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EnEV 2012 - was kommt? Novelle der - DUMA GmbH

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Energieausweis
Melita Tuschinski
EnEV 2012: Was kommt?
Schritt für Schritt zur Novelle der
Energieeinsparverordnung
Überblick, Informationen, Antworten auf Praxisfragen,
Checklisten für Architekten, Planer, Sachverständige,
Energieberater, Bauherrn und Verwalter von Gebäuden
www.EnEV-online.de
EnEV 2012: Was kommt?
Schritt für Schritt zur Novelle
der Energieeinsparverordnung
Ausgabe: 12. Oktober 2011
Überblick, Informationen, Antworten auf Praxisfragen und Checklisten
für Berater, Architekten, Planer, Bauherrn und Verwalter von Gebäuden
Institut für Energie-Effiziente Architektur mit Internet-Medien
Melita Tuschinski, Dipl.-Ing.UT, Freie Architektin, Stuttgart
www.tuschinski.de
| www.EnEV-online.de
Melita Tuschinski
EnEV 2012: Was kommt?
Schritt für Schritt zur Novelle der Energieeinsparverordnung
Überblick, Informationen, Antworten auf Praxisfragen und Checklisten für
Berater, Architekten, Planer, Bauherren und Verwalter von Gebäuden
Ausgabe: 12. Oktober 2011
© Titel-Collage: Margarete Mattes, KommunikationsDesign, München
Bilder Titelseite: © Ganzaless–shutterstock, © PhotoSG–fotolia.com
Weitere Bilder:
Seite 2.02
© Scanrail - Fotolia.com
Seite 2.03
© forestpath - Fotolia.com
Seite 2.04
© BMVBS, Berlin
Seite 4.02, 4.03, 4.04
© PhotoSG - Fotolia.com
Seite 4.06, 4.07
© bluedesign - Fotolia.com
Seite 5.02, 5.03
© Orlando Florin Rosu - Fotolia.com
© Herausgeber:
Institut für Energie-Effiziente Architektur mit Internet-Medien
Melita Tuschinski, Dipl.-Ing.UT, Freie Architektin
Bebelstrasse 78, D-70173 Stuttgart, 3.OG
Telefon: + 49 (0) 711 / 6 15 49 26
Telefax: + 49 (0) 711 / 6 15 49 27
E-Mail: info@tuschinski.de, www.tuschinski.de
Wichtige Hinweise:
Alle Angaben und Daten in dieser Publikation haben der Herausgeber und die Autorin nach
bestem Wissen erstellt und sorgfältig überprüft. Dennoch können wir inhaltliche Fehler
nicht vollständig ausschließen. Daher erfolgen alle Angaben ohne jegliche Verpflichtungen
oder Gewähr. Wir übernehmen keinerlei Verantwortung und Haftung für inhaltliche
Unrichtigkeiten oder Unvollständigkeiten. Bitte beachten Sie auch, dass sämtliche
Verwertungsrechte der Publikation ausschließlich bei dem Herausgeber liegen.
Bei einigen Fragen und Antworten finden Sie auch Links auf Webseiten in EnEV-online
sowie auf externe Webseiten, für deren Inhalte wir nicht verantwortlich sind. Für alle
unsere Informationen auf den Webseiten von EnEV-online gelten unsere Allgemeinen
Geschäftsbedingungen: http://service.enev-online.de/portal/tuschinski_agb_2009.03.pdf
Diese Publikation bieten wir als kostenfreien Download im Fachportal EnEV-online an:
http://service.enev-online.de/bestellen/energieausweis_energiepass_enev.htm
1.01 Einleitung
M. Tuschinski: EnEV 2012 kommt!
12. Oktober 2011
Liebe Leserinnen und liebe Leser,
wer heute baut muss auch die aktuelle Energieeinsparverordnung
(EnEV 2009) erfüllen. Bei bestimmten Bauvorhaben müssen Planer, Bauherren und Investoren allerdings bereits den künftigen
Melita Tuschinski
www.EnEV-online.de
EnEV-Standard beachten, der zum Zeitpunkt der Bauabnahme
gelten wird. Bei größeren Bauprojekten dies kann durchaus die
künftige EnEV 2012 sein, die voraussichtlich ab 2013 gelten wird.
Warum ändert sich die EnEV schon wieder?
Deutschland novelliert die EnEV 2009 weil wir damit die europäische Richtlinie für energieeffiziente Gebäude von 2010 umsetzen.
Diese erlaubt ab 2021 nur noch Passiv- und NullenergieNeubauten – bei öffentlichen Gebäuden sogar ab 2019 - und
fordert energieeffiziente größere Sanierungen im Bestand.
Die EnEV 2012 ist ein Schritt in diese Richtung!
Fachleute, Bauherren, Investoren und Verwalter müssen
die Anforderungen der EnEV 2012 rechtzeitig kennen.
Wie hilft Ihnen unsere Broschüre?
 Update: Sie wollen auf dem Laufenden bleiben zur EnEV 2012?
Abonnieren Sie unseren  kostenfreien EnEV-Newsletter.
 Überblick: Sie wollen sich zur EnEV 2012 informieren?
Sehen Sie sich diese gesamte Broschüre an.
 Praxis: Sie interessiert wie man die EnEV 2012 anwendet?
Wir werden auch Fragen und Antworten veröffentlichen.
 Sponsoring: Sie bieten selbst Produkte und Dienste zur EnEVAnwendung an? Präsentieren Sie sich als Sponsor (Anhang A).
 Bitte kontaktieren Sie uns bei Interesse über EnEV-online.
 Ihre eigenen Fragen: Sie wenden die EnEV professionell an?
Auf Ihre Praxis-Fragen antworten wir ausführlich in unserem
 Online-Workshop für Premium-News Abonnenten.
Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre und viel Erfolg!
Melita Tuschinski
Dipl.-Ing.UT, Freie Architektin
Autorin und Herausgeberin www.EnEV-online.de
1.02 Inhaltsübersicht
M. Tuschinski: EnEV 2012 kommt!
Inhaltsübersicht
1
Titel und Einführung
Editorial
Warum ändert sich die EnEV? Wie hilft ihnen unsere Broschüre?
1.01
Themen
Welche Inhalte finden Sie in dieser Broschüre?
1.02
2
News
Zeitplan
Forschung
Vorbereitung
Konzept
3
News
Absichten
Energiewende
4
EnEV 2012: Schritte zur Novelle
Hinweise: Was gibt es Neues zur EnEV-2012-Novelle?
2.01
Interview: Wann kommt die EnEV 2012?
3.01
Projekte: Erkenntnisse für die Vorbereitung der EnEV-Novelle
3.02
Interview: Referentenentwurf EnEV 2012 bis Jahresende fertig
3.03
Umsetzung: Eckpunkte zur Energieeffizienz im Baubereich
3.04
Deutschland: Ziele und Initiativen
Hinweise: Was gibt es Neues vom Bund und Ländern?
3.01
Ziele: Das Energiekonzept der Bundesregierung
3.02
Eckpunkte: Energieeffizienz im Gebäudebereich
3.03
Europa: EU-Richtlinie für Gebäude
News
Hinweise: Was gibt es Neues zur EU-Gebäuderichtlinie?
4.01
Ziele
Was ist der Sinn und Zweck der neugefasste EU-Richtlinie?
4.02
Was fordert die EU-Richtlinie im Neubau und Bestand?
4.03
Bis wann müssen die Mitgliedsländer die EU-Richtlinie umsetzen?
4.04
Interview: Wie setzt Deutschland die EU-Richtlinie um?
4.05
Vergleich: Anforderungen EnEV 2009 und EU-Richtlinie 2010
4.06
Energie und Bauen in Europa – Ziele und Regeln
4.07
Anforderungen
Zeitplan
Umsetzung
Anforderungen
EU-Richtlinien
5
Sponsoren
Anhänge
Profile: Die Sponsoren stellen sich kurz vor
Anhang
A
M. Tuschinski: EnEV 2012 kommt!
2.01 News zur EnEV 2012 – Seite 1 von 3
12. Oktober 2011
Was gibt es Neues zur EnEV 2012?
Autorin: Melita Tuschinski, Dipl.-Ing.UT, Freie Architektin
In dieser Rubrik erfahren Sie über relevante Initiativen
und Aktionen auf EU-Ebene sowie in Deutschland.
12. Okt. 2011
Vorträge zur EnEV 2012

Was die EnEV 2012 Neues enthält
MR Peter Rathert, Bundesbauministerium Berlin
21.10.2011 Vortrag im Rahmen der Informationsveranstaltung „Energieeffizienz nach der Energiewende“, veranstaltet
von EnBW Vertriebs GmbH Stuttgart und dem BadenWürttembergischen Handwerkstag. | www.enbw.com

Was bringt und die nächste EnEV-Novelle?
MR Peter Rathert, Bundesbauministerium Berlin
11.11.2011 Vortrag im Rahmen der 4. EffizienzTagung Bauen+Modernisieren in Hannover, veranstaltet vom Energieund Umweltzentrum am Deister GmbH, Springe und proKlima
– Der enercity-Fonds, Hannover. | www.effizienztagung.de

Auf dem Weg zur EnEV 2012:
Die EnEV für Industriegebäude im Praxis-Dialog
Dipl.-Ing.UT Melita Tuschinski, Herausgeberin EnEV-online.de
28.11.2011 Vortrag im Rahmen des Fachsymposiums Industriedach im Bauzentrum München veranstaltet von der Fachzeitschrift industrieBAU, Merching und der VEDAG GmbH,
Bamberg. | www.industriebau-online.de/fachsymposium
21. Sept. 2011
KfW-Aktionsplan Energiewende
Die KfW-Förderbank hat alle Berater, Kammern, Verbände, Ministerien und andere Organisationen, die mit ihr in Verbindung
stehen folgende über einen Rundbrief informiert:
„Die Bundesregierung hat in ihrem Energiekonzept den beschleunigten Umbau der Energieversorgung beschlossen. Für die
angestrebte Energiewende ist kurz- und mittelfristig mit einem
erhöhten Investitionsbedarf zu rechnen. Die KfW will die Umsetzung der Energiewende durch passende Finanzierungsangebote
nachhaltig unterstützen. Die dafür relevanten Förderprogramme
M. Tuschinski: EnEV 2012 kommt!
2.01 News zur EnEV 2012 – Seite 2 von 3
sollen zum 01.01.2012 entsprechend ausgebaut werden. Auch
wenn noch nicht alle Einzelheiten feststehen, möchten wir Sie
nachfolgend über einige wichtige Eckpunkte der geplanten Unterstützung der Energiewende informieren. Details zu den einzelnen Programmen werden wir Ihnen nach Abschluss unserer
Abstimmungsgespräche mit den Ministerien, voraussichtlich im
Oktober, in einem weiteren Rundschreiben mitteilen und Ihnen
dann die Programm-Merkblätter im Beraterforum bereitstellen.“
Den gesamten Rundbrief finden Sie als kostenfreien Download in
Pdf-Format in EnEV-online.de  praxis.enev-online.de
2. September 2011
Prognos-Studie: Wie wirkt sich die EnEV 2009
aus volkswirtschaftlicher Sicht aus?
Die Bundesregierung setzt in ihrem Energiekonzept auch auf die
Verbesserung der Energieeffizienz von Wohngebäuden. Ist es
volkswirtschaftlich betrachtet jedoch tatsächlich sinnvoll die
energetischen Anforderungen im Neubau und Bestands-Sanierung
zu erhöhen? Wir wirkt sich die EnEV 2009 in der Praxis aus? Das
Beratungs-Unternehmen Prognos AG mit Sitz in Berlin ist diesen
Fragen nachgegangen. Im Auftrag von Verbänden der Bau- und
Immobilienwirtschaft hat Prognos in einer Studie die Auswirkungen der aktuellen EnEV 2009 aus volkswirtschaftlicher Sicht untersucht im Hinblick auf die Energiekonzept-Ziele der Bundesregierung. Darüber hinaus ordnet die Studie auch energetische
Maßnahmen im Neubau einzelwirtschaftlich ein.
Fazit der Prognos-Studie
Die Prognos-Studie gelangt zu folgender Gesamtbewertung:
„Die klimapolitische Ausgangslage ist eindeutig: Sollen die
gesteckten Klimaschutzziele der Bundesregierung erreicht werden, muss die energetische Qualität im Gebäudebereich erheblich verbessert werden.
Die größte Herausforderung liegt dabei nicht allein in der energetischen Wirtschaftlichkeit von Baumaßnahmen, sondern in der
Fähigkeit von Vermietern und Selbstnutzern, die notwendigen
Gesamtinvestitionen unter Wahrung des Wirtschaftlichkeitsgebots zu leisten.
Eine Steigerung der Sanierungstätigkeit sowie der Neubautätigkeit bei gleichzeitiger Verschärfung der energetischen Anforderungen erfordert erhebliche zusätzliche Investitionen gegenüber
dem Status quo. Soweit diesen zusätzlichen Investitionen keine
zusätzlichen Erträge gegenüberstehen, werden private Akteure
diese Investitionen nicht tätigen. Insofern sind die klimaschutzpolitischen Ziele nur mit einer Verbesserung der Ertragsseite –
spiegelbildlich einer Entlastung auf der Kostenseite – für die
M. Tuschinski: EnEV 2012 kommt!
2.01 News zur EnEV 2012 – Seite 3 von 3
Investoren vereinbar. Marktmäßige Mechanismen werden hier
nicht hinreichend greifen. Aus diesem Grund ist staatliches Eingreifen in Form des Ausbaus bestehender oder der Schaffung
neuer Anreize und Instrumente zur Unterstützung privater Investitionen geboten.“
 www.prognos.de | Download gesamte Studie als Pdf-Text
19. August 2011
Referentenentwurf zur EnEV 2012 soll
voraussichtlich bis Jahresende fertig gestellt sein
Die EU-Richtlinie gibt uns die Umsetzungsfrist für die novellierte
EnEV 2012 vor. Bis zum 9. Juli 2012 muss die Bundesregierung
die nationalen Umsetzungsregelungen erlassen haben, d.h. auch
die EnEV 2012. Danach räumt die EU-Richtlinie sechs Monate als
Übergangsfrist ein bis wir die Regelungen anwenden müssen. Das
bedeutet, dass die EnEV 2012 spätestens am 9. Januar 2013 in
Kraft treten müsste. Als ersten Schritt verspricht das Bundesbauministerium, dass der Referentenentwurf für die EnEV 2012
voraussichtlich bis Ende dieses Jahres vorliegen soll.
 www.bmvbs.de | Pressekontakt
M. Tuschinski: EnEV 2012 kommt!
2.02 Zeitplan der EnEV 2012 – Seite 1 von 2
20. Juni 2011
Wann kommt die EnEV 2012?
Schritte auf dem Weg zur EnEV-Novelle
Autorin: Melita Tuschinski, Dipl.-Ing.UT, Freie Architektin
In dieser Rubrik erfahren Sie welche parlamentarischen Hürden die EnEV 2012 durchläuft und wann sie in Kraft tritt.
Zeitplan
EnEV 2012 – kommt sie schneller als gedacht?
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung FAZ berichtete am 17. Juni
2011 auf ihrer Immobilien-Seite unter dem Titel „EnEV 2012 auf
der Überholspur“, dass die Energieeinsparverordnung (EnEV
2012) bereits früher als erwartet kommen könnte.
Wir haben die zuständigen Bundesministerien dazu befragt.
Lesen Sie die Antworten, die uns Dr. jur. Jürgen Stock, Ministerialrat im Bundesbauministerium (BMVBS), am 20. Juni 2011 zusandte. Er leitet das Referat, das für die rechtlichen Grundlagen
des Energieeinsparrechts zuständig ist:
1. Wie weit sind die Vorbereitungen für die anstehende EnEVNovelle gediehen?
Die zuständigen Bundesministerien (BMVBS und BMWi) bereiten die Novellierung des Energieeinsparungs-Gesetzes (EnEG
2009) und der Energieeinspar-Verordnung (EnEV 2009) vor.
2. Welche Verschärfungen der energetischen Anforderungen
sind zu erwarten?
Die Bundesregierung hat am 6. Juni 2011 im Rahmen der Beschlüsse zur Energiewende Eckpunkte zur Weiterentwicklung
des Energiesparrechts für Gebäude beschlossen.
Danach ist beabsichtigt, die Anforderungen an Neubauten mit
der Energieeinsparverordnung 2012 schrittweise bis 2020 an
den europaweiten Standard heranzuführen, soweit dies im
Rahmen einer ausgewogenen Gesamtbetrachtung unter Berücksichtigung der Belastungen der Eigentümer und der Mieter wirtschaftlich vertretbar ist.
Auch die Anforderungen an die Modernisierung von Gebäuden
sollen im Rahmen der wirtschaftlichen Vertretbarkeit ange-
M. Tuschinski: EnEV 2012 kommt!
2.02 Zeitplan der EnEV 2012 – Seite 2 von 2
hoben werden.
Konkrete Aussagen sind noch nicht möglich.
 www.bundesregierung.de | Energiekonzept
3. Wann ist mit dem Referentenentwurf zu rechnen?
Der Termin der Vorlage der Referentenentwürfe steht noch
nicht fest.
Herr Dr. Stock, herzlichen Dank für Ihre Antworten!
Das Interview führte Melita Tuschinski, Dipl.-Ing.UT, Freie Architektin, Stuttgart, Herausgeberin des Fachportals EnEV-online.de
M. Tuschinski: EnEV 201 kommt!
2.03 Forschung und Praxis – Seite 1 von 2
12. Sept. 2011
Vorbereitung der EnEV 2012:
Erkenntnisse aus Forschungsprojekten
und relevante Erfahrungen aus der Praxis
Autorin: Melita Tuschinski, Dipl.-Ing.UT, Freie Architektin
In dieser Rubrik erfahren Sie welche Erkenntnisse aus
Forschungsprojekten für die EnEV-Novelle relevant sind
27. Sept. 2011
Kostenoptimale Wege zum Niedrigstenergiegebäude
Workshop
Der internationale Workshop soll verschiedene Wege aufzeigen,
wie kostenoptimale Definitionen von Niedrigstenergiegebäuden
in den europäischen Nachbarländern gefunden und methodisch
beschrieben werden. Internationale Experten werden dazu vortragen. Unter deutscher Obmannschaft wird dieses Thema auch
im europäischen Netzwerk „Concerted Action EPBD“ bearbeitet.
Der Workshop zeigt erste Gedanken dazu.
Desgleichen veranschaulichen Praxisbeispiele welche Rahmenbedingungen für den wirtschaftlichen Erfolg von Niedrigstenergiegebäuden großen Einfluss haben und wo die ökonomischen und
technischen Grenzen der breiten Einführbarkeit entsprechender
Standards liegen. Dabei geht es auch darum, wie der Schritt von
den in kleineren Marktsegmenten bereits realisierten Lösungen
hin zur breiten, alltäglichen Anwendung solcher Standards und
technischen Konzeptionen gegangen werden kann.
Der Wokshop findet am 27. September 2011 in Bonn statt. Informationen finden Interessierte auf den Webseiten des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung www.bbsr.bund.de
1. Sept. 2011
Forschungsprojekte begleiten die Novellierung
Für die Novellierung der EnEV wirken federführend das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) und
das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi).
Das Bundesbauministerium hat für die Vorbereitung der EnEV
2012 verschiedene Forschungsprojekte beauftragt, deren Erkenntnisse in die Novelle einfließen werden, wie beispielsweise:

