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Heute wissen, was morgen ist. - Z_punkt

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was
morgen
ist.
Heute wissen,
ausgabe 1/2013
Eine zweite Chance
Wie sich die Medienbranche
entwickeln könnte
Sicher ist sicher
Die wichtigsten Szenarien für den
­Zukunftsmarkt Sicherheit
Seite 24
Intelligent und vernetzt
Seite 4
Rudolf Martin Siegers über Infrastrukturen
für die Megacitys der Zukunft
Seite 29
Zukunftsmanager n Titel
Ausgabe 1/2013
Serie: Die Zukunft der Wertschöpfung in Deutschland | Teil 6: Sicherheit
17
Serie
Ein sicheres Netz
Von Klaus Burmeister und Bert Beyers
Rückgrat: Sichere Informations- und Kommunikationstechnologien
werden immer wichtiger.
Im 19. Jahrhundert waren es
die ­Eisenbahnlinien, im ­­
20. Jahrhundert die Tele-
graphen- und Telefonverbin-
dungen, im 21. Jahrhundert
bilden ­Informations- und
Kommunikationstechnologien das Rückgrat der
Infrastruktur. Und die ist
verletzlich. Der „Zu-
kunftsmanager“ präsentiert die wichtigsten Szenarien.
Bedingt durch die Vernetzung
komplexer Systeme, die Virtualisierung von Geschäftsprozessen
und die Automatisierung von Arbeitsabläufen
nimmt die Verwundbarkeit von Informations- und Kommunikationstechnologien bis
2030 weiter zu. Gefährdet sind insbesondere
staatliche
Einrichtungen,
IT-basierte
Geschäftsprozesse, Organisationen, Firmen
und Verwaltungen, Industriekomplexe und
Verkehrssysteme, Menschenansammlungen
und Großereignisse. Mit der Bedrohung
steigt zugleich das Interesse an der Gefahrenabwehr. Anbieter von effektiven Lösungen
rund um die Sicherheitsthematik werden auf
eine erhebliche Nachfrage stoßen. Dazu
zählen beispielsweise digitale Schutzmechanismen, leistungsfähige Sicherheitssoftware
und Beratung.
mittlerweile so komplex, dass immer mehr
Funktionen ausgelagert werden, auch in die
Cloud. Hinzu kommt die Abhängigkeit bei
Hard- und Software von wenigen großen
Herstellern und Dienstleistern. Durch den
ursprünglichen Fehler im IT-System werden
Redundanzen, Sicherungs- und Fallback-Systeme in Mitleidenschaft gezogen. Bank-Server müssen offline genommen werden,
Transaktionen sind ebenso wenig möglich
wie Bargeldabhebungen und mobile Zahlungen. Die Medien sind über den „BankenBlackout“ alarmiert, Verschwörungstheorien
kursieren, Pressesprecher versuchen abzuwiegeln und kündigen die schnelle Rückkehr
zum Normalbetrieb an.
Banken vier Tage offline
Die Störungen des Zahlungsverkehrs wirken
sich auf Wirtschaft, Verwaltung und die
Bevölkerung aus. Auch die Abläufe in der Produktion, beim Handel, bei Steuererhebung
oder Rentenzahlung sind in Mitleiden- >
Aus vergleichsweise kleinen Störungen nach
einem Update im IT-System der A-Bank entsteht durch fehlgeschlagene Gegenmaßnahmen eine veritable Krise. Die Systeme sind
Zukunftsmanager n Titel
Teil 6 der Serie
„Die Zukunft der Wertschöpfung in
Deutschland“: Sicherheit
Wir leben in einer bewegten Zeit,
Umwälzungen und Brüche scheinen
an der Tagesordnung zu sein.
Sollten einige der vorausgesagten Disruptionen Wirklichkeit werden, sind tiefgreifende Auswirkungen für
die Wertschöpfungs­struktur
in Deutschland zu erwarten.
Damit wird zugleich sichtbar,
wo Handlungsbedarf besteht. In einer Serie des „Zukunftsmanagers“
werden die Bedarfsfelder Mobilität,
Energie und Klima, Gesundheit,
­Ernährung, Kommunikation und Sicherheit beleuchtet.
Serie
Bisher im „Zukunftsmanager“
erschienene Beiträge der Serie:
Teil 1: „Alles in Bewegung“
(Mobilität)
Teil 2: „Im Energierausch“
(Energie)
Teil 3: „Gesundheit zum
Mitnehmen“
(Gesundheit)
Teil 4: „Zehn Milliarden hungrige
Mäuler“(Ernährung)
Teil 5: „Big Data 2030“
­(Kommunikation)
Ausgabe 1/2013
schaft gezogen. Schadensersatzforderungen
an die Banken erreichen astronomische
Höhen. Aktienkurse befinden sich im freien
Fall. Selbst nach der erfolgreichen Beseitigung des technischen Schadens sind durch
einen drohenden Bankrott der A-Bank der Interbankenhandel und das Finanzsystem
gefährdet. Zurück bleibt ein nachhaltig geschädigtes Vertrauen in das Krisenmanagement der Behörden und der Politik.
Identitäten
Nicht nur im Bankensystem markieren die IKTechnologien das Maß der Dinge, sondern
auch in Logistik, Transport oder Verwaltung.
Reale und virtuelle Welt sind mittlerweile
eng miteinander verzahnt. Tendenz steigend.
