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14. Internationales Philosophie-Kolloquium Evian 13.-19 - Userpage

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14. Internationales
Philosophie-Kolloquium Evian
13.-19. Juli 2008
Was ist zweite Natur? – Vernunft,
Geschichte, Institutionen
Qu'est-ce que la seconde nature? – raison,
histoire, institutions
What is Second Nature? – Reason,
History, Institutions
THEMA
Der Mensch hat sich immer schon als ein Wesen verstanden, das in gewissen Hinsichten nicht natürlich
ist. Er steht damit vor der Frage, wie er seine eigene nichtnatürliche Lebensweise verstehen soll. Einigkeit
besteht weitgehend darin, diese Lebensweise als eine wesentlich durch Praxis gestaltete (selbst gestaltete) Lebensweise zu verstehen. Der Begriff der Kultur bringt vielfach diese Grundsituation des Menschen
zum Ausdruck. Sofern man den Menschen aber – seiner nichtnatürlichen Prägung zum Trotz – als ein
natürliches Wesen begreifen will, gilt es, die selbst gestaltete Lebensweise zugleich als natürlich zu verstehen. Es ist unter anderem dieses theoretische Anliegen, das den Begriff der »zweiten Natur« auf den
Plan ruft und als mögliche theoretische Alternative zum Begriff der Kultur interessant macht. Die zweite
Natur ist eine Natur, die irreduzibel mit der gestalterischen Aktivität des Menschen zusammenhängt, dieser aber doch auch als quasinatürliche Sphäre gegenübersteht.
Auch wenn der Begriff der zweiten Natur direkt oder indirekt in allen philosophischen Schulen eine Rolle
spielt, ist alles andere als klar, wie die zweite Natur als eine quasinatürliche Sphäre menschlicher Aktivität zu bestimmen ist. Die Bandbreite unterschiedlicher Bestimmungen, die im Laufe des abendländischen
Denkens von Aristoteles über Hume und Hegel bis zu Bourdieu und McDowell (um nur eine sehr kleine
Auswahl zu nennen) gegeben worden sind, lässt sich mit den drei Begriffen »Vernunft, Geschichte, Institutionen« umreißen. Dabei schöpfen diese Begriffe weder alle konzeptionellen Möglichkeiten aus, noch
sind sie zwingend als Alternativen zu begreifen: Ist die zweite Natur ein Raum der lebendigen Tradition
bzw. der Lebenswelt, wie es Gadamer von Husserl und Heidegger her gedacht hat, und wie es neuerdings
von McDowell aufgegriffen wurde? Und ist eine Tradition eher durch das übergreifende Charakteristikum
der Vernunft (wie man es von Kant her mit Korsgaard und Davidson denken kann) oder durch historisch
gewachsene Institutionen geprägt (wie man von Hegel her mit Foucault und Bourdieu, aber auch mit
Lukács sagen würde)? Ist Vernunft – im Sinne einer instrumentellen oder identifizierenden Vernunft, wie
Horkheimer und Adorno sie bestimmen – als eine Metainstitution zu begreifen, die sich verselbständigt
hat? Oder sollte man weniger von einer Verselbständigung von Institutionen als von Selbstverständlichkeiten der Praxis sprechen, wie es Wittgensteins Erben, aber auch Pragmatisten wie Peirce und Dewey in
unterschiedlicher Weise nahe legen? Inwiefern ist mit dem Begriff der zweiten Natur eine Naturalisierung
des Sozialen (und vielleicht auch des Geistes) verbunden, die etwa von feministischer Seite in Frage gestellt wird?
Die Möglichkeiten der Bestimmung der zweiten Natur überkreuzen sich systematisch und schulisch in
vielfältiger Weise. Das 14. Internationale Philosophie-Kolloquium Evian lädt Philosophinnen und Philosophen an den Genfer See, die daran interessiert sind, die angedeuteten Überkreuzungen in intensiver Weise gemeinsam zu diskutieren. Beiträge sollten aus – unter anderem – (post-)strukturalistischer, phänomenologisch-hermeneutischer und (post-)analytischer Perspektive Vorschläge der Bestimmung des Begriffs der zweiten Natur, aber auch Differenzen und Konvergenzen dieser und anderer Bestimmungen
diskutieren und systematisch fruchtbar machen.
Die Internationalen Philosophie-Kolloquien Evian wenden sich an Philosophinnen und Philosophen, die
Interesse an Diskussionen über alle Schulgrenzen hinweg haben. Sie sind als ein Ort gedacht, an dem die
Spaltung zwischen kontinentaler und analytischer Philosophie überwunden ist bzw. als Differenz produktiv
wird. Für eine Teilnahme am Kolloquium ist die zumindest passive Beherrschung der drei Diskussionssprachen Französisch, Englisch und Deutsch unerlässliche Voraussetzung!
