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* 1: Vorwort zur 2. Auflage * 2: Einleitung * 3: Was ist Wahrheit? * 3.1

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* 1: Vorwort zur 2. Auflage
* 2: Einleitung
* 3: Was ist Wahrheit?
* 3.1: Prognose von Berufserfolg durch IQ
* 3.1.1: Randomwalk beim Intelligenzquotienten
* 3.1.2: Risikoabsch¨atzung
* 3.1.3: Gl¨
uck im IQ-Test
* 3.1.4: Wiederholbarkeit von Intelligenztests
* 3.1.4.1: Kritik
* 3.1.4.2: Random-Walk bei Managern
* 3.1.4.3: Wetten auf Arbeitslose
* 3.2: IQ in der Gesellschaft
* 3.3: Pferdewetten
* 4: Bernstein-Linguistik
* 5: Rummelplatz
* 5.1: Vom Rummel, Schaustellern und Autoscootern
* 5.1.1: Noch mehr Kirmes
* 5.2: Vom Jahrmarkt zum Kapitalismus
* 5.3: Bewerbung als Schausteller
* 5.4: Hochbegabte Arbeitskr¨afte
* 6: IQ und Arbeitslosigkeit
* 6.1: Ausnahmen best¨atigen die Regel
* 6.2: IQ Werte in der Zweidrittel-Gesellschaft
1
* 6.2.1: Mathematische Fundierung
* 6.2.2: Negative IQ-Werte
* 6.2.2.1: Nachwort
* 6.2.2.2: Rangstufen
* 6.2.2.2.1: Warteschlangen
* 6.3: Wohin mit den Schwachen?
* 6.3.1: Massenselektion in der Gesellschaft
* 6.3.2: Sozial unerw¨
unscht
* 7: Gleichheit
* 7.1: Alternativen zur Leistungsgesellschaft
* 7.2: Was ist Wirtschaft?
* 7.3: Intelligenz
* 7.3.1: IQ Vergleich zwischen Deutschen und Japanern
* 7.3.2: Wehrgerechtigkeit
* 8: Kollektive Intelligenz
* 8.1: Unterordnung unter Autorit¨aten
* 8.2: Lemmings f¨
ur Anarchisten
* 8.3: Schwarmintelligenz braucht F¨
uhrer
* 8.3.1: Wirtschaft als Sekte
* 8.3.2: Der perfekte F¨
uhrer
* 8.4: Korrelation zwischen IQ und F¨
uhrungsqualit¨aten
* 8.4.1: F¨
uhrungsaufgaben
* 8.5: Christliche Werte
2
* 9: Hochbegabung und Berufswahl
* 13: Quellen
* 1: Vorwort zur 2. Auflage
Titel: Rechts unter der Glockenkurve – Einf¨
uhrung in den Intelligenzbegriff
Autor: Manuel Rodriguez
Datum: 20. Jan 2011
Version: 2
Lizenz: Creative Commons
Gegen¨
uber der 1. Auflage (Version 1) habe ich den Umfang des
Manuskriptes st¨ark erh¨oht. Waren es vormals 35 Seiten sind es jetzt u
¨ber
60 eng beschriebene Seiten. Besonderen Wert habe ich auf die
Quellenrecherche gelegt: es sind viele Dissertationen hinzugekommen.
Bewusst habe ich nur online zug¨angliches Material in das
Literaturverzeichnis aufgenommen. So ist es mit einem Mausklick m¨oglich,
das gew¨
unschte Werk im Volltext aufzurufen (ohne nervige Fernleihe).
Diese Auflage m¨ochte ich Alizee widmen, dem sch¨arfsten cute-girl auf dem
Planeten.
* 2: Einleitung
Ich bin etwas verwirrt, was den Intelligenzbegriff betrifft. Ausl¨oser war
vermutlich das H¨orbuch “The bell curve” [5]. Dort wird ein Zusammenhang
zwischen Intelligenz, Sozialstatus und Rasse beschrieben. Nach meinen
Recherchen ist dieses Buch im Jahr 1994 erschienen. Nur 16 Jahre sp¨ater
hat die Diskussion auch Deutschland erreicht und Sarrazin ver¨offentlichte
ein ¨ahnliches Buch im Jahr 2010 [2]. Der Tenor ist der gleiche. Es geht um
eine Soziologie des Hasses, gerichtet gegen Außenseiter/Andersdenkende.
* 3: Was ist Wahrheit?
Eine wissenschaftliche Theorie versucht die Wirklichkeit zu beschreiben. Im
Unterschied zum Glauben besteht der Vorteil darin, dass man die Zukunft
vorhersagen kann. Beispielsweise gibt es eine physikalische Theorie u
¨ber die
Kraft (Kraft = Masse x Beschleunigung). Mit dieser Zauberformel kann
man den Ausgang eines Sch¨
ulerexperiemnts vorhersagen. Der Versuchsleiter
h¨alt einen Stein in die Luft und l¨aßt ihn fallen. Was passieren wird, kann
man ausrechnen ohne den Stein loslassen zu m¨
ussen. Die Kenntnis der
Formel erlaubt eine Vorhersage, die Unkenntnis erzeugt . . . berraschung.
3
So gibt es keine richtigen oder falschen wissenschaftlichen Theorien,
sondern nur gute und schlechte. Wobei erstere eine Prognose u
¨ber
zuk¨
unftiges Verhalten von Steinen, vom Wetter, von Krankheiten oder von
Menschen treffen k¨onnen.
Auch die Soziologie erhebt den Anspruch der Wissenschaftlichkeit und
entwickelte eine ganze Reihe von Theorien. Beispielsweise gibt es von
Jeremy Rifkin die Theorie, dass der Gesellschaft die Arbeit ausgeht [7]. Er
stellt die Behauptung auf, dass durch den Einsatz von Maschinen immer
weniger Arbeitskr¨afte ben¨otigt werden. Der Produktivit¨atsanstieg (so
Rifkin) f¨
uhrt zu Massenarbeitslosigkeit.
Diese Theorie macht eine klare Aussage u
¨ber die Zukunft (Arbeitslosigkeit
wird steigen), deshalb erf¨
ullt sie den Anspruch der Wissenschaft. Rifkin hat
Recht, wenn die Arbeitslosenzahlen weiter ansteigen. Wenn in Zukunft
jedoch die Arbeitslosigkeit sinkt dann hat Rifkin Unrecht; seine Theorie
w¨are widerlegt.
* 3.1: Prognose von Berufserfolg durch IQ
In der deutschsprachigen Literatur gibt es jede Menge Aufs¨atze u
¨ber die
Validit¨at von Intelligenztests zur Personalauswahl. Beispielsweise m¨ochte
ich die Arbeit von [3] aufgreifen. Darin wird (in Anlehnung an die
Untersuchung von Schmidt/Hunter 1998) die Prognostizierbarkeit von
Berufserfolg postuliert. Vereinfacht ausgesagt: am besten nur Leute mit IQ
130 als Manager einstellen, dann l¨auft alles bestens im Unternehmen. Im
Gegensatz zu [1] geht es der Autorin M¨
uhr nicht darum, eine
Gesellschaftsordnung mit genetischen Unterschieden zu erkl¨aren sondern es
z¨ahlt lediglich die Vorhersage von Berufserfolg.
Das es einen Zusammenhang zwischen IQ-Wert und Berufserfolg gibt, ist
nat¨
urlich nur eine Theorie. Sie ist umso wahrer, je besser damit der
Werdegang von Personen vorhergesagt werden kann. Soetwas ist ganz
bestimmt nicht rassistisch oder rechtsextrem. Es ist maximal konservativ,
wenn man nur die Personen in F¨
uhrungspositionen hievt, die einen IQ von
130 haben und einen Abschluss an einer Universit¨at. Und genau nach
diesen Richtwerten wird die Personalauswahl in Großkonzernen und bei der
Bundeswehr getroffen.
Wenn ein Unternehmen f¨
ur einen neuen Mitarbeiter 100000 EUR im Jahr
zahlt, dann will es daf¨
ur eine Gegenleistung. Und wenn es einen Manager
mit IQ=130, mehrsprachig und Uniabschluss bekommen kann, warum sollte
das Unternehmen dann ein Risiko eingehen und einen Bewerber mit
IQ=100, einsprachig und Hauptschulabschluss
4
einstellen? Der IQ-Test dient als Qualit¨atskontrolle f¨
ur Menschen. Es ist
ein Bewertungsmaßstab f¨
ur Human Capital. Wobei in der Zahl IQ=130
nicht nur Leistung zum Ausdruck kommt, sondern zugleich auch die
Bereitschaft sich anzustrengen. Leute, die mit einer
negativ-pessimistischen-Grundhaltung an einen Test herangehen
(Hauptsch¨
uler/Sondersch¨
uler etc) werden ganz sicher keine hohe Punktzahl
erreichen. So ist der IQ-Wert ein Messinstrument f¨
ur Leistung (d.h.
K¨onnen), Wollen (d.h. Motivation) und Gewohnheit gleichermaßen.
Gemessen wird haupts¨achlich wie sehr der Kandidat die Stelle tats¨achlich
will. Wer nur einen Wert von IQ=100 erreicht will nicht wirklich etwas
leisten. Wenn es ihm ernst w¨are, dann h¨atte er sich besser vorbereitet,
h¨atte sich mehr angestrengt und nicht soviel Gras geraucht.
So gibt es nichts daran auszusetzen, den IQ-Test als Sch¨atzer f¨
ur beruflichen
Erfolg zu verwenden. Interessant wird es jedoch, wenn Personen aussortiert
werden, weil ihr IQ zu niedrig sei. Konkret heißt die Absage: “Wir k¨onnen
sie leider nicht einstellen, weil ihr IQ nur 100 betr¨agt.” Oder “Wir k¨onnen
sie leider nicht einstellen, weil sie aus der Unterschicht kommen.” (Oha, das
klingt schon nach Diskriminierung). Richtig krass wird es, wenn die Absage
lautet “Wir k¨onnen sie leider nicht einstellen, weil sie ein Ausl¨ander sind
und ihre Hautfarbe zu dunkel ist”. (Das ist Rassismus in Reinform).
Merke: positive Selektion ist ok, sobald man jedoch die Ablehnung mit
genetischen Eigenschaften deklariert wird es eine Hass-Botschaft.
Diese merkw¨
urdige Doppelmoral hat zur Folge, dass in den Großkonzernen
dieser Welt ausschließlich hochbegabte weiße M¨anner arbeiten, jedoch das
Gegenteil (dunkelh¨autige Frauen mit niedrigen IQ-Werten) nie der
Ablehungsgrund waren. Die wahren Gr¨
unden f¨
ur eine Nichteinstellung
werden wegen Political Correctness nicht offen ausgesprochen.
* 3.1.1: Randomwalk beim Intelligenzquotienten
Nach dem klassischen Intelligenzbegriff werden Personen in eine
Intelligenzklasse einsortiert um dadurch eine Prognose u
¨ber zuk¨
unftiges
Verhalten zu erstellen. Es gibt dabei vier Klassen:
1. Dumm – diese werden sp¨ater mal Straßenfeger oder Schwerstalkoholiker
2. Normal – diese werden sp¨ater mal Angestellte
3. Intelligent – diese werde sp¨ater mal Manager
5
4. Extrem intelligent – diese werden sp¨ater mal Nobelpreistr¨ager
Nun scheinen sich in dieser Sichtweise nahezu alle Psychologen einig zu
sein. So daß eine Kritik am Intelligenzbegriff aussichtslos erscheint. Und
doch bleiben leise Zweifel, dass diese Vorstellung von Intelligenz
hoffnungslos veraltet wirkt. Ohne genau benennen zu k¨onnen, was veraltet
erscheint w¨
urde ich den klassischen Intelligenzbegriff in das Jahr 1920’er
einordnen. Heute haben wir jedoch 2010; und mittlerweile ist die
Intelligenzforschung wesentlich weiter.
Der Bedarf nach einer sicheren Prognose ist immens hoch. Wer heute schon
sagen kann, was die Zukunft bringen wird, der ist offensichtlich im Besitz
einer u
¨berlegenen Theorie. Er kann dadurch bessere Entscheidungen
treffen. Und wenn eine Gesellschaft entscheiden soll, welchen Kinder sie das
Studium finanziert, dann w¨are es a¨ußerst hilfreich bereits heute zu wissen,
wer in Zukunft mal den Nobelpreis gewinnt. Dann k¨onnte man bereits im
Kindergarten die k¨
unftigen Nobelpreistr¨ager eines Landes herausfiltern und
sie mit Bodyguards, Luxus-Spielzeug und Bio-Essen besonders unterst¨
utzen.
H¨atte man damals beim kleinen Albert Einstein bereits im Kindergarten
gewusst “Ja, der wird mal die Physik revolutionieren”, dann h¨atte man ihn
viel fr¨
uher f¨ordern k¨onnen. Er h¨atte ein Stipendium bekommen k¨onnen,
einen Privatlehrer und erstklassige Ern¨ahrung. Heute muss man sich
Vorw¨
urfe machen: zu welchen Leistungen w¨are Einstein f¨ahig gewesen,
h¨atte er eine fr¨
uhzeitige F¨orderung erhalten? Vielleicht h¨atte er schon viel
fr¨
uher vor der Atombombe gewarnt, oder h¨atte gar die einheitliche
Feldtheorie erfunden? Wer weiß das schon.
Die Prognose von menschlichen Genies ist jedoch nicht das einzige
Problemfeld wo es auf die Vorhersagbarkeit von zuk¨
unftigem Verhalten
ankommt. An dieser Stelle komme ich zum eigentlichen Thema dieses
Kapitels: der Anwendung der Effizienz-Markt-Hypothese auf den
Intelligenzquotienten. Dazu ein kleiner Exkurs in die Entwicklung der
Random-Walk-Theory.
Um das Jahr 1900 herum gab es bereits eine entwickelte Aktienkultur.
Mitsamt den heute f¨
ur modern gehaltenen B¨orsentickern, Anzeigetafeln,
B¨orsen und dazugeh¨origen B¨orsenh¨andlern. Damals war es unglaublich
wichtig die richtigen Investionsentscheidungen zu treffen. D.h. den
zuk¨
unftigen Erfolg einer Unternehmung richtig prognostizieren zu k¨onnen.
Es gab sogar Wahrsager, die f¨
ur eine Aktiengesellschaft das Horoskop
erstellt haben. Und das durchaus mit Erfolg...
6
Irgendwann hat jedoch die Wirtschaftswissenschaft das Gebiet der
B¨orsenprognose n¨aher beleuchtet. Es wurde wissenschaftlich untersucht, ob
und wie man den Kurs von Aktien prognostizieren k¨onne. Das Ziel bestand
darin, die k¨
unftigen Outperformer zu identifizieren um dort sein Geld zu
investieren. Die Rendite einer Aktie ist vergleichbar mit dem IQ eines
Menschen: hohe Rendite ist gut, niedrige Rendite ist schlecht.
Eine Zahl von 5% Eigenkapitalrendite sagt vielleicht alleine nichts aus.
Wenn aber der Gesamtmarkt nur 3% Eigenkapitalrendite im Durchschnitt
hat, dann ist 5% u
¨berdurchschnittlich gut und eine klare Kaufempfehlung.
Eine beliebte Anlagestrategie ist es daher, die Gewinneraktien der
Vergangenheit zu ermitteln und in diese dann sein Geld zu investieren (Top
Dogs Strategie).
Ungef¨ahr diese Strategie wird auch bei heutigen Intelligenztests f¨
ur
Menschen angewendet. Den jahrgangsbesten Sch¨
ulern (10%) gebe ich ein
Stipendium und unterst¨
utze damit die Gewinner. In der Hoffnung, dass
diese Gruppe auch n¨achstes Jahr wieder zu den besten geh¨ort. Nun steht in
dem Prospekt u
¨ber Aktienfonds unten im Kleingedruckten, dass Erfolge der
Vergangenheit keine Garantie f¨
ur zuk¨
unftige Renditen sind. Und das aus
gutem Grund. Langfristig ist die Top Dogs Strategie eine schlechte Wahl.
Das wurde durch die Efficient Market Hypothesis eindrucksvoll best¨atigt.
Diese besagt, dass s¨amtliche vorhandenen Informationen bereits im Kurs
einer Aktie vorhanden sind und der Kurs erst durch zuk¨
unftige (heute
unbekannte) Informationen beeinflusst wird. In die Popul¨arliteratur ist das
Sinnbild mit dem dartspielenden Affen eingegangen. Bei diesem fiktiven
Experiment entscheidet ein Affe per Zufallsgenerator welche Aktien gekauft
werden sollen, und erreicht damit bessere Ergebnisse als ein
Harvard-Absolvent.
Vielleicht ein praktisches Beispiel aus der Schule f¨
ur Random-Walks: Peter
ist ein sch¨
uchterner Junge, er hatte im letzten Zeugnis lauter Einsen, und
ist Gewinner der Mathematik-Olympiade (Kreismeisterschaft). Ein
offizieller IQ-Test ergab bei ihm einen Punktwert von 135. Als Skala wurde
eine Standardabweichung von 15 gew¨ahlt. Damit ist Peter hochbegabt.
Auch ist er bei seinen Mitsch¨
ulern sehr beliebt.
In der Aktiensprache w¨
urde man sagen: Peter ist ein Outperformer, eine
Aktie die sich besser entwickelt als der Gesamtmarkt.
7
Wegen seiner u
¨beraus positiven Leistungen erh¨alt Peter von einer Stiftung
ein Stipendium. Die Geldgeber betrachten seine F¨orderung als Investition
in die Zukunft. Peter ist f¨
ur sie ein Anlageobjekt. Nun wird Peter sehr
genau beobachtet. Die Geldgeber erwarten einen Return on Investment.
Nur leider beginnt das n¨achste Schuljahr f¨
ur Peter ungl¨
ucklich. Auf dem
Weg von der Schule nach Hause wird er in einen Verkehrsunfall verwickelt
und muss daraufhin 2 Wochen im Krankenhaus liegen. Als er wieder
entlassen wird, hat er sich ver¨andert. Aus dem leistungsbereiten Jungen ist
ein depressiver Stinkstiefel geworden. Seine Leistungen in der Schule
werden schlechter, er hat an Freundschaften kein Interesse mehr und auf
Mathematik hat er auch keine Lust mehr. Stattdessen beginnt Peter mit
dem Rauchen und verschl¨aft h¨aufig. Der j¨ahrliche IQ-Test erbringt nur
noch einen Wert von 110. Allenfalls Mittelfeld, ober nicht mehr
Hochbegabt. Daf¨
ur ist Jan (ein Klassenkamerad von Peter) pl¨otzlich
aufgestiegen, er ist der neue Mathestar.
F¨
ur die Stiftung war die Investion in Peter ein finanzielles Desaster. Ihr
sicher geglaubtes Geld ist weg, es war eine komplette Fehlinvestition.
H¨atten sie hingegen Jan das Stipendium gew¨ahrt, w¨are der Erfolg gewiss.
Aber leider war vor einem Jahr noch nicht abzusehen, dass sich Jan so gut
entwickeln w¨
urde. Er hatte einen u
¨berraschenden Wachstumsschub
hingelegt.
Leider gibt es in der Realit¨at keine fl¨achendeckenden Intelligenztests um
diese Zusammenh¨ange n¨aher zu beleuchten. So hat sich dann auf diesem
Gebiet ein Aberglauben der Vorhersagbar halten k¨onnen. Die Stiftungen
f¨
ur Hochbegabte glauben immernoch, sie k¨onnten bereits vorher sagen wer
n¨achstes Jahr die beste Leistung erbringt. Dabei verl¨auft der
Intelligenzquotient doch einem Random-Walk. Die Punktzahl gibt
ausgezeichnet das aktuelle Leistungsverm¨ogen wieder, versagt aber wenn es
um eine Prognose geht. Ein Wert von 130 Punkten garantiert keineswegs
lebenslangen Erfolg.
¨
Ahnlich
wie auf Aktienm¨arkten ergibt der Intelligenzquotient lediglich den
Rang innerhalb des Gesamtmarktes. Wenn sich der Markt ¨andert, dann
a¨ndern sich auch die Intelligenzwerte. Beispielsweise reicht es aus, dass 9
von 10 Aktien pl¨otzlich Verluste machen um die eine u
¨briggebliebene Aktie
zum neuen Sieger werden zu lassen. Und ebenso reicht es aus, wenn 9 von
10 Sch¨
uler pl¨otzlich leistungsm¨aßig absacken damit der u
¨briggebliebene
zum Genie erkl¨art wird. Seine Leistung hat er jedoch nicht verbessert,
sondern entwickelte sich nur besser als der Gesamtmarkt.
8
Es hat sich im Laufe der wissenschaftlichen Untersuchungen herausgestellt,
dass der Markt besser als jeder andere eine Aktie bewerten k¨onne. Wenn
laut Angebot und Nachfrage f¨
ur die Aktie von General Electric ein Kurs
von 135 Dollar je St¨
uck gezahlt, dann ist die Aktie genau diesen Preis auch
wert. Es gibt sicherlich einige Analysten, die die Aktie zu hoch bewertet
sehen; diese Eigenbr¨odler sehen General Electric bei 100 Dollar fair
bewertet. Und das d¨
urfen sie auch. Nur besagt die Random-Walk-Theory
dass sie unrecht haben, der aktuelle Kurs ist immer die fairste Bewertung
f¨
ur ein Unternehmen.
Und ¨ahnliches gilt auch f¨
ur Intelligenztest. Wenn eine komplette
Schulklasse getestet wird und Jan 135 IQ-Punkte erreicht, dann wurde er
fair bewertet. Klar, es gibt vielleicht Skeptiker die die Validit¨at des
IQ-Testes anzweifeln und damit dem Markt mißtrauen. Sie w¨
urden Jan
h¨ochstens auf 100 IQ-Punkte sch¨atzen. Aber leider hat der Markt immer
recht. Die 135 Punkte kamen durch eine Gesamteinsch¨atzung aller Sch¨
uler
zustande, Jan hat einen hohen Rang erreicht.
