close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Intelligent Speed Adaption ISA – was ist möglich, was ist - GUVU

EinbettenHerunterladen
Verkehrstechnisches Institut der Deutschen Versicherer
Intelligent Speed Adaption ISA –
was ist möglich, was ist sinnvoll?
Deutscher Verkehrsexpertentag 2006
Dipl.-Ing. Werner Köppel
22. Juni 2006, Bonn
060622_DVeT2006_gru
Verkehrstechnisches Institut der Deutschen Versicherer
Gliederung
• Definition von ISA
• Ergebnisse europäischer Studien
• Unfallursache „Geschwindigkeit“
• Sicherheitsnutzen
• Gesetzliche Rahmenbedingungen
• Schlussfolgerungen, Empfehlungen
060622_DVeT2006_gru
ISA
2
Verkehrstechnisches Institut der Deutschen Versicherer
ISA
Definition von ISA
Unter ISA (Intelligent Speed Adaptation) versteht man Prozesse, die
den Zusammenhang zwischen der vom Fahrer gewählten aktuellen
Geschwindigkeit eines Fahrzeugs und der für den befahrenen
Streckenabschnitt geeigneten* Geschwindigkeit überwachen und
korrigierend eingreifen, wenn dieser Zusammenhang gestört ist.
* Geeignete Geschwindigkeit = zul. Höchstgeschwindigkeit
060622_DVeT2006_gru
3
Verkehrstechnisches Institut der Deutschen Versicherer
ISA
Klassifizierungsschema für ISA-Systeme
Freiwilligkeit der
Art der
Geschwindigkeitsbeschränkung
Art der Steuerung
statisch
informierend
Übersteuerbarkeit
Installation
Nutzung
freiwillig
freiwillig
oder
oder
obligatorisch
obligatorisch
warnend
oder
übersteuerbar
variabel
beratend /
assistierend
oder
eingreifend
dynamisch
„Intelligent
Speed
Adaptation“
Quelle: Bauer, Seeck; VDI-Bericht 1864
060622_DVeT2006_gru
nicht
übersteuerbar
4
Verkehrstechnisches Institut der Deutschen Versicherer
ISA
ISA - Varianten
1. Warnsystem (nur informativ), offenes System
2. Abschaltbares, halboffenes System (z.B. haptisches Gaspedal)
3. Nicht übersteuerbares, geschlossenes System (Eingriff ins
Motormanagement)
060622_DVeT2006_gru
5
Verkehrstechnisches Institut der Deutschen Versicherer
ISA
Ergebnisse europäischer Studien
MASTER (Managing Speeds of Traffic on European Roads)
1998 abgeschlossen:
•
Informationen zu Geschwindigkeitsbeeinflussungsstrategien und
-maßnahmen
•
3 Testgebiete für Fahrversuche (Schweden, Holland, Spanien)
•
Untersuchte Variablen: u.a. Geschwindigkeit, Eingriffsdauer/häufigkeit des Geschwindigkeitsbegrenzers, Fahrerbelastung/meinung
•
Übertragbarkeit von Geschwindigkeits-/Unfallrelationen auf
verschiedene EU-Länder problematisch
060622_DVeT2006_gru
6
Verkehrstechnisches Institut der Deutschen Versicherer
ISA
Ergebnisse europäischer Studien
EVSC (External Vehicle Speed Control) 2005 abgeschlossen
•
3 Standardvarianten der Geschwindigkeitsbeeinflussung:
- Empfehlende Hinweise / Informationen
- Freiwillige Intervention durch Fahrer
- Zwangsweise Intervention durch EVSC-System
•
EVSC-Kontrolle durch
- haptisch wirkendes Gaspedal
- direkten Eingriff ins Motormanagement
•
Fahrversuche in Schweden und Holland
•
Positionierung der Fahrzeuge GPS-basiert über virtuelle
richtungsdefinierte Baken, die einer digitalisierten Karte hinterlegt
sind
060622_DVeT2006_gru
7
Verkehrstechnisches Institut der Deutschen Versicherer
ISA
Ergebnisse europäischer Studien
EVSC (External Vehicle Speed Control) 2005 abgeschlossen
•
Nur zwangsweise Intervention führte zur
Geschwindigkeitsreduzierung und Konfliktvermeidung
•
Unfallvermeidungspotenziale wurden für 3 EVSC-Varianten
(empfehlende optische bzw. opto-akustische Hinweise / freiwillige
Fahrerintervention / zwangsweiser Eingriff von außen) ermittelt.
