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"Sieh doch nur, was du mir angetan hast!" Warum - Sternensaaten

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"Sieh doch nur, was du mir angetan hast!"
Warum Schüsse ins eigene Knie letztlich doch nicht helfen
Vortrag von der Tio-Energie, übermittelt von Silvie Katz, April 2011,
Copyright by Silvie Katz,
Weitergabe zu kommerziellen Zwecken nur mit schriftlicher Genehmigung der Autorin,
Weitergabe nur weil's interessant ist, immer gern gesehen
Tio: Ich grüsse euch ganz herzlich, liebe Leserinnen und Leser!
Klopft euch ruhig immer mal wieder anerkennend auf die Schulter, als
wohlverdientes Lob dafür, dass ihr diese rasanten Zeiten so gut übersteht!
Jetzt, auf den letzten Metern der Zielgeraden zum Neuen Bewusstsein,
wird alles ans Licht gebracht, was nicht dorthin mitgenommen werden
kann und im Alten Bewusstsein verbleibt. Dort wird es zur Historie
werden, und eure Nachfahren werden die Köpfe schütteln, wenn sie in
ihren Geschichtsbüchern lesen, wie die Menschen "früher" gelebt haben.
Und der Unterschied zwischen "früher" und "jetzt" wird um ein Vielfaches
grösser sein als der Unterschied zwischen dem zwanzigsten Jahrhundert
und Goethes Zeiten!
Die Meditation zum Thema gebe ich euch heute übrigens am Schluss,
dann könnt ihr sie gleich dazu verwenden, einige unangenehme Dinge, die
wir uns heute anschauen wollen, aufzulösen.
Nun, jetzt, auf den letzten Metern der Zielgeraden, kommen natürlich
diejenigen Reaktionsmuster und emotionalen Fixierungen ans Licht, die
sich gut versteckt haben und nicht so leicht zu finden sind. Die Zeiten, wo
man einen Blick auf die Chakren eines Menschen warf und sofort eine
Anzahl von dramatischen alten Themen darin erblicken konnte, sind lange
vorbei. Die grosse Dramatik seltsamerweise aber noch nicht überall, oder?
Es gibt anscheinend immer noch Inhalte in des Menschen Psyche, die zwar
nicht auf den ersten, zweiten oder dritten Blick sichtbar sind, die aber
dennoch ziemlich stören können und echte Hürden auf dem Weg zur
völligen Befreiung darstellen. Auch diese werden sich aber nicht auf immer
verstecken können und wollen jetzt raus.
Eine sehr verbreitete alte Fixierung ist jene, über die wir heute
nachdenken wollen. Sie versteckt sich sehr gern und bisher hatte sie
meistens "Glück": Sie wurde übersehen. Man kann ihr - der Fixierung zugute halten, dass sie über ein ordentliches Mass an Intelligenz verfügt.
Sonst hätte sie sich nicht über so lange Zeit im Verborgenen halten
können. Sie hat sich sogar sehr geschickt maskiert, aber nun ist Schluss
mit der Maskerade, das Neue Bewusstsein durchschaut sie mit seinem
klaren Blick.
Diese Fixierung handelt von Selbstverletzung in vielen ihrer Facetten.
Nun - ich bin davon überzeugt, dass niemand sich selbst verletzt, weil er
gerne Schmerzen hat. Die Psyche eines Lebewesens ist ohne Ausnahme
darauf programmiert, es seinem Besitzer - sei es ein Tier oder ein Mensch
- möglichst gut gehen lassen. Bei Tieren ist dies deutlicher sichtbar als bei
Menschen, weil Tiere wesentlich einfacher strukturiert sind und auch nicht
so komplexe Wachstumsaufgaben zu erfüllen haben wie Menschen. Ein
Tier wird immer diejenige Situation aufsuchen, in der es ihm am besten
geht. Wenn es sich nicht einschränken muss, wird es das auch nicht tun.
Wenn Tiere unglücklich in der Ecke sitzen, sich an den Pfoten knabbern,
sich die Federn ausreissen oder das Fressen verweigern, dann nicht, weil
sie gerne leiden, sondern weil sie keinen Ausweg aus ihrem Unglück mehr
sehen. Sie denken sich nicht allzu viel dabei. Ihre Welt ist einfach
aufgebaut, sie wollen ein gutes Leben haben, und wenn dieses gute Leben
nicht da ist und der Mangel an Futter, Freiheit, Versorgung und Liebe eine
Weile angedauert hat, dann verlieren sie die Hoffnung und kehren dem
Leben den Rücken.
Subtile Pläne, sozusagen auf Umwegen doch noch etwas zu erreichen,
sind einem Tier fremd.
Bei Menschen ist das jedoch anders. Menschen sind komplizierter
gestrickt. Ihr Gedächtnis ist länger und differenzierter als das ihrer Brüder
und Schwestern mit Fell, und Menschen sind in der Lage, auch dann noch
für ihr Glück zu kämpfen, wenn es bereits seit langem verloren scheint.
Wer über hochdifferenzierte Gefühle und komplexe Verhaltensmuster
verfügt, wer viel erlebt hat und viel erinnert, und wer in der Lage ist, über
all dies und ebenfalls über seine möglichen Zukünfte genau und in allen
Details nachzudenken, KANN LEICHT FEHLER MACHEN.
Dies mag euch sicherlich zunächst wundern. Aber bei genauerer
Betrachtung löst sich die Verwunderung auf. Der Volksmund, der eine
ganze Menge weiss und ein Ausdruck kollektiven Wissens ist, sagt: "Wer
viel macht, macht auch viel verkehrt." oder, negativ ausgedrückt: "Nur
wer nichts macht, macht auch keine Fehler." Ihr kennt das alle: Wer die
Wahl hat, hat die Qual, und selig seien diejenigen, die schlichten Gemüts
sind, denn die kommen gar nicht erst in die Situation, viel verkehrt zu
machen. So manch ein Intelligenzbolzen hat schon seinen Grips verflucht,
und man kann es sogar verstehen.
Nun, ein Tier hat die Wahl: Den Napf leerfressen oder Kohldampf
schieben. Gar keine Frage, der Napf wird leergefressen, es sei denn, das
Essen ist völlig ungeniessbar.
Ein Tier wird angeknurrt und hat die Wahl: Beissen oder abhauen? Klarer
Fall, weicht der Gegner einen Schritt zurück, wird hinterhergesetzt und in
den Po gebissen. Knurrt der Gegner seinerseits und kommt näher, ist
Abhauen ohne Frage die Methode dieser einfachen Wahl. Zu wählen macht
selten Probleme, und wer Tiere hat, wird sie sicherlich selten beim
Grübeln beobachtet haben.
Kein Mensch hat es je so einfach. In der Frage des vollen oder leeren
Tellers spielen der Einkaufzettel, die Vitaminversorgung, die
geschmacklichen Vorlieben, die Diätbemühungen, das Wochenbudget und
was weiss ich was noch alles in die Entscheidung mit hinein. In der Frage:
"Angreifen oder sich verdrücken" sind Überlegungen um Diplomatie,
verschiedene Konfliktlösungen, alte Erfahrungen, neue Motivationen und
vieles andere mehr dabei.
Fehler sind bei derart differenzierten Strickmustern einprogrammiert. Das
kennt man vom Pulloverstricken und aus dem Leben kennt man das ganz
ähnlich. "Fehler sind menschlich" - aber niemals tierisch - das weiss der
Volksmund ebenfalls. Fehler sind in die menschliche Evolution sozusagen
eingewebt, weil Menschen damit die Chance erhalten, etwas zu lernen.
Lernen bedeutet: Eine Erfahrung machen und mehr Kompetenz erwerben.
Hat man einmal aus einem Fehler gelernt, macht man ihn in aller Regel
niemals wieder. (Mit einem tio-typischen, fühlbaren leisen Schmunzeln):
Wenn doch, muss man mit dem Fehler auch den Kurs wiederholen. Dann
hat man nämlich nicht begriffen, um was es geht und wo der Fehler sagt:
"Hier, mach das anders, dann kannst du wachsen!"
In aller Regel wird man schliesslich aus Fehlern klug. Auch das ist
bekannt. Aus Fehlern wird man (betont) immer klug, auch dies ist in der
menschlichen Evolution eingewebt wie ein roter Faden, nur ist die Anzahl
der "Lebenskurse", die nötig sind, bis gewisse Fehler erkannt und in
Wachstum, Wissen und mehr Kompetenz verwandelt worden sind,
dramatisch hoch gewesen.
