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Autismus – Was tun ? Fachtagung der Heilpädagogischen

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Autismus – Was tun ? Fachtagung der Heilpädagogischen Gesellschaft 11.- 12.März Graz
Strukturierung als Hilfe zum Verstehen und Handeln
Auffälligkeiten von Sprache und Kommunikation
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Verzögertes Einsetzen oder völliges Ausbleiben der Lautsprache
Schwierigkeiten, ein Gespräch zu beginnen oder fortzuführen
Stereotyper Gebrauch der Sprache
Kein Versuch durch Gestik oder Mimik zu kompensieren
Fehlender Blickkontakt
Keine verbale oder non-verbale Kontaktaufnahme
Unterstützte Kommunikation
Alternative and Augmentative Communication
Unterstützte Kommunikation (UK) ist ein Fachgebiet, das zum Ziel hat, die
Behinderungen und Beeinträchtigungen (vorübergehend oder dauernd) zu
kompensieren denen Menschen mit schweren Kommunkationsbeeinträchtigungen
ausgesetzt sind
Zielgruppen
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UK als Ausdrucksmittel

UK als Unterstützung der Lautsprache

UK als Ersatzsprache
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Sprachproduktion

Sprachverständnis
Alternative Kommunikationsformen in der Unterstützten Kommunikation
Körpereigene Formen wie Gestik, Mimik, Gebärden, Lautsprache,…….
Grafische Symbole, Fotos, Bilder….
Sprachausgabegeräte, Sprachcomputer………
Grundprinzipen der UK, die in der Arbeit mit Menschen mit Autismus zum Tragen
kommen.
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Strukturierung von Raum und Zeit
Analyse des Verhaltens hinsichtlich der kommunikativen Absichten
kontingente Interpretation
Responsivität
Andrea Ganster
Logopädin
Mosaik GmbH Graz
Wienerstraße 148
0316 682 596
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Autismus – Was tun ? Fachtagung der Heilpädagogischen Gesellschaft 11.- 12.März Graz
Spezielle Konzepte
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Gestützte Kommunikation (Facilitated Communication)
PECS (Picture Exchange Communication System)
TEACCH ( Treatment and Education of Autistic and related Communication
handicapped Children)
PECS
(Picture Exchange Communication System)
Andrew Bondy (Verhaltenstherapeut) und Lori Frost (Sprachtherapeutin) vom
Pyramid Autismus Zentrum in New Jersey
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Durch das Geben einer Bildkarte wird der Wunsch nach einem Gegenstand
oder einer Aktivität dem Kommunikationspartner mitgeteilt
Der Kommunikationspartner versprachlicht
Zwei für autistische Kinder oft problematische Aspekte der Kommunikation
werden getrennt.( die Annäherung an einen kommunikativen Partner und die
verbale Äußerung)
Wie beginnt man ?
 Was mag das Kind ?
 Welche Dinge möchte das Kind haben ? (z.B.: Nahrungsmittel, Bücher,
Spielzeug…..)
 Kind soll danach greifen und es festhalten können
 Erstellen von Fotos, Bildern…der favorisierten Objekte
1.Phase: körperlicher/physischer Austausch
2. Phase: Erweiterung der Spontanität
3. Phase: Diskriminierung, Auswahl erfolgt aus mehreren Bildern
4. Phase: Satzstruktur “Ich möchte…”
5.Phase : „Was möchtest du ?“ beantworten, spontan aus einer Vielzahl von
Sachen auswählen
6.Phase: beantwortende und spontane Kommentare
“Was möchtest du ?” “Was siehst du da?” “Was hast du ?”
Probleme in der Praxis
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Konsistenz der Reaktionen
Was kommt nach dem Satz „Ich möchte..“ ?
„Ich sehe..“ als Entwicklungssprung
Fehlende Situationen in unterschiedlichen Lebensbereichen
Andrea Ganster
Logopädin
Mosaik GmbH Graz
Wienerstraße 148
0316 682 596
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Autismus – Was tun ? Fachtagung der Heilpädagogischen Gesellschaft 11.- 12.März Graz
TEACCH
Treatment and Education of Autistic and related Communication
handicapped Children
Dr. Eric Schopler (North Carolina)
Dr. Anne Häußler (Verbreitung in Deutschland)
Strukturierung in der pädagogischen Arbeit…
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..ist eine Technik zum Vermitteln von Bedeutung
..fördert Sicherheit und Kompetenz
..fördert Flexibilität
..muss individuell angepasst werden
..ist niemals Selbstzweck
..muss nachvollziehbar sein
Jeder verwendet Strukturierungshilfen.
Grundfragen der räumlichen Stukturierung
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

