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Hans – Martin Mulisch, Werner Winter Ressource Trinkwasser

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Hans – Martin Mulisch, Werner Winter
Ressource Trinkwasser
Wissen, was wir trinken
ISBN 978-3-86581-477-7
240 Seiten, 16,5 x 23,5 cm, 19,95 Euro
oekom verlag, München 2014
©oekom verlag 2014
www.oekom.de
Einleitung
Neben der Sonne sind drei Substanzen für die Existenz der Menschheit auf unserer
Erde unabdingbar. Das sind Wasser, Sauerstoff und Kohlendioxid. Aus Sicht der Naturwissenschaften sind das ganz einfache Stoffe, wie die Symbole ausweisen:
H2O = Wasser
O2 = Sauerstoff
CO2 = Kohlendioxid
Weitere Grundbausteine des Lebens sind vor allem Stickstoff, Phosphor und Schwefel und deren Abkömmlinge sowie Eisen, Magnesium und Calcium. Aber die drei Stoffe
Wasser, Sauerstoff und Kohlendioxid haben absolute Priorität.
Wasser
Wegen seiner riesigen Wassermengen wird unsere Erde auch als blauer Planet bezeichnet. Mehr als 70 Prozent der Erdoberfläche sind durch Meere mit einem Volumen
von 1,37 Milliarden Kubikkilometer bedeckt. Das entspricht etwa 97,5 Prozent der
Gesamtwassermenge. Deswegen, sagen Theoretiker, müsste unser Planet „Wasser“ und
nicht „Erde“ heißen. Das Meerwasser ist wegen seines hohen Salzgehaltes von durchschnittlich 3,5 Prozent bekanntlich ungenießbar. Die verbleibenden 2,5 Prozent der
Gesamtwassermenge sind zum großen Teil noch in Gletschern und dem Eis der Polkappen gebunden. Somit steht nur rund ein Prozent der weltweiten Wasservorräte als
Trinkwasser zur Verfügung. Glücklicherweise verdunstet laufend Wasser der Ozeane
und erreicht das Festland als Regen. Hier versickert es im Boden bzw. bildet Oberflächengewässer als „Süß“wasser. Entweder direkt oder nach Nutzung durch uns Menschen fließt es wieder in das Meer zurück, so einen unendlichen Kreislauf bildend.
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Einleitung
Aber leider ist das nutzbare Wasser sehr ungleich auf der Erde verteilt. Die einen
haben es reichlich, vielerorts aber herrscht Wassermangel. Die Situation wird verschärft
durch
− Klimawandel
− mangelhafte oder gänzlich fehlende Abwasserreinigung
− Umweltkontamination durch Schadstoffe
− lokal rapides Wachstum der Bevölkerung
− intensive Landwirtschaft
− laufende Verstädterung
Verwiesen sei auf die Megakatastrophen wie Tsunami, die mutwillige Zerstörung
der Wasser-Infrastrukturen durch Kriegsführung sowie die zweckentfremdete Verwendung von Geldern zum Kauf von Rüstungsgütern statt dem Aufbau der Wasserversorgung.
Bei ständig steigendem globalem Wasserverbrauch werden die Wasserressourcen
immer knapper. Wasser mit Trinkwasserqualität ist aber lebensnotwendig, es ist ein
unverzichtbares Lebensmittel.
Fazit 1:
Ohne Wasser gibt es kein Leben. Der Kreislauf des Wassers impliziert den Kreislauf
des Lebens.
Sauerstoff
Etwa 21 Prozent der uns umgebenden Luft besteht aus Sauerstoff. Auch dieser Stoff
ist für uns Menschen aber auch für Tiere unverzichtbar. Zu Zeiten als die Saurier lebten
soll der Sauerstoffanteil sogar 30 Prozent betragen haben. Seitdem ist eine dreißigprozentige Verminderung zu verzeichnen. Erklärungen dafür wären große Umweltkatastrophen (ein Minibeispiel dazu wurde uns in dem Vulkanausbruch vom April 2010 in Island präsentiert) und mangelnde Vegetation in den riesigen Zeiträumen. Wir kommen
aber auch mit dem derzeitigen Sauerstoffanteil in der Atmosphäre aus, zumal die Pflanzen ständig das Molekül O2 an die Umwelt abgeben. Retardierendes Moment ergibt sich
jedoch durch weltweite Luftverschmutzung infolge von Ignoranz, Gleichgültigkeit und
fehlender Geldmittel.