Leider verr¨at IQ-Test nicht, ob Jan auch n¨achstes Jahr wieder ein Genie
sein wird. Denn die Zukunft ist zuf¨allig. Es kann bis dahin noch jede
Menge passieren, Jan k¨onnte beispielsweise den Erfolg genießen und alles
daran setzen dass er erhalten bleibt. Er k¨onnte auch einfach Gl¨
uck haben
und dadurch seine Leistung konstant hoch halten. Um mathematisch sicher
eine Prognose abgeben zu k¨onnen, kann der zuk¨
unftige Wert von Jan nur
gesch¨atzt werden. Der Erwartungswert f¨
ur den zuk¨
unftigen Erfolg ist 135
mit einer Standardabweichung entsprechend des Risikos. Aus diesen Werte
kann aber nicht abgeleitet werden, dass Jan wieder den Wert 135 erreicht.
Sondern es kann maximal der Wetteinsatz bestimmt werden. Daran sind
Buchmacher besonders interessiert.
Ich hatte schon das Beispiel mit den Pferdewetten erw¨ahnt und will es auch
diesmal wieder bem¨
uhen. Die Buchmacher auf der Rennbahn wissen auch
nicht, wer das Rennen gewinnen wird. Bei 10 Pferden gibt es vielleicht
ein/zwei Favoriten. Aber trotzdem bleibt das Ergebnis ungewiss. Der
Ausgang eines Pferderennens ist zufallsverteilt. Sonst g¨abe es keine
Spannung mehr, niemand w¨
urde sich ein Rennen anschauen wenn der
Sieger bereits vorher feststeht. Das bedeutet, auch die Buchmacher wissen
nicht wer gewinnt. Und sie w¨
urden auch nicht auf die Favoriten setzen.
Stattdessen begleiten sie das Pferderennen auf einer Metaebene. Sie
verteilen das Geld entsprechend der Wettquoten und streichen eine saftige
Provision ein. Wohl wissend, dass sie bei jedem Ausgang gewinnen. Egal ob
der Favorit ins Ziel l¨auft oder ein Außenseiter.
9
Nur Gl¨
uckspieler sind so dumm, auf ein bestimmtes Pferd zu setzen. In der
Hoffnung besser als alle anderen die Pferde und die Rennbahn zu kennen.
Erst wenn das Rennen vorbei ist und die Pferdchen vor Schweiß triefend
eine Ehrenrunde drehen kann der Sieger bestimmt werden. In meinem
Beispiel war es der Favorit, Pferd 3 (aber das nur am Rande).
Der Illusion, dass man den Markt f¨
ur intelligentes Verhalten vorhersagen
k¨onne, ist typisch f¨
ur die Psychologie. Sie hat die Lehren aus der Efficient
Market Hypothesis bis heute nicht verstanden und versucht sich in der
¨
Prognose von Zufallsereignissen. Ahnlich
wie die Kesselgucker glaubt sie ein
todsicheres System zu besitzen und w¨ahnt sich im Irrglauben den
zuk¨
unftigen Erfolg bereits heute vorhersagen zu k¨onnen.
Es mag verf¨
uhrerisch klingen, ein Top-Arbeitnehmer mit einem
Jahresgehalt von 100000 EUR zu bescheinigen, dass er auch in Zukunft
dieses Jahresgehalt verdienen wird. Es ist aber nur eine weitere Variante
der Idee, dass man den Markt schlagen k¨onnen. Wenn man einen Bewerber
nur gr¨
undlich genug analysiert, m¨oglichst mit IQ-Test, komplizierten
Charts und so weiter, dann ist die Auswahl kein Gl¨
uckstreffer mehr – so die
Ideologie der Personalverantwortlichen. Dabei gibt es keine mathematisch
fundierte M¨oglichkeit vorherzusagen, wie sich ein Kandidat entwickelt. Wie
sich der Gesamtmarkt entwickelt; darauf hat niemand einen Einfluss.
Intelligenztests und Assessment-Center sollen das Risiko eines
Unternehmens vermindern. Konkret das Risiko den falschen Kandidaten
die F¨
uhrung eines Unternehmens anzuvertrauen. Diese Bed¨
urfnis ist
identisch mit dem Bed¨
urfnis von Anlegern die richtigen Aktien zu kaufen
(und nicht etwa ein Looser-Unternehmen ohne Erfolgsaussichten). Das
Gesamtmarktrisiko l¨aßt sich jedoch nicht eliminieren. Jede Messung eines
Menschen kann immer nur relativ zu anderen Menschen erfolgen. Am Ende
beurteilt der Markt sehr effizient.
Ich will damit sagen, dass der IQ-Test eine objektive Marktbeurteilung
darstellt. Ein Mensch hat genau den Wert, den er im Test erreicht. Daraus
irgendwelche R¨
uckschl¨
usse auf die Zukunft zu f¨allen ist jedoch nicht
m¨oglich. Es gibt Menschen, die seit 20 Jahres jedes Jahr einen IQ-Wert von
135 haben. Es gibt aber auch F¨alle, wo die Ergebnisse stark schwanken.
Die Auswahl von Bewerbern k¨onnte man demnach einem dartspielenden
Affen u
¨berlassen. Die Trefferquote w¨are a¨hnlich hoch.
* 3.1.2: Risikoabsch¨atzung
10
Nicht alle Anlageklassen sind gleich; sie unterscheiden sich in ihrer
Volatilit¨at. Beispielsweise ist Gold ein a¨ußerst volatiles Investment, der
Preis schwankt bis zu 30% um seinen Mittelwert. Hingegen sind
Bundesanleihen vergleichsweise mit wenig Risiko belastet, deren Preis
schwankt um 1%.
Der Preis eines Menschen ist sein Lohn auf dem Arbeitsmarkt.
Beispielsweise bekommt ein Topmanager im Jahr 100000 EUR ausgezahlt.
Diese Zahl sagt alleine jedoch wenig, entscheidend ist die Schwankung in
der Vergangenheit. Dazu eine Tabelle:
———————————
Jahr Manager1 Manager2 Sieger
———————————
1990 100 50 1
1991 101 100 1
1992 102 70 1
1993 103 130 2
1994 102 80 1
1995 103 150 2
———————————
Das Risiko bei Manager2 ist gr¨oßer, sein Jahresverdient unterliegt starken
Schwankungen. Eine Prognose f¨
ur k¨
unftigen Verdienst ist deshalb
ungenauer. Er wird in 1996 vermutlich ein Gehalt zwischen 80-130 haben.
Manager1 hingegen wird 1996 ein Gehalt von 102-104 haben.
Interessiert nicht allein das Jahresgehalt, sondern wer der bessere Manager
ist dann ist die Spalte “Sieger” relevant. Dort steht der Manager mit dem
h¨oheren Gehalt. Weil im Jahr 1990 das Jahresgehalt 100 h¨oher als 50 ist,
war Manager1 der Sieger.
Psychologen mit dem festen Glauben an den IQ-Test w¨
urden auch in
Zukunft auf Manager1 setzen. Immerhin konnte er in vier von sechs Jahren
seine . . . berlegenheit demonstrieren. Da wird er auch in Zukunft Platz 1
haben. So der Irrglaube. Mathematisch ist das jedoch nicht fundiert, es ist
vielmehr ein M¨archen. Echte Mathematiker berechnen die Siegchancen
g¨anzlich u
¨ber einen Totalisator. Und das geht so:
Die obige Tabelle wird o¨ffentlich ausgehangen, so haben alle Wetter die
gleichen Informationen. Dann werden die Eins¨atze notiert:
11
————————Kandidat Einsatz Quote
————————Manager1 200 1:1,25
Manager2 50 1:5
Summe 250
————————Nach dieser Tabelle hat die Mehrheit der Gl¨
uckspieler so gewettet wie man
es von dummen Anf¨angern erwartet. Sie r¨aumen dem Manager1 eine
h¨ohere Qualifikation ein und setzen insgesamt 200$ auf ihn. Nur eine
Minderheit wettet auf Manager2. In der Summe wurden 250$ gewettet.
Daraus berechnet der Buchmacher jetzt die Wettquote (ohne Provision).
Die Quote 1:5 berechnet sich aus 250/5=5. Gewinnt jetzt Manager2, dann
erhalten die Wetter das f¨
unffache ihres Einsatzes ausgezahlt. Verliert er,
dann wird nichts ausgezahlt. Die Wettquote errechnet sich ausschließlich
aus den Eins¨atzen und nicht aus den tats¨achlichen Siegchancen.
Klar, eine Wettquote von 1:1,25 bedeutet, dass h¨ochstwahrscheinlich
Manager1 im Jahr 1996 ein h¨oheres Gehalt haben wird (also mehr wert ist).
Und deshalb betrachten viele ihn auch als sicheren Tipp. Allerdings ist der
echte Ausgang des Wettbewerbs v¨ollig offen. Selbst der Buchmacher weiß
vorher nicht, wer gewinnen wird. Die tats¨achliche Chance f¨
ur jede ist 50%.
Mit all diesen Tabellen und Erkl¨arungen bleibt große Ungewissheit zur¨
uck.
Ich als Personalverantwirtlicher stehe jetzt gut informiert vor einer
Entscheidung: welchen Kandidaten soll ich f¨
ur mein Unternehmen
ausw¨ahlen, Manager1 oder Manager2. Wenn ich Manager1 ausw¨ahle muss
ich Manager2 eine Absage schreiben und umgekehrt. Die mathematisch
richtige Entscheidung w¨are es, niemanden einzustellen. Denn es ist nicht
klar, welcher besser ist. Stattdessen w¨
urde es sich anbieten, Buchmacher zu
werden. Und ohne Risiko Geld zu verdienen.
Der gesamtgesellschaftliche Buchmacher f¨
ur die Wetten auf F¨
uhrungskr¨afte
ist der Staat. Er gewinnt immer. Selbst wenn ein Unternehmen auf den
falschen Kandidaten setzt, wird das Unternehmen Steuern zahlen m¨
ussen.
Und egal ob Manager1 oder Manager2 eingestellt wird, einer von beiden
wird in die Arbeitslosenversicherung einzahlen und damit seinen
nicht-gew¨ahlten Gegenkandidaten finanziell unterst¨
utzen.
12
Auf den Intelligenztest u
¨bertragen bedeutet diese Einsicht: Wer n¨achstes
Jahr den Intelligenztest gewinnen wird oder wer extrem schlecht
abschneidet ist heute noch ungewiss. Eines ist sicher: es wird Sieger und
Verlierer geben. Und Wetten werden gerne angenommen. Ich selbst weiß
genug u
¨ber Markteffizienz und Wettquoten selber auf niemanden zu setzen.
Auch nicht auf die Favoriten aus der Oberschicht mit perfekten
Deutschkenntnissen. Ihr Erfolg aus der Vergangenheit ist kein Garant f¨
ur
k¨
unftigen Erfolg. Mathematisch sicher ist nur, daß jeder Sch¨
uler die gleiche
Chance hat auf einen Spitzenplatz. Die Wahrscheinlichkeit in einem
IQ-Test auf Rang1 abzuschneiden liegt bei 20 Sch¨
ulern f¨
ur jeden bei
1/20=5%. Und die Wahrscheinlichkeit unter den 3 Besten zu sein, liegt bei
3/20=15%. Ob Peter, Jan oder sonstwer dazugeh¨ort ist heute noch v¨ollig
unklar. Auf dem Roulette-Tisch sind alle Menschen gleich.
An der realen Einkommensverteilung wird dieser stochastische Prozess
deutlich: zu 80% bleiben die Leute in ihrer angestammten Gehaltsklasse
und lediglich 20% der Menschen wandern auf oder ab. Wenn ich jedoch
eine Einzelperson, z.B. Jan herausnehme, dann ist es v¨ollig ungewiss oder
er n¨achstes Jahr:
a) das gleiche verdient
b) weniger verdient
c) mehr verdient
Der Parameter “Einkommen im n¨achsten Jahr” ist zufallsverteilt. Es gibt
einen Erwartungswert und eine Standardabweichung. Aber der Ausgang ist
offen. Jeder der 80 Mio Einwohner Deutschlands hat n¨achstes Jahr die
selbe Chance Einkommensmillion¨ar zu werden. Ob es so wie all die Jahre
zuvor wieder die Br¨
uder Albrecht (Besitzer von Aldi) sein werden ist v¨ollig
ungewiss. Ich w¨
urde jedenfalls darauf nicht wetten, bin aber bereit als
Totalisator hohe Wetteins¨atze anzunehmen und die Wettquoten ordentlich
auszurechnen.
Oftmals wird in den Sozialwissenschaften sehr merkw¨
urdig argumentiert,
dass n¨amlich die Durchl¨assigkeit des Bildungssystems zu gering sei. Dass
die Gewinner von gestern automatisch die Gewinner von morgen seien.
Nach dieser Idee w¨are es schon ausgemachte Sache, dass n¨achstes Jahr die
Br¨
uder Albrecht wieder Einkommensmillion¨ar w¨aren. Sie h¨atten eine
gr¨oßere Chance auf Sieg als alle anderen. Tatsache ist jedoch, dass wegen
der Random-Walk-Theorie jeder Mensch die gleiche Chance hat, richtig viel
Geld zu verdienen. Der Ausgang ist zufallsgesteuert und nicht vorhersagbar.
13
Der Beweis ist simpel: noch nie hat ein Buchmacher pleite gemacht. Das
Kasino gewinnt immer. Es gibt nur jede Menge an Gl¨
uckspielern, die ihr
ganzes Hab und Gut verwettet haben in der irrigen Annahme, dass sie im
Besitz eines Wettsystems w¨aren. Und wer weiß, bis n¨achstes Jahr kann
noch viel passieren: vielleicht wird wegen des Dioxins-Skandal das
Unternehmen Aldi bankrott gehen oder die Inhaber begehen u
¨berraschend
Selbstmord. Und schon w¨are der sicher geglaubte Sieg pl¨otzlich dahin, der
Zufall kann brutal sein.
* 3.1.3: Gl¨
uck im IQ-Test
Die meisten Menschen w¨
urden vermutlich verneinen, dass der IQ-Test ein
Gl¨
ucksspiel sei. Immerhin hat das Ankreuzen von richtigen oder falschen
Antworten etwas mit K¨onnen, . . . bung und vielleicht auch Intelligenz zu
tun. Das mag auf den einzelnen auch zutreffen. Wenn er sich nicht
ordentlich anstellt, wird er keine Aufgabe richtig l¨osen.
Betrachtet man jedoch das Abschneiden von allen Teilnehmern dann ist der
Ausgang eines IQ-Experimentes ein stochastischer Prozess. Die Zuordnung
zwischen einer Einzelperson und dem erreichten IQ-Wert ist dem Zufall
unterworfen. Die Rangfolge der Personen ist vor dem Test noch unklar.
Genau deshalb wird der IQ-Test ja durchgef¨
uhrt, um Klarheit zu erhalten.
Und genau deshalb wird bei Roulette die Kugel in den Kessel entlassen –
um einen Sieger zu ermitteln.
Erst nach Abschluss des IQ-Testes, erst wenn alle Frageb¨ogen ausgewertet
sind – erst dann kann ein Sieger und eine Rangfolge bestimmt werden.
Platz 1 geht vielleicht an Jan mit 134 IQ-Punkten; herzlichen Gl¨
uckwunsch.
Die nachfolgenden R¨ange verteilen sich gleichm¨aßig u
¨ber die Teilnehmer.
Es gibt Parallelen zu einem Schachturnier. Angetreten sind jede Menge
Superheros, alle davon u
¨berzeugt die besten Spieler zu sein. Die Rangfolge
entsprechend den ELO-Punkte ist jedoch niemandem bekannt. Es herrscht
große Unsicherheit wer den nun der beste Schachspieler in diesem Jahr ist.
Klar, der Sieger des letzten Jahres tritt sehr selbstbewusst auf. Er u
¨bt sich
in Gelassenheit. Jedoch sind seine Herausforderer besonders aggressiv, sie
haben den unbedingten Willen zum Sieg. G¨abe es eine M¨oglichkeit, bereits
vor dem eigentlichen Schachspiel den Sieger zu ermitteln, k¨onnte man
unendlich reich werden. Man br¨auchte nur auf den Sieger zu wetten und
w¨
urde nie verlieren. Diese M¨oglichkeit gibt es jedoch nicht. Eine sichere
Wette ist nur ein Wunsch. Sicher ist nur, daß jeder Schachspieler die gleiche
Siegchance hat. Sie steigt, wenn weniger Konkurrenz auf dem Platz ist.
14
Das bedeutet: in der ersten Runde sind 100 Schachspieler da, jeder hat eine
Siegchance von 1%. Schon in der zweiten Runde sind nur noch 20
Schachspieler da, jeder hat eine Chance von 5% auf Sieg. Und dann in der
letzten Runde gibt es das große Finale: 2 Schachspieler sitzen sich am Brett
gegen¨
uber. Einer Weiß, und einer Schwarz. Jeder hat eine Gewinnchance
von 50%.
Man k¨onnte nat¨
urlich im Finale die Siegchance von Spieler 1 massiv
steigern, indem man ihm einen Vorsprung gibt. Beispielsweise k¨onnte er
mit 2 Damen auf dem Brett starten. Er h¨atte dann einen Figurenvorteil.
Auf den Intelligenztest u
¨bertragen, k¨onnte man dort ebenfalls schummeln.
Beispielsweise indem man Jan vor dem Test bereits die L¨osung zukommen
l¨aßt. Er w¨
urde dann einfach entsprechend der Komplettl¨osung ankreuzen
und w¨are der sichere Sieger. Soetwas bezeichnet man als Betrug, das ist ein
unfairer Vorteil gegen¨
uber den anderen.
Einfach nur besser sein im IQ-Test ist jedoch kein Betrug. In jedem guten
Spiel gibt es einen Gewinner, das geh¨ort dazu. Und ein Wettbewerb u
¨ber
die kognitive Leistungsf¨ahigkeit von Menschen ist ein gutes Spiel. Es macht
sehr viel Spaß anderen dabei zuzusehen, wie sie schwitzend Zahlenreihen
vervollst¨andigen, Oberbegriffe finden und nach dem Test heulend
zusammenbrechen weil sie ihren eigenen Anforderungen nicht gerecht
wurden.
Jedes Mal wenn eine Schulklasse zu einem IQ-Test gerufen wird, ist es
unglaublich spannend auf den Sieger zu wetten. Meist kann ich dem Reiz
nicht widerstehen und setze wieder besseren Wissens ein wenig meines
sauer ersparten Geldes. Meist nat¨
urlich auf den Favoriten. Manchmal wette
ich aber auch auf Außenseiter, weil dort die Wettquote h¨ohere Ertr¨age
verspricht. Auf diese Weise habe ich schon viel Geld verdient. Erst neulich
kann ich von einem IQ-Test berichten, wo ich auf einen Sch¨
uler namens
Robert gewettet habe. Ich wusste, er hatte sich gut auf den Test
vorbereitet und war wirklich motiviert. Er geh¨orte nicht zur Elite, hatte
aber den Willen dorthin aufzusteigen – das gefiel mir. Ich setzte daher 10$
auf Robert und freute mich, als er den IQ-Test auf Rang1 gewann. Sein
IQ-Wert wurde mit 130 taxiert: viel h¨oher als die meisten ihm zugetraut
h¨atten. Auf Robert haben nur wenig gesetzt, seine Wettquote lag bei 1:4;
d.h. ich erhielt 40$ vom Buchmacher ausgezahlt.
Ist jetzt Robert ein Genie? Mit Sicherheit, immerhin hat sich meine
Investition rentiert. Er geh¨ort jetzt zu den Hochbegabten. Vielleicht glaubt
15
er tats¨achlich zu h¨oherem berufen zu sein, vielleicht steigt durch den Sieg
sein Selbstbewusstsein an. Endlich hat er das erreicht, was er sich immer
gew¨
unscht hatte: Erfolg zu haben. Auch ich habe mich von seinem Erfolg
anstecken lassen...
Der Test wurde im Anschluss wiederholt, einige der Sch¨
uler hatten sich
beschwert. Sie haben ihre Niederlage nicht akzeptiert und forderten eine
Testwiederholung. Es wurden eilig neue Fragen ausgew¨ahlt und wieder
haben alle ihre Eins¨atze platziert. Logischerweise habe ich wieder auf
Robert gesetzt. Diesmal war seine Quote schon bei 1:2. Es scheint sich
herumgesprochen zu haben, dass Robert hochbegabt ist. Doch diesmal
hatte ich leider Pech, ich verlor meinen Einsatz und Robert erreichte nur
Rang4. Das entspricht einem IQ-Wert von 115. Nur gut, nicht mehr
hochbegabt. Soviel zur Wiederholbarkeit von IQ-Tests.
Ich stellte Robert zur Rede: “Warum hast du dich nicht mehr
angestrengt?” wollte ich wissen. Von meinem Verlust sagte ich nichts. Er
l¨achelte nur m¨
ude und erkl¨arte kleinlaut, dass er beim zweiten Mal
unkonzentriert gewesen sei. Ja, und dann sei auf einmal die Zeit auch
vorbei gewesen und er h¨atte nicht alle Frage beantworten k¨onnen. Beim
n¨achsten Mal, w¨
urde er bestimmt wieder Sieger werden – so versprach er
mir wenigstens. ’Ja n¨achstes Mal’, dass half mir nur wenig. Denn mein
Geld ist weg. Ich h¨atte nach dem ersten Treffer weggehen sollen und w¨are
dann Gewinner geblieben. Jetzt a¨rgerte ich mich u
¨ber meinen Verlust wie
auch das schlechte Abschneiden von Robert gleichermaßen.
* 3.1.4: Wiederholbarkeit von Intelligenztests
Intelligenztests sind nicht wiederholbar. Bei jedem Experiment kommt es
zu einer anderen Verteilung der R¨ange. Der Gewinner von Test1 ist nicht
zwangsl¨aufig der Gewinner von Test2. W¨aren IQ-Tests wiederholbar,
br¨auchte man lediglich einen Test im Leben machen (gleich im Krankenhaus
nach der Geburt). Die dort ermittelte Zahl h¨atte dann ein Leben lang
G¨
ultigkeit. In jedem Test (egal ob in der Schule, im Studium, bei der
Bundeswehr oder bei der Bewerberauswahl) h¨atte man das gleiche Ergebnis
wie beim allerersten Test. Dann w¨aren IQ-Tests komplett u
¨berfl¨
ussig.
