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Tierschutzverein
Olten/Solothurn und
Umgebung
Aspweg 51
Postfach 436
4612 Wangen b. Olten
Tel. 062 207 90 00
Fax 062 207 90 09
Herbst 2014
E-Mail: info@tierdoerfli.ch
Internet: www.tierdoerfli.ch
Leitung: Susanne Klein
24-Stunden-Notfalldienst
alldienst
Tel. 062 207 90 07
Postkonto 46-3350-4 oder
ägend
dorf
Raiffeisenbank Untergäu, 4614 Hägendorf
CH02 8094 7000 0057 9187 5
(Für Zahlungen aus dem Ausland siehe hinten)
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Editorial
Liebe Mitglieder des Tierschutzvereins Olten und Umgebung, liebe Tierfreunde, liebe Gönner und Helfer
Tiere sind empfindungsfähige und fühlende Lebewesen, die ein Recht auf ein würdiges und artgerechtes Dasein haben. Sie
können nicht für sich selbst sprechen und
sind deshalb auf Menschen angewiesen,
die ihnen eine Stimme geben und sich für
ihre Interessen einsetzen. Und genau das
tut der Tierschutzverein Olten und Umgebung seit über drei Jahrzehnten. Jedes
Jahr schenken wir bis zu 1300 in Not geratenen Tieren Hoffnung auf ein besseres Leben, indem wir sie aufnehmen, fürsorglich pflegen, füttern, ihnen eine gute
tierärztliche Versorgung zukommen lassen
und versuchen, wann immer möglich, sie
an liebevolle und verantwortungsbewusste Tierfreunde weiterzuvermitteln.
Die Sommermonate schlugen auch dieses
Jahr wieder unerbittlich zu: Hunde, Katzen
und Kleintiere wurden vor und während
den grossen Ferien vermehrt abgeschoben,
ausgesetzt und zurückgelassen. Abgaben
wegen plötzlicher Allergien, Zeitmangel
und Überforderung häuften sich und wir
mussten uns immer wieder kopfschüttelnd
über das mangelnde Verantwortungsgefühl unserer Mitmenschen wundern. Niemand ist gezwungen, ein Tier zu halten,
aber wenn er es tut, sollte er sich über die
Konsequenzen einer Anschaffung Gedan-
ken machen. Es sollte nicht nur genügend
Zeit für Auslauf, Pflege, Erziehung und Streicheleinheiten, sondern auch das nötige
Budget für Futter, Tierarzt, Steuer, Versicherung usw. vorhanden sein. Und natürlich
müssen auch die persönlichen Lebensumstände stimmen. Was nützt es denn dem
Tier, wenn es nach einem Jahr wieder aus
seiner Familie herausgerissen wird, weil seine Besitzer in eine Wohnung mit Tierhaltungsverbot umziehen, sich trennen oder
Familienzuwachs bekommen?
So verging auch diesen Sommer kaum ein
Tag, an dem kein Neuzugang eintrudelte,
oft waren es sogar ganze Würfe kleiner
Kätzchen, die entweder ausgesetzt worden
waren oder von halbwilden Streunern abstammen. Allein zwischen Mai und August
haben wir im Tierdörfli und unseren externen Pflegestellen über 70 Katzenwelpen
aufgezogen und ein Ende ist noch nicht in
Sicht. Oft erreichten uns die Katzenbabys
krank, unterkühlt, unterernährt und verschnupft, was eine intensive Pflege und Betreuung erforderte. Mit viel Fürsorge, Mühe,
Zeit und Kosten wurden die Findlinge aufgepäppelt, von Parasiten befreit, ihre oft
verklebten Näschen und Augen behandelt
und die Waisen alle paar Stunden mit dem
Fläschchen gefüttert. Alles in allem ein riesengrosser Aufwand, der ohne die aktive
und engagierte Hilfe unserer ehrenamtlich
tätigen Pflegestellen nicht zu bewältigen
wäre.
Der Tierschutzverein Olten und Umgebung
bietet aber nicht nur Fund- und Abgabetieren Asyl, sondern leistet auch unermüdliche Aufklärungsarbeit zu Belangen des
Tierschutzes sowie zur artgerechten Tierhaltung. Zudem sind unsere Tierschutzbeauftragten rund um die Uhr in der Region
unterwegs, um Hinweisen auf schlechte
Tierhaltung nachzugehen, verletzte Heimund Wildtiere zu bergen und freilebende,
verwilderte Katzenkolonien zu betreuen,
für die niemand sonst die Verantwortung
tragen will und deren oft ungesehenes Leid
nur durch konsequente Kastrationsaktionen eingedämmt werden kann.
Obwohl wir tagtäglich Aufgaben wahrnehmen, die eigentlich der öffentlichen Hand
zufallen würden, erhalten wir weder vom
Bund noch vom Kanton eine finanzielle Zuwendung, d. h., sämtliche Kosten für unsere
Tierschutzarbeit sowie für Energie, Futter,
tierärztliche Behandlungen, Medikamente,
Personal, Versicherungen und Instandhaltungsarbeiten müssen wir vollumfänglich
selber tragen.
Deshalb bitten wir Sie, liebe Mitglieder
und Gönner, helfen Sie uns mit einer
Einzelspende oder unterstützen Sie uns
mit regelmässigen Spendenbeiträgen,
indem Sie eine Patenschaft für einen
unserer Langzeitgäste übernehmen. Jeder Franken zählt und wird dringend benötigt, damit wir unsere Arbeit zum Wohle der
Tiere auch in Zukunft zuverlässig und mit
gleichbleibender Qualität gewährleisten
können.
Für Ihr Interesse und Vertrauen in unsere
Arbeit und Ihre treue Unterstützung bedanken wir uns. Wir wünschen Ihnen einen
wunderschönen und bunten Herbst und
viele gute Erlebnisse mit unseren gefiederten und vierbeinigen Mitgeschöpfen, den
Tieren.
Es grüsst Sie herzlich,
Ihre Susanne Klein
und Team
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Tierdörfli-Alltag: Unsere Katzenpflegerinnen erzählen
Arbeitsbeginn ist jeden Tag um 7.45 Uhr,
natürlich auch an allen Sonn- und Feiertagen. Drei Tierpflegerinnen teilen sich die
Bereiche Ferienkatzen, Verzichts- und
Fundkatzen sowie die Krankenzimmer untereinander auf. In den Freiläufen und Quarantänezimmern beherbergen wir durchschnittlich um die 150 Katzen. Überdies
haben wir noch ein Ferienzimmer mit Freilauf zu versorgen.
Als Erstes gehen wir in die Garderobe, duschen und ziehen uns frische Arbeitskleidung, eine Haube/Kopftuch und eine Maske an. Danach holen wir in unserer Lingerie
das benötigte, saubere Material, d. h. Katzenklos, Wäsche, Geschirr und Putzlappen
und stellen Putzwasser, Trinkwasser und
Futter für die Freilaufzimmer bereit. Vor Betreten des Katzenzimmers wechseln wir
die Stiefel und desinfizieren uns die Hände
und ziehen uns frische Handschuhe über.
