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1 „Solidarische Ökonomie – Was lässt sich aus - GeDiFo

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„Solidarische Ökonomie – Was lässt sich aus alternativen Modellen lernen?“
Markus Auinger, Astrid Hafner
Protokoll zum ersten Treffen der Lerngruppe
30.10.08, 15.00-18.00 Uhr
Bildungszentrum der AK Wien, 1040 Wien
Anwesende: Eva Angerler, Martina Fürpass, Markus Blümel, Markus Schallhas, Peter Ulrich
Lehner, Bindou W. Maiz, Uli Schönbauer
1. Begrüßung, Programmvorstellung
2. Vorstellungsrunde
3. Hintergrund des GEDIFO und der Lerngruppe
4. Einstieg ins Thema
In der aktuellen Diskussion um eine Demokratisierung der Wirtschaft wird unter anderem über
die sinkende Bedeutung - manchmal sogar schon über das Ende bzw. die Erosion des
Normalarbeitsverhältnisses diskutiert. Tatsächlich geraten formelle Arbeitsverhältnisse durch
den Boom flexibler Beschäftigungsformen und die Aushöhlung der Wirtschafts- und
Sozialpartnerschaft zunehmend unter Druck. Die Prekarisierung breiter Teile der Gesellschaft
(Stichwort „working poor“) ist ein Zeichen dieser Entwicklungen. Ein anderer Aspekt ist die
kontinuierliche Unterwanderung der betrieblichen Mitbestimmung und Demokratie durch
pseudo-demokratische Managementkonzepte.
Mitbestimmung und betriebliche Demokratie wird momentan im Kontext von modernen
Managementkonzepten den MitarbeiterInnen auf immer wieder neue Art verkauft. Leider
ermöglichen aber Management by Objectives, Arbeit in teilautonomen Gruppen, die
verschiedensten Qualitätssicherungsmodelle oder etwa der altbekannte Postkasten für
Verbesserungsvorschläge meistens nur sehr wenig wahre Demokratie am Arbeitsplatz. Viel eher
werden diese Instrumente vom Management dazu verwendet Hierarchie und Machtstrukturen
abzusichern.
Auf der anderen Seite wird momentan in verschiedenen Kreisen über solidarische
Wirtschaftsformen diskutiert, die eine demokratische Alternative zum finanzmarktgesteuerten
Kapitalismus sein sollen. Dort soll die Wirtschaft auf Solidarität und Kooperation anstatt auf
Individualismus und Konkurrenz aufgebaut werden. Die Beispiele für Unternehmens- und
Organisationsformen, die auf diesen Werten aufbauen, sind zahlreich und reichen von alten und
neuen Genossenschaften über solidarische Wohnformen, regionale Tauschkreise und fairen
Handel bis zu freier Software.
Es stellt sich nun die Frage, wie diese beiden Realitäten miteinander verbunden werden können
und wie die betrieblich Praxis von den Erfahrungen mit solidarischer Ökonomie profitieren kann.
Workshop-Methode:
Im Vordergrund sollen die Erfahrungen der TeilnehmerInnen stehen und die Anschlussfähigkeit
theoretischer Konzepte und aktueller Erfahrungen mit alternativer und solidarischer Ökonomie
an die betriebliche Praxis geprüft werden. Im Sinne eines partizipativen Methodenansatzes
werden Themen (Theorieinput) und Ziele grundsätzlich mit den TeilnehmerInnen gemeinsam
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ausgewählt bzw. erarbeitet.
5. Assoziationen der TeilnehmerInnen (abstrakte Begriffe mit dem Leben verbinden)
Die Fragen waren:
- Was verbindest du mit Demokratie/Solidarität?
- Wo siehst du dich mit Demokratie persönlich in Kontakt?
- Wo kommt in deinem Leben Solidarität ins Spiel?
