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Dolce vita an der Stiefelspitze: In Kalabrien ist noch was zu entdecken

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reisen
Montag, 27. Juli 2009
Freiburger Nachrichten
Grundlage einer
sorgfältigen
Vorbereitung
Dolce vita an der Stiefelspitze: In
Kalabrien ist noch was zu entdecken
Im SAC-Verlag ist neulich
der Alpinführer «Walliser
Alpen 4/5» erschienen. Er
umfasst das Gebiet vom
Theodulpass bis zum
Simplon.
Tropea, Pizzo, Capo
Vaticano klingt wie
Musik in den Ohren:
Höchste Zeit, um die
Schönheiten Kalabriens kennenzulernen.
WALTER BUCHS
Der süd-östliche Teil der Walliser Alpen mit der Mischabelgruppe und dem Monte-RosaMassiv im Zentrum bietet dem
Alpinisten eine unvergleichliche Reihe von Viertausendern,
von klassischen Hochtouren
und Klettereien.
Für die Alpinisten ist ein
möglichst aktueller Führer eine
unentbehrliche Grundlage zur
Tourenvorbereitung. Diese erhält er mit der neuesten Ausgabe «Walliser Alpen 4/5», in dem
die beiden früheren Führer 4
und 5 von Maurice Brandt aus
dem Jahre 1993 in einem einzigen Band zusammengefasst
sind. Die westliche Begrenzung
bildet die Matter (ohne Matterhorn) und die östliche die Landesgrenze resp. die Simplonstrasse.
IRMGARD LEHMANN
Wieder einmal muss man die
Italienkarte zücken, um zu
wissen, wohin genau die Reise
führt. Tatsächlich braucht man
die Lupe, um den Flughafen
Lamerzia Terme auszumachen. Dorthin nämlich fliegen
all jene, die Kalabrien längst
entdeckt haben, und das sind
vor allem deutsche Touristen.
Licht und Farben
Höchste Zeit, dass sich auch
die Schweizer umsehen. Es
lohnt sich. Denn das Land an
der Stiefelspitze ist noch voller
Urtümlichkeit. In Tropea –
dem kleinen Städtchen – faszinieren verstaubte und halbzerfallene Adelspaläste, Zeugen vergangener glorreicher
Zeiten. Die Gässchen sind eng
und verwinkelt, so dass sogar
der Italiener sein Auto vor der
Altstadt stehen lässt. Die
Städtchen Tropea, Pizzo und
Scilla liegen am Hang, an der
Westküste Kalabriens, auf Felsen mit grandiosem Ausblick.
Nach jeder Wegbiegung ein
neues unerwartetes Bild, das
fasziniert. Ein einziges Spiel
von Licht und Farben.
Capo Vaticano gilt als der romantischste Aussichtspunkt.
Pizzo wiederum hat sich mit
dem Tartufo-Eis einen Namen
gemacht. Aushängeschild der
Region ist die rote Zwiebel, verarbeitet in unzähligen Varianten wie Konfitüre, Brotaufstrich, Käsebeilage.
Klimatische Veränderungen
berücksichtigt
Kirche «Santa Maria dell’ Isola» in Tropea: Bis vor 200 Jahren war die vorgelagerte Insel noch gänzlich vom Meer umspült.
Bilder zvg
Familienbetrieb
Doch in Italiens Stiefelspitze
gibt es seit 40 Jahren ausser im
Tourismus kaum ein Auskommen. Die Arbeitsfähigen ziehen in den Norden. Die Alten
bleiben. Familienbetriebe sind
die Ausnahme. Der 37-jährige
Gregorio Tassone beispielsweise ist Konditor in Serra San
Bruno (Stadt mit 10 000 Einwohnern auf der Serre-Hochebene). Sechs Mitglieder der
Familie arbeiten im Café Santa
Croce: «Unser Geschäft läuft
gut», sagt Gregorio, der nach einem Deutschlandaufenthalt
wieder in die Heimat zurückgekehrt ist. Doch die ärmste Ecke
Italiens zeigt auch die Kehrseite
der Medaille: Bauruinen und
Bauten stehen halbfertig in der
Landschaft. Das Geld sei ausgegangen, oder man mache
nicht vorwärts, weil man damit
Steuern spart.
Landreserven
«Wir wollen hier kein Mallorca», sagt Claudio Desiderio,
Direktor des Hotels Garden
Ressort «Calabria» (s. Kasten)
Dafür kämpfen jene, die bereits da sind. Ob mit Erfolg, sei
dahingestellt. Auch in Kalabrien wittert man nach und nach
das Geld. Dass Kalabrien noch
urtümlich ist, schätzen vor allem jene, die das Land besuchen. Im Juli und August sind
es die Italiener.
«Wir spüren die Wirtschaftskrise, die Touristen fehlen
uns», beklagt sich Angela Giovanni, die in Taormina ein
8
Der völlig neu und angenehm
übersichtlich gestaltete Alpinführer beschreibt auf 672 Seiten
– davon 16 farbig – die sicheren
und lohnenden Routen zwischen Theodulpass und Simplon. Dabei werden die klimatischen Veränderungen der jüngsten Vergangenheit berücksichtigt. Infolge der Veränderungen
der Gletscher mussten nämlich
Zustiege und Kletterrouten neu
definiert und einige Routen sogar ganz gestrichen werden.
Verfasst wurde dieser Führer
von Bernhard Banzhaf, Hermann Biner und Beat Burgener.
Dank der unterschiedlichen beruflichen Ausrichtungen und
persönlichen Bergerfahrungen
bilden sie eine «starke literarisch-technische
Seilschaft»,
schreibt der SAC in einer Mitteilung.
