close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Das Magazin des Wiener Burgtheaters „Du weißt eigentlich gar nicht

EinbettenHerunterladen
Das Magazin des Wiener Burgtheaters
Dezember/Jänner 2002/03
Nr.17
vor s p i e l
„Du weißt eigentlich gar nicht,
was los war und schon ist es aus.“
„Glaube Liebe Hoffnung“ von Ödön von Horváth
in Kooperation mit
Sylvie Rohrer
vor f a h r t
Über das Abfahren
und das Ankommen
von Bernhard Studlar
A
Abfahrt
Es ist der Tag so vieler letzter Male.
Noch eine Schrippe bei Kamps, um die Ecke
zum Zeitungskiosk – Tagesspiegel, dann weiter durch den Kiez, noch mal einen Blick ins
Stammcafé werfen. Keine Zeit, dich hinzusetzen. Kaffee im Stehen, und weiter quer über
den Alexanderplatz, wo immer der Wind
geht, und schon ist es Mittag.
Konto auflösen, Freunde treffen, Kaffee trinken (schon wieder), auf Kreuzberg verzichten,
ist einfach zu weit, vergeht zuviel Zeit. Lieber
in aller Ruhe noch mal durch die Kastanienallee spazieren. Durchatmen. Und schon ist es
Abend. Der Donau-Spree-Kurier rückt die
Anzeigentafel hoch, dann rollt er los, und am
Zoo hast du schon die Jalousien runtergezogen. Liegst in deinem Abteil und weißt:
Zwischen dem Berliner Ostbahnhof und dem
Wiener Westbahnhof liegen ziemlich genau
12 Stunden. Eine Nacht. Dann nickst du ein,
beginnst zu träumen.
In meinem Fall liegen zwischen Wien und
Berlin nicht 12 Stunden, sondern 5 Jahre.
Und binnen dieser einen Nacht ist plötzlich
alles zu Ende. Schluss, aus, vorbei.
Es hat an diesem letzten Tag in Berlin geregnet. Und irgendjemand sagte zu mir „Da fällt
dir der Abschied wenigstens leichter.“ Irrtum.
Z
Zwischenhalt
Dein Zug wird langsamer, du wachst auf,
draußen regnet es immer noch. Er bremst,
und voilà, du stehst auf dem größten Bahnhof Europas.
Das hast du mal gehört. Oder zumindest ist
es der größte Kopfbahnhof, aber egal, du
steigst da aus und denkst: „Mhm, ja, sehr
imposant, wirklich groß, also ja.“ Stehst auf
irgendeinem Bahnsteig, Nummer zehn, und
hörst die Durchsagen, die dich gar nicht
interessieren, weil du schon weißt, wo du
hin willst. Aber davon weiß die Frau, die
jetzt eben durchsagt, dass in zehn Minuten
ein Zug nach so und so geht, und zwar
über da und da, aus Gleis vierzehn, wie sie
sagt, davon weiß sie nichts. Sie weiß nicht,
dass du in diesem Zug weiterfahren wirst
und hier jetzt nur dreißig Minuten Aufenthalt
hast. Und noch vor ein paar Stunden hättest auch du nie gedacht, dass es so
kommt. Dass du hier stehst und Bauchschmerzen hast. Nicht schlimm, aber spürbar. So ganz gewöhnliche Bauchschmerzen
eben. Und das erstaunt dich. Mehr als dieser Aufenthalt in dem größten was auch
immer Bahnhof Europas erstaunen dich
deine Bauchschmerzen. Woher kommen
die? Nicht von dem Bier, das du gerade
A
trinkst. Das ist klar. Das ist zum Einschlafen
da. Vielleicht, weil du zu wenig gegessen
hast den ganzen Tag über? – Das könnte
gut sein. Ist auch so, ja, und du weißt sehr
genau, warum du heute zu wenig gegessen
hast. Und gestern. Und davor. Und da
irgendwo zwischen den versäumten Mahlzeiten liegt auch der Anfangspunkt dieser
Reise, von der du nicht dachtest, dass du
sie machen würdest. Jetzt. Zurück.
Nein, vorher musstest du noch Umwege
machen. Dahin fahren und wieder zurück.
Und weiter. Und wieder zurück. Und alles mit
dem Zug und Bahncard, und selten ein Fensterplatz.
Außer jetzt plötzlich, wo du auf einmal
tatsächlich zurückfährst. Der Mond scheint
halb in dein Abteil, das du für dich alleine
hast. Du schaust von draußen auf deinen
Koffer und die kleine Reisetasche, alles
malerisch verteilt, damit es belegt aussieht,
nimmst einen Schluck von dem Bier und es
sind immer noch mehr als fünfzehn Minuten,
bis der Zug weiterfahren wird.
„Fahren Sie auch nach Wien?“, hörst du
eine Männerstimme fragen, wie du so auf
dem Bahnsteig zehn von einem Bein auf
das andere steigst mit deinem Bier, das da
so preiswert im Kiosk herumstand, und
eigentlich müsstest du ja sagen. Aber stattdessen sagst du „Ich fahre nach Hause“.
Sagst es mehr zu deiner Bierflasche als zu
dem Mann, der immer noch neben dir steht.
„Ich fahre nach Hause.“ Dass er dir eine
Zigarette anbietet, merkst du nicht mal.
„Nach Hause“, denkst du, und vor deinen
Augen taucht das Bild deiner Frau auf. Sie
lächelt dich an, und du umarmst sie – lange
– drückst sie an dich. Dann gehst du immer
noch im Mantel in das Zimmer, in dem dein
Kind schläft, setzt dich an sein Bett, und da
erst wird... da erst werden deine Bauchschmerzen verschwunden sein.
So wird es sein, du siehst es genau vor dir in
kitschiger Zeitlupe. Darum lächelst du jetzt
diesen fremden Mann an, nimmst eine von
seinen polnischen Marlboros und sagst „Danke. Feuer habe ich selber. Guten Appetit.“
Eine McDonalds-Tüte unter dem Arm siehst
du ihn im Liegewagen verschwinden.
Dann stehst du wieder allein auf dem Bahnsteig zehn, hast Bauchschmerzen, diese
Zigarette lang noch stärker als zuvor, weil
diese Gedanken durch deinen Kopf rollen,
zusammen mit dem Rauch. Aus Gleis vier
fährt schon wieder ein Zug ab, und du
schlenderst durch den Hamburgergeruch zu
den Mülleimern, wirfst die leere Bierflasche
ein, schlenderst noch einmal den Zug entlang
und steigst schließlich ein.
Durch das Abteilfenster zieht es kalt herein, und
als nach einer Ewigkeit der Zug wieder anrollt,
fährt er in die entgegengesetzte Richtung.
Ankunft
So.
Und jetzt? –
Ist alles ein einziges Durcheinander.
Eine seltsame Melange.
Mein Körper steht auf der Mariahilferstraße,
aber der Kopf hängt immer noch in der
Kastanienallee.
Kamps heißt auf einmal wieder Anker, und
der Wiener Feinbäcker einfach der Mann. Ich
sitze in einem Kaffeehaus, freue mich, dass
der Ober versteht, was ich bestelle, aber das
Vertraute ist auf seltsame Weise fremd. Besser befremdend.
Eine seltsame Melange. Tschüß denken und
Seavas sagen. Noch dazu herrscht Wahlkampf. Und die Plakate verstellen mir den
Blick auf das Wesentliche. Zum Glück befindet sich meine neue Wohnung im 6. Stock.
Vom Fenster meines Arbeitszimmers aus
konnte ich früher den Mauerstreifen sehen.
Und jetzt blicke ich auf den Stephansdom.
Berlin, versteckt in meinen Umzugskartons,
kommt stückweise wieder zu Tage. Und
während sich so die beiden Welten in einander schieben, höre ich im Radio gleich nach
den Weltnachrichten eine Meldung, dass die
Wiener ihre Toten besuchen, und man deshalb auf den Zufahrtstraßen zu allen Friedhöfen mit Verzögerungen rechnen muss. Und in
diesem Augenblick ist auch mein Kopf wieder in Wien angekommen. Bin ich wieder
„daham“, und unweigerlich muss ich an mein
Lieblingsgedicht von Ernst Jandl denken:
je müder ich bin
umso lieber
bin ich in Wien.
Bernhard Studlar geb. am 27. November 1972 in
Wien; 1991-96 Studium in Wien (Theaterwissenschaft, Philosophie, Germanistik, Publizistik). 199598 Dramaturg und Regieassistent am Theater der
Jugend. 1998-2002 Studium an der Hochschule
der Künste, Berlin: „Szenisches Schreiben“. Seit
November 2002 lebt Studlar wieder in Wien. Zur
Zeit schreibt er an einem Stück für die Schaubühne
Berlin und gemeinsam mit Andreas Sauter an einer
Auftragsarbeit für das Staatstheater Stuttgart.
Studlar ist zusammen mit Andreas Sauter Autor
des Stückes „A. ist eine andere“, (Kleist-Förderpreis
für junge Dramatiker 2000). Für „All about Mary
Long“ erhielt das Autorenteam 2001 den Preis für
eine Radikalkomödie vom Staatstheater Kassel und
Bernhard Studlar für „Transdanubia-Dreaming“ den
1. Preis des Heidelberger Stückemarktes 2001.
Impressum
vorspiel. Das Magazin des Wiener Burgtheaters erscheint fünfmal jährlich als Sonderbeilage der Tageszeitung DER STANDARD.
Medieninhaber: DER STANDARD Verlagsgesellschaft mbH. 3430 Tulln, Königstetter Strasse 132.
Herausgeber: Direktion Burgtheater GesmbH, 1010 Wien, Dr. Karl Lueger-Ring 2. Redaktion: Dramaturgie Burgtheater.
Gestaltung: richy oberriedmüller, section.d. Hersteller: Goldmann-Zeitungsdruck GesmbH, 3430 Tulln, Königstetter Strasse 132
vor s t a d t
Transdanubia-Dreaming. Ein Stück Wien.
E
Der Dramaturg Andreas Beck im Gespräch mit dem Autor Bernhard Studlar über sein Stück, Wien und mehr...
ER IST EIN WIEN-HEIMKEHRER. ZURÜCK IN SEINE HEIMATSTADT GEZOGEN, DIE ER VOR VIER JAHREN VERLIESS, UM IN BERLIN DAS HANDWERK DES DRAMATIKERS ZU
ERLERNEN, HAT ER HEUTE NICHT NUR ACHT THEATERSTÜCKE IM GEPÄCK – SECHS DAVON GEMEINSAM MIT ANDREAS SAUTER ALS TEAM GESCHRIEBEN –, SONDERN
DEMNÄCHST AUCH SEINE ERSTE URAUFFÜHRUNG AM WIENER AKADEMIETHEATER IN DER TASCHE. DER DREISSIGJÄHRIGE BERNHARD STUDLAR IST ZWEIFELSFREI EINER
DER BEGABTESTEN UND VIELVERSPRECHENDSTEN JUNGEN AUTOREN ÖSTERREICHS.
„TRANSDANUBIA-DREAMING“ IST SEIN STÜCK ÜBER WIEN, DAS DEN VERGLEICH MIT SEINEN LITERARISCHEN UND DRAMATISCHEN VORBILDERN NICHT SCHEUT, ABER
DEN WIEN-BLUES UNSERER ZEIT FORTSPIELT UND SO NEUE UND ALTE GESCHICHTEN DER MENSCHEN AN DER DONAU VERSPINNT. ES IST DIE ALTE SUCHE NACH DEM
ABWESENDEN, DEM DRITTEN MANN ODER KURZ: DEM GLÜCK, DIE STUDLAR NEU ARRANGIERT. TRAUMHAFT LEICHT IST DIESE WIENSKIZZE, ERNST UND HEUTIG DAS
PORTRÄT SEINER GESELLSCHAFT.
Andreas Beck Sie sind waschechter Wiener?
Bernhard Studlar Ja.
Aber das Schreiben haben Sie in Berlin gelernt – das
heißt, Sie haben an der HDK, der Hochschule der Künste in Berlin, Szenisches Schreiben studiert. Kann man
Szenisches Schreiben lernen?