14. Internationales
Philosophie-Kolloquium Evian
13.-19. Juli 2008
Was ist zweite Natur? – Vernunft,
Geschichte, Institutionen
Qu'est-ce que la seconde nature? – raison,
histoire, institutions
What is Second Nature? – Reason,
History, Institutions
EINLADUNG
Die Internationalen Philosophie-Kolloquien Evian sind ein Ort der intensiven philosophischen Diskussion und des
philosophischen Miteinanders. Ihr Ziel ist, über die Dauer des gesamten Kolloquiums einen gemeinsamen, sich
fortentwickelnden Gesprächszusammenhang zu schaffen. Aus diesem Grund ist das Kolloquium auf eine Zahl
von etwa 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmern begrenzt.
Die Kolloquien sind international ausgerichtet. Inhaltlich liegt ein Schwerpunkt auf der französischen Philosophie
(der Gegenwart) im Besonderen und der kontinentalen Philosophie im Allgemeinen. Diese werden sowohl im
Kontext der deutschen als auch der angloamerikanischen Philosophie diskutiert. Mit dieser Zielsetzung sind die
Internationalen Philosophie-Kolloquien Evian auch als ein Ort gedacht, an dem die Spaltung zwischen
kontinentaler und angloamerikanischer Philosophie überwunden ist.
An den Kolloquien kann man sowohl als Vortragende(r) als auch als Diskutant(in) (ohne eigenen Beitrag im
engeren Sinne) teilnehmen. Vorträge können auf Deutsch, Englisch oder Französisch gehalten werden. Sie haben eine Länge von 25, höchstens 30 Minuten. Der thematische Ablauf der Kolloquien wird gemäß den vorgeschlagenen Referaten organisiert (es gibt keine im Vorhinein festgelegten Sektionen). Die Tagungssprachen des
Kolloquiums sind Deutsch, Englisch und Französisch. Alle Teilnehmer/innen können in den Diskussionen, unabhängig von der Sprache des Vortrags, die Sprache sprechen, die sie am besten beherrschen.
Bitte beachten Sie folgende Bedingungen für eine Teilnahme:
-
Passive Kenntnisse aller drei Tagungssprachen: Teilnehmer/innen müssen sich nicht in allen drei Sprachen philosophisch artikulieren können. Sie sollten aber in der Lage sein, Fragen und Diskussionsbeiträge, die in allen drei Sprachen an sie gerichtet werden können, zu verstehen.
-
Interesse an intensiver philosophischer Diskussion: Dies impliziert die Bereitschaft, den eigenen Vortrag diskussionsfördernd, d.h. möglichst thesenförmig, kurz und klar zu gestalten.
-
Bereitschaft zur Teilnahme während der gesamten Dauer des Kolloquiums.
Call for papers: Vorschläge für Vorträge erbitten wir mit einem kurzen Exposé von maximal einer Seite und einem kurzen akademischen Lebenslauf (maximal zwei Seiten) bis zum 1. April 2008 an folgende EmailAdresse: evian@philosophie.fu-berlin.de.
ORT, UNTERBRINGUNG UND KOSTEN
Das Kolloquium tagt seit 1997 in einer Villa direkt am Ufer des Genfer Sees, dem Centre Jean Foa, das von der
französischen Organisation ADAPT betrieben wird. Im Haus stehen sowohl Doppel- als auch Einzelzimmer, jeweils mit Bad und WC, zur Verfügung. Frühstück sowie ein warmes Mittag- und Abendessen sind im Preis der
Veranstaltung enthalten. Der Beitrag für die Teilnahme beträgt € 280,- in einem Doppelzimmer und € 380,- in
einem Einzelzimmer. Dieser Beitrag deckt Unterbringung und Vollverpflegung für die gesamte Dauer des Kolloquiums. In Härtefällen können besondere Konditionen vereinbart werden.
Mehr Informationen unter: http://www.geisteswissenschaften.fu-berlin.de/eviancolloquium/
Organisation: Georg W. Bertram (Berlin), Robin Celikates (Bremen), David Lauer (Berlin).
In Zusammenarbeit mit: Karin de Boer (Groningen) Karen Feldman (Berkeley),
Jo-Jo Koo (Pittsburgh), Christophe Laudou (Madrid), Jérôme Lèbre (Paris),
Diane Perpich (Clemson), Hans Bernhard Schmid (Basel), Chris Doude van Troostvijk (Strasbourg)
Kontakt: Georg W. Bertram / Institut für Philosophie der Freien Universität Berlin / Habelschwerdter Allee 30 /
D-14195 Berlin / Tel. ++49-30-838-54083 / Fax. ++49-30-838-52736 / evian@philosophie.fu-berlin.de
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