubrandenburg, Klinik für Kinderchirurgie und Kinderurologie, Salvador-Allende-Str. 30, 17036 Neubrandenburg, Tel.: 0395 7752961
ÄRZTEBLATT MECKLENBURG-VORPOMMERN
VERANSTALTUNGEN UND KONGRESSE
Folgende Veranstalter bieten in M-V
Balintgruppenarbeit an:
Gadebusch – Frau Dipl.-Med. A. Hachtmann,
Tel.: 03886 212440
Greifswald – Frau Dr. med. B. Noack,
Tel.: 03834 594664
Rostock – Frau Dr. med. K. Birke, Tel.: 038203 44606
Schwerin – Herr Dr. med. P. Herzog,
Tel.: 0385 5777373
Stralsund – Herr Dr. med. Dr. jur. M. Gillner,
Tel.: 03831 452200
Fortbildungsveranstaltungen der
Serrahner Diakoniewerk gGmbH
Interdisziplinäre suchtmedizinische
Fallkonferenz
je 3 P
Termine: dienstags, jeweils 13:30 – 15:00 Uhr
Verhaltenstherapie bei
Suchterkrankungen
je 3 P
Termine: jeden letzten Dienstag im Monat,
jeweils 15:00 – 16:30 Uhr
Ort: kleiner Konferenzraum, Serrahner Diakoniewerk
gGmbH, Fachklinik für Abhängigkeitserkrankungen,
Am Pfarrhof 1, 18292 Serrahn
Leitung: Herr Dr. med. W. Traub
Anmeldung: Serrahner Diakoniewerk gGmbH,
Fachklinik für Abhängigkeitserkrankungen,
Sekretariat Frau A. Dammeier, Am Pfarrhof 1, 18292
Serrahn, Tel.: 038456 62580, Fax: 038456 62585,
Internet: http://www.rehaklinik-serrahn.de,
E-Mail: buero.dammeier@web.de
Wöchentliche Fortbildung der Abteilung für Kinderchirurgie der Chirurgischen Klinik und Poliklinik der
Universitätsmedizin Rostock je 1 P
Termine: donnerstags, jeweils 08:15 – 09:00 Uhr
Leitung: Herr Prof. Dr. med. G. Stuhldreier
Ort / Anmeldung: Universitätsmedizin Rostock,
Chirurgische Klinik und Poliklinik,
Abteilung für Kinderchirurgie, Ernst-Heydemann-Str. 8,
18057 Rostock, Tel.: 0381 4946251
Fortbildungen der MEDIAN Klinik
je 1 P
Heiligendamm
Termine: jeweils 11:45 – 12:30 Uhr Fallkonferenzen – 15.10.2014 / 29.10.2014 / 12.11.2014 /
19.11.2014 / 26.11.2014 / 03.12.2014 / 10.12.2014 /
17.12.2014
08.10.2014 Emotionale Intelligenz
AUSGABE 10/2014 24. JAHRGANG
22.10.2014 Sokratischer Dialog
05.11.2014 Funktionelle Störungen des vestibulären Systems
Leitung: Frau Dr. med. K. Birke
Anmeldung: MEDIAN Klinik Heiligendamm,
Frau E. Deecke, Zum Strand 1, 18209 Heiligendamm,
Tel.: 038203 44606, Fax: 038203 44607,
E-Mail: elke.deecke@median-kliniken.de
Fachtagung „Land, Drogen, Leute,
Heute … und Morgen? – Perspektiven der Suchthilfe“
8P
- Zukunft schrumpfender Regionen – Bevölkerungsentwicklung in M-V
- Zukunft der Suchttherapie
- Paradigmentwechsel in der Suchttherapie?
Neue Mittel gegen Alkoholabhängigkeit
- Was man über moderne Drogen wissen muss
Termin: 08.10.2014, 10:00 – 16:00 Uhr
Ort: Gartenhalle, Friedrich-Petersen-Klinik, Ev. Suchtkrankenhilfe Mecklenburg-Vorpommern gGmbH,
Semmelweisstr. 2, 18059 Rostock
Leitung: Frau Dr. Wiegert, Frau Schröder,
Frau Lenz, Herr Voigt, Herr Gauck,
Herr Priv.-Doz. Dr. med. M. Köhnke
Gebühr: 35,00 €
Anmeldung: Ev. Suchtkrankenhilfe MecklenburgVorpommern gGmbH, Friedrich-Petersen-Klinik,
Semmelweisstr. 2, 18059 Rostock,
Tel.: 0381 40340, Fax: 0381 40 34101, Internet:
http://www.friedrich-petersen-klinik.de/termine.php,
E-Mail: Fachtagung2014@friedrich-petersen-klinik.de
22. Interdisziplinärer UltraschallGrundkurs
Abdomen, Retroperitoneum, Schilddrüse, Thorax (ohne
Herz) der 32. Rostocker Südstadt-Ultraschalltage
(nach den Richtlinien der DEGUM und der KBV)
Termin: 09.10.2014, 13:00 Uhr –
12.10.2014, 14:00 Uhr
Ort: Klinik für Chirurgie, Klinikum Südstadt Rostock,
Südring 81, 18059 Rostock
Leitung: Herr Dr. med. habil. J. Bernhardt,
Herr Prof. Dr. med. R. Büchsel, Herr Dr. med. H. Steffens
Gebühr: 320,00 €
Anmeldung: Klinikum Südstadt Rostock,
Zentraler Schreibdienst, Frau K. Brühs,
Südring 81, 18059 Rostock, Tel.: 0381 44017400,
Fax: 0381 44017499,
Internet: http://www.kliniksued-rostock.de,
E-Mail: gastrozentrum@kliniksued-rostock.de
Symposium der Abteilung für
Neurochirurgie der Universitäts­
medizin Rostock
7P
Thema: Die alternde Wirbelsäule in Klinik und Praxis
Termin: 11.10.2014, 09:00 – 14:00 Uhr
Ort: Hörsaal, Chirurgische Klinik und Poliklinik,
Schillingallee 35, 18057 Rostock
Leitung: Herr Prof. Dr. med. habil. J. Piek
Anmeldung: Universitätsmedizin Rostock, Chirurgische Klinik und Poliklinik, Abteilung für Neurochirurgie,
Frau D. Joswiak, Schillingallee 35, 18057 Rostock,
Tel.: 0381 4946439, Fax: 0381 4946438
Psychosomatische Grundversorgung
(20 Stunden Diagnostik und Differentialdiagnostik,
30 Stunden Interventionsmethoden in der Psychosomatischen Grundversorgung)
Die Teilnahme an einer kontinuierlichen Balintgruppenarbeit über 30 Stunden ist ebenfalls möglich.
