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Mal etwas zum Thema Einwendungen und was zu Verlässlichkeit

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Mal etwas zum Thema Einwendungen und was zu Verlässlichkeit von Aussagen
und Vertrauen in Behörden:
Von: Nicole Reppin [mailto:nicolereppin@freenet.de]
Gesendet: Dienstag, 2. Oktober 2007 20:38
An: Nicole Reppin
Betreff: Einladung Erörterung BImSch-Verfahren Tönnies Weißenfels
Liebe Freunde, Werte Mitstreiter und Interessierte,
am 11.10.2007 und am 15.10.2007 um 9.00 Uhr findet im Kulturhaus der Stadt Weißenfels
(Merseburger Str. 14) die öffentliche Erörterung zur geplanten Erweiterung des Fleischwerkes Tönnies
GmbH Weißenfels statt. Das Fleischwerk plant eine Kapazitätserhöhung von derzeit 8.700 Schweinen
auf über 20.000 Schweine/ Tag. Im Rahmen der stattgefundenen Auslegung wurden u.a. von der
Bürgerinitiative, der angrenzenden Weingemeinde Burgwerben aber auch von anerkannten
Naturschutzverbänden wie BUND Sachsen-Anhalt oder Nabu sach- und fachgerechte Einwendungen
fristgerecht abgegeben, welche zu den o. g. Terminen gemeinsam mit der Antragstellerin unter Leitung
des Landesverwaltungsamtes Halle erörtert werden. Während der Erörterung haben alle Einwender
Rederecht.
Im Rahmen der stattgefunden Auslegung musste die Bürgerinitiative u. a. mit Erschrecken feststellen,
dass im Fleischwerk seit 16 Jahren trotz erheblicher Erweiterungen der Kapazität im gesamten unreinen
und reinen Schlachtbetrieb sowie im Anlieferungsbereich ohne Filter gearbeitet wird und die keimhaltige
Abluft frei emittiert. Wieso die zuständigen Behörden diese Praxis dulden, ist unerklärlich und zeigt, dass
wir uns im Vorfeld gegen den Bau solcher Anlagen wehren müssen. Auf eine spätere Kontrolle der
Einhaltung von Grenzwerten zu hoffen, ist keine geeignete Lösung!
Auch ist der deutsche Markt mit Schweinefleisch gesättigt, die EU mit 107% überversorgt. Die hiesigen
Planungen werden das Überangebot an Schweinefleisch also noch steigern! Wir lehnen diese
Erweiterung daher eindeutig ab.
Zu dieser öffentlichen Anhörung möchten wir alle Betroffenen, aber auch alle Interessierten, Kritiker und
Lösungssuchende herzlich einladen.
Viele Grüße
Nicole Reppin
i. A. der BI "Pro Weißenfels"
www.pro-weissenfels.de
Freitag, 05. Oktober 2007 | Titelseite
16 Seebäder bangen um ihren Titel
Der Streit um den Kohlemeiler Lubmin spitzt sich zu. Eine neue Studie zur Verträglichkeit mit dem
Tourismus vergiftet das Klima.
Lubmin/Schwerin (OZ) Dicke Luft an der Ostsee: Das geplante Steinkohlekraftwerk Lubmin wird den
Tourismus in der Region nachhaltig schädigen. Mindestens 16 Kurorte auf Rügen und Usedom drohen
ihren Status als Seebad zu verlieren. Zu diesem Ergebnis kommt eine bislang unveröffentlichte Studie
der Uni-Professoren Martin Benkenstein (Rostock) und Edgar Kreilkamp (Lüneburg).
Offiziell wollen die Wissenschaftler Mitte Oktober ihre Ergebnisse präsentieren. Doch bereits jetzt liegen
der OZ Einzelheiten einer vertraulichen Anhörung aus der vergangenen Woche vor. Kernaussage: In
einem Radius von etwa 40 Kilometer rund um den Meiler wären die Emissionen so hoch, dass Orte ihren
Titel „Seebad“ nicht mehr führen dürften. Betroffen wären auf Rügen Binz, Sellin, Baabe, Göhren und
Thiessow, auf dem Festland Lubmin, auf Usedom Karlshagen, Trassenheide, Koserow, Ückeritz, Loddin,
Zempin sowie die Seeheilbäder Heringsdorf und Ahlbeck.