Ich denke, man kann das Handwerk lernen: Wie funktioniert ein Spannungsbogen, wie funktioniert der Aufbau
einer Szene und wie flutschen die Dialoge. Aber das,
was man dann erzählen muss, das kann man nicht lernen. Das muss man dann in sich tragen, finden oder
suchen. Das Handwerkliche, das kann man sicher lernen, denke ich, also ich konnte das.
Während des Studiums haben Sie den Schweizer Andreas Sauter kennen gelernt, mit dem Sie zusammen sechs
Stücke geschrieben haben. Wie schreibt man zu zweit?
In den Anfängen an der HDK haben wir das mal ausprobiert, weil wir gedacht haben, es hilft einer dem anderen. Wir waren beide Anfänger und waren sehr unsicher
und wussten nicht, ist es gut oder nicht gut, was wir
machen. Was dann weiter daraus entstanden ist, war
einfach so ein dritter Autor, weil Andreas Stücke allein
schreibt, ich schreibe Stücke allein und zusammen
schreiben wir Stücke, die keiner von uns alleine so
machen würde. Also was die Geschichte, den Inhalt
angeht. Da gibt’s Dinge, die interessieren nur den einen,
da gibt’s Dinge, die interessieren uns beide, ja und dann
überlegen wir, was könnten wir da machen. Und dieser
Dialog ist einfach spannend, dieses Prinzip des Theaters
schon in der Entstehung auszuprobieren. Dass man sagt,
man befindet sich im Dialog und aus dem Dialog entsteht
die Idee, entsteht eine Geschichte, entstehen Figuren und
dann gibt es den Punkt, wo wir sagen, wir beginnen zu
schreiben und schreiben dann wirklich zusammen vor
dem Computer von der ersten bis zur letzten Zeile, also
nicht so, dass wir sagen, schreib du mal eine Szene, ich
schreib eine Szene und dann mixen wir die irgendwie,
sondern es ist einfach ein gemeinsames Werk und ich
hoffe, dass das noch lange so weitergeht.
Wie war das für Sie: ein Österreicher in Berlin?
Das war wie eine Befreiung, weil ich wirklich nur vorhatte zu schreiben und sonst gar nichts. Und ich kam in
eine Stadt, die sich von einer ziemlich freundlichen Seite
gezeigt hat. Ich dachte, ja, es ist eine gute Stadt, also
man hat nicht so ein Gefühl, es ist nicht so schwer und
träge wie in Wien zum Beispiel. Leute kommen da hin,
wollen was machen, machen das und dann hauen sie
wieder ab. So ist es mir auch jetzt gegangen.
In Berlin entsteht dann ein Wiener Stück, Ihr Stück
„Transdanubia-Dreaming“.
Ich hatte davor, solange ich in Wien gelebt hatte, nie das
Bedürfnis, über Wien zu schreiben. Und als ich dann in
Berlin war, war plötzlich so ein Bedürfnis da, ein Kapitel
abzuschließen – nicht nur physisch wegzugehen aus
Wien und nach Berlin zu übersiedeln, sondern das auch
mit einer künstlerischen Arbeit zu beenden. Und so kam
ich darauf, ein Stück über Wien zu schreiben und aus
der Distanz meinen Blick zurückzuwerfen. Das war die
Motivation. Es ist weder eine Art Abrechnung, noch ist
es ein Heimweh-Stück. Es ist einfach nochmal so ein
Blick zurück über die Schulter, bevor das Bild unscharf
wird, der Blick an Schärfe verliert, weil die Distanz
immer größer wird. Drum habe ich dieses Stück über
Wien geschrieben, es ist kein Volksstück oder Heimatstück für mich.
Im Untertitel bezeichnen Sie Ihr Stück als „Ein Stück
Wien“ und der Titel „Transdanubia-Dreaming“ verweist
darauf, dass Sie einen Traum beschreiben. Ist das Stück
ein Traumstück, ein erträumtes Wien?
Also es ist jetzt nicht meine Traumvorstellung von Wien,
es ist ein erträumtes Stück Wien insofern, als es sich
aus Erinnerung speist, aus Wahrnehmungsfetzen, die
man, auch wenn man schon weg ist, im Kopf hat, und
die dann weiter gesponnen sind. Und Träume spielen im
Stück selber schon eine gewisse Rolle. Ich habe, glaube
ich, selber gar nicht soviel von Wien geträumt, als ich
dann in Berlin war. Nur während der Arbeit, im Schreiben
träumt man sich zurück, man schwebt dann so ein bisschen wie ein Engel über der Stadt, wie es auch im
Stück vorkommt, und ich habe mich immer so gesehen,
als wäre ich ein unsichtbarer Beobachter – ein bisschen
wie bei Wim Wenders, wo die Engel auch nicht sichtbar
sind im Film, aber die sind da, und die Leute spüren das
halt in der Geschichte; aber so bin ich nach Wien
zurückgereist, manchmal, während ich geschrieben
habe, und habe den Leuten zugehört, was sie da sagen.
me und die in meinem Kopf irgendwo gespeichert ist.
Ich glaube aber nicht, dass ich ein Autor bin, der
moderne „Volksstücke“ schreiben will, sondern ich
schreibe ja sehr unterschiedliche Stücke, und hier war
es das Thema und die Geschichte, die mich interessiert
haben. Je nachdem welche Geschichte ich erzählen
will, hat es mit einem Ort konkreter zu tun oder auch
nicht. Ich finde das gut, weil das Theater immer gut ist,
wenn es sich an einem Ort reibt – und Wien ist eh eine
gute Stadt fürs Theater, weil sich die Leute noch sehr
damit auseinandersetzen. Und wenn man ein Stück
schreibt, in dem es um Wien geht und das dann in Wien
gezeigt wird, hat das schon so seine Richtigkeit und
dann kann man von mir aus auch sagen, dass es in
gewisser Weise ein Volksstück ist.
Wien ist ja ein Sehnsuchtsort, eine Stadt, die oft besungen und bedichtet wurde. War das für Sie, also jemanden, der mit dem Schreiben begann, auch das Erproben eines Sujets? Sozusagen nicht nur ein Umgang mit
Wien, sondern auch mit den Wiener Autoren?
Das war sicher so, und es war in gewisser Weise auch
eine Emanzipation von diesen Autoren, die mich geprägt
haben, speziell die österreichischen Nachkriegsautoren:
H. C. Artmann, Ernst Jandl, auf eine gewisse Weise
auch Peter Handke mit seinen frühen Stücken und dann
Friederike Mayröcker und natürlich auch Thomas
Bernhard, an dem kommt ja keiner vorbei, der aus
Österreich kommt.
Wie wichtig ist Ihnen der Dialekt?
Sehr wichtig – also allgemein finde ich Dialekte sehr
schön, weil ich so das Gefühl habe, dass in den einzelnen Dialekten wirklich eine spezielle Sprache entsteht.
Es gibt in jedem Dialekt ganz spezielle Ausdrücke für
Gefühle oder spezielle Ausdrucksweisen für Zustände,
und das finde ich sehr sinnlich, nicht nur beim Wiener
Dialekt, sondern bei jedem. Dialektworte funktionieren
mehr so wie oral history, also, dass sich Worte über
Generationen einpflanzen oder halt an einem Ort oder in
einer Region. Dialekt ist selbstverständlich. Man überlegt nicht lang, spreche ich jetzt Dialekt oder spreche ich
Hochsprache. Das ist dann eher das Problem, das ich
als Autor habe, wenn ich den Leuten, was ich sehr
wichtig finde, nicht nur zuschaue, sondern sehr genau
zuhöre, und Dialekte haben einfach immer was sehr
Spezielles, das ist toll gerade für eine Bühnensprache,
weil sie was transportieren, was über die Buchstaben
hinausgeht.
Könnte man sagen, dass in „Transdanubia-Dreaming“
auch ein Stück Wiener Wald steckt?
Ach so, ja, das habe ich jetzt fast erwartet, dass das
kommt. Also der gute Herr Horváth hat mich schon
auch geprägt. Und in gewisser Weise tritt er ja auch auf
im Stück, unmerklich kurz in einer Zeitungsmeldung,
aber es war nicht der Versuch, ihm nachzueifern und ein
Stück zu schreiben wie ein Horváth-Stück, aber man
merkt dem Stück schon an, dass ich meinen Horváth
gelesen habe. So würde ich das nennen – so sagt man
das doch, oder?
Was ist das genau?
Das, was man dann so schön Subtext nennt. Das transportiert der Dialekt und es hat eine größere Kraft in der
Dialektform, es hat eine größere Kraft als der eindeutige,
klare hochdeutsche Satz.
Und die böse Seite, der spottende Blick auf Wien?
Was ist mit Qualtinger?
Na ja, auch ein bisschen, nicht? Also allein schon, weil
dieses Krüppellied im Stück vorkommt, also wie er das
singt, das ist ja schon legendär geworden, denke ich.
Insofern ist er ja schon so ein urösterreichisches Phänomen gewesen, der Herr Qualtinger. Ich schätze ihn sehr,
weil er es geschafft hat, die Österreicher mit ihren eigenen Mitteln zu schlagen. Ich habe immer das Gefühl, er
war wie sie und gleichzeitig hat er ihnen auf eine sehr
charmante Weise den Spiegel vorgehalten. Das war
zwar nicht unbedingt meine Absicht. Aber in gewisser
Weise ist das mit dem Stück doch so, hoffe ich jedenfalls, dass sich da viele irgendwie wiederfinden können,
nicht in konkreten Persönlichkeiten, sondern von der
Grundstimmung her, die ich hier bemerke – wenn ich
jetzt wieder da bin –, dieses einerseits sehr Träge und
dann die immer wieder unter der Oberfläche lauernde
Brutalität, die da ist, die merkt man, merke ich hier viel
stärker als in Berlin. Da ist es zwar brutal, aber direkt.
Und hier schwebt das so dahin, und man ist besonders
liebenswürdig, und dann plötzlich geht es: Zack, man
hat sich schon längst umgedreht, und dann steckt das
berüchtigte Hackl im Kreuz.
Wie wichtig ist den Wienern ihr Wien?
Sehr wichtig, denke ich, also sie sind schon sehr eitel
einerseits und auch sehr stolz, was auch zu einer gewissen Arroganz führen kann, aber nicht allgemein, also ich
würde den Wiener nicht allgemein als arroganten Menschen bezeichnen, es ist eher so ein bisschen eine
Selbstverliebtheit da, glaube ich, in diesen Ort und in
sich an diesem Ort, was so die Gefahr mit sich bringt,
dass der Blick über den Tellerrand nicht hinausgeht, weil
Wien eh schon so toll ist und alles hat, und man gar
nicht mehr gucken muss, was ist sonst noch in der
Welt. Das sehe ich manchmal als das Negative daran.
Sie haben ja zum Teil auch guten Grund dazu, dass sie
stolz sind auf die Stadt. Die ist ja auch ganz schön.
Was bedeutet Ihnen das Volksstück? Oder anders
gefragt: wollten Sie, haben Sie eins geschrieben?
Ich finde die Kategorisierung „Volksstück“ nicht gut, wo
beginnt das und wo hört das auf? Sobald man sich
irgendwo mit einem Ort oder mit einer gewissen Gesellschaft auseinandersetzt, ist es doch viel eher ein Ortsstück als ein Volksstück, oder die Leute, ich meine, fast
in jedem Stück kommt das „Volk“ vor, aber es ist natürlich behaftet mit der und der Tradition, die ich wahrneh-
REGIE Nicolas Brieger AUSSTATTUNG Karl Kneidl
LICHTDESIGN Manfred Voss MUSIK Otmar Klein
MIT Stefanie Dvorak, Petra Morzé, Hilke Ruthner,
Bibiana Zeller; Tuncay Gary, David Oberkogler,
Cornelius Obonya, Johann Adam Oest, Heinrich
Schweiger, Peter Wolfsberger, Hakan Yavas
Muss man Wien bewältigen?
Man muss Wien vor allem kulinarisch bewältigen können, das fällt mir gerade schwer – man muss nicht Wien
bewältigen, man muss in erster Linie sich selbst bewältigen, egal wo man steht.