Herbstkurs 15. – 17.10.2014 (Block II)
50 P
Ort: Klinik für Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin, Universitätsmedizin Rostock,
Gehlsheimer Str. 20, 18147 Rostock
Leitung: Herr Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. W. Schneider
Anmeldung: Universitätsmedizin Rostock, Klinik für
Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin,
Frau B. Burau, Gehlsheimer Str. 20, 18147 Rostock,
Tel.: 0381 4949671, Fax: 0381 4949672,
E-Mail: britta.burau@med.uni-rostock.de
Zertifiziertes Curriculum Geriatrie
Basislehrgang
Termin: 23.10. – 26.10.2014 und
30.10. – 02.11.2014
Leitung: Frau Salchow-Gille
Gebühr: 680,00 € (Mitarbeiter aus Mitgliedseinrichtungen des Bundesverbandes Geriatrie),
725,00 € (andere Teilnehmer)
Ort / Anmeldung: Medigreif Parkklinik GmbH,
Pappelallee 1, 17489 Greifswald,
Tel.:03834 802 121, E-Mail: parkklinik@medigreif.de
Fortbildungsveranstaltungen der
Klinik und Poliklinik für Hals-NasenOhren-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie „Otto Körner“ der Universitätsmedizin Rostock
Termine: jeweils 17:00 – 19:00 Uhr
je 3 P
29.10.2014 (statt: 22.10.2014) Notfälle in der HNO
Seite 377
VERANSTALTUNGEN UND KONGRESSE
19.11.2014 Tracheotomieverfahren und
Tracheostomapflege
17.12.2014 Antibiotikatherapie in der HNO-Heilkunde
Leitung: Herr Prof. Dr. med. habil. T. Just
Ort / Anmeldung: Universitätsmedizin Rostock,
Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde,
Kopf- und Halschirurgie „Otto Körner“, Frau G. Schwarz,
Doberaner Str. 137 – 139, 18057 Rostock,
Tel.: 0381 4948301, Fax: 0381 4948302,
Internet: http://www.hno.med.uni-rostock.de,
E-Mail: gundula.schwarz@med.uni-rostock.de
OP-Workshop Brust-Chirurgie
SERAGYN BR-Mesh
Termin: 06. – 07.11.2014 (1. Tag: theoretische
Einführung, 2. Tag: Live-Operationen)
Leitung: Herr Prof. Dr. med. habil. R. Ohlinger
Ort / Anmeldung: Universitätsmedizin Greifswald,
Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und
Geburtshilfe, Interdisziplinäres Brustzentrum,
Frau D. Krellenberg, Ferdinand-Sauerbruch-Str. 1,
17475 Greifswald, Tel.: 03834 866482,
E-Mail: diana.krellenberg@uni-greifswald.de,
(begrenzte Teilnehmerzahl)
11. Nordlichtsymposium
3P
Weiterbildung für MTRA, Krankenschwestern und
Ärzte in der Onkologie und Radiologie
Thema: Das kolorektale Karzinom – Epidemiologie, Vorsorge, Pathologie, Diagnostik, Therapie und Nachsorge
Termin: 15.11.2014, 09:00 – 14:00 Uhr
Ort: Hörsaal, Fakultät für Maschinenbau- und Schiffstechnik, Albert-Einstein-Str. 2, 18059 Rostock
Leitung: Herr Prof. Dr. med. habil. G. Hildebrandt,
Frau Dr. med. U. Küchenmeister,
Frau Dr. med. A. Pirnasch
Anmeldung: Universitätsmedizin Rostock, Klinik
und Poliklinik für Strahlentherapie, Frau U. Jesswein,
Südring 75, 18059 Rostock, Tel.: 0381 4949006,
Fax: 0381 4949002, Internet:
http://www.strahlentherapie.med.uni-rostock.de,
E-Mail: strahlentherapie@med.uni-rostock.de
Weiterbildung im „Qualitätsmanagement Akutschmerz“
5P
Termin: 20.11.2014, 13:00 – 16:00 Uhr
Ort: Raum 316, Universitätsmedizin Greifswald,
Fleischmannstr. 6, 17475 Greifswald
Leitung: Herr Dr. med. A. Jülich
Anmeldung: Universitätsmedizin Greifswald,
Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin,
Herr Dr. med. A. Jülich, Fleischmannstr. 42 – 44,
17475 Greifswald,
Tel.: 03834 865801, Fax: 03834 865844,
E-Mail: ajuelich@uni-greifswald.de
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21. Hausärztetag Mecklenburg-Vorpommern – „Der Hausarzt – DER
(einzige) Experte fürs Allgemeine“
Termin: 28. – 29.11.2014
Ort: Radisson Blu Hotel, Lange Str. 40, 18055 Rostock
Leitung: Herr Dr. med. T. Maibaum
Anmeldung: Institut für hausärztliche Fortbildung im
Deutschen Hausärztverband (IhF) e. V., Edmund-Rumpler-Str. 2, 51149 Köln,
Tel.: 02203 57563344, Fax: 02203 57567013
Jahrestagung des Landesverbandes
M-V im Berufsverband der Deutschen Dermatologen e. V.
Termin: 13.12.2014, 09:00 – 15:00 Uhr
Ort: pentahotel Rostock, Schwaansche Str. 6
(Kröpeliner Str.), 18055 Rostock
Leitung: Herr Dr. med. A. Timmel
Anmeldung: CongressCompany Jaenisch GmbH,
Tannenweg 22 / Speicher II, 18059 Rostock,
Tel.: 0381 8003980, Fax: 0381 8003988,
E-Mail: CCJ.Rostock@t-online.de
Komplette Akupunkturausbildung
der DGfAN e. V. zum Erwerb der Zusatzbezeichnung Akupunktur
(KV Qualifikation)
Beginn neues Kurssystem 2015:
16. – 18.01.2015 Grundkurs A
Ort: Akupunkturfortbildungszentrum Kur- und Ferienhotel „Sanddorn“,
Strandweg 12, 18119 Rostock-Warnemünde
Leitung: Frau Dr. med. R. Schwanitz
Anmeldung: Akupunkturfortbildungszentrum,
Frau Dr. med. R. Schwanitz,
Strandweg 12, 18119 Rostock-Warnemünde,
Tel.: 0381 5439935, Fax: 0381 5439988,
E-Mail: ReginaSchwanitz@aol.com
24. Sonographiekurse der Säuglingshüfte Mecklenburg-Vorpommern
Fortbildung der Carl-Friedrich-FlemmingKlinik, HELIOS Kliniken Schwerin GmbH –
Curriculum für Psychiatrie und
Psychotherapie
Thema: Grundlagen und Methoden der Psychotherapie
Termin: 20.11.2014, 08:30 – 16:30 Uhr
Ort: „Alte Bibliothek“, Haus 11, Carl-Friedrich-Flemming-Klinik, HELIOS Kliniken Schwerin GmbH,
Wismarsche Str. 393 – 397, 19049 Schwerin
Leitung: Herr Prof. Dr. med. A. Broocks
Anmeldung: HELIOS Kliniken Schwerin GmbH,
Carl-Friedrich-Flemming-Klinik,
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie,
Frau S. Steinigk, Wismarsche Str. 393 – 397,
19049 Schwerin, Tel.: 0385 5203200,
E-Mail: susann.steinigk@helios-kliniken.de
8P
(nach den Richtlinien der DEGUM und der KBV)
21. – 22.03.2015 Abschlusskurs
Leitung: Herr Prof. Dr. med. H. Merk
Ort / Anmeldung: Universitäsmedizin Greifswald,
Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Orthopädische
Chirurgie, Frau M.A. S. Kühl,
Ferdinand-Sauerbruch-Str. 1, 17475 Greifswald,