Unsere erste Aufgabe im Katzenzimmer
besteht immer darin, zu prüfen, ob es allen
Katzen gut geht. Danach beginnen wir mit
der eigentlichen Reinigungsarbeit, d. h., alles was schmutzig ist (Katzentoiletten, Decken, Futternäpfe usw.), wird vor die Türe
gestellt und dann von unserer Reinigungsabteilung abgeholt. Noch saubere Decken
werden ausgeschüttelt und gewendet, das
Zimmer und die Bettchen frisch eingerichtet, Fenster und Wände geputzt, Tablare
abgewischt, Türgriffe gereinigt und Kratzbäume abgebürstet. Während der Putzarbeiten wird selbstverständlich auch immer
wieder mit den Katzen geschmust, die gerade um einen herumstreichen.
Während sich die Katzen draussen im Freilauf befinden, wischen wir die Böden und
nehmen sie nass auf. Je nach Wetter holen
wir die Katzen nach unseren Reinigungsarbeiten wieder ins Haus und geben ihnen
ihr Futter und verabreichen denjenigen
Katzen, die darauf angewiesen sind, ihre
Medikamente. Immer wieder mal sind Tiere für den Tierarzt angemeldet. Diese müssen dann am Morgen oder Nachmittag ins
Tierarztzimmer gebracht oder in die Tierarztpraxis gefahren werden. Beim Füttern
achten wir darauf, dass die Näpfe überall
verteilt sind, damit alle Samtpfoten zum
Fressen kommen.
Bei all diesen Arbeiten ist es wichtig, die
Katzen immer genau zu beobachten, um
evtl. Krankheitsanzeichen rechtzeitig zu er-
kennen und sich intensiv mit den Katzen
abzugeben, d. h., sie mit Streicheleinheiten
zu verwöhnen. Über jedes Tier wird Buch
geführt, d. h., es wird geprüft, ob die Katze
frisst, Kot und Urin absetzt und wie sie sich
verhält.
Nach der Mittagspause beginnen täglich
ab 13.30 Uhr die Vermittlungsgespräche
mit Interessenten. Hierbei ist es wichtig,
auf die Wünsche der Menschen, aber auch
auf die Bedürfnisse der Katzen einzugehen.
Ist die richtige Katze gefunden, wird sie vor
der Herausgabe bei der nächsten Tierarztvisite nochmals für einen Austrittscheck
untersucht. Bereits vermittelte Miezen werden von ihren neuen Besitzern abgeholt.
Hierzu werden die Schutzverträge erstellt,
Spendenquittungen geschrieben und
Impfpässe überreicht. Wir Tierpflegerinnen
stehen den neuen Tierhaltern selbstverständlich auch nach der Vermittlung mit
Rat und Tat zur Seite.
Ab 16.00 Uhr geht es zur abendlichen Abschlussrunde. Alle Katzen werden nochmals
gefüttert und nach Bedarf mit Medikamenten versorgt, auch die Katzentoiletten werden ein letztes Mal gereinigt. Jetzt haben
wir auch noch einmal Zeit, uns mit den Katzen zu beschäftigen, die sich verstecken,
weil sie noch ängstlich sind. Um 18.15 Uhr
endet der offizielle Dienst im Tierdörfli.
So sieht ein normaler Arbeitstag in unseren
Katzenzimmern aus. Natürlich werden alle
Arbeitsabläufe immer wieder durch Anrufe
und Klingeln an der Eingangstür unterbrochen. Alles in allem herrscht täglich reges
Treiben in unserer Katzenabteilung.
Ein Tag in der Katzenquarantäne
Auch die Samtpfoten in unseren Quarantäne- und Krankenzimmern müssen gewissenhaft versorgt werden. Um die Verbreitung von Krankheiten zu verhindern, gelten
strikte Hygienevorschriften. Dazu gehören
wie auch in den regulären Katzenzimmern
der Wechsel der Arbeitskleidung, das Tragen von Handschuhen, einer Haube und
einer Schutzmaske sowie das Wechseln der
Schuhe und das Desinfizieren der Hände
beim Betreten und Verlassen der einzelnen
Räume.
Jede Katze, die als Neuzugang, d. h. als Abgabe- oder Fundtier ins Tierheim kommt,
muss zuerst in die Quarantänestation. Es
wird ein gründlicher Eintrittsuntersuch
durchgeführt, während dem das Tier auf
Parasiten wie Zecken, Flöhe oder Ohrmilben kontrolliert und ggf. behandelt wird.
Während der Quarantänezeit (in der Regel
30 Tage) wird sichergestellt, dass alle Katzen entwurmt, entfloht, auf Leukose getestet, geimpft und gechipt sind. Da es ein
grosses Anliegen des Tierschutzvereins ist,
so viele Katzen wie möglich zu kastrieren,
um unnötiges Katzenelend durch Überpopulation zu vermeiden, werden alle Katzen
vor ihrer Vermittlung in ein neues Zuhause
kastriert. Bei den regelmässigen Visiten un-
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serer Tierärztin ist immer eine von uns Katzenpflegerinnen dabei und informiert den
Tierarzt über Neuzugänge und anstehende Impfungen bzw. Kastrationen. Während
der Behandlung halten wir die Katzen und
erhalten Anweisungen für die weitere medizinische Versorgung. Alle Behandlungen
werden auf einem Behandlungsblatt und
im Computer eingetragen.
Während der Tierhalter bei der Abgabe
seiner Katze eine Verzichtserklärung ausfüllen muss, erstellen wir für Findlinge, die
im Tierdörfli oft rund um die Uhr abgegeben werden, zunächst einen ausführlichen
Aufnahmebericht. Dabei werden die Personalien des Finders, der Fundort, der Zustand des Tieres sowie mögliche Auffälligkeiten festgehalten. Anschliessend prüfen
wir mit einem Ablesegerät, ob das Tier einen Mikrochip hat. Falls ja, können wir
über die Identifikationsnummer den Eigentümer der Katze ausfindig machen
und benachrichtigen. Verfügt ein Findling
über keinen Mikrochip, schalten wir eine
Fundmeldung bei der kantonalen Meldestelle, der Schweizerischen Tiermeldezentrale www.stmz.ch, auf. Fundtiere müssen
mindestens zwei Monate bei uns im
Tierdörfli bleiben, bevor sie weiterplatziert
werden dürfen, da sich der bisherige Besitzer noch melden kann.
In den Quarantänestationen wird täglich
jede Katzenbox gründlich ausgewaschen,
die Katze auf ihren Gesundheitszustand
kontrolliert, Medikamente nach Anweisungen der Tierärzte verabreicht und Futter aufgefüllt. Auch hier führen wir selbstverständlich über jedes Tier Buch. Nach
der Säuberung jeder Boxe desinfizieren
wir unsere Hände und wechseln die Handschuhe. Katzenwäsche und Geschirr werden im Zimmer sortiert und ausgeschüttelt, danach in separat markierten Säcken
für die Reinigungsabteilung bereitgestellt.
