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Deutsche Botschaft Moskau
- Pressereferat Russland in deutschsprachigen (Online-)Medien
11.12.2014
Redaktion: Bettina Wagner
Russland in deutschen Medien wird zur internen Unterrichtung der Botschaft zusammengestellt und enthält eine
Auswahl von Artikeln aus in Deutschland, Österreich und der Schweiz erscheinenden Presseerzeugnissen, die aus
dem Internetangebot dieser Medien heruntergeladen werden, weshalb sich zeitliche Verschiebungen gegenüber der
Veröffentlichung im jeweiligen Druck-Medium ergeben können.
Putins Angst, sueddeutsche.de ........................................................................................................ 1
Öl-Imperialismus, Zeit.online ......................................................................................................... 1
So profitiert Sotschi von Russlands schwerer Krise, Welt.online ................................................... 2
"Putin wird sich bis zuletzt an die Macht krallen", Spiegel.online ................................................. 2
Ist die EU eine Gefahr für Russland?, Tagesspiegel.de .................................................................. 4
Putin kämpft um Einfluss in Zentralasien, Tagesspiegel.de............................................................ 4
Denen rutscht doch das Herz in die Hose, FAZ.net ........................................................................ 5
"In Russland kommen Einkreisungsängste hoch", derStandard.at .................................................. 5
Debatte um Russland-Politik
Putins Angst, sueddeutsche.de
Von Julian Hans, 10.12.2014
In einem offenen Brief fordern 60 Unterzeichner mehr Verständnis für Russlands Ängste. Doch
Präsident Putin fürchtet in Wahrheit nicht die Nato. Er fürchtet sein eigenes Volk.
Um Ängste anderer ernst nehmen zu können, muss man sie kennen. In ihrem Aufruf für einen
anderen Umgang mit Moskau fordern 60 Unterzeichner um die Grüne Antje Vollmer und den
einstigen Sicherheitsberater Helmut Kohls, Horst Teltschik, mehr Verständnis für Russlands
Ängste. Leider ist der Text ein Beleg dafür, dass sie die Ängste der Russen selbst überhaupt
nicht verstehen. […]
http://www.sueddeutsche.de/politik/debatte-um-russland-politik-putins-angst-1.2258889
Zeitgeist
Öl-Imperialismus, Zeit.online
von Josef Joffe, 11.12.2014
Warum Putin die Partie mit dem Westen nicht gewinnen kann
Betrachtet man Putins Machtprobe mit dem Westen als Boxkampf, führt der neue Zar nach
Punkten. Er greift sich die Krim, dann de facto den Südosten der Ukraine. Seine Luftwaffe
patrouilliert von der Arktis bis an den Golf von Mexiko, seine Flotte durchpflügt den
Ärmelkanal. In Lateinamerika angelt er nach Stützpunkten. Falsch liegt, wer ihn für einen
Abenteurer wie Chruschtschow hält, der 1962 mit seinen Atomraketen auf Kuba fast den Dritten
Weltkrieg angezettelt hätte. Putin bleibt unterhalb der Provokation, die eine militärische Antwort
des Westens auslösen könnte. Der Kalte Krieg war hundert Mal gefährlicher. […]
http://www.zeit.de/2014/51/putin-oel-imperialismus-westen
Tourismus
So profitiert Sotschi von Russlands schwerer Krise, Welt.online
Von Eduard Steiner, 11.12.2014
Nach Olympia gab es Zweifel, ob die riesigen Skigebiete um Sotschi künftig rentabel sein
würden. Doch nun strömen die Touristen dorthin – Russlands Krise macht für sie den AlpenUrlaub unbezahlbar.
Wie sehr Russland auch ideologisch von Europa entfernt sein mag: Meteorologisch hat das Land
ähnliche Probleme. So fiel im neuen Wintersport-Eldorado Sotschi, dem Austragungsort der
diesjährigen Olympischen Winterspiele, vor eineinhalb Wochen zwar massenhaft Schnee. Aber
dem nachfolgenden Temperaturanstieg und dem jetzigen Regen hielt er kaum stand, sodass die
Pisten der Kaukasusberge ähnlich grün sind wie vielerorts in den Alpen. […]
http://www.welt.de/wirtschaft/article135240659/So-profitiert-Sotschi-von-Russlands-schwererKrise.html
Wirtschaftskrise in Russland
"Putin wird sich bis zuletzt an die Macht krallen", Spiegel.online
Ein Interview von Benjamin Bidder, Moskau, 11.12.2014
Russland rutscht in die Rezession, Wladimir Putin gibt dem Westen die Schuld. Im
Interview erklärt Starökonom Konstantin Sonin, dass die Krise in Wahrheit schon vor
Jahren begann - und prophezeit eine Revolution.