Tel.: 03834 867213,
E-Mail: susanne.kuehl@uni-greifswald.de
Veranstaltungen in anderen
Kammerbereichen
Dopplerkurse nach DEGUM- und
KBV-Richtlinien
Ort / Anmeldung: Martin-Luther-Universität HalleWittenberg, Institut für Anatomie und Zellbiologie,
Herr Dr. A. Klemenz, 06097 Halle,
Tel.: 0345 557-1316 / -1703, Fax: 0345 5574649,
E-Mail: albrecht.klemenz@medizin.uni-halle.de
Fortbildungen der Klinik zur Behandlung von Alkohol-, Medikamenten- und Drogenabhängigen
der AHG Klinik Lübeck
Termine: jeweils 13:30 – 15:00 Uhr
08.10.2014 Klinische Sozialarbeit mit Suchtpatienten
05.11.2014 Entzugsbehandlung bei älteren Patienten
19.11.2014 Psychosoziale Begleitung (PSB) in der Substitutionsbehandlung
03.12.2014 Warum werden wir nicht alle suchtmittel
abhängig? Drei Modelle von Gesundheit und Krankheit
Ort: Vortragsraum, Haus 2, AHG Klinik Lübeck,
Weidenweg 9 – 15, 23562 Lübeck
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Informationen: AHG Klinik Lübeck, Klinik zur Behandlung von Alkohol-, Medikamenten- und Drogenabhängigen, Weidenweg 9 – 15, 23562 Lübeck,
Tel.: 0451 58940, Fax: 0451 5894331,
Internet: http://www.ahg.de/luebeck,
E-Mail: luebeck@ahg.de
Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen
Gesellschaften für Hämatologie und
Medizinische Onkologie
Termin: 10. – 14.10.2014
27 P Ort: CCH Congress Center Hamburg,
Am Dammtor / Marseiller Str., 20355 Hamburg
Leitung: Herr Prof. Dr. C. Bokemeyer,
Herr Prof. Dr. N. Schmitz
Anmeldung: INTERPLAN, Congress,
Meeting & Event Management AG, Herr A. Thiam,
Kaiser-Wilhelm-Str. 93, 20355 Hamburg,
Tel.: 040 32509249, Fax: 040 32509244, Internet:
http://www.haematologie-onkologie-2014.com,
E-Mail: jahrestagung2014@interplan.de
Detailliertere Angaben und weitere Fortbildungs­­
veranstaltungen finden Sie auf der Internetseite:
http://www.baek.de � Fortbildungs­portal
ÄRZTEBLATT MECKLENBURG-VORPOMMERN
AUS DER KASSENÄRZTLICHEN VEREINIGUNG
Öffentliche Ausschreibung
von Vertragsarztsitzen gemäß §103 Abs. 3 a und 4 SGB V
Die Kassenärztliche Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern schreibt auf Antrag folgende Vertragsarztsitze zur Übernahme
durch einen Nachfolger aus, da es sich um für weitere Zulassungen gesperrte Gebiete handelt.
Planungsbereich Übergabetermin
Bewerbungsfrist
Ausschreibungsnr.
Mittelbereich Rostock Stadtgebiet
Hausarzt
nächstmöglich
15. Oktober 2014
24/07/13/1
Mittelbereich Schwerin Stadtgebiet
Hausarzt
Hausarzt
Hausarzt
Hausarzt
Hausarzt (Praxisanteil)
Hausarzt
nächstmöglich
nächstmöglich
nächstmöglich
nächstmöglich
1. Juli 2015
1. Juli 2015
15. Oktober 2014
15. Oktober 2014
15. Oktober 2014
15. Oktober 2014
15. Oktober 2014
15. Oktober 2014
15/05/13
21/03/13
08/07/13
12/03/14
18/02/14
12/05/14
Mittelbereich Neubrandenburg Stadtgebiet
Hausarzt (halber Vertragsarztsitz)
nächstmöglich
15. Oktober 2014
17/01/14/1
Mittelbereich Greifswald Stadtgebiet
Hausarzt
nächstmöglich
15. Oktober 2014
08/08/14
nächstmöglich
15. Oktober 2014
20/01/14
Planungsbereich Stralsund/Nordvorpommern
Facharzt für Augenheilkunde
Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten
1. Oktober 2015
1. Juli 2015
15. Oktober 2014
15. Oktober 2014
23/01/14
13/01/14
Planungsbereich Ludwigslust
Facharzt für Nervenheilkunde
31. Dezember 2015
15. Oktober 2014
17/06/14
Planungsbereich Parchim
Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin
nächstmöglich
3. Januar 2015
15. Oktober 2014
15. Oktober 2014
02/12/13
02/01/14
Planungsbereich Bad Doberan
Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie nächstmöglich
nächstmöglich
15. Oktober 2014
15. Oktober 2014 06/01/14
20/05/14
Planungsbereich Uecker-Randow
Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
nächstmöglich
15. Oktober 2014
24/06/14
Hausärztliche Versorgung
Gesonderte fachärztliche Versorgung
KV-Bezirk (Land Mecklenburg-Vorpommern)
Facharzt für Nuklearmedizin (Praxisanteil)
Allgemeine fachärztliche Versorgung
Die Ausschreibungen erfolgen zunächst anonym. Bewerbungen sind unter Angabe der Ausschreibungsnummer an die
Kassenärztliche Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern, Postfach 16 01 45, 19091 Schwerin, zu richten.
Den Bewerbungsunterlagen sind beizufügen:
• Auszug aus dem Arztregister;
• Nachweise über die seit der Eintragung in das Arztregister ausgeübten ärztlichen Tätigkeiten;
• Lebenslauf;
• Behördenführungszeugnis im Original.
AUSGABE 10/2014 24. JAHRGANG
Seite 379
BUCHVORSTELLUNGEN
Für Sie gelesen
Forscherfragen
Berichte aus der Wissenschaft von morgen
Monika Rößiger
edition Körber-Stiftung Hamburg 2013
182 Seiten, Klappenbroschur, € 16,00
ISBN 978-3-89684-099-8
„Fragen an Forscher“ sind
die „Fragen der Forscher“,
welche diese sich stellen.
Eine Biologin und Wissenschaftsjournalistin hat deshalb neun Wissenschaftler
aus der Experimentalforschung befragt. Daraus
sind interessant zu lesende, auch für den Laien verständliche, Berichte entstanden.
Es geht um biologisch-chemische, geologisch-physikalische, atomare und astro-physikalisch-chemische Abläufe, bei deren Erkundung
immer auch die Fragen des Warums und Wofür gestellt werden müssen.
Was bringt den Menschen auf dieser Erde die Klärung des
Urknalls? Wird ein neues Fundament der Physik mit dem großen Teilchenbeschleuniger CERN geschaffen? Wird die Erforschung der Antimaterie, werden die Antiprotonen einen
Nutzen bringen bei der effektiven Zerstörung von Tumorzellen? Zu allen Fragen gibt es Antworten, die eben zugleich
Fragen sind!
Sind geochemische und molekulare Fossilien aus den Tiefen
der Meere ein Schlüssel für Klimaveränderungen, welche
letztlich ökologische und wirtschaftliche Grundlagen ganzer
Völker verändert haben oder es wieder werden?!
