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Man sieht nur, was man weiss. - Institut für Rechtsmedizin

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Man sieht nur, was man weiss.
Johann Wolfgang von Goethe
Informationen zur verkehrsmedizinischen Erstabklärung
nach Auffälligkeit mit Alkohol, Drogen, Medikamenten.
Sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr
Sie werden von der zuständigen Strassenverkehrsbehörde einer verkehrsmedizinischen (evtl. auch einer zusätzlich verkehrspsychologischen) Fahreignungsabklärung zugewiesen. Dies im Zusammenhang mit einem Ereignis (evtl. auch zwei oder
mehreren Vorfällen), wo Alkohol und/oder Drogen und/oder gewisse Medikamente
einen massgeblichen Einfluss hatten.
Im Hinblick auf die bevorstehende Untersuchung wollen wir Sie daher gerne schon
im Vorfeld möglichst umfassend informieren. Deshalb bitten wir Sie freundlich,
diese Broschüre aufmerksam durchzulesen!
Fahrgeeignet SEIN bedeutet, dass die körperliche und
psychische Leistungsfähigkeit vollumfänglich und zeitlich
nicht befristet gegeben ist. Alkohol und / oder Drogen
und / oder gewisse Medikamente beeinträchtigen die momentane Fahrfähigkeit bekanntermassen erheblich. Die
bei Ihnen zur Diskussion stehenden Umstände haben offenbar den begründeten Verdacht erweckt, dass ein entsprechend verkehrsrelevantes Problem vorliegen könnte,
weswegen auch eine Fahreignungsabklärung angeordnet
wurde. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass es gemäss den
rechtlichen Grundlagen (Schweizerisches Strassenverkehrsgesetz SVG) nicht relevant ist, ob man im Strassenverkehr
oder auch in einem anderen Zusammenhang auffällig
wurde, zumal es um den Ausschluss einer allfälligen Suchtproblematik geht!
DIE VERKEHRSMEDIZINISCHE UNTERSUCHUNG wird durch
eine qualifizierte ärztliche Fachperson durchgeführt, dauert ca. ¾ – 1½ Std. und beinhaltet in aller Regel ein ausführliches Gespräch, des Weiteren eine körperliche Untersuchung sowie – vor allem bei Fragen bzgl. Alkohol / Drogen/
Medikamenten – die Asservierung von Blut, Urin und
Haaren für Laboranalysen. Je nach den aktuellen Gesamtumständen kann es auch vorkommen, dass in Ihrem Einverständnis vorerst nur eine ausführliche Besprechung
erfolgt, durch welche dann auch das weitere Prozedere
festgelegt wird. In jedem Fall wird aber ein Gutachten
bzw. ein schriftlicher Bericht erstellt, aus welchem eine
verkehrsmedizinische Fahreignungsbeurteilung zuhanden
der zuständigen Strassenverkehrsbehörde hervorgeht.
Abhängig von den bei Ihnen notwendigen Abklärungen,
Laboranalysen und allenfalls einzuholenden medizinischen
Berichten dauert es dabei ca. 2 bis 6 Wochen, bis die Begutachtung abgeschlossen ist.
WICHTIG Bitte beachten Sie, dass immer die Strassenverkehrsbehörde die rechtskräftige Entscheidung betreffend
Ihrem Führerausweis trifft. Dabei müssen die gesetzlichen Grundlagen des Schweizerischen Strassenverkehrsrechts zwingend mitberücksichtigt werden. Selbst eine
noch so günstige verkehrsmedizinische Beurteilung kann
somit eine gesetzlich gegebene Mindestdauer des Führerausweisentzugs nicht aufheben!
DIE FAHREIGNUNGSBEURTEILUNG hat immer auch die
gesetzlich gegebenen medizinischen Mindestanforderungen (betreffend körperlicher und psychischer Krankheiten, Augen-Sehkraft etc.), die medizinische Führerausweis-Gruppe sowie die damit in Zusammenhang
stehenden Richtlinien zu berücksichtigen.
Beispielsweise steht bei einer Substitutionsbehandlung
(nach Heroinabhängigkeit) mit Methadon oder Subutex
klar nur die niedere medizinische Führerausweis-Gruppe
zur Diskussion (Pw, Motorräder, etc.).
GRUNDSÄTZLICHE REGEL! Auch wenn Sie nur mit einer Substanz (z.B. Alkohol) auffällig wurden, muss die
entsprechende Fahreignungsabklärung immer ALLE fahrfähigkeitsbeeinträchtigenden Substanzen mitberücksichtigen, d.h. sowohl den Alkohol als auch Drogen und
Medikamente!
