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Das Beste kommt noch! – Was sagt die Bibel dazu? - FeG Limburg

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MÄNNERFREIZEIT FEG LIMBURG, 7.-9.JUNI 2013 IN REHE
Das Beste kommt noch! – Was sagt die Bibel dazu?
Vortrag von Marcus Heckerle
Das Zeugnis des Alten Testaments
Was ist Leben? – gemäß biblischem Schöpfungsbericht
1.Mo 2,7: Da bildete Gott, der HERR, den Menschen, aus Staub vom Erdboden und hauchte
in seine Nase Atem des Lebens; so wurde der Mensch eine lebende Seele.
Staub (Ackerboden) + (von Gott gegebener) Atem (bzw. Odem/Geist) = lebende Seele
 der Mensch ist eine lebende Seele (sogar Tiere als Seele bezeichnet: 1.Mo 1,20; 2,19).
EXKURS: WAS IST DIE SEELE?
hebr.: näfäsch = Kehle, Hals, Begehren, Leben, Person.
Der Begriff Seele wird in der Bibel unterschiedlich verwendet (siehe Bibellexikon).
Die Vorstellung einer „unsterblichen Seele“ gibt es darin aber nicht (im Gegenteil: Hes
18,4.20: „Die Seele, die sündigt, sie soll sterben.“; in 3.Mo 21,11 Leiche: wörtl. „tote Seele“).
Insgesamt lässt sich sagen: Das alttestamentliche Wort „Seele“ (hebr. näfäsch) bezeichnet
nicht einen Teil des Menschen, sondern meint den Menschen als Ganzes, wobei die
Gefühlswelt im Vordergrund steht: der Mensch als emotionales, als bedürftiges Wesen; der
Mensch als ein Wesen, dessen letztes Verlangen nur Gott selbst stillen kann.
(von Julius Steinberg in Christsein heute 3/2013)
EXKURS: WAS IST DER GEIST?
hebr.: ruach = (machtvoller) Wind, Atem, Lebenskraft, Gemüt, Willenskraft.
Die Besonderheit des Begriffs „Geist“ (hebr. ruach) besteht darin, dass er sowohl zu Gott als
auch zum Menschen gehört. Er stellt gewissermaßen ein Bindeglied zwischen beiden dar. [...]
Auf den Menschen bezogen steht das Wort konkret für den „Atem“ und übertragen für das
„Gemüt“. Der Atem erzeugt ja ebenfalls eine Bewegung der Luft; zugleich ist er ein Ausdruck
für Lebendigkeit. Atmen und Leben stehen an vielen Stellen synonym (1.Mo 2,7; Ps 150,6).
Der lebendige Mensch ist ein denkendes und fühlendes Wesen, hat also einen „Geist“.
(von Julius Steinberg in Christsein heute 4/2013)
Ps 104,29: Du verbirgst dein Angesicht: Sie erschrecken. Du nimmst ihren Lebensatem weg:
Sie vergehen und werden wieder zu Staub.
Beim Tod kehrt der Atem/Geist zu Gott zurück; wer stirbt, wird wieder zu Staub (1.Mo 3,19;
6,3; 7,22; Ps 104,29; Pred 3,21; 12,7); das Lebewesen ist damit vernichtet (1.Mo 6,17).
 Gott gibt das Leben durch seinen Geist; alles Leben ist von Gott abhängig (so auch in
Apg 17,25.28).
 sich von Gott abzukehren, bedeutet den Tod (1.Mo 2,17).
Durch den Sündenfall ist die ganze Schöpfung prinzipiell dem Tod, der Vergänglichkeit,
unterworfen (Röm 8,20).
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MÄNNERFREIZEIT FEG LIMBURG, 7.-9.JUNI 2013 IN REHE
Hoffnung über den Tod hinaus?
Hiob 14,10: Ein Mann stirbt und liegt da; und ein Mensch verscheidet, und wo ist er dann?
Das Totenreich (hebr. scheol) ist
ein Ort des Schweigens (Ps 115,17),
ein „Land des Vergessens“ (Ps 88,12-13),
ohne Handlungs- und Erkenntnismöglichkeiten (Pred 9,5-6.10)
Existenz vergleichbar mit Schlaf (Hi 14,10-14),
wo man Gott nicht mehr gedenkt (Ps 6,6; 30,10),
von Gott auch keine Hilfe mehr erwarten kann (Ps 88,6).
...obgleich man dort Gott nicht prinzipiell entzogen ist (Ps 139,8; Am 9,2).
 Das Totenreich ist kein Trost und gibt keine Hoffnung.
Sonderfälle/Ausnahmen:
leibliche Totenauferweckungen: 1.Kön 17,17ff; 2.Kön 4,32ff; 13,20f
Nicht gestorben, sondern lebend zu Gott entrückt: Henoch (1.Mo 5,24) und Elia
(2.Kön 2,11)
Totenbeschwörung Samuels: 1.Sam 28,3ff
Ps 49,16: Gott aber wird meine Seele erlösen von der Gewalt des Scheols [=Totenreich];
denn er wird mich aufnehmen.