•
Bei zwangsweisem Eingriff lagen die Unfallvermeidungspotenziale
bei ca. 35% für U(P), 50% für U(SP) und 60% für U(GT)
•
Bei übersteuerbaren Systemen lagen die Unfallvermeidungspotenziale bei ca. 10% für U(P), 15% für U(SP) und 20% für U(GT)
060622_DVeT2006_gru
8
Verkehrstechnisches Institut der Deutschen Versicherer
ISA
Ergebnisse europäischer Studien
PROSPER (Project for Research On Speed Adaptation Policies on
European Roads) seit Anfang 2002
•
Europäisches Konsortium (u.a. GB, NL, FIN, S, DK, F)
•
Beurteilung der Effizienz von ISA-Systemen verglichen mit
konventionellen Maßnahmen zur Geschwindigkeitsbeschränkung
•
Einschätzung der Akzeptanz derartiger Systeme durch die
Fahrzeugführer
•
Entwicklung geeigneter Strategien für die Implementierung von ISA;
welche Schwierigkeiten / Akzeptanzprobleme sind zu überwinden?
•
Vorhersage von Unfallvermeidungspotenzialen; Nutzen-KostenAnalysen für verschiedene Szenarien („market driven“,
„policy driven“)
060622_DVeT2006_gru
9
Verkehrstechnisches Institut der Deutschen Versicherer
Unfallursache „Geschwindigkeit“
Unfälle mit Personenschaden U(P) im Jahr 2004
060622_DVeT2006_gru
ISA
10
Verkehrstechnisches Institut der Deutschen Versicherer
Unfallursache „Geschwindigkeit“
Unfälle mit Personenschaden U(P) im Jahr 2004
060622_DVeT2006_gru
ISA
11
Verkehrstechnisches Institut der Deutschen Versicherer
Unfallursache „Geschwindigkeit“
Unfälle mit Personenschaden U(P) im Jahr 2004
060622_DVeT2006_gru
ISA
12
Verkehrstechnisches Institut der Deutschen Versicherer
Unfallursache „Geschwindigkeit“
Unfälle mit Personenschaden U(P) im Jahr 2004
Î ISA ...“ brauchen wir nicht“
ISA ...“ bewirkt nichts“
oder ?
060622_DVeT2006_gru
ISA
13
Verkehrstechnisches Institut der Deutschen Versicherer
Sicherheitsnutzen
Beispiel: Unfalldiagramm vorher
060622_DVeT2006_gru
ISA
14
Verkehrstechnisches Institut der Deutschen Versicherer
Sicherheitsnutzen
Beispiel: Ortsfeste Geschwindigkeitsüberwachung
060622_DVeT2006_gru
ISA
15
Verkehrstechnisches Institut der Deutschen Versicherer
Sicherheitsnutzen
Beispiel : Unfalldiagramm nachher
060622_DVeT2006_gru
ISA
16
Verkehrstechnisches Institut der Deutschen Versicherer
Sicherheitsnutzen
Beispiel: Unfalldiagramm vorher
060622_DVeT2006_gru
ISA
17
Verkehrstechnisches Institut der Deutschen Versicherer
Sicherheitsnutzen
Beispiel: Ortsfeste Geschwindigkeitsüberwachung
060622_DVeT2006_gru
ISA
18
Verkehrstechnisches Institut der Deutschen Versicherer
Sicherheitsnutzen
Beispiel : Unfalldiagramm nachher
060622_DVeT2006_gru
ISA
19
Verkehrstechnisches Institut der Deutschen Versicherer
ISA
Sicherheitsnutzen
Beispiel: Unfalltypensteckkarte der OU Geilenkirchen
vor und nach Einrichtung der OGÜ
D-SK-GK
060622_DVeT2006_gru
20
Verkehrstechnisches Institut der Deutschen Versicherer
Sicherheitsnutzen
Beispiel: Geschwindigkeitsprofil
060622_DVeT2006_gru
ISA
21
Verkehrstechnisches Institut der Deutschen Versicherer
ISA
Verkehrszeichengeregelter Landstraßenknotenpunkt
060622_DVeT2006_gru
22
Verkehrstechnisches Institut der Deutschen Versicherer
2-phasige Lichtsignalanlage
060622_DVeT2006_gru
ISA
23
Verkehrstechnisches Institut der Deutschen Versicherer
Signaltechnisch gesicherte Linksabbieger
060622_DVeT2006_gru