Zu Ihrer unmittelbaren Vorbereitung
auf die verkehrsmedizinische Untersuchung
BITTE BEACHTEN! Je nach Regelung der für Sie zuständigen
kantonalen Strassenverkehrsbehörde wird vorgängig zur
Untersuchung ein Kostenvorschuss verlangt. Nachdem Ihre
Akten bei uns eingegangen sind, dauert es ca. 4 bis 6
Wochen, bis Sie einen Untersuchungstermin bekommen,
für welchen Sie ein schriftliches Aufgebot (inkl. Lageplan)
erhalten! Stellen Sie daher sicher, dass Ihre eingehende
Post entsprechend regelmässig gesichtet wird! Um zusätzliche Verzögerungen und Wartezeiten möglichst zu vermeiden, empfehlen wir, dass Sie im Untersuchungs-Anmeldeformular alle Ihnen bekannten, nicht in Frage
kommenden Termine (inkl. Ferienabwesenheiten), allfällige
Adressänderungen sowie Ihre telefonische Erreichbarkeit
vermerken. Achten Sie auch bitte darauf, dass Sie sich bei
der Untersuchung ausweisen können (Pass / Identitätskarte).
FALLS SIE in hausärztlicher oder anderweitiger medizinischer
Behandlung sind (und evtl. auch Medikamente einnehmen), ist es nur von Vorteil, wenn Sie bei der verkehrsmedizinischen Untersuchung die entsprechenden Angaben
machen können (inkl. Präparatenamen der verwendeten
Medikamente). Falls Sie Diabetiker sind, bringen Sie bitte
Ihr Blutzuckerbüchlein mit! Wenn Sie eine Brille bzw. Kontaktlinsen benötigen, bringen Sie auch diese bitte zur Untersuchung mit!
WENN Sie sich – je nach der zur Diskussion stehenden
Problematik – bereits im Vorfeld der verkehrsmedizini­
schen Untersuchung entschieden haben sollten, sachdien­
lichen ärztlichen Rat oder sogar eine medizinisch-fachthe­
rapeutische Behandlung in Anspruch zu nehmen, evtl.
aber auch eine Abstinenz einzuhalten (je nach Situation
bzgl. Alkohol / Drogen / Medikamenten) und regelmässige
Laborkontrollen (z.B. Blut und / oder Urin) durchzuführen,
bringen Sie bitte die entsprechend aktuellen medizinischen
Unterlagen (Arztbericht, Therapie-Verlaufsbericht etc.) zur
verkehrsmedizinischen Untersuchung mit. Ihr Einverständnis vorausgesetzt, können im Anschluss an die Untersuchung dann bedarfsweise noch weitere medizinische
Fremdauskünfte eingeholt werden!
IM RAHMEN der verkehrsmedizinischen Fahreignungsabklärung werden anerkannte laboranalytische, vor allem
auch beweiskräftige, chemisch-toxikologische Verfahren
eingesetzt, und zwar nicht nur hinsichtlich Blut und
Urin, sondern auch bezüglich Haaren. Haaranalysen erfolgen dabei auf Alkohol bzw. auf das in der Leber gebildete Alkoholabbauprodukt Ethylglucuronid (ETG),
ebenso auf gewisse Medikamente und insbesondere
auf Drogen, exkl. Cannabis. Bei der Drogen-Haaranalyse
macht Cannabis wegen seiner speziellen Eigenschaften
nämlich eine Ausnahme, sodass derzeit nur anhand entsprechender Urin- / Blut-Analysen zuverlässige Aussagen
möglich sind.
MITTELS HAARANALYSE lassen sich etliche fahreignungsrelevante Befunde (z.B. Alkohol- und Drogenabstinenz) beweiskräftig dokumentieren. So kann beispielsweise eine 5 bis 6 cm lange Kopfhaar-Probe eine
halbjährige Abstinenz belegen! In Ausnahmefällen (bei
fehlender Kopfbehaarung) kann auf Sekundärhaare
(Brust-, Arm-, Beinhaare) ausgewichen werden. Aufgrund des im Vergleich zu den Kopfhaaren sehr unterschiedlichen Längenwachstum-Verhaltens gilt es jedoch
zu berücksichtigen, dass die zeitliche Zuordnung der
Analysebefunde erschwert ist! Zusätzlich ist zu beachten, dass Färben, Tönen und Bleichen die Aussagekraft
der Haaranalyse beeinträchtigen, weswegen man solche
Haarbehandlungen unterlassen muss.
WEITERE INFORMATIONEN werden Sie im Rahmen der verkehrsmedizinischen Untersuchung von der zuständigen
ärztlichen Fachperson bekommen, nicht zuletzt auch betreffend Kostenfragen!
Institut für Rechtsmedizin
Verkehrsmedizin & Forensische Psychiatrie
Kurvenstrasse 31, 8006 Zürich
Tel 044 635 76 00
Fax 044 635 76 05
E-Mail: fortraf@irm.uzh.ch
Web: www.irm.uzh.ch
artandwork.ch
08/2008
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Gesundheitswesen
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