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Fürs Klima kann auch ich was tun

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AMBIENTE
SCHULE
Klima kann auch ich was tun
8
Nr. 242
MAI
2012
www.dieschule-stmk.com
Fürs
„Klimaschutz – Auch ich kann
etwas tun!“ war das Motto
eines Unterrichtprojektes der
VS Fehring. Auftakt des Projektes waren zwei Projekttage
zum Thema Klima und Klimawandel, veranstaltet vom Umwelt-Bildungszentrum Steiermark. Unsere Klasse, die
3b-Klasse, hatte das Glück, als
eine von 34 ausgewählten
Volksschulklassen der Steiermark in den Genuss von zwei
kostenlosen Projekttagen zu
kommen.
Wir wussten nun Bescheid
über das Klima, Klimaveränderungen, den Treibhauseffekt
und den Einfluss des Menschen auf das Klima. Dass wir
etwas gegen den Klimawandel
tun können und müssen, war
für uns nach diesen beiden Tagen klar. Sicherlich können
wir nur kleine Schritte setzen,
doch damit wollten wir beginnen! In den folgenden Bereichen wollten wir aktiv werden:
■ Mobilität: unnötige Autostrecken vermeiden, zu Fuß gehen, öffentliche Verkehrsmittel
benützen.
■ Strom sparen: Standby-Betrieb bei Elektrogeräten (Fernseher, Nintendo, Ladegeräte,
CD-Player …) vermeiden;
nicht benötigtes Licht ausschalten; Stromspartipps an
Eltern weitergeben (Energiesparlampen, Elektrogeräte mit
guter Energieeffizienzklasse).
■ Einkauf: Herkunft von Nahrungsmitteln im Supermarkt
und Essgewohnheiten (Erdbeeren im Winter, täglicher
Fleischkonsum …) hinterfragen, regionale Produkte bevorzugen.
■ Müllvermeidung und Mülltrennung: Jausendose statt Sackerl, textile Einkaufstasche
statt Plastiksack, wieder befüllbare Getränkeflaschen …
Jedes Kind, das einen Beitrag
zum Klimaschutz leistet, darf
ab nun ein CO2- bzw. Methanplättchen auf einem Plakat,
das unsere Erde und die Atmosphäre darstellt, entfernen.
Auf dessen Platz wird ein
„sauberes“ Kärtchen mit dem
Namen und dem Beitrag des
entsprechenden Kindes geklebt. Unser Ziel ist es, alle
CO2- und Methanplättchen aus
der Atmosphäre zu beseitigen.
Beispiele für vorgeschlagene
Beiträge der Kinder:
● Fahrrad statt Auto!
● Geduscht statt gebadet!
● Nicht benützten Fernseher
im Nebenzimmer ausgeschaltet!
● Licht im Zimmer am Tag
ausgeschaltet!
● Licht im Klassenzimmer
ausgeschaltet!
● Mit dem Zug zum Zahnarzt
nach Graz gefahren!
● Stofftasche statt Plastiksackerl genommen!
● Auf zu viel Fleisch verzichtet!
● Auf Erdbeeren verzichtet!
Wir sammelten auch Informationen zum Thema Sonnenenergie bei einem Lehrausgang
zur örtlichen Haustechnik-Firma. Gemeinsam mit dem Vater
eines Schulkindes (Elektrofirma) installierten wir im Schulhof eine einfache Photovoltaikanlage und ließen damit
einige LED-Lämpchen betreiben.
Alle unsere Unterlagen zum
Thema Klimaschutz sammelten wir in einer Projektmappe,
die wir persönlich gestalteten.
Ein besonderer Hit war unser
selbst getexteter „Klimaschutz-Rock“.
Als Abschluss unseres Projektes veranstalteten wir eine
„gesunde und klimabewusste
Jause“. Mit großer Freude
brachten die Kinder Vorschläge ein, wie wir diese festliche
Jause gestalten konnten. Unser
Ziel war es, nur regionale
Zutaten zu verwenden, die
gesund waren und möglichst
keine weite Wegstrecke zu uns
hinter sich hatten. Wir säten in
der Klasse Kresse an und
züchteten
Bohnensprossen.
Selbst
gebackenes
Brot,
Schnittlauch, Eier, Nüsse,
Marmelade, Gemüse und Wasser oder selbst bereitete
Fruchtsäfte standen auf unserem Speiseplan.
In diesem Zusammenhang besprachen wir auch, dass es
auch zahlreiche Großveranstaltungen im öffentlichen
Leben gibt, die unter dem
Motto „G’scheit Feiern“ Wert
auf Umweltbewusstsein und
Nachhaltigkeit legen. Von der
Firma Ökoservice in Graz
erhielten wir diesbezügliches
Informationsmaterial und für
jedes Kind einen MehrwegKunststoffbecher mit der Aufschrift „G’scheit Feiern“.