Heute gehen viele Menschen noch davon
aus, dass ihre reale Identität so oder ähnlich
auch im Cyberspace existiert – ein Irrglaube.
Als „analoge Wesen“ verfügen wir über einen
Körper, daran sind Denken, Fühlen und Handeln gekoppelt. Im „wirklichen Leben“ gibt es
außerdem so etwas wie eine private und eine
berufliche Sphäre. Im Netz ist alles anders.
Dort hinterlassen wir eine breite Datenspur,
ein Leben lang, unwiderruflich. Abgeschlossene Identitäten gibt es ebenso wenig wie
abgeschlossene Räume. Ob Facebook-Eintrag, Onlinekauf oder Google-Recherche: Alles wird mit allem verknüpft. Aber die Menschen lernen dazu. Im Jahr 2030 ist vielen
bewusst, dass es weniger um Datenschutz
(wichtige Informationen, die besonders gesi-
chert und „weggeschlossen“ werden) geht,
als vielmehr um Informationsschutz (die Art
und Weise, wie gewonnene Daten zusammengeführt und daraus Wissen generiert
wird).
Embedded Systems, Smart Factories,
Internet of Things
Unternehmen sind im Internet noch viel verletzlicher als Individuen. Der Kern der industriellen Wertschöpfung in Deutschland, einschließlich Millionen von Beschäftigten,
hängt am Maschinen- und Anlagenbau, an
der Automobilindustrie und der Produktion
einzelner Elektronikkomponenten. Weder
Medizintechnik noch Flugzeug oder Auto,
weder Waschmaschine noch Telefon funktionieren ohne implantierte Chips. Für den Benutzer oft unsichtbar, sind es eben diese Embedded Systems, an denen Funktionalität,
Kommunikation und Vernetzung hängen.
Angriffe aus dem Cyberspace sind jederzeit
möglich.
Das gilt noch mehr für Smart Factories, wie
sie das Zukunftsprojekt der Forschungsunion
„Industrie 4.0“ erwartet. Echtzeiterkennung
im Produktionsumfeld mittels Sensorik wird
zum Standard. So wird die Steuerung der Produktion noch flexibler auf die Kundenbedürfnisse zugeschnitten. Bedroht ist auch das
zukünftige Internet der Dinge, wenn Produkte mit einem Gedächtnis ausgestattet
werden, Roboter ihre physische Umgebung
erkennen oder Verkehrs- und Logistik­systeme
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weiter automatisiert werden und Produktionsanlagen oder Fahrzeuge direkt miteinander kommunizieren (Machine-to-MachineCommunication). Durch die Globalisierung
2.0 und die neue internationale Arbeitsteilung entstehen zwangsläufig neuartige Risiken. Sie betreffen sowohl Individuen (Gefährdung von Persönlichkeitsrechten) als
auch Unternehmen (Sicherheit vernetzter
und global integrierter Wertschöpfungsprozesse) und Staaten (Cyberattacken). Der Störanfälligkeit von Informations- und Kommunikationstechnik wird man mit weiteren Auffanglinien und erhöhter Redundanz sowie
einem Ausbau des betrieblichen SecurityManagements begegnen. Die Cloud hat in
diesem Zusammenhang übrigens nicht nur
Nachteile (Daten auf fremden Servern in anderen Ländern mit fragwürdigen Rechtssystemen), sondern sogar Vorteile. Weil Ablage
und Verarbeitung auf mehreren Servern
stattfinden, werden im Falle eines Angriffs
zwar einzelne Daten kompromittiert, aber
wirtschaftlich nutzbares Wissen
kann so nicht generiert werden.
De-Informatisierung
Cyberkriminelle werden
sich im Jahr 2030 anspruchsvollere
Ziele
setzen, als Kreditkarten
zu knacken. Organisierte Cybergangs geben
Millionen für An- >
Zukunftsmanager n Titel
Mehr Informationen
Die Studie „Deutschland 2030 –
Zukunftsperspektiven der Wertschöpfung“ steht hier zum
Download bereit:
ÆÆIm Internet
Einen Promotorenbericht zum Zukunftsprojekt „Sichere Identitäten“,
Herausgeber: Promotorengruppe Sicherheit der Forschungsunion Wirtschaft-Wissenschaft, finden Sie hier:
ÆÆIm Internet
Einen Bericht der Promotorengruppe Kommunikation mit Fokus auf
das Zukunftsprojekt „Industrie 4.0“
finden Sie hier:
ÆÆIm Internet
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Ausgabe 1/2013
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griffe aus, arbeiten in großen, taktisch geführten Verbänden, operieren im Verbund
mit Nachrichtendiensten und verfolgen geostrategische und wirtschaftspolitische Interessen. Die ­Science-Fiction-Literatur ist bereits einen Schritt weiter, dort wird der komplette Zusammenbruch des Internets durchgespielt. Eine Welt, in der nicht nur Banken
offline sind, sondern das gesamte Nervensystem des Superorganismus Menschheit kollabiert. Nicht für vier Tage, sondern über Monate. Zu den „Gegengiften“, wie sie derzeit in
der Wissenschaft diskutiert werden, gehört
deshalb eine radikale De-Informatisierung.
Informationstechnologie, so heißt es, müsse
überall dort abgebaut und verschlankt werden, wo sie nicht zwingend notwendig sei.<
Klaus Burmeister
ist Gründer und geschäftsführender Gesellschafter
von Z_punkt The Foresight
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