Sind sie aber nicht. IQ-Tests werden st¨andig durchgef¨
uhrt und zu allen
Gelegenheiten. Die meisten Menschen erhalten mehrmals in ihrem Leben
die Gelegenheit sich mit anderen zu messen und ihre Rang zu bestimmen.
Die meisten machen dabei die Erfahrung, dass sie nicht bei jedem Test den
gleichen Rang haben, und dass sich in einer Testkategorie die R¨ange ¨andern
16
k¨onnen. Der IQ-Test ist deshalb so spannend, weil er jedesmal einen
anderen Wert angibt. Seine Aussagekraft ist eng begrenzt.
Wird ein Test fair durchgef¨
uhrt, kann man ihn beliebig oft wiederholen.
D.h. alle Kandidaten m¨
ussen beim zweiten Mal die selben Fragen
beantworten, die sie auch schon beim ersten Mal hatten. Nat¨
urlich haben
sie zwischendurch die Chance, ihre Fehler zu analysieren. Weniger Fehler
sind die logische Folge. Aber diesen Vorteil haben alle Kandidaten
gleichermaßen. Und trotzdem ist vor dem zweiten Durchlauf der Sieger
unbekannt. Der Ausgang des Experiments ist v¨ollig offen, selbst wenn es
wiederholt wird.
Das bedeutet, den Test kann man vielleicht wiederholen. Die Rangfolge
jedoch nicht. Sie bleibt zuf¨allig. Demnach ist der IQ-Wert als Maßzahl f¨
ur
das Abschneiden in einem IQ-Test nicht wiederholbar. Stattdessen gleicht
sie einem Random-Walk; einem M¨
unzwurf mit unklarem Ausgang. Selbst
nachdem der gleiche Test 100 mal durchgef¨
uhrt wurde, kann nicht
vorhergesagt werden, welcher der Kandidaten den Rangplatz 1 erreichen
wird.
Es gibt einfach zu viele Parameter, die fluktuieren k¨onnen. Der einzelne
Teilnehmer mag subjektiv immer die gleiche Leistung zeigen (das liegt in
seinem Einflussbereich). Auf die Aktivit¨aten seiner Konkurrenten hat er
jedoch keinen Einfluss. Das f¨
uhrt zu der paradoxen Situation, dass jeder
Teilnehmer konstant die gleiche Leistung zeigt, aber trotzdem nach jedem
Durchlauf ein anderer Sieger wird.
Die . . . bertragung von IQ-Werten auf das zuk¨
unftige Abschneiden in
IQ-Tests hat etwas mit einer Fehleinsch¨atzung bez¨
uglich der
Wahrscheinlichkeit von Ereignissen zu tun.
* 3.1.4.1: Kritik
Bei Pferdewetten und bei der Weltmeisterschaften im 100m Lauf kann die
Prognosequalit¨at drastisch erh¨oht werden, wenn man inhomogene Gruppen
bildet. Daß man also einen alten Ackergaul gegen ein junges Rennpferd
antreten l¨aßt. Bei jeder Wiederholung des Rennens, wird der Ackergaul
verlieren. Deshalb teilt man bei Turnieren die Kandidaten in verschiedene
Klassen ein: eine Klasse nur f¨
ur Ackerg¨aule und die Meisterklasse f¨
ur
Rennpferde. So treten nur gleichstarke Pferde gegeneinander an und der
Ausgang bleibt spannend.
17
Aber wie soll bei Menschen eine homogene Klasse gebildet werden? Soll
nach Rassen unterschieden werden? (z.B. ein IQ-Test f¨
ur Neger, einer f¨
ur
Asiaten und einer f¨
ur Kaukasier). Oder soll nach Alter aufgeteilt werden
(einer f¨
ur 1970 geborene, einer f¨
ur 1971 geborene usw)? Ganz findige
Detektive kommen vielleicht sogar auf die Idee, f¨
ur Frauen und M¨anner eine
extra Klasse zu bilden; andere preferieren wiederum die Einteilung nach
dem IQ-Wert selbst: d.h. ein IQ-Test f¨
ur die Unterschicht, einen f¨
ur die
Mittelschicht und einen f¨
ur die Oberschicht.
Das Ziel jeder Klasseneinteilung ist die Homogenit¨at der Ergebnisse. Auf
Pferde bezogen heißt dass: unabh¨angig von Rasse, Geschlecht oder Alter
werden die Pferde zusammen bewertet, die ¨ahnlich schnell die Bahn
entlanglaufen k¨onnen. Auf den Menschen u
¨bertragen bedeutet dies: nur
diejenigen gegeneinander antreten lassen, die a¨hnlich hohe IQ-Werte haben.
Eine Klasse speziell f¨
ur hochbegabte IQ=130 Personen ist daher anzuraten.
Nur so ist Homogenit¨at sichergestellt und der Ausgang des Experiments
bleibt spannend.
Wie bei jedem sportlichen Wettkampf gibt es auch beim IQ-Test
verschiedene Ligen. Ganz unten nat¨
urlich die Klasse der geistig
behinderten, dann kommt die Unterschicht und so geht es hoch bis zur
Spitze. Dort wird im Verein Mensa e.V. die Elite ausgebildet. Es tritt eine
homogene Gruppe der H¨ochstbegabten gegeneinander im Test an. Damit
der Ausgang des Experiments ungewiss bleibt, darf es keine Vermischung
geben. Ein Mensa Mitglied w¨
urde jedesmal gegen einen geistig behinderten
den IQ-Test gewinnen; egal wie oft man wiederholt.
Gut abschneiden in einem Test bedeutet: “sozial erw¨
unschtes Verhalten
zeigen”. In der Regel erhalten die Gewinner eine Belohnung, z.B. ein
Stipendium und die Verlierer erhalten eine Strafe, z.B. den Aufenthalt in
einer Sonderschule oder Jugendgef¨angnis. Was ist “sozial erw¨
unscht”? Das
h¨angt ganz von der Gesellschaftsordnung ab. Im dritten Reich war
beispielsweise das Abschlachten von Kriegsgefangenen sozial erw¨
unscht.
Heute wird dieses Verhalten sanktioniert. Allenfalls im Horrorfilm d¨
urfen
die Darsteller noch ungestraft ein Blutbad anrichten. Zu den sozial
erw¨
unschten F¨ahigkeiten der Mittelschicht geh¨ort im Kapitalismus das
Sparen. Wer sein Gehalt auf die Bank tr¨agt wird belohnt. Weiterhin sozial
erw¨
unscht ist p¨
unktliches Erscheinen am Arbeitsplatz und gute Noten in
der Schule. Mit diesem Verhalten erntet eine Person in der Regel Beifall,
Zustimmung und vielleicht auch Bewunderung.
18
In anderen Gesellschaften wie beispielsweise bei den Indianern waren ganz
andere Eigenschaften erw¨
unscht. Von einem H¨auptling der Apachen wird
etwas anderes erwartet als von einem modernen Politiker. Erfolg hat daher
nur eine lokal begrenzte Aussagekraft. Heute w¨
urde Adolf Hitler vermutlich
nicht einmal Lokalpolitiker werden k¨onnen.
Besonders in Sekten und geschlossenen Gruppen gibt es eine klare
Unterscheidung zwischen “sozial erw¨
unscht” und “verboten”. Gerade
ungebildete religi¨ose Gruppen beschr¨anken das Verhaltensrepertoire ihrer
Mitglieder aufs sch¨arfste. In der Extremform eines Gef¨angnisses ist nur
noch eine Art von Verhalten sozial erw¨
unscht, der Gehorsam gegen¨
uber
dem W¨arter. In einer christlichen Bibelgruppe gibt es zwar keine
Gehorsamspflicht, aber daf¨
ur die Norm der Bibel. Normabweichung, d.h.
sozial unerw¨
unschtes Verhalten, wird im Extremfall mit dem Tode bestraft.
Ganz besonders wenn keine objektiven Wissensquellen wie B¨
ucher oder
Massenmedien vorhanden sind, sind die Mitglieder einer Gruppe auf das
Urteil der anderen angewiesen. Kinder, die noch nicht lesen k¨onnen, sind
komplett der Einsch¨atzung ihrer M¨
utter unterworfen. Das Aufbegehren der
Jugend gegen¨
uber den Autorit¨aten beginnt in der Regel mit dem
Schuleintritt, wenn sie also mit alternativen Normensystemen vertraut
gemacht werden.
Auch ein IQ-Test ist so ein Normensystem u
¨ber sozial erw¨
unschtes
Verhalten. Der Versuchsleiter ist keineswegs an der objektiven Beurteilung
interessiert, sondern er will nach dem Test Lob und Tadel vergeben. Wer
im Test lediglich einen IQ-Wert von 80 Punkten erreicht, wird im
Normalfall kein Lob oder Best¨atigung erhalten. Vielmehr wird es im
schlimmsten Fall zu negativen Konsequenzen f¨
uhren. Es gibt jedoch auch
Elternh¨auser, wo wenig wert auf den IQ-Test oder Zensuren gelegt wird.
Wenn der Sohn mit einem IQ-Wert von 80 nach Hause kommt, dann fragt
keiner danach. Der Vater liegt besoffen auf der Couch und die Mutter ist
selber nicht so helle. Wo ist das Problem wenn der Spr¨oßling auf die
Sonderschule muss? Immerhin ist er dann weg von der Straße.
Es gibt sogar Eltern, die bestrafen ihre Kinder wenn sie zuviele Punkte im
Test erreicht haben. “Bist jetzt ein Streber oder was?” Und schon landet
die Faust in der Magengegend. Diese Kinder sollten besser nicht zu gut
abschneiden...
In der Mittelschicht hat der IQ-Test nichts von seiner Kontrollfunktion
eingeb¨
ußt. Psychologen gelten als heilig, ihr Urteil als wird nicht
19
hinterfragt. Die Orientierung an Leistung, Zensuren und Beurteilungen hat
oberste Priorit¨at. Nur so erlangt man Erfolg auf dem Arbeitsmarkt. Die
Norm der kognitiven Leistungsf¨ahigkeit wird zum Gradmesser f¨
ur das
Leben. Nicht ausgegrenzt zu werden hat f¨
ur die Mittelschicht große
Relevanz. Gerade wenn das eigene Selbstbewusstsein nicht vorhanden ist,
wird die Bewertung durch Autorit¨aten zum Ersatzmaßstab f¨
ur ein
gelungenes Leben. Je h¨oher der IQ, desto angepasster ist man an die
Leistungsanforderungen eines global vernetzten Wirtschaftssystems.
Mittelschichten-Kinder k¨onnen es sich nicht erlauben im Leistungstest zu
versagen. Es w¨are gleichbedeutend mit dem Gruppenausschluss, d.h. mit
transzendenter Obdachlosigkeit.
Ein IQ-Test ist ein Gehorsams-Experiment. Wie ein trainierter Hund, der
bei Kommando “Sitz” in die Sitzposition u
¨bergeht wird demjenigen
Kandidaten eine hohe Intelligenz bescheinigt, die alle Aufgaben richtig l¨ost.
Etwas mit Absicht falsch anzukreuzen wird gleichgesetzt mit “nicht
k¨onnen”. Objektiv hat der Hund falsch reagiert und wird deshalb bestraft.
So einfach ist das.
Wie sehr Mittelschichten-Gruppen u
¨ber Normen kontrolliert werden, zeigt
sich in der Schulpflicht. Ein durchschnittlicher Junge geht brav in die
Schule. Er ist ein guter Junge und macht große Fortschritte im Lesen.
Pl¨otzlich beschließt er jedoch, nicht mehr zu Schule zu gehen. Nach
sp¨atestens 2 Tagen gibt es einen b¨osen Brief nach Hause, nach 10 Tagen
Abwesenheit kommt die Klassenlehrerin pers¨onlich vorbei und nach 100
Tagen unentschuldigter Abwesenheit kommt sogar die Polizei und holt den
Jungen ab. Der Junge selber hat sich w¨ahrend dieser Zeit kein bisschen
ge¨andert, er macht immernoch Fortschritte im Lesen und hat die freie Zeit
genutzt, bei Wikipedia etwas autonom zu lernen. Trotzdem wird er wegen
der Schulgesetze massiv sanktioniert. Er wird zum Kriminellen gestempelt
ohne etwas falsches getan zu haben. Durch das Fernbleiben von der Schule
verliert er die Zustimmung seiner Gruppe: seine Eltern sind gegen ihn, der
Staat ist gegen ihn und er wird mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Die
soziale Norm ist aktiv und wird brutal durchgesetzt.
Im Film “Napola” hat mir die Schlussszene besonders gut gefallen. Dort
wird ein Verstoß gegen die Norm thematisiert. Weil der Jungmann nicht
boxen will, muss er die Elite-Schule verlassen. Er wird von den Nazis
hinausgeworfen und ist dann obdachlos. Die Strafe f¨
ur falsches Verhalten
ist die Freiheit. Und die Strafe f¨
ur Nicht-Bestehen von IQ-Tests ist
ebenfalls die Freiheit.
20
Es spielt keine Rolle, ob man mit Absicht falsche Antworten gegeben hat
oder wirklich die Antwort nicht wusste. Mit einer niedrigen IQ-Punktzahl
bekommst du keinen Job, keinen Studienplatz und keine Arbeit. Du wirst
obdachlos, weil du die Normen der Gruppe verletzt. Weil die Konsequenzen
aus einem schlechten Abschneiden bei IQ-Tests dramatisch sein k¨onnen,
k¨onnte man das ganze Prozedure als sekten¨ahnlich definieren.
Der IQ-Test erbringt ein Urteil der Gemeinschaft u
¨ber den Einzelnen.
Anhand dieses Urteils werden dann Privilegien oder Strafen verteilt. Die
Toleranz gegen¨
uber schlechten Ergebnissen ist nicht besonders weit
entwickelt. Insbesondere bei staatlichen Institutionen gibt es kein
Erbarmen mit Versagern. Der Zugang zu einer Arbeitsstelle wird durch
diesen Test reglementiert. Eine Ausgrenzung findet statt.
Im Allgemeinen habe ich kein Problem mit Sekten. Ich bin sogar ein Fan
von Jim Jones, von Scientology und von der DDR. Ihnen gemeinsam ist,
dass deren Mitglieder nicht gerade helle in der Birne waren, kein Zugang zu
freier Literatur hatten und deshalb auf das Urteil der anderen angewiesen
waren. In solchen isolierten Gemeinschaften haben standardisierte Tests
eine hohe Relevanz. Sie werden zum Ritual erkl¨art. Es ist eine Probe auf
Erfolg, es ist ein Herstellen von Gemeinschaft das durch Tests erm¨oglicht
wird. In jeder drittklassigen Gang gibt es Aufnahmerituale, Aufstiegsrituale
und Rituale des Abschieds. So auch in der DDR: es gab bei jeder
Gelegenheit ein Urkunde, es gab Belobigungen und es gab Strafen bei
unentschuldigtem Fernbleiben von der Arbeitsstelle. Und jede Art von
Gemeinschaft (selbst wenn sie sich selbst als hochbegabt bezeichnet) birgt
die Gefahr von Freiheitsentzug in sich. So wird der Austausch mit
Gleichgesinnten zur Ersatzreligion und der eigene IQ-Wert als wichtig zur
Integration betrachtet.
Intelligente Menschen glauben sich besser integriert als andere. Besser
integriert in eine Gesellschaftsordnung die Andersdenkende systematisch
ausgrenzt, Schulschw¨anzen polizeilich ahndet und beruflichen Erfolg mit
einem gelungenen Leben verwechselt. So kommt es, dass gerade Menschen
ohne Bildung den IQ-Test als Integrationsm¨oglichkeit begreifen. Er dient
dazu, vermeintlich schwache Menschen bloßzustellen, sie zu k¨
undigen oder
sie gar zu inhaftieren.
Woher ich das alles weiß? Weil ich die Folgen bei Nicht-Bestehen eines
IQ-Testes kenne. Als beispielsweise im Big Brother Haus (RTL2) ein
IQ-Test veranstaltet wurde, hat nur eine einzige Teilnehmerin den Test
21
verweigert. Mehr haben sich nicht getraut, nein zu sagen. Der Rest ist
bereitwillig zur Schlachtbank gegangen. Und dann als die Auswertung
ver¨offentlicht wurde, wurden bei Leuten mit weniger als 100 IQ-Punkte die
Messergebnisse verschwiegen. Die Aussage war: es gab keine Punktzahl.
Die Wahrheit ist: die Punktzahl wurde zensiert. Und so ist es auch in der
Wirklichkeit: verweigerst du den IQ-Test beim Arbeitsamt wird dir der
Regelsatz gek¨
urzt, schneidest du sehr schlecht ab wird dir unterstellt du
h¨attest dich nicht richtig angestrengt und der Regelsatz wird ebenfalls
gek¨
urzt.
Ein IQ-Test f¨
ur dich allein vor dem Computer ohne Konsequenzen ist ein
netter Zeitvertreib. Es macht Spaß Puzzels zu l¨osen oder Zahlenreihen
fortzusetzen. Gleiches Spiel aber in einen gesellschaftlichen Kontext
eingebettet ergibt ein Folterinstrument zur Normendefinition.
Ich h¨ore schon die mahnenden Stimmen: “Was wenn alle den IQ-Test
verweigern?”. Ja wo kommen wir da hin... Vermutlich wird es uns dann
a¨hnlich ergehen, als wenn alle Hartz IV beantragen. Es ist ein . . . bertreten
der sozialen Norm. Es ist ein Ausstieg aus der Sekte.
* 3.1.4.2: Random-Walk bei Managern
In einem Webforum wurde mit Ironie u
¨ber die Random-Walk-Theorie
abgel¨astert. Da stand sinngem¨aß: “Weil Schachspiel ein zuf¨alliges Spiel ist,
macht es keinen Sinn sich mit Schachregeln zu besch¨aftigen. Auch bringt es
nichts, Strategien zu analysieren oder Schachb¨
ucher zu studieren. Der
Ausgang ist sowieso rein zuf¨allig und damit nicht vorhersagbar.”
Das sollte als Hohn auf die Markteffizienz-Theorie gewertet werden. Es
wurde argumentiert, dass mit der gleichen Dummheit auch die Analyse von
Aktien sinnlos seien, usw. usw.
Und da jeder Mann weiß, dass es sinnvoll ist beim Schachspiel versuchen
besonders gute Leistung zu bringen, ist es auch sinnvoll bei der
Aktienauswahl besonders gute Leistungen zu bringen. Nur leider ist diese
Sichtweise sehr kurzsichtig. Auch beim Schach bringt es keinen Vorteil,
Ahnung vom Schachspiel zu haben, wenn man Wetten will. Der Autor der
s¨
uffisanten Paradie k¨onnte ja sein ganzes Geld bei Schachwetten investieren
und so immer gewinnen. Langfristig wird er mit dieser Strategie jedoch
keinen Erfolg haben. Weil eben manchmal (wenn auch selten) es zu
. . . berraschungen kommt.
22
Vielleicht ein Beispiel aus der Praxis: wenn ich gegen den Weltmeister im
Schachspiel antrete, d¨
urfte das Ergebnis sehr eindeutig zu meinem Nachteil
ausfallen. Vermutlich werde ich nach 15 Z¨
ugen bereits schachmatt sein.
Scheinbar eine todsichere Sache, da w¨
urde es sich doch anbieten mit dieser
sicheren Information auf den Weltmeister zu setzen und damit reich werden.
Der Zufall verh¨alt sich manchmal jedoch unberechenbar. Mein Siegchance
in einer Partie Schach gegen den Weltmeister liegt niemals bei 0,0 sondern
vielleicht bei 1%. Immerhin k¨onnte der Weltmeister mitten in der Rochade
einen Herzinfarkt bekommen und r¨ochelnd u
¨ber dem Brett
zusammenbrechen. Ich w¨are dann unverdienterweise der Sieger. Und wegen
dieser Option, wird es immer Leute geben, die ihr Geld auf einen
Außenseiter wie mich setzen. Obwohl ich keine Ahnung von Schach habe,
gibt es eine geringe Chance dennoch zu gewinnen.
Vielleicht noch einige Hinweise auf das Wirtschaftsgeschehen. Als
u
¨berraschend die Meldung u
¨ber den Ticker lief, daß Steve Jobs eine
gesundheitliche Auszeit nimmt, sackte der Kurs der Apple Aktie pl¨otzlich
um 9% ab [77]. Und auch die etwas a¨ltere Meldung, dass der Besitzer der
Firma Ratiopharm u
¨berraschend Selbstmord beging, hatte einen bitteren
Beigeschmack [78]. Beide Ereignisse waren nicht vorhersagbar, sie traten
rein zuf¨allig auf.
Selbst wenn man Jobs und Merckle einer ausf¨
uhrlichen gesundheitlichen
Untersuchung unterzieht und einen IQ von 140 diagnostiziert, selbst dann
kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Herren die Erwartungen
entt¨auschen und nicht die Leistungen bringen die sie sollen.
Eine hohe ELO-Punktzahl oder ein hoher IQ-Wert erh¨oht lediglich die
Wahrscheinlichkeit bei einem Wettbewerb als Sieger hervorzugehen. Es
bleibt immer ein Restrisiko u
¨brig. In den Wirtschaftswissenschaften wird
dies als Marktrisiko bezeichnet, dass durch Diversifikation nur bedingt
eliminiert werden kann. Es ist demnach eine gute Strategie, immer ein
Reserve-Genie vorzuhalten wenn die Hauptkraft u
¨berraschend Selbstmord
begeht.
Das Vieraugen-Prinzip soll die Abh¨angigkeit von einzelnen
¨
Wanna-Bee-Managern vermindern. Ahnlich
wie im Apollo-Raumschiff der
NASA sind die Systeme redundant ausgelegt. Sollte das erste
hochintelligente System kaputt gehen, wird problemlos auf das
Reserve-System umgeswitcht.
23
Will man die Wahrscheinlichkeit steigern, mich im Schach zu besiegen, ist
es demnach eine gute Idee gleich mit einem Team aus den 10 Weltbesten
Schachspielern anzur¨
ucken. Sollte der erste einen Herzinfarkt erleiden, dann
u
¨bernimmt der zweite usw. So kann meine Siegchance von 1% weiter auf
0,01% reduziert werden. Dadurch ver¨andern sich jedoch die Wettquoten, so
dass immernoch noch keine Geldvermehrungsmaschine gefunden wurde.