So bleibt nur zu hoffen, dass
unser Eifer und Wille, als
„Klimaschützer“ tätig zu sein,
noch lange anhält und auf
Eltern und andere Personen
abfärbt. Denn es ist höchste
Zeit, Schritte zu setzen!
Dipl.-Päd. Adele Haspl-Knapp,
Dipl.-Päd. Eva-Maria Maurer
So wie der Erde geht es auch uns …
„Schützt unser Klima!“ Dieser
Satz ist uns allen im Ohr,
jedoch nehmen wir ihn viel zu
wenig ernst. Darum hatten
wir, die 4b-Klasse der HS
Anger, ein Projekt zum Thema
Klima, das von unserer Lehrerin Rosina Haider initiiert
wurde. Es ging darum, uns
glaubhaft zu vermitteln, wie
wichtig es ist, die Umwelt und
somit das Klima zu schützen.
Denn wenn es der Erde
schlecht geht, geht es auch uns
Menschen schlecht.
Mit Unterstützung von Mag.a
Nina Köberl vom Umweltbil-
dungszentrum Graz erarbeiteten wir in den zwei Projekttagen Möglichkeiten, wie jeder in
seinem Umfeld den Ausstoß
von Treibhausgasen, wie zum
Beispiel Kohlendioxyd, minimieren kann. Außerdem untersuchten wir das Schulhaus mit
Hilfe von Infrarot-Thermometern hinsichtlich der Temperatur in den einzelnen Räumen.
Mit Rauchröhrchen wurden
undichte Fenster aufgespürt
und mit einem Energiemessgerät unterschiedliche Elektrogeräte auf ihren Stromverbrauch
getestet. In einem Energiepro-
tokoll haben wir die besonderen „Klimasünden“ festgehalten und Lösungsvorschläge
ausgearbeitet. Wir gestalteten
ein Plakat mit einem CO2-Minimierungsplan. Damit werden
alle Schülerinnen und Schüler,
aber auch alle Erwachsenen an
unser wichtiges Vorhaben erinnert, sobald sie die Aula der
Hauptschule Anger betreten.
Wir glauben, jeder und jede
von uns wird in Zukunft darauf achten, Klimaschutz aktiv
und bewusst zu betreiben.
Julia Derler, Schülerin der
4b-Klasse, Rosina Haider, MA,
Lehrerin an der HS Anger Nr. 242
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SCHULE
AMBIENTE
www.dieschule-stmk.com
Rainbows kann helfen
Abschied und Verlust sind Situationen, denen jeder Mensch
auf seinem Lebensweg mehrmals begegnet. Oft sind Kinder
und Jugendliche schon im frühen Alter damit konfrontiert,
sei es durch eine Trennung/Scheidung der Eltern
oder durch den Tod eines nahestehenden Menschen. Nicht
nur der Verlust, sondern auch
einhergehende Folgen wie sozialökonomische Auswirkungen und/oder Wohn- bzw.
Schulwechsel haben einen bedeutenden Einfluss auf das
Sozial- und Leistungsverhalten von Kindern und Jugendlichen.
Die Schule kann einen wichtigen Beitrag für die Bewältigung leisten, indem sie Kinder
und Jugendliche beispielgebend im Umgang mit Verlusten
unterstützt. Wenn es den PädagogInnen gelingt, durch Verständnis und Anteilnahme den
Verarbeitungsprozess zu begleiten, ermöglichen sie den
Kindern und Jugendlichen ein
Stück Lebensschule. Diese Erfahrungen können für ihren
weiteren Lebensweg eine
wichtige Ressource im Umgang
mit Krisensituationen sein
(siehe auch Seite 6).
Häufig jedoch wird der schulische Bereich gerade in einer
emotional schwierigen Lebensphase zu einer zusätzlichen
Belastung für die Kinder und
Jugendlichen – insbesondere
dann, wenn der familiäre Bereich in der Schule tabuisiert
wird und die spezifische Lebenssituation keinen Platz findet. Eltern wie auch Pädago-
gInnen erleben bei Kindern
und Jugendlichen unterschiedlichste Auffälligkeiten. Diese
können sich in Form von Leistungsabfällen, Konzentrationsschwierigkeiten, Verhaltensauffälligkeiten in der Interaktion mit Gleichaltrigen (erhöhte Aggression, Rückzug
usw.) und Disziplinproblemen
zeigen. Es kann aber auch zu
„Überanpassung“ und erhöhter Leistungsbereitschaft kommen, was jedoch nicht unbedingt zur Beliebtheit und in
der Folge zum Rückzug aus der
Gleichaltrigengruppe führen
kann.
Um effektive Bewältigungsstrategien entwickeln zu können, benötigen die Kinder und
Jugendlichen die Unterstützung ihrer Familien, aber auch
Hilfe durch das soziale Umfeld, zu dem auch außerfamiliäre Betreuungseinrichtungen
wie die Schule zählen.
