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Druckereien: Was tun, wenn's stinkt? Wenn es in einem

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16 | tag für tag 03 / 07 | Gesundheit und Sicherheit
Druckereien: Was tun, wenn’s stinkt? Wenn es in einem
Mögliche Ursache
von Geruchsbelästigung: Schimmelpilze auf einem
Nährmedium nach
einer Luftkeimmessung in einem
Lüftungskanal.
Foto: www.enius.de
Betrieb, beispielsweise einer Druckerei, anfängt, unangenehm
zu riechen, beginnt meist eine aufwändige Suche nach der Quelle
der Geruchsbelästigung. In einem konkreten Fall entpuppte sich
die Luftbefeuchtung mittels Düsenzerstäubung direkt im Raum
als Übeltäter. Es stellte sich heraus, dass die Anlage nur alle
paar Tage eingeschaltet wurde und die Wartung vernachlässigt
worden war. So konnten sich übel riechende Keime stark
vermehren. Unangenehme Gerüche können aber auch andere
Ursachen haben.
Ursachen und Abhilfe Außer einer Luftbefeuchtungsanlage kommen unter anderem auch noch Schimmelpilzbildung an Wänden und Decken, undichte Heizungsrohre oder Abflüsse als Ursache unangenehmer Gerüche
in Frage.
Aber auch die Maschinen und die verarbeiteten Materialien sollten gegebenenfalls als Verursacher in Betracht
gezogen werden. In der nachfolgenden Tabelle sind eine
Reihe möglicher Ursachen für eine Geruchsbelästigung
und die jeweiligen Maßnahmen für deren Abhilfe zusammengestellt.
Gesundheit und Sicherheit | tag für tag 03 / 07 | 17
Mögliche Ursache
Abhilfe
Düsen-Luftbefeuchtungsanlage
Luftbefeuchtungsanlage
Anlage vom Hersteller/Installateur auf einwandfreie Funktion und hygienischen Zustand überprüfen lassen.
Installation
Wasserleitungen nicht in der Nähe von Wärmequellen (Heizung, Maschinen, Sonnenstrahlung) verlegen. Die Erwärmung fördert Bakterien- und Algenwachstum. Anlagenaufbau auf Bereiche mit stehenden Wässern kontrollieren.
Stehendes Wasser fördert das Keimwachstum und muss daher beseitigt werden. Düsen mit ausreichendem Abstand
zu Wänden, Maschinen oder Einbauten montieren, da sonst die Gefahr der Schimmelbildung besteht.
Wasseraufbereitung
Die Befeuchterwasserqualität ist von der Güte des eingespeisten Wassers abhängig. Daher z. B. Umkehrosmoseund Entkeimungsanlage auf Funktionsfähigkeit überprüfen.
Steuerung / Abschaltung
Auch im Sommer sollte die Anlage in regelmäßigen Intervallen für kurze Zeit eingeschaltet werden, damit das
Wasser in den Leitungen erneuert wird und nicht verkeimt.
Ablauf / Rückverkeimung
Die Verbindungsleitung zwischen Wasserablauf und Kanal muss mindestens 25 cm lang sein, damit keine
Keime aufsteigen können.
Hygienekontrollen wurden
vernachlässigt
Anlage alle zwei Wochen kontrollieren und ggf. reinigen, Reinigungsergebnis mit Schnelltest überprüfen und
dokumentieren (Wartungsnachweis).
Räumlichkeiten / Installationen
Gebäude
Wände, Decken und Isolierungen auf Schimmelbefall prüfen. Wasserschäden reparieren, feuchte Stellen sanieren.
Heizung
Warmwasserheizkörper und deren Leitungen auf Undichtigkeiten hin untersuchen.
Abflüsse / Sanitär
Wasserabläufe und evtl. »trockene« Siphons z. B. bei nicht mehr benutzten Waschbecken kontrollieren, evtl.
verschließen oder regelmäßig befüllen. Sanitäranlagen und Abflussrohre auf undichte Stellen hin kontrollieren.
Maschinen
Drucktechnik
Feuchtwasserbehälter auf Verkeimung überprüfen und ggf. Entkeimung vornehmen.
Werkstatt
Kühlschmierstoffe neigen auch zur Verkeimung, daher prüfen oder austauschen.
Material
Reinigungsmittel
Manche Industriereiniger auf Mineralölbasis haben einen eigenartigen Eigengeruch, der aber in der Regel
nicht schädlich ist. Bei Bedarf austauschen.
Papier / Pappe
Altpapier oder feuchter Karton können aufgrund der Inhaltsstoffe unangenehm riechen oder gar schimmeln.
Für geeignete Lagerung außerhalb der Arbeitsräume sorgen.
Farben / Lacke
Manche Inhaltsstoffe können beim Verarbeiten ausdünsten. Beim Hersteller erkundigen und ggf. an der
Entstehungsstelle absaugen.
Maßnahmen für den hygienischen Betrieb einer
Luftbefeuchtungsanlage
Benennen Sie einen Wartungsbeauftragten und lassen
Sie ihn nach der VDI-Richtlinie 6022 (Hygieneanforderungen an Raumlufttechnische Anlagen) schulen.
Fordern Sie von den Herstellern ausführliche Bedienungsanleitungen und regelmäßigen Service. Zumindest alle zwei Jahre müssen Hygieneinspektionen
von VDI-geschulten Technikern durchgeführt werden.
Erstellen Sie einen Wartungsplan, dokumentieren
Sie die Reinigung und Wartung der Anlagen in einem
Wartungsnachweis. Im Bereich Druck und Papierverarbeitung muss bei erhöhtem Staubanfall einmal
pro Woche, spätestens aber alle 14 Tage kontrolliert
und ggf. gereinigt werden.
Überprüfen Sie den Keimgehalt des Befeuchterwassers mithilfe von Schnelltests (Dip-Slides).
Unterstützung durch die BG Den Wartungsnachweis erhalten Sie unter der Best.-Nr. 20 kostenlos bei der
Berufsgenossenschaft Druck und Papierverarbeitung
(BG). Umfassendere Informationen zur Luftbefeuchtung
finden Sie in dem Ordner »Informationen zur Luftbefeuchtung«, den Sie gegen eine Schutzgebühr von 30 Euro
bestellen können. Telefon 0611-131·326, Fax: 0611-131·319,
E-Mail: chemie@bgdp.de. Die BG bietet Hygieneschulungen nach der VDI 6022 Kat. B an, Informationen dazu
unter aw@bgdp.de. [ Gw ]
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