close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Implementationsbrief Nr. 1 Was ist neu am Rahmenlehrplan Polnisch?

EinbettenHerunterladen
Implementationsbrief Nr. 1
Was ist neu am Rahmenlehrplan Polnisch?
Liebe Kolleginnen und Kollegen!
Die Unterrichtsvorgaben Polnisch waren im Vergleich mit den z.T. elfjährigen Laufzeiten
der anderen Rahmenpläne nur kurze Zeit in Kraft. Die Vorlagen des Autorenteams Elżbieta
Baczewski, Krzysztof Gawroński, Bohdan Halczak, Hannelore Heinemann, Joseph Kotyczka,
Roman Lewicki, Grażyna Lisiecka, Danuta Mikołajczyk, Hildegard Obiora, Barbara Rabanus,
Joanna Rauch, Klaus Schuricht, Regina Sidorowa, Grit Strnad und Renate Zschärlich konnten aus diesem Grund gleich den geforderten Auflagen aus den Modellvorstellungen angepasst werden, so dass im Unterschied zu den anderen Fremdsprachenlehrplänen keine
neue Rahmenlehrplangruppe eingesetzt werden musste.
Der neue Rahmenlehrplan Polnisch (RLP Polnisch) löst die Unterrichtsvorgaben ab, die für
die meisten Fachlehrkräfte seit dem 1. August 1999 ein guter Wegbegleiter waren; sicher
auch, weil viele Eckpunkte oder Sichtweisen für den Polnischunterricht beschrieben wurden,
die auch im neuen RPL Polnisch enthalten sind. Dank Ihrer engagierten und qualifizierten
Arbeit, dem Können und dem Erfahrungsschatz von Polnischlehrerinnen und Polnischlehrern
unseres Landes wurde aus dem Plan , trotz mancher Unzulänglichkeiten, Unterrichtsrealität
mit seiner selbstverständlichen Beschreibung von Lernzielen Lerninhalten, Lernverfahren
und Arbeitstechniken und natürlich auch den Hinweisen zur Leistungsbewertung.
Die guten Ansätze aus den Unterrichtsvorgaben galt es aufzugreifen, im Verbund mit den
anderen Fächern der Sekundarstufe I auf der Grundlage der Modellvorstellung zur Fortschreibung der brandenburgischen Rahmenpläne der ersten Generation insgesamt weiter zu
entwickeln und weitestgehend aufeinander abzustimmen. Geschehen konnte dies über einen
längeren Zeitraum, die letzten beiden Jahre vor allem auch dank der engagierten Tätigkeit
von Hannelore Heinemann sowie ihrem Arbeitskreis, Renate Zschärlich und Rosemarie
Beck.
Um praxisbezogene Schlussfolgerungen mit hinreichenden Schwerpunkten für die Erstellung
des neuen RLPs Polnisch zu erhalten, wurde u.a. eine Werkstatt mit Anhörungscharakter in
Frankfurt (Oder) durchgeführt. Diese Veranstaltung war für die Fortschreibung überaus ergiebig, basierte sie doch auf einem durch die RPG Englisch und Russisch entwickelten Design. Der Konzipierung solcher Werkstätten lag der Auftrag der RPG zugrunde, „Veranstaltungen zum Rahmenlehrplanentwurf in den früheren PLIB-Außenstellen“ durchzuführen. Für
die Fremdsprachenfächer Englisch, Russisch und Polnisch wurden diese Angebote im Kern
an Modernisierungsaspekten des jeweiligen Rahmenlehrplanentwurfes festgemacht.
Viele von Ihnen haben durch Ihre Mitwirkung an den Werkstätten einen großen Anteil an der
Erstellung der jetzigen Fassung des Rahmenlehrplans. Das gilt z.B.. für die Abschnitte zur
Interkulturalität und den interkulturellen Inhalten, für die Abschnitte zu den Inhalten des Unterrichts, zum schuleigenen Lehrplan, zum fächerverbindenden Arbeiten. Auch die ganz konkreten Kürzungsvorschläge waren sehr hilfreich.
