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ISSN Nummer 1438-7085
Ausgabe 01/2014
Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass hier im Internet unsere Verbandsnachrichten nur sehr verkürzt
wiedergegeben werden. Insbesondere Tipps zur Abrechnung stellen wir nur unseren Mitgliedern zur
Verfügung.
Gesundheitspolitik der neuen Koalition - was ist zu erwarten
Hermann Gröhe, ein Jurist, ist also unser neuer Gesundheitsminister! Bisher hatte er nicht einmal in einem Gesundheitsausschuss des Bundestages gesessen, die dazu notwendigen "Adjutanden" sind zum großen Teil noch
nicht ernannt. Auch ist der Stellenwert der Gesundheitspolitik nicht sonderlich hoch einzustufen, bei der SPD
kommt sie gar nicht vor, ihr geht es vordergründig nur um die Stabilisierung Europas, die Energiewende und die
Reform des Länderfinanzausgleichs. Also wird nicht mit großen Reformen in unserer Branche zu rechnen sein,
ebenso wird die GOÄ-Novellierung noch auf sich warten lassen, da man betont, diese erst in Angriff zu nehmen,
wenn sich Ärzteschaft und PKV WEITESTGEHEND geeinigt hätten. Bisher versucht man, Konflikte zu glätten in der
breiten Bevölkerung, etwa durch einen Wartezeitenservice für Patienten (Facharzttermine soll es für Kassenpatienten schneller geben).
Privatärztliche Fachärztinnen und- ärzte werden sich weiterhin nicht drängen lassen müssen und können selbst
entscheiden, wann sie wem einen Termin geben werden.
Jens Spahn und Karl Lauterbach hat man "draußen vor" gelassen, sie hätten mehr Ehrgeiz entwickelt für weitgehende Veränderungen, auch an der Grenze zwischen GKV und PKV. Man (Merkel ) hat aber erkannt, dass die
Menschen ziemlich zufrieden sind mit dem Gesundheitssystem, manche Kassen zahlen sogar Beiträge zurück und
die Fondskassen sind gut gefüllt; warum also was ändern? Alleingänge und Überraschungen sind von Gröhe in
diesem Kontext nicht zu erwarten, so das Deutsche Ärzteblatt vom 17.1.2014. Das erste Gesetzgebungsverfahren
wird die Pflegereform betreffen, obwohl dieses erst ein Jahr zurückliegt; der Kanzlerin selbst ist das wichtig.
Liebe Mitglieder, Sie sehen, zum neuen Jahr sind keine Gewitterwolken am Himmel; das hat vor wenigen Monaten noch ganz anders ausgesehen. Wir sehen das aber ein wenig auch als Ergebnis unserer enormen Bemühungen
(das Einwirken auf die Verantwortlichen im Gesundheitssystem, das Duale System nicht mutwillig zu zerstören),
und wir wissen, dass wir weiter "am Ball bleiben" müssen. Deshalb versprechen wir -die Vorstandschaft des PBVauch im Neuen Jahr die Kräfte erneut zu bündeln, um unsere Arbeitsbedingungen weiterhin so zu erhalten wie es
dem Wohl unserer Patienten am meisten zuträglich ist. Im Augenblick haben wir dabei nur wenig ideologischen
Gegenwind, das ist gut so!
Über die neuesten Entwicklungen in der Privatmedizin berichten wir auf unserer Jahreshauptversammlung (mit
Fortbildung) am Sa.29.März, wie immer in Frankfurt .
Ihre Vorstände des PBV
Was andere über den neuen Gesundheitsminister schreiben:
(von Elmar Esser)
Auszug aus „der niedergelassene Arzt“ 1/2014
1
Neue Mannschaft, alte Ziele?
Hermann Gröhe überrascht mit ersten Äußerungen
Noch vor wenigen Wochen hätte niemand Hermann
Gröhe auf der Liste der möglichen Gesundheitsminister gehabt. Neben Ursula von der Leyen als
Deutschlands erste Verteidigungsministerin ist er die
zweite Überraschung im Kabinett der Großen Koalition. Denn der neue Gesundheitsminister ist im
wahrsten Sinne des Wortes ein Quereinsteiger.