Demokratie
Beteiligungsmöglichkeiten; passives und aktives Wahlrecht; dialogische Produktion –
persönliche Kommunikationsmuster; Konfliktmanagement; gesamtgesellschaftliches
Gestaltungsprinzip; kommunikativer Prozess der Selbstverwirklichung; Sozialismus;
gemeinsame Entscheidungsfindung; Sicherheit; Minderheitenrechte; aktives Gestalten; Konsens;
Selbstbestimmung; Rechenschaftspflicht; vom Volk – für das Volk – durch das Volk; jeder
Mensch zählt eine Stimme; Freiheit, Recht; Gleichberechtigung;
Solidarität
Sozialversicherungssysteme; Umverteilung; möchte mit so vielem solidarisch sein;
Verpflichtung; gemeinsame Interessen erkennen; Bereitschaft zum miteinander; asymmetrischsymmetrischer Tausch; Geschwisterlichkeit; Verständnis für internationale Zusammenhänge;
fairer Handel; Risikoausgleich; Gewerkschaften; einer für alle – alle für einen; Faktor C (Luiz
Razetto); Menschenrechte; „Zärtlichkeit der Völker“ (Ernesto Ché Guevara); Kinderrechte;
Nächstenliebe; Verpflichtung; internationale Solidarität;
Demokratie und ich
Wählen gehen; Entscheidungsfindung im Konsens; soziale Verantwortung übernehmen;
Betriebsrat (BR) sein; Regenbogenbewegung; Zivilcourage – Dissidenz; unangenehmes
aushalten; (noch) kein gesellschaftliches Gestaltungsprinzip; repräsentative Demokratie; jemand
anders trifft Entscheidungen; Netzwerk; im Vorstand von NeSoVe (Netzwerk Soziale
Verantwortung) tätig sein; Peer-to-Peer; Power to the People; Wahlergebnisse akzeptieren; für
etwas einstehen; Meinungsfreiheit; politisch aktiv sein; demonstrieren;
Solidarität und ich
Aktiv für Grundeinkommen; Solidarität mit ArbeitnehmerInnen in der 3.Welt fördern; ethisches
Verantwortungsbewusstsein; Menschenrechte; faire Produkte kaufen; niemandem schaden;
Leute mit ähnlichen Interessen suchen; sich organisiern; schaffen von Raum für
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Gemeinschaftsbildung; Beziehung vom Teil zum Ganzen; politisches Engagement; Zivilcourage;
selbstaktiviertes Miteinander; nicht integrieren;
6. Theoretische Inputs
Wir widmen uns nun zwei zentralen Begriffen des Themas, welches wir hier in der Lerngruppe
behandeln möchten. So hat die Frage „Was lässt sich aus alternativen Wirtschaftsmodellen
lernen?“ und vor allem der Fokus auf die heute so breit diskutierte „Solidarische Ökonomie“ mit
zwei zentralen Konzepten zu tun. Dem der Demokratie – bzw. besser gesagt der betrieblichen
Demokratie und Selbstverwaltung – inspiriert von egalitären meist basisdemokratischen
Organisationslogiken, wie wir sie in den soeben erwähnten sozialen Initiativen finden. Und
daneben, dem einer Solidarität, die auf politischer Bildung und zivilgesellschaftlichem
Bewusstsein aufbaut und sich unter anderem auch im ökonomischen Handeln ausdrückt.
Demokratie
-
Herrschaft des Volkes/der Vielen
soziale Organisationsform, die ja im allgemeinpolitischen Rahmen auf breite Akzeptanz
trifft
In der ursprünglichen Form im antiken Griechenland sollte damit die Gleichberechtigung der
freien Bürger sichergestellt werden. Jedoch hingen die Mitgestaltungsbefugnisse vom Status der
Personen ab (Frauen, Sklaven, Nicht-Besitzende und Nicht-Bürger waren ausgeschlossen).
Versammlungsdemokratie der athenischen Polis
war keine parlamentarische- oder Parteiendemokratie, sondern eine
deliberative Demokratie
-
-
Deliberation = Abwägen einer Entscheidung im Zuge der Debatte der Volksversammlung
Rhetorik war das wichtigste Werkzeug in der politischen Auseinandersetzung
Redner saßen dabei auf einer Art Bühne den Bürgern gegenüber und mussten diese von
ihrem Standpunkt überzeugen
In der aktuellen Debatte vor allem von Alex Demirovic und Jürgen Habermas
weiterentwickelt
Habermas, J. (1992): Faktizität und Geltung. Beiträge zur Diskurstheorie des
Rechts und des demokratischen Rechtsstaates, Frankfurt a.M.: Suhrkamp.
