close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Diagnose: Spinalkanalstenose – Was tun, wenn es eng - Asklepios

EinbettenHerunterladen
Diagnose: Spinalkanalstenose –
Was tun, wenn es eng wird im Wirbelkanal?
Wirbelsäulenspezialistin Dr. Ulrike Laupichler über ein häufiges Krankheitsbild
Lindenlohe – „Frau Doktor, ich habe seit kurzem so ein taubes Gefühl in den
Beinen“, erzählt eine Patientin in der Sprechstunde. „Ich kann nicht mehr sehr
weit gehen, muss immer wieder stehen bleiben“, klagt ein anderer Patient. Für Dr.
Ulrike Laupichler, Leiterin der Abteilung Wirbelsäule in der ASKLEPIOS
Orthopädischen Klinik Lindenlohe, ergibt sich in beiden Fällen nach dem
Vorgespräch, der Untersuchung und Durchführung verschiedener diagnostischer
Maßnahmen ein klares Krankheitsbild: Verengung des Wirbelkanals, eine so
genannte Spinalkanalstenose, aufgrund der eingeschränkten Gehstrecke im
Volksmund auch als „Schaufensterkrankheit“ bekannt. Rückenmark und
austretende Nervenfasern kommen im wahrsten Sinne des Wortes unter Druck.
Vielfältige Symptome schränken die Mobilität und somit die Lebensqualität der
Patientinnen und Patienten erheblich ein.
Statistische Zahlen sind bislang wenige zum Thema Spinalkanalstenose erfasst. Rund
35 Prozent der Patientinnen und Patienten, die mit Rückenschmerzen vorstellig
werden, sind davon betroffen. Da es sich vorwiegend um einen degenerativen
Schaden, also eine Verschleißerkrankung handelt, treten die Beschwerden bei in
etwa gleicher Verteilung zwischen Männern und Frauen in der Altersgruppe über 50
Jahren auf. Die Erfahrung des behandelnden Arztes spielt bei der Erkennung des
Krankheitsbildes eine entscheidende Rolle, da beispielsweise das im Liegen
aufgenommene Bild in der „Röhre“, also mit dem Magnetresonanztomographen
(MRT), unauffällig sein kann. Ein klares Bild ergibt sich dann erst bei einer
Kontrastmitteluntersuchung im Stehen oder in der Rückbeugung der Wirbelsäule.
Zudem kommen die Patientinnen und Patienten oft verunsichert zur Sprechstunde,
weil sie nur noch kurze Wegstrecken ohne Pause gehen, aber problemlos 20
Kilometer mit dem Rad fahren können.
Grundsätzlich gibt es verschiedene – angeborene oder Verschleiß bedingte –
Ursachen für die Spinalkanalstenose. In zahlreichen Fällen können sich bei einer
Wirbelgelenkarthrose die Flächen der Zwischenwirbelgelenke so stark vergrößern,
dass sie in den Spinalkanal ragen. Verschleiß führt oft auch dazu, dass sich
Knochenzacken und Knochenanbauten an den Wirbeln bilden. Diese Osteopythen
engen dann den Wirbelkanal ein. Durch Überbelastung können sich zudem die
Bänder der Wirbelsäule im Laufe der Zeit verdicken und den Raum für das
Rückenmark
eng
machen.
Eine
Bandscheibenvorwölbung
oder
ein
Bandscheibenvorfall reduzieren in vielen Fällen zusätzlich den Durchmesser des
Spinalkanals. Häufig tritt nicht nur eine Veränderung auf, sondern mehrere
bedingen das Krankheitsbild. Der auf den Spinalkanal wirkende ständige Druck
führt oft nicht nur zur temporären Einschränkungen. Bleibende Schädigungen der
Nerven sind ohne entsprechende Behandlung nicht auszuschließen.
Betroffen kann jeder Bereich der Wirbelsäule sein: Hals-, Brust- oder
Lendenwirbelsäule. Das äußert sich auch in den unterschiedlichen
Beschwerdebildern. Typische Symptome sind z.B. Rückenschmerzen, Gefühls- und
Missempfindungsstörungen der Arme oder Beine, wie zum Beispiel Brennen,
Kältegefühl oder „Watte unter den Füßen“. Ein Schwächegefühl der Arme oder
Beine, Bewegungseinschränkung der Wirbelsäule und Muskelverspannungen gehen
unter Umständen mit dem Krankheitsbild einher. Eingeschränkt ist manchmal auch
der Miktionsreflex, was zu Problemen beim Stuhlgang oder beim Wasserlassen führt.
Die Behandlung der Wirbelkanalstenose sieht verschiedene Wege vor. Die
konservative Herangehensweise basiert auf der medikamentösen Schmerztherapie,
Elementen der Physikalischen Therapie mit Strom, Wärme und Ultraschall.
Unterstützend wirken Krankengymnastik, Rückenschule und Psychotherapie.
Verschiedene Techniken der Nervenblockade und so genannte peridurale
Infiltrationen, also Rückenmark nahe Einspritzungen
einer Mischung aus
Betäubungsmittel, Kortison und weiteren Medikamenten führen oft schon zum
Behandlungserfolg. Wenn der Weg in den Operationssaal aufgrund des
Beschwerdebildes nicht mehr vermeidbar ist, um den Wirbelkanal mechanisch von
den Irritationen zu befreien bzw. zu erweitern, ist die mikrochirurgische
Dekompression, eine offene Operation mit einem kleinen Hautschnitt unter
Verwendung eines Operationsmikroskopes und spezieller Instrumente oft Ziel
führend. Ebenfalls zu den minimal-invasiven Methoden zählt die endoskopische
Herangehensweise. Endoskop (Kamera) und Operationswerkzeug werden ebenfalls
über einen kleinen Hautschnitt zum betroffenen Areal geführt. Bei „schweren“
Fällen ist das Behandlungsziel, die Dekompression, also die Reduzierung bzw.
Beseitigung des auf den Wirbelkanal wirkenden Druckes, nur durch eine offene
Operation zu erreichen. Zur Stabilisierung wird bei Bedarf ein individuelles
Implantat eingesetzt.
Als Fazit aller Behandlungsmethoden und Prognose für die Betroffenen kann Dr.
Ulrike Laupichler ihre Erfahrungswerte zusammen fassen: „Die Heilungschancen
und Heilungsverläufe sind gut. In der Regel bekommen wir die Patienten –
natürlich unter anderem abhängig von der Dauer der bestehenden Symptomatik –
beschwerdefrei.“
Kontakt:
Dr. Ulrike Laupichler –
Leiterin der Abteilung Wirbelsäulenchirurgie
ASKLEPIOS Orthopädische Klinik Lindenlohe
Lindenlohe 18 | 92421 Schwandorf
Telefon 09431/888-611 (Anmeldung zur Sprechstunde)
E-Mail u.laupichler@asklepios.com
Sprechstunde:
Montag
09.00-16.30 Uhr
Mittwoch
09.00-12.20 Uhr
Freitag
09.00-12.00 Uhr (mit den Neurochirurgen Holzschuh/Bartsch/Bauhuf)
Document
Kategorie
Gesundheitswesen
Seitenansichten
6
Dateigröße
59 KB
Tags
1/--Seiten
melden