„Es besteht ein enormes Gefahrenpotenzial für den Tourismus“, sagte Bernd Fischer, Geschäftsführer
des Tourismusverbandes MV. Das Kraftwerk bedeute für die ganze Region einen erheblichen ImageVerlust. Immobilienpreise könnten stark fallen. Fischer: „Das Land sollte die Bedenken ernst nehmen.“
Wie bedrohlich die Situation für einzelne Kurorte ist, belegt eine E-Mail des Landesamtes für Gesundheit
und Soziales (LaGuS) an das Staatliche Amt für Umwelt und Natur in Stralsund, die der OZ vorliegt. Darin
heißt es im Februar 2007: „Bei Vorhaben im Industriegebiet Lubminer Heide sollte berücksichtigt werden,
dass eine Überschreitung der Richtwerte für die Luftqualität . . . in Lubmin zur Aberkennung des
Seebadstatus führen würde.“ Das LaGuS, das Gesundheitsminister Erwin Sellering (SPD) untersteht, ist
für die Vergabe des Titels „Seebad“ zuständig.
Durch die Einleitung von Kühlwasser in den Greifswalder Bodden könnte es laut Studie zudem zur
Bildung von giftigen Blaualgen kommen. Dies würde nach Ansicht von Klaus Kühnemann, Bürgermeister
von Lubmin, „das endgültige Aus für die Seebäder am Bodden“ bedeuten. Wirtschaftsminister Jürgen
Seidel (CDU) erklärte, die Einwände sehr ernst zu nehmen. „Wir werden die Ergebnisse der Studie ins
Genehmigungsverfahren einspeisen“, so Seidel.
Der dänische Stromkonzern Dong Energy will bis 2012 ein Kraftwerk mit zwei 800-Megawatt-Blöcken
bauen. CO2-Ausstoß: bis zu zehn Millionen Tonnen pro Jahr. Investitionsvolumen: zwei Milliarden Euro.
Die Landesregierung steht bislang voll hinter dem Projekt, das bis zu 140 neue Jobs schaffen soll.
Gestern wurde bekannt, dass Dong bereits erste Großaufträge im Umfang von 400 Millionen Euro
vergeben hat. Aufträge von 300 Millionen Euro sollen Firmen aus der Region abschöpfen. Dong will 2008
mit dem Bau des Kraftwerks beginnen.
Freitag, 05. Oktober 2007 | Deutschland
Seebäder bangen um ihren Status
Gütesiegel
„Seebad“ – dieses Gütesiegel ist für viele Kurorte an der Ostsee bares Geld wert. Es lockt Touristen an,
indem es saubere Luft und unverbaute Natur verheißt. Heiligendamm preist sich als „ältestes deutsches
Seebad“. Als in Travemünde vor einigen Jahren der Titel „Seebad“ wegen der Abgase von Fährschiffen
verloren zu gehen drohte, war ganz Lübeck in heller Aufregung.
In Lubmin geht es nicht um Emissionen einzelner Kreuzliner. Am Greifswalder Bodden soll ein neues
Kohlekraftwerk im Jahr zehn Millionen Tonnen Kohlendioxid in die Luft blasen. Von giftigen
Schwermetallen wie Blei oder Quecksilber ganz zu schweigen. In Lubmin geht es auch nicht um eine
einzige Gemeinde, die um ihren kostbaren Status als „Seebad“ fürchtet. Es geht um eine ganze Region
und deren wirtschaftliche Existenz. Wie an der Perlenkette aufgereiht, zeugen Orte wie Ahlbeck,
Heringsdorf oder Bansin von glorreicher Vergangenheit und strahlender touristischer Gegenwart. Und sie
sichern dem strukturschwachen Land mit dem Tourismus eine wichtige Wirtschaftssäule.
Der klotzige Kohlenmeiler von Lubmin könnte nicht nur einer einmaligen Landschaft einen Bärendienst
erweisen. Wie die unter strengem Verschluss gehaltene Studie belegt, schafft die Großinvestition
irreparable Schäden in Natur und Umwelt. Das Kraftwerk begräbt unter seinen Emissionen auch die
Hoffnung tausender Menschen, für die Tourismus die einzige Lebensgrundlage bedeutet.
JÖRG KÖPKE
Freitag, 05. Oktober 2007 | Mecklenburg-Vorpommern
„Wir sind sehr besorgt“
Die Tourismus-Zentren auf Usedom und Rügen fürchten um ihre Zukunft. Mit dem Bau des Kraftwerks in
Lubmin könnten sie mehr verlieren als ihren Seebad-Status.