Grundlagen der Medikamentenentwicklung, Stromerzeugungsprojekte in der Wüste sind besonders aktuelle Forschungsprojekte. Stroh- und Holzreste sollen Energie liefern,
indem sie zu Ethanol, also zu Kraftstoff verwandelt werden.
Doch ist das sinnvoll, wenn Schwefelsäure als Katalysator und
große Kugelmühlen mit Stahlkugeln als Mahlsteine erforderlich sind? Stimmt da die Öko- und Energiebilanz?
Wertvoller erscheint schon die Forschung einer Molekularbiologin, die sich mit dem Hinauszögern des Alterns beschäfSeite 380
tigt. Denn „Altsein ist der größte Risikofaktor für praktisch
jede Form von Krankheit“ stellt sie fest (Maria Blasco). Mit
dem immer bei jeder Zellteilung in winzigen Schritten einhergehendem Abbruch an den Chromosomenendstücken,
den Telomeren, verliert die Zelle einen Teil der Schutzfunktion, bis sie sich schließlich nicht mehr teilen kann, in den Ruhezustand übergeht oder stirbt. Doch adulte Stammzellen
ersetzen die abgestorbenen Zellen der Gewebe. Nur diese
Alleskönner besitzen ein Enzym, die Telomerase, welches die
Telomere ergänzt. Durch Einschleusen des Telomerase-Gens
in die anderen Zellen kann deren Lebenserwartung verlängert und damit das Altern hinausgezögert werden! Aber –
Krebszellen, entstanden durch asymmetrische Teilung, gewissermaßen als Kopierfehler, die besitzen auch zu 95 % das
Enzym Telomerase und können sich so immer weiter fortentwickeln! Damit ist Forschung gegen das Altern zugleich Forschung um den Krebs zu bekämpfen.
Im Geoforschungszentrum Potsdam werden Schallwellen untersucht, wie sie sich in Kristallen von Ferroperiklast ausbreiten, dem Mineral welches unseren Erdmantel in großer Menge ausfüllt.
Mit der Mikromethode im Labor erhoffen die Wissenschaftler, Erkenntnisse über die Ausbreitung von Erdbebenwellen
zu gewinnen.
Von besonderer Bedeutung erscheint die Forschung zu „atomarer Alchemie“. Sie versucht die Umwandlung von hochradioaktivem Abfall in schneller abklingende Produkte. Das
betrifft nicht nur den vorhandenen Abfall, sondern die Zukunft, weil die Atomenergie ihre Renaissance in Russland,
China, Frankreich und anderen Ländern erlebt, mit dem Ziel
einer effektiveren Ausnutzung von Uran 235.
Ein letztes Kapitel beschäftigt sich mit dem Universum. Der
Aufbau des größten optischen Teleskopes der Welt in der
chilenischen Atacama-Wüste mit einer Lichtsammelfläche
von etwa 1000 qm, gegenüber bisher möglichen 50 qm, soll
uns Blicke in Milliarden Lichtjahre entfernte Sonnensysteme
ermöglichen!
Doch braucht die Menschheit das Wissen, z. B. über den Exoplaneten Keppler 22 b, der sogar nur 600 Lichtjahre von unserem Sonnensystem entfernt ist? Diese Frage sollten sich
Forscher und Ökonomen stellen.
Die 182 Seiten des kleinen Büchleins vermitteln viel Wissen
und regen zum Nachdenken an.
Dr. C. Brock, Neubrandenburg
ÄRZTEBLATT MECKLENBURG-VORPOMMERN
BUCHVORSTELLUNGEN
Anleitung für Simulanten
Reiseführer ins Schummelland
G. Roloff, A. Angielczyk und Barbara Zoeke
1. Auflage, Mankau Verlag GmbH 2014
191 Seiten, Taschenbuch, € 9,95
ISBN 978-3-86374-153-2
„Das Geheimnis des Lebens besteht aus Ehrlichkeit und fairem Verhalten.
Wenn man das vortäuschen kann, hat man es geschafft.“
Im vorliegenden Taschenbuch mit diesem einleitenden Zitat des amerikanischen Komikers Groucho
Marx kann der Leser die
vielfältigen
Verhaltensmuster des Täuschens und
Tricksens, des Herunterspielens und Aufplusterns
kennenlernen.
Im ersten Teil geht es um die Täuschung in ihren vielen Varianten.
Der zweite Teil befasst sich mit den kleineren und größeren
Inszenierungen bei Ärzten und Gutachtern.
Der Simulant (Kreuz- und Rückenschmerzen, Schulterprobleme, Tennisarm, etc.) erhält Anregungen und Hinweise („Gebrauchsanweisungen“), wie er seinen Auftritt beim Arzt
glaubwürdig gestalten kann.
Im dritten Teil werden die Probleme von Traumatisierten,
z. B. Flüchtlingen oder Soldaten nach Kriegseinsätzen, behandelt, eher ein bedrückendes Thema.
Bei der sonst ironischen Betrachtung wollen die Verfasser jedoch das moralische Dilemma von Ärzten bei diesen Konstellationen nicht übersehen.
Der vierte Teil schließlich wendet sich an die Gegenseite in
diesem Spiel. Wer täuscht wen wie lange und mit welchem
Erfolg?
Im Anhang werden zwei Simulanten aus berühmten deutschsprachigen Romanen zitiert (Effi Briest und Felix Krull).
Nach Meinung der Autoren wird zu laienhaft simuliert. Keinen Schauspieler ließe man mit einer solchen miserablen Vorbereitung auf die Bühne. Deshalb wäre diese „Nachschulung“ notwendig.
Das Taschenbuch ist aus meiner Sicht eine Lektüre für „gaunerhaft Veranlagte“ im Alltag!
AUSGABE 10/2014 24. JAHRGANG
Leider sind Lügen, Schummeln und Betrügen auch die eigentlichen Plagen in der Wissenschaft (siehe auch: „Bitte nur
die ganze Wahrheit“ in DIE ZEIT Nr. 31 vom 24.07.2014).
Die Medizin ist besonders „infiziert“ und das Ausmaß von
Betrug und Datenfälschungen erschreckend.
In zahlreichen Studien werden die Resultate „frisiert“.
Noch häufiger sind Publikationen, die wohl die „Wahrheit“
sagen und trotzdem lügen, weil unerwünschte Ergebnisse
einfach weggelassen werden.
Und Statistikfehler bemerken die meisten Ärzte aufgrund
mangelhafter methodischer Kenntnisse vielfach nicht.
Also: Immer misstrauisch bleiben!
Anstelle eine „Anleitung für Simulanten“ zu geben, sollte
besonders der Nachwuchs zur Redlichkeit erzogen und Strukturen aufgebaut werden, die diese Integrität wahren.
Wissenschaft lebt vom Vertrauen!
Prof. H. H. Büttner, Wismar
Zehn Milliarden
Stephen Emmott
Aus dem Englischen von Anke Caroline Bürger
Suhrkamp Verlag Berlin 2013
204 Seiten, gebunden, 14,95 €
ISBN 978-3-518-42385-1
Ein in seiner Form ungewöhnliches Sachbuch und
brutal in seiner Aussage.
