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///DIE ERSTEN JÜNGER /// ///„WAS FÜR EINE AUTORITÄT!“///

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/ / / DIE ERSTEN JÜNGER / / /
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Das Heimatland Jesu ist Galiläa,
das Gebiet westlich des Sees
Genezareth. Aus den Dörfern
rings um den See stammten die
meisten Jünger Jesu. Am See
Genezareth lag auch der kleine
Ort Kapernaum, in dem sich
Jesus am häufigsten aufhielt.
Jesus selbst kam aus Nazareth.
Zur Zeit Jesu galt Galiläa als
unruhige Provinz und Zentrum der
jüdischen Widerstandsbewegung
gegen die Römer.
In Galiläa, am Ufer des Sees Genezareth, sah er
Simon und Andreas, zwei Brüder, die in hohen
Bögen ihre Netze ins Wasser warfen. Sie waren
Fischer.
Jesus sprach sie an: „Kommt, geht mit mir, ich will
euch zu Menschenfischern machen.“ Da ließen die
beiden ihre Netze liegen und folgten ihm.
Jesus ging weiter und sah zwei weitere Fischer, Jakobus und seinen Bruder Johannes, Söhne des Zebedäus. Die standen in einem Boot und flickten ihre
Netze. Auch die rief er zu sich. Da ließen die beiden
ihren Vater Zebedäus und andere Fischer allein mit
dem Boot zurück und folgten ihm nach.
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/ / /„WAS FÜR EINE AUTORITÄT!“ / / /
Die Synagoge war der gottesdienstliche Versammlungsort jüdischer Gemeinden, an dem am
Sabbat Gottesdienst gefeiert
wurde. Dabei konnte jeder „bibelkundige“ jüdische Mann eine
Stelle aus der Bibel vorlesen und
dazu eine Auslegung geben.
Für Geisteskrankheiten, Unglücke
und Missernten wurden von den
antiken Menschen oft Dämonen
und böse Geister verantwortlich
gemacht. Nach den Evangelien
hat Jesus Dämonen „ausgetrieben“, d. h. er hat Menschen von
psychischen Krankheiten und
Zwängen geheilt.
Als sie nach Kapernaum kamen, ging Jesus am Sabbat in die Synagoge, ließ sich die Schriftrolle geben,
las einen Abschnitt vor und erklärte ihn. Und alle,
die ihn hörten, waren erschrocken: Denn er lehrte
wie einer, der überzeugend war und Autorität hatte,
und nicht wie sonst die Gesetzeslehrer.
In der Synagoge war auch ein Mann, der war geistig verwirrt und krank. Als er Jesus sah, schrie er:
„Was willst du von uns, Jesus von Nazareth? Du bist
gekommen, uns zu verderben. Ich weiß, wer du
bist, ich kenne dich: Du bist der Heilige, von Gott
gesandt.“ Jesus aber ging auf ihn zu, packte ihn und
rief: „Schweig und mache dich davon!“ Kaum hatte
Jesus das gesagt, riss der böse Geist den Menschen
zu Boden und fuhr schreiend aus ihm heraus.
Alle, die das mitbekommen hatten, waren zutiefst
erschrocken. Sie sprachen untereinander und fragten: „Was ist das? Was für eine Autorität! Eine neue
Lehre! Er befiehlt den bösen Geistern – und sie müssen ihm gehorchen.“
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Und alle sprachen von ihm überall im galiläischen Land.
Aus der Synagoge gingen sie, mit Jakobus und Johannes, in das Haus
der Brüder Simon und Andreas. Simons Schwiegermutter war sehr
krank und hatte hohes Fieber. Das berichteten sie Jesus. Der ging zu
ihr, nahm sie bei der Hand und richtete sie auf. Da verließ sie das Fieber und sie ging und versorgte die Gäste.
Am Abend, als die Sonne untergegangen war, brachten sie alle Kranken und Besessenen zu Jesus. Der ganze Ort war versammelt vor der
Tür des Hauses. Jesus heilte viele Kranke, Menschen mit körperlichen
Leiden und geistig Verwirrte.
Am Morgen, noch vor Tagesanbruch, stand Jesus auf und ging aus
der Stadt hinaus in die Wüste, um zu beten. Simon und die anderen
gingen ihm nach. Als sie ihn gefunden hatten, sagten sie ihm: „Alle
suchen dich!“ Jesus antwortete: „Kommt, lasst uns in die anderen
Dörfer und Städte gehen, dass ich auch dort predige. Denn dazu bin
ich gekommen.“
Und er predigte in den Synagogen von ganz Galiläa und trieb die
bösen Geister aus, wohin er auch kam.