H
ermann Gröhe gehört zu den profiliertesten
Ministern im neuen Kabinett Merkel. Als Generalsekretär der CDU hat er nicht nur den Wahlkampf
verantwortet, der beinahe zu einer absoluten Mehrheit für die Union führte; er war auch einer der
Chefdenker bei den Koalitionsverhandlungen und
gilt als Mensch, der Konflikte und Probleme gerne im
Stillen, dabei aber außerordentlich effizient lösen
kann. Nur mit Gesundheitspolitik hatte Gröhe bislang wenig Berührungspunkte. Pessimist ist er allerdings wahrlich nicht. Dies kann man schon aus seinen Aussagen herauslesen, die er zum Jahreswechsel
gegenüber der Bild am Sonntag über seine Qualifikation für das neue Amt machte. Er sei zwar in der Tat
kein ausgewiesener Gesundheitspolitiker, habe aber
in sieben Jahren als Vorsitzender des Diakonischen
Werks in „meiner Heimatstadt Neuss wichtige Erfahrungen in der Altenpflege, der Gemeindepsychiatrie
und der Hospizarbeit gemacht."
Mammutaufgabe Pflegereform
Neben diesem offenkundigen Optimismus verraten
Gröhes Äußerungen vor allem eines. Als eine der
wichtigsten Aufgaben in den ersten Monaten seiner
Amtszeit sieht er wohl in der Umsetzung der Koalitionsvereinbarungen zur Pflege. Und hier besteht in
der Tat Reformstau. Denn eine wirkliche Reform
dieses wichtigen Bereiches ist seinen Vorgänger
Rösler und Bahr in den letzten vier Jahren auch wegen des Widerstands der Opposition nicht gelungen.
Mit den neuen Mehrheitsverhältnissen in Bundestag
und Bundesrat wird das für Gröhe zwar etwas leich-
ter, eine Mammutaufgabe bleibt die Pflegereform
aber dennoch.
Kern- und Nebenkompetenz bei den Staatssekretären
Inwieweit sich der Minister dabei auf seine Staatsekretäre stützen kann, werden die nächsten Monate
zeigen. Mit Annette Widmann-Mauz (CDU) hat er
zumindest eine ausgewiesene Fachfrau an seiner
Seite. Die Juristin war Vorsitzende der Unionsarbeitsgruppe Gesundheit, gesundheitspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und ist bereits seit der letzten Legislaturperiode in ihrem Amt
als Parlamentarische Staatssekretärin. Ihre Kollegin
Ingrid Fischbach (CDU) hat in ihrer bisherigen politischen Laufbahn zumindest nahe am Pflegebereich
gearbeitet. Die Lehrerin, die dem Bundestag seit
1998 angehört, war in den Bereichen Familie, Senioren, Frauen und Soziales tätig. Dies verbindet sie mit
dem neuen beamteten Staatssekretär Lutz Stroppe
(CDU), der aus dem jetzt von Manuela Schwesig
(SPD) geführten Bundesfamilienministerium in das
BMG wechselte.
Laumann als Joker - Spahn in der Fraktion
Zum Joker in
Gröhes Team
könnte KarlJosef
Laumann
(CDU) werden. Denn
der Westfale, der jetzt
von
dem
Bundeskabinett in das neu geschaffene Amt des Beauftragten
der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten sowie Bevollmächtigter für Pflege
2
im Range eines Staatssekretärs berufen wurde, hat
bereits reichlich Erfahrung mit Gesundheit und Pflege. Von 1990 bis 2005 war Laumann Abgeordneter
des Deutschen Bundestages, wo er sich in sozialpolitischen Themen engagierte. Von 2005 bis 2010 war
er in
Nordrhein-Westfalen Minister für Arbeit, Gesundheit
und Soziales. Mit seiner Berufung hat Angela Merkel
gleich einen Doppelcoup gelandet. Zum einen löste
sie das Problem der Doppelspitze in NRW, die immer
wieder zu Konflikten geführt hatte, zum anderen
verschaffte sie Gröhes neuem Team so einen Kompetenzzuwachs.
Dass Jens Spahn (CDU) in dieser Ämterverteilung
trotz seines vierten Direktmandates in Folge unberücksichtigt blieb, kann auf den ersten Blick verwun-
dern. Immerhin hatte er gemeinsam mit Professor
Karl Lauterbach (SPD) in der Arbeitsgruppe Gesundheit bei den Koalitionsverhandlungen zu diesem
Bereich die Federführung übernommen. Als Minister
war Spahn Angela Merkel aber wohl zu nonkonformistisch» möglicherweise auch zu jung. Und auf
einen der Posten der Staatssekretäre hat vielleicht
auch selbst gar nicht gewollt. In der Fraktion kann er
sich als gesundheitspolitischer Sprecher sicher besser profilieren und auf höhere, vielleicht sogar ganz
hohe Würden im BMG vorbereiten. Als Gegenspieler
zu Hermann Gröhe wird sich Spahn allerdings auch
angesichts dessen guten Kontaktes zur Kanzlerin
wahrscheinlich nicht aufbauen. Dafür bietet dieser zumindest noch - auch kaum Ansatzpunkte. … usw.