Dies verlangsamt die Entwicklung im Themenbereich des Fehlers und
schafft einen Zustand, die ich mit einem meiner liebsten Wörter
umschreiben möchte: VERDRUSS. Ich werde dieses Wort jedoch mit
Freude und einem breiten Lächeln auf der Stelle vergessen, wenn die NotWendigkeit von Verdruss sich erledigt hat. Im neuen Bewusstsein ist
Verdruss sicher bald nicht mehr erforderlich.
Fehler, die sich wiederholen und bezüglich derer das Leben in seiner
Weisheit immer neue Wiederholungskurse anbieten muss, sind
Automatismen, die sich verselbständigt haben. Das kann bei Menschen
passieren, denn wie gesagt: Viele Wahlmöglichkeiten, viele
Fehlerwahrscheinlichkeiten.
Davon hat das Alte Bewusstsein buchstäblich gelebt. Situationen, Gefühle,
Gedanken und Glaubenssätze wurden eintrainiert, wiederholt und
wiederholt, und auf vielerlei Wegen und noch mehr Umwegen schufen
Menschen Karma und wurden klüger, indem sie Fehler erkannten und
somit das geschaffene Karma wieder auflösten.
Manche Fehler, die sich verselbständigt haben, sind jedoch nicht sehr
offensichtlich, und einer davon, ein häufiger, ist ganz besonders
menschlich.
Silvie: Tio, mach es nicht so spannend!
Tio: Doch, mache ich. Aber ich lüfte das Geheimnis gleich nach wenigen
Abschnitten!
Zunächst: Zunehmende Verdrossenheit in einem Lebensbereich weist
ziemlich sicher darauf hin, dass sich dort ein solcher gut maskierter Fehler
versteckt hat. Zunehmende Frustration in Verbindung mit dem tiefen
inneren Wissen, dass das so nicht sein müsste und man etwas ändern will,
und zwar gründlich, schafft wachsenden Leidensdruck - so lange, bis mit
einer kleinen oder auch grösseren emotionalen Explosion Mensch und
Situation ordentlich durchgerüttelt werden und manchmal die
Angelegenheit damit bereinigt ist - wenn es sich um einen kleine Sache
gehandelt hat.
Ein ordentliches Gewitter hat schon oft die Luft gereinigt und ein Muster
beendet, das sowohl für dessen Besitzer als auch für seine Umgebung
unangenehm und verlangsamend war.
Was ich euch sagen will, ist, dass man gar nicht so lange warten muss, bis
man explodiert. Man kann lange vorher erkennen, wo etwas festhängt,
wenn man seinen Verdruss achtet und ihm nachspürt. Und für grössere
Themen eigenen sich reinigende Gewitter ohnehin nicht, die brauchen eine
genauere Betrachtung und feinere Lösung.
Nun - lasst uns mit dem häufigsten Muster dieser Art üben - dann erkennt
ihr die Struktur und erwischt ähnliche Muster ebenfalls, bevor sie euch
zermürben.
Das häufigste Muster dieser Art ist jene oft unbewusste innere Haltung:
"Sie nur, was du mir angetan hast!" Wenn man es tatsächlich bis auf den
Grund durchschaut hat, kann man befreit darüber lachen und es loslassen.
Dieses Muster ist deshalb so verbreitet, weil es in der Kindheit - besonders
in jenen Kindheiten, die im zwanzigsten Jahrhundert stattgefunden haben
- erworben wurde. Kinder sind in vielen Bereichen von ihren Eltern
abhängig. Wenn sie sich schlecht behandelt, nicht gesehen, falsch
verstanden fühlen (und es auch tatsächlich oft sind) haben sie oft nur
eine Möglichkeit darauf aufmerksam zu machen: Sie zeigen ihre Wunde.
Die Eltern sollen sehen, dass sie dem Kind Unrecht getan haben oder dass
ihre Handlungsweise zumindest emotionalen Schmerz verursacht hat, ob
dieser nun absichtlich zugefügt worden ist oder versehentlich.
Ich möchte euch an dieser Stelle liebevoll daran erinnern, dass ich keine
Schurkenrollen verteile. Jetzt nicht und auch sonst nicht. Es geht nicht um
"böse" Eltern und "arme" Kinder. Es geht darum, dass im zwanzigsten
Jahrhundert die Individualisierung der Menschen stark zunahm und die
Kinder viel früher als sonst ihren eigenen Willen, ihren Wert und ein
Gefühl für sich selbst entdeckten. Es geht darum, dass gleichzeitig das
zwanzigste Jahrhundert dasjenige war, das wohl die radikalsten
Wertewandlungen erlebt hat, die jemals stattgefunden haben. Viele
Erwachsene waren damit überfordert. Damit, wie man selbstbewusste,
wache, manchmal fordernde Kinder erzieht, waren ebenfalls viele
überfordert. Man hatte damit ja gar keine Erfahrung.
Und so kam es, dass viele emotionale Wunden entstanden sind, aus
Überforderung, Unwissen oder einfach so durch das Leben. All diese
Unsicherheit, all diese vermeintlichen oder auch echten Fehler nennt man
"Entwicklung". Und all diese Schmerzen auch.
Die Situation des Kindes unterscheidet sich grundlegend von der eines
Erwachsenen. Wenn einem Erwachsenen etwas nicht passt, kann er die
Situation verlassen. Das ist nicht immer einfach, es erfordert oft
umfangreiche Überlegungen und Vorbereitungen, aber meistens ist es
möglich. Wer es in seiner Ehe nicht aushält, kann sich scheiden lassen.
Wer im Job gemobbt wird, kann kündigen und etwas anderes finden. (Ich
drücke dies absichtlich vereinfacht aus, damit man die Struktur erkennt.)
Ein Kind, das sich verkannt und nicht gewürdigt fühlt, kann sich aber nicht
von seinen Eltern scheiden lassen und sich andere Eltern suchen. Es kann
auch nicht selber die Schule wechseln. Oft darf es auch keine Widerworte
geben.
Was kann es also machen? Eines: Auf seine Verletzung aufmerksam
machen. Es kann seine verletzte Psyche hinhalten und sagen: "Hier,
schaut euch das an, schaut wie wund ich bin. Das habt ihr gemacht!" Im
zwanzigsten Jahrhundert hat man viele Jahrzehnte lang solche
Demonstrationen von "Weh" nicht verstanden. Man hatte keine Erfahrung
damit! Erst im letzten Drittel des vergangenen Jahrhunderts begann sich
Erfahrung zu entwickeln und man begann, anders mit Kindern, ihren
Bedürfnissen und ihren Verletzungen umzugehen.
Lasst und noch extra auf die Frage des Fehlers schauen: Hat das Kind in
dem Fall einen Fehler gemacht? Nein. Es hat sich nicht selbst verletzt, es
kann sich nicht selbst helfen, also muss es Anderen zeigen, was los ist.
Für viele kam der Umschwung in der Erziehung und eine veränderte, mehr
auf das Kind gerichtete Sichtweise, reichlich spät. Ich sage bewusst nicht,
es kam zu spät, weil es das nicht tat. Um ein zerstörerisches oder
selbstzerstörerisches Muster aufzulösen, dazu ist es nie zu spät.
Jedoch haben viele jener Menschen, die heute im mittleren oder höheren
Lebensalter sind, ihre Kindheitsverletzungen noch lange mitgenommen.
Das Leben hat sicherlich manches auf Umwegen geheilt, aber nicht immer
und nicht alles. So manches tut immer noch weh und hat sich gut
versteckt. Verdruss und Leidensdruck nehmen zu, aber man muss nicht
bis zur Explosion warten.
Eine schmerzhafte Dynamik ist in Gang gekommen, die erkannt werden
will, dann löst sie sich auf.
Mancher Erwachsene mit den entsprechenden Erfahrungen aus seiner
Kindheit zeigt, symbolisch gesprochen, immer noch sein wehes Knie.
Symbolisch gesprochen sagt er immer noch seinen imaginären Eltern:
"Schau mal, da tut es mir weh. Da bin ich wund. Und das kommt nur
daher, dass ihr mich geschubst habt!"
Natürlich sind die Eltern, die ihm jene Wunde damals wissentlich oder
unwissentlich zugefügt haben, längst nicht mehr da. Sie sind alte Leute,
vom Leben gereift, und täten das nicht nochmal. Oder sie sind in die
Ewigkeit gegangen. Oder sie haben nichts gelernt, das gibt es auch, und
dann wird es vielleicht schwierig.
