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Ein kirchlicher Reichtumsbericht! Was können wir leisten und was

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Anlage 2
Ein kirchlicher Reichtumsbericht!
Was können wir leisten und was können wir uns leisten?
Überlegungen zur Verstetigung einer kirchlichen Auseinandersetzung
mit Reichtum und Armut.
Beitrag zum Workshop
„Brauchen wir einen kirchlichen Reichtumsbericht“
19. Januar 2004, 11.00-17.00,
DWHN, FrankfurtlM
Ausgangspunkt der Aufgabenstellung
Meine Aufgabe ist es nicht, die Ergebnisse der im Herbst 2002 von der Werkstatt Ökonomie veröffentlichten Studie "Reichtum und Armut als Herausforderung für kirchliches Handeln" vorzustellen. Ich setze voraus, daß Ihnen die zentralen Anliegen dieser Initiative -zumindest in der Kurzfassung der Beilage des Publik-Forums -bekannt sind. Den Veranstaltern dieses Workshops geht es
auch nicht in erster Linie darum, über den in der EKHN in Gang gekommenen internen Konsultationsprozess zu informieren. Als Informationen zum Stand der Entwicklungen seien nur folgende
Bemerkungen erlaubt:
• .Die erste Auflage der Studie von 1500 Exemplaren ist fast vergriffen
• .Die im September herausgegebenen Didaktischen Materialien verkaufen sich relativ gut- .
• .Der innerhalb der EKHN in Gang gekommene Konsultationsprozess wird zwar allerseits begrüßt, aber gemessen an dieser Zustimmung ist die Beteiligung an der Bearbeitung der "Bausteine
für kirchliches Handeln II noch relativ schmal.
Uns soll es heute in erster Linie um die Frage gehen, wie- wir einer der ursprünglichen Zielsetzungen des von protestantischen, anglikanischen und orthodoxen Hilfswerken in Europa entwickelten
Projektes "Christianity, Poverty and Wealth in the 21 st Century" näher kommen können. Wir erinnern uns: Dieses Projekt stellte ja den Kirchen u.a. die anspruchsvolle Aufgabe, institutionelle Voraussetzungen zuschaffen, damit diese weltweit bei der Herausgabe eines periodischen "World
Church Report on Poverty and Wealth" zusammenarbeiten.
Die europäischen Hilfswerke haben mit ihren Konsultationen in Neu Delhi (2000) und Accra
(2002) dieses Projekt abgeschlossen und einen gewichtigen Auswertungsbericht dem ÖRK zur
weiteren Veranlassung übergeben. Wenn ich es richtig einschätze, ist es innerhalb des ÖRK bisher
noch nicht zu Entscheidungen über eine solche gemeinsame Weiterarbeit gekommen. Den Koordinierungskreis dieses Projektes innerhalb der EKHN bewegt deshalb nicht nur die Frage, in welcher
Welse wir die Diskussion über Reichtum und Armut in deutschen Kirchen zu einer Querschnittsaufgabe machen , können, die im Zentrum ihrer Arbeit verankert ist und über die regelmäßig berichtet wird. Wir möchten mit einer entsprechenden deutschen Initiative auch den stockenden
ökumenischen Prozess unterstützen, diese Aufgabenstellung zu einer kontinuierlichen Schwerpunktaufgabe zu machen.
In diesem Sinne möchte ich die Ideen, die ich in der Studie selbst mit einigen knappen Strichen
skizziert habe, präzisieren und zur Diskussion stellen. Diese Weiterentwicklung meiner Gedanken
gehen vor allem auf Gespräche zurück, die ich mit den Mitarbeitern an jenen beiden Projekten geführt habe, die ich schon damals als m6gliche Vorbilder und Orientierungspunkte genannt habe:
Das jährliche "Friedensgutachten" von mittlerweile fünf deutschen Friedensforschungsinstituten
und der "Rüstungsexportbericht", wie er jährlich von einer Arbeitsgruppe der Gemeinsamen Konferenz der Kirchen für Entwicklung herausgegeben wird. Letzterer hat mittlerweile ein solches
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Ansehen gefunden, dass er "europäisiert" und von der KEK und der Europäischen Bischofskonferenz getragen werden soll.