Unser Geschäftsführer Dr. Thomas Ems, ist extra im Namen des pbv zu der von der Bundes-Ärzte-Kammer eigens zu diesem Thema einberufenen Veranstaltung nach Berlin gefahren und wird auf unserer Hauptversammlung / Frühlingsveranstaltung am 29.März in Frankfurt über die aktuelle Situation berichten.
Die neue GOÄ, was wird sie bringen?
Gespannt verfolgen wir, zusammen mit allen primär Betroffenen wie z.B. der PVS, den derzeitigen "Verhandlungspoker" (PVS-Südwest Geschäftsführer Peter Gabriel) mit der PKV und der Gesundheitspolitik. Es wird sich
nämlich das gesamte Konstrukt zur Beschreibung und Abrechnung der privatärztlichen Behandlungsleistungen
ändern. Die BÄK arbeitet mit dem Erfahrungsschatz der PVS, Peter Gabriel betont in diesem Zusammenhang die
Wichtigkeit dieser Allianz und fordert auch eine starke ärztliche Gemeinschaft in der Weiterentwicklung dieser
GOÄ (Auch die Freie Ärzteschaft mahnt zu aktiver Mitgestaltung bei den noch nicht festgelegten GOÄModalitäten, genauso wie der PBV). Diese wird nämlich auf Grund der totalen Veränderungen eine Klausel beinhalten, die Veränderungen im weiteren Verlauf zulassen wird. Es wird also nach Inkrafttreten nicht gleich wieder
zu jahrzehntelangem Stillstand kommen. Wir sind also alle dazu aufgerufen, Unstimmigkeiten zu benennen sobald
wir den ausformulierten neuen GOÄ-Text in den Händen haben. Wenn die neue "Groko" tatsächlich ins rollen
kommen sollte, würde diese Herausforderung in dieser Legislaturperiode auf uns zukommen. Bis zu unserer Jahreshauptversammlung 2014 am 29.März hoffen wir, Details vorstellen zu können, wie wir auf diese Entwicklungen
einwirken könnten.
Gesundheitspolitik: was kommt nach der Beerdigung der Bürgerversicherung
Bisher haben die "Grokos" im Koalitionspapier PKV und GOÄ ausgespart. Das heißt vorerst für die Privatassekuranz: Business as usual. Dennoch wird weiter an einer Mitnahmemöglichkeit der Versicherungsbeiträge bei PKVWechsel gebastelt. "Das Problem besteht darin, dass auch in der PKV die gesunden Versicherten eine empirisch
belegte höhere Wechselneigung als Kranke haben", so Helmut Laschet von der Ärztezeitung am 20./21.12.2013
3
Und weiter: "würde man die kompletten individualisierten Altersrückstellungen bei einem Wechsel mitgeben, so
wäre diese bei den Gesunden viel zu hoch und bei den Morbiden stets zu niedrig kalkuliert. Die Folge wäre, dass
'morbide' Bestandskollektive von Versicherungsunternehmen , die von Gesunden verlassen werden , die mitgenommenen Altersrückstellungen nachfinanzieren müssten...die Teilung des Morbiditätsrisikos zwischen Kranken
und Gesunden würde schlechter funktionieren.." Rürup meint dazu, es müsste dabei eine Risikoadjustierung
stattfinden,..wie das aber gehen solle, wisse er auch nicht!
Man sieht also, dass es so schnell kein Entrinnen gibt aus einem, zumindest länger bestehenden PKV-Vertrag,
wenn man mit seiner Versicherung unzufrieden ist bei der Leistungserbringung, bzw.-Erstattung.
Neuer Ombudsmann der PKV
Mit dem FDP-Mann Heinz Lanfermann wurde die Schiedsstelle der
privaten Krankenversicherung neu
besetzt.