Hier muss euer alter Tio wieder ein bisschen schmunzeln, denn das
verletzte, ungeheilte Kind in einem Erwachsenen wird IMMER denken,
seine Eltern hätten nichts gelernt. Die Wunde ist doch noch da, oder? Sie
haben kein Pflaster draufgeklebt, nicht Heile-Heile-Segen gesungen, keine
tröstenden Gummibärchen gereicht. Also haben sie nichts gelernt. Das
sagt das ungeheilte Kind im Innern des verdrossenen Erwachsenen.
Da haben wir den ersten Fehler. Wenn der Erwachsene dem Kind das
Sagen lässt, hat der Erwachsene keine Stimme mehr. Das Kind - als Kind
- macht es richtig, wenn es sich an seine Eltern wendet zwecks Pflaster,
Trost und Gummibärchen. Der Erwachsene aber nicht. Er ist erwachsen,
weil er sowohl der Kindheit als auch der Fürsorge seiner Eltern entwachsen ist. Seine Eltern könnten jetzt Freunde für ihn sein, wenn es gut
gelaufen ist, aber sie sind nicht mehr seine Versorger. Pflaster kann er
jetzt selber aufkleben.
Aber solange das ungeheilte, verletzte Kind in ihm das Mikrofon in den
Händchen hält, wird er das nicht merken. Der erste Fehler ist also: Der
Erwachsene lässt sein ungeheiltes Kind sprechen und WENDET SICH AN
DIE FALSCHE ADRESSE.
Das kann wirklich Verdruss machen.
Eine wahre Begebenheit - ich hoffe, sie ging gut aus - erlebten Silvie und
ich vor einigen Jahren. Ein verhärmt aussehender Mann von 40 Jahren
kam in die Beratung. (Wir verändern hier die äusseren Daten seiner
Biografie so, dass man ihn nicht erkennt und halten uns so an die
Schweigepflicht). Er wirkte sehr unglücklich. Er war weit davon entfernt,
er selbst zu sein. Er berichtete, er sei privat und beruflich unzufrieden.
Seine Eltern hätten ihn, als er sechzehn Jahre alt war, in eine
Kaufmannslehre gesteckt. Er hätte aber lieber Abitur gemacht und studiert
und wäre Ingenieur geworden.
Nun - wir haben versucht, ihm klar zu machen, dass er längst auf dem
zweiten Bildungsweg sein Abitur hätte nachholen, dann studieren und sich
seinen Berufswunsch hätte erfüllen können. Das wäre vielleicht etwas
mehr Arbeit und Mühe gewesen als auf dem ersten Bildungsweg, aber
möglich gewesen wäre es, und zwar sehr gut. Aber er machte weiterhin
seine Eltern für seine Unzufriedenheit verantwortlich und war lieber
verdrossen, als direkt für sein Glück zu arbeiten. Er konnte immer noch
allerhand ändern. Es war wirklich noch nicht zu spät.
Seine Geschichte ging jedoch noch weiter und wurde noch trauriger.
Zunächst aber, was tat er, anstatt sich darauf zu besinnen, dass er
erwachsen ist?
Er zeigte sein wehes Knie und sagte: "Das habt ihr mir angetan!"
Er hatte es inzwischen viel schlimmer gemacht als es ursprünglich
gewesen war. Da seine imaginären Eltern nicht auf sein Wehgeschrei
geantwortet hatten - wie könnten sie auch, sie dachten ja, er sei lange
erwachsen - rieb er sich symbolisch ausgedrückt Staub in die Wunde, auf
dass sie sich entzündete. Damit hoffte er, die Wunde sei deutlicher
sichtbar.
Das ist Fehler Nummer zwei: Eine deutlicher sichtbare, schlimmere Wunde
wird trotzdem nicht erkannt, wenn niemand da ist, der sie erkennen kann.
Die Kindheit ist ja längst vorbei, die Eltern sind ihrerseits auch nicht mehr
die, die sie damals waren, und sie werden kein Pflaster mehr aufkleben.
Was hätte unser Mann tun können? Er hätte, symbolisch gesprochen, sich
daran erinnern können, dass er ein grosser Junge ist und selber ein
Pflaster drauf geklebt. Und er wäre zur Abendschule gegangen und dann
hätte er studiert.
Was seine Eltern ihm "angetan" hatten, war keineswegs so schlimm, dass
es sein ganzes bisheriges Leben hätte zerstören können. Er hätte es
ändern können - eigenständig, und je früher, desto besser. Und er konnte
es immer noch ändern.
Seine traurige Geschichte hingegen ging wie gesagt noch weiter. Er
berichtete, er lebe allein, seit seine Eltern ihm die Verlobung mit einem
Mädchen ausgeredet hätten, als er zwanzig gewesen sei. Seitdem habe er
nicht mehr aufgehört zu trauern und habe sich nicht mehr verliebt. Genau
so wirkte er: Wie ein trauernder, verhärmter Zölibatär, an dem das Leben
vorbei geht. Ganz mager war er und vorgealtert. Symbolisch gesehen
hatte er sich ein Loch ins Knie geschossen, wo vorher nur eine Schramme
gewesen war. Verzweifelt hatte er versucht, die Wunde deutlicher zu
machen. Aber da war niemand, der sie sehen konnte, ausser ihm selbst.
Und er kannte seine Wunde ja, für sich selbst brauchte er sie nicht
schlimmer zu machen.
Das war Fehler Nummer drei: Es so schlimm machen, dass man selber
erheblich darunter leidet. Es hilft nur nicht. Und es wird auch nicht
sichtbarer davon.
Helfen tut etwas anderes.
Unser Mann hätte, hätte er genug Mumm in den Knochen gehabt, sein
Mädchen an die Hand genommen, sie auf sein Motorrad gesetzt, sich
selber hinter den Lenker geschwungen und wäre mit ihr über alle Berge
davongebraust. Ins Glück, oder in die normalen Wechselfälle und
Anforderungen des Lebens. Er war volljährig, das Mädchen war volljährig,
sie hätten einfach tun können, was ihr Herz ihnen sagte.
Und heute? Er hätte, wenn er erkannt hätte, dass er sich selber aus dem
Sumpf ziehen kann, mit den alten Schmerzen abschliessen und sich dem
Leben wieder zuwenden können. Vielleicht geht so etwas nicht ohne
Therapie, und nicht immer gleich sofort, aber es geht.
Dazu gehört natürlich Mut, aber das Leben erfordert immer Mut, nur dann
beschenkt es einen auch.
Nun, ich weiss nicht, wie seine Geschichte weitergegangen ist. Seine
Eltern waren übrigens einfache, fleissige Leute aus Südeuropa, die es in
Deutschland zu sehr bescheidenem Wohlstand gebracht hatten. Ihren
Sohn die Mittlere Reife und dann eine Kaufmannslehre machen zu lassen
war für sie die Grenze dessen, was sie sich zu jener Zeit an Fortschritt
vorstellen konnten. Sie waren sicherlich nicht böse, und sie hatten in dem
Vierteljahrhundert nach der fatalen Entscheidung, die ihren Sohn so
verletzt hatte, bestimmt ihrerseits allerhand dazugelernt. Sie dachten
sicherlich nicht mehr so eingeschränkt wie damals. Aber die Wunde sahen
sie nicht. Denn dafür waren sie auch gar nicht zuständig.
Der Sohn seinerseits hätte einfach machen können, was ihm am Herzen
lag. Vielleicht hätten seine Eltern ihn nach anfänglicher Skepsis sogar
dafür bewundert.
Er ist dann nicht mehr zur Therapie gekommen, der Sohn. Euer alter Tio
vermutet, dass er noch eine Weile seine wunde Psyche pflegen wollte.
Aber erfahrungsgemäss nimmt Verdruss mit der Zeit zu, und irgendwann
erzeugt er echten Leidensdruck, und spätestens dann fangen die
Menschen an, ihre Fehler zu erkennen und das Richtige zu tun - das, was
für sie selber richtig ist, nämlich.
Wollen wir hoffen, dass es ihm so ergangen ist.
Nun - muss da jemand leise und wissend lächeln, auch wenn dies eine
traurige Geschichte ist? Irgendwo, in irgendwelchen Bereichen des
Lebens, verstecken sie sich gern, die alten Irrtümer, die so machen
Menschen dazu bringen können, sich ein Loch ins Knie zu schiessen.
Sagt nicht der Volksmund, wenn man im Begriff ist, etwas völlig Unnützes
und Dummes zu tun "Das brauchst du so nötig wie ein Loch im Knie"?
Nämlich gar nicht brauchst du das!
