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# Was Min Der Kuss - WerfText

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Minuten
AUSFÜHRUNG
Autorin
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Radio LoRa, Zürich / Radio Rabe, Bern
träume!
14. Mai 2007
Vorgabe: 30’ Musik / 22’000 Zeichen / Jingles 38’’ und 22’’
Musik inkl. Jingle: 39.50’’’, Text: 17’250
Margaretha Maria Hubler
email[at]werftext.com / 043 255 05 11 / 079 455 60 25
# Was Min
1
Trailer
2
Jingle
Der Kuss
0.38’ Fönixen LoRa
0.22’ GONG
träume!
GONG
Die Traumsendung von und mit MargarethaMaria
GONG
träume! ein, Wort - klein geschrieben, gross
ist das Ausrufezeichen! Wach auf und träume!
GONG
Text_
1
2’600 Der Kuss.
Zeichen Der Kuss - gibts von Klimt
Der Kuss – gibts von Rodin.
Den Kuss gibts von Judas.
Den Kuss gibts im Traum.
In diesem Traum: Besonders bemerkenswert ist
nebst dem Inhalt
- einerseits die Erzählweise der Träumerin, sie
braucht die direkte Rede;
- anderseits die Namensverhältnisse: Die Erzählerin
heisst Maria, der angesprochene Mann heisst Joe,
also Josef und die weitere herausragende Frau
heisst Miriam, also auch Maria, aber auf hebräisch.
Ich stehe auf dem Weglein, das über die Grenze
führt, wo der Schnee abrupt aufhört und eine weite
Wüstenlandschaft beginnt. Du stehst nur wenige
Meter vor mir auf diesem Weglein, drehst Dich zu
2 von 14
mir um, rennst auf mich zu und küsst mich. Immer
wieder, „tausend Mal“.
In der Ferne – in der Wüste – steht eine Gruppe von
Frauen. In der Mitte Miriam mit einer Geisel. Sie
scheint nicht aus Blut und Fleisch zu bestehen,
sondern ist eine orange-bersteinfarbenen
flimmernden Form, die lichtdurchlässig ist. Die
anderen sind alle solide schwarz und scheinen
Miriams Schwestern zu sein.
Miriam pfeift nach Dir. Du rennst auf sie zu – auf
diesem Weglein – kehrst dann wieder um, zu mir,
um mich zu küssen 20 Mal.
Jetzt schreien alle Frauen, Du machst einen Schritt
in ihre Richtung, drehst Dich wieder um und küsst
mich 3 Mal.
Die Frauen schreien und stampfen, Du drehst den
Kopf nach ihnen, wendest ihn wieder mir zu und
streichelst mich, bevor Du mir noch einen Kuss gibst
– und noch einen.
Jetzt knallt Miriam mit der Geisel und die schwarzen
Frauen kreischen wie wilde Tiere. Du machst, ohne
Dich umzudrehen, einen Schritt rückwärts von mir
fixierst meine Augen. Plötzlich weiss ich, dass ich
jetzt einen ganz speziellen Kuss bekommen werde.
Fasziniert schaue ich auf Deine Lippen. Du machst
einen perfekt runden Kreis damit und lässt in der
Mitte eine kleine Öffnung frei, etwa in der Grösse
einer Pupille. So näherst Du Deinen Mund ganz
langsam meinem Mund und küsst mich mit
geschlossenen Augen. Du hauchst mir ein wenig
3 von 14
Atem durch die runde Öffnung in meinen Mund.
Dann stehst Du still vor mir und schaust mich an.
Ich will diesen speziellen Kuss erwidern in der genau
gleichen Art wie ich ihn von Dir bekommen habe.
Aber ich kann es nicht lassen, beim Berühren der
Lippen meine Zungenspitze ein ganz klein wenig
vorzuschieben. Sofort merke ich, dass ich damit den
Atemstrom, unterbreche und halte inne.