Nach der Beendigung unserer Arbeit ziehen wir uns vor dem Zimmer um und geben alle Arbeitskleider ebenfalls in einen
Unsere Katzenpflegerinnen (hier abgebildet Tanja Bielser mit Gino) geben Tag für Tag ihr Bestes,
damit es den uns anvertrauten Schützlingen gut geht und es ihnen bis zur Vermittlung in ein
schönes, neues Zuhause an nichts fehlt.
speziell gekennzeichneten Sack, der dann
von unserer Reinigungsabteilung abgeholt wird.
Wird die Katze von unserer Tierärztin
als gesund, 2x geimpft, parasitenfrei und
kastriert befunden, wird sie zur Vermittlung freigegeben und zieht in eines unserer Katzenhaus-Zimmer, wo sie sich zusammen mit anderen Artgenossen frei
bewegen kann und auch Zugang zu einem Auslauf nach draussen hat. Nach Verlassen der Quarantänestation wird die
Boxe der Katze gründlich gereinigt und
danach desinfiziert.
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Schnurrende Heilkünstler
Es ist allgemein bekannt, dass Katzen
schnurren, wenn sie sich wohlfühlen. Aber
haben Sie gewusst, dass das Schnurren der
Katzen mehr als nur Ausdruck von Zufriedenheit ist? Der Brummton wird nämlich
auch in Stresssituationen angewandt, d. h.,
wenn Miezen unsicher, ängstlich, aufgeregt oder krank sind, helfen ihnen die Vibrationen, sich zu beruhigen. Einige Mediziner sind sogar überzeugt, dass das
Schnurren eine heilende Wirkung hat, und
setzen Katzen oder die entsprechende
rhythmische Frequenz vermehrt zur begleitenden Behandlung von Menschen
ein.
Starke Knochen
Da Katzen auch schnurren, wenn sie gebären, krank oder verletzt sind, wurde in Studien untersucht, ob die Vibrationen möglicherweise auch einen gesundheitlichen
Aspekt haben. Die Fähigkeit von Katzen,
selbst schwere Verletzungen zu überleben,
ist lange bekannt. Knochenbrüche heilen
bei Katzen schneller ab als bei anderen Tieren und bei Menschen. Nordamerikanische
Wissenschaftler kamen zum Schluss, dass
sich die Vibration des Schnurrens auf den
gesamten Körper der Katze und die nähere
Umgebung überträgt. So regt das Schnurren zunächst die Muskulatur an, was hilft
zu entspannen und Schmerzen zu lindern.
Die durch Schwingungen in Bewegung
gesetzte Muskulatur wirkt dabei so auf die
Knochen ein, dass diese gestärkt und zum
Wachstum animiert werden. Schnurren
unterstützt somit die Selbstheilungsprozesse des Körpers, und zwar nicht nur für
die Stubentiger selbst, sondern auch für
Menschen.
Glückshormone, Blutdrucksenker
und starke Knochen
Die Frequenz des Schnurrens beim Einatmen liegt etwa bei 22 bis 28 Hertz, beim
Ausatmen sind es etwa 27 bis 40 Hertz.
Letztere Frequenz hat auf den Menschen
eine beruhigende Wirkung und kann dazu
beitragen, den Blutdruck zu senken. Zugleich wird vom Gehirn verstärkt Serotonin
ausgeschüttet. Das Glückshormon gleicht
den Gemütszustand aus und steuert den
Schlafrhythmus. Das Schnurren der Katze
hilft demnach Menschen mit Bluthochdruck und Depressionen und fördert einen
erholsamen Schlaf.
Ob Katzenschnurren auch aufs menschliche Skelett eine positive Wirkung hat, ha-
ben Mediziner aus Graz an ihren Patienten
untersucht. Mit ihrem selbst entwickelten
Therapiegerät, welches das Schnurren einer Katze simuliert, gelang es ihnen nachzuweisen, dass der Körperschall des Katzenschnurrens Menschen helfen kann,
schneller gesund zu werden. Mit der
Schnurrtherapie erzielten die Forscher
aber nicht nur Erfolge bei Patienten, die an
Schlafstörungen und Bluthochdruck leiden, sondern auch bei Patienten mit Osteoporose, Rücken-, Gelenks- und Kreuzschmerzen. Zudem lassen sich mit der
neuen Schnurrmethode laut den Wissenschaftlern auch diverse Atemwegserkrankungen, wie Asthma, bedeutend lindern.
Sollte sich Ihre Katze also gerade schnurrend auf Ihrem Schoss aalen, dann schätzen sie sich glücklich – es ist für beide gesund!
Lassen Sie Ihre Katze nicht zu früh nach draussen!
Katzen, denen zu früh Freilauf gewährt
wird, leben gefährlich. Immer wieder hören wir von wohlmeinenden Menschen,
die eine neue Katze bei sich aufnehmen,
sie bereits kurz nach ihrem Einzug nach
draussen lassen und dann überrascht sind,
wenn sie nicht mehr heimkehren.
Aber wann darf die Mieze ins Freie?
Auch wenn das neue Heim verkehrsarm
und im Grünen gelegen ist, muss das neue
Familienmitglied unbedingt eine Eingewöhnungsphase absolvieren, bevor es erste Streifzüge durchs Quartier unternehmen darf. Wer eine erwachsene Katze
übernimmt, sollte sie mindestens 8 Wochen im Haus behalten. Diese Zeit braucht
sie, um sich einzugewöhnen und einen
Bezug zu ihrem neuen Zuhause aufzubauen. Lässt man sie früher ins Freie, läuft sie
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möglicherweise weg oder versucht ihr altes Zuhause wieder zu finden. Das ist übrigens auch der Grund, warum selbst alteingesessene Familienkatzen bei einem
Umzug vorübergehend drinnen bleiben
müssen. Auch wenn ihr freiheitsliebender
Tiger heftig gegen seinen Stubenarrest
protestiert, gilt es als Mensch, die Nerven
zu behalten und nicht zu früh dem Drängen der Katze nachzugeben. Als Faustregel
gilt: Eine sehr anhängliche, menschenbezogene Katze mit enger Bindung an ihre
Familie kann früher nach draussen als ein
scheuer Einzelgänger.
Katzenkinder gehören nicht nach
draussen!
Leider gelangen immer wieder Katzenwelpen in unsere Obhut, weil sie ihre Besitzer
zu früh nach draussen lassen. Katzenbabys
sind wie kleine Kinder; sie sind keinesfalls
schon reif für die Freiheit, denn sie haben
weder die Reaktionsfähigkeit, noch den
Sinn zur Einschätzung von Gefahren wie
erwachsene Tiere. Ihr Orientierungssinn ist
noch nicht voll entwickelt, so dass junge
Katzen sich oft verlaufen und den Heimweg nicht mehr finden. Zudem fehlt meist
noch die Kastration, was immer wieder zu
unerwünschten Teenagerschwangerschaften führt.