Dann schauen wir uns mal Folgendes an:
- warum man glaubt, mit Selbstsabotage letztendlich doch noch glücklich
zu werden, was aber nicht geht,
- wie sich solche Muster maskieren und wo sich sich verstecken,
- wodurch sie sich verraten, so dass man sie finden kann und schliesslich,
- wie man sie auflöst.
Menschen schiessen sich, symbolisch gesprochen, ins eigene Knie, um
sichtbarer zu humpeln. Jawohl, wenn es ihnen nicht selber so weh täte,
dann könnte man wahrhaftig darüber lachen. Menschen sind auf Grund
ihrer komplizierteren mentalen Bauweise zu etwas in der Lage, was
andere Lebewesen entweder nicht können (wie Tiere) oder nicht wollen
(wie, mit Schmunzeln, "wir" hier "oben"):
Erinnert euch daran, dass es das Bestreben jedes Lebewesens ist,
glücklich zu sein oder glücklich zu werden. Wenn dies auf direktem Wege
nicht möglich ist, dann versuchen Menschen es auf indirektem Wege. Dies
wäre kein Problem, wenn sich nicht regelmässig Fehler in diese Strategie
einschleichen würden, die dann zu den berühmten emotionalen
"Knieschmerzen" führen würden.
Mit anderen Worten:
Solches ist ein aussichtsloses Unterfangen.
Man tut sich und Anderen keinen Gefallen damit, wenn man es fortsetzt
und die Methode eventuell sogar noch verfeinert.
Man tut sich und Anderen jedoch einen sehr grossen Gefallen, wenn man
erkennt, was man da macht, und es künftig sein lässt.
Erkenntnis ist dabei wie meistens im Leben das Allerwichtigste, und zwar
gründliche Erkenntnis, damit man nicht nur erfährt, DASS es nicht geht,
sondern WARUM es nicht gehen KANN. Deshalb hat euer alter Tio sich zu
diesem kleinen Vortrag entschlossen.
Der Versuch, auf Umwegen zu seinem Wohlergehen zu kommen, ist sehr
verbreitet und eigentlich immer gleich strukturiert - notfalls fügt man sich
selber Schaden zu und macht unbewusst eine Kosten-Nutzen-Rechnung
auf: Ein kleiner oder zumindest überschaubarer Schaden für mich - und
das Glück wird mir gegeben. Kleiner Schaden - beträchtlicher Nutzen.
Nur dass es eben nicht funktioniert, weil der, der den Schaden bemerken
und aus Mitgefühl oder Verantwortungsbewusstsein dann das Glück
spenden soll, längst weitergezogen ist - äusserlich oder innerlich - und
den Schaden gar nicht mehr sieht.
Mit diesem Muster konnte das Alte Bewusstsein jedoch ausserordentlich
effizient arbeiten, deshalb hat das ALTE BEWUSSTSEIN überhaupt keine
Einwände dagegen gehabt. Man kann - das könnt ihr euch ja leicht
vorstellen - eine Menge Karma damit schaffen, Verwirrungen und
Verwicklungen, ja auch heftige Verstrickungen damit schaffen und recht
ordentlich leiden.
Für den Crashkurs in Entwicklung, welchen das Alte Bewusstsein euch
angeboten hatte, war das durchaus sinnvoll.
Nun aber hat die Evolution euch - die gesamte Menschheit - ein gutes
Stück weitergetragen und die Muster des Zeitalters des Karma sind nicht
mehr brauchbar. Noch mehr Leid? Nein, wozu denn? Weitere Umwege?
Macht doch keinen Sinn, auch wenn Umwege die Ortskenntnis erhöhen, so
dürften sie inzwischen langweilig geworden sein. Niemand hat mehr Lust
darauf, und diejenigen, die immer noch emotionale Knieschmerzen haben,
würden sie liebend gern loswerden, wenn sie wüssten wie.
Dies ist etwas knifflig und erfordert genaue Beobachtung. Aber es ist
möglich, und es ist sogar dringend nötig. Und wenn die Evolution etwas
für nötig hält, dann sorgt sie auch dafür, dass es geschieht. Ich erinnere
daran, dass wir aus kosmischer Sicht nicht übersehen können, dass die
Evolution - JEDE Evolution auf jeder Welt, und somit auch eure Evolution
auf eurer Welt - einem intelligenten Plan folgt. Zufall ist keineswegs ihr
Wirkprinzip - dass dies eine alte, dreidimensionale Betrachtung war, ist
inzwischen offensichtlich.
Also könnt ihr beruhigt sein - was sein soll, das geschieht auch. Nur
verstreicht unterschiedlich viel Zeit bis dahin und es kann unterschiedlich
schwierig sein. Deshalb hoffe ich, dass mein kleiner Vortrag hier euch das
Wissen bringt, wie ihr eure eigenen Evolution beschleunigen könnt. Wir
hier oben sind der Ansicht, dass niemand von euch Menschen unglücklich
bleiben muss, und wir wollen euch Wissen an die Hand geben, wie ihr
dieses natürliche Lebensziel schneller erreichen könnt.
Ich sprach von der Notwendigkeit genauer Beobachtung im Falle
selbstschädigender Umwege.
Deren Verhaltens- und Empfindungsmuster können sich nämlich gut
verstecken und sie tun dies im Allgemeinen auch. Sie scheinen richtig
Spass daran zu haben, euch zum Narren zu halten. Aber das müsst ihr
nicht länger hinnehmen, ihr könnt längst das Kommando auf eurer
Schiffsbrücke selber übernehmen. Mit Wissen.
Wenn man - vielleicht mit einem souveränen Lächeln - genau auf das
eigene Leben schaut, dann findet man die Verstecke der Selbstsabotage
und dann findet man auch, dass sie eigentlich gar nicht so intelligent sind,
wie sie sich den Anschein geben.
Des Menschen Leben besteht aus Tätigkeit. Es ist nicht wirklich möglich,
NICHTS zu tun. Sogar wenn man still dasitzt und sich auf die Leere im
Universum und möglicherweise auch auf jene im eigenen Kopf
konzentriert, dann tut man etwas: Man konzentriert sich auf die Leere.
Wenn man sich in einer Lebenssituation befindet, dann liegt man nicht
einfach nur still in dieser Lebenssituation drin, sondern man TUT
fortwährend etwas, um sie zu erhalten - oder zu verändern. Wenn man
sich unglücklich fühlt, dann tut man grundsätzlich etwas, um die
unglücklich machende Situation zu erhalten - sogar und GERADE dann,
wenn man bewusst der Meinung ist, man sei dabei, etwas zu ändern.
Täte man das wirklich, wäre man glücklich oder würde sich zumindest
freuen, dass man das Ruder des Bootes in der eigenen Hand hat und
etwas unternimmt, damit es einem bald besser geht.
Daran, wie man sich fühlt, kann man immer sehr schnell erkennen, WER
auf der der Kommandobrücke steht.
Ist es das Bewusstsein, dann fühlt man sich in der jeweiligen Situation
präsent. Man ist zufrieden, dass man das tut, was man möchte oder
dessen Erfordernis man gerne einsieht - dann ist es ja ebenfalls das, was
man möchte - und die Situation erfüllt einen positiv und gibt einem Kraft.
In aller Regel hat man sich selbst ausgesucht, was man da gerade tut. Es
kann jede Art von Situation und von Arbeit sein, man kann das überhaupt
nicht werten. Ich bin überzeugt davon, dass Mutter Theresa
ausserordentlich glücklich war, wenn sie ihre "schwere" Arbeit für Arme
und Kranke tat. Man musste diese Frau nur ansehen, um die Kraft, das
Glück und die innere Stärke zu spüren, von denen sie erfüllt war. Auch
wenn es ein böses Gerücht gab, dass sie in Wirklichkeit ausgebrannt und
unglücklich war - dass dies ein böses Gerücht gewesen ist und weiter
nichts, zeigt jeder Blick auf die Person. Bis zum Ende ihres langen Lebens
war sie von Kraft, Sinn und Bewusstheit erfüllt.
Und vor allem war sie eines: Radikal selbstbestimmt. Ein solcher Mensch
hat erfahren und gelernt, dass Umwege nicht funktionieren, und er geht
einen geraden Weg zu seiner Erfüllung und er findet sie.
Wenn ihr also in einer Lebenssituation seid, die euch erfüllt und euch
Freude macht, ganz gleich was das ist, dann ist alles in Ordnung.
(Verschmitzt) Dann braucht ihr nicht weiter zu lesen, dann geht lieber
wieder zurück zu eurer Freude und geniesst sie.