Die Frauen draussen in der Wüste sind unterdessen
ausser Rand und Band. Du rennst ihnen entgegen.
Ich sehe, wie Deine Sohlen in Zeitlupe den Boden
berühren und vom Boden jeweils beinahe fest
gehalten werden. Der Boden scheint heiss zu sein.
Musik
1: 3.00’ WYNTON MARSALIS MAGIC HOUR Track: _ 1_ feeling
of jazz - ausblenden
Text_
2
1’600 Welch ein Traum – ja, das dachte ich auch, als ich
Zeichen den zu lesen bekam. Maria träumt von ihrem Josef
und ihrer hebräischen Namensschwester in der
Wüste. Wer da nicht angestachelt ist, nach der
Bedeutung zu fragen!
Nun, ich bestehe darauf, dass keine Träume
interpretiert werden, da sie jeder Träumerin selber
gehören - erlaubt aber ist, das Bild der Wüste als
bekannt zu erklären. Wer von uns im so genannt
gemässigten Klima verbindet damit nicht Durst,
Hitze, kaum Leben, Entbehrung und den sicheren
Tod, wenn gewisse Regeln nicht befolgt werden.
Auch die Geisel ist ein bekanntes Bild und der
Begriff unserer heutigen Sendung, der Kuss.
- Bereits erwähnt ist der Judaskuss, weiter gibts den
- den Brautkuss
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- den französischen Kuss
- den Luftkuss
- den Bruderkuss
- den Todeskuss
- den Wangenkuss
- den Freundschaftskuss
- den Handkuss
- und den Abschiedskuss
Laut Wikipedia kommt nach heutiger Erkenntnis der
Kuss von der Mund-zu-Mund-Fütterung, die bei
vielen Tieren und sogar bei einigen Volksstämmen
üblich ist. Übrigens sind diese Stämme gar nicht so
weit entfernt. Die Iren essen ihren Kindern zum
Beispiel die Fische vor, damit ganz bestimmt keine
Gräte drin sind – so erfahren vor knapp einem Jahr
von einem Jahr von einer Mutter. Ihre so
gefütterten Kinder sind heute zwischen 20 und 26
Jahre alt.
Eine weitere Theorie führt das Küssen auf die von
Freud benannte orale Phase des Kindes und die in
dieser Zeit stattfindende Lustbefriedigung über den
Mund, zurück.
In Asien und der Arktis dagegen weit verbreitet ist
der „Riechgruß“ - häufig auch „Nasenkuss“ oder
„Eskimokuss“ genannt - was aber keine Sorte Kuss
ist, sondern eine Geste eigener Art.
Musik
2: 4.50’ WYNTON MARSALIS MAGIC HOUR Track: _2_ you and
me
Text_
3
Hier ein Traum einer älteren Dame, die sich in einer
5 von 14
1’630 inneren Krise befand. Sie träumte von ihrem
Zeichen Ehemann, den sie in einem Heim hatte zurücklassen
müssen folgenden Traum.
Er streicht mir mit seiner rechten Hand über den
Kopf. Unter seinem Mantelärmel versteckt, blitzt
eine feine silberne Uhrenkette auf. Die scheint nicht
für die Öffentlichkeit zu sein. Er streicht mir über
das graue Haar und sagt: Das habe ich vermutet,
dass es für Dich zu schwer wird, diese Last zu
tragen - und in seinen Worten ist Absolution.
Dann und damit weiss ich, dass er ins Gefängnis
gebracht wird - kein Verliess, unbedingt. Aber
eingesperrt. Ich stelle mich auf die Zehenspitzen
und packe die beiden Revers seines Mantels und
küsse ihn hart auf den Mund. Er hat immer noch
volle Lippen und erwidert den Kuss heftig. Durch
den Druck werden unsere Zähne entblösst, aber es
bleibt ein Bündnis-Kuss und wird nicht zu einem
erotischen. Wir küssen uns vier oder fünf Mal.