Die Schachwette bleibt nach wie vor eine Zufallsentscheidung. Langfristig
gewinnt nur der Buchmacher.
Der Knackpunkt von Wettstrategien ist das jedes Gut einen K¨aufer und
einen Verk¨aufer besitzt. Das Gut “Siegwette auf Schachweltmeister” ist
eine Ware mit einem Preis. Der Verk¨aufer glaubt nicht an den Weltmeister,
er bezweifelt seine Siegchance. Und das obwohl ich nur ein Anf¨anger bin.
Der K¨aufer der Ware “Siegwette auf Schachweltmeister” hingegen glaubt
nicht an mich. Und beide Handelspartner k¨onnen ihre Sicht der Dinge
ausreichend begr¨
unden. Und sie werden sich einig. Die Ware wandert von
einem Besitzer auf den anderen u
¨ber. Bei Live-Wetten sogar w¨ahrend des
laufenden Schachspiels.
Es sind immer 2 Personen beteiligt, einer verkauft den Tippschein, ein
anderer kauft ihn. Um was es dabei geht spielt eigentlich keine Rolle. Wenn
die Transaktion abgeschlossen wird, kann ein objektiver Beobachter nicht
entscheiden, wer von beiden ein gutes Gesch¨aft gemacht hat. (Und das
obwohl ich als Anf¨anger gegen den Schachweltmeister keine Chance habe.)
Vielmehr haben beide, K¨aufer wie Verk¨aufer des Tippscheins, ein Bed¨
urfnis
befriedigt. Sie haben auf den Ausgang eines Zufallsexperiments eine Wette
abgeschlossen.
Um die Wette fair zu gestalten, muss ich keineswegs meine Siegchancen
verbessern. Es reicht stattdessen, wenn es eine Ver¨offentlichungspflicht f¨
ur
alle Informationen gibt und Insider-Handel unterbunden wird. Erst dann
kann der Preis f¨
ur den Wettschein beliebig frei floaten. Erst dann spiegelt
der Preis meine tats¨achlichen Chancen auf Sieg wieder.
* 3.1.4.3: Wetten auf Arbeitslose
M¨arkte generieren Informationen. Sie stellen etwas her, was ohne sie nicht
vorhanden ist: eine Wettquote. D.h. eine Risikoabsch¨atzung. Fehlen
effiziente M¨arkte, fehlt auch eine sichere Methode der Prognose.
F¨
ur die Einsch¨atzung von Berufserfolg von Menschen gibt es bisher keine
M¨arkte. Selbst die Sportwettenanbieter ODDSET und andere habe kein
24
Angebot, um auf Arbeitslose zu wetten. Vorstellbar w¨are zum Beispiel, 1$
darauf zu wetten, dass Arno D¨
ubel (Deutschlands frechster Arbeitslosen)
innerhalb der n¨achsten 12 Monate einen Job erh¨alt. Der zeitliche Verlauf
der Wettquote w¨
urde einen Chart ergeben. Wenn Arno eine Einladung zum
Vorstellungsgespr¨ach erh¨alt steigt die Chance, wenn er eine Absage erh¨alt
dann sinkt sie.
Die Ermittlung einer Wettquote w¨
urde das erzeugen, was bisher fehlt: eine
effiziente Beurteilung der Chance. Der IQ von Arno D¨
ubel ist dazu nicht in
der Lage. Nur den IQ einer Person zu messen, reicht bei weitem nicht aus,
um daraus eine Sch¨atzung f¨
ur Berufserfolg abzugeben. Der IQ ist maximal
ein Teil der Informationen, die M¨arkte zur Preisfindung ben¨otigen.
Angenommen, der IQ von Arno D¨
ubel ist 105. Was sagt das aus? Gar
nichts. Aber wenn es eine Wettquote g¨abe, z.B. die Chance dass er in den
n¨achsten 12 Monaten eine Festanstellung liegt bei 50%, dann ist das eine
wissenschaftlich fundierte Aussage.
Die Messung eines IQ basiert einzig auf dem umstrittenen Instrument von
Psychologen. Die Messung von Wettquoten jedoch basiert auf Angebot und
Nachfrage auf effizienten M¨arkte. Letzteres ist viel besser als Sch¨atzer
geeignet.
W¨
urde man den IQ-Test als Methode zur Preisfeststellung von Aktien
verwenden, w¨
urde es Mord und Totschlag g¨aben. Ich stelle mir das so vor:
ab Morgen werden Wallstreet und Frankfurt geschlossen. Die Aktienkurse
werden stattdessen von ausgebildeten Diplomwirtschaftswissenschaftlern
festgelegt. Anhand der Kennzahlen wie Umsatz, Ertrag, Auftragseing¨ange
usw. ermitteln sie f¨
ur jedes Unternehmen einen IQ-Wert: IBM erh¨alt 130
(hochbegabt), Microsoft erh¨alt 100 (Durchschnitt) und Apple erh¨alt 110
(gut). Die Messung des IQ-Wertes w¨
urde nach streng wissenschaftlichen
Kriterien erfolgen, d.h. nach einem standardisierten Verfahren. So a¨hnlich
vielleicht, wie heute bereits die Rating-Agenturen arbeiten ...
Die Folge w¨are, dass die IQ-Punktzahl von 130 f¨
ur IBM nicht mehr
anfechtbar ist. Wenn ich als Kleinanleger damit nicht einverstanden habe
ich keine M¨oglichkeit den Preis zu dr¨
ucken. Denn nach meinen eigenen
Analysen ist IBM nur 95 wert. Aber weil es einen objektiven Preis gibt,
muss auch ich die 130 zahlen. Ich kann nicht mehr gegen den Markt wetten.
25
Dieses Verfahren w¨
urde unmittelbar zum Zusammenbruch der
Weltwirtschaft f¨
uhren. Die M¨arkte w¨are unfrei und abh¨angig vom Urteil
der Preisfestlegungskommission. Es g¨abe pl¨otzlich ein Monopol auf die
Intelligenz.
* 3.2: IQ in der Gesellschaft
Herrnstein und Murray gehen in [8] u
¨ber eine innerbetriebliche Verwendung
von IQ-Tests hinaus und untersuchen das Ph¨anomen f¨
ur eine ganze
Gesellschaft. Sie postulieren, dass der soziale Auf- und Abstieg von
Individuen durch ihre Intelligenz beeinflusst wird. Dadurch befinden sich in
der Wirtschaft ausschließlich Personen mit hohen IQ-Werten: es ist die
geistige Elite der Gesellschaft. Personen mit niedrigen Werten sind
entweder arbeitslos, krank oder arbeiten im Niedrig-Lohn-Sektor. Weil
Herrnstein und Murray im Gegensatz zu [3] die Sph¨are der Personalauswahl
verlassen und gesamtgesellschaftliche Schl¨
usse ziehen, hat ihre Arbeit den
bitteren Beigeschmack eines rassistisch-konservativen Weltbildes. Diese
Stoßrichtung bedient auch Sarrazin (2010) [2], indem er Muslimen die
Hoffnung auf Aufstieg nimmt. Muslime (und andere Mitglieder der
Unterschicht) w¨aren genetisch bedingt weniger wert, k¨onnten weniger
leisten und haben daher einen geringeren Wert auf dem Arbeitsmarkt.
* 3.3: Pferdewetten
Ich weiß nicht sicher, ob ich Sarrazin so richtig zitiert habe, deshalb will ich
das Problem am Beispiel der Pferdewetten veranschaulichen. Beim
Pferdewetten geht es nicht um Politik, sondern es geht ums Geld verdienen.
Es gewinnt derjenige Hasardeur, der die Pferde am besten kennt. Er kann
dann eine Aussage u
¨ber die Siegchancen treffen. Ist seine Prognose richtig,
gewinnt er viel Geld. Beim Pferdewetten geht es darum, das Potential von
Tieren richtig einzusch¨atzen. Die Profis besuchen vor dem Derby sogar den
Stall, lassen sich die Impfprotokolle zeigen und studieren die Statistiken:
wie oft hat der Favorit bei fr¨
uheren Rennen gewonnen, wie ist sein
momentaner Gesundheitszustand, ist es ein Warmbl¨
uter usw. Mit diesen
Daten bildet man dann eine Theorie, zum Beispiel in der Form “Pferd A
siegt mit 80% Wahrscheinlichkeit”.
Und auf diesem Niveau bewegen sich auch rechtskonservative Soziologen.
Sie versuchen die Siegchancen (d.h. den Berufserfolg, Schulerfolg,
Einkommen) von Menschen zu prognostizieren. Die Wettquote f¨
ur
Schwarze, Ausl¨ander und Unterschichten-Kinder ist dabei schlecht. Ihnen
wird nur eine sehr geringe Chance einger¨aumt. Personen hingegen, mit
26
einem hohen IQ, mit reichen Eltern und mit der Hautfarbe Weiß werden als
Favoriten gehandelt. Und nach diesem Muster werden auch die
Personalentscheidungen in Unternehmen getroffen.
* 4: Bernstein-Linguistik
Der Intelligenz-Test mitsamt seiner Glockenkurve hat immer den
Beigeschmack von Eugenik. Um die Jahrhundertwende (1900) begann sein
Siegeszug. Schnell wurde er von nationalistischen Str¨omungen vereinnahmt
und mit darwinistischen Ideen angereichert. Aus einem harmlosen
Spielzeug f¨
ur die T¨ochter von Binet wurde ein Instrument zur Messung der
Dysgenik. D.h. der Schw¨achung von Gesellschaften durch schlechte Gene.
Vor allem durch die Verbrechen von Adolf Hitler ist der Intelligenzbegriff
heute umstritten.
Ein wenig unschuldiger kommt ein Artverwandter vom IQ-Test daher: der
Sprachtest. Dabei geht es nicht um Mathematik, Logik oder Kognition.
Stattdessen wird ganz unverbindlich das verbale Ausdrucksverm¨ogen von
Personen untersucht. Die Zuordnung von schlechtem Sprachverst¨andnis zu
einer sozialen Gruppe (der Unterschicht) ist selbst in links-progressiven
Zeitschriften en vogue. Konkret meine ich die Bernstein-Hypothese [6],
wonach Unterschichten-Kinder eine ungenaue Ausdrucksweise haben.
Letztlich ist aber auch die Bernstein-Hypothese nichts weiter als ein
verfeinerter IQ-Test. Es sieht vielleicht nicht nach Rassismus aus,
diskriminiert aber a¨hnlich.
Was ist also dran, an den ganzen Theorien? Ich selbst bin der
. . . berzeugung, dass die Bernstein-Hypothese wahr ist. Ob auch der
n¨achste Schritt (der harte IQ-Test nach Binet) diesem Wahrheitsanspruch
gerecht wird, weiß ich nicht sicher. Logisch w¨are es eigentlich: jemandem
der geringe sprachliche F¨ahigkeiten hat, auch geringe sonstige F¨ahigkeiten
zu unterstellen. Diese Argumentation l¨auft jedoch zwingend in einen
rechtsextremen Diskurs a la [8] und [2] hinein.
* 5: Rummelplatz
* 5.1: Vom Rummel, Schaustellern und Autoscootern
Ein Rummelplatz ist soetwas wie eine verkleinerte Ausgabe vom
Kapitalismus: es macht sehr viel Spaß, u
¨berall muss man Eintritt zahlen
und die Frau an der Losbude hat schon morgens einen sitzen.
Selbstverst¨andlich geht es nur ums Geld, jede Fahrt mit dem Autoscooter
27
kostet 1 Euro, und auch das Schokoladen-Herz gibt es nicht geschenkt. So
ein Rummelplatz besteht haupts¨achlich aus Fahrgesch¨aften [11]; auf
gr¨oßeren Veranstaltungen wie dem Oktoberfest gibt es zus¨atzlich auch noch
Essen, Trinken, Unterkunft, k¨auflicher Sex usw.
Der moderne Kapitalismus hat die ganze Welt in einen riesigen
Rummelplatz verwandelt. Die Ideologie wurde beibehalten: nur wer zahlt,
darf eine Runde auf dem Riesenrad drehen. Wer kein Geld hat, darf nichts.
Und wie kommt man an Geld? Durch ehrliche Arbeit nat¨
urlich, ebenfalls
auf dem Rummelplatz. Aufgaben gibt es genug: Zuckerwatte verkaufen,
Zuckerwatte herstellen, W¨
urstchen grillen, Autoscooter reparieren,
Wasseranschluss f¨
ur die Wohnwagen legen, nach Feierabend die
Tageseinnahmen z¨ahlen, Buch u
¨ber Gewinn/Verlust f¨
uhren und noch vieles
mehr.
Auf dem Rummelplatz arbeiten darf nat¨
urlich nicht jeder. Vorher gibt es
einen Einstellungstest. Dabei wird nach Schausteller-Qualit¨aten gefahndet,
als Zuckerwatteverk¨aufer muss man geboren sein. Sowas ist genetisch
determiniert. Und dieses besondere Etwas zieht sich durch bis zum
Eigent¨
umer des Rummels. Im Grunde k¨onnte auch er sich als einfacher
Losbudenverk¨aufer verdingen. Und viele waren es fr¨
uher auch. Die Liebe
zum Verkaufen liegt ihnen im Blut.
Der Konkurrenzkampf zwischen den Fahrgesch¨aften ist groß, hier nimmt
einer dem anderen die Kunden weg. Wer nach Feierabend das meiste Geld
in der Tasche hat, wird K¨onig. Ein jeder ist daher bestrebt mittels
Werbung sich optimal zu pr¨asentieren. Aber auch zwischen den
Rummelpl¨atzen tobt der Krieg. Es gibt verschiedene Schaustellerfamilien,
die sich abgrundtief hassen und doch alle a¨hnlich sind. Sie alle wollen mit
hochkar¨atigen Produkten das Leben der Menschen angenehmer gestalten.
Sich g¨anzlich in die Welt des oberfl¨achlichen Am¨
usierbetriebes einzuf¨
uhlen
nennt man “b¨
urgerliche Grund¨
uberzeugung”. Sie basiert darauf, dass man
Freude am Geld verdienen und Geld ausgeben hat; dass man es toll findet
12 Stunden pro Tag an der Losbude bei -3◦ Außentemperatur zu arbeiten.
Und dementsprechend gegen all jene hetzt, die nur Rumstehen und nichts
kaufen.
* 5.1.1: Noch mehr Kirmes
Helmut Kohl hat in den 1980’er vom kollektiven Freizeitpark Deutschland
gesprochen [15, Seite 13]. Er bezog sich damit auf die viele Freizeit, die in
28
Nichtstun m¨
undet. Ein wenig erinnert dies an Jeremy Rifkin, der auch
davor warnt, dass die Arbeit ausgehe. Eine Senkung der Wochenarbeitszeit
von 40 auf 20 Stunden w¨are die Folge.
Ich w¨
urde gerne den Topos des Freizeitparkes aufnehmen und neu
positionieren. Wahr ist, daß Deutschland einem Freizeitpark gleicht. Aber
einem sehr arbeitsintensivem. Der Wirtschaftsbetrieb von dem die Manager
erz¨ahlen dient haupts¨achlich der Freizeitgestaltung. Die Produktion von
G¨
utern und Dienstleistungen ist keineswegs lebensnotwendig sondern ist
eine Freude. Das sch¨one am Rummelplatz ist, dass man nicht zwangsweise
hingehen muss. Auch ohne den Konsum von Zuckerwatte, Laugengeb¨ack
und eine Fahrt auf dem Riesenrad kann man u
¨berleben. Der Zwang,
dennoch viel Geld auszugeben befl¨
ugelte die Weltwirtschaft seit den
1950’er. Heute ist exzessives Shopping auf Jahrm¨arkten und Volksfesten ein
weit verbreiteter Freizeitspaß: Mutti interessiert sich f¨
ur Lippenstifte in der
Tombola, die Jungs sammeln erste Kriegserfahrungen am Stand mit den
Luftgewehren und Papi interessiert sich f¨
ur die Autoscooter. Erfahrene
Jahrmarktbesucher entwickeln ein berufliches Interesse an den
Attraktionen. Sp¨atestens beim zehnten Besuch am Stand mit den
Luftgewehren wird beim Jungen der Wunsch geweckt: “Ich will sp¨ater mal
Soldat werden und Menschen abknallen”. Die Mutti bekommt von den
Lippenstiften und den s¨
ußen Kosmetika-Produkten nicht genug und will
eine Umschulung als Losbudenverk¨auferin machen. Und Papi – ja der war
schon immer ein Fan von Elektroautos, Fahrgesch¨aften und Technik. Er
beschließt, ein neues Modell von Autoscooter zu entwickeln, was sportlicher
f¨ahrt und zugleich weniger Energie verbraucht. Damit k¨onnten ganz neue
Konsumentengruppen angelockt werden.
Auf einem Jahrmarkt gibt es sogar eine kleine Schule wo der Nachwuchs auf
das sp¨atere Leben als Kirmes-DJ vorbereitet wird. Und es gibt ein
Architekturb¨
uro, wo neue Wohnwagen-H¨auser entwickelt werden, sowie die
Außenfassaden der Attraktionen. Ach ja, es gibt auf gr¨oßeren Festen wie
dem M¨
unchner Oktoberfest sogar den Beruf des Arztes. “Medizin f¨
ur
Schausteller” heißt das Studienfach. Als Diplomabsolvent kann man dann
die allt¨aglichen Krankheiten der Besucher behandeln (Alkoholvergiftung,
sexuell ansteckende Krankheiten, Bauchweh von zuviel Krapfen). Unn¨otig
zu erw¨ahnen, dass ferner die Rummelplatz-eigene Security immer zur Stelle
ist, wenn es kleinere Rangeleien gibt. Sie tr¨agt Schusswaffen und besitzt
eine Nahkampfausbildung. So kann sie die erhitzten Raufbolde trennen,
wenn es mal Streit im Riesenrad gab oder jemand die Freundin bl¨od
angemacht hat.
29
Der Jahrmarkt als Bonsai-Version des Kapitalismus – eine sch¨one Idee.
* 5.2: Vom Jahrmarkt zum Kapitalismus
Um die Eliten-Ideologie der konservativen Vordenker auszuhebeln, will ich
ihr eigenes Arbeitsgebiet n¨aher beleuchten. Ziel ist herauszustellen, dass die
Wirtschaftselite einen billigen Jahrmarktdiskurs zu einem gesellschaftlichen
Handlungsmuster ausweitet. Dies Ausdehnung des Schaustellergewerbes
und der damit einhergehenden Ideologie umfasst in Deutschland derzeit 40
Mio Menschen, soviele sind Erwerbst¨atig.
Nat¨
urlich wird von den Wirtschaftsvordenkern selten der
Schausteller-Topos als Selbstbeschreibung gew¨ahlt. Stattdessen wird der
Begriff des “ehrbaren Kaufmanns”, “des rationalen Menschen” oder gar des
“Fußballprofis” bem¨
uht. Um je nach Anlass, bestimmte Aspekte des
Wirtschaftsbetriebes zu beleuchten. Der Fußballvergleich wird immer dann
bem¨
uht, wenn es um Teamqualit¨aten geht, das Subjekt des “ehrbaren
Kaufmanns” kommt h¨aufig f¨
ur White-Collar-Jobs zum Tragen (B¨
ucher
f¨
uhren und Bilanzen erstellen). Und der “rationale Mensch” kommt dann
zum Einsatz, wenn die technologische Weiterentwicklung innerhalb des
Kapitalismus thematisiert wird. All diesen Sinnbildern ist eine große N¨ahe
zur Arbeit gemeinsam. Wirtschaft wird als etwas schwieriges dargestellt,
als Aufgabe f¨
ur Erwachsene, als Gegenteil von Spiel. Der Ernst des Lebens
beginnt in den Fabriken des Kapitals ...
Und in diese Stoßrichtung geht eine Eliten-Ideologie von [8]. Die
Wirtschaftsschaffenden werden zu G¨ottern erkl¨art; als besonderes
Menschengeschlecht, daß mit u
¨berragenden F¨ahigkeiten ausgestattet den
Machtanspruch verwirklicht. Um aus dieser aufgeblasenen Sichtweise ein
wenig die Luft herauslassen, will ich den Jahrmarkt als zur¨
uckentwickelte
Form des Gewerbetreibenden definieren. L¨aßt man ihn wachsen bleibt es
immernoch ein Schausteller-Gewerbe nur eben etwas gr¨oßer.
An Station 1 meiner kleinen Reise besuche ich den Autoscooter.
http://farm3.static.flickr.com/2514/4047932044 1d8cea2286.jpg
Auf dem Foto ist ein typischer Autoscooter bei Nacht abgebildet. Auf einer
glatten Fl¨ache sind fahrbare Elektroautos unterwegs, die u
¨ber einen
Stromabnehmer an der Decke mit Energie versorgt werden. . . . berall sind
bunte LED-Lampen angebracht, am Rand stehen einige Besucher. Hinten
rechts stehen fahrbereite Scooter, mit einem Plaste-Chip (gegen Entgelt)
kannst auch Du eine Fahrt machen!
30
Vermutlich d¨
urfte jeder schon Erfahrung mit diesem Fahrgesch¨aft
gesammelt haben. Sogar M¨adchen k¨onnen das (nat¨
urlich mit h¨aufigen
Frontalcrashs). Um das Fahrgesch¨aft weiter zu professionalisieren k¨onnte
ein findiger Kopf auf die Idee kommen, das ganze Areal zu u
¨berdachen und
zu beheizen. D.h. einen Indoor Autoscooter zu gr¨
unden. Und dann
k¨onnten die Angestellten zwangsweise einen Anzug und Krawatte tragen.
Dadurch w¨
urden nicht nur Kinder angelockt, sondern auch reiche Eltern.
