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Handout Muckibude I: Kooperationen erfolgreich schmieden – Was

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Tim Krüger
Training | Beratung | Coaching
Tel. 0176/23555317
tim.krueger@bestpractice-online.de
Handout
Muckibude I: Kooperationen erfolgreich schmieden – Was muss ich beachten?
Tim Krüger, Anschwung-Prozessbegleiter
Münster, 23.06.2014
1) Zum Hintergrund: WARUM Kooperationen?


Ausgangssituation: Komplexe soziale Problemlagen und gewandelte Bedürfnisse von
Familien erfordern eine ganzheitliche Perspektive: Dies macht die Abstimmung und
Verzahnung von Angeboten verschiedener Akteure notwendig.
Herausforderung: Vernetzung hat momentan Hochkonjunktur – dabei sind erfolgreiche
Kooperationen nicht selbstverständlich, sondern brauchen ein professionelles und
systematisches Vorgehen.
2) Erfolgsmerkmale: WAS zeichnet erfolgreiche Kooperationen aus?
Für gelingende Kooperationen gibt es keine Patentrezepte.
Es gibt jedoch Erfolgsmerkmale, die sich bei guten Kooperationen finden lassen:

ZIEL: Kooperationen dienen nicht dem Selbstzweck: Am Anfang steht daher eine klare
Vorstellung des Ziels und der Selbstklärung der Frage: Warum kooperiere ich eigentlich?
Denn Kooperation ist nicht gleich Kooperation – sie kann verschiedene Ziele erfüllen (z.B.
Informationsaustausch, Umsetzung von gemeinsamen Projekten, langfristige Erbringung
gemeinsamer Dienstleistungen, Vernetzung von Schnittstellen i.S.v. Lotsensystemen,
Interessenvertretung, etc.).

NUTZEN: Was ist die „Belohnung“, also der Anreiz für die Partner? Die Motivation der
Kooperationspartner basiert zunächst auf dem WIN-WIN-Prinzip (Bündelung von
Ressourcen, Schaffung von Synergien, Erweiterung der Dienstleistungen).

ARBEITSTEILUNG: Klärung der Aufgaben und Verantwortlichkeiten schafft Transparenz
über die Umsetzung gemeinsamer Vorhaben im Prozess.

SACHLICHE / SOZIALE KOORDINATION: Schaffung klarer und verlässlicher Strukturen zur
Zusammenarbeit (Regeln, Kooperationsvereinbarungen, Kommunikationsabläufe) sowie
Klärung des „zwischenmenschlichen“ Umgangs (Moderation von Gruppenprozessen und
verschiedenen Erwartungen, Etablierung einer Feedback- und Konfliktkultur).
3) Erste Schritte für die Praxis: WIE setze ich eine gute Kooperation um?
I. Vorbereitung: Stelle Dir zunächst folgende Fragen
Thema:
 Was gibt es, das ich alleine gar nicht, schlechter oder wesentlich aufwendiger schaffe?
Vorauswahl potentieller Partner:
 Mit wem bin ich formal verpflichtet zusammenzuarbeiten, damit mein Erfolg nicht
gefährdet ist?
 Mit wem „stimmt die Chemie“ – zu wem habe ich einen guten Draht, der mein Ziel und
Interessen teilen könnte?
II. Systematische Projektplanung
Die Planung und Umsetzung der Kooperation erfolgt entlang eines typischen Projektzyklus:
VISION: Wofür setzen wir uns ein?
 Die Identifikation der Partner mit einem gemeinsamen Zweck schafft eine grundlegende
Identifikation und dient als Basis für die Kooperation: Eine Auftaktveranstaltung kann Zur
Findung der Vision genutzt werden, die als Ergebnis verschriftlicht wird.
IST-Analyse: Wie ist die Ausgangssituation?
 Die Bestandsaufnahme dient der Analyse der Ist-Situation vor Ort. Hier geht es um die
Sichtung der vorhandenen Angebote und Akteure (z.B. mittels Sozialraumdaten und
Stakeholder-Analyse). Auch werden die Bedarfe und die Perspektive der Zielgruppen
untersucht. Daraus lassen sich erste „Ankerstandorte“ auswählen, d.h. Institutionen mit
besonderer „Strahlkraft“ von denen aus das Netzwerk aufgebaut wird.
ZIELE formulieren:
 Ziele liefern den Rahmen für die Umsetzung einzelner Vorhaben in konkrete Maßnahmen.
Durch den Zukunftsbezug von Zielen wirken diese strukturierend und vor allem
motivierend. Es ist wichtig, Ziele angemessenen zu formulieren (z.B. mit dem SMARTModell), damit die Umsetzung des Vorhabens auch realistisch ist.
MAßNAHMEN planen:
 Für die Planung von Aktivtäten und Schritten zur Umsetzung der Ziele in die Praxis ist
Ideenreichtum und Kreativität gefragt. Entdecke dabei die Möglichkeiten und verzichte auf
die „Schere im Kopf“. Anschließend werden Arbeitspakete, Verantwortlichkeiten und der
Zeithorizont abgestimmt, um eine transparente und koordinierte Umsetzung zu
gewährleisten.
EVALUATION:
 Die Reflexion und Dokumentation des Prozesses ist wichtig, um die Zielerreichung zu
überprüfen und ggf. nachzusteuern. So lässt sich nicht nur die getane Arbeit würdigen,
sondern ebenso neue Entwicklungen gezielt aufgreifen.
4) Fazit: Tipps für gute Kooperationen

Entdecke die Möglichkeiten! Suche nach Gleichgesinnten, Projekten im Umfeld und
Beispielen guter Praxis. Der Blick über den Tellerrand liefert Inspiration und weckt neue
Ideen.

Erwidere sowohl Kooperation als auch Konkurrenz! Schaffe eine Balance auf der
Beziehungsebene mit den Partnern durch klare Positionierung – zeige Deine Grenzen und
gebe zurück, was Du bekommst.

Sorge für Transparenz! Kläre frühzeitig die Erwartungen und Rollen. Sorge für einen
guten Informationsfluss und thematisiere Konflikte.

Wirke mit gegenseitiger Wertschätzung! Betrachte die Zusammenarbeit nicht als
selbstverständlich und würdige den Einsatz der Partner, indem Du empathisch auf diese
eingehst und für gutes Klima sorgst.

Erweitere geduldig den Schatten der Zukunft! Kooperationen brauchen einen langen
Atem: Gehe Schritt für Schritt und sorge für eine sorgfältige und systematische Planung –
ganz nach dem Prinzip „Small is beautiful“.

Tue Gutes und rede darüber! Nutze die Möglichkeiten der Öffentlichkeitsarbeit – so
erzeugst Du Aufmerksamkeit, bekommst Unterstützung (z.B. durch Sponsoren und
Schirmherrschaft), Akzeptanz und kannst Dich mit weiteren Netzwerken
zusammenschließen.
Literaturempfehlung:
Institut für innovative Bildung GbR (Hg.) (2010): Kooperationen professionell gestalten. Ein
Handbuch mit Praxisteil zum Thema beruflicher Wiedereinstieg in Familienzentren. Netzwerk W
Rhein-Erft-Kreis. Online verfügbar unter: http://www.institutfuerinnovativebildung.de/
index.php?option=com_content&task=view&id=75&Itemid=41
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Bildung
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