TRANSDANUBIA-DREAMING. EIN STÜCK WIEN.
von Bernhard Studlar, Uraufführung
Premiere am 31. Jänner im Akademietheater
Weitere Vorstellungen am 1., 9. und 10. Februar
Bytx ili ne bytx, Ìto voproz
Menschen wie Hamlet haben einmal einen wahren Blick in das Wesen der Dinge getan, sie haben erkannt, und es ekelt sie
zu handeln; denn ihre Handlung kann nichts am ewigen Wesen der Dinge ändern, sie empfinden es als lächerlich oder
schmachvoll, daß ihnen zugemutet wird, die Welt, die aus den Fugen ist, wieder einzurichten. Die Erkenntnis tötet das Handeln, zum Handeln gehört das Umschleiertsein durch die Illusion - das ist die Hamletlehre, nicht jene wohlfeile Weisheit von
Hans dem Träumer, der aus zu viel Reflexion, gleichsam aus einem Überschuß von Möglichkeiten, nicht zum Handeln
kommt; nicht das Reflektieren, nein! - die wahre Erkenntnis, der Einblick in die grauenhafte Wahrheit überwiegt jedes zum
Handeln antreibende Motiv. In der Bewußtheit der einmal geschauten Wahrheit, sieht jetzt der Mensch überall nur das Entsetzliche oder Absurde des Seins.
Friedrich Nietzsche
Vara eller icke vara det àr frågan
HAMLET
von William Shakespeare
in der Inszenierung von
Klaus Maria Brandauer
Premiere: 18. Dezember
Olmak ya da olmamak, bütün mesele bu
¡Ser o no ser, he aqui el problema!
Lenni vagy nem lenni: az itt a kérdés
Sein oder nicht sein, das ist hier die Frage
To be, or not to be:
that is the question
Byc´ albo nie byc´ - oto jest pytanie
Etre ou ne pas être, c’est là la question
vor s a t z
Essere, o non essere, questo è il nodo
Të jesh apo mos jesh, kjo është çështja
Ein düsteres Drama. Hier zweifelt die Wahrheit. Die Aufrichtigkeit lügt. Hier ist der Mensch die ganze
Welt, die Welt ist null. Mitten im Leben ist Hamlet unsicher, ob er ist. In dieser Tragödie, die zugleich
eine Philosophie ist, wankt alles, zaudert, säumt, strauchelt, zerfällt, zerfließt und löst sich auf; der
Gedanke ist ein Wölkchen, der Wille ein Dunst, der Entschluß ein Abenddämmern. Beunruhigendes,
verwirrendes Werk, wo man allem auf den Grund sieht, wo der Geist keinen anderen Spielraum findet
als den zwischen dem getötetem König und dem begrabenen Yorick und wo die Wirklichkeit am
nächsten ist, wenn die Königswürde durch ein Gespenst repräsentiert wird und die Fröhlichkeit durch
Victor Hugo
einen Totenkopf.
Ser ou não ser - eis a questão!
Auf den Probenfotos Michael Maertens, Walter Schmidinger, Robert Meyer, Birgit Minichmayr,
Maria Happel, Johannes Zirner, Johannes Krisch, Branko Samarovski
Zijn of niet zijn, dat is de vraag
HAMLET von William Shakespeare
REGIE Klaus Maria Brandauer AUSSTATTUNG Peter Pabst
MUSIK Christian Brandauer KÄMPFE William Hobbs
MIT Johanna Eiworth, Maria Happel, Maria Hengge, Birgit Minichmayr;
Patrick O. Beck, Daniel Jesch, Florian Liewehr, Joseph Lorenz, Alexander
Löffler, Johannes Krisch, Michael Maertens, Peter Matic´, Juergen
Maurer, Robert Meyer, Branko Samarovski, Walter Schmidinger, Rafael
Schuchter, Paul Sigmund, Thiemo Strutzenberger, Johannes Zirner u.a.
Premiere am 18. Dezember im Burgtheater
Weitere Vorstellungen am 19., 20., 23., 25. und 29. Dezember
und am 5., 21., 28. und 30. Jänner
Det er et spørgsmål om at være eller ikke
Russisch ✶ Polnisch ✶ Französisch ✶ Arabisch ✶ Schwedisch ✶ Englisch ✶ Deutsch ✶ Türkisch ✶ Spanisch ✶ Ungarisch ✶ Japanisch ✶ Italienisch ✶ Albanisch ✶ Holländisch ✶ Portugiesisch ✶ Dänisch
vor t a n z
von Hugo von Hofmannsthal
Odd Nerdrum: Woman Kills Injured Man (1994)
Elektra
E
Elektra, die Schwester Iphigenies und Orests, die
Tochter des Agamemnon und der Klytämnestra,
ist die wohl einzige Gestalt der antiken Mythologie,
die in Bearbeitungen aller drei großen griechischen
Tragiker auf die Nachwelt gekommen ist, in den
Choephoren des Aischylos und den Elektra-Tragödien von Sophokles und Euripides. Bei Hugo von
Hofmannsthal (1874 – 1929) und Richard Strauss
(1864 – 1949), deren Elektra-Oper von 1909 auf
Sophokles basiert, wird sie in ganz andere Familienzusammenhänge eingebunden: In der kompromißlosen Absage an das klassische Griechenbild
besonders Winckelmanns und Goethes, in der
extremen Darstellung sprachmächtiger, todes-und
haßgesättigter Weiblichkeit ist sie die Tochter der
Kleistschen Penthesilea (1807) und das Vorbild für
Hans Henny Jahnns Medea (1926). In der literarischen Familie derjenigen Kinder, die um einen
ermordeten Vater trauern, ist sie die verstörte
Schwester der Donna Anna, deren Vater tatsächlich als „steinerner Gast“ wiederkehrt, während
Elektra den Vater nur visionär beschwört; sie ist
aber auch die Schwester Hamlets, der dem Geist
seines Vaters begegnet und, ähnlich wie Elektra,
durch die Höhe seiner Reflexion der Ausführung
der Rache im Weg steht. Durch die orientalisierende Färbung der Bildersprache ist Elektra mit
Hölderlins Sophokles-Übersetzungen und
Swinburnes Atalanta verschwistert. Mit der Verbindung von Tanz und Tod steht Elektra neben der
kaum älteren Salome, Klytämnestra neben Herodias und Ägisth neben Herodes.
Drei der größten Tendenzen zu Beginn des 20.
Jahrhunderts, könnte man in Abwandlung eines
berühmten Fragments von Friedrich Schlegel
sagen, seien die psychoanalytische Revolution,
Nietzsches Philosophie und der Symbolismus:
Die in seinem Zeichen beobachtbare Verselbständigung des Materials und die Aufkündigung der
Mimesisfunktion von Bild und Wort entlassen aus
sich schließlich die Strömungen des Expressionismus und der Abstraktion. Spuren aller drei Tendenzen gehen in die Hofmannsthalsche Elektra
ein. Fünfundzwanzig Jahre nach der Uraufführung
der Tragödie – sie fand 1903 statt – meinte
Hofmannsthal (in einem Brief an Robert Breuer),
Elektra würde „wahrscheinlich für einen späteren
Leser einmal sehr deutlich das Gepräge ihrer Entstehungszeit, Anfang des XXten Jahrhunderts,
tragen“. Diese Jahrhundertwende hatte in Hofmannsthal in der Tat einen höchst sensiblen Seismographen gefunden, der schon im Alter von
fünfzehn Jahren sein Interesse für Psychiatrie entdeckte, aber sich zugleich der Gefahr geistiger
Überreizung bewußt war. In zahlreichen Kritiken
und Essays spiegelt er in den 1890er Jahren die
Signatur des ersterbenden Historismus und die
Geburt der Moderne. In Autoren wie Paul Bourget, Gabriele d'Annunzio, Maurice Maeterlinck,
Stefan George oder Algernon Charles Swinburne
erkannte er die Ablösung der „Mikroskopwahrheit“ durch die „Traumwahrheit“. Damit war Hofmannsthal schon selbst in das Urgestein der Psychoanalyse, der ersten dieser Tendenzen, eingedrungen, deren Ergebnisse er gleichwohl später
nur zögernd anerkennen wollte, weil sie ihm gar
nicht außergewöhnlich erschienen. Bei Elektra
griff er indessen speziell auf die Studien über
Hysterie zurück, die 1895 gemeinsam von den
Wiener Ärzten Josef Breuer und Sigmund Freud
vorgelegt wurden. Besonders die Fallgeschichte
der Anna O. (Bertha Pappenheim), deren schwere
psychische Störungen im Zusammenhang mit
dem Tod ihres Vaters stehen, hat in Elektra einzelne Spuren hinterlassen, von der regelmäßigen
Wiederkehr der Symptome „um Sonnenuntergang“ über die Unfähigkeit des Vergessens bis hin
zum Wachtraum des „Privattheaters“, das Elektra
in ihren Rachegesichten pflegt. Bei Klytämnestra
spielt die hysterische Konversion seelischer
Schmerzen in körperliche eine unübersehbare
Rolle. Als Erklärungsmuster größeren Stils reicht
aber die Diagnose der Hysterie nicht aus. Immerhin glaubte Hofmannsthal selbst, obwohl er gerade diesem Stück gegenüber Vorbehalte hatte,
hier sei „zum ersten Mal der Versuch gemacht, in
einen tragischen Moment eine ganze menschliche
Psyche zusammenzupressen, sozusagen einen
Querschnitt durch eine Seele zu geben auch mit
allen physiologischen Untergründen“, notiert sich
Harry Graf Kessler eine Gesprächsäußerung des
Dichters. – Daß es von diesen physiologischen
Untergründen, an deren exzessiver Darstellung die
Zeitgenossen viel Anstoß nahmen, nur ein Schritt
ist zu einer aus dem Umfeld Nietzsches stammenden Neubewertung der Griechen, zeigt sich auch
daran, daß Hofmannsthal neben Breuer und Freud
auf Erwin Rohdes Psyche hingewiesen hat, beides
Bücher, die „sich wohl mit der Nachtseite (der
Seele) abgeben“ (so in einem Brief an Ernst Hladny).
Ein dionysisch-orgiastisches Moment prägt vor
allem den großen Monolog der Elektra – mit dem
großen Prunkfest der blutigen Rache –, und den
Schluß, der Lust und Tod miteinander verschränkt.
Es ist hier auch ein Theater der Grausamkeit und
der Wollust, das Nietzsche zu seinen Initiatoren
zählt. Statt äußerer Wahrscheinlichkeit liegt der
Akzent auf der Bühne als einem „Traumbild“: „Es
ist ein Element der Stimmung, daß es in diesem
traurigen Hinterhof finster ist, während es draußen
in der Welt noch hell ist.“ Immer wieder schießen
daher in diesem Text Züge pathologischer Besessenheit und einer extrem strapazierten Bildlichkeit
zu Momenten von geradezu expressiver Geladenheit zusammen, so etwa in dem einen Satz, mit
dem sich Elektra gegenüber dem noch unerkannten Orest ausweist: „ich bin dies Blut! ich
bin das hündisch vergossene Blut
des Königs Agamemnon! Elektra
heiß' ich.“
(Mathias Mayer)
ELEKTRA von Hugo von Hofmannsthal
REGIE Joachim Schlömer DRAMATURGIE Stephan Müller BÜHNENBILD Jens Kilian KOSTÜME Birgit Hutter VIDEO Nives Widauer
MIT Anne Bennent, Dorothee Hartinger, Sabine Haupt, Edmund Telgenkämper, Johannes Terne
Premiere am 17. Jänner im Kasino am Schwarzenbergplatz
Weitere Vorstellungen am 19., 20., 26., 27. und 29. Jänner
vor leben
„Die kürzeste Linie ist nicht immer die gerade“
Anlässlich ihrer Inszenierung von Emilia Galotti und eines runden Geburtstags
spricht Klaus Bachler mit Andrea Breth
K
Klaus Bachler Ist das Leben mit fünfzig schöner als mit
zwanzig?