Diese werden sich kaum mit Elektroautos zufriedengeben, sondern
verlangen nach Benzingetriebenen Modellen und einer Flatrate um
unbegrenzt lange Fahrspaß zu haben. Wenn man all diese Ideen umsetzt,
erh¨alt man Abbildung 2,
http://farm4.static.flickr.com/3329/3203840858 bdcbb2913a.jpg
Zu sehen ist der “Tokyo Auto Salon 2009”. Ein weibliches Model posiert
neben einem teuren Wagen. Miete oder Kauf des Automobils ist jederzeit
m¨oglich. Das Model dient der Verkaufsunterst¨
utzung und spricht vor allem
die m¨annliche Kundschaft an.
Im n¨achsten Beispiel er kleiner Blick auf die Losbude, in Abbildung 3 ist
die Losbude eines Jahrmarktes zu sehen,
http://farm3.static.flickr.com/2570/3979177233 ce6e84bca3.jpg
Auf dem Schild wird angepriesen “Preishammer, 35 Lose in der Lostasche,
nur 5,- EUR”. Als Preise sind Kuscheltiere, Bettw¨asche und kleine
Plastikfiguren ausgestellt. Will man die Losbude in Groß sehen, lohnt ein
Blick auf Abbildung 4,
http://farm3.static.flickr.com/2004/2059487829 c48353a266.jpg
Zu sehen ist eine Shopping-Mall zu Weihnachten. Alles ist sehr festlich
eingerichtet, auf mehreren Etagen werden Waren verkauft. Es gibt sogar
einen Fahrstuhl. Ein Kunde st¨
utzt sich auf die Br¨
ustung und schaut in die
Runde. Im Gegensatz zur Losbude haben die Preise jedoch angezogen, mit
5 Euro bekommt kommt man in der Shopping Mall nicht weit. Um eines
der gew¨
unschten Gadgets zu erwerben sollten man wenigstens 500,- EUR
investieren.
* 5.3: Bewerbung als Schausteller
Die Bewerberauswahl im Schaustellergewerbe ist knallhart, nur die besten
M¨anner haben eine Chance. Als Schl¨
usselqualifikationen gelten
Durchhalteverm¨ogen, Ausdauer, geringes Schlafbed¨
urfnis und ganz
allgemein: die Zugeh¨origkeit zur Elite. Beispielsweise erl¨autert [19] im
31
Kapitel “III. Fallstudie Kraftakrobat - . . . berm¨annlichkeit im Fokus” die
gott¨ahnlichen F¨ahigkeiten der Akrobaten. Nur . . . bermenschen reinen
Blutes k¨onnen die Anforderungen erf¨
ullen.
Auch in der Neuzeit werden Schausteller oft mit Helden verglichen, einige
Zitate aus [18]:
“Das Schaustellerleben liegt einfach im Blut”
“Um 5 Uhr waren wir fertig, noch drei Stunden geschlafen”
Besonders der Aspekt der Blutlinie scheint mir bedeutsam im Hinblick auf
einen neokonservativen Diskurs, wie er von Sarrazin 2010 gef¨
uhrt wird. Es
muss im K¨orper des Schausteller ein gewisses Fluidum an Lebensenergie
von Geburt aus vorhanden sein, damit er zu u
¨bermenschlichen F¨ahigkeiten
imstande ist. Nur genetisch u
¨berlegene Menschen k¨onnen
Losbudenverk¨aufer, Elektriker oder Karussellvorsteher werden. Oft h¨ort
man, dass man als Schausteller geboren wird. Die Eigenschaften werden
von Familie zu Familie weitergeben. Ein Test auf Schaustellerblut schon bei
der Einstellung ist daher eine gute M¨oglichkeit die Bewerberqualit¨aten
abzusch¨atzen.
Durch die fortschreitende Technisierung hat sich das Anforderungsprofil f¨
ur
Schausteller ver¨andert. War fr¨
uher noch Muskelkraft notwendig wird heute
vor allem auf Geisteskraft fokussiert. Der Auf- und Abbau von komplexen
Ger¨atschaften erfordert eine umsichtige Planung, die rechtlichen
Rahmenbedingungen m¨
ussen ausgereizt werden und die Reparatur von
Fahrgesch¨aften erfordert ein technisches Hintergrundwissen – vergleichbar
mit den Anforderungen bei der NASA oder im Automobilbau. Deshalb
haben sich auch die Einstellungstests gewandelt. Waren fr¨
uher noch die
“Physical Fitness” entscheidet ist es heute zunehmend die geistige
R¨
ustigkeit. Wer diese mitbringt (zum Beispiel u
¨ber gute Schulnoten, einen
hohen IQ-Wert und eine positive Lebenseinstellung) der hat im
Schaustellergewerbe Aufstiegschancen. Er kann sich hocharbeiten und eines
Tages Besitzer einer eigenen Achterbahn werden. Der wirtschaftliche Erfolg
ist meist auch mit privatem Erfolg verbunden. Ist man erstmal ganz oben,
dann verlieben sich auch die Frauen in einen. Man heiratet und bekommt
Kinder. Diese werden eines Tages ebenfalls Schausteller...
Es entsteht eine Gemeinschaft, ja es bildet sich eine Gesellschaft. Voll mit
hochtalentierten genetisch wertvollen Leistungstr¨agern, die Arbeitspl¨atze
anbieten, f¨
ur Wohlstand sorgen und sogar Sinnlieferant in Form von
Rechtsaußen-Polemik sind.
32
* 5.4: Hochbegabte Arbeitskr¨afte
Erst neulich bin ich u
¨ber den Jahrmarkt geschlendert. Ich hatte beruflich in
Hamburg zu tun und wollte noch nicht zur¨
uck in mein Hotelzimmer gehen.
So gegen Abend liefen meine Beine von ganz allein in Richtung Jahrmarkt.
Wie magisch angezogen vom Weihnachtsgeb¨ack, den Teigkrapfen und der
lauten Musik stand ich pl¨otzlich zwischen Losbude und Riesenrad. Da traf
ich zuf¨allig auf die fette Hochbegabte aus dem Youtube-Video. Ja, genau –
ich meine das dicke M¨adchen, dass rechts in der Sendung auf dem Sessel
saß und ihre Opferrolle als Hochbegabte ausbreitete. Ihren Namen hab ich
schon wieder vergessen; jedenfalls war genau dieses Opfer jetzt
Krapfenverk¨auferin und noch fetter als im Youtube-Video. Offensichtlich ist
es dem Rummelplatzbesitzer gelungen, f¨
ur diese anspruchsvolle Aufgabe
genau den richtigen Kandidaten zu finden – die hochbegabte Elite.
Ich schlenderte zum Krapfenstand: “Einmal die Big-Packung bitte”. Sie
l¨achelte mich u
¨ber beide Ohren an, wahrscheinlich hatte sie heimlich
genascht, ein par Zuckerkr¨
umel waren an ihrem Mundwinkel zu erkennen.
“Das macht 4,50”. Ich staunte, das M¨adel hatte den Betrag im Kopf
ausgerechnet; ohne die Hilfe eines Taschenrechners. Die Krapfenverk¨auferin
muss ein Genie sein, ich selbst h¨atte das nicht gekonnt. Ich legte ihr den
Betrag abgez¨ahlt auf das Tablett.
Mit professioneller . . . bung sortierte sie die M¨
unzen sorgsam in ihre kleine
Kasse ein. Soweit ich das beurteilen konnte, war sie eine gute Verk¨auferin.
Sie erwirtschaftete an diesem Abend sicherlich einen sch¨onen Gewinn f¨
ur
den Besitzer. Und ihre Hochbegabung konnte sie endlich einer sinnvollen
Verwendung zuf¨
uhren. M¨
uhelos bew¨altigte sie die Anforderungen: sie
konnte dank ihres Fettgewebes stundenlang in der weihnachtlichen K¨alte
ausharren, ihre Rechenf¨ahigkeiten erlaubten den ordentlichen Umgang mit
dem Wechselgeld und ihre emotionale Intelligenz half dabei, die W¨
unsche
der Kunden richtig zu interpretieren...
Ich hingegen bin nicht hochbegabt, mein IQ ist 70,0 (das sind zwei
Standardabweichungen unter normal). Und deshalb wurde ich vermutlich
nicht eingestellt. Ich bin daher arbeitslos und habe viel freie Zeit, die ich
auf Jahrm¨arkten verbringe. Meinen Alg2-Regelsatz verbrate ich f¨
ur
Kuscheltiere, die ich mit Roboter-Armen aus Bassins herausklaube. Nahezu
alles Geld, was ich vom Jobcenter u
¨berwiesen bekomme, wurde von
Hochbegabten Rummelplatzbesitzern erwirtschaftet und genau deshalb
gebe ich es dort wieder aus...
33
Und obwohl mein IQ nur bei 70,0 liegt bin ich schlau genug, lieber nicht
zuviel von den Teigkrapfen zu naschen. Sonst sehe ich nachher noch aus,
wie dieser hochbegabte Schauspieler der die Bingo-Show im Fernsehen
moderiert. Oder wie dieser hochbegabte Politiker Helmut Kohl. So fett will
ich nicht werden, das bringt nur Nachteile. Bluthochdruck, Diabetes und
Von-Kanibalen-Zuerst-Geschlachtet-Werden sind nur einige der negativen
Begleiterscheinungen.
Aber immerhin bewundern kann ich die Leistungen der kognitiven
. . . berflieger. Ich staune u
¨ber soviel Leistungsverm¨ogen am Krapfenstand.
Ich selbst h¨atte das niemals gekonnt. Allein schon das viele Multitasking:
es waren viele Kunden gleichzeitig da. Und dann muss man sich all die
unterschiedlichen Bestellungen merken. Kein Wunder, im IQ-Test damals
bei der Army wurde mir bescheinigt, dass ich ein schlechtes Ged¨achtnis
h¨atte... Tja, und jetzt zeigt sich auch, wo man soetwas braucht.
Ich glaube, dass M¨adchen mit dem hohen IQ ist gl¨
ucklich auf dem
Rummelplatz. Sie ist dort unter Gleichgesinnten, kann ihre F¨ahigkeiten
optimal einsetzen und tr¨agt so zum wirtschaftlichen Wachstum bei. (Der
Jahrmarkt zieht jedes Jahr viele Besucher an, aus dem In- und Ausland.)
Vor allem aber kann sie f¨
ur ihren Eigenbedarf soviel futtern, wie sie m¨ochte.
Es gibt keine Grenze: es gibt den ganzen Tag frisches Glasurgeb¨ack for-free.
Auch ihr technisches Verst¨andnis wird optimal gef¨ordert. Ich wurde Zeuge,
wie an diesem Abend der Ofen durch ein neueres Modell ersetzt wurde. Mit
ver¨anderter Bedienung. Ich mit meinem Niedrig-IQ h¨atte sicherlich Angst
gehabt, da irgendwas kaputt zu machen. Sie aber brauchte nur kurz in die
Anleitung schauen (fotografisches Ged¨achtnis) und schon lief das Teil
perfekt. Jubelnde Kunden, zufriedene Chefs und ein reibungsloser Ablauf
waren die Folge. So m¨
ussen guten Mitarbeiter reagieren: sie erkennen
Schwierigkeiten, entwickeln eigenst¨andig L¨osungen und handeln vorbildlich.
Ich prognostiziere dem M¨adchen mit dem hohen IQ gl¨anzende
Aufstiegschancen auf dem Rummelplatz. Wenn sie weiterhin so gute
Leistungen zeigt, wird sie es eines Tages weit bringen. Sie k¨onnte zu den
ganz großen des Schaustellergewerbes geh¨oren. Vielleicht sogar als
Ausbilderin f¨
ur die IHK t¨atig werden. Um dann ihre Erfahrungen/Probleme
als Hochbegabte an die n¨achste Generation weitergeben.
* 6: IQ und Arbeitslosigkeit
34
Im Buch “The bell curve” von Murray [5] wird die These aufgestellt, dass
Arbeitslosigkeit mit dem Intelligenz-Quotienten in Beziehung steht. Kurz:
die dummen kriegen keinen Job, weil die Wirtschaft nur schlaue Menschen
einstellt. Diese These soll im folgenden u
¨berpr¨
uft werden.
Zun¨achst einmal betr¨agt in den USA und Europa die Arbeitslosenquote ca.
10%. Anders gesagt, 90% der Erwachsenen haben eine Arbeit. Jetzt zum
Vergleich die H¨aufigkeitsverteilung bei IQ-Werten: der
Durchschnitts-IQ-Wert betr¨agt 100, mit einer Standardabweichung von 15.
. . . ber Prozentr¨ange kann man Aussagen machen in der Art “x Prozent der
Bev¨olkerung haben einen IQ von 100 oder mehr”. Die genaue Umrechnung
ist u
¨ber die Gauß-Verteilung etwas kompliziert, sodass ich an dieser Stelle
einfach auf Quelle [33] verweise. Dort ist zu entnehmen, daß der
Prozentrang 10 mit einem IQ-Wert von 77 verbunden ist. Im Klartext: 90%
der Bev¨olkerung hat einen IQ-Wert von 77 oder mehr.
Ich unterstelle der Wirtschaft und auch [5], dass sie sich die schlauesten
K¨opfe herauspickt. Das Ziel einer Firma ist es, m¨oglichst gute Leute
anzuwerben, also Personen mit einem hohen IQ. Auf den obigen
Prozentrang u
¨bertragen bedeutet dies, dass in der Wirtschaft Leute
eingestellt werden mit IQ-Wert von 77 oder mehr.
Wenn Murray et al. Recht haben, dann werden bei Einstellungstest
lediglich Personen mit einem IQ-Wert weniger als 77 nicht eingestellt. Nur
so ist zu erkl¨aren, daß die Arbeitslosigkeit bei 10% und nicht etwa bei 50%
liegt.
Wenn die Arbeitslosenquote auf 5% sinkt (oder gar auf 0%
Vollbesch¨aftigung), dann sinkt auch die IQ-Schwelle. D.h. es werden
Personen auch unter 77 IQ-Punkte eingestellt, die neue Grenze ist dann
vielleicht 70 Punkte.
F¨
ur mich etwas u
¨berraschend war, dass die Wirtschaft auch Personen mit
IQ-Werten von 77 bis 100 einstellt. Vielleicht liegt das daran, dass
Erwerbst¨atigkeit ein Massenph¨anomen ist. Der Ausschluss von Arbeit
betrifft nur sehr sehr wenige Menschen. Nur 10% der Menschen haben
keine Arbeit und nur 10% der Menschen haben einen IQ von weniger als 77.
Zwischen beiden Werten gibt es keinen Zusammenhang. Begr¨
undung: mit
einem IQ-Wert kleiner 77 kann man noch nicht einmal einen Antrag auf
Arbeitslosenunterst¨
utzung stellen. Da dies aber von den Arbeitslosen
erwartet wird, ist diese Gruppe nicht identisch mit den Minderbegabten.
35
Der durchschnittliche Arbeitslose mag vielleicht nicht unbedingt helle im
Kopf sein, aber sein IQ-Wert ist h¨oher als 10% der Bev¨olkerung (d.h. gr¨oßer
77 Punkte). Dass er mit diesem Wert dennoch keine Arbeit ist tragisch.
Leider habe ich bisher unterschlagen, dass die Arbeitslosenquote in
Wahrheit viel h¨oher ist. Nicht mitgez¨ahlt wurden alte, kranke, Sch¨
uler,
Studenten usw. Die breiter gefasste Erwerbsquote von Deutschland betr¨agt
ca. 50%. D.h. 40 Mio von 80 Mio Einwohnern gehen einer Besch¨aftigung
nach. In den USA ist diese Zahl a¨hnlich. Bei Prozentrang 50 ist in [33]
Seite 8 ein IQ-Wert von 100 eingetragen. D.h. 50% der Bev¨olkerung hat
einen IQ-Wert von 100 oder mehr. Die Wirtschaft kann es sich erlauben,
diesen Personenkreis rechts in der Glockenkurve einzustellen. Und alle
Menschen mit weniger als IQ=100 abzulehnen. Diese Idee weitergedacht,
ist die Gesellschaft zweigeteilt:
1) Arbeitslose, IQ<=100
2) Erwerbst¨atige, IQ>100
Von der H¨aufigkeitsverteilung erarbeiten die schlauesten Menschen den
gesellschaftlichen Reichtum. Sie befinden sich rechts in der Glockenkurve.
Hingegen ist die Bev¨olkerungsgruppe links unter der Glockenkurve
unproduktiv, hat einen zu geringen IQ-Wert und hat deshalb auch keine
Arbeit. Es betrifft Alte, Obdachlose, Kriminelle und Arbeitslose.
Auch wenn mir die Konsequenz nicht gef¨allt, vermute ich dass Murray in
“the bell curve” Recht hatte. Seine Hypothese ist best¨atigt.
Die Schwelle zwischen Wirtschaft und Asozial besteht im IQ-Wert von 100.
Gelingt es einer Person, diesen Wert zu u
¨berschreiten, dann wird sie auch
eingestellt. Denn die Wirtschaft besch¨aftigt 50% der Bev¨olkerung. Und sie
verwendet IQ-verwandte Test zur Selektion. Erreicht eine zuf¨allige Person
lediglich einen Wert unterhalb 100 wird sie auch nicht eingestellt, sie bleibt
dann arbeitslos und wird asozial. Diese H¨
urde ist relativ hoch, wer
schonmal am Heimcomputer einen IQ-Test gemacht hat, der weiß wie leicht
man unkonzentriert wird und nur einen Wert von 95 erreicht. Das passiert
u
¨berraschend h¨aufig. Einmal falsch angekreuzt oder zu langsam gewesen
und schon zeigt das Barometer auf Niederlage. Man muss keineswegs ein
Volltrottel sein, um abgelehnt zu werden.
* 6.1: Ausnahmen best¨atigen die Regel
36
Sicherlich gibt es Sonderf¨alle, beispielsweise kennt jeder die Geschichte vom
hochbegabten Jungen, der trotz seiner Intelligenz keine Arbeit findet. Er
befindet sich rechts in der Glockenkurve, also in dem Segment, was
vorwiegend erwerbst¨atig ist. Dennoch gelingt ihm nicht der Sprung in einen
Arbeitsvertrag. Er ist ein Einzelfall.
¨
Ahnlich
gibt es sicherlich auch Menschen mit einem IQ Wert von 80, die
dennoch einem Beruf nachgehen. Beispielsweise als Callboy (harter Sex
gegen Entgelt). Trotz der fortschreitenden Technisierung in der Wirtschaft
gibt es manchmal kleinere Nischen wo Intelligenz nicht alles ist. Auch im
Bereich Modeling sind Sonderf¨alle denkbar, wo ein kleines Dummchen eine
steile Karriere hinlegt.
Diese Sonderf¨alle sind allerdings statistisch nicht relevant. Es gibt sie, aber
sie best¨atigen nur die Regel. Im Allgemeinen sind Personen mit IQ Werten
unter 100 ohne Besch¨aftigung. Sie erf¨
ullen nicht die Anforderungen, um
selbstst¨andig Geld zu verdienen. Sie k¨onnen nicht mit Computern umgehen,
sie haben Probleme mit der deutschen Sprache und sind daher untauglich.
Klar, ich w¨
urde mir w¨
unschen dass jeder eine Chance in der Wirtschaft hat.
Daß auch Personen links unterhalb der Glockenkurve einen Job bekommen.
Nur als was? W¨
urde die Wirtschaft tats¨achlich alle Personen bis zu einem
IQ Wert von 77 (Prozentrang 10) in Lohn und Brot bringen, dann w¨are
niemand mehr arbeitslos. Es w¨
urde bedeuten, dass 90% der Bev¨olkerung
einen Beruf h¨atte. 90%, das sind bei 80 Mio Einwohnern ziemlich genau 72
Mio Erwerbst¨atige. Was sollen die alle tun? Es gibt einfach nicht genug
Arbeit um auch die Minderbegabten zu besch¨aftigen. Die Wirtschaft hat
nur Platz f¨
ur 40 Mio, nicht mehr.
* 6.2: IQ Werte in der Zweidrittel-Gesellschaft
Bisher bin ich davon ausgegangen, dass die Gesellschaft zweigeteilt in
Erwerbst¨atige und Nichterwerbst¨atige w¨are. Problematisch ist die exakte
Abgrenzung zwischen Arbeitslosigkeit und Normalzustand. Beispielsweise
sind Studenten zwar arbeitslos, bekommen aber dennoch kein
Arbeitslosengeld. Denn sie lernen f¨
ur den Beruf und befinden sich damit
auf Normalkurs.
Zur besseren Diskriminierung der Gesellschaftsmitglieder hat sich der
Terminus “Zweidrittel Gesellschaft” etabliert [34]. Damit ist gemeint, ...
steht sowieso alles bei Wikipedia. “Wer lesen kann ist klar im Vorteil”. Die
Einteilung in Zweidrittel versus Eindrittel ist besser geeignet, die
tats¨achliche Spaltung innerhalb von sozialen Gruppen zu beschreiben, als es
eine dumpfe 50:50 Einteilung k¨onnte:
37
- Zweidritteln: ihnen geht es gut, sie begr¨
unden das
Normalarbeitsverh¨altnis, den Normalkonsum und die Normalbildung
- Eindrittel: geht es schlecht, sie sind arm, sind ungebildet, haben keine
Moral
Besonders interessiert bin ich nat¨
urlich an der Einordnung in die IQ-Skala.
In der Grafik [33] Seite 8 muss dazu der Prozentrang unten abgelesen
werden. Der Wert 33% liegt genau zwischen 15,81 und 50,0 der
Prozentr¨ange. Der dazugeh¨orige IQ-Wert ist 92,5. Das heißt, Zweidrittel
der Gesellschaft haben einen IQ Wert von 92,5 oder mehr. Mit dieser
Marke kann die Zugeh¨origkeit oder der Ausschluss von der
Zweidrittel-Gesellschaft exakt definiert werden. Liegt dein IQ h¨oher, ist
alles im gr¨
unen Bereich: Du bekommst einen Job, gr¨
undest eine Familie,
bist gut integriert. Wenn du jedoch weniger als 92,5 IQ Punkte im Test
erreichst, geh¨orst du zu dem miesen Haufen, die keine Aufgabe haben,
abh¨angig von Marihuana sind und ihre Freizeit in Behindertenwerkst¨atten,
Jugendgef¨angnissen oder in 1-Euro-Jobs verbringen.
92,5 IQ Punkte – das klingt ziemlich viel. Aber auch nicht zuviel.