Fazit 2:
Ohne Sauerstoff ist für Menschen und Tiere kein Leben möglich.
Einleitung
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Kohlendioxid
Bei jeglicher Verbrennung organischen Materials, egal ob Holz, Kohle, Erdöl, Erdgas, Benzin oder Diesel entsteht Kohlendioxid und zwar umso mehr, je vollständiger
der Vorgang verläuft. Auch bei chemischen und biochemischen Umsetzungen kann
Kohlendioxid freigesetzt werden, so beispielsweise beim Bierbrauen und bei der Weinherstellung.
Bekanntlich geben auch wir Menschen neben den Tieren laufend Kohlendioxid ab,
indem wir Sauerstoff veratmen. Die entstehende Menge unterliegt starken Schwankungen, je nachdem ob wir ruhen oder uns sportlich betätigen. Im Durchschnitt geben wir
fünfhundert Gramm Kohlendioxid über den Atem an die Umgebungsluft pro Tag ab.
Bei aktuell sieben Milliarden Menschen sind das insgesamt 1,28 Milliarden Tonnen pro
Jahr. Dies ist ein ganz erheblicher Beitrag am Gesamtumsatz. Aber andererseits wird
das so freigesetzte Kohlendioxid wieder benötigt und zwar für die Photosynthese. Hierbei wandelt das Chlorophyll der Pflanzen Kohlendioxid und Wasser unter Einwirkung
des Sonnenlichts in Kohlenhydrate, z.B. Glucose und Stärke um. Bei diesem Prozess
wird Sauerstoff freigesetzt. Und somit ist das Kohlendioxid wichtigster Bestandteil
unserer Nahrungskette. Pflanzen, Bäume, Sträucher und Gräser - und damit auch unser
Obst und Gemüse - benötigen dieses Gas für ihr Wachstum.
Das ist die positive Seite des Kohlendioxids, andererseits ist es auch am Klimawandel beteiligt. Auf der Basis von Messungen hat sich die Kohlendioxid-Konzentration
durch die steigende Verbrennung von fossilen Brennstoffen in der uns umgebenden Luft
allerdings in den letzten einhundert Jahren von ehemals 0,030 Prozent auf 0,0385 Prozent erhöht (das entspricht einer Zunahme der CO2-Konzentration in der Atmosphäre
um 26,7 Prozent). Klimaexperten gehen davon aus, dass hierdurch die globale Temperatur in den kommenden Jahrzehnten messbar steigen kann.
Vor allem durch den rasanten wirtschaftlichen Aufstieg von Schwellenländern und
dem dort wachsenden Energiebedarf resultiert in den kommenden Jahren ein enormer
Anstieg von CO2 durch die steigende Verbrennung fossiler Energieträger. Als Beispiel
seien China und Indien genannt. Dieser zusätzliche Anstieg von CO2-Emissionen muss
verhindert werden, um den Klimawandel nicht zusätzlich zu beschleunigen. Trotzdem
kann man das Kohlendioxid nicht als Schadstoff abstempeln. Eine erhöhte CO2Konzentration in der Luft kann das Pflanzenwachstum, beispielsweise der Wälder,
begünstigen und liefert damit einen Beitrag zur Minderung der Kohlendioxidfrachten in
die Atmosphäre.
Die Forschung zeigt neue Wege auf, so dass in absehbarer Zeit das Kohlendioxid als
Rohstoff in der chemischen Industrie und zur Lebensmittelerzeugung in Bioreaktoren
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Einleitung
zur Entschärfung des Welternährungsproblems genutzt wird. Algenfarmen gibt es bereits heute.
Fazit 3:
Ohne Kohlendioxid gibt es kein pflanzliches Leben.
Aus dem Dargelegten ergeben sich zwei Schlussfolgerungen:
Erstens:
Es ist dringend notwendig, den globalen Kreislauf
zu sichern und die Kohlendioxid-Anreicherung in die Atmosphäre zu reduzieren.
Zweitens:
Der globale Kreislauf des Wassers hat sich prekär entwickelt und erfordert erheblich
mehr und vielfältigere Maßnahmen, um eine weltweite Versorgung mit hygienisch
einwandfreiem Trinkwasser zukünftig zu sichern.
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Gesundheitswesen
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