Binz (OZ) Binz. Perle an der Ostsee. Kein Seebad an der deutschen Küste, heißt es, hat eine größere
Dichte an First-Class-Hotels. Jetzt droht das Nobelseebad, seinen Ruf zu verlieren: Schuld ist das
geplante Steinkohlekraftwerk im wenige Kilometer Luftlinie entfernten Lubmin.
„Wir sind sehr besorgt über die Nachricht, dass der Bau des Kraftwerks den umliegenden Orten den
Verlust des Seebad-Status bringen könnte“, rang Kurdirektor Horst Graf (45) gestern um Fassung. Und
das sei noch nicht alles: „Ein bisher nicht veröffentlichtes Gutachten besagt, dass durch das Kraftwerk
der Bodden um bis zu drei Grad erwärmt werden könnte.“ Damit steige die Gefahr des Auftretens
gefährlicher Blaualgen. Graf: „Sollte der Bodden umkippen, steuern wir auf eine Umweltkatastrophe zu.“
Wird das Kraftwerk gebaut, sieht er „Steinkohlefrachter statt Kreuzfahrtschiffe“.
Auch wenn das bislang ein Horrorszenario ist: „Allein die Diskussion ist Gift für uns“, ahnt Thomas
Tonndorf (56), Direktor des mondänen „Kurhaus Binz“, dem einzigen Fünf-Sterne-Superior-Hotel im
Land. Es sei zu befürchten, dass Touristen abgeschreckt und Arbeitsplätze gefährdet würden. Noch, sagt
Kurdirektor Graf, habe Binz mit über zwei Millionen Übernachtungen einen Anteil von jährlich zehn
Prozent aller Buchungen in MV. 13 800 Betten gibt es im Ort, Tendenz steigend. Die Region lebt vom
Tourismus. „In den Kaiserbädern auf Usedom und den Ostseebädern Rügens wird ein Großteil des
Bruttosozialprodukts von MV erwirtschaftet“, doziert er. „Das dürfen wir uns jetzt nicht wieder kaputt
machen lassen.“ Viele Urlaubsgäste sind der Ansicht, dass Binz und die übrigen Badeorte im Umkreis
des Kraftwerks an Attraktivität verlieren würden. „Herkommen würde ich vielleicht noch“, überlegt Andrea
Mantik (26) aus Bitterfeld und schaut sorgenvoll auf Söhnchen Lukas (1). „Aber baden nicht unbedingt.“
Und Rentnerin Margot Kestermann (80) aus Lünen (Westfalen), die mit Tochter und Enkeln schon zum
achten Mal hier ist, meint kategorisch: „Wenn das Kraftwerk gebaut wird, ist Schluss.“ Rauchende
Schornsteine, der Anblick eines großen Kraftwerks, das sei einfach nicht mehr zeitgemäß, meinen viele.
Hoteliers und Einheimische diskutieren bereits über sinkende Immobilienpreise. „Der Wohlfühlfaktor wird
vom Kraftwerk beeinträchtigt“, erläutert Herbert Ostermoor (54), Vorstandsvorsitzender der Sparkasse
Rügen. Noch werden an der Strandpromenade Spitzenpreise von bis zu 4500 Euro pro Quadratmeter
gezahlt. „Es ist nicht auszuschließen, dass die Preise sinken würden“, sagt Maklerin Kathrin Lange (41).
Nicht nur in Binz – rund um Lubmin herrscht Empörung. „Wir könnten keine Kurtaxe mehr erheben. Wir
hätten kein Geld mehr. Alles, wofür wir seit der Wende geschuftet haben, wäre weg“, sagt Dieter Mathis
(CDU), Bürgermeister im (Noch-)Seebad Baabe und Amtsvorsteher von Südostrügen. Zurzeit locke
Baabe international Touristen mit dem Gütesiegel Seebad an.
Laut Klaus Kühnemann (Wählergemeinschaft), Bürgermeister von Lubmin, müsste die Gemeinde nach
dem Bau des Kraftwerks und der Aberkennung des Titels Seebad im Tourismus Verluste von bis zu 30
Prozent verkraften. Geld für neue Investitionen würde fehlen. 400 Lubminer leben vom Tourismus. Deren
Existenz wäre gefährdet.
