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Für diese Saison fällt die gesamte Ernte weg! Was ist - Horyzon

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AUSGABE NR. 3/10
DIE SCHWEIZER ENTWICKLUNGSORGANISATION FÜR JUGENDLICHE
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YM
I Horyzon‘s Engagement in Palästina
I «Das Leben wieder anpacken»
I Sport und Spiel im YMCA in Gaza
I So können Sie helfen
Brennpunkt Palästina
Für diese Saison fällt die gesamte
Ernte weg! Was ist passiert?
Horyzon Persönlich
Horyzon Brennpunkt
Bulldozer zerpflügen die Hoffnung
Liebe Leserin, lieber Leser
Im Jahr 1982 engagierte sich Horyzon zum
Der palästinensische Bauer Ahmed Barghouth pflanzt Olivenbäume an. Die
Setzlinge erhält er von YMCA und YWCA Palästina. Über das Projekt JAI
(Joint Advocacy Initiative) können Horyzon-Spenderinnen und -Spender für
50 Franken in Palästina einen Olivenbaum pflanzen lassen. Seit zwei Jahren
ernten Ahmed und seine Familie Oliven dieser Bäume. Ihr einziges Einkommen. Doch in dieser Saison fällt die gesamte Ernte weg. Was ist passiert?
ersten Mal in Gaza und in der Westbank. Die
Jugendorganisationen des YMCA und des
YWCA wurden in ihrer Arbeit für und mit den
Jugendlichen unterstützt. Als erstes Projekt
finanzierte Horyzon einen Kindergarten.
Fast dreissig Jahre sind seither vergangen
und im Nahen Osten ist viel passiert: Die
erste Intifada (Aufstand) Ende der achtziger
Jahre, der Oslo-Friedensprozess, der sukzessive Ausbau der israelischen Siedlungen
im Westjordanland, die zweite Intifada, der
Bau eines „Sicherheitszauns“ durch die israelische Regierung, innerpalästinensische
Konflikte zwischen Fatah und Hamas, der
Krieg im Gazastreifen mit über 1‘000 Toten
vor weniger als zwei Jahren.
Das Land von Ahmed vor der Zerstörung
Am 8. Juni 2010 tauchten Bulldozer auf Ah-
Begründung: Der sogenannte Sicherheitszaun
meds Land in Al Walajah auf. Begleitet von
müsse auf seinem Land gebaut werden.
Was sich in all den Jahren leider nicht verän-
der israelischen Armee. Sein Land sei be-
dert hat, ist die verzweifelte Situation der Ju-
schlagnahmt, teilten ihm die Soldaten mit.
Seit acht Jahren baut Israel an der der Trenn-
gendlichen. Mehr als die Hälfte der Einwohner
Machtlos mussten Ahmed und seine Familie
mauer zwischen Israel und den palästinensi-
der palästinensischen Autonomiegebiete ist
zusehen, wie die Bulldozer 82 Olivenbäume
schen Gebieten. Israel argumentiert mit der
weniger als 18 Jahre alt. Die Arbeitslosigkeit
sowie mehrere Mandel- und Walnussbäume
Sicherheit seiner Bürger vor Anschlägen und
ist hoch und die Bewegungsfreiheit stark ein-
und eine 70-jährige Pinie entwurzelten. Die
Gewalt. Ein Blick auf die Karte zeigt jedoch,
geschränkt. Die jungen Menschen wachsen
mit militärischer Präsenz und Gewalt heran.
Horyzon unterstützt verschiedene Projekte
Horyzons Engagement in Palästina
in den Bereichen Gesundheit, Berufsbildung
und Einkommensbeschaffung, gesellschafts-
Neben den oben erwähnten Projekten – Wie-
puterkursen. Auf diese Weise erhöhen sich ihre
politische Bildung und Jugendarbeit. Trotz
dereingliederung und Joint Advocacy Initiati-
Chancen auf dem Arbeitsmarkt.
der schwierigen Situation sollen Jugendliche
ve – unterstützt Horyzon zwei weitere Projekte
die Hoffnung nicht verlieren und eine Pers-
in den palästinensischen Autonomiegebieten.
Ebenfalls unterstützt Horyzon seit vielen Jahren den YMCA Gaza. Der Alltag in Gaza ist
pektive für ein besseres Leben erhalten. Auf
den folgenden Seiten finden Sie einige Ein-
So will der YWCA of Palestine die wirtschaft-
beklemmend und hoffnungslos. Kindern und
drücke aus der palästinensischen Lebens-
liche Eigenständigkeit von Frauen fördern.
Jugendlichen bietet der YMCA Gaza verschie-
welt und aus unseren Projekten.
