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Gewinn
issue
11/2014
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104, 106
Konjunktur: Export
Sich am China-Zopf aus der Flaute ziehen
Wie auch immer man über China politisch denken mag wirtschaftlich ist dieses
riesige Reich der Turbo, der global für Beschleunigung sorgt Deshalb brach die größte
Firmendelegation, die es je gab, unter der Leitung von Vizekanzler Mitterlehner und
Kammerpräsident Leitl dorthin auf. Motto: Man möchte sich quasi "am China-Zopf aus
der Konjunkturflaute ziehen".
von georg wailand
-
Hochrangiger Auftritt der größten österreichischen Delegation, die es bislang in China gegeben hat. VizekanzlerMitterlehner,
AußenministerKurz & Co. wurden trotz Tagung des Zentralkomiteesprominentempfangen
as Tempo der Entwicklung in den
T"^
JL-/großen Städten Chinas ist atembe-
raubend, die Autos auf den Straßen sind
moderner und größer wie bei uns, Luxusmarken beherrschen die Handelsszene, die Skyline mit zahllosen Fünf-
Steme-Hotels prägt das Bild. Wer jetzt
nicht bei dieser Party dabei ist, der wird
es auch künftig nicht sein. Darum baggern Österreichs beste Firmen von Alpla
über A'f &S, Engel, Miba bis hin zu Schokoladen Zotter um die Gunst der asiatischen Abnehmer oder Konsumenten.
Das geht nicht immer ohne Probleme ab. So wurde etwa der Vorarlberger
Beschlägehersteller Blum vielfach Opfer von Markendieben, sie versuchten
unter "Blumshi", "Bulm" oder "buhumu4
von der Namensähnlichkeit zu profitieren, mitunter sogar auf Messeständen
in unmittelbarer Nähe der Originalfirma! Aber da muss man durch, kommentiert das ein China-erfahrener Manager. Bei Miba etwa betont Peter Mitterbauer, dass man die modernste Technologie in China anbiete, man müsse
technologisch jeweils so weit vorne liegen, dass die anderen das nicht aufholen
können. Ähnlich die Entwicklung bei
Alpla, einem inzwischen global aufge-
Der GEWINN auf
der chinesischen
Mauer-heute
längst keine Provokation mehr
Der letzte Rest
von Mao in der
Verbotenen Stadt
in Peking,sonst
sucht man
vergeblich nach
Bildern von ihm...
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Mitterlehnerund Leitl mit einemjungen
Chinesen, der nach unserem Lehrlingssystem
ausgebildetwird
stellten Austro-Multi, und bei Engel, wo
man Spritzgussmaschinen erfolgreich
auf dem Markt platziert.
Größter Investor ist wohl AT & S,
ein Hightech-Leiterplattenhersteller,
an dem Hannes Androsch wesentlich
beteiligt ist. Androsch zu GEWINN:
"Mit unserem zweiten Werk, das Ende
2015 fertiggestellt sein wird, haben wir
rund eine Milliarde Euro in China investiert!" Allein in Shanghai arbeiten
Julia Zotter
im "SchokoladenTheater" in
Shanghai,
einer Idee
ihres Vaters
Marken-Diebstahl ä la China: Die Firma Blum
wurde mit all diesen Bezeichnungenunfair
nachgeahmt...
Hannes Androsch mit einer der *J.200Mitarbeiterlnnen der AT&S-Fabrik Shanghai. Insgesamt
investiertAT&S eine Milliarde Euro in China
4.000 Mitarbeiter im VierSchicht-Betrieb. Die chinesischen Arbeiter bei AT & S verdienen mit 400
bis 500 Euro im Monat sehr gut, bei
weit über
anderen Produzenten ist es oft nur die
Hälfte. Dafür wechseln die Arbeiter
sofort die Firma, wenn sie anderswo
etwas mehr bezahlt bekommen.
Offen sind die Chinesen inzwischen für "Green Technology", weil sie
vor allem in Peking fast täglich unter
Smog zu leiden haben, und besonders
schätzen sie zukunftsweisende Forschung. Da passt der österreichische
Quantenphysiker Prof. Anton Zeilinger
perfekt in dieses Muster, er entwickelt
mit chinesischen Wissenschaftlern neue
Formen der Quantentechnologie, etwa
in der Kommunikation, die nicht nur
absolut abhörsicher sind, sondern auch
die neue Generation nach der Ara der
Mikro-Chips bilden werden.
In China zu investieren ist aus mehreren Gründen reizvoll: Da ist das hohe
Wirtschaftswachstum (derzeit immer
Prof. Anton Zeilinger: Quantenkommunikation
mit chinesischenWissenschaftlern
noch gut sieben Prozent), dann aber
auch wie z. B. bei Miba die vier Jahre
Steuerfreiheit, dann fünfjahre nur der
halbe Steuersatz und ein Lohnniveau,
das nur etwas mehr als ein Zehntel von
Österreich ausmacht. Peter Mitterbauer: "Wenn Österreich bei 100 steht,
dann kommen China auf 12, die USA
auf 80 und unser Werk in der Slowakei
auf 15 bis 20!"
Die Dynamik des chinesischen
Marktes kommt bei der gegenwärtigen
Exportflaute (Zuwachs heuer nur rund
-
-
Prozent)
ein
gerade richtig: Denn unsere Ausfuhren dorthin steigen zweistellig, bis 2020 soll sich das Außen-
handelsvolumen von zehn aufzwanzig
Milliarden Euro erhöhen.
Selbst der unkonventionelle Schokoladenhersteller Zotter ist auf den Geschmack gekommen und hat in Shanghai ein "Schoko-Theater" eröffnet, wo
seine Tochter täglich im Schnitt 250
Besucher durch die süße Schau führt
und auf ausreichende Einkaufslust der
Chinesen hofft.
Wirtschaftskammer-Präsident
Christoph Leitl bringt es auf den Punkt:
"China ist zweimal so groß wie die EU,
Shanghai als Stadt der Gegensätze:
modernste Glaspaläste...
...
und ein florierenderKleinhandel, der sich
trotz Kommunismusbehauptenkann
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hat dreimal so viele Einwohner und
zehnmal so viel Wirtschaftswachstum!"
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