Die Modernisierungsaspekte umfassen für den Rahmenlehrplanentwurf Polnisch solche
Gesichtspunkte, die im Vorläufer eine eher andere, eher untergeordnete oder eher gar keine
Rolle gespielt haben und damit das NEUE des RLPs Polnisch ausmachen. Die Modernisierungsaspekte sind in der Tabelle genannte. Ihnen wurden Bezugspunkte und Setzungen
beigegeben. In den Bezugspunkten und Setzungen kommen die Veränderungen in Bezug
auf ein Fremdsprachencurriculum zum Tragen. In der Tabelle sind sie den Modernisierungsaspekten zugeordnet.
Modernisierungsaspekte
Bezugspunkte und Setzungen
(1)
Bedeutsamkeit des Sprachenerwerbs in Europa
⇒
Portfolio
(2)
Schülerbezug
⇒
Europarat
(3)
Kompetenzen, Handlungsfähigkeit
⇒
Verbindliches / Offenes
(4)
Qualifikationserwartungen
⇒
Leben nach der Schule
(5)
Unterrichtsformen, Unterrichtsgestaltung
⇒
(6)
Umgang mit Leistungen
Keine Kommunikationslisten
(7)
Fachübergreifendes / fächerverbindendes Arbeiten
⇒
Schule als Ort des Lernens
(8)
Stellung der Fachkonferenzen und schuleigener
Lehrplan
⇒
Medien immanent
Hinsichtlich des Modernisierungsaspekts Qualifikationserwartungen wurden für die Änderungen z.B. folgende Überlegungen zugrunde gelegt. Das komplexe Zielbild, das die modernen Fremdsprachen ausmacht, wird im Wesentlichen und im Vergleich mit anderen Unterrichtsfächern durch eine besonders hohe Interkulturalität und Sprachbewusstheit geprägt.
Diese Prägung kommt jedoch nicht isoliert zum Tragen, sondern äußert sich in einer konkreten und wahrnehmbaren sprachlichen Handlungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler.
Aus diesem Grund bilden die in den Fremdsprachenlehrplänen detailliert beschriebenen Bereiche der sprachlichen Handlungsfähigkeit Hören, Sprechen, Lesen und Schreiben das
Zentrum, den Kern des Curriculums, der sich in den jeweiligen Kapiteln mit den Qualifikationserwartungen noch einmal mit dem Ziel verdichtet, in den Fremdsprachenlehrplänen konkrete Abschlussniveaus auszuweisen. Dementsprechende Darstellungen gibt es bislang in
anderen Lehrplänen nur bedingt bzw. in Ansätzen.
Bei der Umsetzung des Modernisierungsaspekts Unterrichtsformen wurde z.B. davon ausgegangen, dass ein Fremdsprachenlehrplan der Darstellung zeitgemäßer Arbeitsformen verpflichtet ist. Die mögliche Palette erstreckt sich von der traditionellen Form des Frontalunterrichts über unterschiedliche Sozialformen der Arbeit von Schülerinnen und Schülern untereinander bis hin zu komplexen Arbeitsformen und vor allem auch selbstbestimmtem Arbeiten
durch die Schülerinnen und Schüler. Dem Schulgesetz wird entsprochen, indem in alle
Fremdsprachenlehrpläne Hinweise zur Gestaltung des fächerverbindenden Unterrichts aufgenommen wurden. Das bereits erwähnte Europäische Portfolio der Sprachen kann bei einem zweckmäßigen Einsatz zum hilfreichen Instrumentarium bei der Übernahme von
Selbstverantwortung für das Lernen durch die Schülerinnen und Schüler werden.
Für den Modernisierungsaspekt Beachtung des gesellschaftlichen Kontextes leisteten u.a.
die Aktivitäten rund um das Europäische Jahr der Sprachen, das 2001 europaweit gefeiert
wurde, in ausreichendem Maße gute Vorlagen. Eines der Ziele dieses durch die Europäische
Union ausgerufenen Jahres der Sprachen war und ist das Propagieren des Erlernens von
Fremdsprachen. Fremdsprachen werden in diesem Kontext nicht nur in den Fremdsprachen
Englisch und Französisch gesehen, sondern unmittelbar gemeint und angesprochen sind
auch Polnisch oder Italienisch, Polnisch oder Tschechisch, Dänisch oder Deutsch und andere Sprachen.