Andrea Breth Ja, komischerweise. Gerade zu meinem
50. Geburtstag habe ich mich entschlossen, mich zwei
Stücken noch einmal zu widmen, die ich schon einmal inszeniert hatte, von denen ich aber der Meinung war, dass ich
sie damals nicht wirklich erzählt habe: „Emilia Galotti“ und
„Was ihr wollt“; und angesichts einer solchen Entscheidung
spürt man dieses ominöse Alter, das angeblich alle in
Depressionen stürzt, in besonderer Weise: Ich war ja bei
den Erstinszenierungen noch recht jung, und jetzt hält man
Rückschau und merkt, was man damals alles nicht verstanden hat, nicht intellektuell, aber in puncto Lebenserfahrung gar nicht verstehen konnte; insofern, finde ich, ist das
eigentlich was Schönes und hat gar nichts Deprimierendes.
Es ist schon sinnvoll, dass man älter wird...
Mit der Zeit ist es ja eher umgekehrt. Ich denke mir oft, vor
dreissig Jahren war’s eigentlich gründlicher, genauer, aber
die Zeit hat sich andersrum entwickelt.
Sicherlich: Objektiv hat sich die Zeit beschleunigt, und sie
beschleunigt sich auch subjektiv. Man hat weniger Zeit als
früher, und es soll ja ganz schlimm werden, wenn man
noch älter wird – dann erlebt man den Tag als eine Minute.
Die Zeit hat sich extrem beschleunigt, das empfinde ich als
sehr beunruhigend; umso luxuriöser empfinde ich unseren
Beruf, bei dem man sich – bis zu einem gewissen Grade –
außerhalb der Zeit bewegen kann. Irgendwann muss man
die Sache abgeben, das ist erschreckend genug, aber bis
dahin kann man sich soweit außerhalb der Zeit bewegen,
dass man die Zeit betrachten kann; jetzt z.B. bei „Emilia
Galotti“ werden Fragen gestellt – Fragen, die bei Lessing ja
nicht nur solche des 18. Jahrhunderts sind – Fragen an den
Menschen, und die sind so grundsätzlich, dass es – wann
auch immer – nützlich ist, sie sich zu stellen.
Sie entstammen einem klassischen Bildungsbürger-Elternhaus. Hat dieser Umstand Ihren Berufswunsch gefördert
oder ermöglicht oder nicht ausgeschlossen? Hatten Ihre
Eltern großen Anteil daran?
Unterschiedlich. Meine Mutter ist sicherlich an vielem
schuld, weil sie mich zum Lesen gebracht und mich mit ins
Theater genommen hat – das war aber nie Zwang – sie
hatte eine sehr angenehme, verführerische Art, einen für
Dinge zu interessieren. Mein Vater wiederum hat sein Leben
vollkommen anders gestaltet. Beide waren sie aber streng,
was Investitionen in Schwachsinn angeht. Die mussten
mein Bruder und ich mit unserem kleinen Taschengeld
selbst finanzieren. Viele Dinge sind damals an mir vorbeigegangen – Walt Disney zum Beispiel, das gab es nicht. Es
gab dafür Anderes, alles vielleicht ein bisschen zu früh, und
anspruchsvoll. Was Musik betrifft, hatte mein Vater ein Ritual, uns immer sonntags mit Musik zu wecken; er ging dabei
aber kaum über Mozart hinaus, weil er fast alles danach als
schwächer oder schlechter empfand. Er hat uns auch
bekannt gemacht mit Qualtinger und Bronner, dieser uns
vollkommen fremden Welt des guten österreichischen
Kabaretts. Meine Mutter wiederum hat uns zu unserer völligen Überraschung aus England die erste 45er-Platte von
den Beatles mitgebracht. – Auch mein Großvater, der Vater
meiner Mutter, war sehr beeindruckend; er hatte ein sehr
gutes Gedächtnis – etwas, das mir bis heute nicht gegeben
ist – und konnte viel erzählen. Er war Historiker und Schriftsteller, der den zweiten Weltkrieg und die Hitlerzeit in Palästina und in Tel Aviv verbracht hat. Als er nach Deutschland
zurückkehrte, habe ich ihn oft besucht, umzingelt von seinen Büchern, Büchern, die es höchstens noch in Bibliotheken gab, und ich durfte sie sortieren. Da bin ich auf Dinge
gestoßen, die andere Leute vielleicht erst während des Studiums kennenlernen; Bücher haben überhaupt eine große
Rolle gespielt: sehr viel Belletristik, aber nicht unbedingt die
Dramatik – Dramenlesen bedeutete mir immer eine Qual, es
macht mich nervös, weil ich mir so viel dabei vorstellen muss.
Gab es auch andere Berufsvorstellungen, oder war es
immer das Theater?
Immer das Theater. Ich musste nur furchtbar dafür kämpfen. Da ich aus einer Akademikerfamilie stamme, war es
klar, dass ich Abitur mache, was ich auch wollte, und
danach sollte ich studieren. Als Kompromiss oder Konzession an die Eltern gab es zwei Richtungen, die mich interessiert haben: zum einen deutsche und englische Literatur,
zum anderen wäre ich wahnsinnig gerne Psychoanalytikerin
geworden. Aber Theater war immer da: Als Schülerin habe
ich selbst gespielt – ich ging auf eine Jungen-Schule, und
insofern hatte ich großes Glück, weil man sich um die Frauenrollen nicht streiten musste; es gab nur vier Schülerinnen
bei 996 Knaben. Mit 15 war ich die Adelheid im „Götz von
Berlichingen“, ohne überhaupt zu verstehen, worum es in
dem Stück geht, war aber – angeblich – sehr erfolgreich.
Jedenfalls durfte ich mir danach etwas aussuchen; rotzfrech wollte ich die „Mutter Courage“ spielen, und auch
gleich selbst alles dabei bestimmen.
Ich habe dann ein Jahr lang probiert, hauptsächlich mit den
Schallplatten von der Giehse und von der Weigel – ganz liederlich, aber ich hatte ja keine Ahnung... Und dann habe
ich mir einen Ohrensessel umgeschnallt, als Wagen der
Courage, und meiner Stiefgroßmutter, der Käte Nevill, vorgesprochen, die in meiner Jugenderinnerung eine wesentliche Rolle spielt – sie war die Schauspiellehrerin von Michael
König, Edith Clever u.a. Sie hat mir erklärt, das sei so grässlich,
was ich da machen würde, ich sei außerdem viel zu groß,
und was meine Karriere als Schauspielerin beträfe: wenn
ich es bis nach Kaiserslautern schaffen würde, wäre das
nur einer müden Gratulation wert – also, es war ganz grausig. Und da wurde mir klar: Das geht nicht, ich lass die
Spielerei – und sie interessiert mich eigentlich auch gar
nicht – ich will das Ganze, ich will inszenieren. Das hab ich
aber niemandem verraten.
Die Sache hat sich dann verstiegen: Ich musste mit meiner
Mutter zu einem Psychologen, um einen Begabungstest zu
machen, und sie wollte unbedingt, dass mir dieser Psychologe das Theater ausredet. Justament zu meinem Geburtstag hat er mir mitgeteilt: entweder Sprachen oder Theater,
die Psychoanalyse sollte ich bleiben lassen. Meine Mutter
glaubte, ich hätte ihn bestochen.
Dann bin ich nach Heidelberg gegangen, um zu studieren,
habe aber die meiste Zeit im Kaffeehaus gesessen, gelesen
oder mich mit Tutoren über das bürokratische Universitätssystem gestritten. In diesem Kaffeehaus saß aber auch ein
anderer Mensch, der ebenfalls las. Ich nahm an, er sei auch
Student, und habe ihm erklärt, welche Stücke das Stadttheater Heidelberg spielen müsse: die französische Revolution natürlich, die deutschen Jakobiner – die ältesten
Ladenhüter, die mir aber neu und aufregend erschienen.
Dann stellte sich heraus, dass dieser junge Mann, der mir
so wohlwollend zugehört hatte, Urs Troller war, der gerade
Dramaturg am Stadttheater Heidelberg geworden war. So
kam ich, weil es für Assistenten kein Geld gab, als Hospitantin ans Theater. Ich wusste nicht so recht, was und wie –
ich habe beispielsweise kein Regiebuch geführt, weil mir
das nicht notwendig erschien – das bisschen, was da inszeniert wurde, dachte ich, kann ich mir ja durchaus merken. – Ich war also von relativ wenigen Zweifeln gepeinigt,
was meine Daseinsberechtigung am Theater angeht.
klingt, als würden alle ständig gleichzeitig reden, was sie
aber nie getan haben.
Die Basis der Regiearbeit ist die starke Kommunikation mit
den Schauspielern. Ihre Arbeit fußt ganz extrem auf diesem
Zu- und Miteinander. Das ist aber wohl mehr als nur verbale
Kommunikation?
Es gibt – für mich heute – nicht nur die eine Methode, die
Methode entwickelt sich aus dem jeweiligen Werk, mit dem
man sich beschäftigt. Bei „Emilia Galotti“ stelle ich den
Schauspielern dauernd Fragen: „Warum hast du dich als
Figur (nicht als Schauspieler) für diese Option entschieden
und nicht für eine andere?“ Diese Wahlmöglichkeit dekliniert
Lessing in jeder Figur durch, bis in die sogenannte kleinste
Rolle hinein. Wenn man voraussetzt, dass niemand in diesem Stück von vornherein etwas Böses will, ist die Katastrophe umso schlimmer. Und diese Wahlmöglichkeiten
lassen sich leicht auf unser alltägliches Leben übertragen.
Lessing hatte ja noch den Glauben an eine „Erziehung des
Menschengeschlechts“. Und diese Hoffnung ist – auch
heute noch – keineswegs verächtlich.
Sie gehören einer Generation an, in der sich am Theater die
Inszenierung vor das Stück selbst schiebt, das sogenannte
Regietheater. Warum hat es sich bei Ihnen eigentlich gegenteilig entwickelt?
Ich habe das damals nicht so gesehen. Als ich noch in
Darmstadt aufs Gymnasium ging, sind wir zu Hans Neuenfels nach Heidelberg gepilgert, weil da etwas stattfand, was
wir nicht kannten – eine Auseinandersetzung merkwürdig
aggressiver Art zwischen unten und oben. Wir Jungen waren
gegen die Abonnenten und haben uns mit denen auf der
Bühne identifiziert – das waren nicht mehr die üblichen
Schauspieler, das waren Herr Wildgruber oder Frau Trissenaar. Aufregend wurden die Inszenierungen vor allem
durch die Aufregung im Saal. Das war Theater. So musste es
sein. Als Provinzler haben wir das alles nicht so richtig verstanden, haben dann auch ein bisschen Revolution in Darmstadt gemacht, sind zu den Arbeitern hinmarschiert und
meinten, wir müssten ihnen das Leben erklären – alles sehr
infantil. Prägend in meiner Lehrzeit, Assistentenzeit, war auch
Frankfurt – die Ära Palitzsch, die Mitbestimmung, und die
Schaubühne in Berlin; das waren die zwei Theater, wo ich in
jeder freien Sekunde hingefahren bin, um zu sehen, was die
machen. Ich habe das aber nicht als Regietheater empfunden, sondern als textorientiertes Theater.
Gibt es Regisseure, die Sie beeinflusst haben?
Klaus Michael Grüber. Seine Aufführung von Brechts „Im
Dickicht der Städte“ in Frankfurt war für mich ein Schlüsselerlebnis, für diesen Beruf, für die Schwierigkeit dieses
Berufs; eine seiner schönsten Aufführungen, die überhaupt
nicht verstanden wurde. Das Publikum ist zu Hundertschaften rausgerannt – ich habe nicht begriffen, warum, denn es
war nicht aggressiv, nur: visionär. Und seiner Zeit voraus.
Dann Rudolf Noelte, vor allem, was das Handwerkliche
anbelangt. Das minuziöse Arbeiten, und wie und wodurch
was man Atmosphäre herstellt. Ich habe sechs Stunden
lang eine Probe seiner Berliner „Wildente“ beobachtet,
heimlich, von der Beleuchtungsgalerie aus, bei der ich
wahnsinnig viel gelernt habe. Und dann habe ich vierzehnmal Peter Steins Inszenierung von Botho Strauß’„Trilogie
des Wiedersehens“ gesehen. Da war wichtig, wie er die
Auftritte und Abgänge inszeniert, und dass die Sprache so
Bedeutet das, dass die Menschen am Theater, durch diese Bildung an Herz und Geist, schönere, feinere Menschen
werden müssten?