MARCUS STÖCKLIN und JÖRG KÖPKE
http://www.mvregio.de/show/58866.html
DONG Energy - Neue Energie für Mecklenburg-Vorpommern
04.10.2007: Greifswald/MVregio Die Industrie- und Handelskammer zu Neubrandenburg und der
Unternehmerverband Vorpommern geben erneut den Unternehmen der Region die Möglichkeit,
das Projekt Kraftwerke Greifswald besser kennen zu lernen, um ihre Chancen als regionale
Projektpartner optimal nutzen zu können.
DONG Energy Kraftwerke Greifswald GmbH & Co. KG stellt auf dem 2. Lieferantentag am 4. Oktober im
Technologiezentrum Vorpommern Karsten Möller-Hansen, ihren Ansprechpartner für die am Projekt
interessierten Unternehmen, vor.
Die Veranstaltung zeigt zum einen den Entwicklungsstand des Projekts auf, zum anderen zeigt sie die
Auftragsmöglichkeiten der einheimischen Unternehmen an der Investition von 2 Mrd. Euro. Der dänische
Investor DONG Energy ist bestrebt soviel wie möglich die lokalen und regionalen Unternehmen in das
Projekt einzubinden und so schon in der Bauphase mit neuer Energie zum Motor der Region zu werden.
DONG Energy Kraftwerke Greifswald GmbH & Co. KG ist als Teil von DONG Energy ein nachhaltig
wirtschaftendes Unternehmen, das sich seiner Verantwortung bewusst ist.
MVregio Landesdienst mv/hgw
http://www.mvregio.de/show/58884.html
Dong Energy vergibt erste Großaufträge für Steinkohlekraftwerk
04.10.2007: Greifswald/MVregio Der dänische Energiekonzern Dong Energy hat die ersten Großaufträge
für sein geplantes Steinkohlekraftwerk in Lubmin bei Greifswald vergeben.
Am Mittwoch seien die Verträge mit der Mannheimer Alstom Deutschland AG über die Lieferung der
Dampferzeuger für beide Kraftwerksblöcke unterzeichnet worden, sagte Dong-Projektleiter Peter
Gedbjerg heute (Donnerstag) auf einem Lieferantenforum in Greifswald. Bereits im Juli sei die britische
Firma Doosan Babcock Energy mit Bau und Lieferung der Turbinen beauftragt worden.
Damit seien bereits während der ersten Genehmigungsphase etwa 35 Prozent des
Gesamtauftragsvolumens von rund zwei Milliarden Euro vergeben worden, sagte Gedbjerg. Er gehe
davon aus, dass ein Leistungsumfang von insgesamt 400 Millionen Euro an Unternehmen in
Mecklenburg-Vorpommern gehen werde.
Das Kraftwerk soll den Plänen zufolge im zweiten Halbjahr 2008 am Greifswalder Bodden gebaut werden
und 2012 mit zwei 800-Megawatt-Blöcken ans Netz gehen. Neben zahlreichen Befürwortern gibt es
derzeit auch erhebliche Widerstände in der Region. Dong Energy hatte vergangene Woche beim
Staatlichen Amt für Umwelt und Natur Stralsund die Genehmigung beantragt.
MVregio Landesdienst mv/hgw
Freitag, 05. Oktober 2007 | Mecklenburg-Vorpommern
Dong lockt mit Aufträgen für Kraftwerksbau
Greifswald (OZ) Die Kritik am geplanten Steinkohlekraftwerk in Lubmin kann Unternehmer Michael
Lüdeke aus Greifswald nicht nachvollziehen. „Von dem Vorhaben profitiert die ganze Region, auch die
Kritiker“, sagte Lüdeke. „Viele unserer Mitarbeiter wohnen in Lubmin und keiner hat Angst vor dem
Kraftwerk.“ Der 42-Jährige lässt sich von den Proteststürmen in dem Seebad nicht beirren. Vielmehr
konzentriert er sich darauf, für sein Unternehmen einen großen Auftrag des Dong-Energy-Projektes an
Land zu ziehen. „Wir könnten den Rohrleitungsbau für das Kraftwerk übernehmen. Hochdrucksysteme,
Kühlkreisläufe, alles was dazu gehört“, sagte der Geschäftsführer der Anlagen- und
Kraftwerksrohrleitungsbau Greifswald GmbH gestern am Rande des vom dänischen Investor
veranstalteten Lieferantentages. Bis zu 250 Arbeitskräfte könnte Lüdeke für diesen Auftrag freistellen.