Fortentwicklung des Ansatzes "EnEV easy"
für die Verwendung in EnEV 2012“,
Forschung
M. Tuschinski: EnEV 201 kommt!
2.03 Forschung und Praxis – Seite 2 von 2

Validierung der überarbeiteten DIN V 18599
(Energetische Bewertung von Gebäuden), Version 2011,

Weitergehende Vereinfachungen für die Zonierung von Nichtwohngebäuden bei der Erstellung von Energieausweisen sowie im öffentlich-rechtlichen Nachweis nach EnEV,

Untersuchungen zur Wirtschaftlichkeit von
Niedrigstenergiegebäuden.
Informationen zu diesen und weiteren Untersuchungen finden
Interessierte auf den Webseiten des Bundesinstituts für Bau-,
Stadt- und Raumforschung www.bbsr.bund.de
M. Tuschinski: EnEV 2012 kommt!
2.04 Interview: EnEV 2012 kommt! – Seite 1 von 4
6. Sept. 2011
EnEV 2012 kommt!
Der Referentenentwurf für die novellierte Energieeinsparverordnung (EnEV 2012) soll voraussichtlich bis Ende dieses Jahres fertig gestellt sein.
Interview mit Ministerialdirektor Günter Hoffmann, Leiter der
Abteilung Bauwesen, Bauwirtschaft und Bundesbauten im Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung (BMVBS)
Autorin: Melita Tuschinski, Dipl.-Ing.UT, Freie Architektin
Federführend für die EnEV sind das Bundesbauministerium
(BMVBS) und das Bundeswirtschaftsministerium BMWi). Wie
sind das Bundesumweltministerium (BMU) und andere Ministerien beteiligt?
Hoffmann: Mit dem Bundeswirtschaftsministerium sind wir
gemeinsam, d.h. gleichberechtigt federführend mit der EnEVNovellierung befasst. Eingebunden ist aufgrund der klimaschutztechnischen Aspekte auch das Bundesumweltministerium (BMU). Grundsätzlich sind natürlich noch eine ganze Reihe
weiterer Bundesministerien stark eingebunden:

das Verbraucherschutzbundesministerium (BMELV),

das Innenministerium (BMI),

das Justizministerium (BMJ),

das Verteidigungsministerium (BMVg)

das Finanzministerium (BMF)
Der Referentenentwurf der EnEV 2012 soll voraussichtlich bis
Ende dieses Jahres fertig gestellt sein wird. Was bedeutet
dies für interessierte Fachleute und Investoren?
Wird jedermann den Entwurf tatsächlich sehen können?
Hoffmann: „Referentenentwurf“ bedeutet ein innerhalb der
Bundesregierung abgestimmter Entwurf. Die Bezeichnung ist
darauf zurückzuführen, dass normalerweise die Referenten
der Bundesministerien einen solchen Entwurf erarbeiteten
und danach vorlegen. „Referentenentwurf“ bedeutet formal
auch, dass zumindest die Leitungen der beiden federführenden Bundesministerien – im Fall der EnEV 2012 die Bundesministerien für Bau und Wirtschaft - diesen Entwurf gesehen
und freigegeben haben. Wenn der Referentenentwurf „vorliegt“ bedeutet es auch, dass er der Öffentlichkeit zugänglich
M. Tuschinski: EnEV 2012 kommt!
2.04 Interview: EnEV 2012 kommt! – Seite 2 von 4
gemacht wird und dass er zur Anhörung freigegeben ist. Dann
wird er an die betroffenen Verbände sowie an die Bundesländer gesandt.
Im Januar auf der BAU 2011 in München, wurde ein Referentenentwurf für September in Aussicht gestellt. Nun haben Sie
den Dezember als Termin ins Auge gefasst? Worauf ist diese
dreimonatige Verzögerung zurückzuführen?
Hoffmann: Was sicherlich jetzt eine große Rolle auch für unsere Arbeit für den Referentenentwurf gespielt hat, ist das
ganze Geschehen um den Ausstieg aus der Atomenergienutzung, den die Bundesregierung im Sommer beschlossen hat.
Wir waren alle sehr intensiv in die Entwicklung der damit beschlossenen Maßnahmen involviert. In diesem Rahmen konnten wir uns noch nicht um alle Einzelheiten der EnEV 2012
kümmern.
Die EnEV-Novelle bereiten Sie in Ihrem Haus auch auf der
Grundlage der Ergebnisse von Begleitforschung vor. Bitte benennen Sie einige.
Hoffmann: In dem Forschungsprojekt „Evaluierung und Fortentwicklung der EnEV 2009: Untersuchung zu ökonomischen
Rahmenbedingungen im Wohnungsbau“ werden zum Beispiel
die Auswirkungen der EnEV 2009 auf die Investitionen im
Wohnungsneubau und Wohnungsbestand untersucht. Hierbei
wird nicht nur der Fall des selbstnutzenden Eigentümers betrachtet, sondern auch der des vermietenden Investors. Nur
zur Erinnerung: deutlich mehr als die Hälfte des gesamten
Wohnungsbestands sind Mietwohnungen!
Ein anderes Projekt befasst sich beispielsweise mit der „Fortentwicklung des Ansatzes "EnEV easy" für die Verwendung in
EnEV 2012“. Eine weitere Aufgabenstellung lautet „Validierung der überarbeiteten DIN V 18599 (Energetische Bewertung von Gebäuden), Version 2011“. Ein ganz wichtiges Thema sind schließlich Untersuchungen zum Begriff des „Niedrigstenergiegebäudes“.
Welche Dokumente sollten Bauherren und Investoren im Blick
haben, zu den künftigen Anforderungen?
Hoffmann: Wer sich dafür interessiert, was kommen könnte,
sollte sich außer der EU-Richtlinie für energieeffiziente Gebäude von 2010 insbesondere die neueren Aussagen zum
Energiekonzept ansehen, bzw. die Beschlüsse im Rahmen des
Ausstieg aus Atomenergienutzung. Das Eckpunktepapier „Der
M. Tuschinski: EnEV 2012 kommt!
2.04 Interview: EnEV 2012 kommt! – Seite 3 von 4
Weg zur Energie der Zukunft“ bietet einen guten Überblick
dazu.
Im Januar auf der BAU 2011 war zu hören, dass es durch die
EnEV 2012 wohl eher keine Verschärfungen der energetischen
Anforderungen geben wird. Wie ist der jetzige Stand angesichts des neuen Energie-Pakets der Bundesregierung?
Hoffmann: Die Bundesregierung hat hierzu im Juni beschlossen, eine ambitionierte Verschärfung bei der Erhöhung der
energetischen Anforderungen anzustreben, soweit dies im
Rahmen einer ausgewogenen Gesamtbetrachtung unter Berücksichtigung der Belastungen der Eigentümer und Mieter
wirtschaftlich vertretbar ist. Zur Verschärfungsfrage haben
wir im Augenblick jedoch noch keine Klarheit.
Sie stützen sich bei Ihren Entscheidungen auch auf die Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen, die sie als Begleitprojekte in
Auftrag geben. Wie weit sind Sie mit Ihren Erkenntnissen angesichts der Ergebnisse dieser Untersuchungen?
Hoffmann: Die vorliegenden Zwischenergebnisse der Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen werden gegenwärtig aufmerksam geprüft. Insgesamt zeichnet sich ab, dass die Anforderungen der EnEV 2009 im Allgemeinen wirtschaftlich umsetzbar sind – sowohl für selbstnutzende Wohnungseigentümer als
auch für Vermieter. Im Hinblick auf mögliche Handlungsspielräume für eine weitere Verschärfung der EnEV-Anforderungen
liegen abschließende Erkenntnisse noch nicht vor.
Die EU verordnet ab 2021 nur noch NiedrigstenergieNeubauten für ihre Mitgliedsstaaten und neue öffentliche
Gebäude sogar ab 2019. Wie weit sind Sie mit dieser Aufgabe
im Rahmen der EnEV-Novelle soweit gekommen?
Hoffmann: Wir wollen diesen Standard, der in acht bis neun
Jahren vorgeschrieben werden soll, nicht bereits jetzt festlegen, da die Märkte Zeit für die notwendigen Anpassungen
brauchen.
Wird Deutschland wieder pünktlich die EU-Richtlinie umsetzen oder gibt es zeitliche Probleme? Bleiben wir Vorreiter für
„energieeffiziente Gebäude“?
Hoffmann: Wir streben nach wie vor die fristgerechte 1:1
Umsetzung der EU-Richtlinie an. Eine andere Frage ist, ob
man das Anforderungs-Niveau verschärft. Ich möchte folgen-
M. Tuschinski: EnEV 2012 kommt!
2.04 Interview: EnEV 2012 kommt! – Seite 4 von 4
des betonen:

Es ist eine Sache, was gemäß § 5 des Energieeinsparungsgesetzes (EnEG 2009) wirtschaftlich vertretbar ist.

Es ist eine andere Sache, inwieweit man aus wohnungspolitischer Sicht die grundsätzlich vorhandenen Spielräume
tatsächlich nutzten kann – man denke hier zum Beispiel
an Vermieter, die die Kosten der energetischen Investitionen über höhere Mieten erwirtschaften müssen, und an
die begrenzte Belastbarkeit der Mieter.
Das BMVBS hat immer wieder deutlich gemacht, dass die Umsetzung der energie- und klimapolitischen Vorgaben nur unter
Berücksichtigung der wirtschaftlichen Vertretbarkeit und mit
Blick auf die sozialen Konsequenzen erfolgen kann. Kurz gesagt, die Wohnungsmärkte müssen es auch verkraften können.
Vor der EnEV 2009 wurde auch das EnEG novelliert? Wird es
auch diesmal geändert?
Hoffmann: Ja, auch das EnEG muss geändert werden, weil wir
noch Ermächtigungen mit aufnehmen müssen, um die EnEV
2009 novellieren zu können, beispielsweise zur Einführung
von internetgestützten Expertenlisten und zu dem unabhängigen Kontrollsystem für Energieausweise, das die Richtlinie
verlangt.
Herr Hoffmann, herzlichen Dank für Ihre aufschlussreichen
Antworten!
Das Interview führte Melita Tuschinski, Dipl.-Ing.UT, Freie Architektin, Stuttgart, Herausgeberin des Fachportals EnEV-online.de
Links zu weiteren Informationen:

Informationen des Bundesbauministeriums: www.bmvbs.de

Forschungsprojekte zur EnEV-Novellierung: www.bbsr.bund.de

Eckpunktepapier „Der Weg zur Energie der Zukunft“: www.bmwi.de
M. Tuschinski: EnEV 2012 kommt!
2.01 News zur EnEV 2012 – Seite 1 von 2
12. Oktober 2011
Was gibt es Neues aus Bund und Ländern?
Autorin: Melita Tuschinski, Dipl.-Ing.UT, Freie Architektin
In dieser Rubrik erfahren Sie über relevante Initiativen
und Aktionen aus Deutschland.
28. Sept. 2011
Bundestag - öffentliche Anhörung:
Energieeffizienz und Klimaschutz im Gebäudebereich und Klimaschutz in der Stadt
Der Ausschuss für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung des Deutschen Bundestages wird am Mittwoch, dem 28. September 2011,
von 11.00 Uhr bis ca. 13.00 Uhr im Paul-Löbe-Haus in 10117 Berlin, zu dem oben genannten Thema eine öffentliche Anhörung
unter Leitung seines Vorsitzenden Dr. Anton Hofreiter, MdB,
durchführen. Gegenstand der Anhörung werden sein:

Antrag der Fraktion der SPD: Klimagerechte Stadtpolitik –
Potentiale nutzen, soziale Gerechtigkeit garantieren, wirtschaftliche Entwicklung unterstützen (Drucksache 17/7023)

Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Klimaschutz in
der Stadt (Drucksache 17/5368)

Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Energieeffizienz und Klimaschutz im Gebäudebereich (Drucksache
17/5778)
Dazu werden auch eingeladene Sachverständige vortragen.
 www.bundestag.de | Aktuelle Meldungen
21. Sept. 2011
KfW-Aktionsplan Energiewende
Die KfW-Förderbank hat alle Berater, Kammern, Verbände, Ministerien und andere Organisationen, die mit ihr in Verbindung
stehen folgende über einen Rundbrief informiert:
„Die Bundesregierung hat in ihrem Energiekonzept den beschleunigten Umbau der Energieversorgung beschlossen. Für die
angestrebte Energiewende ist kurz- und mittelfristig mit einem
erhöhten Investitionsbedarf zu rechnen. Die KfW will die Umsetzung der Energiewende durch passende Finanzierungsangebote
M. Tuschinski: EnEV 2012 kommt!
2.01 News zur EnEV 2012 – Seite 2 von 2
nachhaltig unterstützen. Die dafür relevanten Förderprogramme
sollen zum 01.01.2012 entsprechend ausgebaut werden. Auch
wenn noch nicht alle Einzelheiten feststehen, möchten wir Sie
nachfolgend über einige wichtige Eckpunkte der geplanten Unterstützung der Energiewende informieren. Details zu den einzelnen Programmen werden wir Ihnen nach Abschluss unserer
Abstimmungsgespräche mit den Ministerien, voraussichtlich im
Oktober, in einem weiteren Rundschreiben mitteilen und Ihnen
dann die Programm-Merkblätter im Beraterforum bereitstellen.“
Den gesamten Rundbrief finden Sie als kostenfreien Download in
Pdf-Format in EnEV-online.de  praxis.enev-online.de
31. August 2011
Bundesregierung berichtet der EU-Kommission
Das Bundeskabinett hat den zweiten Nationalen Energieeffizienz-Aktionsplan beschlossen und wird den Bericht an die EUKommission übermitteln. Deutschland wird das Energieeinsparziel der EU-Richtlinie über Endenergieeffizienz und Energiedienstleistungen erreichen. Die Richtlinie sieht für Deutschland
einen Endenergieeinsparrichtwert von insgesamt neun Prozent
bis zum Jahr 2016 vor (gemessen am jährlichen Durchschnittsverbrauch im Zeitraum 2001 bis 2005). Der Aktionsplan stützt
sich bei seinen Aussagen zu den deutschen Fortschritten auf die
Analyse von rund 90 Energieeffizienzmaßnahmen – auch im Gebäudebereich. Diese Aktionspläne dienen als Fortschrittskontrolle. Den ersten hatte die Bundesregierung im Jahr 2007 nach
Brüssel übermittelt, der dritte ist am 30. Juni 2014 fällig. Den
aktuellen Aktionsplan hat das Bundeswirtschaftsministerium
(BMWi) auf seinen Webseiten als Pdf-Broschüre veröffentlicht.
 www.bmwi.de | Presseinformationen
M. Tuschinski: EnEV 2012 kommt!
3.02 Ziele Energiekonzept Bundesregierung – Seite 1 von 3
Sept. 2010
Energiekonzept der Bundesregierung:
Welche Ziele und Methoden umfasst es?
Autorin: Melita Tuschinski, Dipl.-Ing.UT, Freie Architektin,
Stuttgart, seit 1999 Herausgeberin www.EnEV-online.de
Das Bundeskabinett hat am 29. September 2010 das Energiekonzept der Bundesregierung für die nächsten Jahrzehnte
verabschiedet. Lesen Sie hier welches die wichtigsten Aspekte der angestrebten „Modernisierungsoffensive für Gebäude“
sind. Der Text basiert auf dem Dokument der Bundesregierung. Die fett gedruckten Untertitel hat die Autorin eingefügt.
Übersicht der Themen:
1. Start mit EnEV 2012 und Ziel 2050 anpeilen
2. Schrittweise Bestand sanieren von 2020 bis 2050
3. Vorbildliche Sanierer mit Förderung belohnen
4. Einsatz erneuerbarer Energien im Wärmemarkt fördern
5. KfW-Förderung für energetische Städtebausanierung
6. Mietrecht für Sanierer im Bestand novellieren
7. Energieeinspar-Contracting steuerlich berücksichtigen
8. Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz überprüfen
9. Energiesteuern im Wärmemarkt neu anpassen
10. Qualifizierung von Handwerkern verbessern
11. Bundesregierungs-Bauten vorbildlich planen und bauen
Zeitrahmen
Start mit EnEV 2012 und Ziel 2050 anpeilen
Mit der Novelle der EnEV 2012 wird das Niveau „klimaneutrales
Gebäude“ für Neubauten bis 2020 auf der Basis von primärenergetischen Kennwerten eingeführt. Der daran ausgerichtete Sanierungsfahrplan für Gebäude im Bestand beginnt 2020 und führt
bis 2050 stufenweise auf ein Zielniveau einer Minderung des
Primärenergiebedarfs um 80 Prozent. Das geltende Wirtschaftlichkeitsgebot ist dabei einzuhalten.
1
M. Tuschinski: EnEV 2012 kommt!
Baubestand
3.02 Ziele Energiekonzept Bundesregierung – Seite 2 von 3
Schrittweise Bestand sanieren von 2020 bis 2050
2
Der Standard für 2020 wird vergleichsweise moderat gewählt, so
dass zunächst nur die energetisch schlechtesten Gebäude betroffen sind, die in der Regel auch bauphysikalisch saniert werden
müssen. Bei der Sanierung haben die Eigentümer die Wahl zwischen Maßnahmen an der Gebäudehülle, der Verbesserung der
Anlagentechnik oder dem Einsatz erneuerbarer Energien. Sie
können auch selbst entscheiden, in welcher zeitlichen Reihenfolge Einzelmaßnahmen durchgeführt werden oder ob einmalig
vollständig saniert wird. Ersatz-Neubau soll im Gebäudesanierungsprogramm förderfähig werden.
Förderung
Vorbildliche Sanierer mit Förderung belohnen
3
Sanierung
Sofern der Eigentümer die Zielwerte vorzeitig erfüllt oder übererfüllt, erhält er dafür eine staatliche Förderung. In diesem Sinne wird beispielsweise das bewährte CO2Gebäudesanierungsprogramm auch unter Berücksichtigung von
Stadtquartieren fortgeführt und im Rahmen der finanziellen
Möglichkeiten besser ausgestattet. Darüber hinaus werden steuerliche Anreize für die Förderung der Sanierung geprüft.
Förderung
Erneuerbarer Energien im Wärmemarkt fördern
3
EE-Nutzung
Für die Weiterentwicklung der erneuerbaren Energien im Gebäudebestand wird das Marktanreizprogramm zur Förderung des
Einsatzes erneuerbarer Energien im Wärmemarkt ab 2011 mit
zusätzlichen Mitteln aus dem Sondervermögen nach Maßgabe des
Wirtschaftsplans des Energie- und Klimafonds fortgeführt. Darüber hinaus prüfen wir eine haushaltsunabhängige Förderung
durch ein Anreizsystem für erneuerbare Wärme innerhalb des
Marktes.
Förderung
KfW-Förderung für energetische Stadtbausanierung
Stadtbausanierung
Darüber hinaus wird die Bundesregierung ein Förderprogramm
„Energetische Städtebausanierung“ bei der Kreditanstalt für
Wiederaufbau (KfW) auflegen. Ziel dieses Programms ist es, umfassende und lokal angepasste Investitionen in Energieeffizienz
und erneuerbare Energien auf unbürokratische Weise anzustoßen
und damit vielfältige Synergieeffekte zu nutzen.
3
M. Tuschinski: EnEV 2012 kommt!
Mietrecht
3.02 Ziele Energiekonzept Bundesregierung – Seite 3 von 3
Mietrecht für Sanierer im Bestand novellieren
3
Mit dem Ziel, verstärkt Energieeffizienzpotentiale im Gebäudebereich zu heben, wird die Bundesregierung das Mietrecht ausgewogen novellieren und für energetische Sanierungen investitionsfreundlicher gestalten. Es ist deshalb zu überprüfen, ob und
wie auch die Vergleichsmietenregelung geändert werden kann,
um Fehlanreize für die Sanierung von Gebäuden zu vermeiden.
Energie-Contracting
Energieeinspar-Contracting steuerlich beachten
7
Die Möglichkeiten des Energie-Contracting werden erweitert,
damit vor allem auch im Mietwohnungsbereich bestehende Einsparpotentiale effizient realisiert werden können. Die Bundesregierung wird deshalb die erforderlichen rechtlichen Änderungen
umsetzen, um einen einheitlichen rechtlichen Rahmen für Wärmeliefer-Contracting zu schaffen. Ab 2013 soll EnergieeinsparContracting bei der Öko-Steuer nur dann steuerbegünstigt sein,
wenn ambitionierte Energieeinsparvorgaben erfüllt werden.
Wärmegesetz
Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz überprüfen
8
Die Bundesregierung wird prüfen, ob in dem EE-WärmeG die
bestehenden Anforderungen an die Nutzung erneuerbarer Energieträger stärker technologieoffen gestaltet werden.
Energiesteuern
Energiesteuern im Wärmemarkt neu anpassen
9
Die Energiesteuern im Wärmemarkt werden mittelfristig in mehreren Schritten stärker nach den CO2-Emissionen der fossilen
Energieträger ausgerichtet mit aufkommensneutraler Anpassung.
Handwerker
Qualifizierung von Handwerkern verbessern
10
Vor dem Hintergrund der steigenden Anforderungen an den
energetischen Standard von Gebäuden wird die Bundesregierung
die Wirtschaft auffordern, sich zu einer verbesserten und regelmäßigen Fortbildung von Handwerkern zu verpflichten und – wo
notwendig – die Ausbildungsordnungen anzupassen.
Bauten der
Bundesregierungs-Bauten vorbildlich errichten
Bundesregierung
Die Bundesregierung wird für ihre künftigen Neubauten und bei
bestehenden Liegenschaften eine Vorbildfunktion bei der Reduzierung des Energieverbrauchs einnehmen.
11
M. Tuschinski: EnEV 2012 kommt!
3.03 Eckpunkte Energieeffizienz im Baubereich – Seite 1 von 1
1. Sept. 2011
Energiewende für Deutschland:
Eckpunkte Energieeffizienz für Gebäude
Autorin: Melita Tuschinski, Dipl.-Ing.UT, Freie Architektin,
Stuttgart, seit 1999 Herausgeberin www.EnEV-online.de
Energie sparen und Wirkungsgrad erhöhen
Unsere erste Wärmeschutzverordnung (WSchVO 1977) war eine
erfreuliche politische Folge der damaligen Erdölkrise.
So hat auch dieses Jahr die Katastrophe von Fukushima zu einer
guten politischen Energiewende geführt.
Deutschland soll bis 2050 den Primärenergiebedarf um 50 Prozent durch Energiesparen und Energieeffizienz senken.
Das Eckpunktepapier zeigt den Weg dahin:

Der Wärmebedarf im Bestand wird bis 2020 um 20% gesenkt.

Bis 2050 wird ein nahezu klimaneutraler Bestand realisiert,
d.h. der Primärenergiebedarf wird um 80% gemindert und
überwiegend durch erneuerbare Energiequellen gedeckt.

Neubauten werden bereits ab 2021 klimaneutral realisiert.

Für die EnEV 2012 wird geprüft, ob die Nachrüstungsverpflichtungen verschärft werden.

Bundesbauten sollen als Vorbild wirken und bis 2020 ihren
Wärmebedarf um 20% verringern.

Die Förderung der Gebäudesanierung wird verstärkt.

Das Bundesbauministerium wird einen Sanierungsfahrplan für
den Gebäudebestand erarbeiten, der Eigentümern helfen soll
bis 2050 den Niedrigenergiestandard zu erreichen.
Weitere Informationen finden Interessierte auf den Webseiten
des Bundesbauministeriums sowie der Bundesregierung.
| www.bundesregierung.de
M. Tuschinski: EnEV 2012 kommt!
4.01 News aus Europa – Seite 1 von 3
12. Oktober 2011
Was gibt es Neues aus Europa?
Autorin: Melita Tuschinski, Dipl.-Ing.UT, Freie Architektin
In dieser Rubrik erfahren Sie über relevante Initiativen
und Aktionen der EU-Kommission, des Europäischen Parlamentes und des Europäischen Rates.
12. Okt. 2011
Vergleichsmethode zur Berechnung des kostenoptimalen Niveaus von Mindestanforderungen an die
Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden
Die EU-Gebäuderichtlinie 2010 regelt im Artikel 5 (Berechnung
der kostenoptimalen Niveaus von Mindestanforderungen an die
Gesamtenergieeffizienz) dass die EU-Kommission bis zum 30.
Juni 2011 eine delegierte Rechtsakte erstellt in der sie den EUMitgliedsländern „…einen Rahmen für eine Vergleichsmethode
zur Berechnung kostenoptimaler Niveaus von Mindestanforderungen an die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden und Gebäudekomponenten. Der Rahmen für die Vergleichsmethode wird gemäß Anhang III festgelegt; dabei wird zwischen neuen und bestehenden Gebäuden und unterschiedlichen Gebäudekategorien
unterschieden.“
Am 16. März 2011 sowie am 6. Mai 2011 hat die EU-Kommission
jeweils Wokshops mit Experten organisiert und die Rechtsakte
als Entwurf vorbereitet.
Das Dokument findet man soweit nur in Englischer Sprache auf
den Webseiten der EU-Kommission mit Stand vom 6. Mai 2011.
Das Europäische Parlament und der Europäische Rat müssen dem
Entwurf erst noch zustimmen bevor er in Kraft treten kann.
 www.enev-online.de/epbd/2010 | Artikel 5
 ec.europa.eu/energy/efficiency/buildings/buildings_en.htm
29. Sept. 2011
Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden:
EU-Kommission fordert Italien auf die EURechtsvorschriften einzuhalten
Bereits im November vergangenen Jahres hatte die Kommission
Italien darauf hingewiesen, dass es die einschlägigen Vorschrif-
M. Tuschinski: EnEV 2012 kommt!
4.01 News aus Europa – Seite 2 von 3
ten nicht einhalte. Obgleich die italienischen Behörden zwischenzeitlich zusätzliche Maßnahmen ergriffen haben, ist die
Kommission weiterhin der Ansicht, dass Italien die EUVorschriften noch immer nicht vollständig einhält.
Energieausweis müssen gemäß der EU-Richtlinie für alle neuen
und bestehenden Gebäude von einem unabhängigen, qualifizierten Sachverständigen ausgestellt werden. Die italienischen
Rechtsvorschriften gestatten jedoch den Eigentümern, selbst
eine Erklärung über die Energieeffizienz des Gebäudes abzugeben, wenn sie angeben, dass das Energieniveau des Gebäudes in die niedrigste Klasse (G) fällt und die Energiekosten für
den künftigen Mieter oder Käufer sehr hoch ausfallen werden.
In der Praxis bedeutet dies, dass der neue Eigentümer oder Mieter des Gebäudes keine Informationen über die künftigen Energiekosten oder darüber erhält, wie er die Energieeffizienz des
Gebäudes kosteneffizient verbessern kann.
Zudem sind diese Ausweise in Italien nur für die Vermietung
neuer Gebäude erforderlich, während für bestehende Gebäude,
für die beim Abschluss eines Mietvertrages noch kein Energieausweis vorliegt, der Ausweis nicht verbindlich vorgeschrieben
ist.
Darüber hinaus hat Italien noch nicht die erforderlichen Maßnahmen getroffen, um regelmäßige Inspektionen von Klimaanlagen zu gewährleisten. Durch diese Inspektionen soll die optimale
Funktionsweise der Anlagen sichergestellt werden. Sie sollen
ferner Auskunft über mögliche Verbesserungen und Alternativlösungen geben.
Werden innerhalb von zwei Monaten keine angemessenen Maßnahmen getroffen, so könnte die Kommission beschließen, Italien vor dem Europäischen Gerichtshof zu verklagen.
 ec.europa.eu/energy/efficiency/buildings/buildings_en.htm
31. Aug. 2011
Bundesregierung berichtet der EU-Kommission
Das Bundeskabinett hat den zweiten Nationalen Energieeffizienz-Aktionsplan beschlossen und wird den Bericht an die EUKommission übermitteln. Deutschland wird das Energieeinsparziel der EU-Richtlinie über Endenergieeffizienz und Energiedienstleistungen erreichen. Die Richtlinie sieht für Deutschland
einen Endenergieeinsparrichtwert von insgesamt neun Prozent
bis zum Jahr 2016 vor (gemessen am jährlichen Durchschnittsverbrauch im Zeitraum 2001 bis 2005). Der Aktionsplan stützt
sich bei seinen Aussagen zu den deutschen Fortschritten auf die
Analyse von rund 90 Energieeffizienzmaßnahmen – auch im Ge-
M. Tuschinski: EnEV 2012 kommt!
4.01 News aus Europa – Seite 3 von 3
bäudebereich. Diese Aktionspläne dienen als Fortschrittskontrolle. Den ersten hatte die Bundesregierung im Jahr 2007 nach
Brüssel übermittelt, der dritte ist am 30. Juni 2014 fällig. Den
aktuellen Aktionsplan hat das Bundeswirtschaftsministerium
(BMWi) auf seinen Webseiten als Pdf-Broschüre veröffentlicht.
 www.bmwi.de | Presseinformationen
27. Juli 2011
GDW: Verzicht auf Sanierungspflicht
für kommunale Wohnungsunternehmen
"Kommunale und öffentliche Wohnungsunternehmen und deren
Mieter dürfen nicht über Gebühr belastet werden", forderte Axel
Gedaschko, Präsident des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen zum neuen Entwurf der EURichtlinie zur Energieeffizienz. Kommunale und öffentliche
Wohnungsunternehmen müssten als öffentliche Auftraggeber
künftig jährlich eine energetische Sanierungsrate von drei Prozent vorweisen. "Dadurch würden nicht nur unzumutbare Belastungen für die Mieter entstehen, sondern die kommunalen und
öffentlichen Wohnungsunternehmen würden auch in ihrer Leistungsfähigkeit überfordert", so Gedaschko. Kommunale und öffentliche Wohnungsunternehmen würden hinsichtlich der Belastung ihrer Eigentumsrechte gegenüber den übrigen Wohnungsgesellschaften ungleich behandelt. Der GdW fordert daher die EU
auf, wenn überhaupt, nur Nichtwohngebäude der öffentlichen
Hand mit einer Sanierungspflicht zu erfassen.
 www.gdw.de | Presseinformationen
M. Tuschinski: EnEV 2012 kommt!
4.02 Ziele der EU-Richtlinie – Seite 1 von 4
Juli 2010
EU-Richtlinie für energieeffiziente Gebäude:
Was ist der Sinn und Zweck dieser Richtlinie?
Autorin: Melita Tuschinski, Dipl.-Ing.UT, Freie Architektin,
Stuttgart, seit 1999 Herausgeberin www.EnEV-online.de
Es ist soweit: Das Passivhaus und Fast-Null-Energiehaus sollen
EU-weit zum Standard werden. Dieses fordert ab 2020 die
novellierte „EU-Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz
von Gebäuden“ zunächst nur für Neubauten. Auch sollen
Energieausweise im Bestand rechtsverbindlich werden und die
Brücke zur Energieberatung schlagen. Für Fachleute und Auftraggeber bedeutet dies praktisch, dass sie bald eine neue
Energieeinsparverordnung (EnEV 2012) anwenden müssen,
welche die novellierte EU-Richtlinie in Deutschland umsetzt.
Richtlinien-Novelle 2010
Die Europäische Union hat sich zum Ziel gesetzt bis 2020 die
Energieeffizienz von Gebäuden zu steigern und den Einsatz von
erneuerbaren Energien für Heizung, Warmwasser und Klimatisierung zu erhöhen. Damit will sie die Umwelt entlasten, denn Gebäude verbrauchen 40 Prozent der gesamten Energie in den EULändern. Die Gemeinschaft soll auch unabhängig von Energieimporten werden und verstärkt erneuerbare Energiequellen in Gebäuden nutzen. Nicht zuletzt sollen diese Maßnahmen auch dazu
beitragen, die Energieversorgung in der Gemeinschaft zu sichern
und die technologische Entwicklung zu fördern.
Update nach acht Jahren
Um diese Ziele zu erreichen wurde die „Europäische Richtlinie
über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden“ von 2002 novelliert. Der Entwurf dazu kam im November 2008 von der der EU
und wurde danach im Europäischen Parlament sowie öffentlich
diskutiert und danach mehr oder weniger erfolgreich angepasst.
In Deutschland haben sich auch berufliche Verbände wie die
Bundesarchitektenkammer (BAK) und die Bundesingenieurkammer (BIngK) sowie von Seiten der Baubranche die Bundesvereinigung Spitzenverbände der Immobilienwirtschaft (BSI) zum Entwurf der Richtlinien-Novelle geäußert und Verbesserungen vorgeschlagen.
M. Tuschinski: EnEV 2012 kommt!
4.02 Ziele der EU-Richtlinie – Seite 2 von 4
EU-Richtlinie neu gefasst
Im Herbst 2009 haben sich die Energieminister der EUMitgliedsstaaten auf einen Kompromiss zur Neufassung der Gebäuderichtlinie geeinigt. Dieser Beitrag berücksichtigt diesen
Entwurf vom 25. November 2009 sowie die letzten Änderungen,
die der Rat der EU am 14. Dezember 2009 vorgeschlagen hat,
weil inzwischen der Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union in Kraft getreten ist. Anfang März 2010 hat das Europäische Parlament diese Neufassung abgesegnet. Danach wurde die Richtlinie im Sommer im Amtblatt der EU verkündet und
ist nach zwanzig Tagen in Kraft getreten.
Anforderungen national umsetzen
Unsere Energieeinsparverordnung (EnEV 2007) setzte ab dem 1.
Oktober 2007 die erste EU-Gebäuderichtlinie von 2002 in
Deutschland um. Davor mussten unsere Gesetzgeber allerdings
auch das Energieeinsparungsgesetz (EnEG) ändern. Dieses ermächtigt erst die Bundesregierung auch Verordnungen für Gebäude – wie die Energieeinsparverordnung - zu erlassen. Das
novellierte EnEG 2009 enthält nun zusätzlich auch die Ermächtnis im Baubestand Energieausweise vorzuschreiben. Inzwischen
gilt seit dem 1. Oktober 2009 bundesweit die neue, verschärfte
EnEV 2009. Nachdem die Novelle der EU-Gebäuderichtlinie 2010
in Kraft getreten ist, muss auch Deutschland seine rechtlichen
Rahmenbedingungen entsprechend ändern. Eine neue EnEV 2012
ist bereits seit längerem angepeilt. Nun wird es darauf ankommen, was gemäß neuer EU-Richtlinie geändert oder ergänzt werden muss, damit Deutschland die Anforderungen erfüllt und den
vorgegeben Zeitplan einhält.
37 Gründe für eine Novelle
Warum wurde die Richtlinie neu gefasst? Warum sollen die Mitgliedsstaaten die EU-Gebäuderichtlinie befolgen? Was bewirken
energieeffizientere Gebäude und Energieausweise im Neubau
und Bestand? Diese und weitere Fragen beantwortet die ausführliche Begründung, die der EU-Richtlinie vorangeht. Dass die Novelle neu gefasst wird kann man nur begrüßen, denn nur die
eingepflegten Änderungen sind schwer nachvollziehbar, wie wir
es bei der Verkündung der EnEV 2009 – als Änderungsverordnung
der EnEV 2007 – erleben konnten. Die novellierte EU-Richtlinie
will die Gesamtenergieeffizienz in Gebäuden unterstützen und
dabei das äußere und innere Klima sowie die Kostenwirksamkeit
der notwendigen Maßnahmen berücksichtigen.
M. Tuschinski: EnEV 2012 kommt!
4.02 Ziele der EU-Richtlinie – Seite 3 von 4
Energieeffizientere Gebäude
Wie auch die vorhergehende EU-Richtlinie fordert die Novelle,
dass die Mitgliedstaaten die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden erhöhen. Dafür gibt sie den allgemeinen Rahmen für eine
Rechenmethode für Energieeffizienz von Gebäuden an. Sie fordert, dass die Mitgliedsstaaten im Neubau Standards Mindeststandards anwenden bezüglich der Gesamtenergieeffizienz des
gesamten Gebäudes und der Gebäudeteile. Ein "Gebäudeteil" ist
gemäß der Novelle ein „Gebäudeabschnitt, eine Etage oder eine
Wohnung innerhalb eines Gebäudes, der bzw. die für eine gesonderte Nutzung ausgelegt ist oder hierfür umgebaut wurde.“
Weiterhin fordert die Novelle, dass die Mitgliedsländer:

nationale Pläne erstellen um die Zahl der FastNullenergiegebäude zu erhöhen,

Energieausweise für Gebäude oder Gebäudeteile ausstellen,

Heizungs- und Klimaanlagen in Gebäuden regelmäßig inspizieren,

ein unabhängiger Kontrollsystem einrichten für Energieausweise und Inspektionsberichte,
Die Richtlinien-Novelle betont ausdrücklich, dass sie nur Mindestanforderungen umfasst. Die Mitgliedstaaten können auch
höhere Anforderungen beibehalten oder einführen. Allerdings
müssen sie diese ggf. der Kommission notifizieren.
Quellen
EU-Richtlinie 2003: Richtlinie 2002/91/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 2002 über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden, verkündet am 4. Januar
2003, im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften, Seite L
1/65 bis 1/71. Sie war vom 4. Januar 2003 bis einschließlich 7.
Juli 2010 in Kraft. Internet: www.enev-online.de/epbd/
EU-Richtlinie 2010: Richtlinie 2010/31/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19. Mai 2010 über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (Neufassung), verkündet am 16. Juni
2010 im Amtsblatt der Europäischen Union, Seite L 153/13 bis
153/35. Sie ist seit dem 7. Juli 2010 in Kraft. Internet:
www.enev-online.de/epbd/2010
EnEV 2009: Verordnung zur Änderung der Energieeinsparverordnung EnEV vom 29. April 2009, Bundesgesetzblatt, Bundesanzeiger Verlag, Köln, Jahrgang 2009, Teil I, Nr. 23, Seite 954-989,
www.bundesgesetzblatt.de
M. Tuschinski: EnEV 2012 kommt!
4.02 Ziele der EU-Richtlinie – Seite 4 von 4
EnEG 2009: Drittes Gesetz zur Änderung des Energieeinsparungsgesetzes, vom 28. März 2009, Bundesgesetzblatt, Bundesanzeiger Verlag, Köln, Jahrgang 2009, Teil I, Nr. 17, Seite 643-645,
www.bundesgesetzblatt.de
Anpassung EU-Richtlinie: Rat der Europäischen Union: Richtlinie
des Europäischen Parlaments und des Rates über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (Neufassung), Anpassung aufgrund des Inkrafttretens des Vertrages über die Arbeitsweise der
Europäischen Union (AEUV), Brüssel, 14. Dezember 2009,
www.enev-online.de/epbd/
BAK-Stellungnahme: Bundesarchitektenkammer (BAK): Vorschlag
der Europäischen Kommission für eine Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (Neufassung) – „GebäudeRL“ bzw. „EPBD“, Berlin, 31. Januar 2009, ergänzt 3. Februar
2009, www.bak.de
BIngK-Stellungsnahme: Bundesingenieurkammer (BIngK): Stellungnahme der Bundesingenieurkammer zum Vorschlag für eine
Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates über die
Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (Stand: 16.01.2009), Berlin, Februar 2009, www.bingk.de
BSI-Stellungnahme: Stellungnahme der Bundesvereinigung Spitzenverbände der Immobilienwirtschaft (BSI) zum Vorschlag für
eine Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates über
die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden – Neufassung, Berlin,
13. Februar 2009, www.bsi-web.de
M. Tuschinski: EnEV 2012 kommt!
4.03 Anforderungen der EU-Richtlinie 2010 – Seite 1 von 8
2010
EU-Richtlinie für energieeffiziente Gebäude:
Was fordert sie im Neubau und Baubestand?
Autorin: Melita Tuschinski, Dipl.-Ing.UT, Freie Architektin, Stuttgart, seit 1999 Herausgeberin www.EnEV-online.de
Es ist soweit: Das Passivhaus und Fast-Null-Energiehaus sollen
EU-weit zum Standard werden. Dieses fordert ab 2020 die
novellierte „EU-Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz
von Gebäuden“ zunächst nur für Neubauten. Auch sollen
Energieausweise im Bestand rechtsverbindlich werden und die
Brücke zur Energieberatung schlagen. Für Fachleute und Auftraggeber bedeutet dies praktisch, dass sie bald eine neue
Energieeinsparverordnung (EnEV 2012) anwenden müssen,
welche die novellierte EU-Richtlinie in Deutschland umsetzt.
Richtlinien-Novelle 2010
Energieeffizientere Gebäude
Wie auch die vorhergehende EU-Richtlinie fordert die Novelle,
dass die Mitgliedstaaten die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden erhöhen. Dafür gibt sie den allgemeinen Rahmen für eine
Rechenmethode für Energieeffizienz von Gebäuden an. Sie fordert, dass die Mitgliedsstaaten im Neubau Standards Mindeststandards anwenden bezüglich der Gesamtenergieeffizienz des
gesamten Gebäudes und der Gebäudeteile. Ein "Gebäudeteil" ist
gemäß der Novelle ein „Gebäudeabschnitt, eine Etage oder eine
Wohnung innerhalb eines Gebäudes, der bzw. die für eine gesonderte Nutzung ausgelegt ist oder hierfür umgebaut wurde.“
Weiterhin fordert die Novelle, dass die Mitgliedsländer:

nationale Pläne erstellen um die Zahl der FastNullenergiegebäude zu erhöhen,

Energieausweise für Gebäude oder Gebäudeteile ausstellen,

Heizungs- und Klimaanlagen regelmäßig inspizieren,

ein unabhängiger Kontrollsystem einrichten für Energieausweise und Inspektionsberichte,
Die Richtlinien-Novelle betont ausdrücklich, dass sie nur Mindestanforderungen umfasst. Die Mitgliedstaaten können auch
höhere Anforderungen beibehalten oder einführen. Allerdings
müssen sie diese ggf. der Kommission notifizieren.
M. Tuschinski: EnEV 2012 kommt!
4.03 Anforderungen der EU-Richtlinie 2010 – Seite 2 von 8
Mindeststandards für Energieeffizienz festlegen
Die EU-Länder müssen für Gebäude oder Gebäudeteile energetische Standards vorschreiben, damit ein „kostenoptimales Niveau“ erreicht wird. Gemeint ist laut Richtlinien-Novelle „das
Gesamtenergieeffizienzniveau, das während der geschätzten
wirtschaftlichen Lebensdauer mit den niedrigsten Kosten verbunden ist“. Was sich hinter den einzelnen Begriffen verbirgt,
erklärt die Neufassung im Paragraph 2 (Begriffsbestimmungen)
unter Punkt 10 wie folgt:

„ die niedrigsten Kosten unter Berücksichtigung der energiebezogenen Investitionskosten, der Instandhaltungs- und Betriebskosten (einschließlich der Energiekosten und einsparungen, der betreffenden Gebäudekategorie und gegebenenfalls der Einnahmen aus der Energieerzeugung) sowie gegebenenfalls der Entsorgungskosten ermittelt werden
und

die geschätzte wirtschaftliche Lebensdauer von jedem Mitgliedstaat bestimmt wird. Sie bezieht sich auf die geschätzte
wirtschaftliche Restlebensdauer eines Gebäudes, wenn Gesamtenergieeffizienzanforderungen für das Gebäude insgesamt festgelegt werden, oder auf die geschätzte Lebensdauer einer Gebäudekomponente, wenn Gesamtenergieeffizienzanforderungen für Gebäudekomponenten festgelegt
werden;

das kostenoptimale Niveau in dem Bereich der Gesamtenergieeffizienzniveaus liegt, in dem die über die geschätzte
wirtschaftliche Lebensdauer berechnete Kosten-NutzenAnalyse positiv ausfällt;“
Mindeststandards für Außenbauteile vorschreiben
Die Mitgliedstaaten müssen auch für die Bauteile der wärmeabgebenden Gebäudehülle Mindestanforderungen an ihre Gesamtenergieeffizienz festgelegen, insbesondere für diejenigen Außenbauteile deren Nachrüstung sich erheblich auf die Energiebilanz des Gebäudes auswirkt. Allerdings müssen die EU-Länder
keine Mindestanforderungen an die Gesamtenergieeffizienz vorschreiben wenn sie über die geschätzte wirtschaftliche Lebensdauer der Außenbauteile nicht kosteneffizient sind. Die Standards sollen regelmäßig, mindestens alle fünf Jahre, überprüft
und ggf. aktualisiert werden, um den technischen Fortschritt in
der Bauwirtschaft zu berücksichtigen.
M. Tuschinski: EnEV 2012 kommt!
4.03 Anforderungen der EU-Richtlinie 2010 – Seite 3 von 8
Bestimmte Gebäudekategorien ausnehmen
Wer sich die Ausnahmen der Richtlinien-Novelle ansieht, erkennt
die Gebäudetypen, die auch unsere aktuelle EnEV 2009 von ihren
Anforderungen verschont. Es sind zunächst die Baudenkmäler,
welche die Novelle beschreibt als „Gebäude, die als Teil eines
ausgewiesenen Umfelds oder aufgrund ihres besonderen architektonischen oder historischen Werts offiziell geschützt sind,
falls die Einhaltung bestimmter Mindestanforderungen an die
Gesamtenergieeffizienz eine unannehmbare Veränderung ihrer
Eigenart oder ihrer äußeren Erscheinung bedeuten würde;“.
Meist sommers genutzte Wochenendhäuser ausnehmen
Die EnEV 2009 listet unter ihren Ausnahmen auch „Wohngebäude, die für eine Nutzungsdauer von weniger als vier Monaten
jährlich bestimmt sind,“. Die Richtlinien-Novelle sieht als Maßstab nicht nur die zeitliche Nutzung über das Jahr sondern auch
den voraussichtlichen Energieverbrauch im Vergleich zum ganzjährigen Energiebedarf. Sie listet als Ausnahmen auch „Wohngebäude, die entweder für eine Nutzungsdauer von weniger als vier
Monaten jährlich oder aber für eine begrenzte jährliche Nutzungsdauer mit einem zu erwartenden Energieverbrauch von
weniger als 25 % des bei einer ganzjährigen Nutzung zu erwartenden Verbrauchs bestimmt sind.“ Wenn ein Besitzer sein Wochenendhaus den ganzen Sommer über nutzt und sich in der
Heizperiode eher selten darin auffällt, würde es gemäß der
Richtlinien-Novelle nicht unter die EnergieeffizienzAnforderungen fallen.
Energieeffizient modernisieren
Im Baubestand müssen die EU-Staaten nur bei größeren Änderungen die Mindeststandards einhalten. Dabei bestimmt jedes
Land selbst, was es als „größere Renovierung“ eines Gebäudes
anerkennt. Die Novelle bietet ihnen folgende zwei Optionen zur
Auswahl an:

Die Gesamtkosten der Arbeiten an der Gebäudehülle oder
den gebäudetechnischen Systemen übersteigen 25 Prozent
des Gebäudewerts - den Wert des Grundstücks, auf dem das
Gebäude errichtet wurde, nicht mitgerechnet.