Das ist ja das Schreckliche – natürlich nicht! Kaum verlassen wir die Probebühne, geht das alte Elend wieder los.
Lessing sagt ja auch nicht, dass alles so einfach wäre, dass
es sich unmittelbar realisieren ließe. Er weiß, „dass die kürzeste Linie nicht immer die gerade ist.“ Wenn alles so leicht
wäre, brauchten wir ja auch keine 10 Gebote. Aber im
Augenblick brauchen wir sie vielleicht mehr denn je – es sei
denn, wir schaffen sie ab. Und in dem Zustand sind wir ja
heute. Wir schaffen ziemlich viel ab. Und wundern uns,
dass es nicht funktioniert.
Ich möchte bestimmte Stücke in die Sichtbarkeit bringen,
sie verstehen lernen – und verstehen „lehren“ und insofern
wirklich einen Beitrag dazu leisten, dass man sich besinnt.
Ich bin zu theaterbesessen, um nach Äthiopien zu gehen
und das zu machen, was Karlheinz Böhm macht, was ich
toll finde. Das kann ich nicht. Ich kann mich nur am Theater
ausdrücken. Und habe dabei etwas sehr Missionarisches,
nämlich, dass die Menschen, die mit mir die Probenzeit
verbringen, und später die, die abends hineingehen, etwas
für ihr Leben mitnehmen. Weil z.B. der Lessing so klug ist,
und weil ich glaube, dass ich etwas dazu zu sagen habe.
Etwas sagen muss.
In Ihrer „Lehrzeit“ waren Sie auf der Suche nach Orten, wo
man sich Zeit nimmt. Heute muss man sich solche Orte
schaffen. War das ein Grund, warum Sie selbst ein Theater
– die Berliner Schaubühne – übernommen haben?
Ja. Aber das war Irrsinn, weil ich plötzlich keine Zeit mehr
hatte. Ich hatte zwar Zeit zu probieren, aber ich konnte
mich nicht konzentrieren, weil ich während der Probe auch
immer nachdenken musste, was ich danach noch alles auf
die Reihe kriegen muss. Insofern war das nicht unbedingt
der mich künstlerisch beförderndste Teil meines Lebens.
Was muss ein Mensch, ein Künstler, ein Schauspieler
haben, dass Sie mit ihm arbeiten möchten?
Phantasie, sehr viel Handwerk und Können, Imaginationskraft, Mut, Witz, Fleiß und Demut vor dem Text. Am schönsten ist es, wenn Schauspieler mich überraschen und es
besser wissen. Ich schau gerne zu – wirklich, stundenlang!
Das ist das allerbeste.
Der Beruf des Regisseurs ist vergleichsweise jung, aber
heute aus dem Theater nicht mehr wegzudenken; ohne ihn
scheint Theater nicht möglich?
Ich setze meinen Beruf selbst nicht so hoch an. Mein Ideal
ist die fliegende chinesische Truppe – man liest das Stück,
spricht darüber, die Schauspieler spielen, ich mache nur
das Licht, und wir gehen nach Hause.
Wir haben bei „Emilia Galotti“ mittlerweile Proben, wo die
Schauspieler sich untereinander verabreden, mit dem Wissen, dass ich ihnen dann sehr genau beschreiben kann,
was sie machen. Ich habe festgestellt, wenn ich zu schnell
anfange zu inszenieren, hören die Schauspieler auf und lassen sich schieben. Heute lasse ich sie mehr als früher
wochenlang machen und am Ende sortiere ich.
Andrerseits gilt für das Zusammenspiel Ähnliches wie für
den Fußball: es ist prima, den Ball zu kicken, aber wenn er
einem nicht zugespielt wird, stimmt was nicht. Oft müssen
Schauspieler lernen, dass es Partner gibt. Zu zweit ist das
noch zu schaffen. Aber wenn ein dritter oder vierter hinzukommt, ist es schon die höchste Kunst, dass Schauspieler
das Miteinander allein schaffen. Deswegen muss da einer
am Spielfeldrand sein: So gesehen bin ich ein Trainer, ein
Coach: Ich gebe Tipps, wo sie Energie sparen können, was
sie vergessen sollen, mache Mut... Es ist wichtig, den
Schauspielern Mut zu machen zu dem, was sie selbst können. Und sie können sehr viel. Man muss nur zusehen,
dass das Bett gemacht ist.
Gibt es Enttäuschungen im Beruf?
In erster Linie die Dinge, die man selbst nicht hingekriegt
hat. Enttäuschung über sich selbst: man will etwas und
schafft es nicht. Das müssen dann Andere nicht unbedingt
schlecht finden – man ist oft selbst mit einer Arbeit unzufrieden, die dann doch erfolgreich ist.
Stichwort Beurteilung – braucht man Abstand, um sagen zu
können: „Das ist nicht geglückt“ – ganz unabhängig von der
Wirkung auf Andere?
Manchmal – wie bei meiner ersten „Emilia Galotti“ – weiß
man es während der Arbeit. Dazu kommt, dass Theater
subventioniert ist und man leider die Arbeit nicht einfach in
den Papierkorb werfen kann. Ich beneide Autoren und
Maler, die Werke, mit denen sie nicht zufrieden sind, nicht
zeigen müssen. Am Theater muss man es zeigen. Das ist
hart. Dann gibt es Arbeiten mit viel Herzblut, wo man dem
Publikum etwas schenken wollte – wie „Der zerbrochne
Krug“: Ich wollte das Stück erzählen und war der Meinung,
dass ich es auch ziemlich gut gelesen hatte. Ich hatte nicht
mit einem rasenden Erfolg gerechnet, aber auch nicht mit
einem solch harschen Misserfolg.
Aus dem, wie Sie mit Ihrem Beruf umgehen, spricht alles von
Offenheit, Durchlässigkeit, Genauigkeit, Zeit – Dinge die Oper
nicht hat. Im Gegenteil: Oper hat Struktur, Maß – warum Oper?
Ich inszeniere Opern, die mir musikalisch gefallen, und wo
man auch einen Text befördern kann. Ich glaube aber nicht,
dass sich das sehr häufen wird. Ich bin oft schlecht gelaunt
über meinen Rhythmus im Zusammenhang mit einem Stück
und träume von einer Musikalität, die ich nicht erheische.
Bei Opern, denke ich, kann ich da etwas lernen und mir für
das Schauspiel was abgucken. Die Opernleute wiederum
versprechen sich von mir, dass die Sänger etwas mit auf
den Weg bekommen. Ein guter Deal.
Wo sehen Sie sich in zwanzig Jahren?
Das verdränge ich. Ich fürchte mich zu Tode davor. Ich habe
eine Schreckensvision: dass ich alt werde und blöde und
keinen Menschen mehr kenne – deshalb kann ich mich
nicht damit beschäftigen. Mein Vater ist 90, der hat aber
noch seine Kinder, Enkel, Freunde. Meine Vision: keine Kinder, niemand. Ich sitze irgendwo in einem Heim und quäle
mich von Stunde zu Stunde.
Mögen Sie Wien?
Weihnachten & Silvester
in Burg- und Akademietheater
Es gibt viele gute Gründe, einen Theaterabend in der Weihnachtszeit einzuplanen: Im Burgtheater
stimmt Senta Berger mit weihnachtlichen Geschichten und Gedichten auf das Fest ein,
Klaus Bachler und Michael Heltau sorgen gemeinsam mit dem Countertenor Charles Maxwell für
besinnliche Adventstimmung mit weihnachtlichen Texten und Musik, und im Akademietheater
verkürzt Enrico mit seinen Tieren Kleinen und Großen die lange Wartezeit auf das Christkind.
Zwischen den Jahren stehen im Burgtheater Klaus Maria Brandauers Neuinszenierung von
Shakespeares HAMLET und Martin Kus˘ejs Horváth-Inszenierung GLAUBE LIEBE HOFFNUNG,
das letzte Stück von Thomas Bernhard, ELISABETH II., und die spritzige Komödie DAMEN DER
GESELLSCHAFT auf dem Programm. Im Akademietheater sind die neuen Inszenierungen von
Andrea Breth und Peter Zadek, Lessings EMILIA GALOTTI und Williams’ DIE NACHT DES
LEGUAN sowie Arthur Schnitzlers REIGEN (Regie: Sven-Eric Bechtolf) und DAS MASS DER DINGE
von Neil LaBute (Regie: Igor Baursima) zu sehen.
Weihnachtszyklus zum Verschenken!
William Shakespeares HAMLET, Clare Boothe Luce’ DAMEN DER GESELLSCHAFT und die
Februar-Burgpremiere DER ENTERTAINER von John Osborne gibt es als „Geschenkpaket“:
Machen Sie anderen und sich eine Freude mit diesem Weihnachtszyklus. Damit erhalten Sie 10
Prozent Ermäßigung auf jede Karte. Die erste Vorstellung des „Weihnachtszyklus’“ findet frühestens im Februar statt. Information und Bestellung mit Kreditkarte in der Abonnementabteilung,
Goethegasse 1, Tel 51444-7878, Fax 7879 oder per Email: abonnement@theaterservice.at
Weihnachten mit Senta Berger
Als Kind wurden sie ihr vorgelesen, mit den Jahren sind sie ihr ans Herz gewachsen und sie hat
sie ihren Kindern weitergegeben: Im Burgtheater liest Senta Berger die schönsten Weihnachtsgeschichten von Oscar Wilde, Hans Christian Andersen, Ödön von Horváth und anderen,
dazu Lyrik von Hermann Hesse bis Bertolt Brecht.
Im Burgtheater am 12. Dezember, Beginn 20 Uhr
„... davon ich singen und sagen will...“
Weihnachtliche Texte und Musik
Mit Weihnachtlichem von Ludwig Thoma, Christian Morgenstern, Erich Fried, Max Frisch,
Hermann Hesse u. a. stimmen Klaus Bachler und Michael Heltau auf die schönste Zeit des
Jahres ein. Unterstützt werden sie von Countertenor Charles Maxwell, der im letzten Jahr
Die Presse zu dem Ausruf „Zum Niederknieen!“ bewegen konnte.
Im Burgtheater am 16. Dezember, Beginn 20 Uhr
Weihnachten mit Enrico und der Gans Mimi
Heinz Zubers zauberhaftes Programm zum Mitsingen, Mitspielen, zum Staunen und zum
Lachen verkürzt im Akademietheater die Wartezeit auf das Christkind.
Special Guest auch in diesem Jahr: die Gans Mimi, der Star aus Confetti TV
Für Kinder ab 4 Jahren
50% Kartenpreisermäßigung für Kinder bis 16 Jahre
Im Akademietheater am 23. und 25. Dezember, Beginn jeweils 17 Uhr
Silvester-/Neujahrsvorstellungen
Der Vorverkauf für die Silvester- und Neujahrsvorstellungen von ELISABETH II. von Thomas
Bernhard und ANATOL von Arthur Schnitzler begann bereits am 1. November.
Sichern Sie sich jetzt noch rasch Ihre Karten! (Sonderpreise von €10 bis € 70)
Ja. Ich mag prinzipiell Städte, in denen ich gern arbeite. Ich
mag auch das Land um Wien. Bei meinem ersten WienAufenthalt war ich ein bisschen unruhig über die einen ständig anglotzende Schönheit. Aber nach acht Jahren Berlin
hatte ich ein großes Bedürfnis nach Ästhetik. Jetzt find ich’s
schön, wenn ich ein paar Tage in Berlin bin, fahre aber auch
gern wieder weg. Ich mag Berlin im Moment nicht.
Gut.
