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Leer Leer – na sag', was willst du mehr? Die Leda ist zur Ems

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Leer
Leer – na sag’, was willst du mehr?
Die Leda ist zur Ems geflossen,
Hat sich fröhlich da ergossen.
So ist das ein Handelsplatz,
Wird Ostfriesen bald ein Schatz.
Ja, in Leer da ist was los.
Da trinkt man Büntingtee nicht bloß.
Doch den zu trinken, das ist herrlich,
Das sage jedermann ganz ehrlich.
Der Siedlungsort war schon sehr alt.
Im dritten schon Jahrhundert galt
Er reichen Leuten als Wohnsitz.
Römisch die Kultur und Stütz
Des Handels mit dem Römschen Reich.
Da ward man wohlhabend sogleich.
Das Römerreich, es war vergangen.
Was Neues hat da angefangen.
Wirft Wurften auf an dieser Stelle,
Ist bald bei Franken im Gefälle.
Liudger da missioniert.
Das Christentum wird eingeführt.
Ein Kirchlein wird auch gleich erstellt,
Aus Holz, das man im Wald gefällt.
Nun war es damals je so üblich,
Dass ein Kloster drüber gibt sich
Als des Landes Grundbesitzer
Auch als Wächter und Beschützer,
Der für rechte Messe sorgt
Und rechtlich auch den Priester borgt,
Für’s Gebäude mit eintritt
Und bei allem redet mit.
Da hat man erst das Kloster Werden.
Doch viele Klöster gibt’s auf Erden.
Manchmal macht das auch Beschwerden.
So wechseln auch die Klöster dann.
Fulda zieht sich vieles an.
Münzen prägen – Privileg,
Da wies Leer alsbald den Weg.
Es war erst 11. Jahrhundert,
Dass man sich darüber wundert,
Leer ließ vielfach Münzen prägen.
Das geriet zu seinem Segen.
Will man nach St. Liudger schauen.
Da fing man bald an, neu zu bauen;
Denn die Kirche nur aus Holz
War für Leer nicht grad ein Stolz.
Romanisch ward sie hergerichtet,
Dass sie künstlerisch gesichtet.
War sie nun so schön und frei,
Wurde sie sogar Propstei.
Sie gehört zum Bistum Münster.
Auch später ist das nicht mal finster.
Der Handel leider wird blockiert,
Weil in Emden ungeniert
Das Stapelrecht wird eingeführt.
Dann kam Focke Ukena,
Machte sich zum Häuptling da,
Baute sich die Fockenburg,
Steckte erst mit tom Broks durch,
Machte schnellstens Streit mit diesen,
Hielt sich für das Haupt der Friesen.
Die Friesen aber aufgerührt
Laut der Ruf nach Freiheit führt.
Focke schien erst Freiheitskämpfer.
Dieser Mär gab’s bald nen Dämpfer.
Sieben waren’s der Ostfriesen
Sahen sich bald angewiesen,
Einen Freiheitsbund zu schließen,
Zum Kampf um Freiheit von dem Joch.
Ein Cirksena der hält sie hoch.
So kommen Cirsena ins Spiel,
Haben auch ihr eignes Ziel.
Wie war’s denn so mit Cirksena?
Die sind zwar schon lange da.
Diese Sippe ist gerissen
Mit dem Riecher, dem gewissen.
Macht da einen tollen Fund,
Schließt ganz einfach einen Bund
Mit Hamburg, dieser Hansestadt,
Die daran Interesse hat
Im Kampfe gegen die Seeräuber,
Dass man sich von denen säuber.
Denn Ostfriesland hatte viele,
Für die Räuber voll Gefühle,
Den Seeräubern wohl gesonnen,
Dass sie Unterschlupf gewonnen.
Man lässt sie gerne untertauchen,
Strandgut kann man auch gebrauchen.
Man hält sie auch als Kampfgenossen,
Dass die Feinde abgeschossen.
Beispielhaft Marienhafe,
Dass Störtebeker ruhig schlafe.
Hamburg so den Grundstein legt,
Der Cirksena nach oben trägt.
Hamburg sichert sich auch ab,
Baut sich Burgen nicht so knapp,
In Stickhausen und Leerort
Und befestigt sie auch dort.
Ulrich dann, der spätre Graf,
Weise die Entscheidung traf.
Kauft von Hamburg den Besitz,
Der ihm selber sehr zu nütz,
Ab für 10 000 Mark.