In der FAZ vom 7. Dez 2013 wurde
dies als Glücksfall "für alle Beteiligte " bezeichnet. Im
Jahr 2012 gab es 6354 Kunden, die sich bei der
Schiedsstelle beschwert hatten; immerhin bei 25%
konnte der bisherige Ombudsmann Müller vollständig oder zumindest teilweise helfen, wenn es um
"medizinische Notwendigkeit", Tarifwechsel oder
Prämienerhöhung ging. Ihm zur Seite stehen ein
Dutzend Juristen und Bürokräfte. Der immaterielle
Wert scheint für die PKV lohnenswert zu sein, sonst
würde sie eine solche Einrichtung nicht komplett
finanzieren!?
Lanfermann "habe viel Erfahrung und polarisiert
nicht, sondern sucht den Ausgleich" sagt PKVVerbandsdirektor Volker Leienbach (FAZ).
Mitgliederfrage:
Ich bin Mitglied in Ihrem Verband und habe eine Frage: Seit einiger Zeit häufen sich die Anfragen der Privatversicherungen zu den an die Patienten für erbrachte Leistungen gestellten Rechnungen.
Z.B. wird nach zweimaliger Behandlung eines Patienten die Erstattung der Leistungen an ihn verweigert, wenn er
nicht einen ausführlichen Bericht vorlegt, aus dem die Notwendigkeit der Behandlung, der klin. Befund, das Therapiekonzept und die Prognose hervorgeht. Meine Privatpatienten erwarten von mir selbstverständlich, derartigen Bericht zu erhalten. Das kostet Zeit und beschäftigt Arzt und Personal.
In welcher Weise können von mir derartige Aufwendungen in Rechnung gestellt werden?
Wie kann man die Anfrageflut der Versicherungen umgehen?
Ist ein Honorarvereinbarungsvertrag sinnvoll, wenn ja, wie soll er gestaltet sein?
Ich freue mich, wenn Sie Zeit für Antworten finden.
Antwort durch Herrn Dr. med. Christoph Gepp/2. Vorsitzender des PBV:
Sehr geehrte Frau Kollegin,
wir bekommen immer wieder Beschwerden über Anfragen von Versicherungen. Dabei ist es jedoch so, dass nicht
viele Kollegen damit belästigt werden, sondern meistens Kollegen und Kolleginnen, die seltene und aufwändige
Therapiemethoden verwenden, oder verwendet haben. Dass Versicherungen bei aufwändigen und teuren Thera-
4
pien nachfragen muss man als Privatarzt als systemimmantes Problem sehen. Oft genug werden Versicherungen
von Patienten (oder leider auch Ärzten) übervorteilt und wenn man das System der Privatversicherungen erhalten
will muss man damit leben, dass Versicherungen nachfragen. Manchmal wird behauptet, dass es versicherungsintern schwarze Listen gibt, wir können dies jedoch nicht sicher bestätigen.
Das Problem ist jetzt natürlich, dass Sie im konkreten Fall zusätzlich zu Ihrer ärztlichen Tätigkeit am Patienten
immer wieder die Anfragen der Versicherung beantworten müssen. Ich bin sicher, dass Sie Ihre Therapien gut
begründen können, haben aber den zusätzlichen Aufwand. Jetzt haben Sie im Prinzip folgende Möglichkeiten:
1. Sie haben den Patienten eine Abdingungserklärung unterschreiben lassen und stellen ihm die Arbeit der Begründung in Rechnung. Dies wird möglicherweise Ihr Verhältnis zum Patienten belasten, außer Sie sind in der
Lage ihm zu erklären, dass die Nachfrage Schikane etc. ist.
2. Sie versuchen den Aufwand zu minimieren indem Sie standardisierte Module haben mit denen Sie antworten
3. Sie versuchen auf die Anfrage zunächst eine Kostenzusage der Versicherung für Ihr Attest zu erreichen.
Manchmal funktioniert das sehr gut. Man schreibt die Versicherung an, weist auf die Anfrage hin und teilt mit,
dass man nach einer Kostenübernahmeerklärung (in Höhe von z.B. 75 GOÄ x 3,5 oder GOÄ 80 x3,5) gerne bereit
ist die Anfrage zu beantworten. Das Problem hierbei ist, dass wertvolle Zeit verloren geht.
Wenn Sie nur Standardtherapien zu normalen Steigerungssätzen machen, beispielsweise 10 x Akupunktur (x 2,3
fach) oder 4x Infiltration (268) müssen Sie überhaupt keine Kostenübernahme klären, dann muss der Versicherer
zahlen und dann ist es besser man überzeugt den Patienten, dass er bei der Versicherung nicht nachfragen muss.