Demirovic, Alex (1997): Demokratie und Herrschaft. Aspekte kritischer
Gesellschaftstheorie. Münster: Westfälisches Dampfboot.
Die Legitimität politischer Entscheidungen beruht demnach auf Meinungen, die im
öffentliche geführten Diskurs zustande gekommen sind
Öffentlichkeit lässt sich dabei „am ehesten als ein Netzwerk für Kommunikation von Inhalten
und Stellungnahmen, also von Meinungen beschreiben“ (Habermas 1992: 436). Öffentlichkeit ist
also kein vorgefundener Raum, sondern muss durch ein interessiertes Publikum und durch
kommunikativ handelnde Teilnehmer erst hergestellt werden.
Spaltung direkte (deliberative) Demokratie – repräsentative (oligarchische) Demokratie erfolgte
historisch aufgrund der geographischen Ausdehnung der Territorialstaaten und der dadurch
erschwerten Beteiligung aller Bürger(Innen)
Viele glaubten, dadurch mehr individuelle Freiheit erreicht zu haben. Wie Rousseau feststellt,
war das aber eine Täuschung. Frei waren die BürgerInnen nämlich nun nur mehr während der
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Wahl der Parlamentsmitglieder. Sobald diese gewählt sind, waren sie SklavInnen der politischen
RepräsentantInnen.
Es mussten also mehrere Mechanismen (Gewaltenteilung, Rechenschaftspflicht, Rechtsstaat,
etc.) eingeführt werden, die das Volk vor Missbrauch des Repräsentativsystems schützen sollten,
die ihm aber immer mehr Gestaltungsmacht aus den Händen riss und vor allem nach und nach
dazu führten, dass sich die BürgerInnen immer weniger in politischen Dingen bildeten/sich dafür
interessierten und sich die Zeit dafür nahmen.
Wenn in weiterer Folge von Mitbestimmung (oder demokratischer Teilhabe) geredet wurde, ist
damit eigentlich nur mehr die untergeordnete Einbindung des Volkes im Sinne der Absegnung
der politischen Entscheidungen der Wenigen, die an den Schalthebeln saßen, gemeint. Dabei
handelt es sich eigentlich nur mehr um ein utilitaristisches Zugeständnis der Wenigen an die
Vielen – ähnlich der Partizipationslogik innerhalb von Betrieben, die auf Eigentumsrechten
basiert, anstatt wie die Demokratie auf BürgerInnenrechten. Seit dem haben wir es praktisch mit
einer Elitendemokratie zu tun, die dazu geführt hat, dass sich die politische Klasse
verselbständigt hat und gleichzeitig im Zuge der Etablierung der liberalen Demokratie selbst
zum Handlanger einzelner gesellschaftlicher Bereiche – etwa der ökonomischen Führungsschicht
– wurde.
deliberative Demokratie ist eine emanzipative Demokratie, die verhindert, dass Partizipation
und Mitbestimmung zu pseudodemokratischen Herrschaftsinstrumenten verkommen
sie setzt auf individueller und gesellschaftlicher Ebene bestimmte Dinge voraus: zB. Bildung,
Interesse, Zeit (die dafür etwa vom Betrieb, der Arbeitswelt, etc. gewährt werden muss) sowie
bestimmte Institutionen (Rechenschaft, Transparenz, etc.) – die Frage ist, ob Betriebs- und
Aufsichtsrat hier etwa wirkungsvolle Institutionen sein können
Solidarität
In der historischen Herausbildung der ArbeiterInnenbewegung, zur Zeit der Industrialisierung
war der Leitgedanke eines kollektiven, solidarischen Zusammenschluss dort anzusetzen, wo die
Kraft eines Individuums nicht ausreicht.
Formen von Solidarität:
- Mechanische Solidarität (É. Durkheim): Man solidarisiert sich mit Menschen, die einem
ähnlich sind, deren Sitte und Bräuche man versteht, mit denen man ein gemeinsames
kollektives Bewusstsein teilt.