Ich halte ihn fest und halte mich fest an seinem
breiten Mantel-Revers.
Zwischen den Küssen sage ich mit grosser
Betonung: „Ich han Dich ganz fescht gärn.“
Die Leute beginnen zu starren, da hebe ich den
rechten Revers ein bisschen höher und versuche,
unsere Gesichter zu verstecken. Noch einmal sage
ich: „Ich han Dich ganz ganz fescht gärn.“ - Dann
lasse ich ihn los, damit er ins Gefängnis gehen kann
- und geh weg. Dabei stelle ich fest, dass mein
silbernes Halskettchen mit seiner Uhrenkette
zusammen gewesen war, sie sind magnetisch.
Es macht kling, wenn ich weggehe, die Treppe
runter. Die Kettchen sind jetzt getrennt, aber der
6 von 14
Klang bindet sie zusammen - auf Ewigkeit.
Musik
3: 3.00’ WYNTON MARSALIS MAGIC HOUR Track: _3_ free to be
- ausblenden
Jingle
Da(s) ist Radio Lora!
Das Postkonto: 80-144 03-09 für exklusive
Beiträge /
Musik
80-144 03-09. Danke!
4: 3.00’ einblenden - WYNTON MARSALIS MAGIC HOUR Track:
_3_ free to be - ausblenden
Text_
4
2’800 In unserer westlichen Kultur wird der Kuss meistens
Zeichen genutzt, um Liebe, Zuneigung oder sexuelle
Zuneigung auszudrücken. Er ist wie eine nonverbale
Sprache, der in verschiedenen Regionen seinen
eigenen Dialekt entwickelt hat. Während der
Österreicher einer Dame aus Höflichkeit und Respekt
die Hand küsst, ist die Geste in Italien ein Zeichen
großer Vertraulichkeit. Sie bleibt engen Freunden
vorbehalten.
Beim Küssen aus Zuneigung ist das körperliche
Empfinden wichtig. An den Lippen sind besonders
viele Nervenden vorhanden, wodurch beim Küssen
besonders der Gefühlssinn beteiligt ist.
Weiter werden durch die Nähe beim Kuss so
genannte Pheromone besonders gut übertragen. Ein
Kuss kann so die Lust steigern.
Neben der erotischen Komponente soll es auch eine
Kuss-Symbolik geben, so ist zum Beispiel ein Kuss
auf die Augenlider der Ausdruck für Sehnsucht.
7 von 14
GONG
Küssen kommt nicht nur bei Menschen vor. Wenn
sich Tiere mögen, lieben sie es, einander nahe zu
sein und manchmal sieht das dann aus, wie ein
Kuss beim Menschen.
Elefanten schieben sich gegenseitig Gegenstände in
das Maul, wenn sie sich gerne mögen. Außerdem
spielen sie oft mit ihren Rüsseln, verwickeln sie
ineinander und schaukeln mit ihnen. Damit zeigen
sie einander, dass sie sich mögen.
Ähnlich wie Elefanten schieben sich auch Affen
gegenseitig Dinge in den Mund, wenn sie sich gern
haben, zum Beispiel Bananenstücke. Sie umarmen
sich, reiben ihre Nasen aneinander und berühren
sich an den Lippen. Das sieht dann aus, als ob sich
die Affen küssten. Dieser Affenkuss ist zwar nicht
ganz das Gleiche wie ein menschlicher Kuss, drückt
aber mindestens genau so viel Zuneigung aus.
Wenn sich zwei Lamas begrüßen, reiben sie oft ihre
Nasen aneinander und tauschen dabei leichte
Atemstöße aus. Was auf den ersten Blick nach
einem Lamakuss aussieht, hat aber mehr mit deren
grossen Neugierde zu tun. Sie wollen wissen, wer
das andere Lama ist und wie es riecht. Wenn sie
ihre Köpfe dabei eng zusammenstecken, zeigt das,
dass sie sich gut riechen können, eben, dass sie sich
gut verstehen.