Wenn man sich allerdings in einer Situation befindet, die zäh,
unangenehm, nicht bewusst von euch selbst ausgesucht oder euch sogar
zuwider ist, dann steht das Unterbewusstsein am Steuerruder und hat
ausserdem noch seinen Kompass ins Wasser fallen lassen. Das kann zur
Folge haben, dass der betreffende Mensch gerade sehr zielstrebig in die
Irre geführt wird. (Heiter) So etwas kann ja passieren, wenn der Kompass
weg ist.
Beobachtet genau, was ihr fühlt. Es gibt einige sehr einfache Kriterien,
anhand derer man herausfinden kann, wer auf der Kommandobrücke
steht.
Jetzt sagt bitte nicht: "Tio, gleich erzählst du uns wieder, dann sollten wir
etwas ändern. Manche Dinge kann man nicht ändern, die muss man
ertragen. Tio, bleib auf dem Teppich!"
Genau, darauf will ich hinaus, und ich bleibe auf dem Teppich. Und es
stimmt, manche Dinge kann man nicht ändern. Nicht sofort. Etwas später
aber dann schon. Und erstaunlich viele Dinge kann man sofort ändern,
wenn man die Dynamik erkennt, die einen in die entsprechende Situation
hineingetrieben hat.
Wenn man dem Unterbewusstsein das Steuerruder überlassen hat und der
Kompass ins Wasser gefallen ist, dann merkt man das an Empfindungen
und Gedanken wie den folgenden:
Ich tue das, was ich tue / ich bin dort, wo ich bin:
- sehr ungern
- weil ich es nun mal muss
- weil ich mich Anderen verpflichtet fühle
- weil ich es nicht besser verdient habe
- weil das Leben nun mal kein Zuckerschlecken ist
- weil ich sonst meine Eltern enttäuschen würde
- weil Sachzwänge mich dazu verurteilt haben
usw.
Wichtig ist: Ihr mögt es nicht, meint aber, ihr müsstet es auf Grund
innerer oder äusserer Zwänge tun.
Die Tätigkeit / die Situation macht euch:
- müde
- widerwillig
- gereizt
- zynisch
- perspektivlos
usw.
Wichtig ist: es erfüllt euch nicht, sondern macht euch leer. Aber auf eine
ungute Weise, es macht euch leer im Sinne von inhaltslos, freudlos,
hoffnungslos.
Wenn ihr auf Grund einer solchen Situationsanalyse sagen könnt: "Gut
dass ich das gemerkt habe, ich ändere sofort etwas oder entwerfe einen
guten Plan, wie ich demnächst etwas ändern kann", dann ist FAST alles in
Ordnung. Dann könnt ihr genau das tun und braucht ebenfalls nicht mehr
weiter zu lesen. Dann krempelt euch statt dessen die Ärmel auf und
ändert etwas.
(Verschmitzt) Das Dumme an der Sache ist nur: Änderungen, die auf
diese Weise zu bewerkstelligen sind, die sind im Allgemeinen inzwischen
geschehen bzw. gemacht worden.
Was einfach war, das ist erledigt. Nun, auf den letzten Metern der
Zielgeraden vor dem Neuen Bewusstsein, werden die verborgenen,
subtilen Fixierungen erkannt, die eine spezielle Betrachtungsweise
brauchen, damit man sie hinter sich lassen kann.
Nochmal: Die Evolution bringt euch zuverlässig jetzt auf eine neue
Bewusstseinsstufe. Dies GESCHIEHT, ob ihr das nun wollt oder nicht.
(Schmunzelt) Nun, ich denke, ihr werdet das wollen, denn es ist etwas
Gutes und Schönes.
Die Frage ist nur, wie anstrengungslos oder angestrengt wird das gehen?
Nimmt man die letzten Meter mit Bravour, oder langt man ausgepumpt
am Ziel an, irgendwo im oder hinter dem Mittelfeld der anderen Läufer
und muss sich dann erst einmal erholen?
Mit Erkenntnis und mit dem WILLEN zum Guten kann man elegant durchs
Ziel gehen und hat sogar noch Reserven. Der Weg zum Ziel ist
vorgegeben, die Geschwindigkeit aber nicht. Daran könnt ihr etwas tun.
So. Zurück zu den ach so menschlichen Umwegen.
Ist das Unterbewusstsein auf der Brücke, der Kompass über Bord und die
Gefahr gross, das das symbolische Knie Schaden nimmt, dann merkt man
das daran, dass man eine "Blockade" spürt, die die Änderung zum Guten
verhindern will. Ihr Menschen spürt das ganz genau, damit kennt ihr euch
inzwischen aus.
Nur macht euch bitte auch hier wieder einmal klar, dass diese "Blockade"
nicht von aussen kommt, sondern von innen - sogar dann, wenn sie sehr
äusserlich aussieht. Sogenannte Sachzwänge lösen sich meistens sehr
schnell in unerwartete Chancen auf, wenn man erkannt hat, wo die erste
Veränderung zu geschehen hat.
Lasst uns ein Beispiel nehmen.
Jemand hat einen schlecht bezahlten Teilzeitjob, den er verabscheut, kein
Geld und keine Zeit. Nicht für sich selbst und nicht für sein Kind. In der
Regel werden Menschen in einer vergleichbaren Situation viele äussere
Gründe anführen, warum sie durchhalten müssen und warum sie von
einem zunehmend schlechten Gewissen ihrem Kind gegenüber gequält
werden.
Bei genauerer Betrachtung werden sich hingegen einige innere Gründe
finden, die einer positiven Veränderung des Aussen im Wege stehen, und
diese inneren Gründe werden sich ebenfalls in der Regel auf EINEN Grund
reduzieren lassen.
Selber in Armut aufgewachsen zu sein, traurige Eltern zu haben, sich
solidarisch zu fühlen mit jenen, denen es schlecht geht - dies ist meist
bereits aufgerollt und aufgelöst und wenn es das nicht ist, dann kann man
es leicht nachholen.
Wenn das alles war, ist die Tür zu einem guten Leben dann offen und das
gute Leben kann freudig und relativ mühelos geschaffen werden.
(Sehr verschmitzt) In dem Fall braucht ihr natürlich nicht weiter zu lesen.
Geht das nicht so leicht, steckt EIN Gefühl dahinter, das sich von Mensch
zu Mensch nicht einmal sehr unterscheidet. Es ist ein Gefühl tiefer
Enttäuschung und ausgebliebener Heilung, das zu anderen Menschen
sagt: "Das habt IHR mir angetan, als ich ein Kind war. Und IHR habt das
nicht einmal gemerkt. Jetzt schaut euch die Folgen an, ich komme deshalb
auf keinen grünen Zweig mehr!"
Zentral dabei ist, dass es nicht von grosser Bedeutung ist, WAS damals in
der Kindheit schief gelaufen ist.
Dieser Gedanke mag immer noch neu sein - aber versucht es ruhig mal
damit. Es kann zu wenig Achtung, das Gefühl nicht gesehen zu werden,
nicht willkommen zu sein, ständig überfordert zu werden oder was auch
immer sein. Das erledigt sich, wenn man das Gefühl erkennt, das dahinter
steckt: "Das habt IHR mir angetan, SCHAUT euch diese Wunde an!"
Es wird nicht verurteilt, so zu denken. Es ist menschlich, und nur
menschlich. Und es gehört ins Alte Bewusstsein. Wenn man das Gefühl
erkannt hat, kann man es loslassen.
Und wie macht man das? Man NIMMT ES ZUR KENNTNIS, denn es ist ja
da. Es kann und soll nicht geleugnet werden. Und dann ersetzt man es.
Die einzelnen Schritte, die in JEDEM Fall von Selbstsabotage getan werden
können und die das unbrauchbare Konzept auflösen, sind folgende:
1. Hallo, Gefühl, da bist du ja. Ich nehme dich wahr. Da bist du.
2. Das müssen wir aber nicht länger so machen, Gefühl. Es führt zu
nichts.
3. Du darfst gehen, wann immer du willst, Gefühl.
4. Ich ersetze dich durch dein Gegenteil: Ich darf meine Erfüllung im
Leben finden.
5. ICH DARF!
Wichtig ist, dass ihr euch immer wieder die Erlaubnis gebt, ein gutes
Leben zu kreieren. Manche alten Fixierungen geben nicht sofort auf, aber
die Wiederholung der kleinen Übung löscht sie mit der Zeit, jedes Mal ein
bisschen mehr.
Entscheidend ist, dass ihr das Ruder wieder selber in die Hand nehmt und
eure Wunde nicht länger zeigt. Ihr wisst, sie wird nur schlimmer davon.