Eltern wie PädagogInnen sind
also aufgefordert, zusammenzuarbeiten und sich als
Kooperationspartner zu verstehen. Integration statt Isolation und Hilfe zur Bewältigung
statt Tabuisierung müssen das
Ziel der gemeinsamen Bemühungen sein.
Immer größer werdender Leistungsdruck, Anonymisierung
und Funktionalisierung der
Schulen machen es Eltern wie
PädagogInnen schwer, diesen
Anforderungen gerecht zu
werden.
Rainbows unterstützt in Umbruchsituationen, sieht sich
aber auch als Anlaufstelle für
PädagogInnen..
Klimaschutz will auch geübt werden – siehe Bericht links
Nun ist es also so weit
Über uns Kleinstschulen
kreiste ja schon geraume
Zeit das Damoklesschwert
der Schließung. Nun ist sie
Realität geworden. Trotz
aller Vorahnung traf mich
diese Tatsache doch mitten
ins Herz. Vor allem von
dem Aus aus den Medien zu
erfahren und dass uns LeiterInnen die Möglichkeit
genommen wurde, die
SchülerInnen und Eltern
persönlich davon zu unterrichten, tat wirklich weh.
Diese kleine Schule war
mehr als mein Arbeitsplatz.
Als Leiterin einer Kleinstschule bringt man einfach
viel Idealismus, Engagement, Herzblut und somit
sehr viel von sich als
Mensch mit ein. Wir hatten
das Glück, dass an unserer
Schule einfach alles passte:
Die SchülerInnen waren
eine bunte Schar, ein „Mikrokosmos“. Extrovertiertheit, Introvertiertheit, Verhaltenskreativität, Lernschwächen, Hochbegabung,
Traumata – diese Schlagwörter kennzeichneten unsere zwölf Kinder. Sie bildeten eine fantastische
Gemeinschaft, in der jeder
lernte, den anderen so zu
akzeptieren, wie er ist. Jeder von uns hat Stärken
und Schwächen. Da alle
vier Schulstufen in einer
Klasse unterrichtet wurden,
lernten sie selbstständig
und eigenverantwortlich zu
arbeiten. Gerne halfen und
unterstützten sie sich gegenseitig.
Die Kolleginnen sahen in
dieser Form der Schule einfach das Leben widergespiegelt. Das unterschiedliche Alter und die unterschiedlichsten Begabungen
und Talente konnten in dieser Kleingruppe sehr gut
gefördert werden. Weil die
Kinder so unterschiedlich
waren, in Alter und Individualität, war für Wettstreit
kein Platz. Jedes Kind war
so, wie es eben war, und
musste sich nicht immer
vergleichen und messen.
Schwierige Situationen und
Probleme wurden miteinander besprochen und ausdiskutiert. Wir freuten uns,
dass wir immer eine Lösung
finden konnten.
Die Eltern waren glücklich,
weil sie ihre Kinder hier gut
aufgehoben wussten. Sie
vertrauten uns. Dass wir
die Schülerinnen und Schüler individuell unterstützten und förderten, schätzten sie genauso wie die
Tatsache, dass sie jederzeit
aktiv am Schulleben teilnehmen und sich mit ihren
Ideen und Vorstellungen
einbringen konnten.
Die Gemeinde schätzte an
ihrer Schule die Besonderheit der Atmosphäre und
die ausgezeichnete Zusammenarbeit. In allen Belangen konnten wir auf ihre
Unterstützung setzen.
Nun gut, man kann sich
denken, dass dies doch auch
alles in einer großen Schule
und noch viel einfacher
möglich ist. Aber gerade die
Besonderheit, dass diese
Gruppe ganz für sich war,
gab den Kindern die Möglichkeit, als eigenständige
Persönlichkeiten zu reifen.
Jedes konnte sich für sich
in seinem eigenen Tempo
entwickeln und werden.
Und genau das würde ich
mir wünschen, dass jedes
Kind seiner Entwicklung
gemäß lernen darf. Dass
man als LehrerIn die Zeit
bekommt, jedes Kind da
abzuholen, wo es steht und
es dann auf seiner individuellen Lernreise zu begleiten. Ohne den Druck und
Zwang, dass am Ende einer
Grundschulstufe festgelegte
Ziele erreicht werden müssen, obwohl bei Schuleintritt ein bis zu vierjähriger
Entwicklungsunterschied
gegeben ist.
Ich bin davon überzeugt,
dass durch verminderten
Druck die Arbeit der SchülerInnen und LehrerInnen
leichter wird. Denn Wohlbefinden und Freude sind
zwei der besten Motivatoren zum Lernen.
Um das zu erreichen
braucht es in der Bildungspolitik allerdings mehr als
Kleinstschulen zu schließen.
Dipl.-Päd. Dorothea Koschar,
VS Großwalz
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