Es ist also eine Zwickmühle, in der man sich befindet. Häufig ist es das Beste in der Nachfrage der Versicherer
nicht eine Schikane sondern eine notwendige Maßnahme zum Systemerhalt zu sehen und diese hinzunehmen.
Dann hilft sich klar zu machen, wie wenig Bürokratie wir Privatärzte im Gegensatz zu unseren kassenärztlichen
Kollegen haben.
aus „der niedergelassene Arzt“ 12/2013
Ihr Privatpatient ist im Krankenhaus: betreuen Sie ihn auch dort,...und rechnen sie nach den Empfehlungen aus
DER NIEDERGELASSENE ARZT wie folgt ab:
Privatpatient im Krankenhaus
Erbrachte Leistungen sind abrechenbar
Besonders bei Hausärzten ist häufig
der Kontakt des niedergelassenen
Arztes zum Patienten oder Angehörigen auch dann nicht ausgesetzt,
wenn der Patient stationär behandelt wird. In der GOÄ können auch
dann erbrachte Leistungen abgerechnet werden.
D
er niedergelassene Arzt kann
nicht nur dann Leistungen berechnen, wenn er den im Kran-
kenhaus befindlichen Privatpatienten
aufsucht (zum Beispiel zur Durchführung einer vom Krankenhatisarzt angeforderten Konsiliaruntersuchung), sondern auch dann, wenn gar kein unmittelbarer Arzt-Patientenkontakt stattfand.
Beratungen auch telefonisch möglich
Ein Fall ist, dass der Patient den Hausarzt anruft, um seinen Rat zu einer vom
Krankenhausarzt vorgesehenen Behandlungsmaßnahme einzuholen. Dies
ist eine Beratung und kann, da Beratungen auch telefonisch möglich sind,
mit der Nr. 1 oder 3 GOÄ berechnet
werden. Ruft der Patient gar an, weil er
Suizidgedanken hegt oder anders stark
psychisch alteriert ist, kann die Leistung
nach Nr. 812 GOÄ (psychiatrische Notfallbehandlung) anfallen und berechnet
werden. In solchen Fällen sollte dokumentiert sein, dass die Leistung vom
Patienten initiiert wurde. Ruft nämlich
5
der Arzt seinen Patienten als „Serviceleistung" an, ist das nicht berechenbar
und manchem Kostenträger fällt auf,
wenn während einer stationären Behandlung auch der Hausarzt Leistungen
abrechnet.
Gleich gut sollte dokumentiert sein,
wenn zum Beispiel die Ehefrau eines
Patienten Rat hinsichtlich der Behandlung ihres Mannes einholt. Unterstellt,
dass die Beratung der Ehefrau im Sinne
des Patienten ist, kann die Beratung
auch bei solch „mittelbarer" Erbringung
berechnet werden. Gegebenenfalls
kann hier anstelle der Nr. 1 oder 3 GOÄ
auch die Nr.4 GOÄ (,‚Unterweisung und
Führung der Bezugsperson") anfallen.
Ein weiterer, nicht seltener Fall ist,
wenn ein Angehöriger schon vor der
Entlassung aus dem Krankenhaus ein
Wiederholungsrezept abholt. Hier fällt
Nr.2 GOÄ an.
Die Leistung nach Nr. 15 GOÄ
(,‚hausärztliche Koordination«) kann
auch berechnet werden, wenn der
Patient noch im Krankenhaus ist. Das ist
aber selten nötig, da die Nr. 15 GOÄ
auch später noch berechnet werden
kann.
Konsil mit dem ,,Chef"
Stimmt der Krankenhausarzt die Behandlung des Patienten mit dem niedergelassenen Arzt ab, kann dafür auch
während der stationären Behandlung
die Nr. 60 GOÄ (Konsil) berechnet werden. Hier sollte wegen der Abrechnungsvoraussetzungen der Nr. 60 GOÄ
dokumentiert werden, dass das Konsil
mit dem Chefarzt oder einem seiner
Oberärzte erfolgte. Es ist gleich, ob der
Krankenhausarzt das Konsil initiiert hat
oder Sie dafür die Notwendigkeit feststellten.
Hausbesuch während
stationärer Behandlung
Selbst ein Hausbesuch (Nr. 50 GOÄ) ist
gegebenenfalls auch während der stationären Behandlung des Patienten berechenbar.