Zu unserer eigenen Verortung dieser Herausforderung sei an folgende Fakten erinnert. Seit den Tagen des Konziliaren Prozesses wird innerhalb der Kirchen festgestellt, dass es im kirchlichen Handeln nicht nur um die Bekämpfung der Armut gehen kann, sondern auch dafür gestritten werden
muß, die, gesellschaftliche Verpflichtung von Reichtum zu thematisieren und einzuklagen. Kirchliche Gruppen hatten in diesem Sinne die immer wieder von Gewerkschaften und Wohlfahrtsverbänden erhobene Forderung aufgenommen, das Tabu zu brechen, und eine öffentliche Diskussion
über Umfang, Ursachen, Verhalten und Verpflichtung von Reichtum in Gang zu .bringen.
Im hoch gelobten "Sozialwort" der beiden großen Kirchen von 1997 war diese Forderung dann an
prominenter Stelle aufgenommen worden. Die von der Werkstatt Ökonomie im Auftrag der Zentren Ökumene und Gesellschaftliche Verantwortung der EKHN und des DWHN herausgegebene
Studie war ein erster Versuch, die wissenschaftlich anspruchsvolle und politisch brisante Aufgabe
anzupacken.
An dieser Stelle kann darauf verwiesen werden, dass sich bei allen Differenzen um Definitionen
und Daten die Ausgangslage zur Bearbeitung dieser Thematik in den Jahren seit 1997 wesentlich
verbessert hat. Denn im Zuge der Problemverschärfung im eigenen Land ist nicht nur das wissenschaftliche Interesse an der Fragestellung gewachsen. Auch die Politik hat sich nicht länger dieser
Herausforderung entziehen können. Der im Jahre 2001 von der Bundesregierung erstmals herausgegebene erste Armuts- und Reichtumsbericht für Deutschland hat die Notwendigkeit dieser Thematik unterstrichen und damit deren wissenschaftliche Seriosität außer Frage gestellt. Auch von der
Bundesregierung ist eine Weiterentwicklung und Verbesserung solcher Berichte vorgesehen. Übrigens: In die entsprechenden Kommissionen der Ministerien für Arbeit und Sozialordnung haben
auch die Kirchen eigene Vertreter zur Mitarbeit entsandt.
Ich fasse diese erste Übersicht mit folgender These zusammen: Wenn im Folgenden von einem
kirchlichen Reichtumsbericht gesprochen wird, dann kann und muss es sich dabei nicht um die
Übernahme eines "Mammutprojektes" handeln, das deren finanziellen und wissenschaftlichen Ressourcen übersteigt. Diese Warnung seitens der EKD an unser Vorhaben will ich gerne aufnehmen.
Ich bin jedoch auch der Überzeugung, daß die ökumenische Verantwortung der Kirchen für die
Bearbeitung von Armut und Reichtum mehr braucht als die Mitarbeit in offiziellen Regie- rungskommissionen. Was mit den Kirchen von offizieller Politik vertreten wird, braucht meines Erachtens eine kritische Würdigung in kirchlicher und gesellschaftlicher Öffentlichkeit.
Ich gehe deshalb davon aus, daß ein solcher regelmäßiger Bericht zu den Entwicklungen von
Reichtum und Armut auf der Sichtung und Auswertung von vorhandenen Materialien basieren
kann und muß, wie sie aus dem Bereich von Wissenschaft und Politik, aber auch seitens der Wohlfahrtsver- bände erarbeitet werden. Diese sollten aus kirchlicher Erfahrung und mit theologischer
Perspektive interpretiert werden. Es sollte ein aktuelles und gut lesbares Wort zur Lage von maximal 30 Seiten sein. Mit möglichen Einzelbeiträgen, in dem Prioritäten für politisches, gesellschaftliches und kirchliches Handeln klar und 'deutlich formuliert werden. In diesem Sinne wäre - um
Mißverständnisse zu vermeiden -das beabsichtigte Unternehmen eher im Sinne einer "gutachterlichen Stellungnahme" zu verstehen und der voluminöse Begriff eines "Berichtes" zu vermeiden.