Darüber hinaus gibt es vereinzelt eine vage Hoffnung auf Erlösung aus dem Totenreich (Hiob
19,25-26; Ps 49,16; 73,23-26; 1.Sam 2,6), die allein in der Beziehung zu Gott begründet ist.
Einige Stellen werden vom Neuen Testament her gedeutet:
1.Mose 22 (Opferung Isaaks): Hebr 11,19 unterstellt Abraham die Hoffnung, dass
Gott Tote auferwecken kann.
2.Mo 3,6 in Mt 22,32 von Jesus als Hinweis auf die allg. Auferstehung gedeutet.
Ps 16,10 wird auf Jesu Auferstehung gedeutet (Apg 2,31; 13,35)
 Wenn es überhaupt eine Hoffnung nach dem Tod gibt, dann nur aus der Beziehung
zu Gott!
Gottes Antwort: Endzeitliche Hoffnung
Dan 12,2: Und viele von denen, die im Land des Staubes schlafen, werden aufwachen; die
einen zu ewigem Leben und die anderen zur Schande, zu ewigem Abscheu.
Wenige Stellen erwähnen eine endzeitliche Hoffnung:
wenn Gott eine neue Welt schaffen wird (Jes 65,17; 66,22),
dann wird Gott dem Tod die Macht nehmen (Jes 25,6-8)
und die Toten werden auferstehen (Jes 26,19; Dan 12,2.13)
(nur in zeitlich erst spät geschriebenen Büchern des AT zu finden; deshalb im NT von den
Sadduzäern geleugnet, weil sie nur die 5 Bücher Mose anerkannten, vgl. Mt 22,23; Apg 23,8)
 Die Hoffnung für die Toten besteht in der Auferstehung am Ende der Tage.
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Das Zeugnis des Neuen Testaments
Anknüpfung an die Hoffnung im Alten Testament
2.Petr 3,13: Wir erwarten aber nach seiner Verheißung neue Himmel und eine neue Erde, in
denen Gerechtigkeit wohnt.
Mit der Freudenbotschaft „Das Himmelreich ist nahe“ (Mt 3,2; 4,17) knüpfen Johannes der
Täufer und Jesus an die alttestamentliche Hoffnung an:
Aufrichtung eines ewigen davidischen Königreiches (Hes 34,23-31  Lk 1,32-33)
Schaffung einer neuen Welt („neuer Himmel und neue Erde“) ohne Leid und Tod (Jes
25,8; 65,17  2.Petr 3,13; Offb 21)
Auferstehung der Toten (Dan 12,2.13  Joh 5,28-29; 11,24; Apg 24,15; Offb 20,13)
endzeitliches Festmahl mit allen Völkern (Jes 25,6  Mt 8,11; 26,29)
EXKURS: WAS IST DAS REICH GOTTES/HIMMELREICH?
Gottes gerechte Herrschaft – in uns und über die ganze Schöpfung (1.Kor 15,24-28); wer „neu
geboren“ ist (vgl. Joh 3,1-8), ist schon jetzt Bürger dieses Reiches (Joh 15,19; Hebr 13,14).
Mit Jesu (erster) Ankunft ist das verheißene Reich Gottes angebrochen (Lk 17,21). Seine
Wundertaten sind ein Vorgeschmack darauf (Mt 12,28; Joh 11,23-26).
Sichtbar vollendet wird das Reich Gottes bei Jesu Wiederkunft.  Das Reich Gottes ist etwas
Zukünftiges, nicht etwas „Jenseitiges“ (vgl. Lk 22,16-18; 1.Kor 11,26; Lk 20,34-36)
2.Thess 2,1: Wir bitten euch aber, Brüder, wegen der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus
und unserer Vereinigung mit ihm...
Bei der Wiederkunft Jesu („am Letzten Tag“)
wird Jesus die Toten auferwecken (Joh 6,39-40),
wird Gericht gehalten (Joh 5,28-29; 12,48),
erhalten die zum Leben Auferweckten einen neuen „geistlichen“, unvergänglichen
Leib, und die zu dem Zeitpunkt noch Lebenden werden verwandelt (1.Kor 15,35-58),
werden die Gläubigen bei Jesus sein (1.Thess 4,13-17; Joh 14,2-3)
und erhalten ihren himmlischen Lohn (Lk 14,14b; 1.Petr 1,3-5).
 Auch die neutestamentliche Hoffnung über den Tod hinaus besteht in der leiblichen
Auferstehung am „Letzten Tag“ – eine andere Hoffnung gibt es nicht (vgl. 1.Kor 15,32).
Wo befinden sich die Verstorbenen bis dahin? Sind sie bei Jesus?
Lk 23,43: Er sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein.
Hierzu sind die neutestamentlichen Aussagen nicht eindeutig:
(A)
(B)
(C)
gemäß 2.Kor 5,1-10; Phil 1,23 sind sie (sofern sie an Jesus glauben) sofort „im
Himmel“ bei Jesus.
gemäß Lk 16,22ff; 1.Petr 3,19-20; 4,6 sind sie in einer Zwischenwelt, einer Art
„Warteraum“ (evtl. in Anlehnung an die Vorstellungen vom Totenreich im AT; vgl.