EMILIA GALOTTI von Gotthold Ephraim Lessing
REGIE Andrea Breth BÜHNENBILD Annette Murschetz
KOSTÜME Dagmar Niefind MUSIK Elena Chernin
LICHT Alexander Koppelmann
MIT Andrea Clausen, Elisabeth Orth, Johanna Wokalek;
Sven-Eric Bechtolf, Wolfgang Gasser, Roland Kenda,
Roland Koch, Michael König, Wolfgang Michael,
Cornelius Obonya / Michael Masula, Nicholas Ofczarek,
Denis Petkovic´
Premiere am 20. Dezember im Akademietheater
Weitere Vorstellungen am 22. und 30. Dezember
und am 7., 8., 18., 19. und 30. Jänner
Frohe Weihnachten
und ein
gutes Neues Jahr
vorsicht...
... ABSTURZ(GEFAHR)
„Welches Schweinderl hättens’ denn gern?“
Rex Gildo singt in Möbelhaus: Selbstmord!
40 Millionen Arbeitslose in der OECD!
Jackpot
geknackt!
Hoffnung: Jeder gründet eine ICH-AG!
Daimler – Manager: „Der Kapitalismus besitzt als solcher eine sittliche Qualität.“
Gunter Gabriel in der Fußgängerzone!
Dramatisch: Tischler Jürgen P. jetzt Hilfsarbeiter!
Harald Juhnke im Koma!
Harald Schmidt: „Auf die Frage: Haben wir zu viele Ausländer? antworten
12% Weiß nicht, 23% Nein, und 65%: Kannst du saggen Frage noch mal?“
Hans Rosenthal: „Das ist Spitze!“
Entertainer: „Hinter diesen Augen bin ich tot. Ich bin tot,
genau wie dieser träge, verlogene Haufen da vor mir.“
Die Besten überleben!
Karlheinz Hackl spielt
den Entertainer
„Der Entertainer“ mit Laurence Olivier in der Titelrolle ist 1957, nach „Blick zurück im Zorn“ im Jahr zuvor, der zweite große Erfolg des bis dahin völlig unbekannten
Jungdramatikers John Osborne. Ähnlich wie heute allzu kunstsinniges und unter Wirklichkeitsverlust leidendes Theater Konkurrenz vom direkten und realistischen
britischen Theater bekommt, hat John Osborne vor über vierzig Jahren mit seinen Stücken die Revolte der „angry young men“ initiiert und die Auswirkungen der
sich wandelnden sozialen Verhältnisse unverschmockt und klar auf die Bühne gebracht.
Im „Entertainer“ wird Stagnation zum Verfall und der soziale und psychische Niedergang einer Familie zum Spiegel für eine immer brüchiger werdende Umwelt, die
kaum mehr Sicherheit geben kann. Man sieht sich von cleveren Karrieristen überholt und von Ausländern umzingelt. Überdies ist der Beruf des familiären Ernährers in der Krise und vom Aussterben bedroht: Archie Rice arbeitet als Entertainer in einer Music Hall und muss erleben, wie er mit dem verblassenden Glanz seines Unterhaltungsgewerbes untergeht. Er weiß um seinen Untergang und klammert sich umso verzweifelter und zynischer an den Talmiglanz theatraler Unterhaltungskunst. Seine Tragödie: er weiß, dass er immer schlechter wird und macht trotzdem weiter. Aus einem Künstler ist ein Mensch geworden, dessen Pointen
immer seltener gelingen und dessen einziger Triumph darin besteht, dem Finanzamt ein Schnippchen zu schlagen.
DER ENTERTAINER von John Osborne. Musik von John Addison. Deutsch von Helmar Harald Fischer
REGIE Karin Beier BÜHNENBILD Florian Etti KOSTÜME Lydia Kirchleitner MUSIKALISCHE LEITUNG/EINRICHTUNG Gerd Bessler CHOREOGRAPHIE Bernd Bienert
MIT Alexandra Henkel, Barbara Petritsch; Raphael von Bargen, Michele Cuciuffo, Karlheinz Hackl, Martin Schwab, Paul Wolff-Plottegg u.a.
Premiere am 8. Februar im Burgtheater
vor g e s t e l l t
Dagmar Zach, Inspizientin
Johanna Wokalek, Schauspielerin
1996 debütierte sie als Polly in Paulus Mankers Inszenierung von Brechts „Dreigroschenoper” am Burgtheater.
Seit 1999 ist die in Freiburg im Breisgau geborene Johanna Wokalek festes Ensemblemitglied. Sie ist die Nina in
Luc Bondys Inszenierung von Tschechows „Die Möwe”, Anna in Horváths „Der jüngste Tag” (R. Andrea Breth),
und das Käthchen in Andrea Breths Inszenierung von Kleists „Käthchen von Heilbronn”. Zur Zeit steht sie in mehreren Rollen in „Der Narr und seine Frau heute Abend in Pancomedia” von Botho Strauß (R. Dieter Giesing) und
als Evelyn in „das maß der dinge” (R. Igor Bauersima) auf der Bühne, für ihre Leistung in „Pancomedia“ wurde sie
jüngst mit dem Nestroy ausgezeichnet. Ab 20. Dezember ist sie als Emilia Galotti in der Regie von Andrea Breth
im Akademietheater zu sehen.
Was wäre für Sie das größte Unglück?
Danach gefragt zu werden
Wo möchten Sie leben?
Parislondonnewyorkwien (die Reihenfolge der Faktoren ist beliebig)
Was ist für Sie das vollkommene irdische Glück?
An die Liebe zu glauben
Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?
Tippfehler
Ihre liebste Romanheldin?
Effi Briest
Ihre Lieblingsgestalt in der Geschichte?
Platon
Ihre Lieblingsheldinnen in der Wirklichkeit?
Frauen, die unter Lebensgefahr Kinder unterrichten
Ihre Lieblingsheldinnen in der Dichtung?
Zur Zeit: Emilia Galotti
Ihr Lieblingsmaler?
Alexej Jawlensky
Ihr Lieblingskomponist?
Schubert, Satie
Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einem Mann am meisten?
Intelligenz, Witz, Unabhängigkeit
Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einer Frau am meisten?
Intelligenz, Witz, Unabhängigkeit, Sanftmut
Ihre Lieblingstugend?
Treue
Ihre Lieblingsbeschäftigung?
Eine andere werden
Wer oder was hätten Sie sein mögen?
Camille Claudel
Ihr Hauptcharakterzug?
Den suche ich noch
Was schätzen Sie bei Ihren Freunden am meisten?
Treue, Hilfsbereitschaft, Toleranz
Ihr größter Fehler?
Ungeduld
Ihr Traum vom Glück?
Im Zentrum Harmonie, an den Rändern Gewitter
Was wäre für Sie das größte Unglück?
Im Zentrum Gewitter, an den Rändern Harmonie
Was möchten Sie sein?
Eine Wolke
Ihre Lieblingsfarbe?
montags blau
Ihre Lieblingsblume?
Die Rose
Ihr Lieblingsvogel?
Der Zeisig
Ihr Lieblingslyriker?
Ingeborg Bachmann, Gottfried Benn
Ihr Lieblingsdramatiker?
Tschechow, Ibsen
Ihr Lieblingsstück?
Zur Zeit: Emilia Galotti
Ihre Helden in der Wirklichkeit?
Alle, die für Menschenrechte kämpfen
Ihre Lieblingsnamen?
Marie, Anna-Katharina, Karl
Was verabscheuen Sie am meisten?
Willkür
Welche geschichtlichen Gestalten verachten Sie am meisten?
All jene, die Menschenleben verachten
Welche militärischen Leistungen bewundern Sie am meisten?
Die Schlacht an den Thermopylen
Welche Reform bewundern Sie am meisten?
Die geplante Reform der Rechtschreibreform
Welche natürliche Gabe möchten Sie besitzen?
Differenzialgleichungen lösen
Wie möchten Sie sterben?
Das weiß ich noch nicht
Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?
Hellwach
Ihr Motto?
Weitermachen
Dagmar Zach at work
Gabriele Schmid, Dagmar Zach, Klaus von Schwerin,
Lisa Ahle, Roman Dorninger, Sonja Schmitzberger
„Ich bin ein geborener Kampfkarpfen“
Mindestens eine Stunde vor Vorstellungsbeginn ist Dagmar Zach im Theater, geht auf die Bühne, kontrollierender Rundgang, und setzt sich ans Inspizientenpult. 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn gibt sie das
erste Zeichen.
„Einen schönen guten Abend, meine Damen und Herren. Es ist 19 Uhr 30,
das erste Zeichen. Damen- und Herrengarderobe bitte die Anwesenheitspflicht beachten und 4451 anrufen.“
Ihre Stimme ist über Lautsprecher in den Gängen, Garderoben und in der Kantine zu hören. „Trockenübungen“, nennt sie die kurze Probe vor der Vorstellung, wenn sie komplizierte Lichtzeichen noch einmal
wiederholt. Dagmar Zach ist seit 1995 Inspizientin am Burgtheater. Sie ist stets schwarz gekleidet, bewegt
sich auf leisen Sohlen; zwei Gegenstände, ohne die sie niemals eine Vorstellung „fahren“ würde: ein silberner Armreifen und eine Stoppuhr, die sie um den Hals trägt. Wie eine Sporttrainerin. Wo sie doch eigentlich Dompteuse ist. Ihr Kommando gilt. „Ich bin nervenstark, ruhig, bestimmt im Auftreten, autoritär, präzise und verliebt ins Theater“. Eigenschaften, die man bei Inspizienten voraussetzt. „Wesenszüge, die nicht
zum Sternzeichen Fisch passen, aber eigentlich bin ich ein geborener Kampfkarpfen!“
Inspizienten „fahren“ die Vorstellung, wie es im Fachjargon heißt. Sie geben Lichtzeichen, Bühnenzeichen,
rufen die Schauspieler zu ihrem Auftritt - koordinieren jede Bewegung auf der Bühne mittels Tastendruck.
Ohne sie beginnt keine Vorstellung, ohne ihr Signal passiert nichts. „Wenn es donnert und kracht, Musik
spielt und ein Schauspieler auftritt: das ist mein Finger“, erklärt Dagmar Zach kurz und bündig ihren Beruf.
„Noch einmal einen schönen guten Abend, meine Damen und Herren, es ist
19 Uhr 45, das zweite Zeichen“.
Ihr Arbeitsplatz befindet sich – unsichtbar für die Zuschauer – rechts von der Bühne. Viele Tasten, auf den
ersten und auch zweiten Blick verwirrend, drei Bildschirme, die das Geschehen im Zuschauerraum und auf
der Bühne zeigen, ein Computerbildschirm, der die Signale anderer Abteilungen, wie Akustik oder Beleuchtung, auflistet, eine große Wanduhr, eine Digitaluhr am Pult, selbstverständlich ihre Stoppuhr und ein Telefon,
das nur blinkt, nie läutet, lassen die kleine Kabine wie ein Flugzeugcockpit erscheinen. Vier Tasten heben
sich auffällig von den anderen ab: RUHE (verursacht ein Blinken im Stiegenhaus hinter der Bühne),
ABLÄUTEN (Klingelzeichen), UMBAU und schließlich KURTINE, um den eisernen Vorhang zu betätigen.
„Es ist 19 Uhr 55. Das dritte und letzte Zeichen“
Zu diesem Zeitpunkt wird auch dem Publikum ein akustisches Zeichen gesetzt. Die schrille Klingel signalisiert den Zuschauern, dass die Vorstellung in fünf Minuten beginnt. Gleichzeitig werden jetzt auch die
Schauspieler zum Auftritt gerufen.
Es gibt keine Schule an der das Arbeiten am Inspizientenpult gelehrt wird. Inspizienten sind meist Autodidakten. Entweder man kann drei bis vier Dinge gleichzeitig erledigen, oder nicht. Hat man einmal an einem
Inspizientenpult gearbeitet, ist es wie mit dem Schwimmen – man verlernt es nie mehr. Dagmar Zach,
geboren in Wien, wusste mit 17 Jahren genau, welchen Beruf am Theater sie ergreifen würde. Während
sich andere als Hospitanten oder Regieassistenten dem Theater nähern, wusste sie genau Bescheid über
Berufsbild und Aufgabenstellung einer Inspizientin. Erstes Engagement: am Theater in der Drachengasse.