SPIEGEL ONLINE: Russlands Wirtschaft steckt in der Krise. Wladimir Putin sagt, der Westen
wolle die "wachsenden Möglichkeiten" seines Landes eindämmen. Ist die drohende Rezession
Folge der Sanktionen?
Sonin: Nein, Russland steckt seit Langem in einem schleichenden Niedergang. Die Wirtschaft
ist in sieben Jahren praktisch nicht gewachsen. Wir sind auf dem Stand von 2007. Dabei sind wir
ein Schwellenland, unser Wachstum müsste eigentlich mindestens drei Prozent über dem
deutschen liegen.
SPIEGEL ONLINE: Anderswo stockt die Wirtschaft doch ebenfalls.
Sonin: Aber keine der großen Währungen hat so dramatisch an Wert eingebüßt. Die Abwertung
des Rubel hat vor der Ukraine-Krise begonnen. Ein Grund ist, dass Anleger russische
Investitionen abstoßen. Überall auf der Welt sind die Aktienmärkte in den vergangenen Jahren
gestiegen, unserer stagniert.
SPIEGEL ONLINE: Sie vergleichen die derzeitige Krise mit 1991. Damals zerbrach die
Sowjetunion. Welche Parallelen sehen Sie?
Sonin: Russland hat scharfe Einbrüche erlebt, zum Beispiel 1998 und 2007, beide ausgelöst
durch externe Schocks. Die Krise des Jahres 1991 war anders. Sie war in Wahrheit ein
schrittweiser Niedergang, der viele Jahre zuvor begonnen hatte. Heute ist es ähnlich: Wir müssen
derzeit keinen scharfen Einbruch befürchten. Die Menschen sagen, die Lage sei schlecht, aber
nicht katastrophal. Haben wir deshalb also keine Krise? Doch, sie ist nur noch nicht in ihre akute
Phase eingetreten.
SPIEGEL ONLINE: Wie hätte der Niedergang vermieden werden können?
Sonin: Putin hätte sich 2008 nach seinen erfolgreichen ersten beiden Amtszeiten zurückziehen
sollen. Seitdem geht es ihm nicht mehr um Reformen, sondern nur noch um Machterhalt. Die
Wirtschaftspolitik muss sich unterordnen. Reformen werden gestoppt, aufgeschoben und
aufgehoben. Gute Entscheidungen aus Putins ersten Jahren im Amt werden zurückgenommen.
SPIEGEL ONLINE: Welche denn?
Sonin: Er hatte die Privatwirtschaft stark entlastet. Inzwischen sind die Belastungen für die
Firmen - steuerlich und vor allem administrativ - höher als je zuvor.
SPIEGEL ONLINE: Wie groß ist der Einfluss der Sanktionen tatsächlich?
Sonin: Sie treffen vor allem den Finanzsektor. Sie verschlechtern alles ein wenig, vor allem die
langfristigen Perspektiven. Den Lebensstandard schränken sie wenig ein. Unsere eigenen
Gegensanktionen sind für die Bürger schlimmer: Der Importstopp für EU-Lebensmittel treibt die
Preise hoch. Das geht zu Lasten der Ärmeren, die einen großen Anteil des Einkommens für
Lebensmittel ausgeben.
SPIEGEL ONLINE: Gut, aber was sind dann die Ursachen der Krise?
Sonin: Schauen Sie sich das Schicksal von Diktatoren und Autokraten an: Sie sind alle
erfolgreich in den ersten zehn Jahren im Amt. Danach geht es um Machterhalt, die Stagnation
beginnt. Das ist der Kern des Problems: Es ist schlecht, so lange an der Macht zu sein.
SPIEGEL ONLINE: Der Einfluss von Hardlinern wie Putins Berater Sergej Glasjew wächst. Er
will das Land abschotten. Hat sich das Wirtschaftsverständnis im Kreml geändert?