Immerhin gibt es eine Toleranz zum IQ Wert von 100. Kleinere Fehler sind
m¨oglich, ohne dass dadurch die Zugeh¨origkeit zur Zweidrittel-Gesellschaft
verloren geht. Der Bereich von 92,5 - 100 betrifft jenes Klientel die
vielleicht kleine Defizite haben, aber mit Ehrgeiz und Fleiß dennoch
erfolgreich sind. Sie werden von den St¨arkeren gef¨ordert.
Darunter jedoch ist die Selektion knallhart. Wer nicht die
Mindestanforderungen erf¨
ullt, der f¨allt durch: Qualit¨atskontrolle nicht
bestanden. Das gilt in der Schule, bei der Bundeswehr und auch in der
Fahrschule. Wer die Mindestpunktzahl nicht erreicht hat keine Chance
verdient. Er wird f¨
ur die Firma als Arbeiter keinen Nutzen bringen.
Stattdessen f¨allt er in die soziale H¨angematte wo er mit Nachschulungen,
Bewerbertraining, und Sozialarbeitern bespaßt wird.
Ob diese Selektion gerecht ist, wage ich zu bezweifeln. Immerhin
entscheidet u
¨ber Erfolg / Mißerfolg die eigene Qualifikation. Aber trotz
ihrer Ungerechtigkeit ist die Selektion nach IQ-Wert eine Tatsache. Der
Kapitalismus funktioniert optimal, wenn u
¨ber Arbeitsm¨arkte die Bewerber
nach ihren F¨ahigkeiten bewertet werden. Der Imperialismus beruht darauf,
bestimmte Personengruppen mit geringer wirtschaftlicher Potenz
auszusortieren. Sie werden durch die Personalentscheidungen vom
Arbeitsmarkt ferngehalten, sie sind dort nicht erw¨
unscht. Diese
38
Entscheidungen basieren auf betriebswirtschaftlichen Zielen (Gewinne
machen).
Nun kann damit allein noch nicht die soziale Migration erkl¨art werden
(sozialer Aufstieg, sozialer Abstieg). Im Unterschied zum starren
Kastenwesen in Indien bieten demokratische Gesellschaften ihren
Mitgliedern neue Chancen. Man kann aufsteigen und so seine
Statusposition verbessern. Soziale Anerkennung und ein steigendes
Selbstwertgef¨
uhl sind die Folge. Aus einem IQ=80 Sch¨
uler kann ein IQ=100
Sch¨
uler werden. Dadurch erh¨alt er Zutritt zur Mehrheitsgesellschaft und
macht sich ihren Duktus zu eigen. Er lernt den Wert von Markenprodukten
zu sch¨atzen, wird von seinem Vorgesetzen wegen seiner F¨ahigkeiten
gesch¨atzt und kann sich ein eigenes Auto leisten.
Soziale Migration ist ein Zeichen f¨
ur das Funktionieren von
Selektionsmechanismen. Durch Beharren auf Normen (“wir stellen nur
Personen mit IQ gr¨oßer 92,5 ein”) werden bestimmte Menschen motiviert
ihre Leistung zu steigern. Das tats¨achlich vollzogene Aufr¨
ucken von
ehemals schlechten Sch¨
ulern wird so Realit¨at. Im Gegenzug gibt es
nat¨
urlich auch ehemalige Studenten mit IQ Werten von 120, die ihren
Ehrgeiz verlieren und dann zur¨
uckfallen. Sie lernen nicht f¨
ur die Pr¨
ufung,
beginnen mit dem Gras rauchen und verlieren damit ihre Selbstachtung. Es
z¨ahlt nicht der fr¨
uhere IQ, sondern immer nur der aktuelle.
* 6.2.1: Mathematische Fundierung
Eine erste Version meines Textes habe ich ins Usenet gepostet
(de.org.mensa) Prompt kam auch eine Antwort, bem¨angelt wurde die
ungenaue Berechnung des 1/3 Prozentranges f¨
ur die IQ-Normalverteilung.
Deshalb f¨
uge ich an dieser Stelle einen kleinen Exkurs zu den
mathematischen Grundlagen ein.
Als erstes starte ich dazu Excel und suche nach der Funktion
“Normalverteilung”. Damit wird eine Tabelle generiert:
——————
IQ H¨aufigkeit
——————
70 0
75 0.01
39
80 0.01
85 0.02
90 0.02
95 0.03
100 0.03
105 0.03
110 0.02
115 0.02
120 0.01
125 0.01
130 0
——————
Die H¨aufigkeit eines IQ-Wertes wird u
¨ber die Funktion “Normalverteilung”
berechnet. Als Eingabeparameter verwendet diese Funktion:
a) IQ-Wert = erste Spalte
b) Mittelwert=100
c) Standardabweichung=15
Excel berechnet jetzt zu jedem IQ-Wert die entsprechende H¨aufigkeit. Der
Einfachheit halber habe ich sehr große Schritte (5 IQ Punkte) gew¨ahlt.
Markiert man beide Spalten und l¨aßt sich ein Liniendiagramm zeichnen
ergibt sich das typische Glockendiagramm, was auch auf dem Umschlag von
[8] abgebildet ist.
Um den exakten IQ-Wert f¨
ur den Prozentrang 33 (wegen
Zweidrittel-Gesellschaft) numerisch zu bestimmen, habe ich die Tabelle
etwas erweitert:
——————————————–
IQ H¨aufigkeit Kumuliert Kumuliert invers
——————————————–
70 0 0.02 70
75 0.01 0.05 75
80 0.01 0.09 80
85 0.02 0.16 85
90 0.02 0.25 90
40
95 0.03 0.37 95
100 0.03 0.5 100
105 0.03 0.63 105
110 0.02 0.75 110
115 0.02 0.84 115
120 0.01 0.91 120
125 0.01 0.95 125
130 0 0.98 130
0.33 93.54
——————————————–
Ganz am Ende steht das Ergebnis: zu der kumulierten H¨aufigkeit 0,3333 ist
der IQ-Wert exakt 93,54
Beachten: die Spalten “Kumuliert” und “Kumuliert invers” sind spezielle
Excel-Funktionen. F¨
ur Anwender von OpenOffice Calc hier die Formel zu
direkten Berechnung des Prozentranges:
=NORMINV(0.3333;100;15)
Ergebnis: 93.54
Parameter:
0.3333 (gesuchter Prozentrang)
100 (Mittelwert)
15 (Standardabweichung)
Zur Veranschaulichung noch ein weiteres Beispiel: Angenommen, ich bin
Personalchef eines kleines Unternehmens. Auf die ausgeschriebene Stelle als
Geb¨audereiniger haben sich 200 Personen beworben (ja, ja in der
Wirtschaftskrise machen die Leute alles). Ich habe aber nur 10 Stellen frei,
d.h. ich werde 190 Personen eine Absage erteilen. Zur Personalselektion
wird ein IQ-Test verwendet. Jeder der 200 Personen nimmt daran teil, und
erreicht einen IQ-Wert. Der erste Bewerber kommt auf 90 Punkte, der
n¨achste auf 110 usw. Wobei der Mittelwert bei 100 liegt und die
Standardabweichung bei 15.
Bei 190 Absagen auf 200 Bewerber ist die Wahrscheinlichkeit genommen zu
werden 5% (10/200). Die daf¨
ur n¨otige IQ-Schwelle ist:
41
=NORMINV(0.95;100;15)
=124.67
In Worten besagt die Formel: “Berechne den Prozentrang 95 f¨
ur eine
Normalverteilung mit dem Mittelwert 100 und einer Standardabweichung
von 15”. Das Ergebnis ist rund 125 IQ Punkte. Ich als Personalchef suche
mir diejenigen Bewerber mit einem IQ-Wert von 125 oder mehr heraus und
kann den Rest nach Hause schicken.
* 6.2.2: Negative IQ-Werte
Im Musikvideo “Randale in der Sonderschule” [63] ist von negative
IQ-Werten die Rede. Gibt es sowas wirklich? Die deutschen Standardtests
werden mit dem Mittelwert 100 und der Standardabweichung 15 bestimmt,
hier der Code f¨
ur Gnuplot (Der IQ-Wert von 100 hat die gr¨oßte H¨aufigkeit):
set xr[0:200]
plot (1/(15*(sqrt(2*pi))))*exp(-.5*((x-100)/15)**2)
In der Bundeswehr wird eine uniforme Intelligenz angestrebt: Jeder Rekrut
hat einen Intelligenzquotienten von 100, es gibt keine Unterschiede. Die
Standardabweichung ist geringer, z.B. 5. Der Mittelwert bleibt bei 100:
plot (1/(5*(sqrt(2*pi))))*exp(-.5*((x-100)/5)**2)
Im Zivilleben ist die Streuung der IQ-Werte allerdings sehr viel gr¨oßer, die
Standardabweichung liegt bei 50:
plot (1/(50*(sqrt(2*pi))))*exp(-.5*((x-100)/50)**2)
In diesem Fall gibt es sogar negative IQ-Werte. Einen Wert von -50 IQ
Punkten erreichen nur sehr wenige, kommt aber vor. Es sind vor allem
Sondersch¨
uler die soweit links liegen... Der Durchschnitswert wird dadurch
nicht gest¨ort, er betr¨agt immernoch 100.
Inhaltlich liegt der Proband mit dem Wert -50 vom Mittelwert exakt 150
Punkte entfernt (3 Standardabweichungen). Sein R¨
uckstand gegen¨
uber
Normal ist riesig. Um den Anschluss zu finden, m¨
usste er Tag und Nacht
lernen. Tut er aber nicht, er raucht Gras / ist dumm wie ein Eimer
Wandfarbe und schaut MTV. Bei sehr inhomogenen Gruppen kommt
soetwas vor. Oder wenn der Test sehr unfair aufgebaut ist ...
42
Auf den g¨angigen IQ-Test mit Standardabweichung von 15 umgerechnet,
bedeutet es:
-50 = 3 Standardabweichungen entfernt
15*3=45
100-45=55
Nach g¨angiger Skala w¨aren -50 IQ Punkte (50 Standardabweichung)
gleichbedeutend mit 55 Punkten (15 Standardabweichung).
* 6.2.2.1: Nachwort
Soeben habe ich mit Excel ein wenig rumgespielt, um das Ph¨anomen
“negative IQ-Werte” genauer zu untersuchen. Heraus kam dabei folgende
Tabelle:
———————————
Sch¨
uler Punkte IQ-Werte
1 2 46,51
2 8 186,05
3 6 139,53
4 2 46,51
5 2 46,51
6 1 23,26
7 5 116,28
8 9 209,30
9 0 0,00
10 8 186,05
Mittelwert 4,30 100
Standardabweichung 3,30 77
Variationskoeffizient 77% 77%
Min 0,00
———————————
43
Erl¨auterung: 10 Sch¨
uler schreiben eine Klassenarbeit, es k¨onnen Zensuren
von 0 bis 15 erreicht werden. 15 Punkte ist 1+, 14 = 1, usw. Zur
Umrechnung der Punkte in IQ-Werte habe ich eine Transformation a¨hnlich
der z-Transformation verwendet. Der Mittelwert wurde nach 100 skaliert,
die Standardabweichung auf den gleichen Variationskoeffizienten wie in der
urspr¨
unglichen Punkteverteilung. Dann habe ich Excel mittels des Solver
angewiesen, die Zensuren solange zu fluktuieren, bis ein IQ-Wert m¨oglichst
niedrig wird. Das beste Ergebnis ist in der Tabelle abgebildet, Sch¨
uler 9
hat einen IQ-Wert von 0,0 erreicht. Negative IQ-Werte konnte ich nicht
realisieren. Schade eigentlich...
Aber immerhin k¨onnen die IQ-Werte sehr stark fluktuieren, weit u
¨ber die
h¨aufig verwendete Standardabweichung von 15 hinaus.
Was ist die Aussage dieser Tabelle? Zun¨achst einmal kann es wirklich keine
negativen IQ-Werte geben, und es wurde deutlich, was der IQ-Test in
Wahrheit mißt: die Rangfolge von Personen. Je niedriger der IQ-Wert desto
niedriger die Rangposition innerhalb der Gruppe. Deshalb ist es auch so
verf¨
uhrerisch einen IQ-Wert in einen Sozialstatus umzurechnen. Es ist die
mathematische Darstellung einer Hackordnung: es gibt Alphatiere, ein
Mittelfeld und ganz unten kommt die Unterschicht. Auch der Begriff
Unterschicht symbolisiert einen Rang innerhalb von Gemeinschaften.
Wegen Mangel an Geld, Mangel an Bildung und Mangel an Motivation
befinden sich diese Personen auf einem niedrigen Rangplatz. Als Folge
haben sie keine Macht und k¨onnen sich keine gesellschaftlichen Ressourcen
wie Luxus-Urlaub, Luxus-Auto oder Eigenheim aneignen.
Der IQ-Wert selbst sagt eigentlich gar nichts aus, denn wie man ihn mißt
ist verhandelbar. In einer Leistungskontrolle f¨
ur Sch¨
uler wird er u
¨ber das
Verfassen eines Deutsch-Aufsatzes ermittelt: “Schreiben sie eine
Er¨orterung”. Je nach erreichter Zensur (von 0 bis 15) wird anschließend die
Rangordnung definiert. Oder aber der IQ-Wert wird u
¨ber eine Mathetestat
ermittelt, oder man kann ihn auch u
¨ber das Einkommen ermitteln: kleine
Einkommen bedeutet dabei eine rangniedere Position.
Ob der Rang in einem Deutsch-Aufsatz mit dem Einkommensrang
korreliert sei dahingestellt. In der Praxis gibt es Sch¨
uler, die im Fach
Deutsch einen Spitzenplatz einnehmen, und im Fach Politik dagegen nur
Mittelfeld sind. Trotzdem gibt es einen globalen Rang, und zwar den Rang
auf dem Arbeitsmarkt. Er ist wichtiger als jede andere Leistung.
44
Um die Bedeutung eines sozialen Ranges n¨aher zu beleuchten lohnt der
Blick in die Muster-Gemeinschaft “Jonestown”. Zur Erinnerung: das war
die ausgeflippte Sekte mitten im s¨
udamerikanischen Urwald, die sich
radikalisierte. Auch in dieser Sekte gab es R¨ange, ganz oben stand Jim
Jones. Er war die rangh¨ochste Person. Dann kamen seine engsten
Vertrauten; mit ihnen hatte er homosexuellen Geschlechtsverkehr und sie
waren f¨
ur die Sicherheit im Lager verantwortlich. Abweichler wurden von
diesem engsten Kreis diszipliniert. Eine Rangstufe niedriger war das
normale Volk, d.h. der Durchschnitts-Sektenangeh¨ohrige. Er war Teil der
Gruppe und ein Mitl¨aufer. Ganz unten auf der Leiter standen die
Austrittswilligen. Das waren Personen, die nicht mehr 100% mit Jim Jones
konform liefen und mit dem Gedanken spielten, die Sekte zu verlassen. Aus
dieser Schicht rekrutierten sich dann auch die . . . berlebenden des
Massenselbstmordes. Es waren diejenigen, die nicht den t¨odlichen Cocktail
schluckten. Dieser Personenkreis h¨atte auf einer Jonestown-IQ-Skala
lediglich Werte von 0 bis 50 erreicht. Jim Jones dagegen h¨atte einen Wert
von 150 IQ-Punkten erreichten (als Anf¨
uhrer).
Das sch¨one an der IQ-Verteilung ist, dass damit jedes beliebige Merkmal
gemessen werden kann: einmal nat¨
urlich in der Schule die kognitive
Leistung. Aber man kann auch die Anzahl der flachgelegten M¨adchen
messen, oder die Rangstufe im Spiel “World of Warcraft”. So ist es
m¨oglich, dass jemand auf der Macho-IQ-Skala einen Wert von 140 erreicht
(hat sehr viele sexuelle Kontakte) und ein anderer vielleicht nur einen Wert
von 80 (sehr wenige sexuelle Kontakte). Auf der Macho-Skala steht
letzterer damit rangm¨aßig niedriger.
Soetwas wie einen allumfassenden IQ-Wert gibt es nicht; und den kann es
auch gar nicht geben. Definiert sich doch in unterschiedlichen sozialen
Gruppen auch eine unterschiedliche soziale Rangstufe. Aber es gibt
bestimmte Personen, die u
¨berhaupt nicht an Gruppen interessiert sind,
sondern denen es ausschließlich um Erfolg geht. Ihr Ziel ist unabh¨angig von
der sozialen Gruppen einfach nur die Anf¨
uhrerschaft zu gewinnen. Solche
Menschen spielen Fußball nicht weil sie Fußball so toll finden, sondern weil
sie gewinnen wollen. Aus diesem Grunde wird in Bewerbungsgespr¨achen so
gerne nach den Freizeitaktivit¨aten gefragt. Dabei ist Fußball nicht wirklich
wichtig, es geht nur um den Siegeswillen von Personen. In Firmen werden
solche Leute als F¨
uhrer gesucht, die auch sonst u
¨berall die erste Geige
spielen. D.h. in kompetitiven Situationen einen Siegeswillen besitzen.
Wobei nat¨
urlich erw¨ahnt werden muss, dass Leute mit dem Wunsch nach
Sieg irgendwelche Defizite kompensieren. Meist das eigene Selbstwertgef¨
uhl.
45
So wird “Erfolg zu haben” als Ersatzbefriedigung f¨
ur eine narzisstisch
gest¨orte Pers¨onlichkeit.
In einem Buch u
¨ber das Selbstvertrauen von Kindern wurde als
Gegenbeispiel der Roman “Huckleberry Finn” von Mark Twain genannt.
Der Protagonist ist ein Looser: er lebt in einer Tonne, ist bettelarm und
raucht den ganzen Tag Gras. Erfolg ist ihm g¨anzlich unwichtig, er k¨
ummert
sich nicht um die Meinung der anderen. Ihm ist das Urteil vom Pastor
g¨anzlich egal. Im Kontext “Pers¨onlichkeitstests” w¨
urde man Huck Finn
heute als Underarchiver bezeichnen: er w¨are grunds¨atzlich zu Leistung in
der Lage, hat aber ein Motivationsdefizit. Er sieht keine Notwendigkeit
“Erfolg zu haben”. Ihm ist Freiheit wichtiger. Huck Finn steht rangm¨aßig
unterhalb von Tom Sawyer. Sein IQ-Wert ist niedriger.
* 6.2.2.2: Rangstufen
Im konservativen Weltbild wird eine Rangordnung postuliert, die so nicht
existiert. Die Postmoderne zeichnet sich gerade durch den Zerfall von
Gemeinschaften aus. Soetwas wie Kirchen, politisches Leben oder Vereine
sind im Aufl¨osen begriffen. Die Zahl der Nichtw¨ahler steigt und die Zahl
der Arbeitslosen ebenfalls. Stattdessen wird eine Autonomie des
Individuums gepredigt. Der einzelne erhebt sich selbst zum Gott, er
akzeptiert keine Vorgesetzten u
¨ber ihm. Autorit¨aten werden kritisch
hinterfragt, ihre rangh¨ohere Position angezweifelt.
In modernen Sozialstaaten ist der Zugriff auf materielle G¨
uter abgekoppelt
von Leistung. Auch die rangniedrigste Person erh¨alt eine Wohnung, etwas
zu Essen und eine Krankenversicherung. In der Eisenbahn sitzen alle im
gleichen Abteil. Ein Rang ist nur noch eine Fiktion aus fr¨
uheren Zeiten.
Das Prinzip der Gleichheit hat sich durchgesetzt.
Heute wird soziale N¨ahe ausschließlich u
¨ber Medien realisiert. Big Brother
Reality TV ersetzt echte Freundschaften, und Pornographie ersetzt echten
Sex. Virtuelle Realit¨aten bilden neue Rangstufen aus, aber auch dort
herrscht eine Beliebigkeit vor. Vielen Mitspielern von “World of Warcraft”
ist der eigene Rang egal; manche cheaten und betr¨
ugen.
Das einzige Weltbild, indem nach wie vor absolute Rangstufen (im Sinne
von h¨oher- und minderwertig) existieren, sind fanatische Sekten,
Ariosophen und die Wirtschaft. So ist es absolut normal, dass Scientology
den Kapitalismus unterwandert. Denn die Wirtschaft ist Scientology. Ein
Haufen von auserw¨ahlten Managern haben als Selbstverst¨andnis den
46
Elite-Begriff, der sie bef¨ahigt die ganze Welt zu beherrschen. Ja bravo, so
funktionieren totalit¨are Systeme. Wenn die Politik und die Wirtschaft
weiterhin nach F¨
uhrungskr¨aften sucht, werden die uns alle umbringen. Ihre
Paranoia und der unbedingte Erfolgswahn f¨
uhrt zu Fehleinsch¨atzungen des
Risikos.
Erste Ans¨atze in dieses Richtung gibt es in Deutschland zu besichtigen. In
keinem anderen Land gibt es mehr Sonderschulen, wo angeblich geistig
behinderte Kinder verwahrt werden um sie sp¨ater als Erwachsene in 1-Euro
Jobs abzuschieben. Wobei die Personen nicht wirklich behindert sind,
sondern ihn wird lediglich eine rangniedrige Position zugeteilt. Sie erhalten
eine rangniedere Ausbildung, eine rangniedere Arbeit und ein rangniederes
Geld.
* 6.2.2.2.1: Warteschlangen
Bei begrenzten Ressourcen ist eine Warteschlange ein faires Angebot.
Beispielsweise gibt es im Supermarkt 10 Kunden mit dicken
Einkaufsk¨orben, aber nur eine h¨
ubsche Kassen-Frau. Es ist sinnvoll, dass
die Kunden sich hintereinander anstellen und so eine Rangordnung bilden.
Der rangh¨ochste Kunde wird zuerst abkassiert, er hat den besten Platz.
Der Nachz¨
ugler bekommt Platz 10 und muss lange warten. Die
Rangordnung in einer Warteschlange hat demnach Auswirkungen auf den
Zugriff auf die begehrte Ressource Zeit.
