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34 freiheit, selbst zu entscheiden schon früh beschrieben was

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PRESSE- UND MEDIENSCHAU
(…) Jeden Tag erfahren wir in den Nachrichten über tragische Ereignisse, die Mitmenschen das Leben kosten. Ein Unfall
im Beruf oder im Verkehr kann das gesamte Leben plötzlich vollkommen verändern: Querschnittsgelähmt, künstlich
beatmet, Schmerzen leidend. Der Medizin
sind Macht und Mittel in die Hand gegeben, Einfluss auf Sterben und Tod zu nehmen. Gut, wer für diese Fälle vorgesorgt
hat mit Organspendeausweis und Patientenverfügung, wie sie beispielsweise von
der Deutschen Gesellschaft für Humanes
Leben herausgegeben werden. Dabei
bleibt zu hoffen, dass die anstehenden gesetzlichen Regelungen zur Patientenverfügung nicht hinter dem derzeitigen Richterrecht zurück fallen. (…) Es geht um
die Freiheit, selbst zu entscheiden, wann
Mensch gehen will – und zwar eben gerade auch dann, wenn Mensch es körperlich nicht mehr selbst kann und dann auf
die (ungestrafte) Hilfe anderer Menschen
angewiesen ist.
[Quelle: Neuköllner Stachel,
März/April 2008]
SCHON FRÜH
BESCHRIEBEN
Bei dem Ansinnen, freiwillig in suizidaler
Absicht auf Essen und vor allem auch
Trinken zu verzichten, handelt es sich um
eine „Methode“, die Ende 2007 (und bereits 15 Jahre zuvor) in der Zeitung der
Deutschen Gesellschaft für Humanes
Sterben beschrieben wurde.
[Quelle: Patientenverfügung
Newsletter, 15.3.2008]
Bild: Schobert Archiv & Dokumentation, Zeichnung privat
FREIHEIT, SELBST ZU
ENTSCHEIDEN
Die moderne Presse- und Medien-Kommunikation bedient sich inzwischen anderer Gerätschaften.
Das gute alte Postauto (hier eine Kinderzeichnung aus dem Jahr 1961) hat ausgedient. Steigende
Verbreitung finden vor allem Internet und E-Mail-Kommunikation. Allerdings: Entgegen manchen
Vorhersagen der Futurologen erfreuen sich Zeitungen und Zeitschriften nach wie vor großer Beliebtheit. Dies gilt auch für diese Verbandszeitschrift, die mehr und mehr z. B. in Arztpraxen oder
Apotheken ausliegt. Fragen Sie bei Ihrem Hausarzt, Ihrer Apotheke nach: Die DGHS liefert kostenfrei Ansichtsexemplare, auch zur Weiterleitung.
TOD AUF WUNSCH
BRAUCHT KONTROLLE
(…) Die Schweizer Sterbehilfeorganisation Dignitas hat das früh erkannt: Auch
für viele todkranke Deutsche war sie der
Ausweg aus der Not. Umso trauriger ist
es, dass sie sich nun völlig intransparenter
Methoden bedient. Wenn Dignitas-Gründer Ludwig Minelli den Sterbewilligen
Helium statt Schmerzmittel verabreicht,
weil er dafür kein ärztliches Rezept
braucht, ist das nicht zu verantworten. Minelli umgeht auf diesem Weg die ärztliche
Kontrolle – und damit jene Instanz, die
ihm ein angemessenes Vorgehen bescheinigt. (…)
[Quelle: Kommentar von Antje LangLendorff in: die tageszeitung, 22.3.2008]
WAS WÜRDIG IST,
BESTIMMT JEDER SELBST
Für ein würdevolles, selbstbestimmtes
Sterben in Würde plädierte dagegen KarlHeinz Blessing, Kontaktstellenleiter der
„Gesellschaft für Humanes Sterben“.
Selbstbestimmung sei ein zentrales Element der Menschenwürde und – so zitierte Blessing einen Verfassungsrechtler
–, „Menschenwürde schützt den Menschen auch davor, Objekt der Menschenwürde-Definition anderer zu werden“. In
der Forderung nach einem Ausbau der
Palliativmedizin war Blessing allerdings
mit Tondorf einer Meinung.
[Quelle: www.ngz-online.de, 8.5.2008]
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Humanes Leben · Humanes Sterben 3/2008
RECHT AUF EIN
STERBEN IN WÜRDE
Die Legalisierung einer streng regulierten Sterbehilfe muss auch deshalb in Betracht gezogen werden, um Organisationen wie Dignitas und den Auswüchsen
ihres martialischen, unkontrollierten Geschäfts entgegenzutreten.
Ärzte können nie zu aktiver Sterbehilfe
verpflichtet werden. Es sollte ihnen aber
in Einzelfällen gestattet sein, unheilbar
kranke und leidende Menschen zu begleiten und auch zu unterstützen, wenn
diese ihrem Leben ein selbstbestimmtes
Ende setzen wollen. Gegner der Sterbehilfe verweisen auf die Palliativmedizin
und moderne Schmerztherapien. Der Fall
Sébires zeigt, dass auch diese Grenzen haben. Gegen Morphium war sie allergisch.
Manchmal half Aspirin. Am Ende nur der
Tod.
[Quelle: Kommentar von David Deißner
in: WELT am SONNTAG, 23.3.2008]
HERZENSKÄLTE GEGENÜBER GEPEINIGTEN
(…) Nur durch ihren „unnatürlichen“ Tod
– vermochte die 53-jährige Chantal Sébire das Martyrium ihres Krebsleidens zu
beenden. Es ist nicht einzusehen, warum
sie durch die Erfüllung dieses Wunsches
zur Gesetzesbrecherin hatte werden müssen, nachdem die französische Justiz ihre
Bitte um ärztliche Suizidbeihilfe abgelehnt hatte. Gewiss, die französischen Gesetze erlauben das nicht – die deutschen
auch nicht – , aber der Preis dafür ist Herzenskälte gegenüber Gepeinigten. Aus
empirisch in keiner Weise zu stützender
Angst vor „Dammbrüchen“ oder „Krankenentsorgung“ bei einer Lockerung der
Sterbehilfegesetze wird einzelnen Leidenden verwehrt, was ihnen das Mitleid
doch innig wünscht: ein rascher, schmerzfreier Tod. (…)
[Quelle: Kommentar von Matthias
Kamann in: DIE WELT, 22.3.2008]
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Seele and Geist
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