-
Organische Solidarität (É. Durkheim): ist durch moderne Arbeitsteilung und
Ausgliederung von Arbeitsprozessen entstanden. Wie einzelne Organe des Körpers
zusammenarbeiten müssen, um den ganzen Körper am Leben zu erhalten muss dies auch
die Gesellschaft. Gemeinsamer Werte und Sitten treten in den Hintergrund. Sozioökonomischen Prämisse von Durkheim: Konkurrenzpotential am Markt wird vergrößert.
-
moralische Solidaritätsvorstellung: christlich-soziale Werte der Nächstenliebe.
Gegenseitige Unterstützung, sich zu helfen und zu fördern, ohne auf den eigenen Nutzen
bedacht zu sein.
-
Interessenssolidarität: Eine durch ein individuelles, egoistisches Interesse motivierte Art
von Solidarität, die in der modernen Zeit sehr weit verbreitet ist. Ich habe einen
persönlichen Nutzen durch Solidarisierung. Ob ich mich mit etwas aktiv solidarisiere
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hängt jedoch IMMER von persönlichen Orientierungen, von der emotionalen Einstellung
zum Thema, vom Sinn, den ich darin sehe und auch von rationalen Zielen, die ich dieser
Solidarisierung zuspreche, ab.
-
Sozial-a-priori (Montesquieu, Saint-Simon, Charles Fourier): Es gibt eine vorhandene
„Gemeinschaftsneigung als Grundlage für Solidarität“ innerhalb der Gesellschaft. Eine
genuine Neigung des Menschen solidarisch zu handeln. Das, was uns unter anderem
menschlich macht.
Annahme:
durch Belohnung kann eine solidarische Verhaltensneigungen im Laufe des Lebens verstärkt
werden: Wenn ich mich solidarisiere und mit anderen gemeinsam ein Ziel erreiche, habe ich
einen positiven Lernerfolg und mache in dieser Richtung weiter.
In einer solidarischen Form des Wirtschaftens, kann das Gefühl, in einer Gemeinschaft zu
arbeiten, sowie das Wissen, Entscheidungen treffen zu können, Solidarität zu einer
wirtschaftspolitische Strategie erwachsen lassen. Im Optimalfall ensteht ein positiver Lernerfolg.
-
Moderne Solidarität: ist basierend auf einen Sozial-a-priori eine Mischung der
emotionalen Bindung an etwas, des Willens, solidarisch zu sein, des Wissen über
Zusammenhänge und der politischen Bildung, dass zivilgesellschaftliches Verhalten
notwendig ist.
© Astrid Hafner
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7. Diskussion (in chronologischer Reihenfolge der Wortmeldungen wiedergegeben)
Auf Basis dessen wird im nächsten Schritt diskutiert, wo die TeilnehmerInnen am bisher
gehörten anknüpfen können. Die Zielsetzung des WS ist ja, Verbindungen zwischen alternativen
Wirtschaftsmodellen bzw. betrieblicher Demokratie und dem individuellen Arbeitsumfeld der
TeilnehmerInnen zu finden. In einem ersten Schritt soll daher auf der abstrakten Ebene der
theoretischen Überlegungen zu Demokratie und Solidarität diskutiert werden. Das soll dann in
weiterer Folge auch die Basis für die Ausrichtung weiteren Workshops sein, wofür nun
Vorschläge für die weiteren Diskussionen und das Vorgehen in der Lerngruppe besprochen
werden.