ISA
24
Verkehrstechnisches Institut der Deutschen Versicherer
ortsfeste Geschwindigkeitsüberwachung
060622_DVeT2006_gru
ISA
25
Verkehrstechnisches Institut der Deutschen Versicherer
Unfallkostenraten UKR (P,S) von
Landstraßenknotenpunkten
060622_DVeT2006_gru
ISA
26
Verkehrstechnisches Institut der Deutschen Versicherer
Unfallkostenraten UKR (P,S) von
Landstraßenknotenpunkten
060622_DVeT2006_gru
ISA
27
Verkehrstechnisches Institut der Deutschen Versicherer
Unfallkostenraten UKR (P,S) von
Landstraßenknotenpunkten
060622_DVeT2006_gru
ISA
28
Verkehrstechnisches Institut der Deutschen Versicherer
Unfallkostenraten UKR (P,S) von
Landstraßenknotenpunkten
060622_DVeT2006_gru
ISA
29
Verkehrstechnisches Institut der Deutschen Versicherer
ISA
Sicherheitsnutzen durch ISA-Systeme
Zu erwartender Rückgang der Unfälle mit schweren Folgen bei einer
generellen Beachtung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit
•
Mindestens 50% auf Grundlage der europäischen Studien
MASTER und EVSC
•
Ca. 30 – 60% auf der Basis eigener Untersuchungen im Bereich
von Erschließungsstraßen und innerörtlichen Hauptverkehrsstraßen
sowie Landstraßen und Autobahnen
060622_DVeT2006_gru
30
Verkehrstechnisches Institut der Deutschen Versicherer
ISA
Gesetzliche Rahmenbedingungen
•
Bei offenen und halboffenen (übersteuerbaren) ISA-Systemen
besteht u. E. kein Gesetzesänderungsbedarf
•
Nicht übersteuerbare ISA-Systeme (und Fahrerassistenzsysteme
allgemein), die zur Erhöhung der Verkehrssicherheit beitragen,
widersprechen u. E. nicht dem Wiener Übereinkommen (WÜ) über
den Straßenverkehr vom 08.11.1968
•
Bei nicht übersteuerbaren ISA-Systemen geht es um rein
zulassungsrechtliche Fragen. Ob und wie solche Systeme gebaut
werden dürfen, folgt aus zulassungsrechtlichen Vorschriften
•
Die jederzeitige „Beherrschung des Fahrzeugs“ im Sinne des WÜ
bezieht sich auf das Kontrollieren des Fahrzeugverhaltens. Dies
schließt auch die Beherrschung des Umgangs mit FAS und
unvorhergesehenen Fahrbahnzuständen ein
(z.B. Glatteis auf Brücken)
060622_DVeT2006_gru
31
Verkehrstechnisches Institut der Deutschen Versicherer
ISA
Schlussfolgerungen, Empfehlungen
•
ISA-Systeme können die zulässige Höchstgeschwindigkeit
durchsetzen und damit die Verkehrssicherheit erhöhen
•
Geschwindigkeitskontrollen erübrigen sich und Geschwindigkeitsbeschränkungen können i.d.R. angehoben werden
•
Nutzen und Risiken müssen in Feldversuchen ermittelt werden
•
Noch unterschiedlich bewertete rechtliche Fragen sind zu klären
•
Konzentration auf übersteuerbare Systeme
060622_DVeT2006_gru
32
Verkehrstechnisches Institut der Deutschen Versicherer
ISA
Schlussfolgerungen, Empfehlungen
•
Zu klären sind auch Voraussetzungen zum ISA-Einsatz
- Zuverlässige Datenübertragung zulässiger Höchstgeschwindigkeiten via GPS / GALILEO ins Fahrzeug
- Realistischer Zeitplan über ca. 10 – 15 Jahre aufbauend auf
übersteuerbaren Systemen
- Klärung von Fahrerakzeptanzproblemen, Fahrerfehlreaktionen
Î Deutsche Teilnahme an europäischen Versuchsprogrammen
zu ISA
Î ggf. neuen Produktnamen einführen
(z.B. „in-vehicle speed support“ IVSS)
060622_DVeT2006_gru
33
Document
Kategorie
Bildung
Seitenansichten
10
Dateigröße
1 165 KB
Tags
1/--Seiten
melden