Das macht ihn kräftig und sehr stark.
Sein Zentrum ward die Burg Leerort.
Was regiert, das sitzt nun dort.
Als Edzard zur Regierung kam,
Er Leerort ins Auge nahm.
Er verleiht das Marktrecht da,
Für Flachs besonders man’s versah.
So entwickelt sich da früh
Ein Mittelpunkt der Industrie.
Für Tuchherstellung ist es wichtig.
Edzards Entscheid war goldrichtig.
1508 ist es geschehen
Am Gallustag da sollt’s ergehen.
Drum liebt man diesen Markt in Leer
Als Gallimarkt dann eben sehr.
Der Graf hat manches auszufechten,
Ein Welfe möchte ihn gern ächten.
Er konzentriert jetzt seine Macht,
Nimmt Leer jetzt wieder neu in Acht.
Das Marktrecht wird noch sehr erweitert,
Ein Kreuzmarkt wird noch hergeleitet,
Dazu dann auch noch andre Märkte,
Womit man auch den Handel stärkte,
Für manches, wie auch Vieh und Pferde,
Dass solches auch gekauft da werde.
Im Land erklingt ein neuer Ton.
Es geht umher die Reformation.
In Leer da läuft es ganz wüst zu.
Ein Chaos wird es da im Nu.
Da kam ein Pfaffe Lubbert Cansen.
Der hatte alles falsch verstanden.
Münster hat ihn rausgeschmissen.
Den hat der Teufel wohl gebissen.
Riss aus der Kirche alle Bilder,
Tilgt Inschriften wie ein Wilder.
Was christlich alles aufgebaut,
Er voll Wut zusammen haut.
Kelche, Schalen und Monstranzen
Gold und Silber – das im Ganzen
Wird entfernt und abgeschafft.
Sakramente ohne Kraft
Braucht es gar nicht erst zu geben.
Ein Durcheinander ist es eben.
Wie weiter die Geschichte führt:
Leer wird schließlich reformiert.
Anders als im Grafenhaus
Sieht da das Bekenntnis aus.
Flüchtlinge aus Niederland
Sind bald auch in Leer zur Hand.
Reformierte sind willkommen,
Auch Mennoniten aufgenommen.
Sie kurbeln sehr die Wirtschaft an,
Leinenhandel wird zum Plan
Sie bauen auch den Hafen aus.
Des Grafen Bruder ist’s ein Schmaus.
Es ist der jüngre der Johann,
Der schließt sich Reformierten an.
Auch ist das ganze Bildungswesen
In Leer besonders auserlesen.
Die Reformierten haben’s Nest,
Den eignen Coetus auf das best.
Die Coetusordnung erster Hand,
Die ist jetzt allgemein bekannt.
Sie ist von 1583
Und lateinisch wohl sie macht sich.
Sie lag versteckt in einer Ecke
Zu Emden fast in dem Verstecke
In der Neuen Kirche heimlich.
Doch die Sache war schon peinlich,
Reichlich war sie ramponiert.
Nach Göttingen dann weggeführt,
Wurde sie da restauriert.
Vollständig ist es nicht gelungen.
Wasser war da eingedrungen
Doch Abschriften auch Lob gebührt,
Wenn sie mit Sorgfalt ausgeführt.
Johann hielt das Werk geeignet,
Und er hat es unterzeichnet
14. September 1583
Zu Leerort mit Siegel fachlich.
Das Siegel kann man noch erkennen,
Das Original mit Recht benennen.
Die Ordnung, die da so erstellt,
Man meint, dass sie’s Gebet enthält,
Das auf Laski selber weist,
Den man hoch in Emden preist,
Diesen großen Theologen,
Dessen Werk sehr schwer gewogen.
Was dann Leer noch lang entbehrte,
Später seinen Ruhm vermehrte,
Das war dann der Bünting-Tee.
Johann Bünting war die Fee,
Von ihm kam auch die Idee,
Zu handeln mit dem tollen Tee.
Es begann doch erst ganz keck
So um 1806,
Dass er drangeht wie verhext.
Bald will Leckeres da winken,
Immer muss den Tee man trinken.
Ohne den will gar nichts sprießen,
Immer neu ihn auf zu gießen,
Das erhebt den Mut, die Sinne,
Was auch immer man beginne,
Denn der Tee steckt voll Gewinne.
Drauf muss man ein Liedchen singen:
Ohne Tee kann nichts gelingen.
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Seele and Geist
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