W
WCCHHTTIIGG
• Bei Privatpatienten sind beim Hausarzt
anfallende Leistungen auch dann berechenbar, wenn der Patient sich in stationärer Behandlung befindet
• Typische Beispiele dafür sind (telefonische) Beratungen, Wiederholungsrezepte
und das Konsil mit dem Krankenhausarzt
• Selbst ein 1-lausbesuch bei dem in stationärer Behandlung befindlichen Patienten
ist nicht unmöglich
• Wichtig ist, wenn sich das nicht aus der
Leistung selber ergibt (z. B. bei Nr. 60
GOÄ), zu dokumentieren, dass die Leistung nicht als ,,Serviceleistung" durch den
Arzt erfolgte, sondern durch den Patienten initiiert wurde
• Bestand keine medizinische Notwendigkeit für die Leistung, ist dies in der Rechnung zu kennzeichnen.
Hier sollte aber besonders darauf geachtet werden, dass entweder eine
medizinische Notwendigkeit zu dem
Besuch vorlag (was eher selten der Fall
ist) oder dass der Wunsch nach dem
Besuch durch den niedergelassenen
Arzt vom Patienten ausging.
Selbstverständlich hat dann auch eine
zumindest symptombezogene Untersuchung (die ist in der Nr. 50 GOÄ eingeschlossen) zu erfolgen.
Geht - ohne Vorliegen einer medizinischen Notwendigkeit - der Wunsch
nach dem Besuch durch den Hausarzt
vom Patienten aus, muss die Leistung in
der Rechnung als „auf Verlangen erbracht" gekennzeichnet werden (Bestimmung der § 1 und 12 GOÄ). Allerdings ist dann nicht sicher, ob der
Patient das auch erstattet bekommt.
Der Patient sollte über die eventuelle
Nichterstattung vor der Durchführung
des Besuches informiert werden.
Nrn. 34 oder 806 GOÄ
Abraten müssen wir von der Berechnung der Nrn. 34 (Erörterung) oder 806
GOÄ (psychiatrische Behandlung) ohne
direkten Arzt-Patientenkontakt. Sie
erfordern in der Regel einen direkten
Kontakt auch mit Beobachtung des
Patienten.
AlleTipps mit Stichwort-Suchfunktion
und Archiv finden Sie auch unter
www.abrechnungstipps.de - kostenlos!
GOÄ-Steigerungsfaktor
Bei Überschreitung des sog. Schwellenwertes ist das Aktenzeichen Az.:III ZR 54/07 interessant, durch das der
Bundesgerichtshof Stellung bezogen hat. "Die Schwierigkeit der einzelnen Leistung kann auch durch die Schwierigkeit des Krankheitsfalles begründet sein", dies sollte aber auch bei jeder einzelnen Position für den zahlungspflichtigen verständlich und nachvollziehbar schriftlich begründet werden (§ 12 ABS 3GOÄ),.. Nach unserer Erfahrung mangelt es oft an diesem Punkt, es werden zu lapidar die jeweils gleichen Begründungen untereinander
geschrieben.
6
Andererseits sind nach Ansicht des Verwaltungsgerichtes Köln keine überzogenen Anforderungen an die Überschreitung eines Schwellenwertes zu stellen (Az.: 19 K 6612/12)
PÄP-Tipp: die Bemühungen, sauber zu begründen lohnen sich allemal!
Analogabrechnungen exakter in Ansatz bringen
Bei Beanstandungen bei Analog- Abrechnungen fällt uns immer wieder auf, dass NUR die jeweilige Analogziffer
aufgeführt wird (und nicht die dazu gehörige GOÄ-Leistungsbeschreibung der Originalziffer..). Beide sind aber
wichtig, besonders wenn Ziffern selbst gestaltet werden und sie nicht im Verzeichnis der BÄK zu finden sind,...
und das ist ja oft notwendig in der modernen Leistungserbringung,.. bei weiterer Stagnation der GOÄ-Novelle.
Bei der Anwendung des Analogverzeichnisses der BÄK gibt es in der Regel keinerlei Erstattungsprobleme, darauf
sei hier noch einmal hingewiesen!!
GOÄ-aktuell:
Wichtiger Hinweis zur Akzeptanz von Analogziffern
Bleiben Sie bei der Konstruktion/Auswahl von Analogziffern am besten im Bereich des eigenen Fachgebietes,
wenn Sie einmal welche "frei erfinden" müssen, weil es die entsprechende Ziffer nicht im Vorschlagskatalog von
Analogziffern der BÄK gibt oder Ihre Leistung so neu/fremdartig ist, dass ohnehin keine offizielle Textstelle in der
amtlichen GOÄ zu finden ist. Bei dieser Vorgehensweise ist später-bei Nachfragen der Kostenträger-einfacher zu
argumentieren.