Im Sinne einer Präzisierung und Begrenzung der Aufgabe schlägt unsere Gruppe deshalb vor, die
Initiative zuzuspitzen und zu konzentrieren auf eine Stellungnahme zu den Verpflichtungen des
Reichtums im Blick auf die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft im Weltmaßstab. Sie sollte zudem von dem sozialethischen Interesse geleitet sein, daß die "Neukonzeptionierung des Sozialstaates in ein Wohlstandsmodell eingebettet sein muß, das nicht auf Kosten der Armen der Welt
geht"
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(Kirchenleitung der EKHN in einer entsprechenden Stellungnahme vom 1. Oktober 1996).
Eine solche Zuspitzung auf gesellschaftliche Ursachen und gesellschaftliche Verpflichtungen von
Reichtum sollte unter uns im Blick ihre strategische und kirchenpolitische Opportunität diskutiert
werden. Denn sie könnte sehr schnell mit uns allen bekannten Vorwürfen konfrontiert werden. Eine
solche Zuspitzung wird sich sehr schnell mit dem uns allen bekannten "Neidvorwurf' herumschlagen müssen. Eine einseitige Konzentration auf die Analyse und Verpflichtung von Reichtum wird
uns auch in die ideologisch besetzte Auseinandersetzung treiben, ob denn Reichtum die alleinige
Ursache von Armut sei. Wir müssen uns darüber verständigen, ob wir dies wollen sollen 1 .
Organisatorische Rahmenbedingungen eines gemeinsamen Projektes von Institut, Werken und
Vereinen
In Zeiten knapper werdender Finanzmittel ist die Erwartung illusionär, daß eine theologisch, ökumenisch und auch gesellschaftlich als notwendig anerkannte Herausforderung auch mit den dafür
gebotenen finanziellen und personellen Ressourcen rechnen kann. Deshalb plädiere ich für eine
Allianz von Institutionen, Werken und Vereinen, die in ihrer Alltagsarbeit an dieser Fragestellung
orientiert sind. Sie könnten - im Sinne eines Pilotprojektes - zur gemeinsamen Gestaltung eines
solchen Prozesses verabreden, der zunächst einmal an der erstmaligen Erarbeitung eines solchen
Gutachtens zur nächsten Vollversammlung des ÖRK in Porto Allegre (2006) orientiert sein sollte.
Eine entsprechende "gutachterliche Stellungnahme" sollte also spätestens Ende 2005 vorgelegt
werden, damit sie den angestrebten ökumenischen Prozess verstärken kann.
Was wäre für einen solchen ersten Versuch zu vereinbaren:
• In dieser Allianz sollten unterschiedliche Kompetenzen vertreten sein. Neben der notwendigen
fachwissenschaftlichen Expertise, braucht es m.E. die sozialethische Expertise und das Aktionswissen.
• Die Partner verabreden abwechselnd für eine Projektphase eine Federführung, die zu gemeinsamen Arbeitssitzungen einberuft: Sie verabreden außerdem Zuständigkeiten im Blick auf Arbeits• Schwerpunkte.
• Die Partner ernennen in ihren Organisation je eine verantwortliche Person, die bis .zu 15% ihrer
Arbeitskapazität für das gemeinsame Projekt zur Verfügung stellt. Diese Person nutzt für den eigenen Beitrag im gemeinsamen Projekt die eigenen Kompetenzen und Ressourcen.
• Die Partner treffen sich spätestens im Herbst 2004 zu einer dreitägigen Arbeitstagung, während
der sie Schwerpunkte einer gemeinsamen Stellungnahme vereinbaren und eventuelle Einzelbeiträge verteilen, die von den jewiligen Autoren zu verantworten sind. Solche Einzelbeiträge könnten
auch im Sinne von Honorarverträgen vergeben werden. Die Faszilitäten für eine solche erste Beratung könnte ein Akademie bereit stellen, die sich bewußt an dem Gesamtprojekt beteiligt.
• In einem wechselseitigen halbjährigen Reviewprozess wird die gemeinsame Stellungnahme -die
Federführung hat die Koordinierungsstelle -fertiggestellt.