Hauptsache Theater. Sie ist auf Proben – meist vom ersten Tag an, notiert sich alle Details die Bühne und
Umbauten betreffend in ihr Inspizientenbuch. Überkorrekt sei sie, weil sie ihr „Arbeitsbuch“ am Computer
schreibt. Gleichzeitig hat sie damit aber auch eine Sicherheitskopie zu Hause, denn Inspizientenbücher
bleiben immer im Theater, eingesperrt, dürfen auch nicht kopiert werden. Nicht aus Angst vor Raubkopien,
aber vor Veränderung der Seitenreihenfolge, denn das wäre fatal. Eigentlich kennt sie ihre Arbeitsschritte
auswendig. „Durch den Probenprozess frisst sich alles ins Gehirn.“ Sie mag es kompliziert und schwierig.
Und obwohl sie nie das Endresultat von harten Proben aus der Perspektive der Zuschauer sieht, wird ihr
auch nach der 50sten Vorstellung nicht langweilig. Im Gegenteil. Sie merkt, wie das Stück lebt. Für sie ein
erhebendes Gefühl: „Ich bemerke, dass die Schauspieler heute etwas kokett miteinander spielen.“
Der Stuhl am Inspizientenpult war meist männlich besetzt. Bevor Dagmar Zach ans Burgtheater kam,
waren erst zwei Frauen in diese Männerdomäne vorgedrungen. Mittlerweile sorgen mehr Frauen als Männer für den reibungslosen Ablauf eines Theaterabends: Sonja Schmitzberger und Dagmar Zach
(Burgtheater), Lisa Ahle und Gabriele Schmid (Akademietheater); Klaus von Schwerin (Oberinspizient,
Burgtheater), Herbert Hoffmann und Roman Dorninger (Akademietheater). „Vielleicht hat es damit zu tun,
dass wir nicht nur nervenstark und belastbar sind, sondern auch fürsorglich und von der Zahnseide bis zu
den Bachblüten-Notfallstropfen alles dabei haben“, meint Dagmar Zach verschmitzt.
Zur Zeit verbringt sie ihre Tage, manchmal auch ihre Nächte, mit „Hamlet“. Drei Inszenierungen des Klassikers hat sie bereits gesehen – diese Produktion stand ganz oben auf ihrer Wunschliste. Sozusagen ein
Weihnachtsgeschenk, denn die Premiere findet am 18. Dezember statt.
„Meine Damen und Herren, die Vorstellung ist zu Ende. Vielen Dank.“
Mit diesem Satz, der in Gängen, Garderoben und in der Kantine zu hören ist, verabschiedet sich Dagmar
Zach und schließt ihr Inspizientenbuch. Im Vorstellungsbuch, in das Regieassistenten und Inspizienten
Eintragungen über den Verlauf der Vorstellung und die Reaktion des Publikums vornehmen, steht: „Viele
Bravos! Herr X spielte noch einmal trotz Armverletzung. Frau Y wurde während der Vorstellung vom Theaterarzt mit Kreislauftropfen behandelt.“ Licht aus.
Ulrike Spann
Johanna Wokalek in:
Der Narr und seine Frau heute Abend in Pancomedia, Die Möwe,
Das Käthchen von Heilbronn, Das Maß der Dinge
vornehmen!
DER JUDE VON MALTA
AUF DEM LAND
KRANKHEIT DER JUGEND
Ein Ehepaar zieht aufs Land, um der Vergangenheit zu
entfliehen, und nistet sich in einem umgebauten Getreidespeicher ein. Die vermeintliche neugewonnene Idylle
wird empfindlich gestört durch das scheinbar unvermittelte Auftauchen einer jungen Amerikanerin... „Rasant
und sensibel: Roman Kummer zeigte im Akademietheater seine Inszenierung dieses packenden, kriminalistischen Kammerspiels. Er beweist mit diesem Debüt bei
aller Rasanz eine sensible Hand für Schauspieler und
einen souveränen Umgang mit den komplizierten
Sprachgeflechten des britischen Autors.“ (Kurier).
„Auf dem Land“ von Martin Crimp wieder am 12. und
17. Jänner auf dem Spielplan.
Gert Voss, Uwe Bohm, Christine Kaufmann
Philipp Hauß, Tamara Metelka
„Es gelingt dem jungen Burg-Ensemble optisch höchst
attraktiv und mit Engagement Eindruck zu schinden:
Jana Becker als exzentrische Desiree, Tamara Metelka
als brave Marie; Elisa Maria Seydel als Lucy erlebt eine
effektvolle Verwandlung, Heike Kretschmer spielt die
ehrgeizige, düpierte Irene. Nicki von Tempelhoff gibt
den Spiritus Rector Freder, der seine Depressionen
alkoholisch illuminiert, Dietmar König ist der nette
„Kein-Mann-Kumpan“, vermutlich andersrum und
Philipp Hauß gefällt als Bubi Petrell.“ (Die Presse)
Die nächsten Vorstellungen am 12., 13., 17., 20., 21.
und 29. Dezember.
„Der geniale Voss zieht sich den Dämon, den Geist, die
Wut, den Hass des Juden Barabas an wie eine Jacke,
die Seele gepanzert gegen Schmus und Schmock.
Darunter aber jauchzt ein anarchistischer Entertainer,
der sich und anderen den großen tödlichen Spaß
macht, das Vernichtungsspiel, das alle spielen, besser
als alle zu spielen...“ (FAZ) „Der Jude von Malta“ von
Christopher Marlowe: Peter Zadeks Theaterereignis
der letzten Spielzeit mit Gert Voss in der Titelrolle,
steht am 15. Dezember und am 6., 13.,15., 17. und
20. Jänner wieder auf dem Spielplan.
Regina Fritsch, Joseph Lorenz
DER WALD
HUND FRAU MANN
Kasino
FRÄULEIN ELSE
Zwei Singles finden einen Hund. Daraus wird ein Paar mit
Hund. Sabine Haupt und Edmund Telgenkämper durchlaufen in ihrem turbulenten Beziehungsreigen alle Stufen
der Möglichkeiten und Unmöglichkeiten von Liebe: „Ein
unkonventioneller Theaterabend, der zuweilen beklemmend genau dem Leben abgeschaut ist.“ (Kleine Zeitung). „Hund Frau Mann“ von Sibylle Berg: Stephan
Müllers erfolgreiche Inszenierung mit Urs Hefti als Hund
ist wieder am 28. Jänner zu sehen.
Sven-Eric Bechtolf, Kirsten Dene
„Große Rollen für das Ensemble des Burgtheaters: Mit
großer Lust gibt Kirsten Dene die himmelschreiende
Matrone Raissa Pawlowna, eine Frau wie eine überladene Sahnetorte, die ihre Triebe kaum beherrschen
kann ... Das Feuerwerk der Komödie brennen aber
Sven-Eric Bechtolf und Martin Schwab ab, als die beiden Schauspieler Tragikow und Komikow.” (FAZ)
Alexander Ostrowskijs Komödie „Der Wald“ um Geld,
Macht, Liebe – und die Ehrlichkeit von Schauspielern,
wird ab dem 14. Jänner ins Burgtheater übernommen.
Weitere Vorstellungen am 16. und 28. Jänner.
DER NARR UND SEINE FRAU
HEUTE ABEND IN PANCOMEDIA
Dorothee Hartinger
Edmund Telgenkämper, Urs Hefti, Sabine Haupt
PFEIF’ AUF DEN PRINZEN!
TEXTE, LIEDER & SZENEN FÜR FRAUEN & MÄNNER
Bitterernst oder ironisch, zynisch oder sarkastisch,
berührend oder bedrückend, amüsant oder belächelnd
wird die Beziehung zwischen Frau und Mann, das Mitund Gegeneinander, auf die Bühne gebracht.
Lyrik und Prosa, von Tucholsky und Bachmann bis Rühm
und Gerstl, Szenen aus dem „Reizenden Reigen“ von
Werner Schwab und Lieder von Wieners „Ich wünsch mir
zum Geburtstag einen Vorderzahn“ bis Aznavours „Du
lässt dich gehen“ stehen auf dem Programm. Maresa
Hörbiger, Tamara Metelka, Dunja Sowinetz und Bibiana
Zeller sind die vier starken Frauen, die in dieser vergnüglichen musikalisch-literarischen Revue Joseph Lorenz zeigen, wer wirklich die Hosen anhat. Am Klavier Matthias
Stötzel. Auf dem Spielplan des Akademietheaters am
20., 24. und 27. Jänner!
Uwe Bohm, Anne Bennent
„Ein Fest für Schauspieler – und mit über 100 Rollen
ein Panoptikum der Gesellschaft, das Hotel Confidence
als deren Umschlagplatz: Es ist ein ewig währender
Sommernachtstraum, von dem Strauß heiter wispert.
Ein Partikelgestöber: Unter die Kleinverleger und
Großschwätzer, die Greisinnen und Greise, Narren und
Bildungsbeauftragten mengt sich Strauß, der doch die
Zivilisation aus ehrlichem Herzen verachtet, wie ein
insektenforschender Puck. Er reißt den mit der Moderne geschlagenen Menschen die Fühler und Beinchen
vom hart verschalten Leib.“ (Der Standard).
Vorstellungen am 3., 4. und 12. Jänner.
Bibiana Zeller, Joseph Lorenz
Burgtheater
Akademietheater
„Wie Dorothee Hartinger das Inwendige des Fräulein
Else nach außen stülpt, und die im Nachhinein als
höchst fatal erscheinenden Reflexionen und Träumereien
einer Tochter aus gutem Hause gar unterhaltsam preisgibt, das lässt eine verspielte und deshalb nicht weniger
tragische oder fragile Figur gut erkennen. In Bondys Anatol
hat sie sich als fabelhaftes Schnitzler-Fräulein bereits
bewiesen. Mit Regisseur Christian Tschirner ist sie jetzt
im Burg-Vestibül noch tiefer in die von Tod und Eros bestimmte Welt des Dichters vorgedrungen.“ (Der Standard)
Vorstellungen im Vestibül am 11., 12., 14., 19. und 30.
Dezember und am 4., 5., 10., 22., 24. und 28. Jänner.
DIE VERRÜCKTE MAGDALENA
Maresa Hörbiger, Clementine Gasser
„Maresa Hörbiger setzt als Stilmittel ihre Stimme ein.
Springt behende vom Hochdeutsch zum „Boarisch“ bei
der Maiandacht. Mit sparsamsten Mitteln und Präzision
versammelt Hörbiger ein Pandämonium Bernhardscher
Beobachtungsgabe. Eine rezitatorische Liebeserklärung
an einen genauen Menschenbeobachter.“ (Die Presse)
„Die verrückte Magdalena“: Maresa Hörbiger liest
Monologe und Szenen aus „Am Ziel“, „Der deutsche
Mittagstisch“ und „Über allen Gipfeln ist Ruh”, sowie die
Erzählungen „Die verrückte Magdalena” und „Das Vermächtnis”. Komposition und Cello: Clementine Gasser.
Wieder am 15. und 17. Dezember, und am 11., 15. und
16. Jänner im Vestibül.
Vestibül
vors c h l ä g e
DIE FREIHEIT RIECHT
NACH VANILLE
SERVICE
INFORMATION
Über Kartenreservierungen und Serviceleistungen im
Servicecenter des Burgtheaters, Hanuschgasse 3, 1010
Wien. Tel. +43 / 1 / 51444-4140
„IN FREMDEN STÄDTEN WOHNT UNBEKANNTE FREUDE...“
Eine Lesung polnischer Gegenwartsautoren anlässlich des
Polnischen Jahres in Österreich.
Gerd Böckmann, Regina Fritsch und Werner Wölbern
lesen Texte von Radek Knapp, Dariusz Muszer,
Janusz Rudnicki, Piotr Sommer, Wislawa Szymborska,
Olga Tokarczuk und Adam Zagajewski
SPIELTRIEBE 3: DRITTER JÄNNER
DIE RADIOTRINKERIN
und andere Dialoge von
MAX GOLDT
Musikalische Umrahmung durch das Biz-Dobrek Duo:
Aliosha Biz (Violine) und Krzysztof Dobrek (Akkordeon)
Im Akademietheater am 11. Dezember, Beginn 20 Uhr
HIOB
WALTER SCHMIDINGER LIEST JOSEPH ROTH
Joseph Roth gab seinem
Buch „Hiob“ den Untertitel „Roman eines einfachen Mannes“. Er erzählt
die Geschichte des frommen jüdischen Lehrers
Mendel Singer aus einem
galizischen Dorf des alten
Österreich. Armut und
drohende Verfolgung
bewegen den Mann mit
seiner Familie, sein Glück
in Amerika zu suchen.
