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Grad der Behinderung – was ist das? Schwerbehindert sind

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Grad der Behinderung – was ist das?
Schwerbehindert sind Personen, die einen Grad der Behinderung (GdB)
von mindestens 50 haben. Der Grad der Behinderung wird auf Antrag von
dem zuständigen Versorgungsamt festgestellt. Maßgeblich für den
jeweiligen GdB, der nach 10er Graden abgestuft festgestellt wird, sind die
jeweiligen Funktionsbeeinträchtigungen, unter denen der Antragsteller
leidet.
Menschen sind dann behindert, wenn ihre körperliche Funktion, geistige
Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger
als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand
abweichen und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft
beeinträchtigt ist. Es ist also für jeden Antragsteller gesondert von dem
Versorgungsamt zu prüfen, ob und welche Behinderungen vorliegen.
Ein Anspruch auf Feststellung des GdB besteht jedoch nur, wenn ein GdB
von mindestens 20 vorliegt. Behinderungen, die einen geringeren GdB
rechtfertigen, werden nicht vom Versorgungsamt festgestellt.
Wenn verschiedene Behinderungen vorliegen, so wird ein Gesamt-GdB
bestimmt. Hierbei werden die einzelnen Behinderungen aber nicht einfach
zusammengerechnet. Vielmehr müssen die Auswirkungen der einzelnen
Beeinträchtigungen in ihrer Gesamtheit berücksichtigt werden. Diese
Gesamtbewertung verschiedener Funktionsbeeinträchtigungen und der
danach festgestellte Gesamt-GdB sind oftmals Anlass für einen
Rechtsstreit vor dem Sozialgericht.
Aufgrund der Antragstellung erlässt das Versorgungsamt (ab einem GdB
von 20) einen Feststellungsbescheid. Hiergegen kann der Antragsteller
Widerspruch einlegen. Es ergeht sodann ein Widerspruchsbescheid,
gegen den Klage vor dem zuständigen Sozialgericht eingereicht werden
kann. Im Klageverfahren würde sodann durch ein gerichtliches Gutachten
festgestellt werden, unter welchen Funktionsbeeinträchtigungen der Kläger
leidet und welcher GdB festzustellen ist.
Da sich der Gesundheitszustand und die damit zusammenhängenden
Funktionsstörungen ändern können, besteht jederzeit die Möglichkeit,
einen Neufeststellungsantrag beim Versorgungsamt zu stellen.
Die Feststellung des GdB ist Voraussetzung für die Inanspruchnahme von
Nachteilsausgleichen wie Steuerermäßigung, besonderer Kündigungsschutz für Schwerbehinderte, Zusatzurlaub, Gleichstellung als schwerbehinderter Mensch, unentgeltliche Beförderung im öffentlichen Personenverkehr und weiteres.
Rechtsanwältin Elisabeth Eckert ist tätig in der Kanzlei Schmitt & Haensler,
Postplatz 3, 16761 Hennigsdorf; Telefon: (03302) 20 75 0, weitere
Informationen im Internet unter www.schmitt-haensler.de
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Bildung
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