Junge Katzen sollten daher vorsichtig und
schrittweise auf die Aussenwelt vorbereitet
werden, d. h., sie dürfen erst einige Wochen nach der Kastration, die mit ca. sechs
Monaten vorgenommen werden kann,
und durchgeimpft an den Freigang gewöhnt werden. Bei den ersten Schritten
nach draussen sollten sie zudem immer in
der Nähe ihrer Mieze bleiben.
Leptospirose – in stillen Wassern lauern
lebensbedrohliche Erreger
Die Leptospirose ist eine schwere, durch
Bakterien hervorgerufene Infektionskrankheit bei Mensch und Tier, die jedes Jahr
weltweit für zig Millionen Erkrankungen
mit oft tödlichem Ausgang verantwortlich
ist. Bei uns ist die Krankheit vor allem bei
Hunden auf dem Vormarsch.
Wie kann sich mein Hund anstecken?
Es gibt verschiedene Arten von Leptospiren, doch alle dringen über Wunden und
Schleimhäute in die Blutbahn ein, vermehren sich dort, zerstören die roten Blutkörperchen und befallen dann verschiedene
innere Organe im Körper des Hundes, vor
allem die Nieren und die Leber, aber auch
der Verdauungstrakt und die Lungen können in Mitleidenschaft gezogen werden.
Generell gedeihen Leptospiren in einer
feuchtwarmen Umgebung am besten. Stehende Gewässer, Tümpel, Pfützen und
Sümpfe bieten den gefährlichen Erregern
optimale Bedingungen zur Entwicklung
und Vermehrung. Träger der Leptospiren
sind Rinder sowie Nagetiere wie Mäuse
und Ratten. Über deren Urin kommen die
Bakterien in stehende Gewässer, wo sie
sich bei warmen Temperaturen von Frühling bis Herbst verbreiten und wochenlang
am Leben bleiben können. Nur durch Ein-
trocknen sterben sie rasch ab. Das Trinken
aus solchen Gewässern ist folglich bei Hunden die häufigste Ansteckungsquelle. Die
Zeit zwischen der Ansteckung und Auftreten der Symptome (Inkubationszeit) dauert zwischen 8 und 14 Tage.
Ein frühes Erkennen der Krankheit
ist wichtig
Die ersten Symptome einer Ansteckung
fallen unterschiedlich aus und zeigen sich
beim Hund unter anderem mit Fieber, Mattigkeit, Futterverweigerung, Erbrechen,
Durchfall und Bauchschmerzen. Das Fortschreiten der Erkrankung führt zu akutem,
lebensbedrohlichem Nierenversagen. Bei
einem schweren Verlauf kommt es gar zu
Lungenblutungen. Ohne rechtzeitige Diagnose und Behandlung kann die Infektion
bereits innert zwei bis drei Tagen zum Tod
führen.
Vorsichtshalber sollte deshalb jeder Hund,
der zwischen April und November mudert,
als Leptospirose-verdächtig betrachtet
werden. Lieber falscher Alarm als eine zu
weit fortgeschrittene Erkrankung, denn bei
Leptospirose gilt es wirklich keine Zeit zu
verlieren, um die Überlebenschancen Ihres
Vierbeiners zu vergrössern.
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Welche Behandlungsmöglichkeiten
bieten sich an?
Um den Krankheitsverlauf bereits im Frühstadium einzudämmen, bilden intravenöse
Infusionen, Antibiotika und unterstützende Medikamente bei Erbrechen und
Durchfall die Basis der Behandlung.
Leider können bei einem sehr starken bakteriellen Befall auch die Blutgefässe angegriffen und beschädigt werden. Gelbsucht,
Nierenversagen und innere Blutungen sind
die Folge. In diesem Stadium ist es möglich, dass der Patient stationär in einer Tierklinik behandelt werden muss, unter Umständen sind auch Bluttransfusionen oder
sogar eine Dialyse notwendig.
Auch Menschen sollten sich in Acht
nehmen
Leptospirose kann auch auf den Menschen
übertragen werden. Das Bundesamt für Veterinärwesen beobachtet in Europa eine
Zunahme der Erkrankungen. Gefährdet
sind vor allem Personen, die in engem Kontakt mit angesteckten Tieren oder verseuchtem Wasser stehen (z. B. Metzger,
Landwirte, Tierärzte, Kanalarbeiter usw.).
Eine Infektion geschieht durch kleine Hautverletzungen oder seltener via Atemwege.
Die mildere Form der Leptospirose ist für
Menschen nicht tödlich, Anzeichen sind
grippeähnliche Symptome wie Fieber,
Kopf- und Muskelschmerzen, Erbrechen
oder Husten. Gelbsucht, Nierenbefall und
Blutungen werden beim Menschen seltener beobachtet.
Impfen ist die beste Schutzmassnahme
Die beste Prophylaxe stellt die jährliche Impfung gegen Leptospirose dar. Die Impfung
schützt vor sechs verschiedenen krankheitserregenden Stämmen, die Hunde in der
Schweiz krank machen. Im ersten Jahr findet
eine Grundimmunisierung statt, das bedeutet, dass die Impfung nach drei bis vier Wochen wiederholt werden muss. Danach ist
eine jährliche Auffrischungsimpfung nötig.
Eine regelmässige Impfprophylaxe schützt
nicht nur das Tier, sondern auch den Menschen vor den heimtückischen Erregern!
Zudem raten wir allen Hundebesitzern, ihre
Hunde nicht aus Pfützen oder stehenden
Gewässern trinken zu lassen. Um Ihrem Vierbeiner genug Flüssigkeit zu bieten, empfiehlt es sich eine Flasche Wasser einzupacken oder beim Spaziergang beim
nächstgelegenen See oder Fluss haltzumachen. Fliessende Gewässer sowie grosse
Seen mit Zu- und Ablauf sind kaum gefährdet und Ihr Hund kann bedenkenlos daraus
seinen Durst stillen.
Weitere Informationen zur Lepto–
spirose erteilt Ihnen gerne Ihr
Tierarzt.
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Kätzchen aus Schacht gerettet
Nachdem aus einem Schacht in einem Gebäude beim Bally-Park ein klägliches Wimmern zu hören war, rückte unsere Tierschutzbeauftragte sofort aus, um der
Sache nachzugehen. Sie fand drei etwa
7 Wochen alte Kätzchen, die im Schacht
gefangen waren und sich nicht aus eigener Kraft befreien konnten. Mit ein paar be-
hutsamen Handgriffen gelang es ihr, die
Kätzchen zu retten und zu uns ins Tierdörfli
zu bringen. Wie die süssen Kitten in den
Schacht gelangt sind, ist unklar; entweder
hat man sie dort unten ausgesetzt oder sie
sind alle drei runtergefallen. Die Mutter der
Kleinen war nicht auffindbar.