Tierisches Küssen gibt es aber auch im Wasser.
Besondere Meister sind darin die bunten Guramis.
Guramis sind Fische, die vor allem in Asien zu Hause
8 von 14
sind. Wenn Guramis balzen, schwimmen Weibchen
und Männchen aufeinander zu und drücken sich
einen dicken Kuss auf ihren Mund.
Wenn ein Delfin einem anderen sagen möchte He
du, ich find' dich ganz toll, dann schwimmt er ganz
dicht am Körper des anderen vorbei. Manchmal
berühren sie sich auch mit ihren langen Schnauzen.
Wenn Pferde auf der Weide stehen, beknabbern sie
sich oft mit ihren Mäulern gegenseitig am Hals oder
an der Schulter – ein Zeichen von Pferdeliebe.
Und
Verliebte Vögel schnäbeln miteinander. Außerdem
kraulen sie sich am Kopf und putzen sich
gegenseitig.
Musik
5: 3.00’ WYNTON MARSALIS MAGIC HOUR Track: _4_ baby I
love you - ausblenden
TEXT_
5
780 Hier ein Traum eines Mannes, der nur vor kurzer
Zeichen Zeit des Traumes Vater geworden war.
Heutige Zeit. In der fahrenden Bahn oder
Strassenbahn, schummriges Licht, kein Fenster,
dicht gedrängte Leute/Pendler, eine noch junge
Mutter sitzt auf einem Hochsitz, hält ihren Säugling
im Arm. Er ist gleichzeitig erwachsen und ein Kind,
das gestillt wird. Die Mutter küsst es
ununterbrochen.
Der Säugling liegt wie ein Brett in den fest
umschliessenden Armen der Mutter. Weicht den
Küssen aus, weigert sich, zu trinken.
Die Mutter hält das Kind so fest, dass es den Kopf
nur noch knappe Zentimeter hin und her bewegen
kann. Sie küsst es auf die Stirn, so schnell
hintereinander und so hart, dass ich förmlich
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erwarte, bald ein Loch mitten in der Stirn zu sehen.
Tiefer Kummer stellt sich ein.
Musik
6:
3.00’ WYNTON MARSALIS MAGIC HOUR Track: _5_ big fat
hen - ausblenden
TEXT_
6
1’500 Alle bakteriellen und verunglimpfenden
Überlegungen klammern wir hier aus egoistischen
Zeichen Gründen aus. Nur das hier noch: Ein intensiver Kuss
ist echte Muskelarbeit. Während wir ein
Naserümpfen schon mit drei Muskeln zustande
bringen, sind Lippenbewegungen relativ aufwändig.
Mehrere Muskeln, die kreisförmig um den Mund
liegen, bewegen Ober- und Unterlippe vor und
zurück. Sie sind verbunden mit dem so genannten
Modi-olus. Dieser kleine Muskelstrang sitzt am
Mundwinkel, dem beweglichsten Teil der
Gesichtsmuskulatur. Von hier aus leistet er die
Hauptarbeit beim Küssen: Er koordiniert alle
Einzelmuskeln und sorgt für die Vielfalt von Mundund Wangenbewegungen.
Die wissenschaftliche Bezeichnung des Küssens ist.
Oskulation. Die Definition, die ich Euch jetzt liefere,
ist genau so verwirrend wie ein erster Kuss: Die
Oskulation ist lateinisch und bedeutet „das Küssen“ „das Anschmiegen“. Das geht ja noch hin. Aber jetzt
kommts: Die Oskulation ist in der Geometrie die
teilweise Annäherung einer komplizierteren Kurve
durch eine einfacher definierbare Kurve.
Oskulation ist dann insbesondere „die Berührung
einer ebenen Kurve durch einen Kreis oder durch
eine ebene Kurve doppelter Krümmung durch einen
Kegelschnitt bzw. einer nicht ebenen Raumkurve
durch eine Ebene, wenn im Berührungspunkt drei
10 von 14
gemeinsame Punkte beider Gebilde
zusammenfallen.“ Alles Klar?