...und wieder die "medizinische Notwendigkeit" einer Behandlung
(Peter Gabriel, PVS Südwest, Informationsservice 4/13)
Da immer öfter eine Behandlungsmethode von Versicherungen und Beihilfen abgelehnt werden, verweist Herr
Gabriel noch einmal auf die Bedingungen, die erfüllt sein sollten:
1.
es muss nachvollziehbar gut dokumentiert sein, was gemacht worden ist, und auch auf welcher diagnostischen Basis
2. Die Methode ist objektiv dazu geeignet, die Krankheit zu lindern ODER IHRER VERSCHLIMMERUNG ENTGEGEN ZU WIRKEN
"Die Erstattungsstelle darf die Leistung nicht ablehnen, weil sie eine andere Leistung für geeigneter hält; der
grundsätzliche Ausschluss alternativmedizinischer Heilverfahren die von den 'Regeln der ärztlichen Kunst' im
schulmedizinischen Sinne abweichen, ist unwirksam, und jede Ablehnung muss konkret begründet werden. Die
sachverständige Meinung des Arztes ist nur durch ein qualifiziertes Gutachten aufzuheben, welches sowohl dem
Arzt als auch dem Patienten offengelegt werden muss", so Gabriel.
Hier kann durchaus unsererseits darauf verwiesen werden, dass man mit einer starken PVS im Nacken diese Hürden besser nimmt als sich in ständigen Auseinandersetzungen mit den Kostenerstattern selbst aufzureiben. Auch
wir von der Geschäftsstelle des PBV sind mit Ablehnungsverfahren oft überfordert, weil wir ja nicht den konkreten Behandlungs-/rechnungsverlauf kennen. Ärztinnen und Ärzte die viel "alternativ" behandeln haben es einfa-
7
cher mit einer abrechnungstechnisch so kompetenten Stelle wie bspw. der PVS Südwest. Vgl. E-Mail peter.gabriel@pvs-suedwest.de
8
9
Buchempfehlung
aus „der niedergelassene Arzt“ 1/2014
Buch des Monats
Mathias Weber (Hrsg.)
Das Web-Adressbuch für Deutschland 2014
m.w. Verlag 2013
6,90 €
ISBN: 978-3-934517-43-1
Jährlich erscheint das Web-Adress-buch für Deutschland. In diesem Buch werden die besten Surftipps aus dem
deutschen Internet zusammengefasst. Damit muss man sich nicht mehr durch die Trefferlisten der Suchmaschinen durcharbeiten und entdeckt viele interessante Web-Seiten, die man nicht so einfach
findet.
Zudem muss man bei der Online-Suche immer ein passendes Stichwort im Kopf haben und stößt so in der Fülle
der Möglichkeiten des Internets nur auf die Bereiche, die man schon kennt.
Der Vorteil des Buches ist, dass Internetseiten präsentiert werden, die keine ausgefeilte Suchmaschinenoptimierung betreiben und so dem Suchenden verborgen bleiben könnten.
Die aktualisierte 17. Auflage für 2014 präsentiert ein großes Special zum Thema „Aktuelle Trends im Netz" mit
den besten Surftipps zu den Themen Twitter, Facebook, Smartphones, Apps und vielem mehr.
G. Kirschner/P. Wigge (Hrsg.)
Arzt und Praxisabgabe
Planen, entscheiden, durchführen
Deutscher Ärzte-Verlag
Auflage: 2. überarbeitete Auflage 2014
128 Seiten mit 12 Abbildungen und 23 Tabellen
Einband: KT
ISBN: 978-3-7691-3486-5
Bei der Überlegung, eine Praxis in der heutigen Zeit verkaufen zu können, muss man sich vergewissern, dass die
Käufer nicht mehr Schlange stehen, die jungen Nachrückenden sind viel weniger als die "Babyboomer", die gerne
abgeben möchten; dies wird gleich unverblümt am Anfang des Buches betont. Es wird eine realistische Abhandlung vorgenommen der realen Möglichkeiten innerhalb des allgemeinen Praxismarktes, wenn auch nicht unterschieden wird zwischen Kassen- und Privatpraxis. Letztere bietet nämlich genau die Chance für junge Leute, de-
10
nen heute " die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben und die Verwirklichung in der eigenen Praxis " zunehmend wichtig ist (wie die Autoren Kirschner/Wigge) anführen.