Über 25 Prozent der Oberfläche der Gebäudehülle wird renoviert.
Unsere aktuelle EnEV 2009 greift bei Modernisierungen der Gebäudehülle nur dann, wenn die sanierte Bauteilfläche – Außen-
M. Tuschinski: EnEV 2012 kommt!
4.03 Anforderungen der EU-Richtlinie 2010 – Seite 4 von 8
wand, Fenster, Dach, Decke - 10 Prozent der gesamten entsprechenden Bauteilfläche des Gebäudes übersteigt und wenn die Art
der Renovierung in der Anlage 3 (Anforderungen bei Änderung
von Außenbauteilen) gelistet ist.
Fast-Nullenergie-Neubau wird Pflicht
Ab 2020 sollen alle Neubauten in den EU-Mitgliedsstaaten fast
keine Energie mehr benötigen zum Heizen, Warmwasser, Lüften
und Klimatisieren. Neubauten von Behörden sollen allerdings
bereits ab 2019 diese Anforderung erfüllen. Diesem neuen Thema widmet die Richtlinie den neuen Artikel 9 „FastNullenergiegebäude“. Diese definiert die Novelle als Gebäude
mit einer sehr hohen Gesamtenergieeffizienz, bestimmt gemäß
dem Anhang I (Allgemeiner Rahmen für die Berechnung der Gesamtenergieeffizienz von Gebäude). Der nahezu inexistente oder
äußerst geringfügige Energiebedarf sollte vorwiegend durch
Energie aus erneuerbaren Energiequellen stammen sowie möglichst auch am Standort oder in der Nähe des Gebäudes erzeugt
werden.
Energieausweis im Bestand
Verkäufer und Vermieter müssen Energieausweis zeigen
Wer in Deutschland ein Gebäude oder Gebäudeeinheit kauft oder
neu mietet kann anhand des Energieausweises die Angebote auf
dem Immobilienmarkt vergleichen. Der Verkäufer oder Vermieter muss den Energieausweis seinen potentiellen Kunden unverzüglich zugänglich machen. Die Novelle der EU-Richtlinie verlangt nun dass die EU-Mitgliedsstaaten die Verkäufer und Vermieter direkt verpflichten ihren Kunden einen Energieausweis
vorzulegen oder eine Kopie davon auszuhändigen.
Energieausweis in Verkaufs- und Vermietungs-Anzeigen
Es ist soweit: Die EU-Novelle verlangt, dass in den kommerziellen Medien bei Verkauf- und Vermietungsanzeigen auch der
Energieausweis und die entsprechenden Kennwerte der Gebäudeeffizienz genannt werden. Allerdings beschränkt sich die Novelle auf solche Gebäude und Gebäudeteile, bei denen bereits
ein gültiger Energieausweis vorliegt. Das würde auf einen Schlag
alle diejenigen Neubauten betreffen, die vor weniger als zehn
Jahren erbaut wurden – soweit sie in kommerziellen Anzeigen
angeboten werden. Ihre Energie-Nachweise gelten zehn Jahre
lang als Energieausweis im Bestand bei Verkauf und Neuvermietung.
M. Tuschinski: EnEV 2012 kommt!
4.03 Anforderungen der EU-Richtlinie 2010 – Seite 5 von 8
Energieausweis schlägt die Brücke zur Energieberatung
Nach wie vor sollen die Energieausweise auch Modernisierungsempfehlungen beinhalten. Allerdings geht der neue Anspruch der
Novelle ganz klar in Richtung einer Energieberatung: „Die Empfehlungen des Ausweises über die Gesamtenergieeffizienz müssen an dem betreffenden Gebäude technisch durchführbar sein
und können eine Schätzung der Amortisationszeiträume oder der
Kostenvorteile während der wirtschaftlichen Lebensdauer enthalten.“ Bei öffentlichen Energieausweisen sollen diese Empfehlungen jedoch nicht auch für das Publikum ausgehängt werden.
Behörden sollen allerdings innerhalb der zehnjährigen Geltungsdauer des Energieausweises den Modernisierungsempfehlungen
nachkommen, wenn sie die Eigentümer des entsprechenden Bestandsgebäudes sind. Damit sollen sie ihrer Vorreiterrolle gerecht werden.
Energieausweis in Hotel, Kinos und Einkaufszentren aushängen
Unsere aktuelle EnEV 2009 setzt die vorhergehende EUGebäuderichtlinie von 2003 um. Wenn eine Behörde in einem
Gebäude über 1.000 Quadratmeter Fläche nutzt und viel Bürger
sie besuchen, muss der Gebäudeeigentümer seit Mitte des Jahres
2009 einen Energieausweis für das Publikum gut sichtbar aushängen. Die Novelle der EU-Richtlinie senkt die maßgebliche Nutzfläche auf 500 Quadratmeter und zwei Jahre nach Inkrafttreten
soll sie nochmals auf 250 Quadratmeter halbiert werden. Auch
andere Gebäude mit regem Publikumsverkehr (Hotels, Kinos,
Kaufhäuser) sollen gemäß der Novelle einen Energieausweis aushängen, wenn die Gesamtnutzfläche über 500 Quadratmeter
umfasst und ein gültiger Energieausweis bereits augestellt wurde.
Energieausweis wird rechtsverbindlich
Nach wie vor sollen im Bestand Energieausweise auf der Grundlage des berechneten Energiebedarfs und des gemessenen Energieverbrauchs möglich sein. Der Energieausweis im Bestand soll
nach der Novelle nicht mehr wie bisher nur der Information dienen. Diese wohlbekannte Passage wurde restlos gestrichen. Hinzugekommen ist im Artikel 11 (Ausstellung von Ausweisen über
die Gesamtenergieeffizienz), unter Punkt 6. folgende Regelung:
„Über die möglichen Wirkungen dieser Ausweise bei etwaigen
Gerichtsverfahren wird nach dem innerstaatlichen Recht entschieden.
M. Tuschinski: EnEV 2012 kommt!
4.03 Anforderungen der EU-Richtlinie 2010 – Seite 6 von 8
Fachliche Fragezeichen
Trotz der engagierten und kompetenten Stellungnahme der beruflichen Bundesverbände der Architekten und Ingenieure, sind
im vorliegenden Entwurf zur Richtlinien-Novelle einige erstaunliche fachliche Fehler verblieben:
Energiebedarf ist gleich Energieverbrauch
Die "Gesamtenergieeffizienz eines Gebäudes" definiert die Novelle als „die berechnete oder gemessene Energiemenge, die
benötigt wird, um dem Energiebedarf im Rahmen der üblichen
Nutzung des Gebäudes (u. a. Heizung, Warmwasser, Kühlung,
Lüftung und Beleuchtung) gerecht zu werden.“ Mit anderen Worten: Die Novelle sieht den Energiebedarf und den Energieverbrauch eines Gebäudes als gleichwertig an. Und was bedeutet
„übliche Nutzung“ für ein Gebäude?
Energetische Gebäudeeigenschaften
Die neue Richtlinie spricht in der Anlage I von den „tatsächlichen
thermischen Eigenschaften des Gebäudes“. Wahrscheinlich sind
damit die Eigenschaften des fertig gestellten Gebäudes gemeint.
Zu den energetischen Eigenschaften des Gebäudes zählt die Novelle auch die „Isolierung“ in einer Reihe mit der „Wärmekapazität, Wärmebrücken“ usw. Gemeint ist eher der Wärmeschutz der
Gebäudehülle.
Primärenergieverbrauch bei Neubau
Obwohl sich die Forderungen der Novelle für FastNullenergiegebäude auf neu zu bauende Gebäude bezieht, ist
von Energieverbrauch die Rede: Die Pläne der EUMitgliedsstaaten beinhalten u. a. „eine ausführliche Darlegung
der praktischen Umsetzung der Definition der FastNullenergiegebäude … einschließlich eines numerischen Indikators für den Primärenergieverbrauch in kW/m² pro Jahr.“
Fazit
Energieeffiziente Gebäude eröffnen neue Chancen für Fachleute. Der EnEV-Standard, -Berechnungsmethoden und -Nachweise
gelten nicht nur bei Neubauten und Modernisierung, sondern
auch bei Förderanträgen für die Sanierung im Bestand für die
Programme der KfW-Förderbank oder des Marktanreizprogramms
(MAP) des Bundesumweltministeriums (BMU) usw.. Dieses wird
M. Tuschinski: EnEV 2012 kommt!
4.03 Anforderungen der EU-Richtlinie 2010 – Seite 7 von 8
auch für künftige EnEV-Fassungen gelten, die gemäß der novellierten EU-Richtlinie für energieeffiziente Gebäude kommen
werden. Wer sich als Berater oder Planer spezialisiert und die
EnEV-bezogenen Leistungen und Nachweise anbietet, eröffnet
sich vielfache Aufgaben und Auftrags-Chancen.
Quellen
EU-Richtlinie 2003: Richtlinie 2002/91/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 2002 über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden, verkündet am 4. Januar
2003, im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften, Seite L
1/65 bis 1/71. Sie war vom 4. Januar 2003 bis einschließlich 7.
Juli 2010 in Kraft. Internet: www.enev-online.de/epbd/
EU-Richtlinie 2010: Richtlinie 2010/31/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19. Mai 2010 über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (Neufassung), verkündet am 16. Juni
2010 im Amtsblatt der Europäischen Union, Seite L 153/13 bis
153/35. Sie ist seit dem 7. Juli 2010 in Kraft. Internet:
www.enev-online.de/epbd/2010
EnEV 2009: Verordnung zur Änderung der Energieeinsparverordnung EnEV vom 29. April 2009, Bundesgesetzblatt, Bundesanzeiger Verlag, Köln, Jahrgang 2009, Teil I, Nr. 23, Seite 954-989,
www.bundesgesetzblatt.de
EnEG 2009: Drittes Gesetz zur Änderung des Energieeinsparungsgesetzes, vom 28. März 2009, Bundesgesetzblatt, Bundesanzeiger Verlag, Köln, Jahrgang 2009, Teil I, Nr. 17, Seite 643-645,
www.bundesgesetzblatt.de
Anpassung EU-Richtlinie: Rat der Europäischen Union: Richtlinie
des Europäischen Parlaments und des Rates über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (Neufassung), Anpassung aufgrund des Inkrafttretens des Vertrages über die Arbeitsweise der
Europäischen Union (AEUV), Brüssel, 14. Dezember 2009,
www.enev-online.de/epbd/
BAK-Stellungnahme: Bundesarchitektenkammer (BAK): Vorschlag
der Europäischen Kommission für eine Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (Neufassung) – „GebäudeRL“ bzw. „EPBD“, Berlin, 31. Januar 2009, ergänzt 3. Februar
2009, www.bak.de
BIngK-Stellungsnahme: Bundesingenieurkammer (BIngK): Stellungnahme der Bundesingenieurkammer zum Vorschlag für eine
Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates über die
Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (Stand: 16.01.2009), Berlin, Februar 2009, www.bingk.de
BSI-Stellungnahme: Stellungnahme der Bundesvereinigung Spitzenverbände der Immobilienwirtschaft (BSI) zum Vorschlag für
M. Tuschinski: EnEV 2012 kommt!
4.03 Anforderungen der EU-Richtlinie 2010 – Seite 8 von 8
eine Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates über
die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden – Neufassung, Berlin,
13. Februar 2009, www.bsi-web.de
M. Tuschinski: EnEV 2012 kommt!
4.04 Zeitplan zur Umsetzung der EU-Richtlinie – Seite 1 von 3
27. Juli 2011
EU-Richtlinie für energieeffiziente Gebäude:
Bis wann müssen die EU-Länder sie umsetzen?
Autorin: Melita Tuschinski, Dipl.-Ing.UT, Freie Architektin, Stuttgart, seit 1999 Herausgeberin www.EnEV-online.de
Klicken Sie auf die Links und lesen Sie die Forderungen der
einzelnen Artikel der EU-Richtlinie.
9. Juli 2012
zwei Jahre
Verwaltungsvorschriften veröffentlichen:
9. Januar 2013
zweieinhalb Jahre
Vorschriften anwenden:
Die Mitgliedstaaten müssen innerhalb von zwei Jahren (bis spätestens am 9. Juli 2012) die entsprechenden Rechts- und Verwaltungsvorschriften erlassen und veröffentlichen, mit denen sie
ihren Pflichten nach folgenden Artikeln der EU-Richtlinie nachkommen:
 Artikel 2: Begriffsbestimmungen
 Artikel 3. Rechenmethode Energieeffizienz
 Artikel 4. Mindestanforderungen festlegen
 Artikel 5. Kostenoptimale Anforderungen
 Artikel 6. Neubau, neue Gebäude
 Artikel 7. Bestand, bestehende Gebäude
 Artikel 8. Anlagentechnik in Gebäuden
 Artikel 9. Fast-Nullenergie-Gebäude
 Artikel 10. Finanzielle Anreize und Chancen
 Artikel 11. Energieausweise für Gebäude
 Artikel 12. Energieausweise ausstellen
 Artikel 13. Energieausweise aushängen
 Artikel 14. Heizungsanlagen inspizieren
 Artikel 15. Klimaanlagen inspizieren
 Artikel 16. Berichte Anlagen-Inspektion
 Artikel 17. Unabhängiges Fachpersonal
 Artikel 18. Unabhängiges Kontrollsystem
 Artikel 20: Information
 Artikel 27: Sanktionen
Die Mitgliedstaaten müssen innerhalb von zweieinhalb Jahren
(bis spätestens am 9. Januar 2013) die folgenden Artikeln der
EU-Richtlinie anwenden:
 Artikel 2: Begriffsbestimmungen
 Artikel 3: Methode zur Berechnung der Energieeffizienz
 Artikel 9: Niedrigstenergiegebäude
M. Tuschinski: EnEV 2012 kommt!
4.04 Zeitplan zur Umsetzung der EU-Richtlinie – Seite 2 von 3
 Artikel
 Artikel
 Artikel
 Artikel
 Artikel
 Artikel
 Artikel
11: Ausweise über die Gesamtenergieeffizienz
12: Ausstellung von Ausweisen für Gebäude
13: Aushang von Ausweisen für Gebäude
17: Unabhängiges Fachpersonal
18: Unabhängiges Kontrollsystem
20: Information
27: Sanktionen
9. Januar 2013
zweieinhalb Jahre
Vorschriften auf Behörden-Gebäude anwenden:
9. Juli 2013
Vorschriften auf alle Gebäude anwenden:
drei Jahre
Die Mitgliedstaaten müssen innerhalb von drei Jahren (bis spätestens am 9. Juli 2013) die folgenden Artikel der EU-Richtlinie
auch auf alle restlichen Gebäude anwenden:
 Artikel 4. Mindestanforderungen festlegen
 Artikel 5. Kostenoptimale Anforderungen
 Artikel 6. Neubau, neue Gebäude
 Artikel 7. Bestand, bestehende Gebäude
 Artikel 8. Anlagentechnik in Gebäuden
 Artikel 14. Heizungsanlagen inspizieren
 Artikel 15. Klimaanlagen inspizieren
 Artikel 16. Berichte Anlagen-Inspektion
 Artikel 17. Unabhängiges Fachpersonal
 Artikel 18. Unabhängiges Kontrollsystem
 Artikel 19. Einhaltung überprüfen
31. Dezember 2015
fast dreieinhalb Jahre
Aufschub für vermietete Gebäude:
Die Mitgliedstaaten müssen innerhalb von zweieinhalb Jahren
(bis spätestens 9. Januar 2013) die folgenden Artikel der EURichtlinie auf Gebäude anwenden, die von Behörden genutzt
werden:
 Artikel 4. Mindestanforderungen festlegen
 Artikel 5. Kostenoptimale Anforderungen
 Artikel 6. Neubau, neue Gebäude
 Artikel 7. Bestand, bestehende Gebäude
 Artikel 8. Anlagentechnik in Gebäuden
 Artikel 14. Heizungsanlagen inspizieren
 Artikel 15. Klimaanlagen inspizieren
 Artikel 16. Berichte Anlagen-Inspektion
 Artikel 17. Unabhängiges Fachpersonal
 Artikel 18. Unabhängiges Kontrollsystem
 Artikel 19. Einhaltung überprüfen
Die Mitgliedsstaaten können für einzelne, vermietete Gebäudeteile die Anwendung des folgenden Artikels der EU-Richtlinie bis
..
M. Tuschinski: EnEV 2012 kommt!
4.04 Zeitplan zur Umsetzung der EU-Richtlinie – Seite 3 von 3
zum Ende des Jahres 2015 aufschieben:
 Artikel Artikel 12 Absätze 1 und 2.
Allerdings darf dies jedoch nicht dazu führen, dass weniger Ausweise ausgestellt werden, als dies bei Anwendung der vorhergehenden EU-Richtlinie in den betreffenden Mitgliedstaaten der
Fall gewesen wäre.
Quellen
EU-Richtlinie 2003: Richtlinie 2002/91/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 2002 über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden, verkündet am 4. Januar
2003, im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften, Seite L
1/65 bis 1/71. Sie war vom 4. Januar 2003 bis einschließlich 7.
Juli 2010 in Kraft. Internet: www.enev-online.de/epbd/
EU-Richtlinie 2010: Richtlinie 2010/31/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19. Mai 2010 über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (Neufassung), verkündet am 16. Juni
2010 im Amtsblatt der Europäischen Union, Seite L 153/13 bis
153/35. Sie ist seit dem 7. Juli 2010 in Kraft. Internet:
www.enev-online.de/epbd/2010
M. Tuschinski: EnEV 2012 kommt!
4.05 Deutschland setzt EU-Richtlinie um – Seite 1 von 6
27. Oktober 2010
Zwölf Fragen und Antworten:
EnEV 2012 und EU-Gebäuderichtlinie 2010
Autorin: Melita Tuschinski, Dipl.-Ing.UT, Freie Architektin,
Stuttgart, seit 1999 Herausgeberin www.EnEV-online.de
Dr. jur. Jürgen Stock, Ministerialrat im Bundesministerium für
Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) Bonn antwortet.
In diesem Interview erfahren Sie wie Deutschland die
EU-Gebäuderichtlinie schrittweise umsetzten wird.
1. Herr Dr. Stock, Sie leiten im Bundesbauministerium das
Referat, das für die rechtlichen Grundlagen des Energieeinsparrechts, also für das Energieeinsparungsgesetz (EnEG) und
die Energieeinsparverordnung (EnEV), zuständig ist. Unsere
EnEV-online Leser kennen und schätzen Sie seit Jahren, da
Sie uns dankenswerterweise auch häufig auf Fragen zur EnEV
geantwortet haben. In diesem Sommer hat die EU-Kommission
die Neufassung der Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz
von Gebäuden verkündet. Waren Sie auch mit dieser Novellierung befasst?
Dr. Stock: Ja, ich war gemeinsam mit Kollegen, die für die
technischen Inhalte zuständig sind, und mit den Kolleginnen und Kollegen aus dem Bundeswirtschaftsministerium
in die Verhandlungen zur Neufassung der Gebäuderichtlinie eingebunden.
2. Wenn man sich die Stellungnahmen der Fachverbände –
Bundesarchitektenkammer und Bundesingenieurkammer –
zum Entwurf der EU-Richtlinie 2010 ansieht, fragt man sich,
wieso die berechtigten Hinweise und Vorschläge in der Neufassung nicht berücksichtigt sind. Wie lautet die Stellungnahme oder die letzten Hinweise der Bundesregierung zum Entwurf der EU-Richtlinie-Novelle? Wo findet man das Dokument?
Dr. Stock: Die Bundesregierung hat zahlreiche Stellungnahmen in die Verhandlungen in Brüssel eingebracht, und
zwar sowohl zur grundsätzlichen Ausrichtung der Richtlinie
als auch zu vielen Einzelaspekten. Dabei wurden die seinerzeit vorliegenden Stellungnahmen von Ländern und
Verbänden berücksichtigt. Es entzieht sich meiner Kennt-
M. Tuschinski: EnEV 2012 kommt!
4.05 Deutschland setzt EU-Richtlinie um – Seite 2 von 6
nis, ob die an das Ratssekretariat adressierten Stellungnahmen im Internet zugänglich sind.
In der Sache können verschiedene Beteiligte mit den Änderungen der Richtlinie mehr oder weniger zufrieden sein.
Das ist bei politischen Projekten nicht ungewöhnlich.
Nicht alle Wünsche können erfüllt werden. Man sollte aber
die wesentlichen Errungenschaften nicht aus den Augen
verlieren. Dazu gehört vor allem das Wirtschaftlichkeitsgebot.
Die Bundesregierung hat sich erfolgreich dafür eingesetzt,
dass die Richtlinie Folgendes bestimmt: „Ein Mitgliedstaat
ist nicht verpflichtet, Mindestanforderungen an die Gesamtenergieeffizienz festzulegen, die über die geschätzte
wirtschaftliche Lebensdauer nicht kosteneffizient sind.“
Damit kann Deutschland das Wirtschaftlichkeitsgebot des
Energieeinsparungsgesetzes (EnEG) beibehalten.
3. Der Energieausweis soll nach der neuen EU-Richtlinie 2010
nicht mehr lediglich der Information dienen. Im Artikel 12
(Ausstellung von Ausweisen über die Gesamtenergieeffizienz)
Absatz 7 heißt es dazu: „Mögliche Rechtswirkungen der Ausweise über die Gesamtenergieeffizienz bei etwaigen Rechtsstreitigkeiten bestimmen sich nach den nationalen Rechtsvorschriften“. Was meinen Sie als Jurist und EnEV-Experte der
ersten Stunde dazu? Welche Konsequenzen könnten sich nach
deutschem Recht daraus ergeben?
Dr. Stock: In der Richtlinie heißt es wörtlich: „Mögliche
Rechtswirkungen der Ausweise über die Gesamtenergieeffizienz bei etwaigen Rechtsstreitigkeiten bestimmen sich
nach den nationalen Rechtsvorschriften“. Zwar ist die bisherige ausdrückliche Feststellung, dass Energieausweise
lediglich der Information dienen, entfallen. Nach wie vor
stellt es die EU-Gebäuderichtlinie den Mitgliedstaaten anheim, über die Frage möglicher Rechtswirkungen der Ausweise auf nationaler Ebene selbst zu entscheiden.
4. Darf man daraus schlussfolgern, dass der letzte Satz in unserem Energieeinsparungsgesetz (EnEG 2009), Paragraph 5a
(Energieausweise) „Die Energieausweise dienen lediglich der
Information.“ nicht gestrichen werden muss?
Dr. Stock: Ja, das ist richtig.
5. Deutschland und die anderen EU-Mitgliedstaaten müssen
M. Tuschinski: EnEV 2012 kommt!
4.05 Deutschland setzt EU-Richtlinie um – Seite 3 von 6
die EU-Gebäuderichtlinie 2010 umsetzen. Welche Gesetze
und Verordnungen müssen wir hierzulande aufgrund der neugefassten EU-Richtlinie novellieren und welchen Zeitplan
müssen wir einhalten?
Dr. Stock: Den Zeitplan gibt uns die europäische Umsetzungsfrist vor. Bis zum 9. Juli 2012 müssen wir die nationalen Umsetzungsregelungen erlassen haben; danach
räumt uns die Richtlinie eine längere Übergangsfrist bis
zum Wirksamwerden – wie wir es aus dem deutschen
Recht schon kennen – ein.
Im Wesentlichen wird die Umsetzung der EU-Richtlinie in
der Energieeinsparverordnung erfolgen.
6. Wie muss die EnEV insbesondere novelliert werden, dass
sie der EU-Gebäuderichtlinie entspricht?
Dr. Stock: Große Teile der Richtlinie enthalten Vorgaben,
die Deutschland bereits heute erfüllt.
Ich möchte an dieser Stelle die großen Themenblöcke nennen, die Umsetzungsbedarf auslösen:

Die Einführung des Niedrigstenergiegebäudes ab Anfang 2021 für alle Neubauten (für Behördengebäude
zwei Jahre früher);

die Erweiterung der Aushangpflicht für Energieausweise (insbesondere Ausdehnung auf bestimmte private
und auch auf kleinere Behördengebäude mit starkem
Publikumsverkehr);

die Vorgabe, dass künftig in Immobilienanzeigen in
kommerziellen Medien zum Verkauf oder zur Vermietung von Gebäuden bzw. Wohnungen eine Energiekennzahl angegeben werden muss, wenn ein Energieausweis vorhanden ist, sowie

die Einführung von Qualitätskontrollen für Energieausweise.
7. Wie wirken das neue Energiekonzept der Bundesregierung
und die EU-Vorgaben der Gebäuderichtlinie zusammen? Werden wir mit der EnEV 2012 die EU-Richtlinie und das Energiekonzept parallel erfüllen?
Dr. Stock: Die Tinte auf dem Energiekonzept ist noch nicht
ganz trocken, so dass Ihre Leser sicher Verständnis dafür
haben werden, dass ich hierzu noch keine inhaltlichen
Aussagen machen kann. Wir werden uns in der nächsten
M. Tuschinski: EnEV 2012 kommt!
4.05 Deutschland setzt EU-Richtlinie um – Seite 4 von 6
Zeit näher mit der Frage befassen, was zu tun ist.
Zum Ordnungsrecht möchte ich jetzt nur anmerken: der
Begriff der Klimaneutralität im Energiekonzept weist eine
große Ähnlichkeit mit dem Begriff des Niedrigstenergiegebäudes nach der EU-Gebäuderichtlinie auf.
8. Wie verläuft die Novellierung der geltenden EnEV 2009 mit
Blick auf die folgenden Aspekte: parlamentarischer Weg, Beteiligte, zuständige Gremien und Zeitplan?
Dr. Stock: Im Wesentlichen wird die Umsetzung der neuen
EU-Gebäuderichtlinie durch Änderungen der EnEV erfolgen, in den wie bisher bekannten Verfahrensschritten.

Vor der Befassung des Bundeskabinetts werden wir in
Anhörungen die Stellungnahmen von Spitzenverbänden
und Ländern einholen.

Danach erfolgt der Beschluss des Bundeskabinetts über
die Verordnung.

Die Verordnung wird dem Bundesrat zur Beratung
übersandt wird, denn Änderungen der EnEV bedürfen
der Zustimmung des Bundesrates.

Den Abschluss bildet die Verkündung der Änderungsverordnung zur EnEV im Bundesgesetzblatt.
Was den Zeitplan angeht, weise ich nochmals auf die europäische Umsetzungsfrist, den 9. Juli 2012, hin.
Über weitere Details der einzelnen Schritte lässt sich zum
heutigen Zeitpunkt noch nichts Konkreteres sagen.
9. Welche Rolle spielt die Praxis-Erfahrung im Rahmen der
EnEV-Novelle – beispielsweise die offiziellen Auslegungen der
Fachkommission Bautechnik der Bauministerkonferenz, die
das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt) veröffentlicht?
Welche Aspekte werden für die Fachleute, die die EnEV 2012
anwenden, wichtig sein?
Dr. Stock: Wir stehen laufend in Kontakt mit den Kollegen
aus den Ländern und beziehen deren Erfahrungen und etwaige Probleme im Vollzug in unsere Novellierungsüberlegungen selbstverständlich ein.
Energieeffizienz ist und bleibt ein Thema, das uns auch in
der Zukunft intensiv beschäftigen wird. Das hat auch die
politische Diskussion der vergangenen Wochen zum Ener-
M. Tuschinski: EnEV 2012 kommt!
4.05 Deutschland setzt EU-Richtlinie um – Seite 5 von 6
giekonzept gezeigt.
10. Noch eine Frage zu den „EnEV-Auslegungen“. Bereits vor
Jahren erklärten Sie uns in einem Interview, dass die Auslegungen der Fachkommission Bautechnik der Bauministerkonferenz, an denen auch Vertreter des BMVBS und des BBSR
mitwirken, keinen rechtsverbindlichen Charakter haben. Ich
gehe davon aus, dass diese Aussage auch für die EnEV 2009
zutrifft und gebe Ihre damalige Antwort wider:
Dr. Stock: Die Stellungnahmen dieser Expertengruppe entfalten keine rechtliche Bindungswirkung. Dennoch sind sie
wichtig. Ihnen kommt große praktische Bedeutung als
sachverständige Konkretisierung der EnEV zu. Hier verständigen sich Experten der Länder und des Bundes gemeinsam auf die Auslegung der Verordnung.
Diese Auslegungen können die Vollzugsbehörden und auch
die Anwendungspraxis bei der Erfüllung ihrer Aufgaben unterstützen. Das trägt zur Rechtssicherheit und Rechtseinheit bei.
Für den Vollzug in den Ländern ist es wichtig, dass die
Bauministerkonferenz dieses Gremium offiziell eingesetzt
hat.
11. Viele Fachleute meinen, dass sich die Bauämter an diesen
offiziellen Auslegungen orientieren. Inwieweit stimmen Sie
dieser Aussage zu und inwieweit können sich die Fachleute
darauf verlassen, dass sie bei Berücksichtigung dieser Auslegungen auf der „sicheren Seite“ liegen?
Dr. Stock: Ich habe keinen Anlass, der Beobachtung der
Fachleute zu widersprechen.
Im Übrigen verweise ich auf meine Antwort zur vorigen
Frage.
12. Eine letzte Frage: Die vieldiskutierte, erste „EnEV 2000“
trat als „EnEV 2002“ am 1. Februar 2002 in Kraft. Die „EnEV
2007“ wurde ursprünglich als „EnEV 2006“ angekündigt. Wird
die nächste Fassung - „EnEV 2012“ - wohl tatsächlich auch
2012 in Kraft treten?
Dr. Stock: Nein. Das muss sie auch nicht. Entscheidend ist
die Einhaltung der Umsetzungsfristen der Richtlinie. Wir
wollen die Richtlinie zeitgerecht innerhalb der europäischen Umsetzungsfrist umsetzen, also bis zum 9. Juli
M. Tuschinski: EnEV 2012 kommt!
4.05 Deutschland setzt EU-Richtlinie um – Seite 6 von 6
2012.
Die geänderte Verordnung wird – wie es in der Neufassung
der Richtlinie ausdrücklich zugelassen ist – sechs Monate
nach der Verkündung in Kraft treten. Das wäre also Anfang
2013. Damit haben alle Beteiligten genügend Zeit, sich auf
das neue Recht einzustellen.
Herr Dr. Stock, recht herzlichen Dank für Ihre aufschlussreichen Antworten!
Kontakt für weitere Fragen:
MR Dr. Jürgen Stock
Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung
Referat SW 12 (Gebäudebezogenes Baurecht, Bauordnungsrecht,
Recht der Energieeinsparung in Gebäuden)
Robert-Schuman-Platz, D-53175 Bonn
Telefon: + 49 (0) 2 28 / 3 00 - 61 20
Telefax: + 49 (0) 2 28 / 3 00 – 60 98
E-Mail: ref-sw12@bmvbs.bund.de
Internet: www.bmvbs.de
Kontakt zur Autorin:
Institut für Energie-Effiziente Architektur mit Internet-Medien
Melita Tuschinski, Dipl.-Ing.UT Fr. Architektin
Bebelstrasse 78, D-70193 Stuttgart
Telefon: + 49 (0) 7 11 / 6 15 49 26
Telefax: + 49 (0) 7 11 / 6 15 49 27
E-Mail: info@tuschinski.de
Internet: www.tuschinski.de, www.enev-online.de
M. Tuschinski: EnEV 2012 kommt!
4.06 Vergleich EnEV 2009 / EU-Richtlinie 2010 – Seite 1 von 7
1. Sept. 2011
Anforderungen im Neubau und Bestand:
EnEV 2009 und EU-Richtlinie 2010 im Vergleich
Autorin: Melita Tuschinski, Dipl.-Ing.UT, Freie Architektin, Stuttgart, seit 1999 Herausgeberin www.EnEV-online.de
Wer sich die neugefasste EU-Gebäuderichtlinie von 2010 im
Detail ansieht, stellt fest, dass wir mit der EnEV 2009 bereits
zahlreiche Aspekte erfüllt haben. Was verlangt die EURichtlinie zusätzlich? Wir haben beide Regelwerke verglichen.
Im Neubau alternative Systeme in Betracht ziehen
EnEV 2009
Die EnEV 2009 fordert energieeffiziente Neubauten. Als Maßstab
§ 3 Wohnbau
gilt erstens der Jahres-Primärenergiebedarf zum Heizen, Lüften,
§ 4 Nichtwohnbau
Erwärmen von Trinkwasser, Kühlen und in Nichtwohngebäuden
auch zum Beleuchten. Dieser darf einen gewissen Wert nicht
übersteigen. Zweitens muss die Gebäudehülle einen gewissen
Wärmeschutz gewährleisten und drittens muss auch der sommerliche Wärmeschutz die Anforderungen der EnEV 2009 einhalten.
Was die Anlagentechnik anbelangt, so fordert die EnEV 2009 in
dem Abschnitt 4 (Anlagen der Heizungstechnik, Kühltechnik und
Raumlufttechnik sowie der Warmwasserversorgung) dass die
eingesetzte Heizungs-, Lüftungs- und Kühltechnik dem heutigen
Effizienz-Standard entsprechen, dass Verteiler-Rohre und Armaturen gedämmt sind. Die zusätzlichen Anforderungen der EURichtlinie schlagen eher die Brücke zu unserem ErneuerbareEnergien-Wärmegesetz (EEWärmeG 2011), das Bauherren bei
Neubauten parallel zur EnEV 2009 erfüllen müssen.
EU-Gebäude-
Die EU-Richtlinie fordert zusätzlich, dass bei jedem Neubau vor
Richtlinie 2010
Baubeginn geprüft werden soll ob es technisch, ökologisch und
Artikel 6
wirtschaftlich machbar ist, hocheffiziente alternative Systeme
einzusetzen:

dezentrale Energieversorgungssysteme auf der Grundlage
von Energien aus erneuerbaren Quellen,