Bauernhofauflösung
Mitte August erhielten wir eine Meldung
über eine bevorstehende Auflösung eines
Bauernhofs. Das Ehepaar, das den Hof bisher hobbymässig betrieben hatte, musste
altershalber ins Seniorenheim und suchte
eine Lösung für seine 12 Katzen. Für die
halbwilden Katzen, die ohne menschliche
Zuwendung auf dem Gelände aufgewachsen sind, war eine Aufnahme im Tierdörfli
und spätere Weitervermittlung von vorneherein ausgeschlossen. Stattdessen fand
unsere Tierschutzbeamte Marion Tütüncü
tierfreundliche Anwohner, die sich bereit
erklärten, einen Futterplatz für die Katzen
einzurichten, zu dem sie nach ihrer Kastration zurückkehren konnten. Die Katzenbabys haben wir auf einer externen Pflegestelle untergebracht, wo sie liebevoll
aufgezogen und betreut werden, damit sie
die Scheu vor Menschen verlieren und in
ihrer Sozialisierungsphase alles Wichtige
über den Alltag mit den Menschen lernen.
Blacky
Blacky schaute verängstigt und mit Panik
in den Augen aus dem Katzenkorb, als er
bei uns ankam. Der schwarze Kater war in
der Küche eines Pflegeheims zugelaufen
und irrte tagelang durchs Gelände. Eine
Mitarbeiterin des Pflegeheims fragte in der
Nachbarschaft herum, wem der Kater gehören könnte, doch Fehlanzeige: Niemand
vermisste den scheuen Blacky. Als es der
Finderin schliesslich gelang, ihn in den Katzenkorb zu locken, brachte sie ihn zu uns
ins Tierdörfli. Hier zeigt sich Blacky nach
wie vor extrem zurückhaltend und lässt
sich noch nicht anfassen, aber wir sind zuversichtlich, dass er mit der Zeit das Vertrauen in die Menschen zurückgewinnen
kann.
Brieftaube auf grosser Reise
Anfang Juni entdeckte eine Tierfreundin
eine verletzte Brieftaube in der Nähe der
Zambonati AG an der Dünnern. Die Taube
war von einem Greifvogel, wahrscheinlich
einem Habicht, angegriffen worden. Eine
grosse, tiefe Wunde, die den Blick auf den
Knochen freigab, klaffte auf ihrem Rücken.
Kein Wunder wirkte das arme Tier völlig erschöpft und geschwächt. Wir brachten die
Taube umgehend zu unserer Tierärztin. Sie
nähte den Riss und ordnete eine mehrtägige Antibiotika-Kur an.
Glücklicherweise tragen Brief- und Zuchttauben einen Fussring mit einer Nummer,
aufgrund derer wir rasch feststellen konnten, dass das Tier in Augsburg beheimatet
ist. Wir benachrichtigten die Besitzer über
den Verbleib und Gesundheitszustand ihrer Taube und vereinbarten, die Taube nach
ihrer Genesung dem Taubenwart der Stadt
Olten, Herrn Graziano, zu übergeben, der
sich bereit erklärt hatte, die Rückführung
zu den Besitzern nach Deutschland zu organisieren.
In den darauffolgenden 4 Wochen sorgten
unsere Tierpflegerinnen dafür, dass die
Taube wieder zu Kräften kam, und als unsere Tierärztin die Taube Ende Juni als reisetauglich befand, konnte sie endlich ihren
Heimweg nach Augsburg antreten.
9
Eingesperrt!
Ihre Neugierde wurde einer streunenden
Katze Anfang August zum Verhängnis. Offensichtlich vom Besitzer unbemerkt, war
das Tier in einen Schuppen geschlichen,
der nach dem Eindringen der Samtpfote
längere Zeit verschlossen war. Erst als Anwohner ein lautes Katzengejammer hörten, öffneten sie die Tür zum Schopf und
entdeckten die völlig abgemagerte Katze.
Hätte man sie nicht rechtzeitig gefunden,
wäre die schöne Casimira sicherlich elendiglich verhungert.
Unerwünschter Nachwuchs
Leider erreicht uns auch immer wieder unerwünschter Nachwuchs von Katzenhaltern, die sich zu wenig Gedanken über
mögliche Folgen machen und es versäumen, ihre Katzen kastrieren zu lassen. So
wurden z. B. Eleonora und ihre fünf Kitten
im Juni abgegeben, weil sich ihre Besitzer
mit den vielen Katzenkindern überfordert
fühlten. Wir brachten die Katzenfamilie auf
einer externen Pflegestelle unter und liessen die Katzenmama nach der Vermittlung
ihrer Kitten kastrieren.
Eloise ist 5-fache Mutter geworden
Die zutrauliche Eloise kam als hoch tragender Findling über die Tierklinik Aarau West
zu uns ins Tierdörfli. Die Kätzin litt während
ihrer Trächtigkeit an Blutungen und bedurfte besonderer Aufmerksamkeit. Nach
langem Bangen und Warten war es dann
aber endlich so weit: Eloise erfreute uns am
22. August mit fünf gesunden, zuckersüssen Katzenwelpen.
Für zwei verwaiste Katzenkinder gibt es ein Happy End: Samtpfote Djibi nimmt sich ihrer an
Wie jedes Jahr hat auch dieses Jahr im Mai
die Babykatzenzeit begonnen. Für uns im
Tierdörfli bedeutete das: täglich neue
Fundkätzchen und fast täglich neue Not-
fellchen. Eine Mutterkatze (Djibi) wurde im
Juli mit ihren Kitten in einem Garten entdeckt und zu uns gebracht – kurz darauf
fand man eine Schachtel mit zwei ausgesetzten, neugeborenen Katzenbabys im
Wald bei Glashütten. Verwaist, geschwächt
und in etwa dem gleichen Alter wie Djibis
Kinder, hofften wir in Djibi evtl. eine Amme
für die zwei Kätzchen zu finden. Djibi war
zwar anfangs etwas irritiert vom fremden
Geruch, aber nachdem wir ihr die Popos
der zwei schwarzen Fellknäuel unter die
Nase gelegt hatten, war die Welt für die
hübsche Katzenmama in Ordnung und wir
waren alle echt gerührt, wie schnell sie die
Kleinen angenommen hat.
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Robinson Crusoe
An einem Sommertag Ende Juli wurde in
einer abgelegenen Kiesgrube ein ausgesetzter Hahn aufgegriffen. Dies glücklicherweise durch einen verantwortungsbewussten Tierschützer und nicht durch den
Fuchs. Der stolze Hahn – wir haben ihn
Robinson Crusoe getauft – lebt nun bei
uns im Tierdörfli, würde sich aber über ein
neues Zuhause inmitten einer munteren
Hühnerschar freuen.