Teilt man Menschen anhand ihrer Arbeitsmarktg¨angigkeit in eine
Rangordnung ein, so bilden sie ebenfalls eine Warteschlange. Die
rangh¨ochste Person bekommt sofort einen Arbeitsplatz, die anderen m¨
ussen
eine Weile suchen. Aber welche Ressource wird hier eigentlich verteilt? Ist
“Recht auf einen Arbeitsplatz” eine einklagbare Leistung? Bei
Studienf¨achern kann man sich unter Umst¨anden einklagen, man setzt sein
Recht auf Ausbildung gewaltsam durch. Einen Arbeitsplatz kann man
hingegen nicht einklagen. Denn dort erbringt der Arbeitnehmer die
Leistung. Lediglich eine leistungsgerechte Bezahlung kann eingeklagt
werden. Man kann niemanden dazu zwingen, Arbeit vorzuhalten, die man
selbst ausf¨
uhren muss.
Auf dem Arbeitsmarkt ist die Rangordnung genau entgegengesetzt. Der
Rangh¨ochste wird als erstes freigesetzt (in die Freiheit entlassen). Der
Rangniedrigste verl¨aßt den Betrieb als letztes. Man sollte nicht vergessen,
daß Arbeit zu haben eine B¨
urde ist und keineswegs erstrebenswert.
47
Lediglich in religi¨osen Gemeinschaften (Jonestown oder in einem
Zen-Tempel) wird Arbeit zum Selbstzweck verherrlicht. Die Mitglieder
erbringen die Leistung freiwillig und f¨
uhlen sich ausgegrenzt, wenn sie keine
Arbeit haben. Die rangh¨ochsten Sektenmitglieder opfern sich den ganzen
Tag f¨
ur die Gemeinschaft auf (berufsm¨aßig). Die Arbeitsverweigerung wird
zu einer Verweigerung gegen¨
uber der Sekte. Wobei Arbeit nicht nur die
lebensnotwendigen Dinge wie Holz hacken in einem Zen-Tempel sind,
sondern Arbeit ist auch die Teilnahme beim Beten, das gemeinsame
Mittagessen und die Feier. Auch in der Wirtschaft besteht die Arbeit auch
aus sozialen Aktivit¨aten, wie Betriebsfeier, Mittagessen oder der Urlaub
mit den Arbeitskollegen. Es sind die gleichen sekten¨ahnlichen Muster. Eine
Verweigerung an der Betriebsfeier teilzunehmen ist eine Abkehr von der
Gruppe. In strengen Religionen wird soetwas sanktioniert.
* 6.3: Wohin mit den Schwachen?
Wie ich im Kapitel “IQ-Werte in der Zweidrittel-Gesellschaft” gezeigt habe,
ist die Einstellungsvoraussetzung in der freien Wirtschaft ein IQ von
mindestens 92,5 Punkten. Dies entspricht dem Prozentrang 1/3 der
IQ-Normalverteilung und teilt die Gesellschaft in 1/3 Außenseiter und 2/3
Normal. Aber was passiert mit jenen Menschen, die unterhalb der
IQ-Schwelle liegen? Die also unterqualifiziert f¨
ur eine Arbeit im
Monopolkapitalismus sind?
Diese sogenannte Unterschicht k¨onnte man nat¨
urlich pr¨aventiv ins
Gef¨angnis sperren. Dann lungern sie nicht auf der Straße herum und
betteln die Leistungselite nach Alkohol an. Wegen der allgemeinen
Erkl¨arung der Menschenrechte (und weil Gef¨angnisse sehr teuer sind) wird
in demokratischen Staaten eine mildere Form des Zuchthauses gew¨ahlt:
Das Ghetto. In Armenvierteln sind die Mieten niedrig; dort sammeln sich
1/3 der Gesellschaft. Ihre Hauptbesch¨aftigung ist das Fernsehschauen und
das Rauchen von selbstangebautem Gras (Haschisch). Die wenige
Sozialhilfe geben sie f¨
ur Tattoos und Bodybuilding Hosen aus. Der eigene
K¨orper wird als Kapital betrachtet und sexuelle Aktivit¨at wird zum
sozialen Erfolgserlebnis. Es bildet sich eine Subkultur der Armut. Ihr
gemeinsames Merkmal ist ein IQ Wert kleiner 92,5. Es ist das untere
Drittel der Gesellschaft; zu schwach f¨
ur den globalen Wirtschaftskrieg.
Dieses Subproletariat ist keineswegs eine industrielle Reserverarmee (wie sie
von Karl Marx beschrieben wurde). Sie steht keineswegs “allzeit bereit um
die herrschende Klasse abzul¨osen”. Sondern sie ist Ausschuss, sie ist durch
48
ihren eingeschr¨ankten IQ Wert als Arbeiter / Angestellte nicht geeignet.
Sie erf¨
ullt die Anforderungen des Wirtschaftskrieges nicht. Es sind die
Verletzten, Schwachen und Frauen hinter der Front. Es w¨are unmenschlich,
sie ebenfalls f¨
ur einen totalen Krieg zu mobilisieren. Sie verbleiben in
Warteposition und dienen allenfalls der Aggressionsabfuhr der echten
Krieger. Es kommt vor, wenn auch ethisch verwerflich, dass Erwerbst¨atige
das Subproletariat diffamieren. St¨arke definiert sich durch das Einpr¨
ugeln
auf Schw¨achere. Erst durch diese Tat wird der Unterschied deutlich. So
dient das ausgegrenzte 1/3 der Gesellschaft als S¨
undenbock, auf das man
nach Belieben einschlagen kann:
- Sozialhilfe k¨
urzen
- Wohnungsdurchsuchung wegen Kleinigkeiten
- ins Gef¨angnis sperren wegen 5 Gramm an Marihuana
- Resteverwertung durch die Tafel (Lebensmittel)
So dienen die sozial Deklassierten Menschen als Negativbeispiel, als
Triebabfuhr f¨
ur eine ethisch verunsicherte Oberschicht. Es ist eine
Knetmasse, beliebig durch Gesetze g¨angelbar, weil unf¨ahig zum
Widerstand. Ohne Geldmittel, ohne Machtmittel und Willen zum Sieg wird
sie gef¨
ugig gehalten. Es ist ein Luxus, sie dennoch mit Lebensmittel und
¨
Wohnraum auszustatten. Ahnlich
einem Behinderten, dem man erlaubt
weiterzuleben. Bereits bei seiner Geburt ist offensichtlich, dass er niemals
normal werden wird. Er wird die Gesellschaft niemals unterst¨
utzen k¨onnen.
Und dennoch erh¨alt er von dieser eine lebenslange Rente – das ist wahre
Menschlichkeit.
Am Leben gehalten wird das deklassierte untere Drittel durch die Hoffnung.
Es gibt immerhin eine kleine Chance, dass ihre Kinder den sozialen
Aufstieg schaffen und zu den IQ Werten des Normalbereiches aufschließen.
Um diese Chance zu erh¨ohen wird durch sozialdemokratische Regierungen
die F¨orderung von Benachteiligten besonders forciert. Hauptschulen und
Sonderschulen erhalten oftmals mehr finanzielle Mittel als Gymnasien. In
der Hoffnung, die Startschwierigkeiten u
¨berkompensieren zu k¨onnen. Und
das mit Erfolg; einige wenige schaffen den sozialen Aufstieg, sie wechseln
von der Hauptschule aufs Gymnasium und finden dort Anschluss an die
Leistungsgesellschaft. Ihr IQ-Wert verbessert sich von 80 auf 100 und sogar
auf 110. Das ist deshalb m¨oglich, weil der IQ-Wert ver¨anderlich ist. Er ist
keineswegs von Geburt durch die Gene festgelegt, sondern unterliegt
Schwankungen. Eine spezielle Lesef¨orderung kann beispielsweise die
Testergebnisse positiv beeinflussen.
49
Das utopische Fernziel einer sozialdemokratischen Gesellschaft ist es, f¨
ur
alle Menschen den sozialen Aufstieg zu erm¨oglichen. Eine Steigerung der
IQ-Werte von Einzelpersonen daf¨
ur der notwendige Schritt. Utopisch
deshalb, weil in der Praxis es lediglich Einzelf¨alle sind, die ihre kognitive
Leistungsf¨ahigkeit signifikant steigern verm¨ogen.
So bleibt ein großer Block an unterbegabten Personen u
¨ber, die als
Straßenfeger, M¨
ullmann oder Laubharker einer Aufgabe nachgehen k¨onnen.
Die T¨atigkeit 1-Euro-Job ist angemessen f¨
ur Personen mit IQ-Werten
unterhalb von 92,5 Punkten. Es entspricht ihrem Leistungsverm¨ogen und
u
¨berfordert sie nicht. Es ist geradezu ein Akt von N¨achstenliebe den
Minderbegabten eine Aufgabe zu geben und sie so zumindest dem Schein
nach zu integrieren. In Wahrheit sind sie durch ihren IQ-Wert praktisch
vom 1. Arbeitsmarkt auf Ewig ausgeschlossen. Das ist ein bisschen so, wie
bei den FSK18 Filmen: wer nur 16 Jahre darf nicht ins Kino. Er kommt am
T¨
ursteher nicht vorbei. Und manche Menschen bleiben ein Leben lang 16
Jahre alt. Sie werden einfach nicht a¨lter.
Der moralische Wert einer Gesellschaft misst sich am Umgang mit den
Schwachen. In der BRD und anderen demokratischen Staaten werden die
geistig schwachen hinter der Front gut gepflegt. Sie erhalten kostenlose
Wohnungen, kostenloses Essen und k¨onnen sogar arbeiten, wenn sie es denn
wollen. Alles ist freiwillig. Aber vor allem werden die Schwachen aus
Kampfhandlungen herausgehalten. Sie m¨
ussen sich nicht im
Sch¨
utzengraben beweisen, sie m¨
ussen nicht den Nachschub planen und sie
m¨
ussen sich auch nicht f¨
ur das Vaterland aufopfern. Alles, was die
Schwachen tun m¨
ussen, ist hinter der Linie in Frieden den Ausgang des
Krieges abwarten und die Normalb¨
urger nicht allzusehr mit dummen
Fragen zu bel¨astigen. Dazu geh¨ort vor allem, dass sie ihre eigene soziale
Identit¨at als Schwache anerkennen und die Helden bewundern. Misstrauen
gegen¨
uber der geistigen Elite ist unangebracht und st¨ort die nat¨
urliche
Ordnung. Wenn die V¨ater abends von der Schlacht nach Hause kommen,
wollen sie keinen Stress mit geistig behinderten S¨ohnen. Sie wollen liebe
S¨ohne, die sie freudig begr¨
ußen und dankbar f¨
ur alles sind.
Es ist das Vorrecht der Soldaten mit einem IQ-Wert gr¨oßer 92,5 das Leben
hautnah im Krieg zu erleben. Einem Krieg, der keine Schw¨ache duldet; wo
die Leistung gefragt ist und der Ehrgeiz zu Siegen. Einem Krieg, der viele
Opfer kennt und mit klaren Regeln agiert. Das Ziel ist die totale
Vernichtung der Maschinen. Erst wenn der letzte Roboter besiegt ist, erst
dann ist der Krieg vorbei. Und es l¨auft nicht gerade gut f¨
ur die Menschheit.
50
Trotz aller Selektionsprozesse, trotz aller Anstrengungen gelang es bisher
nicht den Kampf der Maschinen zu beenden.
* 6.3.1: Massenselektion in der Gesellschaft
Die Bewerberauswahl in den Unternehmen relativiert den puren
Intelligenzquotient. Nicht f¨
ur jeden Beruf ist ein hoher Intelligenzquotient
Einstellungsvoraussetzung. Manche Personalverantwortlichen erhaben auch
dar¨
uber keine Werte sondern orientieren sich an weichen Kriterien wie
pers¨onliches Erscheinungsbild oder Hautfarbe. In den meisten F¨allen wird
die Auswahl der Rekruten nach marktwirtschaftlichen Kriterien getroffen,
d.h. nach Anforderungen des Arbeitsmarktes.
In manchen F¨allen gibt es zwischen IQ und Arbeitslosigkeit eine
Korrelation; in anderen F¨allen auch nicht. In jedem Fall wird massenweise
eine Auswahl zwischen “Einstellung” und “Ablehnung” gef¨allt. Was
passiert mit den all den Leuten, die unerw¨
unscht sind? Schlafen die fortan
unter Br¨
ucken? Soviele Br¨
ucken gibt es doch gar nicht, wie Ablehnungen
versand werden.
Es ist ein bisschen so wie in der Massentierhaltung: es gibt wirtschaftlich
begehrte Tiere (hohe Eierproduktion) und es gibt
wirtschaftlich-unerw¨
unschte Tiere (keine Eierproduktion). Beide Tiere
verursachen jedoch Kosten. Der Bauer wird nach M¨oglichkeit nur die f¨
ur
ihn gewinnbringenden Tiere in seinem Stall dulden...
Das Kriterium f¨
ur Menschen ist nicht ihre F¨ahigkeit Eier zu produzieren,
sondern Gewinne zu erwirtschaften. Gute Mitarbeiter sind ein vielfaches
ihrer Lohnkosten wert. Sie kosten den Sparpreis von 50000,- EUR j¨ahrlich,
erwirtschaften f¨
ur das Unternehmen jedoch das dreifache. Diese Mitarbeiter
werden von den Unternehmen bevorzugt eingestellt.
Der Return on Investment von Menschen ist demnach das Hauptkriterium
von Personalentscheidungen. Das Negativbeispiel sind Mitarbeiter, die das
Unternehmen pro Jahr ebenfalls 50000,- EUR an Lohnkosten verursachen.
Allerdings keine Gewinne erwirtschaften. So wie Homer Simpson trinken sie
den ganzen Tag nur Kaffee, machen im B¨
uro alles kaputt und vergraulen
die Kunden. Solche Mitarbeiter sind unproduktiv. Ein gutes Unternehmen
wird sich von diesem Klientel nach M¨oglichkeit trennen.
Nun gibt es ein Großunternehmen, dass sich sehr schwer damit tut, seine
unproduktiven Mitarbeiter zu entlassen: den Staat. Und nein, ich meine
51
nicht die Beamten. Die sind produktiv. Ich meine die Arbeitslosen. Sie sind
Eigentum der Nationalstaaten; sie kosten ihn sehr viel Geld, erwirtschaften
jedoch keine Steuern.
Teilweise versucht der Staat sich von u
¨berfl¨
ussigen Essern zu entledigen.
Beispielsweise werden arbeitslose Ausl¨ander ganz legal in ihr Heimatland
abgeschoben. Wenn ich als Deutscher beispielsweise in Polen nach 6
Monaten immernoch noch keine Arbeit habe, wird mich der polnische Staat
zur¨
uck nach Deutschland abschieben. Er wird mir polnische Sozialhilfe
verweigern.
Jeder Bauer wird bestrebt sein, fremde Tiere abzuschieben. Er wird
unproduktive Tiere dorthin zur¨
uckschicken, wo sie herkamen. Nur, wo ist
dorthin? Ist es das Geburtsland? Oder sind es die Familien?
Die Alternative zur Zahlung von Arbeitslosengeld durch den Staat w¨are es,
die Eltern in Regress zu nehmen.
* 6.3.2: Sozial unerw¨
unscht
Jeder Bauer w¨ahlt nach seinen Kriterien die Tiere aus: der eine ist an
hoher Milchleistung interessiert, der n¨achste will gesunde Tiere und der
dritte sucht ein Kuh mit drei Augen. Auch der Intelligenztest entspricht
einem Auswahlkriterium. Er ist so angelegt, dass der Versuchsleiter
ausschließlich an den Hochbegabten interessiert ist. Die Fragen sind
suggestiv: eine richtige Antwort wird angestrebt. Wie in einem
Polizeiverh¨or stehen die Antworten bereits vorher fest. W¨
urde der
Versuchsleiter nicht daran interessiert sein, wie eine bestimmte Zahlenfolge
fortgesetzt wird oder was der Oberbegriff zu Hund und Katze ist (Tier),
dann h¨atte er andere Fragen gestellt.
So aber, mit festen Fragen und festen Antworten soll ein bestimmter
Kandidat gesucht werden. Ja, ein Intelligenztest ist wie eine Suchanfrage
bei Google: “Suche alle Kandidaten, die mindestens 12 Fragen richtig
beantwortet haben”.
Warum will das jemand wissen? Es scheint eine Eigenart von Fallensteller
und Trappern zu sein, dass sie schlauer sind als ihre Beute. Ein IQ-Test soll
die Zielperson identifizieren, verunsichern und fixieren. Der IQ-Test ist ein
K¨oder. Der Versuchsleiter ist in der Regel u
¨berhaupt nicht an
mathematischen R¨atseln interessiert. Denn er besitzt als einziger das
L¨osungsbuch. Er kennt zu jeder Frage die Antwort. Er ist auch an einem
52
Dialog nicht interessiert. Alles was er will, ist Fallen aufzustellen. Er baut
eine Apparatur, in der sich jede Ratte verfangen muss. Kein Teilnehmer
eines Intelligenztestes wird die volle Punktzahl erreichen. Alle werden in die
Falle tapsen. Keiner u
¨berblickt den Apparat vollst¨andig.
Das ist vergleichbar mit einem Zauberk¨
unstler der gerade das Forcieren
gelernt hat. Er hat sich m¨
uhsam eine F¨ahigkeit angeeignet, sein Publikum
zu beeinflussen. Er hat sich einen Kartentrick ausgedacht, den nur er kennt.
Nun ben¨otigt er eine Person aus dem Publikum um mit seinen F¨ahigkeiten
zu blenden. Zuerst zwingt er die Person eine bestimmte Karte zu w¨ahlen,
dann tut er so, als ob er die Karte erraten hat. Die Zuschauer sind verbl¨
ufft
und bewundern die magischen F¨ahigkeiten des Zauberk¨
unstlers. Dabei
bestand seine F¨ahigkeit alleine darin, den Zuschauer im unklaren zu lassen.
Er verr¨at seine Tricks nicht und sagt auch nicht was er vorhat.
So handhaben es auch gute Schulpsychologen. Sie laden die Eltern mit
ihren Spr¨osslingen ganz unverbindlich zu einer Darbietung ein. Dann
veranstalten sie ihren Hokuspokus und verk¨
unden am Ende “Ihr Kind muss
leider auf die Sonderschule wechseln.” Der Trick ist gelungen, das Publikum
applaudiert, der Zauberer hat seine F¨ahigkeiten eindrucksvoll demonstriert.
Ja er h¨atte auch anders vorgehen k¨onnen. Er h¨atte beispielsweise dem Kind
bei den Antworten ein bisschen helfen k¨onnen. Oder es den Test
wiederholen lassen. Das war aber nicht sein eigentliches Ziel. Es ging dem
Schulpsychologen von Anfang an darum, seine Mausefalle in Aktion zu
sehen und den Buben als geistig behindert zu klassifizieren. Er tat das, was
nur wenige Zauberk¨
unstler tun: sie mißbrauchen ihr Publikum. Sie machen
Witze. Sie holen ein Kind auf die B¨
uhne um dann Beifall zu erhaschen wie
sie es dem¨
utigen. Das Kind hatte nie eine Chance etwas anderes
darzustellen als einen Volltrottel. Denn der Zauberer ist der Regisseur, er
tr¨agt die Verantwortung.
Als Besucher eines Zaubertheater bezahlt man viel Geld um einen
magischen Abend erleben zu d¨
urfen. An der Abendkasse legt man 100,EUR f¨
ur einen Logenplatz hin. Daf¨
ur will man dann aber was geboten
bekommen. Und ein guter Zauberer versucht diesem Anspruch auch gerecht
zu werden. Er entl¨asst sein Publikum mit einem Funkeln in den Augen,
l¨asst es Eintauchen in die Welt der Magie. Denn er will ja, dass sein
Publikum wiederkommt. Ein gl¨
uckliches Publikum ist die beste Werbung.
Manchmal u
¨bersch¨atzen sich Zauberer jedoch. Sie glauben um jeden Preis
eine große Show abliefern zu m¨
ussen. Sie betrachten ihr Publikum als
53
Feind, u
¨bersch¨
utten es mit Wasser, zielen mit scharfkantigen Schwertern
auf ihre H¨ande und zerst¨
uckeln ahnungslose Jungfrauen aus dem Publikum.
Aber daf¨
ur hat der Gast keine 100,- EUR gezahlt, um dann als Volltrottel
hingestellt zu werden. Er wird an der Kasse sein Geld zur¨
uckverlangen.
Komischerweise hat sich der aufgekl¨arte Konsument im Bereich der
P¨adagogik noch nicht durchgesetzt. Da bezahlen die Eltern ein hohes
Schulgeld, die Kinder besuchen jede Vorstellung des Mathezauberk¨
unstlers
und dann das: am Schuljahresende wird die F¨orderschule empfohlen. Oder
beim Kind wird eine Lese-Rechtschreib-Schw¨ache diagnostiziert. Das ist
eine Publikumsbeschimpfung aller erster G¨
ute.
Niemand l¨aßt sich gerne dem¨
utigen. Und Kinder ganz besonders nicht.
Mag sein, dass das Publikum wirklich ein Volltrottel war und jede
Herabsetzung verdient hat. Aber mit Kritik schafft man niemals Vertrauen.
Der Kunde hat immer Recht. In den meisten F¨allen war er es, der die
Veranstaltung erst m¨oglich gemacht hat. Ein Zauberk¨
unstler ohne
Publikum ist ein ziemlich trauriger Anblick. Mein Rat lautet daher:
vergraulen sie niemals ihr Publikum, sie w¨
urden es bereuen.
Ein guter Zauberer bindet seine jungen Zuschauer nach M¨oglichkeit in die
Darbietung ein. Er holt die Kinder auf die B¨
uhne und l¨aßt sie mitwirken an
kleineren Experimenten mit der Schwerkraft oder bei schwebenden
Spielkarten. Dar¨
uber freuen sich die meisten Kinder. Und in der Regel
erhalten die Nachwuchszauberk¨
unstler beim Abgang von der B¨
uhne auch
einen kleinen Applaus. Vermeiden sollte man jedoch, das Publikum zu
u
¨berfordern. Es kann zwar Teil der Vorf¨
uhrung werden, aber der Zauberer
sind sie. Und wenn der Trick mißgl¨
uckt sind sie es allein, die daran schuld
sind. Jetzt den Zauberlehrling zu beschimpfen und ihn vor den anderen
bloßzustellen, gar als faul/weniger intelligent/oder als verhaltensgest¨ort zu
bezeichnen ist die schlimmste aller Strategien. In der Regel wird das
Publikum mit Buhh-Rufen reagieren. Sie werden die l¨angste Zeit ihres
Lebens Zauberk¨
unstler gewesen sein.