Zwei Milliarden Euro will Dong bis 2012 in den Kraftwerksbau in Lubmin investieren sowie 1000
Arbeitsplätze in der Bauphase und rund 140 Dauerarbeitsplätze schaffen – diese Fakten zählen für den
Unternehmer Lüdeke. Wirtschaftsstaatssekretär Rüdiger Möller warnte gar vor einem „Domino-Effekt“
und weitreichenden Konsequenzen für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes, sollte das Projekt
scheitern. „Mit der Ostsee-Pipeline, dem Steinkohlekraftwerk und der Stromanlandung für die Windparks
vor Rügen steht Lubmin für einen modernen Energiemix.“ Obwohl der Genehmigungsprozess erst
Anfang dieser Woche begonnen hat und angesichts des möglichen juristischen Widerstandes von
Umweltverbänden und Bürgerinitiativen noch nicht klar ist, ob das Projekt überhaupt realisiert wird,
herrschte gestern Aufbruchstimmung unter den rund 130 Unternehmern. Erfahrungen aus anderen
Kraftwerksprojekten in Deutschland zeigen, dass durchschnittlich 17 Prozent der Gesamtleistungen als
Aufträge an regionale Firmen vergeben werden.
„Wir schätzen, dass ein Auftragsvolumen von mehr als 300 Millionen Euro in der Region bleibt“, sagte der
Dong-Mitarbeiter Karsten Moeller-Hansen. „Entscheidend für die Vergabe ist der Preis und die Qualität“,
mahnte er. Insgesamt würden 40 maschinentechnische, 40 elektrotechnische und 15 bautechnische
Verträge durch Dong Energy oder deren Unterlieferanten vergeben. Zudem ergäben sich weitere
Aufträge im Service- und Verwaltungsbereich. Die Ausschreibungen für mechanische Ausrüstungen
sollen bereits am 15. Oktober starten. Über die größten Aufträge – rund 35 Prozent des
Gesamtauftragsvolumens von zwei Milliarden Euro – hat der dänische Investor bereits entschieden. Das
in Mannheim ansässige Unternehmen Alstom Power Systems wird die Dampfturbinensysteme bauen.
Der in Glasgow (Großbritannien) ansässige Spezialist für Dampferzeuger, Doosan Babcock Energy, hat
den Auftrag für den Bau der Kesselanlagen für das insgesamt 1600 Megawatt-Kraftwerk erhalten. Die
beiden Vertreter der Großlieferanten machten deutlich, einen Teil der Aufträge in der Region zu belassen.
„Für die Fundamentplatten, elektrotechnischen Anlagen, Rohrleitungen werden passende Unternehmen
vor Ort gesucht“, sagte Alstom-Projektmanager Juan-Jose Veredas. Rund 60 Arbeitskräfte würden
zudem für die Montage der Anlagen benötigt.
MARTINA RATHKE
Freitag, 05. Oktober 2007 | Aus der Nachbarschaft
Dong hat erste Aufträge vergeben
Während die Gegner gegen das geplante Steinkohlekraftwerk Sturm laufen , hat Dong Energy bereits die
ersten Großauf- träge veräußert.
Greifswald Von den zwei Milliarden Euro, die der dänische Konzern Dong Energy in Lubmin investieren
will, soll ein Auftragsvolumen von rund 400 Millionen in der Region bleiben. Das sagte gestern Petra
Hintze, Hauptgeschäftsführerin der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Neubrandenburg auf dem 2.
Lieferantentag für das Steinkohlekraftwerk Lubmin. Dazu waren über 130 Vertreter hiesiger Unternehmen
ins Technologiezentrum Vorpommern (TZV) gekommen. „Es ist wichtig, dass wir uns rechtzeitig
zusammentun“, so der Präsident des Unternehmerverbandes Vorpommern, Gerold Jürgens. Bei den zu
vergebenden Losen im Bau, den Baunebengewerben, im Gerüstbau, den Sicherheitsdiensten wird es
sich vorwiegend um Größenordnungen von 50 bis 60 Millionen handeln, die ein Unternehmen allein nicht
stemmen kann„, betonte er. “Also muss man sich für die Auftragsvergabe zusammenschließen. Wichtig
ist auch, dass man noch fehlende Voraussetzungen vor allem in Sachen Zertifizierung jetzt schafft, so
Jürgens weiter. Wie die Wirtschaft, will auch das Greifswalder Dienstleistungsgewerbe von Dong
profitieren. Klaus-Peter Adomeit von der Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft (WVG) geht davon
aus, dass sein Unternehmen zwischen 400 und 800 Unterkünfte für Bauarbeiter langfristig zur Verfügung
stellen wird.