Wenn die Wunde so schwer ist, dass sie nicht von alleine heilt, dann ist es
natürlich eine gute Idee, Medizin zu benutzen. In dem Falle wird dies
emotionale und mentale Medizin sein, also Therapie.
Wenn ihr euch dafür entscheidet, fokussiert euch in die richtige Richtung,
nämlich nach vorn. Was wollt ihr? Wo will eure Seele euch hinführen? Was
erfüllt euch mit tiefer Freude? Was möchtet ihr tun? Wie kommt ihr dort
hin, wenn ihr die Selbstsabotage losgelassen habt? Für all das und viele
andere ZIELGERICHTETE Fragen kann Therapie sehr hilfreich sein.
Aber sie ist nicht immer nötig. Der klare Entschluss: "Jetzt reicht es mir.
Jetzt tue ich mir nicht länger weh, jetzt tue ich mir gut!" wirkt oft bereits
kleine Wunder - und gelegentlich sogar grössere.
Es gibt jedoch einige kleine fiese Tricks, die das Knieschuss-Muster
anwendet, um sich gründlicher zu verstecken. Das tut es nicht immer, es
ist auch nicht der Regelfall, aber manchmal benimmt es sich doch derart
hartnäckig, und dann ist es gut, die kleinen fiesen Tricks zu kennen und
zu durchschauen.
Es sind nicht viele, man hat sie schnell erkannt:
1. Endlose Analyse, die zu nichts führt.
Nun - nichts gegen Analyse. Sie macht oft Sinn. Im Neuen Bewusstsein
möchte man sich und sein Innenleben gut kennen. Allerdings sollte
Analyse zu etwas führen, nämlich ganz konkret zu mehr Lebensqualität
und zu mehr Glück und Freude. Wenn sie das nicht tut, dann tut es gut,
die Methode zu wechseln.
Manche Unterbewusstseine "benutzen" analytische Anstrengungen, um
immer genauer "wissen" zu wollen, was im Innern des Menschen los ist
und wo sich eventuell noch dies und das versteckt.
Vorsicht! Das ist ein ganz gemeiner Trick! Analyse schaut rückwärts
(manchmal macht das, wie gesagt, Sinn, aber zunehmend seltener, und
es sollte zu etwas Gutem führen). Benutzt das Unterbewusstsein die
Rückschau als Trick, dann vermeidet es damit erfolgreich, nach vorn zu
schauen. Es will gar nicht wirklich etwas wissen, es will bloss weiter sein
wehes Knie zeigen, und manchmal stellt es das recht raffiniert an.
Da hilft nur eines: Die Methode wechseln und nach vorn schauen!
2. Angst vor schlafenden Hunden.
Manche Menschen, die fortgesetzt leiden, möchten keine
Familienaufstellung, keine Analyse, kein Coaching machen, weil sie
befürchten, es könne etwas Schlimmes aufgedeckt werden, mit dem sie
dann nicht zurecht kommen. Sie leiden und leiden und zeigen ihre
Wunden.
Nun - manchmal wird tatsächlich etwas Schlimmes aufgedeckt. Wenn man
den Verdacht hat, da könne etwas schlummern, das anfängt zu beissen,
wenn man es weckt, dann ist es klug, sich seinen Therapeuten gut
auszusuchen. Er oder sie sollte ansprechbar sein, wenn zum Beispiel nach
einer Aufstellung etwas nachbearbeitet werden will, er oder sie sollte
Erfahrung mit heiklen Themen haben, respektvoll sein und - mutig!
"Schlimme" Dinge kommen ans Licht, weil sie geheilt werden wollen.
Meistens ist es eine grosse Erleichterung, etwas Belastendes endlich
gefunden zu haben.
Es ist auf lange Sicht sehr viel anstrengender, schlafende Hunde immer
wieder einzuschläfern, damit sie weiter träumen, als sie zu wecken und zu
klären, warum sie so gefährlich tun. Eine respektvolle schützende
Umgebung ist dafür erforderlich und die kann man finden, wenn man
wirklich will.
3. Davonlaufen
Die ist die mildere Form der Angst vor den schlafenden Hunden.
Seine gesamte Zeit dazu zu brauchen, etwas anderes zu tun als seine
Schmerzen zu heilen, ist ebenfalls ein Hinweis auf einen kleinen fiesen
Trick des Unterbewusstseins. Endlos lange im Büro sitzen, jeden Abend im
Fitnessstudio sein, jede Menge Smalltalk, Computern bis zum Abwinken
oder sogar zu viel Alkohol trinken sind bedenklich. Da versucht sich das
Unterbewusstsein davor zu drücken, seinen erfolglosen Umweg
aufzugeben.
Wohl verstanden, man kann das alles machen: Mal länger im Büro sitzen,
turnen, smalltalken, mal was trinken, mal lange vorm PC sitzen - aber
wenn man das ungute Gefühl hat, man wolle damit etwas Heilsamem aus
dem Wege gehen, dann ist es nicht gut, damit zu übertreiben. Da hilft nur
eines: Eine gute Therapie suchen und anfangen!
4. Gewohnheit
Dieser Trick ist sehr fein, aber gemein. Gleichwohl kann man ihn
bemerken und auflösen. Manchmal hat man sehr lange seine Wunden
gezeigt. Manchmal hat man vielleicht sogar bemerkt, dass es nichts
bringt, hat sich aber an sein Elend gewöhnt. Und nun weiss man nicht
mehr, was man tun könnte, wenn die Schmerzen weg wären. Angst vorm
Glück? Das gibt es, wenn man vergessen hat, wie Glück aussehen kann.
Hier hilft: Sich einen Vorrat von glücklichen Möglichkeiten zulegen. In
Form eines Zettelkastens, in Tagträumen, in Fantasien. Damit öffnet man
Türen, die ein gutes Leben dann schliesslich möglich machen. Man sollte
es aber nicht zu lange bei den Vorbereitungen belassen, irgendwann muss
man wirklich anfangen!
5. Märtyrertum
Noch ein gemeiner Trick. Märtyrer wurden belohnt - im Mittelalter. In der
Antike vielleicht auch. Und in zwanzigsten Jahrhundert? Da hat es das
auch noch gegeben, und manch einer von euch ist davon nicht verschont
geblieben: Wer brav leidet, bekommt ein dickes Lob und wird als gutes
Beispiel hingestellt.
Eine ältere Dame, die uns einmal besuchte, hatte dies sehr zu ihrem
Schaden an der eigenen Psyche erfahren. In einem Haushalt
aufgewachsen, in der braves Sichfügen in Armut und Unterordnung
belohnt wurde, stellte man sie ihren Geschwistern oft als Vorbild dar:
"Schaut euch an, wie schön brav und bescheiden eure Schwester ist!"
Ein dickes Lob für sie. Ärgerlich nur, dass ihr jedes Mal davon schlecht
wurde. Sehr viel später in ihrem Leben konnte sie das Muster dann
erfolgreich auflösen, und sie geniesst das Leben nun sehr.
Wenn euch EIGENTLICH davon schlecht wird, dass ihr so hübsch
bescheiden seid und so wenig Glück für euch wünscht, dann schaut mal
nach eurem "Knie". Höchste Zeit für eine Heilsalbe, die euch aus dieser
Enge befreit.
Nun, ich bin jetzt mit meinem Vorträgelchen so gut wie fertig. Ich danke
euch sehr herzlich fürs Lesen bis hierher und ich freue mich über jede
Leserin und jeden Leser, die ich unterwegs "verloren" habe! Nur glaube
ich, so viele werden es gar nicht gewesen sein!
Damit aber in Zukunft niemand mehr einen solchen Vortrag interessant
findet, wünsche ich euch viel Erfolg beim Auflösen jeglicher Reste von
Selbstsabotage und viel Freude als Belohnung!
Und am Schluss heute, wie versprochen, eine lösende Meditation, die
mehr ins Detail geht als der Schnelldurchgang auf S. 14 des Textes.
Es lohnt sich durchaus, die kleine Meditation öfter zu machen. Hartnäckige
psychische Fixierungen benötigen oft eine richtige Aufweichung, bis sie
verschwinden.
Abwechselnd mit der kleinen Gedankenübung lässt ein solches Vorgehen
die Chancen auf Erfolg erquicklich ansteigen.
Ihr könnt mit dem Meditationstext verfahren wie ihr möchtet. Ihr könnt
ihn mitlesen und werdet einen hübschen Meditationseffekt davon haben.
Ihr könnt ihn euch auf Band oder CD sprechen und ihn später anhören
und damit meditieren, so oft ihr wollt, wann und wo ihr wollt. Nur bitte
nicht beim Autofahren.