In Bezug auf Personen (insbesondere die eigene):
 Wo ist wer ? Wo bin ich ?
 Wo ist wessen Platz ? Wo soll ich mich aufhalten ?
 Wohin soll ich gehen ?

In Bezug auf Aktivitäten
 Wo passiert was ?
 Wo erwartet mich was ?
 Wo wird was von mir erwartet ? / Wo soll ich was tun ?

In Bezug auf Gegenstände
 Wo befindet sich was ?
 Wo gehört was hin ?

Typische Bereiche
 Essbereich
 Bereich für Gruppenaktivitäten
 Bereich für Einzelförderung
 Individuelle Arbeitsplätze
 Pausenbereich
 „Info – Center“ (Platz für Pläne)
 Funktionsbereiche (Malecke, Turnhalle…)
Andrea Ganster
Logopädin
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Wienerstraße 148
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Autismus – Was tun ? Fachtagung der Heilpädagogischen Gesellschaft 11.- 12.März Graz
Grundfragen der zeitlichen Strukturierung
 In Bezug auf die Abfolge von Ereignissen
 Wann passiert was ?
 Wann soll ich was tun ?

 In Bezug auf die Zeitdauer
 Wie lange dauert das ?
Grundfragen der Strukturierung von Aufgabenplänen
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
Was soll ich tun ? = INHALT der Arbeit
Wie viele Aufgaben sind zu erledigen = MENGE der Arbeit
Wann bin ich fertig ? = ENDE der Arbeit
Was kommt nach der Arbeit ? = MOTIVATION für die Arbeit
In welcher REIHENFOLGE soll ich die Arbeit erledigen ? (diese Info wird nicht
immer gegeben)
Grundfragen der Strukturierung von Aufgaben


Welches Material soll ich verwenden ?
Wie soll ich mit dem Material umgehen ?
Aspekte der visuellen Strukturierung:
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Visuelle Organisation
Visuelle Instruktion
Visuelle Deutlichkeit
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Visuelle Instruktionen =
alle sichtbaren Informationen, die auf die Verwendung des Materials
hinweisen
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Andrea Ganster
Eindeutigkeit des Materials
Schablonen zum Einsetzen
Schablonen zum Drauflegen
Schablonen zum Ablesen
Bildfolgen
Bilder-Lexikon
Schriftliche Anleitungen
Modell des Endergebnisses
Abbildung des Endergebnisses
Logopädin
Mosaik GmbH Graz
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Autismus – Was tun ? Fachtagung der Heilpädagogischen Gesellschaft 11.- 12.März Graz

Visuelle Deutlichkeit =
alle Maßnahmen, durch welche die Aufmerksamkeit auf das Wesentliche
gelenkt wird
 Weglassen des Unwesentlichen
 Markierungen, Pfeile..
 Farben, Rahmen, Unterstreichungen..
 Sichtbares Ergebnis
 Produkt entsteht
 Lösung markieren
 Antwort eintragen
Schuhkarton-Aufgaben

Behälter sind in einen Karton eingelassen, um sie zu stabilisieren
Tablett-Aufgaben

Behälter mit Materialien und Gefäß für fertige Produkte sind fest auf einer
Unterlage montiert
Korb-Aufgaben


Material wird in einem Korb zusammengestellt
Material muss selbständig ausgeräumt und angeordnet werden, bevor mit der
eigentlichen Arbeit begonnen werden kann
Aufgabenmappen

Zweidimensionales Material
Strukturierte Aktivitäten..



unterstützten die Entwicklung systematischen und zielorientierten Handelns
helfen, ein Konzept von „fertig“ zu entwickeln
fördern das Gefühl, etwas „geschafft“ zu haben
Material soll am Ende nicht wieder „ kaputt“ gemacht werden !
Menschen mit Autismus entwickeln Routinen,

um mit unübersichtlichen und problematischen Situationen klarzukommen
Routinen..