Bis aufs Skelett abgemagert
Unüberlegte Anschaffungen von Haustieren und überforderte Tierhalter sind der
Grund, dass immer mehr Vierbeiner bei uns
im Tierdörfli landen. So zum Beispiel auch
die beiden Border-Collie-Mischlinge Luna
und Diva. Die herzigen Geschwister haben
in ihrem kurzen Leben leider noch nicht allzu viel Glück gehabt. Ihre frühere Halterin
war gesundheitlich und arbeitsmässig völlig überfordert mit ihrer Pflege und hielt die
armen, bis auf die Knochen abgemagerten
Wesen den ganzen Tag angebunden. Zum
Glück erfuhren wir von der Situation und
konnten schnell helfen. Unsere Tierschutzbeamte Marion Tütüncü besuchte die Frau
und erklärte ihr, dass ihre Hundehaltung
nicht den gesetzlichen Anforderungen entspräche, und bot ihr an, die Hunde ins
Tierdörfli zu nehmen und für sie ein neues,
gutes Zuhause zu suchen. Die Frau zeigte
sich einsichtig und war sehr erleichtert über
unser Angebot.
Bei uns im Tierdörfli angekommen, wurden
die beiden Hundedamen intensiv mit meh-
Nylonfaden wurde Mauersegler zum Verhängnis
Mitte Juli rückte unser Tierschutzbeamter
Bruno Herzog aus, um einem Mauersegler,
der sich mit seinem Fuss in einem Nylonfaden verfangen hatte und verzweifelt zappelnd von einer Dachrinne baumelte, zu
retten. Da unser Aussendienstmitarbeiter
es nicht schaffte, den hoch unter dem
Dach eingeklemmten Vogelkörper aus seiner exponierten Lage zu befreien, bat er
die Feuerwehr um Hilfe. Über eine lange
Ausziehleiter kletterten die Feuerwehrmänner bis unter den Dachvorsprung und
brachten den verunglückten Mauersegler
zurück auf den Boden. Leider waren die
Verletzungen des Mauerseglers schwerwiegend (der Nylonfaden hatte bereits tiefe, fatale Schnittwunden verursacht), so
dass ihn der Tierarzt nur noch erlösen
konnte.
reren Mahlzeiten pro Tag aufgepäppelt. Unsere Tierpflegerinnen und Hundetrainerinnen widmeten sich auch ihrer Erziehung.
Hier bestand enormer Nachholbedarf, denn
es war deutlich zu erkennen, dass ihnen die
Sozialisierungsphase als Junghunde vorenthalten worden war. Durch fleissigen Einsatz
haben sie bereits viele Fortschritte gemacht.
Sie sind äusserst gelehrig wie alle Hunde ihrer Rasse, müssen aber noch sehr viel lernen
und kennen lernen.
11
Pumpwerkkätzchen
Im August erhielten wir einen Anruf von
besorgten Tierfreunden aus Neuendorf. Sie
hatten im abgelegenen Wäldchen beim
Pumpwerkhäuschen mehrere kranke Kätzchen gesichtet, die dort herzlos ausgesetzt
worden waren. Unsere Tierschutzbeauftragte Marion Tütüncü machte sich sofort
auf den Weg, um nach den Kleinen zu suchen. Insgesamt fand sie 8 Kätzchen, die
sich alle in einem erbärmlichen Zustand
befanden. Die 7 bis 8 Wochen alten Kitten
litten an akutem Durchfall (Giardien) und
entzündeten Augen und mussten umgehend medizinisch versorgt werden. Glücklicherweise hat sich ihr Zustand in der Zwischenzeit stabilisiert und wir hoffen, dass
wir sie bald vom Tierarzt auf eine unserer
Pflegestellen umsiedeln können.
Verletzte Drossel
Eine heutzutage typische Verletzungsart
für Vögel ist der Aufprall auf eine entweder
spiegelnde oder durchsichtige Scheibe
oder gegen ein Auto oder einen Zug.
Ebenso wie kleine Kinder sind nämlich
auch unsere gefiederten Freunde nicht in
der Lage, die Geschwindigkeit eines frontal
auf sie zu fahrenden Fahrzeugs einzuschätzen. Die Konsequenzen einer Kollision sind
unterschiedlich: Während ein Frontalzusammenstoss mit hoher Flug- bzw. Fahrgeschwindigkeit meistens den sofortigen Tod
bedeutet, müssen Zusammenstösse bei
geringerer Geschwindigkeit nicht zwin-
Wachteln aus Schulprojekt
Mitte Juni erhielten wir vier Wachteln, die
von einer 7. Klasse aus Aarau anlässlich eines
Schulprojekts mit Brutmaschine ausgebrütet worden waren. Die Küken waren nach
Beendigung des Brutprojekts einem Schüler
verschenkt worden. Da die Familie des Schülers den flegelhaften Teenager-Wachteln in
ihrem Wohnzimmer keine artgerechte Haltung zu bieten vermochte, bat sie uns um
Hilfe und wir erklärten uns bereit, die Küken
in unsere Obhut zu nehmen.
Sicher ist es für Kinder wunderbar zu sehen,
wie ein Leben entsteht, aber in einer Schule
oder einem Kindergarten Wachteln auszubrüten, ohne sich im Vorfeld darüber Gedanken zu machen, was aus den Küken nach
Beendigung des Schulprojekts wird, finden
wir verantwortungslos. Wie sollen Kinder
den pflichtbewussten Umgang mit Tieren
lernen, wenn in der Schule ohne an die Konsequenzen zu denken Leben produziert
wird?
gend fatal enden. So war es auch bei einer
verunfallten Drossel, die von unserer Tierschutzbeauftragten Anfang Juli am Strassenrand aufgegriffen wurde. Sie nahm den
Vogel in ihre Obhut und brachte ihn zu uns
ins Tierdörfli. Da weder Flügel noch Beine
gebrochen waren, hiess es für uns abwarten und hoffen, dass sich der Zustand des
Vogels von alleine wieder bessert. Und die
schöne Drossel hatte Glück: Sie erholte sich
bereits innerhalb weniger Stunden vom
Aufprall und wir konnten sie nach einem
halben Tag Ruhe wieder ziehen lassen.
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Forrest: einsam und verlassen
Ende August entdeckte ein Pilzsucher im Wald von Riken/Murgenthal ein junges, halb verhungertes Kätzchen, das in einer
Baumhöhle Schutz gesucht hatte. Als das Kätzchen den Mann erblickte, lief es ihm ohne zu zögern nach und weil er das arme,
wahrscheinlich ausgesetzte Geschöpf unmöglich hilflos und allein
im Gehölz zurücklassen konnte, brachte er es kurzerhand zu uns
ins Tierdörfli. Bei uns angekommen, stürzte sich der putzige Katzenbub sofort gierig aufs Fressen; er hatte wahrscheinlich schone
lange keine richtige Mahlzeit mehr geniessen können. Wir haben
den kleinen Kater «Forrest» getauft. Sollte sich innerhalb der
nächsten zwei Monate kein Besitzer melden, werden wir versuchen, für das zutrauliche Kerlchen ein schönes, neues Zuhause zu
finden.
