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Stand: Oktober 2014
Gesundheitsamt Düren
Merkblatt Tuberkulose
für Kontaktpersonen
Die Tuberkulose ist eine Infektionskrankheit, verursacht durch sogenannte Mykobakterien.
Weltweit erkranken jährlich etwa 8,8 Millionen Menschen an Tuberkulose, etwa ein Drittel der gesamten Weltbevölkerung ist infiziert. In Deutschland ist die Tuberkulose erfreulicherweise eher
selten. Im Jahr 2010 wurden insgesamt 4.330 Tuberkulosen (Vorjahr: 4.419) registriert, was 5,3
Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohnern entspricht (Vorjahr: 5,4). Damit setzt sich auch im Jahr
2010 der rückläufige Trend in Deutschland weiter fort. Allerdings hat sich der jährliche Rückgang in
den vergangenen zwei Jahren deutlich abgeschwächt.
Im Jahr 2010 wurden im Kreis Düren insgesamt 10 Neuerkrankungen gemeldet, im Jahr 2011 waren es 12 Neuerkrankungen.
Die Gesundheitsämter untersuchen zum Schutz der Gesundheit des Einzelnen und der Gemeinschaft vor den Gefahren durch Infektionskrankheiten die Umgebung einer(s) jeden tuberkulosekranken Patientin(en) in Abhängigkeit vom individuellen Ansteckungsrisiko.
Nicht jeder Tuberkulosekranke ist für seine Umwelt ansteckend. Nur bei der als "offen" bezeichneten Form der Lungentuberkulose besteht eine Ansteckungsgefahr, welche abhängig von verschiedenen Faktoren höher (z.B. starker Husten) oder geringer (z.B. kein Husten) ist.
Die Ansteckung erfolgt durch "Tröpfcheninfektion". Die Keime werden mit dem Ausatemstrom in
feinsten Tröpfchen ausgehustet. Diese Tröpfchen schweben kurze Zeit im Raum und können so
über die Atemwege von der Kontaktperson aufgenommen werden. Eine Ansteckung über kontaminierte Gegenstände spielt keine wesentliche Rolle.
Das Risiko der Ansteckung hängt wesentlich von der Enge, Dauer und Häufigkeit des Kontaktes
ab und ist für die im gleichen Haushalt lebenden Personen am höchsten. Bei nur gelegentlichem
privatem oder beruflichen Kontakt ist das Risiko als gering einzustufen. Nach 2 – 3 Wochen medikamentöser Behandlung ist die/der Erkrankte in der Regel nicht mehr ansteckend.
Die Erkrankung an Tuberkulose kann sich bemerkbar machen durch: länger anhaltende unerklärliche Abgeschlagenheit, Gewichtsabnahme, Fieber, Husten, nächtliches Schwitzen, Schmerzen
beim Atmen, selten auch Bluthusten oder schmerzhaften Hautausschlag an den Unterschenkeln.
Einen Hinweis auf eine Erkrankung gibt ein Hauttest (Tuberkulin-Test nach Mendel-Mantoux), eine
spezielle Blutuntersuchung (IGRA) (welcher in der Regel 6 Wochen nach Ansteckung positiv wird)
oder das Röntgenbild der Lunge.
Die Tuberkulose ist heute eine mit Antibiotika heilbare Erkrankung. Der Erfolg der Behandlung
hängt wesentlich von der regelmäßigen Einnahme der Medikamente ab. Bei nicht ausreichender
Behandlung können Tuberkuloseerreger im Körper überdauern und bei abwehrgeschwächten Patienten nach Jahrzehnten einen Rückfall verursachen, wobei neben der Lunge auch andere Organe befallen sein können. Die Behandlungsdauer muss mindestens sechs Monate betragen.
Die Umgebungsuntersuchung ist notwendig bei engem Kontakt mit einer/einem Erkrankten in der
Familie, in der Schule, im Kindergarten, an der Arbeitsstelle und anderen Gemeinschaftseinrichtungen oder bei sonstigen Gelegenheiten.