Sonin: Glasjew hat keine Ahnung von Ökonomie. Zum Glück ist er ja offiziell auch Putins
Berater in der Ukraine-Politik, nicht in Wirtschaftsfragen.
SPIEGEL ONLINE: Das macht es kaum besser: Glasjew wollte Kiew bombardieren lassen.
Sonin: Solchen Leuten verdanken wir doch unsere herrlichen geopolitischen Siege! (lacht) Im
Ernst: Putin hat ein exzellentes Wirtschaftsteam. In den Ministerien und in der Zentralbank
arbeiten beste Leute. Das Problem ist, dass ihr Einfluss beständig sinkt. Stattdessen geben
Männer den Ton an, die primitive Vorstellungen von Ökonomie haben. Sie verstehen die
Mechanismen der Wirtschaft nicht. Sie bestreiten, dass es ökonomische Probleme waren, die
zum Zusammenbruch des Kommunismus geführt haben.
SPIEGEL ONLINE: Der Chef der staatlichen Sberbank, German Gref, hat das neulich scharf
kritisiert. Er sprach davon, Russland ziehe keine Lehren aus der Geschichte.
Sonin: Ach, Gref fand meine Kolumnen immer zu düster. Jetzt scheint auch er die richtigen
Schlüsse zu ziehen: Eine schlechte Wirtschaftspolitik ist nie Folge einzelner Fehlentscheidungen.
Wir haben es mit einer völlig archaischen Art der Staatsführung zu tun.
SPIEGEL ONLINE: Wie kann Russland aus der Krise kommen?
Sonin: Ich bin kein Freund von Revolutionen. Es fällt mir aber schwer, mir substanzielle
Verbesserungen mit dem derzeitigen Regime vorzustellen. Es wird einen Schnitt geben, eine
"nichtstationäre Periode" mit Absturz und einer langsamen Erholung.
SPIEGEL ONLINE: Viele Ihrer Kollegen haben das Land verlassen. Haben Sie es nicht satt,
düstere Diagnosen zu stellen, die zu spät zur Kenntnis genommen werden?
Sonin: Sich ergeben, mein Land im Stich lassen? 1991 standen wir Panzern gegenüber.
SPIEGEL ONLINE: Wie alt waren Sie damals?
Sonin: Ich war 19.
SPIEGEL ONLINE: Wenn morgen freie Wahlen wären, für wen würden Sie stimmen?
Sonin: Vielleicht für Alexej Nawalny, den Oppositionsführer. Er ist ehrlich und entschlossen.
Aber hätte er eine Chance? Wenn ich die Wahl hätte zwischen dem heutigen Vizepremier Igor
Schuwalow, einem Wirtschaftsliberalen, und Verteidigungsminister Sergej Schoigu, einem
Falken... Weiß der Teufel, wie ich entscheiden würde! Vielleicht Schuwalow - oder doch
Schoigu?
SPIEGEL ONLINE: Schoigu ist ein enger Freund von Putin.
Sonin: Sie müssen bedenken, unter welchen Umständen eine solche Wahl - nach dem Ende der
Ära Putin - stattfinden würde. Wir reden über eine Krise, den Zusammenbruch von Wirtschaft
und Ordnung. Die Kriminalität wird ansteigen, es kann Zusammenstöße verschiedener
Volksgruppen geben. Man wird also einen Mann wählen, der für Ordnung sorgt.
SPIEGEL ONLINE: Keine Chance für einen liberalen Reformer?
Sonin: Michail Chodorkowski hat neulich geschrieben, als Präsident würde er den Staat
dezentralisieren. Wieso glauben alle, dass der nächste Präsident Gelegenheit zu solchen
Nettigkeiten haben wird? Er wird den Staat vor dem Zerfall bewahren müssen.
SPIEGEL ONLINE: Wie wird das Ende von Putins Präsidentschaft aussehen?
Sonin: Er wird sich bis zuletzt an die Macht krallen. Kein Politiker dieser Welt geht freiwillig.
Oder wird Angela Merkel eines Tages einfach die Brocken hinwerfen?
SPIEGEL ONLINE: Ihre Leute kokettieren zumindest damit...