Nicht allein von Dong Energy werden Aufträge in die Region fließen, sondern auch von den
Dampfturbinen- und Kesselanlagenherstellern, die bereits Verträge mit den Dänen haben.
Die zweimal 800 Megawatt-Dampfturbogruppe errichtet Alstom-Power-Systems, weltweite Nr. 2 im
Kraftwerksbau, und mit
65 000 Beschäftigten global tätig. 60 Arbeitsplätze will Alstom während der Montagephase schaffen, so
Geschäftsführer Juan-Jose Veredas. Beim Bau von Fundamentplatten, Rohrleitungen, das
trubineninterne Entwässerungssystem. Schon heute sucht das Unternehmen 80 Ingenieure. Die
Kesselanlagen baut die Doosau Babcock Energy Glasgow. Sie hat weltweit 5000 Mitarbeiter, wie
Christian Medow sagte.
Bevor es beim 2. Lieferantentag gestern ins Detail ging, hatte Rüdiger Möller, Staatssekretär im
Landswirtschaftsministerium im Auftrag der Regierung erklärt, dass sie ohne Wenn und Aber hinter dem
Vorhaben Steinkohlekraftwerk steht. „Es gibt einen Koalitionsvertrag“, so Möller. „Die Landesregierung
heißt Dong willkommen!“ Lubmin sei ein Energiestandort, wie es ihn nicht ein zweites Mal gibt, betonte
der Staatssekretär.
Dong hatte letzten Freitag seine Genehmigungen auf den Weg gebracht. Der Bau soll in einem Jahr
losgehen, der erste Strom 2012 ans Netz, so Karsten Möller-Hansen von Dong. Die Gemeinden im
Umfeld profitieren dann jährlich von einem zweistelligen Millionenbetrag an Gewerbestreuer.
REINHARD AMLER
MV – das Gesundheitsland – so soll es bleiben!
Freitag, 05. Oktober 2007 | Blickpunkt
MV gehört zu den Vorreitern der Ökobranche
Die Biobranche ist mit mehr als 660 Höfen, die rund 114 000 Hektar bewirtschaften, ein wichtiges
Standbein der Landwirtschaft im ostdeutschen Norden.
Bundesweit gehört Mecklenburg-Vorpommern zu den Vorreitern im Ökolandbau. Nach Angaben des
Schweriner Agrarministeriums werden 8,5 Prozent der Agrarfläche nach den strengen Kriterien der
Bioverbände beackert – fast doppelt so viel wie im Bundesdurchschnitt (4,7 Prozent). Öko-Höfe
verzichten unter anderem auf Gentechnik und chemischen Dünger.
24 zertifizierte Bio-Restaurants, Hofcafés und Bio-Imbisse gibt es bereits in Mecklenburg-Vorpommern.
Eine Übersicht darüber gibt ein vom Verein Landaktiv zusammengestellter Bio-Restaurantführer. In den
Braugasthäusern „Zum alten Fritz“ in Rostock, Stralsund, Binz und Greifswald kann man etwa nicht nur
Bio-Steaks speisen, sondern auch Öko-Bratwurst und Bio-Salami.
Neuerdings kann der Gast zum Bio-Menü auch Öko-Getränke genießen: Die Mutterfirma, die Stralsunder
Brauerei, hat Vorpommerns erstes Bio-Bier auf dem Markt. Außerdem hat MV inzwischen zwei Bio-Hotels
– das Gutshaus Stellshagen bei Grevesmühlen und „Zur Scheune“ in Bollewick bei Waren. Dort ist
einfach alles öko – vom Menü auf der Speisekarte über die Kosmetik im Wellnessbereich bis zum
Baumaterial für die liebevoll sanierten Häuser.
E. EHLERS
Dienstag, 02. Oktober 2007 | Wirtschaft
Dong Energy hat Unterlagen zur Genehmigung eingereicht
Stralsund (dpa) Das Genehmigungsverfahren zum Bau des umstrittenen Steinkohlekraftwerks in Lubmin
kann beginnen. Der dänische Energiekonzern Dong Enery hat gestern 17 Aktenordner mit den
Projektunterlagen und Gutachten über den Bau des Kraftwerks beim Staatlichen Amt für Umwelt und
Natur in Stralsund zur Genehmigung eingereicht. Wie die Vize-Chefin des Amtes, Sabine Wolleschinsky,
sagte, werden zunächst die Unterlagen auf Vollständigkeit geprüft. Danach wird mit der Auslegung der
Unterlagen die Öffentlichkeit am Verfahren beteiligt. Im Mittelpunkt der Prüfung steht der
Schadstoffausstoß.