Man ist gleich auch überrascht, dass man schon mit fünfzig beginnen sollte, den späteren Praxisverkauf zu planen,
also von einer/einem der zahlreichen Fachleute (Juristen, Steuer-und Wirtschaftsberater) an die Hand genommen
werden sollte. Das Buch zeigt dann, wie ein roter Faden gesponnen werden kann für eine erfolgreiche Praxisabgabe.
Bei der Durchsicht wird dann rasch klar, dass derjenige, der so etwas vorhat, einige Punkte findet, die das Buch
letztlich kaufenswert macht, allein schon die Tipps in Kapitel 7 (Praxisabgabe aus steuerlicher Sicht) oder 9 (Altersvorsorge/Alterseinkünfte), oder 10 (welche Versicherungen sind weiter nötig).
Die wesentlichen Knackpunkte, auf die hingewiesen wird, betreffen allerdings das Vertragsarzt(un)wesen, unter
welchen Umständen eine Kassenpraxis unverkäuflich ist, usw. .z.B. legt ein "Nachbesetzungsverfahren" enge
Daumenschrauben an die Veräußerung einer solchen. Es kann also nicht nach einfachen Marktgesetzen verkauft
werden!
Das Kapitel über die Gesprächsführung mit potentiellen Nachfolgern (was eher einem Anforderungsprofil für junge Wirtschaftsberater entspricht) empfindet man als Gesprächs-geübter Arzt eher fast anmaßend, das Buch lässt
aber genügend Spielraum für "abweichendes Verhalten ", oder aber man entwickelt ein solches beim Durchgehen
der einzelnen Punkte/Kapitel selbst, ..auch dafür ist es gut! (Musterverträge sind im Vertragsarztwesen problematisch, weil es da ständig Veränderungen gibt, bei Verkauf einer Privatpraxis wohl ausreichend)
Ob eine Erarbeitung von "Best Case Worst Case Szenarien " bei Verkaufsabsichten wirklich notwendig sind, sei
dahingestellt. Die meisten Überlegungen, die angestellt werden, sind prägnant und hilfreich, die Checklisten allemal, auch viele Details (Konkurrenzschutzklausel: "weniger schreiben ist oft mehr", weil sie allzu oft sittenwidrig
ist).
Was nicht aufgeführt wird, aber vor allem unter der Prämisse "möglichst schon mit 50 beginnen.." bemerkenswert ist: fangen Sie rechtzeitig damit an, wenn Sie über 60 sind, von ihrem weiteren Verbleib über noch einige
Jahre in der Praxis zu reden, denn viele Patienten, die befürchten, dass Sie "abhanden kommen" könnten, suchen
sich heimlich still und leise einen jüngeren Hausarzt-ärztin. In Zeiten da die Rede täglich über "Rente mit 63" gehalten wird, sollten diejenigen, die Spass am Beruf über 60 haben, aktiv Gutes tun...und reden darüber!!
Ursel Bühring, Helga Ell-Beiser, Michaela Girsch
Heilpflanzen in der Kinderheilkunde
Thieme Verlag
448 S., 212 Abb.
gebunden
ISBN 978-3-8304-7711-2.
59,99 €
11
Ein sehr praktisches Buch, das Sie auf den aktuellen Stand bringt nicht nur über verschiedene lange bekannte Tees
und Heilpflanzen, sondern auch über sehr bewährte traditionelle Naturheilverfahren berichtet wie Quarkwickel,
Zwiebel-Ohrwickel, Kümmelöl-Kompressen und viele andere mehr...
...kann man für die allermeisten Praxen empfehlen!!
Die Arztsuche des Privatärztlichen Bundesverband e.V.
Hier finden Patienten in Ihrer Nähe den für sie passenden Privatarzt.
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Die
möglichen
Fachrichtungen
http://www.arztsuche-privataerzte.de.
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Alle weiteren Infos:
Dr. Thomas Ems
dr.thomas.ems@t-online.de
0173-9300893
222
12
13
Wir möchten bereits jetzt auf unsere Jahreshauptversammlung und 1.Fortbildungsveranstaltung
am 29. März 2014 in Frankfurt a. M. hinweisen.
Wie immer erfolgt eine Einladung separat
Liebe Mitglieder,
wir hoffen, Sie haben das neue Jahr 2014 erfolgreich und angenehm begonnen, entspannt darauf wartend was uns die Gesundheitspolitik an Neuerungen bringen wird.
Ihre Vorstandschaft
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