Und noch mehr ausgesetzte Kätzchen
Im Juni entdeckten Tierfreunde in einem Garten zwei kleine
Fellknäuel. Bei näherem Hinsehen bemerkten sie, dass es winzige
Katzenbabys waren, die offensichtlich ohne ihre Mutter ausgesetzt
worden waren. Die Tierfreunde verständigten unsere Tierschutzbeauftragte, welche alle Hebel in Bewegung setzte, um für die zwei
hilflosen Babys eine Amme zu finden. Bei den Katzenhaus-Freunden wurden sie fündig. Die hübsche, rote Kätzin nahm die beiden
schwarzen Winzlinge ohne Vorbehalte unter ihre Fittiche.
„Mein T ier“
Der T ier-Ratgeber auf Radio Inside in
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Radio Inside – Ein Unternehmen der Zofinger Tagblatt AG
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In eigener Sache
Ein Hinweis zu unserem TierdörfliMagazin
Falls Sie unser Tierdörfli-Magazin nicht
mehr beziehen möchten, das Magazin
doppelt erhalten oder unser Magazin lieber online lesen, geben Sie uns bitte Bescheid (info@tierdoerfli.ch). Wir stoppen
dann den Versand des Magazins und informieren Sie künftig via E-Mail. Sie helfen uns
damit, Porto zu sparen und die Umwelt zu
schützen.
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Tierdörfli erfahren Sie im monatlich erscheinenden Newsletter des Tierdörflis Olten. Sie können den Newsletter per E-Mail
bestellen: fundraising@tierdoerfli.ch. Wir
freuen uns über jeden neuen Abonnenten.
Verdankungen
Jede Spende zählt. Herzlichen Dank für
Ihre Solidarität und Unterstützung! Falls Sie
auf eine schriftliche Verdankung Ihrer
Spende verzichten möchten oder erst ein
Dankschreiben ab einem gewissen Betrag
wünschen, dann teilen Sie uns dies doch
bitte mit.
Sach- und Kleiderspenden
Es muss nicht immer Geld sein. Auch Sachspenden helfen uns sehr bei unserer Tierschutzarbeit. U. a. freuen wir uns immer
wieder über folgende Spenden:
• Tierfutter (Trocken- und Nassfutter für
Hunde und Katzen, Kleintierfutter, Leckerli usw.)
• Wäsche, Bettlaken, Kleidung, Textilien
wie Woll- und Steppdecken, Hand- und
Badetücher
• Transportkörbe und Hundeboxen
Gerne nehmen wir auch Ihre Kleiderspende entgegen. Bei uns im Tierdörfli stehen
zwei Altkleidercontainer, wo sie Ihre Kleider und Schuhe bequem entsorgen können. Wir erhalten daraus eine finanzielle
Unterstützung.
Ehrenamtliche Fahrer gesucht!
Wir suchen dringend tierliebe, mobile und
zeitlich flexible Menschen, die mit ihrem
Pkw bereit wären spontan Fahrten für uns zu
übernehmen. Pflegestellen müssen mit Medikamenten, Futter und Streu beliefert werden, Schützlinge zum Tierarzt oder in die
Tierklinik gefahren und/oder abgeholt werden. Nennen Sie uns einfach einen Wochentag oder die Uhrzeit, zu welcher Sie bereit
wären, uns zu unterstützen. Selbst wenn Sie
nur 1–2 Mal im Monat eine Fahrt machen
könnten, würde dies uns sehr helfen!
Freiwillige Handwerker und Gärtner
Sind Sie handwerklich geschickt oder haben Sie einen grünen Daumen? Verfügen
Sie über freie Zeit, die Sie gerne sinnvoll und
gemeinnützig einsetzen möchten? Dann
können wir Ihnen im Tierdörfli ein grosses
Betätigungsfeld bieten. Fast immer ist bei
uns irgendwo etwas zu reparieren und zu
handwerken. Zudem brauchen unsere Aussenanlagen mit Wiesen, Sträuchern, Bäumen und Blumen viel Pflege. Melden Sie
sich bitte bei uns. Wir freuen uns auf Sie!
Besuchen Sie unsere Website
Auf www.tierdoerfli.ch finden Sie viele
nützliche Informationen über Tierhaltung,
unsere Dienstleistungen und vieles mehr.
Selbstverständlich können Sie sich auch
über unsere Tiere im Tierdörfli erkundigen
und sich als neuer Halter bewerben.
Unser Internetportal ermöglicht zudem sicheres Online-Spenden, d. h., unsere Gönner haben die Möglichkeit über unsere
Webseite per Kreditkarte oder Rechnung
eine Spende zu tätigen, eine Patenschaft
zu übernehmen und Mitglied beim Tierschutzverein Olten und Umgebung zu
werden. Die Datensicherheit wird über die
Verschlüsselungstechnologie SSL sichergestellt.
Spendenkässeli
Vielleicht kennen Sie einen guten Platz für
ein Spendenkässeli? Es gibt viele Möglich-
keiten, den Tieren auf diese Art und Weise
zu helfen. Tierfreunde finden sich an vielen
Orten, bei Ihrem Coiffeur, beim Bäcker oder
beim Metzger, bei Ihrem Hausarzt oder in
der Buchhandlung.
Tierschutz kostet viel Geld, deshalb zählt
für uns jeder Rappen. Wenn Sie eine
Geldspendendose in Ihrem Geschäft aufstellen möchten, dann rufen Sie uns bitte
an.
Wünschen Sie sich eine Spende
Haben Sie Geburtstag oder feiern Sie in
Kürze ein Jubiläum? Herzlichen Glückwunsch. Wenn Sie anstelle von Geschenken lieber etwas Gutes für unsere Schützlinge tun möchten, dann sammeln Sie
doch für unsere diversen Tierschutzaktivitäten und bitten Sie Ihre Gäste anstelle von
Geschenken um eine Spende an den Tierschutzverein Olten und Umgebung.
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Helfen Sie mit einer Patenschaft!
Insbesondere für schwer vermittelbare Tiere, die wegen ihres Alters, ihres Gesundheitszustands oder ihres Verhaltens über
Monate oder sogar ein Leben lang im
Tierdörfli bleiben, sind wir ständig auf der
Suche nach Paten. Diese Tiere entsprechen
nicht mehr den Wünschen der Menschen,
weil sie nicht mehr klein und niedlich sind,
weil sie unsauber sind, weil sie scheu sind
und nicht sofort auf Menschen zugehen
können, weil sie krank sind und auf Medikamente angewiesen sind oder einfach
weil sie nicht mehr dem Schönheitsideal
entsprechen.
Interessenten können sich ihr Patentier
entweder auf unserer Webseite auswählen
oder es sich anlässlich eines Besuchs im
Tierdörfli persönlich aussuchen.
Mit Ihrer Patenschaft tragen Sie dazu bei,
den Tieren die besten Bedingungen zu
schaffen, und helfen dem Tierschutzverein
ihnen einen – hoffentlich angenehmen –
Lebensabend ohne Leid und Hunger zu
bescheren!
Weitere Informationen finden Sie auf
unserer Website http://www.tierdoerfli.ch/
spenden-and-aktiv-werden/patenschaften/.