Montag, 01. Oktober 2007 | Insel Rügen
Kraftwerk birgt Image-Risiko
Blaualgen und der Anblick eines Kohlekraftwerkes sind die Hauptgefahren für für den Tourismus,
heißt es vorab in einer Studie.
Binz Lubmin, Usedom und Rügen würden am meisten unter dem geplanten Kraftwerk leiden, heißt es
vorab in einer Studie. Finanziert hat die Studie DONG-Energy auf Wunsch der betroffenen
Tourismusverbände. Elf Teilnehmer hörten sich am Freitag Abend in Binz die Vorergebnisse des
Gutachtens von Prof. Martin Benkenstein und Prof. Edgar Kreilkamp an. Eine Vermischung mit anderen
Gremien wie dem Wirtschaftsverein zum Austausch der Meinungen fand nicht statt.
Die sogenannte Meta-Studie der beiden Experten wertete vor allem vorhandene Ergebnisse alter Studien
aus. Die Wahrnehmungen von Kraftwerken seien sehr verschieden, das Image-Risiko jedoch tragen alle,
die von den Tourismusregionen profitieren. Rückgänge von bis zu 30 Prozent könnten beispielsweise bei
verstärktem Aufkommen von Blaualgen durch Erwärmung des Greifswalder Boddens gerechnet werden.
Weil eine nahezu sofortige Sperrung der Strände die Folge wäre. „Wenn Thiessow mit den
,wunderschönen Fernsichten' wirbt, wird dies wohl korrigiert und das Marketing beispielsweise auf
Volleyball oder Surfen verändert werden müssen“, so Prof. Kreilkamp, der einen Rückgang des
Tourismus von nur fünf Prozent mit dem Verlust von 600 Arbeitsplätzen gleichsetzt.
Die folgende Debatte schien von Frust und Enttäuschung geprägt. Vielleicht auch ein Grund, warum auf
Usedom und in Lubmin regelmäßig 50 Teilnehmer gezählt werden, auf Rügen jedoch separat und in
kleinen Gruppen von knapp zehn Menschen getagt wird. Kritik kam unter anderem von Wolfgang
Kannengießer aus dem Ostseebad Sellin: „Wir werben mit Gesundheit und Natur und vergessen, dass
sich die Wahrnehmung verändert hat. Hier liegt das Problem mehr im Subjektiven.“ Verärgert zeigte sich
auch Hans-Harald Ott aus Göhren: „Wir wurden in keiner Weise beteiligt. Die Behörden treffen die
Entscheidungen und uns gibt man mit dem Gutachten ein Mäntelchen vor den nackten Arsch. Ebenso mit
der Gaspipeline, die plötzlich durch FFH-Gebiete geführt werden kann, wo vorher nichts ging.“
Nicht ganz so pessimistisch dürfe man das sehen, warf Prof. Benkenstein ein. „Sie müssen das Kraftwerk
sprachlich verstecken, damit die Touristen es nicht so konkret einer Region zuordnen“, empfahl er. „70
Prozent des Beherbergungsumsatzes, also etwa 21 000 Betten, sind im Süden Rügens davon betroffen“,
wirft Bürgermeister Dieter Mathis Fakten in die Runde. „1989 haben wir für den Rückbau von Lubmin
gekämpft. Heute sagt uns Herr Seidel als Wirtschaftsminister, dass wir mit dem Genehmigungsverfahren
nichts zu tun hätten.“
Anders als seine Vorredner hatte Thomas Wuitschik genau den Tenor der Studie erwartet, die rät, sich
mit den Gegebenheiten anzufreunden. „Ich halte das Ganze für eine politische Diskussion, die zu führen
ist. Da steckt noch Bewegung drin“, äußerte er als Vorsitzender des Tourismusverbandes Rügen.