Zuletzt sei noch angefügt – trotzdem erst
Mai ist, oder eben grade weil Wonnemonat
Mai ist, dass der 6. Juli der Tag des Kusses
ist.
Musik
7:
3.00’ WYNTON MARSALIS MAGIC HOUR Track: _6_ skipping
- ausblenden
Text_
7
1’480 Zufall oder nicht? An genau einem 6. Juli erfuhr eine
Zeichen junge Frau von ihrem Arzt, dass ihre gefährliche
Krankheit für immer geheilt sei und träumt in der
darauf folgenden Nacht:
Ich bin bei meinem Dottore. Er setzt sich zu mir auf
den Untersuchungswagen. Er lehnt leicht gegen
mich und schaut zu mir und lächelt, will mich in den
Arm nehmen. Ich kann riechen, dass er süss riecht,
lege gleichzeitig meine linke Hand auf seinen
rechten Arm und flüstere: „Sie müssen mich
untersuchen.“
Er antwortet nicht mit Worten, sondern beginnt
mich zu küssen. Ich halte meine Lippen hin und
nehme sehr bewusst, die Form, die Temperatur und
die Feuchtigkeit seiner Lippen wahr. Sie sind
dunkelrot und ihre klare Herzkontur ist dunkelbraun
nachgezeichnet.
Dann lasse ich mich wieder küssen und beginne, ihn
zurückzuküssen. Er öffnet seine Lippen leicht, so
dass man die Zähne ahnen muss, sie aber nicht
sieht. Ich schaue genau hin und beginne dann
bewusst, mit der Zungenspitze ein wenig – nur ein
ganz klein wenig – zwischen seine Lippen zu
11 von 14
drängen. Er reagiert sofort, und zwar so: Er legt
seine rechte Hand wie eine Manschette über meinen
Mund. Seine Finger bilden einen geschlossenen
Kreis. In der Öffnung sind seine Lippen, die er leicht
geöffnet hat. Dottore ist ganz geduldig und so
unbeweglich wie möglich, damit ich wirklich meinen
Kuss küssen kann: Lippen auf Lippen, ein
geschlossenes System und ich weiss die ganze Zeit,
dass jetzt erreicht ist, was so lange unerfüllt
geblieben war.
Musik
8: 3.00’ WYNTON MARSALIS MAGIC HOUR Track: _7_ sophie
rose-rosalee - ausblenden
Text_
8
3250 Zum Schluss drei märchenhaft anmutende KussTräume – und dann ist für heute ausgeträumt – was
Zeichen nicht heisst, dass auch ausgeküsst sei muss!
Brillianter Sonnenschein in Zürich. Ich gehe die
Strecke zwischen Kreuzplatz und Bellevue und
erinnere mich, dass ich das vor ein paar Tagen
bereits einmal gemacht habe. Damals aber war alles
unter Wasser und ich konnte keinen festen Weg
finden, auf dem ich hätte gehen können. Jetzt ist
eine riesige Parkanlage entstanden.
Es gibt viele Menschen, die an diesem sonnigen
Nachmittag spazieren, auch mit Kinderwagen.
Ich komme eben vom Kreuzplatz, trage ein
romantisches, fülliges weisses Spitzen-Kleid und
hänge schweren Gedanken nach. Die, meine Brille
und die neue Gegend bewirken, dass ich beim
Gehen nur auf den Boden schaue.
12 von 14
Mitten im Park rast ein Pferdegespann mit 6
weissen, herausgeschmückten Pferden haarscharf
an meiner rechten Seite vorbei, den Hügel hinan.
Ich falle zu Boden und bleibe auf dem Bauch liegen.