Frauen aus benachteiligten Verhältnissen er-
dene sportliche und kulturelle Aktivitäten an.
halten eine Arbeitsstelle. Sie lernen in Jericho,
Neben Fussball, Tennis oder Basketball wer-
wie Lebensmittel verarbeitet werden. Oder sie
den auch Tanzkurse oder Gymnastik angebo-
erhalten eine Ausbildung in einem Nähatelier
ten. So wird den jungen Menschen mit ganz
im Flüchtlingslager Jalazoun.
einfachen Mitteln ein Stück Normalität zurück-
Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre!
Herzlich
gegeben.
Das Ziel ist, dass die Frauen persönlich und
wirtschaftlich auf eigenen Füssen stehen kön-
Eine ausführliche Beschreibung aller Pro-
Adamo Antoniadis
nen. Ausserdem unterstützt der YWCA junge
jekte finden Sie auf unserer Website www.
Programmverantwortlicher Palästina
Frauen mit Bewerbungs-, Englisch- oder Com-
horyzon.ch
Horyzon im Einsatz
dass die Sperranlagen nicht etwa entlang der
Grünen Linie oder der Waffenstillstandslinie
von 1949 verlaufen. Vielmehr schlängeln sie
sich entlang der jüdischen Siedlungen und
führen zu einem grossen Teil durch das besetzte Westjordanland. Gemäss einem Bericht
der Uno kommen nach ihrer Fertigstellung
9,4% der besetzten Gebiete und fast eine
halbe Million Siedler auf die israelische Seite
zu liegen. Nicht zu Unrecht glauben deshalb
viele Palästinenser, dass die Sicherheit nicht
der einzige Grund für die Sperranlagen ist.
Wenn der Bau einmal vollendet ist, wird die
Gemeinde Al Walajah gemäss Plänen des israelischen Verteidigungsministeriums auf drei
Seiten eingezäunt sein. An der vierten Seite
führt eine befestigte Strasse zur Siedlung Har
Gilo. Die Bewohner von Al Walajah sind dann
komplett von der Umwelt abgeschnitten.
Ahmed Barghouth ist verzweifelt. Er kann die
Ungerechtigkeit nicht verstehen, die ihn seiner
Existenzgrundlage beraubt. Die offizielle Grüne
Linie verläuft einen Kilometer westlich seines
Landes. Gar nur 10 Meter von der Olivenbaumplantage entfernt liegt unbebautes Brachland.
Israelische Bulddozzer auf Ahmeds Land
Trotzdem wird der Zaun mitten durch seinen
Die JAI von YMCA und YWCA Palästina hat
Solche Ereignisse sollen sich nicht wiederho-
Olivenhain gebaut. Ahmed hat alles versucht,
alle Sponsoren um Mithilfe gebeten und sie
len. Oder spenden Sie für das Projekt JAI, das
um seine Olivenbäume zu retten. Er suchte
aufgefordert, die Geschichte von Ahmed zu
sich mit friedlichen Mitteln für einen gerechten
Hilfe und Gerechtigkeit auf dem Rechtsweg.
verbreiten, damit sich solche Ereignisse nicht
Frieden einsetzt.
Er wandte sich an die Medien und rief Freun-
wiederholen. Senden Sie einen Brief an die is-
de zu Protesten auf. Doch nichts konnte die
raelische Botschaft in Ihrem Land und verbrei-
Weitere Links zu diesem Thema finden Sie
Bagger aufhalten.
ten Sie die Geschichte von Ahmed Barghouth.
auf unserer Website www.horyzon.ch
Das Leben wieder anpacken
Ein tragischer Schicksalsschlag machte aus dem damals 14-jährigen Nour
Rabia einen körperlich behinderten Menschen. Er verlor den Glauben an das
Leben. Dank dem Wiedereingliederungsprogramm des YMCA Ostjerusalem
gewinnt Nour wieder Vertrauen.
Dank dem Wiedereingliederungsprogramm
Nour Rabia ist heute 17 Jahre alt und lebt
winden. Nicht zuletzt dank der Handpro-
in Beit-Sahour, einige Kilometer südlich von
these hat Nour wieder Bewegungsfreiheit
Jerusalem. Vor drei Jahren hob er einen un-
gewonnen. Sein Leben hat sich zum Po-
gewöhnlich aussehenden Gegenstand auf.
sitiven verändert. Nour sagt: Nun habe ich
Es war ein Blindgänger.
wieder ein Leben zu leben – ich habe wie-
Die Explosion riss Nour seine rechte Hand
der Hoffnung.
des YMCA Ostjerusalem kehrt jetzt sein Lebenswille zurück.