• Spätestens im Herbst wird die "gutachterliche Stellungnahme" ("Wort zur Lage" und mögliche
"Einzelbeiträge") aufeinander Pressekonferenz vorgestellt. "
Diese Publikation stellt keine Auftragsforschung dar, noch versteht sie sich als Zuarbeit für Politik
und Kirche. Sie ist. vielmehr ein unabhängiger und kritischer Beitrag zu einer öffentlichen Diskussion, in der bestehende Tabus der Auseinandersetzung gebrochen werden. Wir könnten auch sagen
Als beispielhaft ideologisch nenne ich die Studie von WemerRügemer, arm und reich, Bielefeld 2003, der Reich- turn als
die zentrale Ursache yon Armut versteht, die Kirchen als die solchen Gegensatz nivellierenden ,und versÖh- nenden Legitimatio~sreligionen attackiert und dem in seinen Schlußfolgerungen nichts anderes bleibt als zu "huma- nisierender
Gewalt" aufzurufen.
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Eine solche gutachterliche Stellungnahme ist nötig, um den beginnenden Berichtsprozess in unserem Lande zu qualifizieren. ,
Eine solche Arbeitsteilung mit ressourcenstarken Partnern muß - wie etwa das Friedensgutachten
zeigt - nicht viel kosten. Neben den Eigenleistungen der unterschiedlichen Partner fallen allenfalls
gemeinsame Kosten für die Publikation an. Für das Friedensgutachten belaufen sie sich zur Zeit auf
rund 10.000 Euro pro Jahr. Allenfalls eine Konzentration der Federführung des Gesamtprozesses in
einer Geschäftsstelle -dies ist die Praxis beim "Rüstungsexportbericht" -würde wahrscheinlich zusätzliche Kosten verursachen. Sollte die "Werkstatt Ökonomie" eine solche "Geschäftsführungsfunktion" übernehmen, müßten solche Kosten kalkuliert .und sicher gestellt werden.
Noch ein Wort zur Qualität einer solchen gemeinsamen gutachterlichen Stellungnahme und eine
Bemerkung zur Kompetenz der Projektpartner. Da sich dieser Beitrag auf regelmäßig herausgegebene Berichte aus dem Bereich von Wissenschaft, Politik und Verbänden beziehen kann, wird bei
den beteiligten Institutionen nicht notwendig jenes hohe Maß an eigener wissenschaftlicher Forschungsarbeit vorausgesetzt, wie dies bei dem "Friedensgutachten" und dem "Rüstungsexportbericht" gegeben ist. Voraussetzung einer aktiven Teilnahme wäre deshalb vor allem, daß die beteiligten Partner in ihren Arbeitsvollzügen Zugang zu vorliegenden Materialien haben, eine gewisse
Anschlußfähigkeit an die eigenen Arbeitsvorhaben besteht und die Bereitschaft mitgebracht wird,
sich aus eigener Erfahrung in die Diskussion, Evaluation und Interpretation gemeinsamer Themenschwerpunkte einzubringen.
In dieser Bereitschaft und Verpflichtung liegen die eigentlichen Kosten" dieses Projektes. Denn erfahrungsgemäß bestehen ja die Schwierigkeiten eine arbeitsteilig entwickelten Prozesses darin, die
- eigenen Interessen für eine Kooperation so zu öffnen, daß daraus keine Verdrängungskonkurrenz
entsteht. Das erkenntnisleitende Interesse eines solchen Kooperationsprojektes könnte ja gerade
darin bestehen, daß aus verschiedenen Erfahrungen und unterschiedliche Prämissen ein Mehrwert
an Einsicht erzielt wird, welche die innere Konsistenz wird damit .auch die Argumentationskraft
des Projektes stärkt.
Inhaltliche Voraussetzungen für das Gelingen einer Allianz
Das angestrebte gemeinsame Projekt sollte pluralistisch sein, zugleich aber Grenzen der Pluralität
im Blick auf das Verständnis von Armut) und Reichtum formulieren. Innerhalb des EKHNProzesses haben wir uns deshalb auf den biblisch begründeten Ausgangspunkt geeinigt, daß Armut
nicht verherrlicht werden darf und Reichtum nicht dämonisieren werden kann. In diesem Sinne
geht es uns einmal um die Formulierung von "Grenzen der Armut". Zum andern soll unter dem
Gebot des Grundgesetzes die Sozialverpflichtung des Reichtums eingefordert werden und damit
auch nach den "Grenzen des Reichtums" gefragt werden.
