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Die Augen schützen: Was im Berufsleben zu beachten ist - OcuNet

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Die Augen schützen: Was im
Berufsleben zu beachten ist
Bei der täglichen Arbeit sind die meisten
Menschen auf ein gutes Sehvermögen
angewiesen. Je nach Arbeitsplatz sind die
Augen aber auch besonderen Belastungen
oder gar Gefährdungen ausgesetzt.
Das Fachgebiet der Arbeitsmedizin ist
darauf ausgerichtet, die
Wechselbeziehungen zwischen Arbeit und
Gesundheit auszuleuchten. Vor allem gilt es,
Unfälle zu vermeiden und Krankheiten
vorzubeugen, die durch die Arbeit verursacht
oder gefördert werden, schließlich ist die
Erkennung berufsbedingter Erkrankungen
Aufgabe der Arbeitsmedizin.
Bestimmte Vorsorgeuntersuchungen
übernehmen auch besonders qualifizierte
Augenärzte. Dazu gehört für die Arbeit am
Computerbildschirm die so genannte
Augenuntersuchung nach G 37. Hinzu
kommt für Angehöre bestimmter
Berufsgruppen die Augenuntersuchung nach
G 25 sowie die in der
Fahrerlaubnisverordnung (FEV) für einige
Führerscheinklassen vorgeschriebene
Augenuntersuchung.
Bildschirmarbeit
Die Arbeit am Computer ist heute eine
Selbstverständlichkeit für einen großen Teil
der Berufstätigen. Sie beansprucht allerdings
gerade die Augen in vielfacher Weise:
- Häufige Blickbewegungen zwischen
Bildschirm, Tastatur und eventuell einer
(Text)-Vorlage gehen oft mit verstärkten
Wechseln an Helligkeit und Kontrast
einher – schnelle und besonders
häufige Puppillenreaktionen sind die
Folge.
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- Der Blickwinkel und die Entfernung zum
betrachteten Objekt bleiben jedoch
gleichzeitig in engen Grenzen,
Abwechslungen fehlen.
- Die starke Konzentration auf den
Bildschirm bringt es mit sich, dass man
seltener blinzelt: Die Lidschlagfrequenz
sinkt, die Augenoberfläche wird dadurch
weniger gut benetzt.
Häufige Augenbeschwerden am Arbeitsplatz
sind müde, brennende und tränende Augen.
Verspannungen im Nacken und
Kopfschmerzen können hinzukommen.
Wer regelmäßig am Bildschirm arbeitet, hat
Anspruch auf Vorsorgeuntersuchungen bei
einem Betriebsarzt, einem Arbeitsmediziner
oder einem von der Berufsgenossenschaft
ermächtigten Augenarzt. Der Arbeitgeber
muss die Kosten der Untersuchung tragen,
die alle fünf Jahre, ab dem 40. Lebensjahr alle
drei Jahre, bei Auftreten von Beschwerden
schon früher, wiederholt wird. Die
Untersuchung nach dem
berufsgenossenschaftlichen Grundsatz G 37
umfasst folgende Punkte:
- Vorgeschichte: Der untersuchende Arzt
fragt nach bekannten gesundheitlichen
Beeinträchtigungen wie
Augenbeschwerden und
Augenerkrankungen, Beschwerden und
Erkrankungen des Bewegungsapparats,
Neurologische Störungen,
Stoffwechselerkrankungen,
Bluthochdruck und
Medikamenteneinnahme.
- Arbeitsbedingungen: Der Arzt klärt im
Gespräch ab, wie der Arbeitsplatz
aussieht (Lichtverhältnisse,
Arbeitsabstand zum Bildschirm etc.),
wie die Arbeitszeiten sind und welche
Aufgaben zu erfüllen sind.
- Sehtest: Eine geschulte Person – das
kann eine Arzthelferin sein – überprüft
die Sehschärfe, das räumliche Sehen,
die Stellung der Augenachsen, den
Farbensinn sowie das zentrale
Gesichtsfeld.
Ergibt diese Untersuchung Anhaltspunkte für
besondere Beeinträchtigungen, kann eine
weitergehende augenärztliche Untersuchung
notwendig sein. In vielen Fällen ist die
Anpassung einer besonderen Bildschirmbrille
oder auch einer Gleitsichtbrille angebracht.
Vor allem, wenn mit steigendem Alter die
Anpassungsfähigkeit des Auges an
wechselnde Abstände zum Sehobjekt
(Akkommodation) nachlässt, kann eine
Bildschirmbrille notwendig sein. Eine
herkömmliche Lesebrille ist möglicherweise
hier nicht hilfreich, weil der Abstand der
Augen zum Bildschirm meist größer ist als der
Abstand zu einem Buch oder einer Zeitung.
Bei Arbeiten mit Publikumsverkehr, wenn der
Blick zwischen dem Bildschirm und dem
Kunden hin und her wechselt, kann auch eine
Gleitsichtbrille notwendig sein.
Die Korrektur der Sehschärfe durch eine Brille
ist sehr wichtig. Fehlt sie, gleichen die
Betroffenen das oft mit einer falschen
Körperhaltung aus, um auf dem Bildschirm
noch alles erkennen zu können.
Verspannungen und Kopfschmerzen können
die Folge sein.
Doch nicht nur mit einer Brille lassen sich
Probleme am Bildschirmarbeitsplatz beheben.
Wichtig ist auch, auf eine ausreichend helle,
blendfreie Beleuchtung zu sorgen. Die
Luftfeuchtigkeit im Raum sollte nicht zu
niedrig sein, und regelmäßige Pausen helfen
auch den Augen, „frisch“ zu bleiben.
Besondere Anforderungen
Die Vorsorgeuntersuchung für die Arbeit am
Bildschirm ist jedoch nicht der einzige
Berührungspunkt zwischen Augenheilkunde
und Arbeitsmedizin. Für bestimmte
Berufsgruppen gelten Mindestanforderungen
an das Sehvermögen. Wer einen
Führerschein der Klassen C, C1, CE, C1E, D,
D1, DE, D1E und/oder eine Fahrerlaubnis zur
Fahrgastbeförderung erwerben will, muss
hierfür seine Augen untersuchen lassen
(siehe Beitrag „Gut sehen: Überlebenswichtig
im Straßenverkehr“).
Daneben sind für „Fahr-, Steuer- und
Überwachungspersonal“ – dazu gehören auch
Piloten oder Schiffsführer –
Vorsorgeuntersuchungen nach dem
berufsgenossenschaftlichen Grundsatz G 25
vorgesehen. Sie umfassen neben der
Überprüfung der Sehschärfe und des
räumlichen Sehens Farbsinntests und die
Untersuchung des Dämmerungssehens.
Dabei ist für viele Sehfunktionen eine
tätigkeitsbezogene Beurteilung notwendig:
Kranführer beispielsweise benötigen ein
besonders gutes räumliches Sehen.
Unfallverhütung
Ein wichtiger Bereich der Arbeitsmedizin ist
schließlich die Verhütung von Unfällen und
Gesundheitsrisiken. Die Gefahren für die
Augen können ganz unterschiedlicher Natur
sein. So sind nicht nur in der
Metallverarbeitung Schutzbrillen zu tragen,
um die Augen vor umher fliegenden
Partikeln zu schützen. In anderen
Industriezweigen gilt es, die Augen vor
Wärmestrahlung zu schützen, die einen
Grauen Star (Katarakt) auslösen kann.
August 2008
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Bildung
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