Offb 20,13).
gemäß Joh 11,11-14; 1.Thess 5,10 „schlafen“ sie (ohne Bewusstsein?) bis zu ihrer
Auferweckung bei Jesu Wiederkunft.  Gut vereinbar mit der Vorstellung vom
Totenreich im Alten Testament (s.oben); vgl. Totenbeschwörung Samuels: „Warum
hast du meine Ruhe gestört?“ (1.Sam 28,15)
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Probleme:
Welche Bedeutung hätte die Auferstehung, wenn wir schon vorher „bei Jesus“ sind?
Was ist mit den Aussagen, wonach wir erst bei Jesu Wiederkunft mit Jesus vereinigt
werden (z.B. 1.Thess 4,13-17; Joh 14,2-3)?
Menschenbild des Schöpfungsberichts  Was bleibt, wenn der Mensch stirbt?
o Leib – wird zu Staub
o eigenständige Seele ohne Leib – gibt es nicht (der Mensch ist eine Seele)
o Geist/Atem – geht zurück zu Gott (Pred 12,7) ... oder ins Totenreich?
Die Bibel entfaltet keine Lehre vom Jenseits (im Gegensatz zu späteren jüdischen und
christlichen Schriften).  Gefahr, diese Lücke mit menschlichen bzw. philosophischen
Vorstellungen zu füllen! Im christl. „Volksglauben“ hat die griech.-heidnische Lehre von der
Unsterblichkeit der Seele den biblischen Glauben an die Auferstehung der Toten verdrängt!
Folgen u.a. Leibfeindlichkeit (Leib böse – Seele/Geist gut): widerspricht aber der Bibel!
 Jenseitsvorstellungen haben biblisch kaum Bedeutung. Unsere Hoffnung ist die
(leibliche!) Auferstehung am Ende der Zeit. Erst dann sind wir am Ziel (1.Petr 1,3-9).
Was ist mit Himmel und Hölle? – Wo werde ich sein?
Mt 25,46: Und sie werden der ewigen Verdammnis übergeben werden, den Gerechten aber
wird das ewige Leben geschenkt.
Unser Ziel, die „himmlische Heimat“ (Phil 3,20; Hebr 11,16) wird in Gottes neuer Welt
realisiert, wie in Offb 21 beschrieben: Das „neue Jerusalem“ kommt vom Himmel herab, ist
also himmlischer Natur – genau wie die aufweckten bzw. verwandelten Leiber (1.Kor 15,5152). Die Fülle des Lebens und die ungetrübte Gemeinschaft mit Gott – wie sie vor dem
Sündenfall war – ist dann wiederhergestellt.
Die Bibel macht aber deutlich, dass nicht jeder in Gottes Reich kommen wird (Mt 7,21-23).
Der „Letzte Tag“ ist auch ein Tag des Gerichts, der (Ent-)Scheidung (Joh 5,29; 12,48).
EXKURS: WAS IST DIE HÖLLE?
Im Gegensatz zum „Totenreich“ (griech. hades; hebr. scheol) als zwischenzeitlicher
Aufenthaltsort der Toten tritt die Hölle (griech. gehenna) nur im Zusammenhang mit dem
endzeitlichen Gericht auf, als endgültiger Ort der Strafe. Sie bedeutet Nichtteilhabe am Reich
Gottes („draußen sein“, vgl. Mt 8,11-12); endgültiger Verlust der Gottesgemeinschaft;
Abgeschnittensein vom Leben; ewiger Tod (Joh 8,51; Offb 21,8).
Konkret: Ewige Qualen oder endgültige Auslöschung?
 auch hier keine eindeutige Antwort. „Ewige Strafe“ ist die geläufige Vorstellung, aber:
Es gibt nach biblischer Vorstellung keine eigenständige, unsterbliche Seele (nur Gott allein ist
unsterblich, vgl. 1.Tim 6,16). Wenn alles Leben (alle Existenz) von Gott abhängig ist (Apg
17,25.28), dann müsste die vollständige Trennung von Gott eigentlich die Existenzvernichtung
zur Folge haben. Demnach wäre „ewiges Feuer“ nicht zeitlich, sondern endgültig zu
verstehen. (so z.B. Judas 7 – natürlich brennen Sodom und Gomorra heute nicht mehr...) Das
Ziel des Feuers wäre dann die Vernichtung und nicht die Qual.
Buchtipp: Hölle: Der Blick in den Abgrund von Carsten "Storch" Schmelzer, SCM R.Brockhaus, 2012.
 Es ist es für uns nicht wichtig, genau zu wissen, was die Hölle bedeutet – wenn wir
doch zum Gegenteil eingeladen sind, zum ewigen Leben.
Was wirklich notwendig ist, sagt die Bibel deutlich: Wer an Jesus glaubt, hat das ewige
Leben (Joh 5,24; 1.Joh 5,12) – und braucht den Tod nicht zu fürchten (Hebr 2,15).
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