(Heiter) Sehr hübsch ist es auch, sich als nett zu erweisen und den Text
lieben Freunden vorzulesen. Ebenfalls schön ist es, wenn man Freunde
hat, die sich als nett erweisen und euch ihrerseits den Text vorlesen.
Setzt oder legt euch nun bequem hin und macht es euch richtig gemütlich.
Deckt euch warm zu, kuschelt euch ein. Schliesst nun ganz sanft eure
Augen und tut einige Momente lang gar nichts. Sitzt oder liegt einfach nur
da und fühlt, wie ihr langsam und sanft in die Entspannung zu sinken
beginnt. Ihr fühlt euch weich und warm, vielleicht ein wenig schwer, aber
angenehm, und ihr merkt, wie ihr gemächlich in eure eigene Mitte hinein
sinkt.
Alle Anspannung des Alltags und alle Beschwerlichkeiten dieser Zeit
bleiben oben, an der Oberfläche des Tagesbewusstseins, und es ist
ausserordentlich wohltuend, all dies loszulassen und es sich selber zu
überlassen. All das läuft euch nicht davon, ihr könnt euch darum weiter
bemühen, wenn diese Meditation vorbei ist. Und dann werdet ihr erholt
sein und vieles wird sich leichter tun lassen. Bis dahin überlasst den Alltag
sich selber. Es versteht sich, dass ihr dafür gesorgt habt, dass die
Beaufsichtigung kleiner Kinder unterdessen von anderen Personen
übernommen wird, und dann könnt ihr euch beruhigt auf eure innere
Reise begeben. Nehmt euch eine Auszeit und lasst euch sinken, tief und
tiefer unter die Oberfläche des Tagesbewussteins, immer weiter hinein in
euer eigenes, ruhiges Zentrum.
Hier, in eurem Herzzentrum in der Mitte eurer Brust, seid ihr immer in
Frieden. Hier gibt es keine Anstrengung, keine Mühe, keine Schmerzen
irgendwelcher Art. Hier seid ihr immer vollkommen, heil und ganz.
Hier, in eurem Allerheiligsten, in eurem reinen Herzen, werdet ihr Antwort
auf alle Fragen finden, die jetzt gelöst werden wollen, hier werdet ihr
Unterstützung und liebevolle Begleitung finden, wenn ihr etwas auflösen
wollt, was nicht mehr gebraucht wird und angefangen hat zu stören.
Helfer und Beschützer sind hier, Wesen aus dem Licht, und sie stehen
euch gerne hilfreich zur Seite. Sie wollen nur wahrgenommen und gefragt
werden, dann unterstützen sie euch gerne.
Mittlerweile seid ihr in eurem innersten Raum angekommen, in dem
runden Herzraum voll von weichem goldenem Licht. Hier ist euer
Allerheiligstes, hier werdet ihr heute etwas Wichtiges erfahren und etwas
Altes erlösen.
Nehmt euch etwas Zeit, um richtig anzukommen, fühlt die Ruhe und den
Frieden hier in eurem Innern. Das Licht ist weich und golden, noch hüllt es
alle Gegenstände ein, noch ist nur Licht da. Es ist angenehm und sanft,
und auch die Temperatur ist angenehm und sanft. Genau richtig, um sich
wohl und ganz entspannt und gelassen zu fühlen.
Vielleicht empfindet ihr einen süssen, zarten Duft, der den inneren Raum
hier erfüllt, und es mag sein, dass ihr leise, berührende Musik hört, die
man nur mit den inneren Ohren wahrnehmen kann. Sphärenklänge, kein
Instrument kann sie spielen, nur die Seele kann sie hören, und in der Tat
kommt diese Musik aus eurer Seele selbst.
Gebt euch hin und lasst euch noch ein wenig tiefer in den inneren Frieden,
in die innere Vollkommenheit hinein sinken.
Dann spürt ihr, dass Wesen aus dem Licht anwesend sind. Man fühlt ihre
Liebe, ihre Achtung und ihre Zuneigung. Und man fühlt ebenso ihre Stärke
und ihre Klarheit. Es mag sein, dass tief in eurem Herzen euer
persönlicher Begleiter aus dem Licht zu euch spricht, euer Höheres Selbst.
Aber es ist auch möglich, dass ein anderes Lichtwesen euch etwas
Wichtiges mitteilt. Es ist gleichgültig, von gleicher Gültigkeit, wer zu euch
spricht. Nur auf den Inhalt kommt es an. So entspannt euch auch hier,
überlasst es der höheren Weisheit, wie Wissen und Heilung zu euch
finden.
Wenn ihr wollt, könnt ihr eure inneren Augen öffnen und ein sanft
strahlendes Wesen vor euch sehen, einen Engel oder einen Berater aus
dem Licht. Wenn es euch lieber ist, könnt ihr aber auch eure inneren
Augen geschlossen lassen und euch auf das konzentrieren, was ihr fühlt.
Ihr fühlt Liebe zu euch strömen, ihr fühlt Kraft, und ihr fühlt euch
geborgen. Dieses Wesen wird euch unterstützen, eine Fixierung zu finden,
die euch weh tut und die ihr jetzt loslassen könnt.
Spürt die Nähe des hilfreichen Wesens. Fühlt, wie sein Licht euch einhüllt.
Und dann bittet eure eigene Seele, dass sie euch zeigt, wo ihr euch selber
schädigt. Wo habt ihr eine Wunde, die aus den frühen Jahren eures
Lebens stammt, und die bisher nicht geheilt ist? Eine Wunde, die euch
ständig schmerzt und die ihr unbewusst immer gepflegt und hergezeigt
habt, damit man sie sieht?
Wartet gelassen einige Zeit, bis eure Seele antwortet. Dann werdet ihr
fühlen oder plötzlich wissen, was das für eine Wunde ist. Vielleicht werdet
ihr auch innen, in eurem Herzen, die Antwort hören.
Gleich gültig wie, die Antwort wird kommen und ihr werdet sie verstehen.
Da ist noch etwas, von dem ihr glaubt, andere Menschen könnten es
heilen. Diejenigen, die euch vor langer Zeit diese Wunde zugefügt haben.
Aber das ist nicht möglich. Und das wisst ihr jetzt auch.
Dennoch - begrüsst das Gefühl des Schmerzes, der Trauer, vielleicht auch
das Gefühl des Zorns und der Verärgerung. Es kann durchaus auch eine
Mischung von Emotionen sein, die ihr fühlt. Sie will gefühlt werden, und
dann erst könnt ihr sie loslassen.
"Sei willkommen, Gefühl", sagt euer Herz. "So also fühlst du dich an. Lass
mich dich eine kleine Weile spüren, damit ich weiss, wie du bist. Ich achte
dich. Du warst lange bei mir. Ich habe viel durch dich gelernt."
Haltet das Gefühl eine kleine Weile. Aber nicht lange, nur bis ihr wisst, wie
es sich anfühlt. Euer Helfer aus dem Licht ist bei euch, ihr seid geschützt.
Ihr könnt gut aushalten, was ihr fühlt, denn ihr seid in liebevoller
lichtvoller Begleitung. Und es dauert ja nur kurze Zeit.
Die meisten von euch werden feststellen, dass das Gefühl längst nicht so
schlimm ist, wie man erwartet hat. Es ist eigentlich ziemlich milde, jetzt
wo man ihm erlaubt hat sich zu zeigen. Vielleicht ist es sogar etwas
süsslich, mit einen eigenartigen Beigeschmack, der das Herz zum
Schmelzen bringt.
Wenn ihr es gefühlt habt, verändert sich etwas in euch. die Empfindung
lässt nach. Es beginnt euch zu langweilen. Ihr merkt, dass ihr es nicht
mehr wollt. Es ist alt. Überflüssig, abgelebt. Euer Helfer aus dem Licht hilft
euch durch seine Anwesenheit, dies zu bemerken. Das Gefühl wollte
erkannt und gewürdigt werden, das war alles. Und nun wartet es auf die
Erlaubnis zu gehen.
"Wir müssen nicht zusammen bleiben, Gefühl", denkt ihr. "Wir sind eine
lange Strecke miteinander gereist, und du hast mir geholfen, meine alte
Wunde zu zeigen. Wir, du und ich, dachten, dann würde sie gesehen und
es würde mir geholfen werden. Nun, hier in meinem reinen Herzen, weiss
ich genau, dass das ein Irrtum war. Du darfst gehen, Gefühl, ich
verabschiede mich von dir!"