Peter Ulrich Lehner:
- athenische Demokratie wurde geboren um über den bevorstehenden Krieg und v.a. die
Verteilung der Kriegsbeute zu diskutieren! (Gewinn-)Verteilungsfrage sollte im
Zentrum von innerbetrieblichen Demokratisierungsbestrebungen stehen
- mögliche Teilziele:
o Offenlegung von Dienstbeschreibungen u. –zeugnissen, da diese sonst einer
Verurteilung gleichkommen
o Recht die Vorgesetzten zu wählen
- Betriebsversammlung kann Ausschüsse einrichten so könnten zB. Bilanz-,
Produktions-, oder Vertriebsausschüsse gebildet werden. Dort kann das
zusammengetragene Wissen aus verschiedenen Betriebsbereichen als Basis für die
Verhandlungen des BR mit der GF aufbereitet werden (Bsp. Aufteilung von
Prämienzahlungen nach sozialen Gesichtspunkten aus Basis der Auseinandersetzung mit
den persönlichen, ökonomischen Hintergründen der MitarbeiterInnen)
Martina F.:
- NGO Realität berücksichtigen: Solidarität braucht (auch) ökonomische Sicherheit
derjenigen, die sich der Unterstützung Anderer annehmen (Stichwort
Projektfinanzierung, prekäre ökonomische Situation vieler NGOs)
Markus S.:
- Betr.Dem. heute braucht Kreativität
- Dem+Sol verknüpfen ist nötig
- historisches Erbe der Debatten um Dem. und Sol. muss berücksichtigt werden
- soziale Bündnisse müssen berücksichtigt werden (Solidarität „der Reichen“ mit „den
Armen“ gibt es zB. kaum, am ehesten trifft man auf peer-to-peer Solidarität)
- Bildung/Wissen scheint eine zentrale Voraussetzung im Konzept der modernen Sol. zu
sein, auch die eigene emotionale Bindung muss mitgedacht werden
o Öffentlichkeit und Sol. entstehen im Dialog – wenn eine gemeinsame Realität
diskutiert wird
Eva A.
- emotionale Verbindung (s.o.) wird zum Teil eines/r selbst, und so in weiterer Folge
handlungsleitend
- Ohnmachtsgefühle vieler angesichts der Unbedeutsamkeit des eigenen Beitrags zur
„Weltveränderung“ müssen beseitigt werden
- BR müssen heute Beteiligung organisieren – Interessensvertretung für ALLE ist schwer
oder gar nicht mehr möglich
- Selbstschutzmechanismus: ArbeiterInnen glauben grundsätzlich alle, dass ihre Tätigkeit
Sinn macht
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Bindou M.
- Solidarität kann sich nur entwickeln, wenn ich mich als Teil empfinde, wenn Information
geteilt wird und ich mich auch mit dem Produkt der Firma identifizieren kann
Uli S.
- Entsolidarisierungs- und Individualisierungstendenzen beobachtbar (Maximierung des
Eigennutzens soll lt. (neoklassischer) Wirtschaftstheorie zur Maximierung des
Gesamtnutzens führen)
- Ziele des Managements werden in MitarbeiterbeiterInnengesprächen auf die individuelle
Ebene runtergebrochen
- Solidaritätsnischen sind aber vorhanden (Bsp. Solidaritätsbeiträge zur Stützung Einzelner
bei den Kosten eines Betriebsausflugs, Kaffeekassa, ...)
- Solidarität bedeutet auch Schutz der unteren gegen „die da oben“
- 2 Realitäten: formaler Erfüllungszwang – informelles „Erträglichmachen“
o auf der informellen Ebene müssen hier Unterstützungsstrukturen geschaffen
werden
- Informelle Marginalisierungstendenzen in Unternehmen berücksichtigen
Eva A.
- Zielvereinbarungen in Mitarbeitergesprächen werden laut GPA Studie überwiegend als
demokratisch gesehen, und als Vorteil gegenüber der Situation davor bewertet. Sie sind
außerhalb der Weisungsvorgaben, nicht verpflichtend. Aktuelle Diskussionen um
arbeitsrechtliche Einbettung.
Markus A.
- Zielvereinbarungen = pseudodemokratische Maquilage subtiler Hierarchiemechanismen?
o reines Ausformulieren von Vorgaben auf Basis von Marktdruck, neoklassischer
Marktlogik, ökonomischen Sachzwänge und dem ökonomischen Überlebensdruck
des Betriebs an sich können nicht demokratisch sein. Es muss ein Bewusstsein für
die übergeordnete, allgemeinere Realität geschaffen werden. Innerhalb eines
Betriebes muss dazu zB. Wissen aus verschiedenen Bereichen, Abteilungen usw.
zusammengetragen werden
Markus B.
- zielvorgaben: vielleicht überwiegen voerst die poritiven Erfahrungen; letzen Endes
bleiben die Leute unzufrieden
- Tendenz zu Selbstausbeutung und Burn Out berücksichtigen
Astrid H.
