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25 Jahre nach Tschernobyl Was bedeutete und bedeutet dieser

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25 Jahre nach Tschernobyl
Am 26. April 2011 jährt sich zum 25. Mal die atomare Reaktorkatastrophe von Tschernobyl,
damals UdSSR, heute Ukraine.
Nahe des Städtchens Pripjat in der Nord-West-Ukraine wurden 4 Atomreaktoren betrieben,
vom Typ RBMK-1000, graphitmoderierte, wassergekühlte Siedewasser- und
Druckröhrenreaktoren.
Die RBMK Reaktoren waren die Standard-Atomreaktoren in der UdSSR: wirtschaftlich,
flexibel und entsprachen hohem sowjetischem Sicherheitsstandard.
Am 25. April 1986 wurden in der Nacht zum 26. April Versuche am Block 4 durchgeführt,
zum Test des Sicherheitssystems bei geringer Leistung.
Im Verlauf der Versuche kam es zu unkontrollierbaren Kernreaktionen, die letztlich zu einem
höllischen Brand des Kernreaktors führten. Eine über 100-fache Menge der Radioaktivität
der Hiroshima-Atombombe wurde freigesetzt und durch Ostwinde über Weißrussland bis
nach Schweden und Bayern verteilt.
150.000 Quadratkilometer Land in der Ukraine, Weißrussland und Russland wurden
radioaktiv kontaminiert (das entspricht knapp der Hälfte der Fläche von Deutschland).
5.000 – 100.000 Menschen starben in Folge des Reaktorunfalls, sei es direkt an den Folgen
der Verstrahlung, sei es wegen Verzweiflung durch Selbstmord.
Was bedeutete und bedeutet dieser Atom-GAU für Bayern?
Über Monate durften in 1986 in Bayern keine Produkte aus eigenen Gärten und
Landwirtschaftsprodukte geerntet und verzehrt werden – Kinder sollten nicht mehr im Freien
spielen.
Noch in 2010 zahlte der Freistaat Bayern über 400.000 € Entschädigung an Jäger, wegen
verstrahlter Wildsauen.
Im Auftrag der Bundestagsfraktion von Bündnis 90 / Die Grünen fertigte
Wolfgang Renneberg, www.atomsicherheit.de, Spezialist für Reaktorsicherheit, kürzlich eine
Studie zur „Sicherheit“ alter Atomkraftwerke an. „Legt man eine durchschnittliche
Kernschmelzhäufigkeit pro Anlage und Jahr von etwa 1 zu 100.000 zu Grunde, so ergibt sich
in einem Zeitraum von 60 Jahren eine Wahrscheinlichkeit in der Größenordnung von 1
Prozent, dass in dieser Zeit in den deutschen Kernkraftwerken ein Kernschmelzereignis
auftritt“.
Gefahr ist das Produkt aus Eintritts-Wahrscheinlichkeit und auftretendem Schaden. Die
Gefahr, die von den Deutschen Atomkraftwerken auf die Bevölkerung ausgeht, ist daher
immens hoch! Denn der Schaden eines großen Atomunfalls wäre gigantisch: Halb Bayern
würde unbewohnbar, über 4.000 Milliarden € Schäden, Zehntausende von Toten.
Daher: Atomkraftwerke in Bayern sofort ABSCHALTEN
Für Rückfragen: Bund Naturschutz in Bayern e.V., Landesfachgeschäftsstelle Nürnberg
Richard Mergner, Landesbeauftragter
Dr. Herbert Barthel, Referent für Energie und Klimaschutz, Tel. 0911/81878-17, herbert.barthel@bund-naturschutz.de
März 2011
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Gesundheitswesen
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