Nour war in der Lage, sein Trauma zu über-
ab. Aus Scham über seine körperliche Behinderung brach er die Schule ab und woll-
Heute geht er wieder zur Schule und
te seine Freunde nicht mehr sehen. Seine
trifft sich mit seinen Freunden. Zudem
Familie konnte ihn weder emotional noch
hat er eine Ausbildung begonnen, die
körperlich unterstützen. Nour verlor jegliche
es ihm ermöglicht, ein eigenständiges
Hoffnung und Lebensfreude.
Leben zu führen.
Horyzon Die externe Meinung
Olivenbaum-Kampagne
in Palästina
Wärmstens zu empfehlen
Gemeinsam mit meiner Frau habe ich das unfassbare Elend in den
Flüchtlingslagern in Gaza miterlebt. Um diese Kinder und Jugendlichen aus ihrem täglichen Leid herauszuholen, ist die Jugendarbeit des
YMCA wichtig. Helfen auch Sie.
Sie können Olivenbaum-Setzlinge spenden. Oder Sie können die Menschen direkt vor Ort unterstützen. Beim Pflanzen
der Bäume und bei der Ernte. Ihre Präsenz kann die palästinensischen Bauern
vor Übergriffen schützen. Zudem wird
jährlich ein „Journey for Justice“ (Reise
für Gerechtigkeit) für Jugendliche aus der
ganzen Welt durchgeführt. Neben dem
Austausch mit palästinensischen Jugendlichen sind auch spannende Einblicke in
deren Alltag sowie ausführliche Informationen zum palästinensisch-israelischen
Konflikt garantiert.
Während unseres Aufenthaltes im Mai 2010
merlager auf dem Gelände des YMCA als
in Gaza haben wir die Folgen der nun drei-
wichtig ein. Sportliche Aktivitäten und kreative
jährigen totalen Abriegelung von ca. 1,5 Mil-
Tätigkeiten, wie beispielsweise Rap, für Kinder
lionen Palästinenserinnen und Palästinensern
und Jugendliche stehen dabei im Vordergrund.
durch Israel und Ägypten hautnah miterlebt.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf der sorg-
Die Lage ist sehr schwierig und die teils trau-
fältigen Ausbildung der Leitenden. Angesichts
matischen Erfahrungen des Gazakrieges im
der Perspektivlosigkeit, die bei der mehrheit-
Dezember 2008 und im Januar 2009 wirken
lich jungen Bevölkerung oft zu Stress und psy-
gerade bei den Jüngsten immer noch nach.
chischen Problemen führt, möchte ich jedem
Im Alltag bleibt es ihnen zumeist verwehrt, ein-
die Unterstützung des Programms wärmstens
fach Kinder zu sein und fernab der täglichen
empfehlen.
Probleme spielen, zeichnen und herumrennen
zu können.
Umso wichtiger ist es, Kindern wenigstens
etwas Normalität und Unbeschwertheit zu
Jochi Weil arbeitet seit 1981 bei medico international Schweiz, einer Hilfsorganisation mit Sitz in
Zürich. medico unterstützt in Gaza basismedizinische und psychosoziale Projekte.
vermitteln. Wir haben zwei ähnliche Einrich-
Seien Sie noch besser informiert.
Abonnieren Sie den digitalen
Newsletter von Horyzon.
Dieser erscheint 4x pro Jahr.
www.horyzon.ch
Impressum
Erscheint vierteljährlich,
Abo/Gönnerbeitrag CHF 25.– / Jahr
Auflage 4000 Ex. / Ausgabe 3/10
tungen in Khan Younis besucht. Wir waren
mit unserem pädagogischen Hintergrund beeindruckt vom konstruktiven Klima. Aufgrund
Redaktion: Adamo Antoniadis, Brigitte Bettler,
Darka Todorovic, Irène Hofstetter, Werner Stahl
dieser Einblicke stufen wir die Jugendarbeit
des YMCA Gaza sowie das vierwöchige Som-
Gestaltung und Konzept:
augenweide design gmbh, solothurn
Übersetzung D–F:
Göldi Übersetzungen
So können Sie helfen
Horyzon engagiert sich in der langfristigen Entwicklung von Jugendlichen in schwierigsten Lebensbedingungen. Mit jedem Beitrag setzen Sie ein Zeichen des Vertrauens in unsere Arbeit und unterstützen damit zum Beispiel den YWCA Gaza. Ergänzen
Sie den Einzahlungsschein mit Ihrem Wunschprojekt oder spenden Sie online auf
www.horyzon.ch. Herzlichen Dank.
Horyzon
Florastrasse 21
4600 Olten
Schweiz
T +41 (0)62 296 62 68
F +41 (0)62 296 30 69
info@horyzon.ch
www.horyzon.ch
Lektorat: rotstift ag, Bern
Fotos: Horyzon
Druck: Ruch Druck, Ittigen BE
auf FSC-Papier
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Die Schweizer Entwicklungsorganisation für Jugendliche
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ISO: 9001-2008
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Seele and Geist
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