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Diabetes Typ 2 – Was tun? - hoffnung weltweit ev

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Diabetes Typ 2 – Was tun?
Ü
ber 70 Jahre lang behandelte
man Diabetes mit einer fettreichen,
kohlenhydratarmen
Er­­­nährung, mit Insulinspritzen oder
oralen Antidiabetika. Die fettreiche Ernährung wurde damit begründet, dass
sie das starke Ansteigen des Blutzuckers
nach den Mahlzeiten und einen hohen
Zuckerspiegel im Urin verhindere. Doch
die Nachteile einer fettreichen Ernährung überwiegen bei Weitem die Vorteile! Eine solche Ernährung senkt weder den Blutzucker noch die dagegen
notwendige Insulindosis. Der Körper
wird vielmehr für Insulin weniger sensibel, ja geradezu desensibilisiert. Höhere
Blutfettwerte führen zur Verhärtung der
Arterien, fördern die Ansammlung von
Ketonkörpern in den Körpergeweben
und -flüssigkeiten und beschleunigen
den Alterungsprozess.
Andere empfohlene Diäten bei Diabetes sind eiweißreiche oder kohlenhydrat- und ballaststoffreiche Diäten.
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Fundament
für ein befreites Leben
5 2009
Eine eiweißreiche Ernährung scheint
das starke Ansteigen des Blutzuckers zu
verhindern, ist aber in der Regel unpraktisch, eintönig und teuer. Außerdem
fördert sie Nieren- und Leberversagen
sowie Verhärtung der Arterien und ist
daher nicht zu empfehlen.
Eine Ernährung, die reich an raffinierten
Kohlenhydraten ist (viel Zucker, Weißmehl, weißer Reis etc.), wird schnell
aufgenommen, erhöht den Blutzucker
nach den Mahlzeiten, aber auch die Triglyceride (Blutfette). Eine solche Ernährung schadet Zuckerkranken und kann
nicht als Therapie bezeichnet werden.
Wenn die Mahlzeit hauptsächlich aus
komplexen Kohlenhydraten wie Vollkornbrot und -getreide, Vollreis, Kleie,
Obst und Gemüse besteht und keinen
Raffinadezucker enthält, verschwinden
die Nachteile einer kohlenhydratreichen Ernährung. Wird die Ernährung
von 45 % raffinierten Kohlenhydraten
auf 85 % komplexe Kohlenhydrate um-
gestellt, steigt bei Diabetikern die Glukosetoleranz.
Nach einer ballaststoffarmen Mahlzeit,
wie sie in den USA üblich ist, schießt
der Blutzucker nach oben und löst eine
körpereigene Injektion von Insulin in
den Blutstrom aus. Der Blutzucker sinkt
daraufhin sofort wieder ab. Bei einer
ballaststoffreichen Ernährung steigt
der Blutzucker weniger schnell, weil die
Ballaststoffe die Verdauung bremsen.
Die Glukoseabsorption geht langsamer
vonstatten. Die meisten Amerikaner, die
viel Fleisch essen, nehmen nur 14 – 20
Gramm Ballaststoffe pro Tag zu sich. Die
ideale vegetarische Ernährung stellt dagegen 65 – 70 Gramm zur Verfügung.
Eine ballaststoffreiche Ernährung hat
noch einen weiteren Vorteil. Sie erhöht
die Anzahl der Insulinrezeptoren pro
Zelle. Das Insulin muss sich an den Zucker (Glukose) hängen und dann an die
Insulinrezeptoren der Zelle andocken.
Damit der Zucker richtig genutzt werden kann, müssen die Rezeptoren das
Insulin akzeptieren. Korpulente Menschen haben weniger Insulinrezeptoren, an denen das am Zucker hängende
Insulin andocken kann.
Ein mehrtägiges Fasten, bis der Blutzucker auf unter 100 fällt, vervielfacht die
Insulinrezeptoren. In der Regel reichen
drei bis fünf Tage. Es ist aber nur bei Diabetes Typ 2 anzuraten, das erst im Erwachsenenalter auftritt. Ein Fastentag
oder zwei nicht aufeinanderfolgende
Fastentage pro Woche können bei korpulenten Diabetikern große positive
Auswirkungen haben.
Diabetiker vom Typ I dürfen niemals fasten!
Eine ballaststoffreiche Ernährung senkt
zudem die Blutfettwerte, hilft bei der
Ausscheidung von Cholesterin und Triglyceriden, wodurch das Risiko eines
Infarkts der Herzkranzgefäße sinkt. Ein
hoher Insulinspiegel dagegen »reizt«
die Blutgefäße und erhöht so das Risiko für Bluthochdruck, Schlaganfall und
Herzinfarkt.
Bewegung ist wichtig und kann nicht
überbetont werden. Denn sie steigert
die Sensibilität des Gewebes für Insulin,
erhöht die Anzahl der Insulinrezeptoren
und senkt den Blutfettwert.
Wir haben über die Jahre festgestellt,
dass eine vollvegetarische Ernährung,
die reich an Ballaststoffen und unraffinierten Kohlenhydraten, aber fettarm
ist, zusammen mit einem regelmäßigen
Bewegungsprogramm und Gewichtskontrolle der beste Weg ist, Diabetes
in den Griff zu bekommen und ernste
Komplikationen dieser Krankheit zu
verhindern. Weitaus die meisten unserer
Patienten behalten dieses Programm
auf Dauer bei, weil ihnen das Essen
schmeckt und weil sie es praktisch und
attraktiv finden. Ja, die ganze Familie
kann von dieser Ernährung profitieren!
Und das Beste an der Sache: Die meisten dieser Patienten müssen nie wieder
Insulin spritzen oder orale Antidiabetika
nehmen! 
Dr. med. Agatha Thrash (Gründerin von
Uchee Pines Institute und Autorin von
Bewährte Hausmittel neu entdecken),
»Type II Diabetes – What You Can Do« in:
3ABN World, November 2008, S. 38-39. Mit
freundlicher Genehmigung.
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