2
Sprachen zu lernen ist von zentraler Bedeutung für die künftige gesellschaftliche, kulturelle
und wirtschaftliche Entwicklung in Europa und zielt insbesondere auch im Hinblick auf die
veränderten globalen Rahmenbedingungen für das Zusammenleben auf nachfolgende Intentionen der Europäischen Union und des Europarates ab:
-
Sprachliche Vielfalt ist ein Schlüsselelement des kulturellen Erbes Europas und seiner
Zukunft. Alle gesprochenen Sprachen spielen dabei eine wichtige Rolle.
-
Sprachen lernen fördert das kulturelle Verständnis füreinander und verbessert die individuellen Lebensperspektiven.
-
Sprachen lernen eröffnet Menschen neue persönliche und berufliche Chancen und mehr
Mobilität.
-
Sprachen lernen ermöglicht es den Bürgerinnen und Bürgern Europas, aktiv an Europa
mitzuwirken und teilzuhaben.
Im Evaluationsjahr erwies sich das bis zur deutlichen Akzeptanz der Modernisierungsaspekte als relativ unkompliziert und offensichtlich akzeptabel. Allerdings ergaben sich auch
Präzisierungs- bzw. Ausgestaltungswünsche. Hierzu gehörten u.a.:
-
die Problematik der Qualifikationserwartungen mit ihren unterschiedlichen Bezügen und
Konsequenzen für den Unterricht,
-
deutlichere Anbindung der Qualifikationserwartungen an den GER (Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen) und konsequentere Bezüge zum ESP (Europäisches Portfolio
der Sprachen) mit einer Fortbildung oder Qualifizierung der Lehrkräfte für diesen Bereich,
-
das (durch GER und ESP) veränderte Verhältnis zum Umgang mit Leistungen, insbesondere im Bereich der Bewertung ohne Benotung,
-
ein deutlicher Wunsch und Trend zu (noch mehr) detaillierten Vorgaben für das Lehrerhandeln..
Bei der Erstellung der jetzt vorliegenden Fassung konnten allerdings nicht alle Veränderungswünsche aufgegriffen werden,
-
weil die vorliegenden Forderungen einzelner Personen oder Einrichtungen nicht einheitlich, sondern in sich sogar widersprüchlich sind;
-
weil in einzelnen (wenigen) Rückmeldungen das Gesamtanliegen der neuen Rahmenlehrpläne nicht berücksichtigt wurde;
-
weil durch das neue Verhältnis von Offenem und Verbindlichem in den Rahmenlehrplänen auch höhere Anforderungen an die Lehrkräfte insbesondere an die Fachkonferenzen
gestellt wurden, die nicht zurückzunehmen sind;
-
weil das Auffüllen einiger "Leerstellen" (was im Polnischunterricht noch alles „behandelt“
werden sollte) zu unvertretbarer Stofffülle führen würde.
Es gäbe noch Vieles von den Neuerungen zu sagen. In diesem Implementationsbrief konnten jedoch nur einige wenige Aspekte ausgeführt werden. Sollten Sie Fragen oder Hinweise
zum Rahmenlehrplan Polnisch oder zu diesem Implementationsbrief habe, so wenden Sie
sich bitte an die untenstehende Adresse. Wir bemühen uns, so schnell wie möglich mit Ihnen
in Kontakt zu treten. Schön wäre es, wenn Sie recht bald auch eigene Implementationsbriefe
oder Implementationsbeiträge verfassen und den anderen Polnischlehrkräften zur Verfügung
stellen könnten.
Mit freundlichen Grüßen
Für das Team der Erstellung des Rahmenlehrplans Polnisch
c/o rosemarie.beck@plib.brandenburg.de
3
Document
Kategorie
Bildung
Seitenansichten
1
Dateigröße
58 KB
Tags
1/--Seiten
melden