Kraft-Wärme-Kopplung,

Fern-/ Nahwärme oder Fern-/ Nahkälte, insbesondere, wenn
sie ganz oder teilweise auf Energie aus erneuerbaren Quellen
beruht,

Wärmepumpen.
M. Tuschinski: EnEV 2012 kommt!
4.06 Vergleich EnEV 2009 / EU-Richtlinie 2010 – Seite 2 von 7
Die Richtlinie verlangt ferner, dass die Planer diese Prüfung auch
dokumentieren, so dass der Bauherr auch nachträglich nachweisen kann, dass man diese Alternativen in Betracht gezogen hat.
Die Mitgliedsstaaten können diese Prüfung der alternativen Systeme für einzelne Gebäude, für Gruppen ähnlicher Gebäude
oder für Gebäude eines gemeinsamen Bautyps in demselben
Gebiet vorschreiben. Bei Fern-/Nahwärme und Fern-/Nahkälte
könnte die Prüfung für alle Gebäude erfolgen, die in demselben
Gebiet an das System angeschlossen sind.
Auch bei Sanierung alternative Systeme erwägen
EnEV 2009
Wer sein Bestandsgebäude verändert, erweitert oder umbaut,
§ 9 Bestand ändern
muss ggf. die EnEV 2009 erfüllen. Wenn ein Eigentümer beispielsweise die Nutzfläche seiner beheizten oder gekühlten
Räumen durch einen Anbau oder Ausbau über 50 Quadratmeter
erweitert, müssen die beauftragten Fachleute die betroffenen
Außenbauteile dermaßen planen und ausführen, dass der neue
Gebäudeteil die Neubau-Vorschriften der EnEV 2009 erfüllt, d.h.
der Jahres-Primärenergiebedarf und der Wärmeschutz der Gebäudehülle müssen den EnEV-Anforderungen entsprechen.
EU-Gebäude-
Die EU-Richtlinie empfiehlt jedoch auch, dass man auch bei grö-
Richtlinie 2010
ßeren Renovierungen im Bestand jeweils prüft, ob die oben ge-
Artikel 7 Baubestand
nannten hocheffizienten alternativen Systeme in dem konkreten
Fall einsetzbar sind. Im Artikel 7 (Bestehende Gebäude) heißt es
dazu: „Die Mitgliedstaaten setzen sich dafür ein, dass im Fall
einer größeren Renovierung von Gebäuden die ... aufgeführten
hocheffizienten alternativen Systeme in Betracht gezogen und
berücksichtigt werden, sofern dies technisch, funktionell und
wirtschaftlich realisierbar ist.“
Fast-Nullenergie-Neubau wird Pflicht
EnEV 2009
Die EnEV 2009 hat die energetischen Anforderungen für Neubau-
§ 3 Wohnbau
ten im Vergleich zur vorhergehenden EnEV 2007 um 30 % ver-
§ 4 Nichtwohnbau
schärft. Für die EnEV 2012 hatte die Bundesregierung 2007 eine
weitere Verschärfung um nochmals 30 % angekündigt. In welchen
Schritten der Weg zu dem Fast-Nullenergie-Neubau in Deutschland tatsächlich erfolgt werden die nächsten EnEV-Fassungen
zeigen. Die Energieeinsparverordnung ist nach wie vor an das
Wirtschaftlichkeitsgebot des Energieeinsparungsgesetzes (EnEG)
gebunden
EnEG 2009
Im EnEG 2009, § 5 (Gemeinsame Voraussetzungen für Rechtsver-
§ 5 Gemeinsame
ordnungen) heißt es im ersten Absatz: „Die in den Rechtsverord-
Regelungen
nungen … aufgestellten Anforderungen müssen nach dem Stand
M. Tuschinski: EnEV 2012 kommt!
4.06 Vergleich EnEV 2009 / EU-Richtlinie 2010 – Seite 3 von 7
der Technik erfüllbar und für Gebäude gleicher Art und Nutzung
wirtschaftlich vertretbar sein. Anforderungen gelten als wirtschaftlich vertretbar, wenn generell die erforderlichen Aufwendungen innerhalb der üblichen Nutzungsdauer durch die eintretenden Einsparungen erwirtschaftet werden können. Bei bestehenden Gebäuden ist die noch zu erwartende Nutzungsdauer zu
berücksichtigen.“
EU-Gebäude-
Tatsache ist, dass die EU-Richtlinie verlangt, dass ab 2021 alle
Richtlinie 2010
Neubauten in den EU-Mitgliedsstaaten fast keine Energie mehr
Artikel 9 Niedrigst-
benötigen zum Heizen, Warmwasser, Lüften und Klimatisieren.
energiegebäude
Neubauten von Behörden sollen allerdings bereits ab 2019 diese
Anforderung erfüllen. Als „Niedrigstenergiegebäude“ bezeichnet
die EU-Richtlinie Bauten mit einer sehr hohen Gesamtenergieeffizienz. Der nahezu inexistente oder äußerst geringfügige Energiebedarf sollte vorwiegend durch Energie aus erneuerbaren
Energiequellen stammen sowie möglichst auch am Standort oder
in der Nähe des Gebäudes erzeugt werden.
Die EU erwartet dass die Mitgliedsstaaten nationale Pläne erstellen und der Kommission berichten wie sie die Zahl der Niedrigstenergiegebäude erhöhen werden. Dabei können sie für verschiedene Gebäudekategorien unterschiedliche Ziele anstreben.
Der neue Artikel 9 (Fast-Nullenergiegebäude) regelt diese Anforderungen an die Mitgliedsstaaten. Im sechsten Absatz erlaubt die
EU-Richtlinie jedoch auch Ausnahmen: „Die Mitgliedstaaten können beschließen, in besonderen und begründeten Fällen, in denen die Kosten-Nutzen-Analyse über die wirtschaftliche Lebensdauer des betreffenden Gebäudes negativ ausfällt, die … (Neubau) … Anforderungen nicht anzuwenden. Die Mitgliedstaaten
unterrichten die Kommission über die Grundsätze der betreffenden gesetzlichen Regelungen.“
Öffentliche Gebäude zu Niedrigstenergiebau saniert
EnEV 2009
Die EnEV 2009 unterscheidet soweit nicht zwischen öffentlichen
§ 9 Bestand ändern
und privatwirtschaftlichen Gebäuden.
EEWärmeG 2010
Das geänderte Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG
§ 1a Vorbildfunktion
2010) stellt allerdings bereits strengere Maßstäbe an öffentliche
öffentl. Gebäude
Gebäude, sowohl bei Neubau als auch bei grundlegender Renovierung. Das Wärmegesetz 2010 setzt mit diesem Prinzip die EURichtlinie für erneuerbare Energien um.
EU-Gebäude-
Die EU-Gebäuderichtlinie 2010 baut ebenso auf die Vorreiterrolle
Richtlinie 2010
der öffentlichen Hand – auch bei der Sanierung. Im Artikel 9
Artikel 9 Niedrigst-
(Niedrigstenergiegebäude), Absatz 2 heißt es dazu: „Des Weite-
energiegebäude
ren legen die Mitgliedstaaten unter Berücksichtigung der Vorreiterrolle der öffentlichen Hand Strategien fest und ergreifen Maß-
M. Tuschinski: EnEV 2012 kommt!
4.06 Vergleich EnEV 2009 / EU-Richtlinie 2010 – Seite 4 von 7
nahmen wie beispielsweise die Festlegung von Zielen, um Anreize für den Umbau von Gebäuden, die saniert werden, zu Niedrigstenergiegebäuden zu vermitteln; hierüber unterrichten sie
die Kommission …“
Bis Ende nächsten Jahres wird die EU-Kommission einen Bericht
veröffentlichen über die Fortschritte der Mitgliedsländer bei der
Erhöhung der Zahl der Niedrigstenergiegebäude. Auf der Grundlage dieses Berichts wird die Kommission einen Aktionsplan ausarbeiten und bei Bedarf Maßnahmen vorschlagen und sich für
bewährte Verfahren für den kosteneffizienten Umbau bestehender Gebäude in Niedrigstenergiegebäude einsetzen.
Energiekennwerte bei Kauf vor dem Bau
EnEV 2009
Was schreibt die EnEV 2009 vor, wenn ein Käufer ein Haus er-
§ 16 Energieausweis
wirbt noch bevor es gebaut wurde? Im § 16 (Ausstellung und
Verwendung von Energieausweisen), Absatz 1 verlangt die Verordnung nur dass ein Energieausweis ausgestellt wird auf der
Grundlage des fertig erbauten Gebäudes: „Wird ein Gebäude
errichtet, hat der Bauherr sicherzustellen, dass ihm, wenn er
zugleich Eigentümer des Gebäudes ist, oder dem Eigentümer des
Gebäudes ein Energieausweis … unter Zugrundelegung der energetischen Eigenschaften des fertig gestellten Gebäudes ausgestellt wird.“
EU-Gebäude-
Die EU-Richtlinie widmet diesem Fall im Artikel 12 (Ausstellung
Richtlinie 2010
von Ausweisen über die Gesamtenergieeffizienz), Absatz 3 eine
Artikel 12
besondere Beachtung: „Wird ein Gebäude vor dem Bau verkauft
Energieausweis
oder vermietet, so können die Mitgliedstaaten … verlangen, dass
der Verkäufer eine Einschätzung der künftigen Gesamtenergieeffizienz des Gebäudes zur Verfügung stellt…“
Diese Regelung wird den Käufern von Wohnungen, Häusern oder
Gebäuden, die von Bauträgern angeboten werden zugute kommen, weil sie die energetischen Eigenschaften des Gebäudes im
Vorfeld einschätzen können.
Energieausweis-Kennwerte in Anzeigen angeben
EnEV 2009
Wenn man sich in bundesweiten Tageszeitungen die Immobilien-
§ 16 Energieausweis
Anzeigen ansieht, wird eher selten die Energieeffizienz eines
Gebäudes lobend hervorgehoben. Nach wie vor spielen die Lage,
Ausstattung und Baujahr eher eine wichtige Rolle. Die EnEV 2009
fordert nur bei großen, öffentlichen Dienstleistungsgebäuden,
dass sie einen Energieausweis im Gebäude gut sichtbar aushängen, wenn ein reger Publikumsverkehr herrscht.
M. Tuschinski: EnEV 2012 kommt!
4.06 Vergleich EnEV 2009 / EU-Richtlinie 2010 – Seite 5 von 7
EU-Gebäude-
Die EU-Richtlinie will die Rolle des Energieausweises in Anzeigen
Richtlinie 2010
nun erhöhen: In kommerziellen Medien sollen künftig auch die
Artikel 12
energetischen Kennwerte aus den Energieausweisen der angebo-
Energieausweis
tenen Immobilien mit aufgeführt sein. Allerdings schränkt die EU
diese Anforderung auch gleich wieder ein, indem sie nur diejenigen Gebäude betrifft, für die bereits ein Energieausweis vorliegt. Etwas paradox klingt das schon, wenn die Richtlinie andererseits von den Mitgliedsländern verlangt, dass ein Verkäufer
oder Vermieter seinen potenziellen Käufern oder Neumietern
einen Energieausweis vorlegen muss. Wenn der Anbieter eine
Anzeige bestellt muss er doch davon ausgehen, dass sich potenzielle Kunden melden werden und dass er folglich einen Energieausweis benötigen wird.
Energieausweis im Hotel, Kino
und Einkaufszentrum aushängen
EnEV 2009
Die EnEV 2009 verlangt im § 16 (Ausstellung und Verwendung von
§ 16 Energieausweis
Energieausweisen), Absatz 3, dass die Eigentümer von vielbesuchten Dienstleistungsgebäuden jeweils einen Energieausweis
gut sichtbar aushängen, wenn zahlreiche Bürger darin auf über
1.000 Quadratmeter Fläche öffentliche Dienste wahrnehmen.
EU-Gebäude-
Die EU-Richtlinie senkt die maßgebliche Nutzfläche auf 500
Richtlinie 2010
Quadratmeter und ab dem 9. Juli 2012 soll sie nochmals auf 250
Artikel 12 Ausstellung
Quadratmeter halbiert werden.
Energieausweise
Auch weitet die EU-Richtlinie die Aushang-Pflicht für Energieausweise erheblich aus: Auch die Eigentümer von anderen Gebäude mit regem Publikumsverkehr (beispielsweise Hotels, Kinos, Kaufhäuser) sollen einen Energieausweis aushängen, wenn
die Gesamtnutzfläche 500 Quadratmeter übersteigt. Allerdings
schränkt die EU diese Anforderung insoweit ein, dass es nur für
die Fälle gelten soll, wenn für das Gebäude bereits ein gültiger
Energieausweis ausgestellt wurde.
Das würde auf einen Schlag alle Gebäude betreffen, die in den
letzten zehn Jahren erbaut wurden, denn auch die Energiebedarfsausweise nach EnEV 2002 oder EnEV 2004, sowie die Wärmebedarfsausweise gemäß der WSchVO 1995 gelten als Energieausweise im Sinne der EnEV 2009 bei Verkauf, Neuvermietung
oder öffentlichem Aushang.
Modernisierungsempfehlungen durchführen
EnEV 2009
Die EnEV 2009 schreibt im § 20 (Empfehlungen für die Verbesse-
§ 20 Modernisierungs-
rung der Energieeffizienz) vor, dass der Aussteller eines Energieausweises für ein Bestandsgebäude – für Verkauf, Neuvermietung
M. Tuschinski: EnEV 2012 kommt!
empfehlungen
4.06 Vergleich EnEV 2009 / EU-Richtlinie 2010 – Seite 6 von 7
oder als öffentlicher Aushang – auch Modernisierungsempfehlungen beilegen muss, wenn kostengünstige, energetische Verbesserungen möglich sind. Diese Empfehlungen muss der Eigentümer
nicht umsetzen, sie sollen ihm jedoch als Anregung dienen, wie
er seinen Altbau energetisch verbessern könnte.
EU-Gebäude-
Die EU-Richtlinie geht hier einen Schritt weiter, allerdings nur
Richtlinie 2010
für öffentliche Gebäude. Im Artikel 11 (Ausweise über die Ge-
Artikel 11
samtenergieeffizienz) heißt es im 5. Absatz dazu: „Die Mitglied-
Energieausweise
staaten regen vorbehaltlich der innerstaatlichen Rechtsvorschriften die Behörden dazu an, der Vorreiterrolle, die sie auf dem
Gebiet der Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden einnehmen
sollten, unter anderem dadurch gerecht zu werden, dass sie
innerhalb der Geltungsdauer des Ausweises über die Gesamtenergieeffizienz der Gebäude, deren Eigentümer sie sind, den im
Ausweis enthaltenen Empfehlungen nachkommen.“
Mit anderen Worten: Innerhalb von zehn Jahren nachdem der
Energieausweis ausgestellt wird, soll die öffentliche Hand die
Modernisierungsempfehlungen aus dem Energieausweis umsetzen. Das würde jedoch bedeuten, dass diese Empfehlungen eine
Energieberatung voraussetzen, was soweit von der EnEV 2009
vom Aussteller eines Energieausweises nicht verlangt wurde.
Die EU-Richtlinie räumt im Artikel 13 (Aushang von Ausweisen
über die Gesamtenergieeffizienz) im 3. Absatz allerdings auch
ein, dass die Eigentümer von Gebäuden, die einen Energieausweis öffentlich aushängen müssen, die Modernisierungsempfehlungen aus dem Energieausweis nicht auch öffentlich präsentieren müssen.
Kontrollsystem für Energieausweise
sowie für Inspektionsberichte
EnEV 2009
Die EnEV 2009 gilt als bundesweite Verordnung. Für die prakti-
§ 16 Energieausweis
sche Umsetzung sind jedoch die einzelnen Bundesländer zuständig. Das war schon seit der ersten EnEV 2002 die Praxis. Wenn
ein Bauherr ein neues Gebäude errichtet, muss er dafür sorgen,
dass ein ausstellungsberechtigter Fachmann ihm einen gültigen
Energieausweis ausstellt. Diesen muss er gemäß EnEV 2009, § 16
(Ausstellung und Verwendung von Energieausweisen), Absatz 1
der zuständigen Landesbehörde vorzeigen, wenn deren Mitarbeiter ihn dazu auffordern.
EU-Gebäude-
Die EU-Richtlinie bringt nun ein völlig neues Konzept und ver-
Richtlinie 2010
langt, dass die Mitgliedsstaaten jeweils unabhängige Kontrollsys-
Artikel 18
teme einrichten sowohl für die Energieausweise für Gebäude als
Kontrollsystem
auch für die Inspektionsberichte für Heizungs- und Klimaanlagen.
Im Anhang II regelt die EU-Richtlinie detailliert wie die Kontrolle
M. Tuschinski: EnEV 2012 kommt!
4.06 Vergleich EnEV 2009 / EU-Richtlinie 2010 – Seite 7 von 7
funktionieren soll. Diese Anforderungen gelten auch wenn die
Mitgliedsstaaten die Kontrolle nicht durch ihre Behörden durchführen, sondern an andere Stellen delegieren. Für Energieausweis gelten folgende Regeln:

Die Kontrolle soll sich auf Stichproben beschränken und zwar
auf einen statistisch signifikanten Prozentanteils aller jährlich ausgestellten Energieausweise.