Banzhaf/Biner/Burgener: Alpinführer
Walliser Alpen 4/5, SAC-Verlag Bern 2009
Die 90 Meter hohe Felsklippe Capo Vaticano: Faszinierender Blick in das leuchtend
türkisblaue Meer.
Kleintaxi fährt und perfekt
Schweizerdeutsch spricht. In
Lenzburg war sie viele Jahre
Coop-Filialleiterin.
«Wegen
der drei Kinder, die arbeitslos
sind, würde ich gerne wieder
in die Schweiz zurückkehren»,
sagt sie. Am Flughafen beschenkt sie uns Journalisten
mit frischen Zitronen aus
ihrem Garten.
Heimweh
Den Eindruck, auf heimatlicher Erde nicht so ganz glücklich zu sein, vermittelt ebenfalls Giuseppina Polito. Sie ist
in Deutschland aufgewachsen,
lebt aber nun seit 15 Jahren in
Serra San Bruno. Im Karthäuserkloster betreut sie den Empfang. So richtig zuhause sei nirgendwo: «In Deutschland habe
ich das leichte Leben vermisst
und hier die deutsche Gründlichkeit.»
Die Begegnungen und Begehungen in Kalabrien haben bei
uns Spuren hinterlassen. Man
hat Bilder für die Seele fotografiert und sie im Gedächtnis für
graue Tage gespeichert: eine
Reise mit Nachklang.
Zur Reise nach Kalabrien hat FTI
Touristik/Schweiz eingeladen.
Grün im Grau – ein einstiger Adelspalast in
Tropea: In Kalabrien, der ärmsten Ecke
Italiens, fehlt das Geld für Renovationen.
Die purpurrote Zwiebel aus Kalabrien wird
zu allerlei Delikatessen verarbeitet: Köstlich
etwa die Zwiebelmarmelade.
Tipps und Infos
Von Tropea aus auf die Insel Stromboli
ANREISE: Jeden Sonntag fliegt
Air Berlin von Zürich oder Basel
in 2 Stunden direkt nach Lamezia Terme.
UNTERKUNFT: Das Rocca Nettuno
(vier Sterne) in Tropea (60 km
südlich vom Flughafen Lamezia)
liegt auf einem Felsplateau oberhalb
eines hoteleigenen Sandstrandes. Das grosszügige Haus (2008
renoviert) inmitten einer gepflegter Gartenanlage
ist auf All-inclusive-Gäste ausgerichtet. Eine
Woche mit
Flug und
Vollpension ab rund 1100 Franken: www.roccanettuno.com
Variante 1: Ganz auf Familien
ausgerichtet (mit betreutem
Kids-Club) ist das «Garden Resort Calabria (vier Sterne), das
an der Küste liegt, unweit von
Lamezia
Terme.
Durch einen schönen Pinienwald gelangt man an den
14 Kilometer langen
Sandstrand. Eine Woche mit Flug und Vollpension ab rund 800 Franken: www.gardenresortcalabria.com
Variante 2: Agriturismo Tenuta
Ruralia S. Domenica di Ricadi
(liegt nicht am Meer). Eine Woche mit Flug und Frühstück ab
rund 800 Franken. Ein Mietwagen ist im Preis inbegriffen.
Übrigens: Die Küche ist hervorragend. www.agriturismorosetto.com
LAGE: Tropea und Pizzo
sind Ausgangspunkt für
Schiffsfahrten (Inseln
Stromboli und Lipari)
und Ausflüge ins Hinterland. Die Monate Mai und
September sind ideal für Wanderungen und Radtouren
(Hotels bieten geführte
Touren an).
RUNDREISEN Die Angebote sind
alle von FTI: Im Sommer bietet
das Tourismusunternehmen FTI
nebst Busrundreisen auch eine
Mietwagenrundreise an: Sie
führt von Lamezia Terme aus zu
den Highlights an Italiens Stiefelspitze. Woche mit Flug und
Mietwagen ab rund 1100
Franken.
BUCHUNG bei FTI Tourismus
Schweiz (deutscher Reiseveranstalter, vor 25 Jahren gegründet) Infos: www.fti.ch; Tel. 061
560 71 30 (FTI ist auch in Reisebüros buchbar) il
Express
Globi-Velokarte mit
100 Touren
Seit 1932 begleitet Globi, der
blaue Papagei mit gelbem
Schnabel, Baskenmütze und
rot-schwarz karierter Hose alle
Kinder von 1 bis 99 Jahren.
Nun verrät er auch seine Velorouten. Eine übersichtliche
Schweizerkarte mit 100 familien- und kinderfreundlichen
Strecken ist entstanden.
il
Bezug: Hallwagverlag, 3322 Schönbühl
oder im Internet unter
www.swisstravelcenter.ch
Weekends für
Kurzentschlossene
Kurzferien sind in. Doch fürs
Planen sollte man nicht allzu
viel Zeit aufwenden. Darum ist
der 180-seitige Führer «Weekends für Geniesser» von Gabrielle Attinger eine echte Hilfe.
Im Wochenendführer findet
man 20 Tipps für die kleinen
Ferien in der Schweiz: Infos
über stimmungsvolle Hotels,
über
Ganztagesprogramme,
auch mit Schlechtwettervariante; Tipps für Ausflüge, Wander-und Bikerouten.
il
Bezug: Buchhandel oder Werd Verlag:
Tel. 044 250 20 10; www.werdverlag.ch;
buecher@werdverlag.ch; Fr. 34.80
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