Eine grosse Erleichterung wird sich in euch ausbreiten, wenn das alte
Gefühl euch verlässt. Euer Helfer aus dem Licht schiebt es sanft von euch
fort, und es gehorcht ihm. Es geht fort. Manchmal kann man sogar spüren
oder innerlich sehen, wie etwas fortgeht und schliesslich in der Ferne
verschwindet, ein alter, trüber Schatten oder eine graue Wolke.
Macht euch eine Weile die Erleichterung ganz bewusst, die ihr nun
empfindet. Lasst sie in alle Schichten eures Energiefeldes und eures
Körpers hinein. Der Körper liebt Entspannung, und Erleichterung ist eine
spezielle Form von Entspannung. Der Körper ist froh, wenn er etwas
losgeworden ist, das ihn angestrengt hat. Die Zellen atmen förmlich auf,
das Blut fliesst flüssiger und schneller, die Atmung wird tiefer. Ihr könnt
fühlen, wie neue Lebenskraft sich in euch ausbreitet.
Freude ist damit verbunden. Eine Freude des Körpers darüber, dass er nun
freier atmen kann, mehr Lebensenergie aufnehmen, euch mit mehr
Klarheit und Wachheit versorgen kann.
Und dann stellt euch vor, wie das Gefühl der Erleichterung bis in eure
einzelnen Körperzellen dringt, bis in die DNS und diese zum Leuchten
bringt als sei sie angestrahlt, und noch tiefer bis in eure Atome, die
subatomaren Teilchen und den winzigen Punkten aus Licht, aus denen
alles besteht: Den Lichtquanten.
Dann ersetzt das alte Gefühl durch sein Gegenteil. Eure Seele weiss was
das ist, ihr braucht nur ein wenig darauf zu warten, dann spürt ihr es oder
hört die Antwort in eurem Innern.
Habt ihr unter lähmender Traurigkeit gelitten, dann wird euch Fröhlichkeit
erfüllen. Zunächst wahrscheinlich langsam und vorsichtig, und sie wird
stärker und stärker in euch einströmen, bis sie euren gesamten Körper
erfüllt hat.
Gebt euch Zeit dafür. Es darf ein Weilchen dauern.
War Zorn das vorherrschende Gefühl, dann werdet ihr bemerken, wie sich
Friedfertigkeit in euch ausbreitet. Was auch immer geschehen ist, lasst es
beim Verursacher. Lasst ihn innerlich frei, lasst ihn gehen, dann seid auch
ihr frei. Frieden bedeutet, frei zu sein und alles Alte, Schmerzhafte, fallen
zu lassen.
War Scham das vorherrschende Gefühl, dann werdet ihr fühlen, wie sich
Selbstachtung in euch ausbreitet. Gebt euch genügend Zeit dafür, es ist
ein wichtiger, tiefer Akt der Heilung.
Und wenn Hilflosigkeit das vorherrschende Gefühl war, dann werdet ihr
spüren, wie sich das Gegenteil, nämlich das Gefühl von Kraft und
Kompetenz, in euch ausbreitet.
Was immer es war, eure Seele weiss, was statt dessen nun für euch
wichtig und richtig ist.
Das Wesen aus dem Licht, das euch begleitet hat, weiss das auch und
überwacht liebevoll den ganzen Vorgang der Lösung und Heilung.
Nach einiger Zeit wird es euch sagen oder wissen lassen, dass es für
heute genug Heilung ist. Ihr könnt den Vorgang jederzeit wiederholen, so
oft ihr wollt, und immer dann, wenn ihr bemerkt, das alte Gefühl ist noch
nicht ganz verschwunden.
Seid aber geduldig und wartet, bis eine Wiederholung wirklich nötig ist.
Wiederholt die Meditation nicht aus Neugier. Gebt der Heilung Zeit, zu
geschehen und zu wirken. Eure Seele weiss, wann der richtige Zeitpunkt
für eine Wiederholung ist und ob das überhaupt erforderlich ist.
Nun macht euch noch einmal bewusst, dass viele Lichtwesen um euch
stehen und dass ihr euch auf ihre Liebe und ihren Schutz immer und
jederzeit verlassen könnt. Auch wenn ihr euren inneren Herzraum jetzt
wieder verlasst, sind sie da und wenn ihr an sie denkt, könnt ihr sie
spüren.
Bedankt euch nun mit einem liebevollen Gedanken bei den Lichtwesen und
bedankt euch auch bei euch selbst für diese Heilsitzung.
Dann stellt euch vor, dass ihr auf einer Säule goldenen Lichts langsam
aufwärts schwebt. Langsam kommt die Oberfläche eures Bewusstseins
näher, schimmernd wie die Wasseroberfläche, wenn man unter Wasser
geschwommen ist und auftaucht.
Gemächlich steigt ihr höher, und dann gleitet ihr durch die oberste Schicht
eures inneren Bewusstseins und seid wieder im Alltag.
Bleibt noch eine Weile entspannt sitzen oder liegen. Konzentriert euch auf
euer Körpergefühl. Ihr seid in eurem Körper, in-karniert (wieder einmal
mit hörbarem Bindestrich), und ihr fühlt eure Körpergrenzen und dass ihr
darin seid. Es fühlt sich gut an, ganz und heil und richtig. Wenn ihr wollt,
könnt ihr einen eurer Handrücken mit der anderen Hand reiben oder auch
die Muskeln in Armen und Beinen anspannen und wieder locker lassen,
euch recken und strecken wie morgens beim Aufwachen.
Dann konzentriert euch auf das, was der Alltag euch zu Hören gibt: Die
Geräusche anderer Menschen um euch herum oder in anderen Zimmern,
die Autos draussen auf der Strasse, vielleicht auch Wind draussen ums
Haus oder was immer in eurer Umgebung Geräusche macht.
Heisst den Alltag willkommen. Gestärkt und erholt könnt ihr ihn jetzt
leichter bewältigen als vorher und er wird euch seinerseits freundlicher
entgegen kommen.
Bevor ihr eure Augen öffnet, macht euch bewusst, dass ihr eine alte
Wunde geheilt, ein altes, unnützes Gefühl erlöst habt. Fühlt, welche neue
Kraft euch jetzt durchströmt und tragt sie in den Tag.
Ihr dürft! Euch des Lebens freuen! Erfüllung finden bei dem, was ihr tut!
Freude mit euren Mitmenschen erleben! Gutes geben und Gutes
empfangen! Wachsen, Blühen und Gedeihen! Ihr dürft!
Und dann öffnet die Augen und schaut euch um. Es gibt allerhand zu
sehen, heisst es willkommen.
Und dann steht entschlossen auf und geht an euer Tagwerk.
Nun, ihr Lieben, ich danke euch sehr herzlich für euer Interesse und denkt
dran, ihr dürft! Das Leben ist dazu da, voll Freude und Engagement gelebt
zu werden!
Silvie: Ich danke dir ebenfalls, Tio. Ich komme hier kaum noch zu Wort,
solch ein Tempo hast du drauf!
Tio (lustig): Hast du denn etwas Wichtiges zu sagen?
Silvie (lacht): Wie könnte ich das wagen?
Doch, einen Gedanken möchte ich schon anführen:
Ich hoffe doch, es ist inzwischen niemand mehr so kindlich, dass er
Selbstausdruck und Selbstrespekt mit krassem Egoismus verwechselt,
oder?
Tio (sehr erheitert): Nö. Wahrscheinlich ist niemand mehr so kindlich. Und
wenn doch noch jemand versuchen sollte, das Leben mit dem Ego zu
steuern anstatt mit der Seele, dann wird das Leben dies sehr rasch
korrigieren.
Silvie: Ich freue mich immer so über die emails von den Lesern, die ich
bekomme. die machen wirklich was mit diesen Texten. Arbeiten damit,
befreien sich, nehmen sie als Gedankenanstösse, um sich zu befreien, zu
wachsen und zu gedeihen. Das finde ich schön!
Tio (lacht): Ich auch! So soll es sein! Anscheinend bin ich auf einem
Planeten voller arbeitsamer Leute gelandet. Aber: Das Arbeiten wandelt
sich ebenfalls. Vieles geht einfacher und man kann immer mehr erlauben,
anstatt sich etwas hart zu erarbeiten. Das finde ich ebenfalls schön! Und
Erlauben ist ebenfalls eine Art von "Tun", nur eine, die überhaupt nicht
anstrengt!
Silvie (ihrerseits verschmitzt): Na, das ist ja eine ganze Menge, was wir
schön finden!
Tio: So soll es sein!
Ich wünsche euch allen eine gute und schöne Zeit, bis zum nächsten Mal.
Und dass euch nie wieder irgendein emotionales Knie weh tut!
Alles Liebe
Euer Tio
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