Über Ihr Leben hinaus …
… können Sie den Tieren helfen, wenn Sie
den Tierschutzverein Olten und Umgebung als Erben bzw. Miterben einsetzen
oder ihn mit einem Vermächtnis bedenken. Wenn Sie einen Teil Ihres Vermögens
unseren Schützlingen zukommen lassen
möchten oder ein eigenes Haustier besitzen, dem sie einen ungewissen Verbleib im
Falle Ihres Todes ersparen möchten, können Sie entsprechende Vorkehrungen treffen.
Gerne steht Ihnen auf Wunsch unsere Stiftungsratspräsidentin, Frau Irene Buchschacher, persönlich und natürlich vertraulich
für eine Beratung zur Verfügung. Diskretion ist für uns eine Selbstverständlichkeit.
Wenn Sie sich dafür entscheiden, den Tierschutzverein Olten und Umgebung als Erben oder Miterben einzusetzen, können
Sie uns bereits zu Lebzeiten Ihre genauen
Vorstellungen zur Versorgung Ihres Tieres
mitteilen und wir können nach Ihrem Ableben dann die liebevolle Pflege Ihres Lieblings ganz entsprechend Ihren Wünschen
übernehmen.
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Jugendtierschutz
Kinder und Jugendliche auf spannende Art
und Weise mit der Bedeutung des Tierschutzes vertraut zu machen, ist uns ein
wichtiges Anliegen. Wir bieten deshalb
Kindern und Jugendlichen in Form von Ferienpassaktionen, Projekttagen und Workshops regelmässig die Gelegenheit, Inter-
essantes über unsere Tiere und ihre
Lebensgewohnheiten zu erfahren.
Aus diesem Anlass besuchten uns auch im
August dieses Jahres wieder sehr viele junge, wissbegierige Tierfreunde aus verschiedenen Gemeinden, die anlässlich einer
Führung durchs Tierdörfli einen Einblick in
unsere Tierschutzarbeit gewinnen wollten.
Während unsere Tierpflegerinnen sie über
die Bedürfnisse der verschiedenen Tiergruppen aufklärten, schulte sie unsere
Noemi Markwalder hat in der Schule einen
Vortrag über Ratten gehalten. Während ihrem
Besuch im Tierdörfli durfte sie mit unseren Ratten Bekanntschaft schliessen.
Mit unseren Kursen und Workshops möchten wir Respekt, Toleranz, Mitgefühl, Verantwortung
und Freude an der Mensch-Tier-Beziehung entwickeln und fördern. Wir freuen uns deshalb immer besonders, wenn sich ein junger Mensch selbst aktiv für den Tierschutz einsetzt und andere über die artgerechte Haltung aufklärt.
Hundetrainerin Eveline Schönthal auf spielerische Art und Weise im richtigen Umgang mit Hunden.
Je früher ein junger Mensch lernt, mit Tieren respektvoll umzugehen und die Leidensfähigkeit eines jeden Lebewesens
nachzuempfinden, desto mehr werden
ethische und moralische Handlungen sein
Leben bestimmen und unser soziales Miteinander positiv beeinflussen. Somit ist
Tierschutz auch Menschenschutz.
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Glückspilze
Neben den vielen Verzichtstieren, Findlingen und «Notfellen» im
Tierdörfli gibt es zum guten Glück auch jede Menge Geschichten,
die herzerwärmend sind und uns fröhlich stimmen. Hier stellen wir
Ihnen ein paar wunderschöne Happy Ends vor, die ihr Traumzuhause
gefunden haben.
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19
Hallo liebes Tierdörfli Team,
wie ihr auf dem Foto seht, bin ich grad so
easy im Wintergarten bei ca. 40 Grad im
Schatten am Abchillen. Nein, ich habe
nichts geraucht, bin aber trotzdem ganz
entspannt. Ich erhole mich in der Mittagspause von meinem ereignisreichen Alltag.
Es geht mir und meinen Freunden allen
sehr gut. Ich lasse es mir wohl sein und
habe die Herrschaft in diesem Haushalt
vollends übernommen. (schon lange ;-) )
Unterdessen mache ich Karriere, ich bin
«Bürofräulein» geworden. Ihr merkt es sicher schon an meinen englischen Ausdrücken, dass ich mich bilde ;-) Meine Aufgabenbereiche:
– den Chef schmusen
– den Chef belästigen
– über die Tastatur laufen, und den
Schwanz ins Gesicht strecken, wenn der
Chef 3-D-Zeichnungen macht, das gibt
den Zeichnungen einen individuellen
Touch …
– die Telefonate mit Geschnurre neben
dem Hörer musikalisch untermalen, und
zwar so laut und penetrant, dass ein Telefonat nur noch schwer möglich ist
– den Chef auf den Schultern mit den
Krallen bearbeiten (Löcher in die T-Shirts
machen)
– Kunden begrüssen (nun kennen mich
fast alle und erschrecken sich nicht
mehr)
– Tische auf-(ab-)räumen
– Papierkörbe durchwühlen
– Pakete auspacken
– Qualitätskontrolle
Ihr könnt euch sicher denken, was für ein
zusätzlicher Stress das alles ist. Aber es
macht mir viel Freude !
Herzliche Grüsse Fiby, die Bürodüse mit all
ihren Untergebenen
20
IMPRESSUM
Redaktion
Tierdörfli Olten
Aspweg 51
Postfach 436
4612 Wangen b. Olten
Telefon 062 207 90 00
Fax 062 207 90 09
E-Mail: info@tierdoerfli.ch
Internet: www.tierdoerfli.ch
Fotos
Das Bildmaterial wurde vom Tierdörfli
Olten und seinen Tierpflegerinnen, von
der Fotografin Jasmin Stämpfli vom
Fotokult (www.fotokult.ch), von unserer
ehrenamtlichen Fotografin Carole
Buetikofer sowie Kunden, Gönnern und
Besuchern zur Verfügung gestellt.
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Herbstgedank
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hindurch,
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d Birnen,
s an Äpfeln un
freuen wir un
re Füsse!
Laub um unse
raschelndem
stmonate
rb
speziellen He
Geniesst die
Y.H.
WIR DANKEN ALLEN …
… die uns die Treue halten, allen Pflegestellen, die mit Herz unsere Kätzchen aufziehen, allen Besitzern, die einem Tier ein
neues Leben schenken, allen Paten, die uns
helfen, unsere schwer vermittelbaren, alten
und kranken Tiere zu versorgen, allen Gönnern, die unsere Arbeit mit einer Geldspende unterstützen, allen freiwilligen Helfern,
die tatkräftig im Betrieb mit anpacken, unseren Tierärzten, die immer für uns da sind,
und jedem, der an einem in Not geratenen
Tier nicht vorbeigeht.
Layout und Druck
Zofinger Tagblatt AG
Medien- und Printunternehmen
Henzmannstrasse 20
4800 Zofingen
www.ztonline.ch
Für Zahlungen aus dem Ausland an uns:
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CH-4614 Hägendorf
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Seele and Geist
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