Je nach Lage des Einzelfalles ist entweder ein Tuberkulin-Test, eine Butuntersuchung und/oder
eine Röntgenuntersuchung der Lunge erforderlich. Abhängig vom Grad der Gefährdung (hängt von
der Enge, Dauer und Häufigkeit des Kontaktes zur/zum Erkrankten ab) wird entschieden, ob und in
wie engen Abständen eine Kontrolluntersuchung erforderlich ist.
Stand: Oktober 2014
Die Verpflichtung zu diesen Untersuchungen ergibt sich aus dem Infektionsschutzgesetz (§§25,
26, 28 und 29). Sie liegt aber in erster Linie in Ihrem eigenen Interesse.
Ihre persönlichen Daten und Untersuchungsergebnisse unterliegen selbstverständlich der Schweigepflicht.
Sollte Sich Ihre Adresse ändern, sind wir hierüber bitte unaufgefordert (z.B. telefonisch) zu informieren, falls bei Ihnen eine Kontrolluntersuchung erforderlich ist.
Sollten Sie noch Fragen haben, können Sie sich gerne an uns wenden!
Tuberkulosefürsorge Gesundheitsamt Düren
Frau Falter
Frau Dr. med. Lowis-Coenen
Tel.: 02421/22 22 27
Tel.: 02421/22 22 28
Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen
(Infektionsschutzgesetz-IfSG)
§ 25 (1) Ergibt sich oder ist anzunehmen, dass jemand krank, krankheitsverdächtig, ansteckungsverdächtig oder Ausscheider ist oder dass ein Verstorbener krank, krankheitsverdächtig oder Ausscheider war, so stellt das Gesundheitsamt die erforderlichen Ermittlungen an, insbesondere über
Art, Ursache, Ansteckungsquelle und Ausbreitung der Krankheit.
§ 26 Durchführung
(2) Die in § 25 Abs. 1 genannten Personen können durch das Gesundheitsamt vorgeladen werden.
Sie können durch das Gesundheitsamt verpflichtet werden, Untersuchungen und Entnahmen von
Untersuchungsmaterial an sich vornehmen zu lassen, insbesondere die erforderlichen äußerlichen
Untersuchung, Röntgenuntersuchungen, Tuberkulintestungen, Blutentnahmen und Abstriche von
Haut und Schleimhäuten durch die Beauftragten des Gesundheitsamtes zu dulden sowie das erforderliche Untersuchungsmaterial auf Verlangen bereitzustellen. ... .
§ 28 Schutzmaßnahmen
(1) Werden Kranke, Krankheitsverdächtige, Ansteckungsverdächtige oder Ausscheider festgestellt
oder ergibt sich, dass ein Verstorbener krank, krankheitsverdächtig oder Ausscheider war, so trifft
die zuständige Behörde die notwendigen Schutzmaßnahmen, ... .
§ 29 Beobachtung
(1) Kranke, Krankheitsverdächtige, Ansteckungsverdächtige und Ausscheider können einer Beobachtung unterworfen werden.
(2) Wer einer Beobachtung nach Absatz 1 unterworfen ist, hat die erforderlichen Untersuchungen
durch die Beauftragten des Gesundheitsamtes zu dulden und den Anordnungen des Gesundheitsamtes Folge zu leisten. § 26 Abs 2 gilt entsprechend. Eine Person nach Satz 1 ist ferner verpflichtet, den Beauftragten des Gesundheitsamtes zum Zwecke der Befragung und Untersuchung ... auf
Verlangen ihnen über alle seinen Gesundheitszustand betreffenden Umständen Auskunft zu geben und im Falle des Wechsels der Hauptwohnung oder des gewöhnlichen Aufenthaltes unverzüglich dem bisher zuständigen Gesundheitsamt Anzeige zu erstatten. ...
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Gesundheitswesen
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