ANDREAS KÜSTERMANN
Wochenendausgabe, 06. Oktober 2007 | Titelseite
BUND fordert Stopp für Kohlekraftwerke
Hamburg/Lubmin (dpa/OZ) Der Bund Umwelt und Naturschutz (BUND) hat einen Planungsstopp für alle
neuen Kohlekraftwerke in Deutschland verlangt. Stattdessen müsse ein nationaler Kraftwerksplan unter
Berücksichtigung sämtlicher Umweltschutzmöglichkeiten erstellt werden, forderte die Organisation
gestern in Hamburg. Der BUND-Landesgeschäftsführer Hamburg, Manfred Braasch, sagte, Bund und
Länder könnten es sich nicht leisten, sich für rund 40 Jahre auf eine Technologie festzulegen, die das
Klima aufheize und die Entwicklung regenerativer Energien behindere. Derzeit seien rund 30 neue
Kraftwerke geplant.
Zu diesen Kraftwerken gehört auch das des dänischen Stromkonzerns Dong Energy in Lubmin bei
Greifswald. Um den Bau wird heftig gestritten. Es mehren sich Hinweise, dass die SPD von MecklenburgVorpommern die Zwei-Milliarden-Investition am Greifswalder Bodden verhindern will.
Seite 7: Bericht
Wochenendausgabe, 06. Oktober 2007 | Mecklenburg-Vorpommern
Kippt die SPD den Bau des Lubminer Kohlemeilers?
Genossen unter Dampf: Gutachten sprechen sich klar gegen ein neues Kohlekraftwerk am Bodden aus.
Springt die SPD jetzt ab?
Schwerin (OZ) Das geplante Steinkohlekraftwerk Lubmin sorgt vor allem bei der Landes-SPD für Unruhe.
Studien über dramatische ökologische und ökonomische Konsequenzen erzeugen zunehmend
Widerstand. Zuletzt sickerte durch, dass 16 Ostsee-Gemeinden ihren Status als „Seebad“ verlieren
könnten, sollte das Kraftwerk gebaut werden (OZ berichtete).
Nun mehren sich Hinweise, dass die SPD die Zwei-Milliarden-Euro-Investition des Stromkonzerns Dong
Energy in letzter Sekunde verhindern will. Am 16. Oktober tagt die SPD-Arbeitsgruppe „Steinkohle“ unter
Ex-Innenminister Gottfried Timm. Anfang November wird der Parteivorstand mit dem Parteirat über das
Votum des Gremiums beraten. Nach OZ-Informationen ist die Marschroute intern allerdings längst
festgelegt. Demnach will die SPD den dänischen Investor auffordern, ein deutlich kleineres Kraftwerk
(600 statt 1600 Megawatt Leistung) zu bauen, das strengere Umweltauflagen erfüllt. Ziel: Entweder
akzeptiert der Investor die abgespeckte Variante und besänftigt so die Kritiker – oder er steigt ganz aus.
Bislang hatte Dong Abstriche kategorisch abgelehnt.
Timm selbst wollte sich zu SPD-Plänen nicht äußern. Er sagte jedoch: „Wir wollen kein EnergieExportland werden. Denn sonst würde MV gleichzeitig ein Importland für Kohle-Dreckschleudern.“
Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU) hatte wiederholt erklärt, MV wolle Strom exportieren. Jetzt
schrillen bei der Union die Alarmglocken, weil die SPD abzuspringen droht. Auf Nachfrage Seidels soll
Ministerpräsident Harald Ringstorff (SPD) in dieser Woche im Koalitionsausschluss erklärt haben, der
Koalitionsvertrag sei bindend. In dem heißt es aber unpräzise, die Koalition unterstütze den Bau von
Kohle- und Gaskraftwerken – kein Wort über das „Wie“ oder deren Größe.
Derweil sorgt die Meldung, Kurorte könnten ihren Status als Seebad verlieren, weiter für Unruhe. Der
Rostocker Professor Martin Benkenstein legt Wert auf die Feststellung, in einem von ihm und Professor
Edgar Kreilkampp erstellten Gutachten würden nicht explizit Seebäder erwähnt, denen eine Aberkennung
ihres Titels drohe. Auch sei es nicht Aufgabe der beiden Experten, Emissionen zu messen. Benkenstein
bestätigte aber, erklärt zu haben, es sei nicht auszuschließen, dass einige Orte auf Rügen und Usedom
den Status „Seebad“ verlieren könnten, weil sie im Umkreis einer 40-Kilometer-Zone lägen, in der die
Schadstoffe des Kraftwerks niedergingen. Die Aberkennung des Titels eines einzigen Ortes würde wie
ein Flächenbrand negativ auf die gesamte Region ausstrahlen. Das Wortlautprotokoll der Äußerungen
Benkensteins liegt der OZ vor.
JÖRG KÖPKE
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