Das :angestrebte Projekt sollte interdisziplinär und argumentativ sein. Theologisch begründete Perspektiven und sozialwissenschaftliche Argumentation sollten wechselseitig aufainander bezogen
werden.. Die gemeinsame theologische Verpflichtung sollte in einem ständigen Korrekturprozess
an den jeweiligen gesellschaftlichen Herausforderungen überprüft werden. Nur so kann ein kirchlich verantwortetes Unternehmen der notwendige Vorstoß in die Öffentlichkeit gelingen. Solche
inerdisziplinäre Vorgehensweise ist uns nicht zuletzt durch sozialgeschichtliche Bibelauslegung
aufgegeben,
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der wir wesentliche theologische Entdeckungen und Perspektiven der zurückliegenden Jahre verdanken.
In einer solchen gutachterlichen Stellungnahme sollten / könnten etwa unter dem Stichwort "Privatisierung" jene Folgen der Privatisierung öffentlicher Güter und Dienste bei uns thematisiert werden und zugleich entsprechende Prozesse in der Dritten Welt entfaltet werden. Bis hin zu den nicht
zu übersehenden Tendenzen der Privatisierung von Entwicklungshilfe, ein Sog, in den sich auch
die Kirchen zunehmend hineinziehen lassen. Oder es könnten / sollten unter dem Stichwort "Subventionsabbau" parallele Forderungen in ihren unterschiedlichen Wirkungen vermittelt werden.
Das gemeinsame Arbeitsvorhaben sollte die zunehmende Kluft zwischen Reichtum und Armut bei
uns mit den Disparitäten weltweit verknüpfen. Damit sollte ernst genommen werden, daß die Zukunftsfähigkeit der eigenen Gesellschaft nicht auf Kosten des ärmeren Teiles der Weltbevölkerung
gesichert werden kann. Nur wenn mit diesem Brückenschlag ernst gemacht wird, kann eine solche
Initiative ökumenisch anschlußfähig sein und bleiben.
Zwei Fragen zum Schluß
Es ist für mich unabdingbar, daß die Trägerschaft eines solchen Projektes ökumenisch sein muß.
Wir sollten nicht der Bischofskonferenz folgen und hinter die Tradition des Sozialwortes zurückfallen.
Die katholische Präsenz in einer solchen Allianz wäre also auf jed,en Fall zu verstärken. Brauchen
wir jedoch darüber hinaus in der Trägerschaft die Präsenz von Gewerkschaften, NGOs und weiteren säkularen Institutionen? .Was den Argumentationsgewinn betrifft, ist für mich eine solche Öffnung unverzichtbar. Zusätzliche Kompetenzen und Ressourcen könnte eine solche Initiative immer
gebrauchen. Dennoch frage ich, ob eine solche Verbreiterung der Allianz unsere Handlungsfahigkeit schränkt und erhält.
Zudem muß geklärt werden, ob ein solches Projekt ohne offizielles Mandat leben und überleben
kann. Der im Rahmen der GKKE erarbeitete "Rüstungsexportbericht" geht von einem solchen offiziellen Mandat und nimmt es auch in Anspruch: Er entzieht sich damit nicht der immer wieder
schwierigen Aufgabe, zentrale Thesen kirchlich abzusichern, bevor diese der Öffentlichkeit präsentiert werden. Anders liegt es bei dem jährlichen "Friedensgutachten". Hier orientieren sich die Träger an dem Mandat einer dem Frieden verpflichteten Wissenschaft und vertrauen auf die "Weisheit" ihrer Argu1i1ente als alleiniger Autorität. Für beide Vorgehensweisen gibt es gute Argumente, die in, unseren Beratungen geprüft werden sollten.
Beide Fragen sollten mit dem Interesse diskutiert werden, in einerzentralen kirchlichen Herausforderung zu einem aktuellen, praktikablen, flexiblen und kostengünstigen Vorgehen zu gelangen.
Karl-HeinzDejung
19. Januar 2004
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Seele and Geist
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