Sonin: Kann ich mir nicht vorstellen. Entweder, sie wird von den Deutschen abgewählt. Oder
aber, ihr fehlen eines Tages auf einem CDU-Parteitag ein paar entscheidende Stimmen, dann
wird auch sie schimpfen auf angeblich hinterhältige Verräter.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/russland-krise-star-oekonom-prophezeit-revolution-a1007297.html
Ukrainekonflikt
Ist die EU eine Gefahr für Russland?, Tagesspiegel.de
von Moritz Schuller, 11.12.2014
Auf dem Weg nach Osten: Im Konflikt mit Putin distanzieren sich die Europäer plötzlich
von Europa. Ein Kommentar
In einem Essay im „Spiegel“ zum Ukrainekonflikt schreibt der Schriftsteller Eugen Ruge: „Die
EU erweitert ihre Außengrenze: eine schleichende postkoloniale Form der Expansion.“ Und: Der
Westen habe, „berauscht von den Siegen und Erfolgen, eine aggressive Politik der Expansion der
Waren und Werte betrieben“. Für ihn ist klar, wer die Schuld trägt: die EU. […]
http://www.tagesspiegel.de/meinung/ukrainekonflikt-ist-die-eu-eine-gefahr-fuerrussland/11103332.html
Putin kämpft um Einfluss in Zentralasien, Tagesspiegel.de
von Elke Windisch, 10.12.2014
Russland fürchtet massive Sicherheitsprobleme nach dem Nato-Abzug aus Afghanistan.
Gleichzeitig steigen die Chancen Moskaus, seinen Einfluss in Usbekistan wieder deutlich zu
stärken.
Zufall oder nicht: Der Besuch des russischen Präsidenten Wladimir Putin am Mittwoch in der
zentralasiatischen Ex-Sowjetrepublik Usbekistan fiel quasi mit der Schließung der NatoKommandozentrale für Kampfeinsätze in Afghanistan zusammen. Die Sicherheitsprobleme, die
mit dem Ende der Nato-Mission Ende des Jahres für Zentral- und Südasien erwartet werden,
stehen derzeit ganz oben auf der Agenda des Kremlchefs. […]
http://www.tagesspiegel.de/politik/russland-putin-kaempft-um-einfluss-in-zentralasien/11103104.html
„Wieder ein Krieg in Europa?“
Denen rutscht doch das Herz in die Hose, FAZ.net
von Bert Hoppe, 10.12.2014
Jüngst veröffentlichten bekannte Persönlichkeiten dieses Landes den Aufruf „Wieder ein Krieg
in Europa? Nicht in unserem Namen!“ Dieser Appell führt in die Irre. Er ist auf Putins Russland
fixiert und blendet die Ukraine fast völlig aus.
Friedensappelle sind ja eigentlich immer zu begrüßen. Problematisch werden sie erst, wenn ihren
Verfassern die nackte Angst die Feder führt oder den Texten überkommene Denkmuster
zugrunde liegen. Im Aufruf „Wieder Krieg in Europa? Nicht in unserem Namen!“ (Wortlaut im
Kasten am Artikelende), initiiert vom ehemaligen Kanzlerberater Horst Teltschik und von der
einstigen Bundestagsvizepräsidentin Antje Vollmer, kommt beides zusammen. […]
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/krieg-in-europa-die-angst-vor-einem-krieg-mitrussland-13312030.html
"In Russland kommen Einkreisungsängste hoch", derStandard.at
Interview von Gianluca Wallisch, 11.12.2014
Der Politologe August Pradetto befürwortet eine internationale Mission in der Ukraine
STANDARD: War Europa ansatzweise vorbereitet auf die Entwicklungen im Ukraine-Konflikt?
August Pradetto: Die Lage hat sich für alle überraschend entwickelt, nicht nur für Brüssel oder
Berlin, auch für Moskau. Vor einem Jahr, als in Vilnius beim EU-Gipfel das ukrainische
Assoziationsabkommen unterzeichnet werden sollte, gingen Brüssel wie Moskau von der
Stabilität ihrer strategischen Partnerschaft aus. Dann wurden aber eine Reihe von Fehlern
gemacht. Man hatte zu wenige Kenntnisse der schwierigen Verhältnisse innerhalb der Ukraine
und der Konsequenzen für die Beziehung zwischen Kiew und Moskau. Man sagte bloß: "Das ist
der nächste große Markt in Europa, 44 Millionen Konsumenten, überdies hat die Ukraine
Reformen nötig." Das war, überspitzt formuliert, die Mentalität. […]
http://derstandard.at/2000009226475/In-Russland-kommen-Einkreisungsaengste-hoch
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