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Erbrecht im Alltag – was ist Sache? - Studer - Anwälte und Notare

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Dr. Benno Studer,
Fürsprecher und Notar
Erbrecht im Alltag – was ist Sache?
Mein in Möhlin wohnhaft gewesener Vater ist
verstorben. Er hinterlässt ein Barvermögen von Fr.
300'000.--. Im Rahmen der Feststellung des
Nachlasses wird überdies bekannt, dass Vorsorgeund Versicherungsleistungen zur Auszahlung gelangen. Es sind dies eine gebundene Vorsorge-Police (Säule 3a), eine Todesfallrisikopolice (Säule
3b) und eine Vorsorge-Police (Säule 2). Wie muss
ich diese Leistungen versteuern, wenn ich zwei Geschwister habe und davon auszugehen ist, dass
ich (unverheiratet, römisch-katholisch) in Laufenburg wohne?
Am Barnachlass von Fr. 300'000.-- ist der Fragesteller neben den beiden anderen Geschwistern zu einem Drittel, d.h. zu Fr. 100'000.-- beteiligt. Da im Kanton Aargau Vermögensanfälle an Nachkommen steuerfrei sind, entfällt die
Erbschaftssteuer (wäre der Fragesteller kein
Nachkomme des Erblassers können Erbschaftssteuern zwischen Fr. 4'000.-- bis 12'000.-- anfallen). Die direkte Bundessteuer kennt keine
Erbschaftssteuer.
Erheblich komplizierter wird die Klärung der
Besteuerungsfrage betreffend die Vorsorgeund Versicherungsleistungen. Zum besseren
Verständnis soll das sogenannte Dreisäulenkonzept kurz vereinfacht dargestellt werden:
Die erste Säule soll den Existenzbedarf einer Person sicherstellen. Sie wird über die obligatori-
sche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung, zusammen mit allfälligen Ergänzungsleistungen, gedeckt. Der Fortsetzung der
gewohnten Lebenshaltung in angemessener
Weise dient die zweite Säule über die berufliche
Vorsorge. Die dritte Säule letztlich bildet die
Selbstvorsorge, mit der die kollektiven Massnahmen der anderen beiden Säulen entsprechend den persönlichen Bedürfnissen ergänzt
werden. Sie umfasst die gebundene, steuerlich
privilegierte Selbstvorsorge (Säule 3a) und die
individuelle, nicht gebundene Selbstvorsorge
(Säule 3b).
Das Bundesgericht hat in einem Entscheid
aus dem Jahre 2004 erkannt, dass Leistungen
aus der beruflichen Vorsorge (2. Säule) mit der
Einkommenssteuer im Wohnsitzkanton der
empfangenden Person zu erfassen sind.
Grundsätzlich gehören Leistungen der beruflichen Vorsorge bzw. Freizügigkeitsleistungen zivilrechtlich nicht in den Nachlass (Erbmasse).
Wird eine Person durch eine Lebensversicherung auf den Tod des Erblassers hin begünstigt,
so erwirbt die begünstigte Person mit dem Tod
des Erblassers ein eigenes Forderungsrecht gegen den Versicherer. Das Gleiche gilt für die hier
ausgerichteten Leistungen aus den Säulen 3a
und 3b. Entscheidend ist das Vorliegen einer Begünstigung. Vorliegend wurde die Begünsti-
gung bejaht, womit dem Fragesteller ein Drittel der Leistungen zusteht.
Wenn davon ausgegangen wird, dass die
ausgerichteten Leistungen der Säulen 2, 3a und
3b an die begünstigten Erben insgesamt Fr.
360'000.-- ausmachen, so steht dem Fragesteller ein Drittel, d.h. Fr. 120'000.-- zu. Diese Summe ist getrennt vom übrigen Einkommen mit
einer Jahressteuer zu 40 % des hier anwendbaren Unverheirateten-Tarifs (Tarif A) zu erfassen.
Konkret bedeutet dies, dass in Laufenburg Kantons- und Gemeindesteuern (Jahressteuer) von
Fr. 10'419.10 und direkte Bundessteuer (Vorsorgetarif) von Fr. 1207.75 anfallen (Berechnung für das Steuerjahr 2006 gemäss Homepage-Steuerberechnung des Kantonalen Steueramts unter www.steuern.ag.ch).
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass
nicht jeder Vermögensanfall an die Adressen
der Erben, der mit einem Todesfall im Zusammenhang steht, unter die Erbschaftssteuer fällt.
Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass die
Besteuerung von Versicherungsleistungen generell einer Würdigung im Einzelfall bedarf.
Mit dieser Antwort stellt sich Daniel Aeschbach, zuständig für steuerrechtliche Problemstellungen bei STUDER Anwälte und Notare,
vor.
www.studer-law.com
Dr. iur. Benno Studer
André Mathis
Betr. Oek. HWV und
lic. iur. Lorenz
Strebel
lic.iur. Daniel Aeschbach
• sind ein im Fricktal verwurzeltes Anwalts- und Notariatsbüro
• Neben unseren bisherigen Schwerpunkten Notariat, allgemeines und bäuerliches Erbrecht, Boden-, Pacht- und Erschliessungsrecht verstärken wir unsere Kompetenz mit Daniel Aeschbach,
Rechtsanwalt,
in
den
Gebieten des Steuerrechtes, der Nachfolgeregelungen und der Rechtsberatung KMU.
Neueröffnung in Möhlin
(1. Juli)
eines Anwalts- und Notariatsbüros, an der Bahnhofstrasse 77 (Neubau
melinea)
• publizieren zu diesem Anlass im Rahmen der Schriftenreihe für die Praxis «Die 100 häufigsten
Fragen zum bäuerlichen Bodenrecht».
Büro Möhlin
Bahnhofstrasse 77
4313 Möhlin
Tel. 061 855 70 70
Fax 061 855 70 77
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5080 Laufenburg
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5070 Frick
Tel. 062 871 34
33
Fax 062 869 40 60
Tel. 062 869 40 69
Fax 062 869 40 60
22
Anwälte:
Eingetragen im Anwaltsregister
des Kantons Aargau
Notare:
Mitglieder des Aargauischen
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Bildung
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