Die Kontrolleure überprüfen entweder die Gebäudedaten auf
ihre Validität und im Hinblick auf die Ergebnisse im Energieausweis, sie können auch die Modernisierungsempfehlungen
überprüfen oder sogar die ganzen Berechnungen bis hin zur
Besichtigung des entsprechenden Gebäudes.
Auch die Inspektionsberichte sollen die Kontrolleure nur stichprobenartig untersuchen und zwar auch anhand eines statistisch
signifikanten Prozentanteils aller jährlich ausgestellten Inspektionsberichte.
Fazit
Für Fachleute, die ihre Kunden weitsichtig beraten ist es sehr
wichtig, dass sie die künftigen Anforderungen kennen – soweit es
heute bereits möglich ist.
Wer Bauprojekte betreut, die den Energie-Standard erfüllen
müssen, der zum Zeitpunkt der Bauabnahme gelten wird, sollte
sich mit den Zielen der Energiewende befassen sowie mit der
novellierten EU-Richtlinie von 2010.
Ende dieses Jahres, wenn der Referentenentwurf der EnEV 2012
voraussichtlich veröffentlicht wird, werden wir sie erneut informieren und auf dem Laufenden halten.
M. Tuschinski: EnEV 2012 kommt!
4.07 Energie und Bauen in Europa – Seite 1 von 4
27. Sept. 2011
Energie und Bauen in der Europäischen Union:
Ziele, Aktionen, Richtlinien und Praxis
Autorin: Melita Tuschinski, Dipl.-Ing.UT, Freie Architektin,
Stuttgart, seit 1999 Herausgeberin www.EnEV-online.de
Heizungsabgase kennen keine Ländergrenzen. Deshalb war
die Europäische Gemeinschaft seit jeher bestrebt, dass alle
Mitgliedsländer Energie einsparen, denn sie ist unsere kostengünstigste Möglichkeit die Umwelt weniger zu belasten. Auch
verringern wir dadurch die Emission von Treibhausgasen und
anderen Schadstoffen und steigern die Sicherheit unserer
Energieversorgung.
Einleitung
Deshalb hatte die EU sich 2007 im Rahmen der EU-Strategie für
Europa 2020 vorgenommen, dass wir bis zum Jahr 2020 folgende
Ziele erreichen:
Zwischenbericht

Treibhausgase 20% reduzieren,

Anteil erneuerbare Energien 20% erhöhen,

Energieverbrauch 20% verringern.
Als die EU letztes Jahr die Fortschritte der Mitgliedsländer bis
Ende 2009 überprüfte stellte sie allerdings fest, dass wir die
angestrebten 20% Energieverbrauch nicht einsparen werden,
wenn wir wie bisher verfahren. Im Baubereich – Wohn- und
Nichtwohngebäude – stellte die EU beispielsweise als Gründe
fest, dass die Eigentümer sich nicht bewusst seien über die Vorteile einer energetischen Bausanierung und dass sich auch geringe Investitionen lohnen würden. Desgleichen fehle es in den EUMitgliedsländern offensichtlich an spezialisierten Baufachleuten.
Lösung
Energieeffizienzplan 2011 verabschiedet
Als Lösung hat die EU-Kommission im März dieses Jahres zunächst einen »Energieeffizienzplan 2011« entwickelt.
Er basiert auf der Zuversicht, dass die bereits vorgeschriebenen
Maßnahmen kombiniert mit neuen Verpflichtungen dazu führen
werden, dass der sich der Energieverbrauch bis 2020 wie vorgesehen um ein Fünftel senkt. Die vorgeschlagenen Maßnahmen
sollen privaten Haushalten, Unternehmen und öffentlichen Stellen erheblichen Nutzen bringen.
Die EU ist geht mit ihrem Optimismus sogar so weit, dass sie
M. Tuschinski: EnEV 2012 kommt!
4.07 Energie und Bauen in Europa – Seite 2 von 4
damit rechnet, dass jeder Haushalt bis zu 1.000 Euro jährlich
einsparen wird. Durch den Energieeffizienzplan 2011 soll Europa
auch seine industrielle Wettbewerbsfähigkeit verbessern, bis zu
zwei Millionen Arbeitsplätze schaffen und die jährlichen Treibhausgasemissionen um 740 Millionen Tonnen senken. Die zusätzlichen, verbindlichen Maßnahmen sollen den Mitgliedstaaten,
Unternehmen und Bürgern dabei helfen, ihre Einsparziele zu
erreichen und ihre Energiekosten zu senken.
Entwurf
Neue Energieeffizienzrichtlinie entworfen
Der »Energieeffizienzplan 2011« bildete eine der Grundlage für
die neue »Energieeffizienzrichtlinie«, welche die EU-Kommission
am 22. Juni 2011 als Entwurf veröffentlicht hat. Dieser Richtlinie
müssen allerdings noch der Rat der EU sowie das Europäische
Parlament zustimmen, bevor sie verkündet wird und in Kraft
treten kann.
Was sieht der Richtlinien-Entwurf vor? Die öffentliche Hand soll
mit gutem Beispiel vorangehen indem sie nur noch energieeffiziente Gebäude, Produkte und Dienstleistungen nutzt. Damit
hofft die EU, dass die öffentlichen Einrichtungen auch dazu beitragen werden, die Marktakzeptanz von energieeffizienten Produkte und Dienstleistungen zu steigern. Parallel dazu soll die
öffentliche Hand jährlich mindestens 3 % ihrer Gesamtgebäudefläche energetisch sanieren und damit den Energieverbrauch in
ihren eigenen Räumlichkeiten schrittweise verringern. Erhebliche Energieeinsparungen soll die Richtlinie auch für die Verbraucher bewirken. Durch einen einfachen und kostenlosen Zugang
zu Echtzeit- und historischen Energieverbrauchsdaten sowie dank
genauerer individueller Verbrauchserfassung könnten die Endnutzer ihren Energieverbrauch besser steuern. Auch sollte die
Abrechnung auf dem genau erfassten tatsächlichen Verbrauch
beruhen.
Jedes EU-Mitgliedsland müsste sich gemäß Artikel 3 dieser neuen
Richtlinie ein nationales Energieeffizienzziel für 2020 setzen.
Die Richtlinie sieht auch vor, dass die Kommission im Jahr 2014
die Fortschritte der Mitgliedsländer bewertet mit Blick auf das
20 %-Energieeffizienzziels der EU für 2020. Sollte das Ergebnis
negativ ausfallen wird die EU einen Vorschlag für einen weiteren
Rechtsakt entwickeln und für die Mitgliedsländer jeweils nationale Energieeffizienzziele verbindlich vorschreiben, wie es für
den Anteil der erneuerbaren Energien bis 2020 bereits geschehen
ist.
M. Tuschinski: EnEV 2012 kommt!
Programme
4.07 Energie und Bauen in Europa – Seite 3 von 4
EU fördert Energieeffizienz-Projekte
und Fristen

"Energy-efficient Buildings" – 2012 (Energieeffiziente Gebäude 2012 – 140 Millionen Euro Budget - bis 1. Dezember 2011
Anträge einreichen).

Smart Cities and Communities (Intelligente Städte und Gemeinden – 40 Millionen Euro Budget - bis 1. Dezember 2011
Anträge einreichen).

Energy Call Part 2 (Energie-Aufruf Teil 2 – 81 Millionen Euro
Budget - bis 8. März 2012 Anträge einreichen).
EPBD 2003 erfüllt
Bundesregierung berichtet der EU-Kommission
Am 31. August 2011 hat das Bundeskabinett den zweiten Nationalen Energieeffizienz-Aktionsplan beschlossen und wird den
Bericht an die EU-Kommission übermitteln. Deutschland wird das
Energieeinsparziel der EU-Richtlinie über Endenergieeffizienz
und Energiedienstleistungen erreichen wird. Die Richtlinie sieht
für Deutschland einen Endenergieeinsparrichtwert von insgesamt
neun Prozent bis zum Jahr 2016 vor (gemessen am jährlichen
Durchschnittsverbrauch im Zeitraum 2001 bis 2005). Der Aktionsplan stützt sich bei seinen Aussagen zu den deutschen Fortschritten auf die Analyse von rund 90 Energieeffizienzmaßnahmen – auch im Gebäudebereich. Die Nationalen EnergieeffizienzAktionspläne dienen als Fortschrittskontrolle. Den ersten Aktionsplan hat die Bundesregierung im Jahr 2007 nach Brüssel
übermittelt, der dritte Aktionsplan ist am 30. Juni 2014 fällig.
EPBD 2003
EU-Gebäuderichtlinie 2003 in der Praxis
in Europa
Zunächst die gute Nachricht: Deutschland hat die erste EURichtlinie für energieeffiziente Gebäude mit der Energieeinsparverordnung (EnEV 2009) vollständig umgesetzt. Doch es gibt auch
„schwarze Schafe“ unter den Mitgliedsländern – wie beispielsweise Belgien - die ihren Pflichten nicht nachgekommen sind.
Bis Mitte dieses Jahres hatte die Wallonische Region noch keine
Vorschriften für die Ausstellung von Energieausweisen für neue
Gebäude und für das sichtbare Anbringen dieser Ausweise in
Gebäuden mit einer Fläche von mehr als 1000 m² erlassen. Die
Gebäuderichtlinie sah vor, dass sie dieser Pflicht bis spätestens
4. Januar 2009 nachkommen. Auch die Region BrüsselHauptstadt hat die Vorschriften für die Inspektion von Heizkesseln, die älter als 15 Jahre sind, nicht fristgerecht geregelt.
Auch hatten sie noch keine Kontrollpflicht für Klimaanlagen mit
einer Leistung von mehr als 12 kW eingeführt. Zwei Monate hatte Belgien Zeit diesen Pflichten nachzukommen, ansonsten droh-
..
M. Tuschinski: EnEV 2012 kommt!
4.07 Energie und Bauen in Europa – Seite 4 von 4
te die Kommission den Europäischen Gerichtshof anzurufen.
Wer sich dafür interessiert, wie die anderen Mitgliedländer die
EU-Richtlinie umgesetzt haben finden Informationen und Berichte auf den Webseiten des EU-geförderten Projektes „Concerted
Action Energie Performance of Buildings“. Die Vertreter der EUMitgliedsstaaten haben hier sehr eng und erfolgreich miteinander kooperiert und ihre Erfahrungen bei der Umsetzung der EURichtlinie ausgetauscht.
 www.epbd-ca.org
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Anhang A: Die Sponsoren – Seite 1 von 3
Die Sponsoren stellen sich kurz vor
Liebe Leserinnen und Leser, die Broschüre „EnEV 2012: Was kommt?“
biete ich als Autorin kostenfrei in EnEV-online mit der Unterstützung der
aufgeführten Sponsoren an. Recht herzlichen Dank!
. Melita Tuschinski Bitte besuchen Sie die Websites unserer Sponsoren!
AGFW Der Energieeffizienzverband für Wärme, Kälte und KWK e.V.
Der AGFW fördert die Entwicklung und den Ausbau der Versorgung
mit Nah- und Fernwärme, Kälte und Kraft-Wärme-Kopplung (KWK)
auf nationaler und internationaler Ebene.
www.agfw.de
BVF Bundesverband Flächenheizungen und Flächenkühlungen e.V.
Der BVF ist ein Zusammenschluss namhafter System- und Komponentenanbieter für Warmwasser- und Elektroflächenheizungen. Über die Vorteile von Flächenheizungen bei der Modernisierung informiert der BVF ausführlich auf seinen neuen Webseiten.
www.flaechenheizung.de
e&u energiebüro gmbh
Komplexe Bau- und Sanierungsvorhaben erfordern eine fachgerechte Berechnung und Abschätzung der optimalen Verbindung zwischen Energieund Kosteneffizienz. Die e&u energiebüro gmbh erstellt Energiebilanzierungen nach EnEV und DIN V 18599 und berät zu Bauinvestitionen.
www.eundu-online.de
ean50 GmbH
Als einer der führenden Anbieter von blower door tests im Wohn- und
Gewerbebau bietet die ean50 Ihre Leistungen deutschlandweit an.
Kompetente und zertifizierte Messtechniker, sowie qualitativ hochwertige
und aussagekräftige Untersuchungen zeichnen das Unternehmen aus.
www.blower-door-tests.de
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Als Spezialist für Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung sorgt Heinemann seit 1992 mit seinen hochwertigen, bewährten Produkten dafür,
dass sich die Menschen in Gebäuden wohl fühlen und jederzeit gesunde
Luft zum Atmen haben.
www.heinemann-gmbh.de
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IVPU - Industrieverband Polyurethan-Hartschaum e. V.
Wärmedämmung ist eine wesentliche Voraussetzung für nachhaltiges
Bauen. Hoch leistungsfähige Polyurethan-Dämmstoffe ermöglichen die
Verbindung von hervorragendem Wärmeschutz gemäß EnEV mit schlanken
Bauteilen und eignen sich für Neubau und Sanierung.
www.daemmt-besser.de
LUNOS Lüftungstechnik GmbH für Raumluftsysteme
Lunos bietet kostengünstige, effiziente Lösungen zur Wohnungslüftung,
wie feuchtegeregelte, sparsame, sehr leise Abluftanlagen, dezentrale
Lüftungsgeräte mit Wärmerückgewinnung sowie versteckte Lüftungsöffnungen mit dem LUNOtherm Fassadenelement.
www.lunos.de
Paradigma Deutschland GmbH
Seit nun mehr als 20 Jahren entwickelt und vertreibt der mehrfach ausgezeichnete Hersteller thermische Solaranlagen, umweltfreundliche Pelletsheizungen sowie moderne Brennwertkessel. Ökologie und Effizienz
stehen bei allen Heizsystemen an erster Stelle.
www.paradigma.de
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PaX baut Energiesparfenster und Haustüren mit Zusatzfunktionen für
optimalen Einbruchschutz, Schallschutz und Komfort aus Kunststoff, Holz
und Holz-Aluminium. Für Baudenkmäler bietet PaX originalgetreue Fenster mit extra schmalen Ansichten und gutem Wärmeschutz.
www.pax.de
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Herstellern von Polymerbitumen-, Bitumenabdichtungs-, Kunststoffdachbahnen und Bautenschutzprodukten. Für den Flachdachspezialisten stehen die Sicherheit und Langlebigkeit der Abdichtung an oberster Stelle.
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Für Planer und Architekten stellt die energetische Gebäudequalität einen
entscheidenden Wettbewerbsfaktor dar. Der Online Newsletter
www.architec24.de von Viessmann informiert regelmäßig über außergewöhnliche energetische Konzepte der Heiz- und Klimatechnik.
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