Unsere Enkel werden sich
die Erde mit mindestens
zehn Milliarden Menschen
teilen müssen. Hat der
Homo sapiens sapiens unter den gegebenen Umständen überhaupt eine
Zukunft? Seine unmissverständliche Antwort: „Wir
sind nicht zu retten.“ Zur
gleichen Aussage kommt
übrigens auch eine aktuelle Studie der NASA.
Stephen Emmott ist kein Verschwörungstheoretiker, sondern
verantwortet als wissenschaftlicher Leiter eines von Microsoft aufgebauten Forschungslabors in Cambridge, England, die weltweit führenden Forschungsprojekte auf dem
Gebiet der rechnergestützten Naturwissenschaften. Er ist
Professor und lehrt das Fach in Oxford. Sein junges Team
Seite 381
BUCHVORSTELLUNGEN
erforscht komplexe Systeme, darunter das Klima und diverse
Ökosysteme sowie den Einfluss, den wir Menschen auf die
Erde als Ganzes haben.
Ihm ist mit „Zehn Milliarden“ etwas Einzigartiges gelungen:
Zum ersten Mal zeichnet ein Experte ein zusammenhängendes, aktuelles und für jeden verständliches Bild unserer gegenwärtigen Lage. Kein theoretischer Überbau, kein moralischer Zeigefinger, nur Fakten. Die für jeden verständlichen
Grafiken und schwarz-weiß Abbildungen sind überaus eindrucksvoll.
In die Lage, in der wir uns heute befinden, sind wir durch
eine Reihe von „Ereignissen“ geraten. Insbesondere die
Agrarrevolution, die technische Revolution, die wissenschaftliche Revolution und im Westen die Revolution des Gesundheitswesens haben unserer Zivilisation ihren Stempel aufgedrückt. Diese Ereignisse haben unsere Lebensweise und unseren Planeten grundlegend umgestaltet. Ihr Erbe wird auch
unsere Zukunft gestalten.
Emmott analysiert alle relevanten Faktoren: Bevölkerungswachstum, CO2-Anstieg, Klimawandel, Energiegewinnung,
Ressourcenverbrauch, Artensterben usw. Er kommt bei jedem der Faktoren zum gleichen niederschmetternden Ergebnis.
Aus medizinischer Sicht ist das Grundproblem – die Bevölkerungsexplosion – besonders interessant, weil die Erfolge der
Medizin das natürliche Gleichgewicht zwischen Geburtenrate und Sterberate zugunsten einer überstürzten Bevölkerungsrate verschoben haben (Ernst Hass: „Des Menschen
Thron wankt“, 1955).
Vor 13 000 Jahren, zur Zeit der neolithischen Revolution, lebte etwa eine Million Menschen auf der Erde. Durch die Erfindung der Landwirtschaft und der Domestizierung von Tieren
gelang es, die seit Jahrtausenden bestehenden Kreisläufe
des Hungers zu durchbrechen. Die Folge war, dass die Weltbevölkerung um 1800 bereits auf eine Milliarde angestiegen
war. 1930 war unsere Spezies bereits auf zwei Milliarden angewachsen und nur 30 Jahre später waren wir schon drei Milliarden. Heute – 50 Jahre später – sind wir schon über sieben
Milliarden. Die Optimisten prognostizieren bis zum Ende des
Jahrhunderts 10 Milliarden. Schon diese Vorstellung ist ein
Albtraum. Die Realisten prognostizieren eine andere Zahl,
denn wenn die gegenwärtige Bevölkerungszunahme so anhält wie sie gegenwärtig ist, sind es nicht 10 sondern 28 Milliarden! Es spricht nichts dafür, dass aus religiösen, traditionellen und politischen Gründen unser reproduktives Verhalten in absehbarer Zeit verändert werden könnte.
Nun kann man einwenden, dass Emmotts Prognose nicht neu
ist. Frühere Untergangsszenarien – man denke an Thomas
Matus’s Populationstheorie von 1798 (die Menschheit wächst
schneller als die Menge der Nahrungsmittel), „Untergang des
Abendlandes“ des Philosophen Oswald Spengler von 1918
oder Paul R. Ehrlichs Buch „Die Bevölkerungsbombe“ aus
dem Jahr 1968 – sich letztlich als unzutreffend erwiesen haben, weil es uns dank unseres Erfindungsreichtums noch jedes Mal gelungen ist, Auswege aus den Problemen, die sich
durch das Bevölkerungswachstums ergeben, zu finden. Die
Ausgangslage ist jedoch heute eine andere. Ob es uns ein
weiteres Mal gelingen wird, ist überaus fraglich.
Nur ein Schwachkopf würde leugnen, dass nicht unendlich
viele Menschen auf der Erde leben könnten. Die Frage ist
nur, wo die Grenze liegt. Emmott glaubt, dass wir diese Grenze bereits überschritten haben.
„Um in einer vollkommen veränderten Welt überleben zu
können, müssen wir sofort umdenken. Und dieses Umdenken
beginnt mit Stephen Emmotts unverzichtbarem Buch“, John
Gray in „The Guardian“.
Prof. B. Klausch, Parchim
Das Ärzteblatt Mecklenburg-Vorpommern im Internet:
www.aerzteblatt-mvp.de
Seite 382
ÄRZTEBLATT MECKLENBURG-VORPOMMERN
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Ausstattung an Fachliteratur die Grundlage für ein erfolgreiches Studium ist.
Ohne exzellente Lehre gibt es keine Spitzenmedizin
Ärztliches Handeln verlangt zuverlässiges und aktuelles Wissen. Deshalb ist es wichtig, dass die hohe
Qualität der Ausbildung erhalten bleibt und weiter verbessert werden kann. Schon seit Jahren kann die
Ausstattung der medizinischen Fachbibliotheken mit der überdurchschnittlichen Preisentwicklung wissenschaftlicher Publikationen nicht mehr Schritt halten. Vor allem die für Forschung und Lehre dringend
erforderliche Neuanschaffung von Lehrbüchern und Zeitschriften, aber auch die immer wichtiger werdende Bereitstellung von digitalen Diensten kommt zu kurz. Damit die neuen Lerninhalte in das medizinische
Studium integriert werden können, brauchen wir gut ausgestattete Hochschulbibliotheken. Neben der
staatlichen Grundfinanzierung der Bibliotheken ist daher ergänzende private Förderung ebenso wünschenswert wie notwendig. Exzellenter wissenschaftlicher Nachwuchs ist eine Grundvoraussetzung für
den medizinischen Fortschritt von morgen.
Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer
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Löffler/Petrides, Biochemie und Pathobiochemie
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Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch
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Prometheus, Allgemeine Anatomie und Bewegungssystem
€
74,99
Prometheus, Kopf, Hals und Neuroanatomie
€
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Prometheus, Innere Organe
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Sobotta, Atlas der Anatomie des Menschen (Band 1 oder 2)
€
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AUSGABE 10/2014 24. JAHRGANG
Vorname / Name / Firma:
Straße / Hausnummer:
PLZ / Wohnort:
Telefon:
E-Mail:
Für die großzügige Förderung danken wir:
Seite 383
KULTURECKE
„hinterland“ 2014 – der Lichtblick im November
Kunst, Mode, Handwerk und Design vom 8. bis 9.11.2014 im Kulturhaus Mestlin
So wird es von Jahr zu Jahr schwerer, eine Auswahl zu treffen. Was zählt sind Qualität, Originalität und Unverwechselbarkeit.