Aber das Unglück folgt
ihm auf dem Fuße. Er muss eines seiner Kinder, einen
kränklichen Jungen, der kaum sprechen kann, in der Heimat zurücklassen. Im endlich erreichten gelobten Lande
stirbt Singers Frau, seine Tochter fällt in geistige Umnachtung. Doch die Erwartung, dass sich alles zum Guten wenden würde, wird nicht enttäuscht. Überraschenderweise
findet der verloren geglaubte Sohn, inzwischen ein erfolgreicher Künstler geworden, seinen alten Vater jenseits des
Ozeans wieder. „Walter Schmidinger versteht es, die zwischen Märchen und trostreicher Botschaft schwankende
Geschichte zum Klingen und das gedämpfte Saitenspiel
eines tief melancholisch stimmenden Gleichnisses von Sünde
und Gnade den Zuhörern nahe zu bringen.“ (Berliner Morgenpost)
Im Akademieheater am 29. Jänner, Beginn 20 Uhr
KURT OSTBAHN & SIVAN PERWER
IN CONCERT UND ERSTMALS LIVE
„Der Nichtreisebusdeutsche fährt nicht hierher. Man denkt
sich: Ach sicher ists schön dort, aber dieses grässliche
Getue, daß Wien eine alte Frau sei und daß der Zentralfriedhof halb so groß sei wie Zürich, aber doppelt so lustig – pfui
nein, wo so ein kalter Kaffee fließt, packt man keinen Koffer
aus. Man fliegt statt dessen einmal jährlich nach New York.
Dort ist zwar noch weniger los als in Wien, aber die Leute
verstehen es, Aktivität vorzutäuschen.“
Max Goldt, geb. 1958, Autor, Musiker, Rezitator eigener
Texte, bildete zusammen mit Stephan Katz das Comic-Duo
KATZ + GOLDT. Lebt seit 1977 – mit einer Hamburger
Unterbrechung – in Berlin.
Es lesen und spielen Ensemblemitglieder des Burgtheaters
SPIELTRIEBE 4: SECHSTER FEBRUAR
ADIEU
Ein Abend SELBSTMORD
„T.T. kündigt an, sich am letzten November auf Subscription zu erschießen. Da sein Leben weder ihm selbst, noch
seinen Freunden nützlich, so ergreift er dieses Mittel, um
ihm eigenen Werth zu geben, und hofft, dass die Neuheit
seines Vorhabens Unterstützung des Publikums finden
wird. Mit einer Pistole wird er sich durch den Leib, mit der
andern durch’s Gehirn schießen, und den Tod auf eine Art
vorstellen, wie es noch nie öffentlich geschehen ist. Der
Auftritt geschieht genau um halb neun Uhr. Damen werden
ersucht, ihre Plätze zu bestellen.“
Beginn jeweils 20 Uhr 30
Barbetrieb, Musik und Tanz bis
in die frühen Morgenstunden.
GASTSPIEL IN BERLIN
„Drei Mal Leben“ – der Komödienhit von Yasmina Reza
(Regie: Luc Bondy) mit Andrea Clausen, Susanne Lothar,
Sven-Eric Bechtolf und Ulrich Mühe ist von 21. bis 26.
Jänner im Berliner Renaissance-Theater zu sehen.
Vorstellungen im Akademietheater am 3. und 4. Jänner
GESCHENKTIPP: NEU AUF CD!
BECKET von Jean Anouilh
Dieser überdimensionale Dialog
zwischen dem Freund, Kanzler
und Erzbischof von Canterbury,
Thomas Becket, und seinem
König, Heinrich II., ist eine Burgtheater- Rarität für Fans pointierter
Dialoge. Mit Oskar Werner und
Heinrich Schweiger
1CD um EUR 18,10 (Ö1 Club-Preis EUR 16,28)
Willi Resetarits alias Dr. Kurt Ostbahn, burgenländisch-kroatischer Österreicher, und Sivan Perwer, Kurde aus der Türkei,
singen über „ihre Leute, deren Lust, Leid und Leben“.
Für das österreichische Publikum ist Willi Resetarits ein
Mensch und Künstler mit sozialkritischer, wacher Haltung
gegenüber Ungerechtigkeiten. Sein soziales und humanes
Engagement gegen Fremdenhass und Rassismus sind Zeugnis dafür. Sivan Perwer ist eine Ikone der kurdischen Musik.
Er hat immer, selbst unter schwierigsten Bedingungen, seine
künstlerischen Fähigkeiten in den Dienst der KurdInnen
gestellt, und er versteht die Geschichte aller KurdInnen - im
Irak, Iran, in Syrien und auch in Russland – zu beschreiben.
Moderation: Barbara Rett, Ehrenschutz: Dr. Heinz Fischer
und Dr. Eva Glawischnig; der Erlös geht an das Integrationshaus Wien und den kurdischen Frauenverein in
Diyarbakir, Türkei. Vorverkauf ab 2. Dezember.
Im Burgtheater am 31. Jänner, Beginn 19 Uhr 30
DER RIESE VOM STEINFELD
von Peter Turrini & Friedrich Cerha
mit Thomas Hampson, Branko
Samarowski, Michelle Breedt,
Herwig Pecoraro, Diana Damrau,
u.a. Chor und Orchester der
Wiener Staatsoper
Dirigent: Michael Boder
Mitschnitt aus der Uraufführungsserie vom Juni 2002 (2 CDs)
PUBLIKUMSFORUM
Erstes öffentliches Gespräch mit dem Publikumsforum der
Spielzeit 2002/03, gemeinsam mit der Direktion des
Burgtheaters, am Donnerstag, 23. Jänner um 18 Uhr 30
im Burgtheater, Foyer II. Rang; Zugang über die Feststiege
Volksgartenseite. Der Eintritt ist frei.
TAGESKASSEN
Zentrale Kassen der Bundestheater:
Hanuschgasse 3, 1010 Wien, Telefon/Information:
514 44/7804
Im Burgtheater: Dr.-Karl-Lueger-Ring 2, 1010 Wien,
Telefon: 514 44/4440
In der Volksoper Wien: Währinger Straße 78, 1090 Wien,
Telefon: 514 44/3318
ÖFFNUNGSZEITEN
Montag bis Freitag: 8 bis 18 Uhr, Samstag, Sonn- und
Feiertag: 9 bis 12 Uhr
In den Zentralen Kassen und im Burgtheater an den
Adventsamstagen 9 bis 17 Uhr
ABENDKASSEN Tel: 514 44 + DW
Burgtheater/Vestibül DW 4440, Akademietheater DW 4740,
Kasino DW 4830
Die Abendkassen öffnen eine Stunde vor Vorstellungsbeginn.
KARTENVORVERKAUF
Beginnt jeweils am 20. des Vormonats für den gesamten
Folgemonat. Wahlabonnenten haben Vorkaufsrecht ab 15.
des Monats für den gesamten Folgemonat (Tel: 51329672967). Sollte der Wahlabonnenten-Vorverkaufstag auf ein
Wochenende oder einen Feiertag fallen, so ist der nächstfolgende Werktag der offizielle Vorverkaufstag. ( Ausnahme
Wahlabo III Vorverkauf ab 14. des Vormonats auch an
Sonn- und Feiertagen). Ermäßigte Karten auch im Vorverkauf. Der telefonische Kartenverkauf für Inhaber von Kreditkarten beginnt am ersten Vorverkaufstag. Tel: 513 1 513,
von Montag bis Sonntag von 10 - 21 Uhr. Stehplätze für
das Burgtheater und Akademietheater werden an den
Abendkassen verkauft. Kartenverkauf im Internet über
www.burgtheater.at oder direkt: www.bundestheater.at
SCHRIFTLICHE KARTENBESTELLUNGEN
aus den Bundesländern und aus dem Ausland können
bis spätestens zehn Tage vor dem Vorstellungstag an das
Servicecenter Burgtheater, Hanuschgasse 3, 1010 Wien,
gerichtet werden. Tel: 51444-4145, Fax -4147.
KARTENPREISE
Preiskategorien Burgtheater und Akademietheater
€ 4, € 7, € 15, € 22, € 29, € 36, € 44, Stehplätze € 1,5
Einheitlicher Kartenpreis im Kasino € 22, im Vestibül nach
Angabe (ermäßigte Karten für € 7 auch im Vorverkauf). Die
Preise für Einzelveranstaltungen sind extra gekennzeichnet.
ERMÄSSIGUNGEN
Last Minute Ticket: 50% Ermäßigung ab einer Stunde vor
Vorstellungsbeginn an der Abendkasse bei nicht ausverkauften Vorstellungen, ausgenommen Matineen und Sonderveranstaltungen im Kasino. Schüler, Studenten, Lehrlinge, Präsenz- und Zivildiener sowie Arbeitslose mit entsprechendem Lichtbildausweis erhalten bei nicht ausverkauften
Vorstellungen an der Abendkasse 30 Minuten vor Beginn
der Vorstellung ermäßigte Karten zum Preis von € 7.
SPIELPLAN / ABONNEMENT / WAHLABONNEMENT /
ZYKLEN /
Der Spielplan des Burgtheaters mit Akademietheater, Kasino
und Vestibül und mit allen Abonnement- und Zyklenterminen erscheint jeweils am 15. des Vormonats. Er liegt an
allen Spielstätten aus und kann auf Wunsch kostenfrei
zugeschickt werden. Abonnementen, Wahlabonnenten und
Inhaber von Zyklen erhalten den Monatsspielplan automatisch per Post. Spielplaninformation im Internet unter
www.burgtheater.at und täglich im STANDARD und in
weiteren Wiener Tageszeitungen.
NACHWEISE BILDER: Roswitha Hecke (S.14 „Jude von Malta“), Hans Jörg Michel („Titel“),
Georg Soulek (S.5 „Hamlet“, S.14 „Hund Frau Mann“, S.15 „Glückliche Tage“), (S.3, „Bernhard Studlar“), Reinhard Werner (S.8/9 „Andrea Breth“, „Michael Heltau“, „Klaus Bachler“,
„Charles Maxwell“, „Enrico“, S.11 „Karlheinz Hackl“, S.13 „Dagmar Zach“, „Inspizienten“,
„Johanna Wokalek“, S.14 „Der Wald“, „Pfeif’ auf den Prinzen!“, „Fräulein Else“, „Die verrückte Magdalena“, „Auf dem Land“, „Krankheit der Jugend“, S.15 „Werner Wölbern“,
„Regina Fritsch“, „Gerd Böckmann“, „Walter Schmidinger“), Christian Brachwitz (S.13
„Pancomedia“, S.14 „Pancomedia“), Bernd Uhlig (S.13 „Käthchen“), Monika Rittershaus
(S.13 „das maß der dinge“), Ruth Walz (S.13 „Die Möwe“), Integrationshaus (S.15 „Ostbahnkurti“); die Abbildung auf S.7 („Elektra“) von Odd Nerdrum, auf www.nerdrum.com.
TEXTE: Der Text auf S.3 ist ein Originalbeitrag für diese Zeitung, der Text von Mathias Mayer
auf S.7 in: Hugo von Hofmannsthal, Elektra, Frankfurt/Main (Fischer) 2000.
Wir danken unseren SPONSOREN: Mobilkom Austria, Palmers AG,
Österreichische Post AG, Porsche Austria GmbH und unseren
FREUNDEN UND FÖRDERERN: Wiener Städtische Versicherung,
Österreichische Nationalbank, Österreichische Elektrizitäts-Wirtschafts
AG Verbund, Fernwärme Wien, Agens-Werk, BAWAG, Wienstrom,
Österreichisches Verkehrsbüro und Schlumberger Wien
Document
Kategorie
Seele and Geist
Seitenansichten
70
Dateigröße
521 KB
Tags
1/--Seiten
melden