- Emotionen als wichtiges Element der Sol. trotz der Tendenz „Management“Diskussionen zu ent-emotionalisieren und auf abstrakte mathematische Basis zu stellen
Vorschläge für Diskussion und weiteres Vorgehen in der Lerngruppe:
-
Partizipative (öffentliche) Budgetansätze (Bsp. Porto Alegre, Paris, Berlin) aufbereiten
für die betriebliche Realität
-
Argumente für eine dezentrale Organisation erarbeiten (ungleiches Spannungsverhältnis
zentralisierte Konzernvorgaben – dezentralisierte MitarbeiterInnengespräche)
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-
Problemstellung Bildung – Solidarität im Betrieb unter der Nutzung der Konzepte und
Funktionsweisen der solidarischen Ökonomie beleuchten. Welche Bildungsansätze sind
hier fruchtbar für eine demokratische Verbindung?
-
Wo kann man Raum und Zeit für Meinungsartikulation innerhalb von Betrieben finden?
-
Regeln für die demokratische Teamarbeit erarbeiten (Welche Entscheidungsstrukturen
sind nötig? Wie muss mit Minderheitenmeinungen umgegangen werden?)
-
Wie kann Solidarität als neues Paradigma nach der homo oeconomicus Logik
“verkauft“ werden?
-
Verknüpfung mit CSR: aus ArbeitnehmerInnensicht ist v.a. innerbetriebl.
Demokratisierung ein wichtiger Aspekt des CSR Konzepts; Argumente für den BR im
Stakeholer Dialog erarbeiten
-
formelle und informelle Kommunikationsinstrumente zur
Förderung/Vergrößerung/Vernetzung der bestehenden Solidaritätsinseln innerhalb eines
Betriebs erarbeiten
-
wie lässt sich Kommunikation von einem Anlassfall abstrahieren und eine allgemeinere
Debatte auslösen?
-
Mehrwert der Demokratisierung sichtbar machen
-
Diskutieren wie mit Zeitbudget am jeweiligen Arbeitsplatz umgegangen wird
-
Konzept „moderne Solidarität“ weiter diskutieren
-
Logiken der Solidarischen Ökonomie (mit Beispielen aus der Praxis) darstellen
-
Finanzkrise als Möglichkeitsfenster!
8. Aufgabe für die TeilnehmerInnen bis zum nächsten Treffen
Beobachtungen im Betrieb bzw. in der Organisation:
- Wo begegne ich Demokratie und Solidarität in meinem persönlichen Arbeitsalltag?
- Wo gibt es Defizite?
- Wo gibt es Solidaritäts- u. Demokratie-Inseln?
- Wie werden Entscheidungen getroffen?
- Gibt es Opinion-leader?
- Wie reagiere ich auf Entscheidungen?
Aufbauend auf diese Fragen sollen Beobachtungen im eigenen Arbeitsalltag durchgeführt
werden. Ziel des Workshops ist es, einen Kontakt zwischen der Theorie und dem
österreichischen/unserem Alltag in den Betrieben/Organisationen herzustellen.
Daher würden wir euch bitten: Wenn euch bis zum nächsten Mal Situationen in eurem
Arbeitsalltag auffalen, in denen Solidarität und Demokratie vorkommen, in denen sie gut oder
auch schlecht funktionieren etc.: Bitte schreibt euch einfach in einer kurzen Notiz eure Gedanken
auf, damit wir eure Beobachtungen beim nächsten Treffen diskutieren können!!!
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9. Zeitplan für die nächsten Treffen
2. Workshopeinheit: 09.12.2008, 14:00-17:00 Uhr
3. Workshopeinheit: zweite Jännerwoche
4. Workshopeinheit: erste Februarwoche
Endpräsentation der Ergebnisse am 18.02.09 beim GEDIFO Plenum
Nächstes Treffen:
Dienstag, 09.12.08, 14.00-17.00 Uhr
Ort:
Bildungszentrum der AK Wien, Lehrsaal 2 (1.Stock)
Theresianumgasse 16-18, 1040 Wien
Voraussichtliches Programm 2. Workshopeinheit:
-
Diskussion der Beobachtungen (siehe Punkt 8)
Logiken/Prinzipien der Solidarischen Ökonomie
Wie können demokratische Entscheidungstrukturen aussehen?
Beispielbetriebe aus Europa und eventuell Lateinamerika (inkl. Filmvorführung)
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