So dürfen sich die Besucher schon jetzt auf individuelle
Meisterstücke, originelle Accessoires und eine große Vielfalt
freuen.
Zu den hinterländlern des Vorjahres gesellen sich in diesem Jahr neue Künstler, vor allem in den Bereichen Papier,
Keramik und Schmuck. Für Neuentdeckungen ist also gesorgt.
Angestrahltes Portal des Kulturhauses Mestlin
Vom 8. bis 9. November 2014 verwandelt hinterland zum
3. Mal das einzigartige Kulturhaus in Mestlin in einen besonderen Ort. Zwei Tage geht es um Mode, Handwerk, Design und Kunst – originell, innovativ, modern und geistreich,
vor allem aber handmade.
Für 2014 haben die Initiatorinnen einige Überraschungen auf
Lager. Neben liebgewordenen Bekannten erwarten die Besucher viele neue Gesichter. Los geht’s bereits am Freitag,
dem 7. November um 18:00 Uhr. Dann bietet sich Gelegenheit für erste Erkundungen und Tobias Bertzbach entführt
mit Witz, Charme und grandioser Stimme in die 1920er Jahre.
Der Schauplatz für hinterland, das Kulturhaus Mestlin,
wird getragen vom Verein Denkmal Kultur Mestlin e.V., der
sich um die Erhaltung des Bauwerks kümmert und dieses
seit 2009 durch Ausstellungen, Konzerte und Theaterveranstaltungen belebt.
Dank dieses Engagements ist der Ort seit 2011 anerkannt als
Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung. In der Kooperation mit hinterland sieht der Verein einen wahren Glücksfall.
Schon jetzt laufen die Vorbereitungen für hinterland auf
Hochtouren. Die Liste der Interessenten wird jedes Jahr länger, der Raum im Kulturhaus ist allerdings begrenzt, berichten die beiden Initiatorinnen Ute Dreist und Birgit Hasse.
Seite 384
Am Stand des Ausstellers Ralf Eggert
© Christian Lehsten 2013
Auch in Sachen Kultur hat sich einiges verändert: „Artists in
Focus“ heißt das neue Programm, mit Tobias und Lennard
Bertzbach (Musik), Stefan Albrecht (Kunstinstallationen)
sowie Sabine Zinnecker und Dietmar Staskowiak (Theater)
in den Hauptrollen. Dazu kommen wieder ungewöhnliche
Streifen und mitreißende Stimmen – präsentiert vom Filmclub Güstrow und Jazzatax, dem Chor der Musik- und
Kunstschule Ataraxia aus Schwerin.
Für das leibliche Wohl der Gäste sorgen in diesem Jahr der
Verein Denkmal Kultur Mestlin, das Bistro Verdura und Feinkost Olivero mit regionalen Produkten, frisch zubereiteten
Speisen und außergewöhnlichen kulinarischen Kreationen.
(Nach einer Presseinformation von
Ute Dreist und Birgit Hasse)
ÄRZTEBLATT MECKLENBURG-VORPOMMERN
KULTURECKE
Werke von Käthe Kollwitz reisen aus Schweriner
Sammlung in das Kunstmuseum Ahrenshoop
Käthe Kollwitz (1867-1945) zählt zu den bekanntesten deutschen Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts. Ihre Werke, Lithografien, Radierungen, Kupferstiche, Holzschnitte und Plastiken, sprechen von ihrer politischen und emotionalen Auseinandersetzung mit den Nöten der Menschen.
Das Staatliche Museum Schwerin besitzt eine äußerst qualitätsvolle graphische Kollektion der Künstlerin, u. a. die großen Zyklen Krieg (1922-1923) und Tod (1934-1935).
Zehn Werke, darunter zwei Selbstbildnisse von 1915 und 1921
sowie der sieben Blätter umfassende Holzschnittzyklus Krieg,
werden in der Ausstellung „Kalte Morgenröte. Kunst im
Bann des ersten Weltkrieges“ bis 2. November 2014 im
Kunstmuseum Ahrenshoop e. V. zu sehen sein.
(Nach einer Pressemitteilung des Staatlichen
Museums Schwerin)
Käthe Kollwitz: Die Eltern, 1923, Blatt III der Folge Krieg, Holzschnitt
Foto: Staatliches Museum Schwerin
Ausstellungseröffnung „Nachlässe“
Am 08.10.2014 um 18:00 Uhr eröffnet die Ausstellung
„Nachlässe” von Georg Daeschlein in der Ärztekammer in
Rostock.
Der Aussteller ist Arzt und arbeitet in der Klinik und Poliklinik
für Hautkrankheiten an der Universitätsmedizin Greifswald.
Künstlerische Themen sind Mächte und Menschen und deren
Spuren, die sie nachlassen, weiter vererben. Er verarbeitet
individuelle Geschichte und Geschichten in Holz, Metall und
Beton, Stoff und Stein.
Die meisten Exponate sind Collagen und Fotografien. Das
sind: Montagen gelebter Wirklichkeiten, Relikte ausgeschiedenen Lebens, im Detail verlorene Dinglichkeiten, im Zusammenklang menschliche wie auch unmenschliche Lebensspuren, viele einseitige Bilderbücher wie Fenster mit Rahmen
zum inneren Umblättern.
Die Ausstellung ist bis zum Ende des Jahres zu sehen und
kostet einige Gedanken und etwas Zeit. Interessenten sind
herzlich eingeladen.
AUSGABE 10/2014 24. JAHRGANG
Seite 385
KULTURECKE
Der Ärzteseniorenkreis Rostock, in dem
Kollegialität noch gilt, lädt ein
Der 84-jährige Schauspieler Peter Weck sagte in einem Interview: „Ich habe gelernt, dass sich Abschotten und Nichtstun
auf Dauer zu nichts führt. Man muss sich selbst am Leben
beteiligen, um daran Freude zu haben“.
Das war auch meine Ansicht, als ich 1999 den Ärzteseniorenkreis ins Leben rief. Und es hat sich für die Rostocker Ärztesenioren gelohnt.
Wir sind kein Verein, wir haben keine Satzung, ein jeder ist
eingeladen und wer kommt, muss sich nicht anmelden. Natürlich bin ich an der Meinung der Kollegen interessiert und
habe wiederholt meine E-Mail-Adresse veröffentlicht.
Auch in diesem Jahr fanden interessante Begegnungen statt.
Kern des Rostocker Ärzteseniorenkreises ist die Wandergruppe, die sich immer am letzten Freitag d. M. trifft. Auf diese
Weise habe ich die Schönheit der Mecklenburger Landschaft
kennengelernt. Zu den Wanderungen kommen zwischen 30
und 50 Teilnehmer, Ärztinnen und Ärzte, die vielfach den
Partner mitbringen.
Tradition ist seit einigen Jahren der gemeinsame Besuch in
der Kunstmühle Schwaan mit über 50 Teilnehmern. Diesmal
war der Anlass: „Dachau „Eine bayerische Künstlerkolonie“.