..sind eine gute Hilfe zur Bewältigung von Standardsituationen
Andrea Ganster
Logopädin
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Autismus – Was tun ? Fachtagung der Heilpädagogischen Gesellschaft 11.- 12.März Graz
Beispiele:
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Bestimmtes Lied zur Begrüßung
Ritual zu Beginn des gemeinsamen Essens
usw.
Funktionale Routinen
stellen grundlegende Strategien für ein effektives Handeln bereit
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
Systematisch von oben nach unten oder von links nach rechts
Fertiges kommt in den „Fertigkorb“
Auf den Plan schauen
Erst Arbeit – dann Pause
….
Kommunikationshilfen

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helfen , die kommunikativen Äußerungen anderer Menschen zu verstehen
Erleichtern , Kommunikation mit anderen Menschen zu initiieren und sich
verständlich mitzuteilen
Wie fange ich an ?
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

Benennen Sie eine Situation, in der Sie überlegen mit Strukturierungshilfen zu
arbeiten
Problematisches Verhalten tritt auf
Person kann die Situation nicht selbständig bewältigen und braucht eine
Betreuungsperson
Beobachten Sie die Situation genau
Beantworten Sie die Fragen in der Checkliste
Tragen Sie unter „Bemerkungen“ ein, wie die derzeitige Gestaltung aussieht
An welchen Stellen fehlen Informationen und Orientierung ?
Werden schon Hilfen und Hinweise eingesetzt, der Betroffene nutzt sie aber
nicht ?
Sind die derzeitigen Formen der Hilfen angemessen ?
Andrea Ganster
Logopädin
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Autismus – Was tun ? Fachtagung der Heilpädagogischen Gesellschaft 11.- 12.März Graz
Literaturtips
Attwood, T. (2008). Ein ganzes Leben mit dem Asperger-Syndrom: Alle Fragen alle
Anworten: Von Kindheit bis Erwachsensein: Was Menschen mit Asperger-Sydrom
weiterhilft. Trias Verlag
Bernard-Opitz, V. (2007). Kinder mit Autismus-Spektrum-Störungen: Ein
Praxishandbuch für Therapeuten, Eltern und Lehrer. 2. Auflage. Kohlhammer Verlag
Brauns, A. (2004). Buntschatten und Fledermäuse: Mein Leben in einer anderen
Welt. Goldmann Verlag
Grandin, T. (1997). Ich bin die Anthropologin auf dem Mars. Mein Leben als Autistin.
Droemer Knaur Verlag
Häußler, A. (2008). Der TEACCH Ansatz zur Förderung von Menschen mit
Autismus: Einführung in Theorie und Praxis. Verlag Modernes Lernen
Muchitsch, e. (1990). Autistische Kinder – Kinder mit Zukunft. In: Amt für Jugend und
Familie der Stadt Wien (Hrsg.). Autistische Kinder – Kinder mit Zukunft. Wien:
Jugend & Volk
Poustka, F., Bölte, S., Schmötzer, G., Feineis-Metthews, S. (2008). Autistische
Störungen. 2. Auflage. Hogrefe Verlag
Rollet, B., Kastner-Koller, U. (2006). Praxisbuch Autismus: Für Eltern, Erzieher,
Lehrer und Therapeuten. Urban & Fischer Verlag
Salzbacher, Heike. (2010). Von der Dose bis zur Arbeitsmappe. Ideen und
Anregungen für strukturierte Beschäftigungen in Anlehnung an den TEACCH –
Ansatz. Borgmann Media
Schopler, E., Lansing, Mo. & Waters, L. (1987). Förderung autistischer und
entwicklungsbehinderter Kinder. Vol. III. Übungsanleitungen zur Förderung
autistischer und entwicklungsbehinderter Kinder. Dortmund: Verlag Modernes
Lernen.
Kontakt zur Referentin:
Andrea Ganster
Mettersdorf 83
8504 Stainztal
mail: andrea.ganster@gmx.at
mobil: 0650 2845 066
Andrea Ganster
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