Vor mir stieben Funken und kreischt-knirscht es auf
dem Asphalt - ein weisses Pferd mit grauer Nase
bleibt nur eine Nasenlänge vor mir auf dem Boden
liegen. Es streckt langsam, ganz langsam, seinen
Kopf. Ich kann ausrechnen, dass und wann seine
Nase meine berühren wird und ich sehne mich
danach. Ich selber kann mich zwar kaum noch mehr
strecken, aber Millimeter um Millimeter tu ich es und
endlich treffen sich unsere Nasen. Ich küsse das
Pferd auf seine grauen seidenen Nüstern. Danach ist
das Pferd sehr glücklich.
GONG
Bin mit einem modernen König verheiratet. Seine
drei Cousins kommen zu Besuch. Sie füllen ohne zu
fragen das ganze grosse Haus aus. Sie machen
Musik auf Bongos. Sie lachen viel. Sie sind jung,
knapp aus dem Teenageralter. Sie sind
dunkelhäutig, einer sogar sehr. Dieser hat auch eine
gute, hohe Figur, ein sehr feines, aber festes
Gesicht und strahlend leuchtende, grosse Augen.
Ich denke darüber nach, wie das sein kann: Mein
Königsmann ist weiss und in meinem Alter. Wie
kann er dunkle und so junge Cousins haben?
Ich bin in meinem Zimmer in unserem Königshaus,
und will mich eben umziehen, um arbeiten zu
gehen. Da kommt der ganz dunkle Cousin mit drei
Schrank-Koffern in mein Zimmer. Ich bin ziemlich
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entrüstet, lass ihn aber seine Koffer aufstellen,
erwarte dann aber, dass er geht. Er will nicht gehen.
Ich lache und komplimentiere ihn hinaus. Knapp vor
der offenen Türe gibt es dann ein kleines
Scharmützel, das darin endet, dass ich ihn eben
„gottsname“ ein wenig küsse.
GONG
Im Dorfe X ist eine Veranstaltung der Firma Q.
Menschengemenge, Gelächter, Tumult. Auch die
blonde Frau des Geschäftsführers ist da. Sie ist
irgendwie sehr engagiert an diesem Anlass und sehr
jung. Plötzlich nimmt mich der Geschäftsführer an
der rechten Hand und rennt mit mir weg. Wir lachen
wie Kinder.
Irgendwann versuchen wir uns auch zu küssen, aber
vor lauter Lachen, kommen unsere Lippen gar nicht
zusammen.
Eine Sekunde denke ich an eine Frau, ob er die
einfach so hinter sich lassen dürfe, aber dann renne
ich lachend mit ihm weiter.
Irgendwann kommen wir in meiner "Wohnung" im
Dachgeschoss an. Alles ist weiss, es stehen da aber
wirklich alte, ganz und gar nicht wertvolle braune
Möbel. Wir lachen immer noch und wollen uns
küssen, aber der Traum endet, bevor wir dazu
kommen.
Musik
9: 3.00’ WYNTON MARSALIS MAGIC HOUR Track: _8_the magic
hour - ausblenden
Jingle
träume!
14 von 14
560 Die Traum-Sendung von und mit MargarethaMaria
Zeichen
Textquelle/n:
__ diverse Träumerinnen und
Träumer
__ Wikipedia, das Online-Lexikon
Musik:
nur
feeling of jazz - you and me - free to be baby I love you - big fat hen – skipping sophie rose-rosalee – und the magic hour
ab der CD MAGIC HOUR mit dem
WYNTON MARSALIS quartet,
herausgegeben bei BLUE NOTE
Wynton Marsalis selber spielte die
Trompete, ein Instrument, das man quasi
küssend spielen kann.
träume! Exklusiv auf Radio LoRa, Zürich und
Radio Rabe, Bern
Musik
Musik
10: 8.xx’ einblenden - WYNTON MARSALIS MAGIC HOUR_ 1_
Track: _ 1_ the magic hour
Coda 3.xx’
- - - 2. Teil Track: _6_ skipping - ausblenden
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