Dachau! Woran denken Sie, zuerst an die schlimmen Gräueltaten der Nazis im Konzentrationslager Dachau. Doch in dem
malerischen Ort nahe München, umgeben von der Weite einer Moorlandschaft, bildete sich etwa um 1850 eine Künstlerkolonie, die von zahlreichen und auch sehr bekannten
Künstlern wie Carl Spitzweg, Max Liebermann, Christian
Morgenstern und vielen anderen aufgesucht wurde.
Die große Zeit der Künstlerkolonien endete mit
dem 1. Weltkrieg. Geblieben ist ein Museum, in
dem vor zwei Jahren die Kunstmühle Schwaan
Landschaftsbilder der Schwaaner Künstlerkolonie ausstellte. Die Ausstellung in Schwaan zeigte
als „Gegenbesuch“ der Dachauer Künstlerkolonie, sehenswerte Bilder, die einen Besuch lohnten.
Der Seniorenkreis hatte noch andere erlebnisreiche Begegnungen, wie die leider nicht ganz
so glücklich verlaufende Frankreichfahrt, und
die schon traditionellen Herbstreisen. Die diesjährige Reise unter dem Motto „Märkische Impressionen“ führte uns nach Havelberg, Stendal,
Tangermünde, Brandenburg und Rathenow.
Im Plan für nächstes Jahr ist ei­ne Spanienrundreise vom 26.05. bis 08.06.2015 zum Preis von
1.455,00 E im Doppelzimmer (EinzelzimmerZuschlag: 440,00 E ), die Buchung kann über
Kofahlreisen Rostock erfolgen. Hin ist ein Flug
nach Barcelona vorgesehen, von dort fährt der
Bus durch Spanien und nach Rostock zurück.
Schon Barcelona mit der berühmten Basilika
Sagrada Familia ist die Reise wert.
Ich hoffe Ihr Interesse geweckt zu haben, reisen Sie mit uns.
Ärztesenioren vor der Kunstmühle Schwaan
Seite 386
Bernhard Scholz
ÄRZTEBLATT MECKLENBURG-VORPOMMERN
KULTURECKE / PERSONALIEN
Veranstaltungshöhepunkte der hmt im Oktober
Opern-Doppelabend mit „Dido and Aeneas“ und
„Gianni Schicchi“
Zwei Meisterwerke –
vereint zu einem
Opern-Doppelabend
–
präsentiert
die
Hochschule für Musik
und Theater Rostock
(hmt): die Barockoper
„Dido and Aeneas“
von Henry Purcell und
die humorvolle Komödie „Gianni Schicchi“ von Giacomo
Puccini.
„Dido and Aeneas“
Opern-Doppelabend Foto: hmt
ist eine der ersten
englischen Barockopern. Sie basiert auf dem Epos „Aeneis“ von Vergil. Puccinis
Oper „Gianni Schicchi“ gehört zum so genannten „Il trittico“,
drei Einaktern im tragischen, lyrischen und heiteren Stil, die
1918 an der Met in New York uraufgeführt wurden. Sie be-
ruht auf einer Episode aus der „Göttlichen Komödie“ von
Dante Alighieri.
Es singen Studierende der Gesangsabteilungen, begleitet
vom Kammerorchester der Hochschule unter der Leitung von
Christian Hammer.
Premiere ist am 16. Oktober 2014 um 19:30 Uhr im Foyer
und Katharinensaal. Weitere Aufführungen folgen am 17.
und 18. Oktober um jeweils 19:30 Uhr und am 19. Oktober
um 18:00 Uhr. Der Eintritt kostet 17,00 € (erm. 9,30 €).
Internationales Pianistenforum im Barocksaal
präsentiert Preisträgerin Aya Matsushita
Die Pianistin Aya Matsushita aus Japan ist Preisträgerin eines
der bedeutendsten internationalen Klavierwettbewerbe.
Vorletztes Jahr gewann sie den „Concours de Genève“, der
seinerzeit von Pianisten wie Michelangeli, Gulda und Pollini
gewonnen wurde.
Am Mittwoch, dem 15. Oktober 2014, tritt sie um 19:30 Uhr
mit virtuosen Werken der Romantik im Rahmen der Reihe
„Internationales Pianistenforum im Barocksaal“ auf.
Der Eintritt kostet 11,50 € (erm. 6,00 €) zzgl. Abendkassenzuschlag.
Nachruf für Frau Dr. Martina Donat
Frau Dr. med. Martina Donat ist am 16. August 2014 für
immer eingeschlafen.
Nach wenigen Tagen zwischen Hoffen und Bangen verstarb
sie nach einem tragischen Unfall.
Am 7. Juni 1956 wurde Martina Donat in Rostock geboren.
Nach 12-jährigem Schulbesuch legte sie 1975 das Abitur an
der Herder-Oberschule in ihrer Heimatstadt Rostock ab. Sie
begann unmittelbar nach dem Abitur im Herbst 1975 mit
dem Medizinstudium an der Universität Rostock.
Nach fünf Studienjahren und dem praktischen Jahr am Universitätsklinikum Rostock erhielt Frau Donat im August 1981
nach erfolgreich bestandenem Staatsexamen und Verteidigung der Diplomarbeit die Approbation als Ärztin und startete als Diplommedizinerin in das Berufsleben.
AUSGABE 10/2014 24. JAHRGANG
Maßgeblich
geprägt und bestimmt
war das Leben von
Frau
Dr.
Donat
durch ihre 33-jährige berufliche Tätigkeit. Ihre berufliche
Laufbahn als Ärztin
begann Frau Dr. Donat im September
1981 mit Eintritt in
das Institut für Mikrobiologie, Virologie und Hygiene
der damaligen Wilhelm-Pieck-Universität Rostock.
Seite 387
PERSONALIEN
Bereits fünf Jahre nach dem Beginn ihrer Facharzt-Weiterbildung schloss sie im Dezember 1986 die Weiterbildung
zum Facharzt erfolgreich ab und erhielt die Facharztanerkennung für das Fachgebiet Medizinische Mikrobiologie.
Nur ein halbes Jahr später konnte sie im Sommer 1987 erfolgreich ihre Doktorarbeit in der Mikrobiologie verteidigen, die sie zur Thematik „Methoden des Nachweises sporenloser Anaerobier“ verfasste.
Beruflich beherrsche Frau Collega Donat ein breites mikrobiologisch-infektiologisches Feld, wobei die Bakteriologie
ihr immer besonders nahe war.
Hier erwarb sie nach ihrer Facharztanerkennung zunehmend weiter fundierte Fachkenntnisse. So wurde ihr bereits
im Jahre 1987 die Leitung der bakteriologisch-kulturellen
Diagnostik angetragen – die breite diagnostische Palette
dieser mikrobiologischen Diagnostik beherrschte sie in den
folgenden Jahrzehnten wie kaum ein anderer und betreute
diesen Bereich oberärztlich seit mehreren Jahren.
2008 übernahm sie auch für die spezifische Labordiagnostik
der Tuberkulose und somit für das S3-Labor die fachliche
Verantwortung als Laborleiterin.
Als sich am Uniklinikum neue Laborstrukturen abzeichneten, die insbesondere der Verbesserung der Labordiagnostik der ambulant betreuten Patienten dienen sollten, brachte sie sich in die 2008 entstandene Laborarztpraxis am Klinikum ein.