Einige Tage später war Jesus wieder in Kapernaum. In Windeseile
sprach sich das herum und eine große Menschenmenge versammelte sich vor dem Haus, in dem er war. Es war rappelvoll, im Haus
und vor dem Haus, niemand kam mehr durch. Alle wollten sie Jesus
hören.
/ / / JESUS HEILT EINEN GELÄHMTEN / / /
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Da kamen vier Männer mit einer Bahre, auf der sie einen Kranken
trugen. Der war gelähmt und konnte sich nicht rühren. Sie wollten zu
Jesus, doch sie kamen nicht durch. Da stiegen die vier auf das Dach
des Hauses, deckten es auf und seilten den Kranken
mit seiner Bahre hinab, genau dort, wo Jesus stand. Gesetzeslehrer oder „SchriftgeJesus sah den Mann zu seinen Füßen, sah die vier lehrte“ waren jüdische „SachverFreunde auf dem Dach und staunte über ihren Glau- ständige für den Wortlaut der
Gebote und Satzungen des Herrn“
ben. Zu dem Gelähmten sagte er: „Mein Sohn, deine (Esra 7,11). Sie hatten ein enges
Sünden sind dir vergeben.“
Netz von religiösen BestimmunDas hörten einige Gesetzeslehrer, die auch unter der gen ausgearbeitet, die sicherstelMenschenmenge waren, und sie dachten bei sich: len sollten, dass die Gebote
Gottes nicht übertreten wurden.
„Was redet er da, dieser Mensch? Was bildet der sich
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ein? Sünden vergeben kann nur Gott. Das ist Gotteslästerung!“
Jesus sah ihre Mienen und erriet, was sie dachten:
„Was für Gedanken habt ihr da in eurem Herzen?
Ich frage euch: Was ist leichter – zu einem Gelähmten zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben, oder
Der „Menschensohn“ ist im biblischen Buch Daniel der von Gott
ihm zu helfen: Steh auf, nimm deine Bahre und
Beauftragte, der die endgültige
geh? Damit ihr aber begreift, dass der MenschenHeilszeit herbeiführen wird. Jesus
sohn die Macht hat, auf Erden Sünden zu vergeben,
hat diese Bezeichnung für sich
sage ich zu diesem gelähmten Mann: Steh auf,
übernommen, um deutlich zu
machen, dass die Heilszeit mit
nimm deine Bahre und geh nach Haus!“
ihm begonnen hat.
Und der Mann stand auf, nahm seine Bahre, bahnte sich einen Weg durch die Menge und ging nach
Haus. Da gerieten alle, die dabei waren, außer sich. Sie lobten Gott und
riefen: „So etwas haben wir noch nie gesehen. Das hat Gott selbst
getan.“
Nach antiker Vorstellung besteht
ein Zusammenhang zwischen
Krankheit und Sünde: Menschen
werden krank, weil sie Schuld auf
sich geladen haben.
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/ / / IN SCHLECHTER GESELLSCHAFT / / /
Jesus ging hinaus an den See Genezareth. Eine
große Menge folgte ihm und er lehrte sie.
Als er am Zollhaus vorbeikam, sah er dort Levi, den
Sohn des Alphäus, sitzen. Levi war Zöllner und
Steuereintreiber. Jesus sagte nur: „Folge mir!“ Da
stand Levi auf, ließ alles liegen und folgte ihm.
Später, als er mit seinen Jüngern im Haus des Levi
zum Essen eingeladen war, saßen auch viele andere
Zöllner, Steuereintreiber und weitere Leute mit
schlechtem Ruf mit am Tisch.
Als das die Gesetzeslehrer sahen, kamen sie zu seinen Jüngern und
fragten voller Empörung: „Sagt, warum isst und trinkt er mit diesen
verrufenen Menschen – und setzt sich mit ihnen an einen Tisch?“
Jesus hörte das und sagte zu ihnen: „Wer stark ist und gesund, braucht
keinen Arzt. Wer aber krank ist, der hat ihn nötig. Ich bin nicht zu den
Gerechten gekommen, sondern zu den Sündern, um sie einzuladen in
Gottes Reich.“
Zöllner hatten die Steuern der
römischen Besatzungsmacht einzutreiben. Zollbezirke wurden oft
meistbietend versteigert. Um die
Kosten wieder hereinzubekommen und möglichst großen
Gewinn zu machen, forderten
die Zollpächter oft überhöhte
Abgaben. Daher galten sie als
Abzocker und Verräter.
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Seele and Geist
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