Der intensive Kontakt zu den klinischen Kollegen war ihr
immer besonders wichtig. So war für sie die aktive Teilnahme an den Visiten auf verschiedenen Stationen des Universitätsklinikums ein ganz wesentlicher Bestandteil ihrer Tätigkeit – hier konnte sie vor Ort ganz direkt die Beratung
zur mikrobiologisch-infektiologischen Diagnostik leisten
und zum Wohle der Patienten den klinischen Kollegen in
den Therapieentscheidungen für eine optimale Antiinfektivatherapie maßgeblich beratend zur Seite stehen.
Für das Miteinander mit Kollegen traf sie den richtigen Ton
und begegnete allen auf Augenhöhe. Ihre hohe fachliche
Kompetenz, gepaart mit ihrer ruhigen Art, ihre Ehrlichkeit
und Uneigennützigkeit machten sie zu einer allseits geschätzten und anerkannten Kollegin auch über das Institut
und Klinikum hinaus.
Von ihrer fachlichen Kompetenz profitierten im Laufe der
Jahre aber auch viele Studenten und Weiterbildungsassistenten, die sie ein Stück begleitete – ihr fundiertes fachliches Wissen gab sie an alle uneingeschränkt weiter.
Für die Mitarbeiter des Instituts hatte Frau Dr. Donat immer
ein offenes Ohr – für fachliche Fragen, aber gleichermaßen
auch für Lebensfragen, die mindestens genauso wichtig,
aber mitunter schwieriger zu beantworten sind. Das, was
den Einzelnen neben der Arbeit bewegt, war ihr trotz der
Hektik des Alltags immer wichtig.
Frau Oberärztin Dr. Donat hat sich 33 Jahre lang mit dem ihr
eigenen Fleiß, ihrer Uneigennützigkeit, Ehrlichkeit und Kollegialität für die verschiedensten Belange des Institutes mit
aller Kraft eingesetzt. Sie hat sowohl die Entwicklung als
auch das Ansehen des Institutes maßgeblich geprägt.
Der plötzliche Tod von Frau Dr. Donat ist schmerzlich für
ihre Familie, in der sie eine nicht zu füllende Lücke hinterlässt. Viel Nähe und Wärme prägt die Familie durch die immer leise und uneigennützige Art für andere da zu sein –
mit der ihr eigenen Selbstverständlichkeit.
Auch schmerzlich für Freunde und Kollegen, mit denen sie
ein Stück Lebensweg verbindet.
Wir werden ihr ein ehrendes Andenken bewahren.
Unsere Gedanken sind bei ihrer Familie – ihrem Mann, ihren
Kindern und Enkelkindern.
Dr. Sabine Crusius
Die zunehmend wichtige Thematik der Resistenzentwicklung und die damit verbundenen eingeschränkten Therapieoptionen für Infektionen beschäftigten sie sehr intensiv.
Seit 2006 war Frau Dr. Donat Mitglied sowohl der Arzneimittel-, als auch der Antibiotikakommission des Universitätsklinikums und brachte hier ihren hohen Sachverstand
zum Wohle der Patienten und der erfolgreichen Behandlung von Infektionen ein.
So war es folgerichtig, dass sie als erste Kollegin aus dem
Institut in den Jahren 2012 bis 2014 die Antibiotic Steward
Ship (ABS)-Qualifikation erwarb, die sie erfolgreich im Frühjahr 2014 beenden konnte.
Seite 388
ÄRZTEBLATT MECKLENBURG-VORPOMMERN
PERSONALIEN
Wir beglückwünschen
Veröffentlicht werden nur die Namen der Jubilare,
die mit der Publikation einverstanden sind.
70. Geburtstag im Oktober 2014
Dr. med. Annerose Schimanke
11.10.1944 Rostock
50. Geburtstag im November 2014
Dr. med. Carl Jäger
Dr. med. Michael Kirsch
Andreas Gramse
Dr. med. Jens Schulze
04.11.1964
13.11.1964
23.11.1964
24.11.1964
Ribnitz-Damgarten / Rostock
Schwerin / Dümmer
Neubrandenburg / Möllenbeck
Tessin / Rostock
60. Geburtstag im November 2014
Dr. med. Reinhard Bruhn
Dipl.-Med. Gudrun Schult
Dipl.-Med. Elruth Gehrmann
Dipl.-Med. Heinzjörg Geißler
Dipl.-Med. Petra Zloch
Klaus Rossetto
01.11.1954
07.11.1954
15.11.1954
19.11.1954
19.11.1954
20.11.1954
Bad Sülze / Rostock
Mestlin
Waren (Müritz)
Rostock
Rostock / Sievershagen
Neubrandenburg
65. Geburtstag im November 2014
Dipl.-Med. Brigitte Zirzow
03.11.1949
Dr. med. habil. Hans Michael Dittrich 08.11.1949
Dr. med. habil. Manfred Lehmann
10.11.1949
Dipl.-Med. Christa Kolberg-Saeger 11.11.1949
Dipl.-Med. Gabriele Schiemann-Miede15.11.1949
Dr. med. Matthias Schwenke
28.11.1949
Ueckermünde / Mönkebude
Anklam
Rostock
Luckow / Ueckermünde
Neubrandenburg
Ückeritz / Diedrichshagen
70. Geburtstag im November 2014
Dr. med. Gerd-Winfried Ratzmann
Dipl.-Med. Wolfgang Reichert
Dr. med. Gertrud Ringel
Dr. med. Gisela Kracht
Dipl.-Med. Hertha Föste
Dr. med. Heribert Hartleib
MR Dr. med. Hainz Franke
02.11.1944
03.11.1944
10.11.1944
22.11.1944
24.11.1944
27.11.1944
29.11.1944
Neuenkirchen
Torgelow
Waren (Müritz)
Schwaberow
Greifswald
Rostock
Bergen auf Rügen
75. Geburtstag im November 2014
Dr. med. Siegfried Weigert
MR Dr. med. Christine Schacht
MR Dr. med. Johanna Hillig
Priv.-Doz. Dr. med. habil.
Ingrid Weinke
Prof. Dr. sc. med. Wolfgang Dutz
Dr. med. Dietmar Zemke
05.11.1939 Stralsund
11.11.1939 Barth
18.11.1939 Glashagen
20.11.1939 Potthagen
27.11.1939 Ahrenshoop
27.11.1939 Güstrow
80. Geburtstag im November 2014
OMR Prof. Dr. med. habil. Adolf Grisk
MR Dr. med. Jürgen Bodenstein
Dr. med. Charlotte Haase
SR Inge Kesselring
Dr. med. Udo Schrodt
Dr. med. Alfred Schubert
Albert Schwießelmann
Dr. med. Wolfgang Bodendorf
AUSGABE 10/2014 24. JAHRGANG
03.11.1934
07.11.1934
08.11.1934
08.11.1934
09.11.1934
10.11.1934
19.11.1934
30.11.1934
Greifswald
Schwerin
Zierow
Rostock
Barnekow
Neustrelitz
Franzburg
Rostock
Impressum
HERAUSGEBER
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(Chefredakteur)
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