In den Schulen hingegen scheint es zum guten Ton zu geh¨oren, wenn man
Nachwuchszauberk¨
unstler vor versammeltem Publikum niedermacht. Es
scheint eine Atmosph¨are des Hasses vorzuherrschen, wenn niemand sich
traut die Art der Darbietung zu kritisieren. Alle halten es f¨
ur v¨ollig normal,
dass der Zauberer seinen Nachwuchs mit Zensuren bestraft, Hausaufgaben
verteilt oder sonstwie erzieherisch t¨atig wird. Vermutlich wird soetwas vom
Publikum nur deshalb toleriert, weil es nicht nach Hause gelassen wird. Sie
sind in der Zaubervorstellung eingesperrt. Draußen vor den Schultoren
wartet die Polizei und zwingt jeden Sch¨
uler dazubleiben.
54
Bei Zaubervorstellungen, die ich bisher geleitet habe gab es soetwas nicht.
Bei mir kamen die Kinder immer freiwillig, und wer keine Lust auf den
Zauberer hatte ging eben wieder weg.
Der Zauberer hat keinen erzieherischen Auftrag, das k¨onnen die Eltern
machen. Vielmehr unterh¨alt er seine Kunden. Er ist Diener des Publikums,
er bietet ihnen eine Vorstellung, die sie sehen wollen. Wenn die
schwebenden Jungfrau gew¨
unscht wird – bitte sehr, hier ist sie. Wenn der
Trick mit dem Wasserglas nicht so gut ankommt – auch gut, dann wird er
weggelassen. Einer Zauberer richtet sein Programm entsprechend seiner
Kunden aus. Soetwas wie Rahmenpl¨ane braucht er nur, wenn sein
Publikum keine besonderen W¨
unsche hat.
Aber was, wenn das Publikum den IQ-Test unbedingt sehen will? Was
wenn sich drei Freiwillige melden, die auf der B¨
uhne getestet werden
wollen? Nur so zum Spaß, um den kl¨
ugsten zu ermitteln. Soll der
Zauberk¨
unstler etwa sein eigenes Publikum besch¨
utzen? Wenn der IQ-Trick
gew¨
unscht ist, bitte sehr hier ist er:
“Bitte 3 Nachwuchszauberer auf die B¨
uhne. Ich zeuge Ihnen verehrte
Zuschauer jetzt den sagenumwobenen Intelligenz-Trick.”
“Und hier sind auch schon meine Kandidaten, Peter, Hannes und Klaus.”
“Ich werde nun vorf¨
uhren, wie diese drei Personen gegeneinander antreten
und die weltweit schwierigsten Fragen beantworten”
“Und am Ende wird es einen Sieger geben, und die beiden anderen werden
im Boden versinken wollen, weil sie so schlecht abgeschnitten haben.”
“Und der Sieger ist ... Hannes! Applaus bitte. Hannes, du bist f¨
ur heute
der kl¨
ugste von allen ... Nochmal Applaus bitte.”
“Danke an alle f¨
urs Mitmachen. Ich w¨
unsche einen sch¨onen Heimweg. Bis
zum n¨achsten Mal, wenn es wieder heißt: die wunderbare Welt der
telepathischen Magie.”
* 7: Gleichheit
In den Verfassungen der meisten Industriestaaten ist eine prinzipielle
Gleichheit der Menschen fest verankert. Nat¨
urlich sind M¨anner nicht
identisch mit Frauen, und auch zwischen Asiaten und Afrikanern gibt es
55
Unterschiede. Ferner gibt es große Differenzen zwischen einem Manager
und einem Arbeitslosen. Trotz dieser offensichtlichen Ungleichheit
postuliert das Grundgesetz eine Gleichheit. Im Grunde l¨
ugt es damit, es
setzt etwas voraus, was so nicht wahr ist. Justitia muss blind sein, wenn sie
die Unterschiede zwischen den Menschen nicht sieht, wenn sie nicht erkennt
dass es Dumme und Schlaue, fleißige und faule gibt.
Trotzdem haben sich die Menschenrechte durchgesetzt. Heute spielt es
keine Rolle mehr, was jemand glaubt oder wieviel Geld jemand verdient.
Vor dem Gesetz sind alle Menschen gleich. Aber Justitia regelt nur das
o¨ffentliche Recht, in Unternehmen gibt es keine Gleichheit. Dort wird jeder
Mensch nach seiner Hautfarbe, seinem IQ und seinen Schulnoten bewerten.
Die Unternehmen k¨onnen es sich erlauben, bestimmte Menschen zu
diskriminieren. Sie k¨onnen es sich erlauben, nur die Hochbegabten
einzustellen und den Dummen zu k¨
undigen.
Mehr noch, die Wirtschaft f¨
uhlt sich durch Schw¨ache bedroht. Sie glaubt,
daß nur die besten gewinnen; angesichts von Konkurrenz wollen sie kein
Risiko eingehen und sich mit minderbegabten Unterschichten-Kindern
herum¨argern. Denn das Ziel lautet: Macht, Marktanteile sichern, Gewinne
machen. Schw¨ache ist dabei nicht erw¨
unscht.
So sind Intelligenz-Tests nur eine weitere Spielart der Leistungsgesellschaft,
in der Profit alles ist. Ein Unternehmen muss wie das schnellste Pferd sein:
hohe Motivation, gute Gesundheit, optimale Leistung. Nur dann wird es
gewinnen und der Sieger sein.
* 7.1: Alternativen zur Leistungsgesellschaft
Angesichts von stringenter Selektion nach IQ-Wert stellt sich die Frage:
Geht es auch anders? Kann man ein Unternehmen auch mit mittelm¨aßigen
Menschen f¨
uhren? d.h. mit Hauptsch¨
ulern die lediglich einen IQ von 100
haben und keine Favoriten sind.
Die Debatte um die Vererbbarkeit von Intelligenz zielt darauf ab, dass ohne
Intelligenz der Ruin droht. Ohne IQ-Werte von 130 und mehr w¨
urde das
Abendland untergehen, der Konkurrenzkampf gegen die u
¨berlegene
asiatische Rasse (Chinesen, Japaner) verloren gehen und dann w¨
urden
Europa und die USA in eine Staatspleite schlittern, weil ihre Produkte auf
den Weltm¨arkten nicht mehr wettbewerbsf¨ahig sind. Das klang doch eben
schon ziemlich verzweifelt, oder? Wie sehr am Abgrund muss man stehen,
um sich keine Fehler mehr leisten zu k¨onnen? Wie defekt muss ein
Großkonzern sein, wenn er sich keine unproduktiven Mitarbeiter leisten
kann?
56
Es ist die Haupteigenschaft der menschlichen Rasse, dass sie krank ist.
Schon das erste Lebensjahr von Neugeborenen besteht darin, dass sie
sinnlos rumsabbern, in Steckdosen fassen und Krach machen. Dann geht es
weiter und im Kindergarten bekommt der Nachwuchs erstmal Diphtherie
oder schlimmeres. Alles das Gegenteil von Perfektion. Und dann beginnt
die Schule, und dass Kind verpasst den Schulbus, bekommt eine Sechs im
Zeugnis und stottert. Alles kein Sonderfall, sondern sowas ist die Regel.
Nur wenig sp¨ater wird der jetzt 16 j¨ahrige Junge seinen ersten Joint
rauchen und mit dem Dealen anfangen. Sowas macht nicht nur die
Unterschicht, sondern sowas machen Menschen. Es ist v¨ollig normal wenn
man Fehler macht, keinen Plan hat und depressiv jeden Test verhaut.
Komischerweise erwarten die Unternehmen jedoch von ihren Mitarbeitern,
dass sie Roboter¨ahnliche Wesen sind. Mit u
¨berlegener Kraft, Ausdauer und
Intelligenz. Wie eine Handvoll Datas eben (Star Trek, The next
generation). Da l¨auft doch etwas schief!
Nochmal zur Ausgangsfrage in diesem Kapital: Kann man mit
Hauptsch¨
ulern ein Unternehmen f¨
uhren? Ich meine damit Personen, aus
der Gosse, mit einem IQ von 100 oder sogar weniger. Leute, die morgens zu
sp¨at kommen, die Alkohol w¨ahrend der Arbeitszeit trinken und die meiste
Zeit im Kraftraum verbringen, anstatt vor dem Schreibtisch. Solches
Klientel wird bei Einstellungstests regelm¨aßig ausgesondert. Selbst f¨
ur die
Bundeswehr sind die “untauglich”. Ich zumindest kenne kein Unternehmen,
wo Unterprivilegierte Chef werden k¨onnen.
* 7.2: Was ist Wirtschaft?
Im Abschnitt “Gleichheit” habe ich den Unterschied zwischen Wirtschaft
und Gesellschaft versucht herauszuarbeiten. Die gesellschaftlichen Gesetze
(Grundgesetz etc) basieren auf Gleichheit der Menschen; die Wirtschaft
hingegen diskriminiert bei ihrer Bewerberauswahl nach IQ, Rasse,
Geschlecht. Neben dem Rechtsstaat und der Wirtschaft gibt es noch eine
dritte Ebene und zwar die Medien. Dort gelten v¨ollig andere Regeln, und
zwar die Regeln der Kunst (Sch¨onheit).
Vereinfacht k¨onnte man sagen: Medien produzieren Informationen, der
Rechtsstaat produziert Gerechtigkeit und die Wirtschaft produziert
materielle G¨
uter. Es scheint so, dass sich in der Wirtschaft mitsamt seiner
Fixierung auf das Materielle ein konservativer Rassismus durchgesetzt hat;
der die Menschen nach IQ-Werten einteilt und sich selbst als Elite
bezeichnet. Woher diese Arroganz von CocaCola, IBM, Mircrosoft,
57
Bundeswehr oder Lufthansa kommt ist mir schleierhaft. Immerhin geht es
im Kapitalismus nur um das Herstellen von Markenprodukten, z.B.
Zuckersirup oder auch Waffen. Ein Unternehmen basiert darauf,
vorhandene Rohstoffe wie Wasser, R¨
uben, Erd¨ol zu etwas neuem zu
verarbeiten um damit die Massenm¨arkte zu fluten. Wieso ausgerechnet
dabei ein hoher IQ n¨otig sei, ist mir bis heute ein R¨atsel. Es ist doch in
Wahrheit so, dass gerade die Sorte Mensch, die sich komplett aufgegeben
hat sich fortan mit der Produktion von Zuckersirup besch¨aftigt, anstatt
etwas sinnvolles zu tun.
In weniger materialistisch gepr¨agten Sph¨aren wie Kunst und Wissenschaft
ist der IQ eine Nebensache. Manche Personen der Zeitgeschichte (Andy
Warhol) br¨
usten sich sogar mit einem niedrigen IQ [9]. Offensichtlich gilt
die Regel (hoher IQ = hohe Leistung) nicht u
¨berall. In der Reality-TV
Serie “Big Brother” war der IQ von Zlatko aka “the brain” schon legend¨ar.
Dort gab es keinerlei Korrelation zwischen Einschaltquoten und
Schichtzugeh¨origkeit der Bewohner.
Und auch im Gerichtssaal ist der IQ der Angeklagten regelm¨aßig kein
Thema, niemand darf straffrei eine Frau vergewaltigen nur weil er
hochbegabt ist. So ist es verwunderlich, dass ausgerechnet in der Welt des
Geld soviel Wert auf Schicht, Rasse und IQ-Wert geachtet wird. Vielleicht
wollen sich die Manager damit etwas erobern, wovon sie ausgesperrt sind? –
Den Zugang zu intellektuellen G¨
utern.
Ist “The bell curve” [8] gar ein harmloses Buch? Es hat von linker Seite
sehr viel Kritik einstecken m¨
ussen, Motto: es gibt keinen Zusammenhang
zwischen Rasse und Sozialstruktur. Die generelle Frage sollte eher lauten:
Warum k¨onnen nur hochbegabte in der Wirtschaft erfolgreich sein?
Vielleicht weil sie auf Intelligenz beruht? Das ist eine sehr kurzsichtige
Antwort, die nichts mit Wirklichkeit zu tun hat. Es ist ein M¨archen, dass
Geld verdienen etwas mit Arbeit und damit mit Leistung zu tun h¨atte.
Beispielsweise wird in den Golfstaaten sehr viel Geld dadurch verdient, dass
jemand seinen Bohrr¨
ussel ganz tief in den W¨
ustensand reinsteckt und dann
das Glibberzeug in die Welt verschifft wird. Ob das Saugrohr von einem
Neger oder einem Weißen gehalten wird d¨
urfte dem Rohr ziemlich egal sein.
Fakt es nur: f¨
ur Produktionskosten von 5$ je Fass entsteht ein Umsatz von
derzeit 70$ je Fass. Der Gewinn beruht einzig auf dem Monopol des
Roh¨ols. Und so geht es weiter mit Erdgas, Kernenergie und Biodiesel. Der
Energiesektor macht immerhin 30% vom Bruttoinlandsprodukt aus [12],
das bedeutet: es wird sehr viel Geld mit Nichtstun verbracht. Denn die
Natur ausbeuten ist ziemlich einfach, daf¨
ur braucht man keine Genies.
58
Weitere 20% vom Bruttoinlandsprodukt entstehen durch offiziell
“Leistungslose Einkommen”, also Ertr¨age aus Pacht, Miete, Zinsen,
Kapitaleink¨
unfte [13]. Wieder braucht es daf¨
ur keinerlei Verstand um eine
10 j¨ahrige Bundesanleihe zu kaufen und die Zinsen korrekt zu buchen. Wie
man 3% Zinsen ausrechnet lernen Kinder bereits in der Grundschule. Selbst
Leute mit Sonderschulabschluss k¨onnen aus 100 Million Euro mittels
Zinsgesch¨aft 103 Mio machen.
Es bleiben noch 50% vom Bruttoinlandsprodukt u
¨brig, was durch echte
Arbeit verdient wird. Dort m¨
ussen tats¨achlich noch Menschen
Entscheidungen treffen, die Marktlage richtig einsch¨atzen und Innovationen
erzeugen. Daf¨
ur braucht man Hochbegabte ... m¨ochte man meinen. Die
Wahrheit ist eine andere. Da werden mit allerhand Leistungstests die
besten der Besten ausgew¨ahlt (beispielsweise durch die
Offizierbewerberpr¨
ufzentrale [10]) und dann besteht der Sinn der IQ 130
Offiziere darin, in Afghanistan unschuldige Zivilisten abzuknallen. Und
deren Vorgesetzte mit einem IQ von 135 manipulieren die Presse, damit die
Massenmedien nichts dar¨
uber in der Tagesschau berichten. So l¨auft das
schmutzige Gesch¨aft des Krieges.
Und die Offiziere in der freien Wirtschaft (=Manager) versuchen sich
w¨ahrenddessen in der Risikomaximierung a la Ackermann und Nick Leeson.
Das heimliche Ziel ist der v¨ollige Ruin der Weltb¨orsen sowie die
Vernichtung s¨amtlicher Spareinlagen. Bereits heute sind die meisten
Unternehmen haushoch u
¨berschuldet, die Eigenkapitalquote liegt bei 20%
oder weniger. Der Zusammenbruch des weltweiten Finanzsystems ist nur
eine Frage der Zeit. Bravo, ihr Hochbegabten. Das h¨atten Sondersch¨
uler
mit schlechten Deutschkenntnissen auch nicht besser hinkriegen k¨onnen.
So wage ich an dieser Stelle mal die steile These, dass ein hoher IQ-Wert
nicht zwangsl¨aufig in ein gesundes Unternehmen m¨
undet. Und es macht die
Betriebe auch nicht wettbewerbsf¨ahiger oder gar ges¨
under. Stattdessen ist
das renitente Beharren auf Leistung, Verantwortung und Intelligenz gerade
ein Zeichen daf¨
ur, dass es genau daran am meisten mangelt.
* 7.3: Intelligenz
Der Durchschnittsmensch hat eine Temperatur von 37◦ Celsius [35]. Zur
Aufrechterhaltung des W¨armehaushaltes werden 10 Megajoule an t¨aglicher
Energiezufuhr ben¨otigt. Das ist bei allen Menschen gleich. Ferner kann der
Durchschnittsmensch nicht im Dunkeln sehen und kann nur u
¨ber eine kurze
Zeit schnell laufen. Auch diese Eigenschaften gelten f¨
ur alle gleichermaßen.
59
Genetisch aufgewertete Menschen, die von Natur aus mit
Nachtsichtf¨ahigkeit und mit einer K¨orpertemperatur von 40◦ Celsius
ausgestattet sind gibt es nicht. Biologisch gesehen ¨ahnelt sich der Mensch
sehr stark, fast kommt der Verdacht von Kloning auf.
Nicht nur die k¨orperlichen F¨ahigkeiten sind erstaunlich identisch auch die
geistigen sind es. Beispielsweise schaut jeder Mensch gerne “Wetten Dass”
im ZDF und mag die Musik von Michael Jackson. Und wenn eine simple
Mathematikaufgabe wie “Wurzel aus 3,7” zu berechnen ist, dann greift der
Mensch instinktiv zum Taschenrechner. Das ist bei allen Menschen gleich.
Das Leseverhalten ist ebenfalls erstaunlich ¨ahnlich, beispielsweise h¨oren
Menschen gerne M¨archen u
¨ber Zauberer, Ritter und Drachen. Und alle
Menschen lieben die Geschichten von Isaac Asimov und sind Fans von Star
Trek. Auch hier gibt es keine Unterschiede. Die Vorlieben bei Intelligenz
sind bei jedem Menschen gleich.
Klar, es gibt manchmal . . . berraschungen. Beispielsweise spielen M¨adchen
gerne mit Barbie und Jungs mit Lego. Aber alle Kinder m¨ogen Spielzeug,
da gibt es keinen Unterschied.
Sowohl der Input als auch der Output von Menschen ist bei allen Gleich.
Jeder Mensch ben¨otigt 10 Megajoule an Nahrung und jeder Mensch kann
eine mathematische Formel umstellen. Jedes Jahr werden die
unterschiedlichsten Kinder neu eingeschult, und jedes Jahr lernen alle lesen.
Das grenzt fasst an ein Wunder. Und jedes Jahr packen die Kinder in der
Pause ihre Butterbrote aus und schl¨
urfen Schulmilch durch den Strohhalm.
Wie geklonte Wesen sitzen sie im Unterricht. Jeder hat zu Hause das
gleiche Spielzeug, jeder hat einen Gameboy und jeder gibt die gleiche
Antwort auf die Frage “1x1” (die richtige Antwort ist 1).
Ein findiger Soziologe k¨onnte jetzt auf die Idee kommen, nach
Unterschieden zu suchen wo keine sind. Beispielsweise brauchen dicke
Menschen geringf¨
ugig mehr Nahrung als d¨
unne und schwitzen daf¨
ur etwas
mehr. Jetzt k¨onnte dieser Soziologe die prinzipielle Gleichheit in Frage
stellen, indem er aufs Gramm bestimmt, was der Einzelne pro Tag so ißt.
Er wird dabei auf Werte von 8-12 Megajoule kommen, und als Mittelwert
10 Megajoule ermitteln (nat¨
urlich Gauß-verteilt u
¨ber eine Glockenkurve).
Und ¨ahnlich k¨onnte andere Erbsenz¨ahler auf die idiotische Idee kommen,
die Rechenleistung von Menschen zu messen: er wird geringf¨
ugige
Unterschiede feststellen. (Wieder gibt es einen Mittelwert und eine
Standardabweichung). Aber macht das Sinn? Wozu sollte man einen
Unterschied feststellen, wenn es offensichtlich gar keinen gibt?
60
Bleiben wir realistisch, jeder Mensch hat einen IQ Wert von 100 (dem
Mittelwert). Zwischen den Menschen gibt es keine Unterschiede, der IQ ist
bei allen gleich. Das liegt daran, dass jeder Mensch geklont wurde und
durch den Geburtskanal der Mutter gewandert ist. Wenn er dort erstmal
durch ist, hat er 100 und wird ein Leben lang darauf festgelegt sein.
Selbstverst¨andlich ist mit extrem-genauem Erbsenz¨ahlen ein Unterschied
feststellbar. Aber keine Messmethode kann den Wert besser bestimmen als
die simple Zahl 100. Sp¨atestens dann, wenn die IQ-Messung um alternative
Kriterien wie emotionale Intelligenz erweitert wird, erkennt man dessen
Sinnlosigkeit. Es gibt in Wahrheit keine M¨oglichkeit einen Menschen von
anderen zu unterscheiden.
Beispielsweise sehen die Japaner nicht nur alle gleich aus, sondern sie haben
auch alle den gleichen IQ (die M¨anner und Frauen gleichermaßen). Und
wenn die Japaner Autos produzieren, sehen die Modelle auch alle gleich
aus: vorne der K¨
uhler, dann der Fahrgastraum und am Heck eine
Stoßstange. Ferner kosten die Autos alle das gleiche, n¨amlich 40000 EUR.
Das ist der Preis f¨
ur ein japanisches Auto.
¨
Nicht zu verstecken in ihrer Ahnlichkeit
untereinander brauchen sich die
Deutschen. Deren IQ ist ebenfalls bei allen gleich, und ihre Autos haben
alle einen Mercedesstern auf der Motorhaube. Wenn die Deutschen
morgens in der Fabrik antreten, ist jeder unausgeschlafen und leicht gereizt.
Das geht im Laufe des Tages aber vor¨
uber. Und im Gesicht sehen sie alle
gleich aus: sie haben zwei Augen, eine fette Nase und eine helle Haut mit
Bart. Ein typischer Deutscher eben.
Es macht keinen Sinn den einzelnen Deutschen genauer differenzieren zu
wollen. Mag sein, dass mit ultragenauer Messung vielleicht Unterschiede
feststellbar sind. Beispielsweise gibt es Deutsche mit langem Bart und
welche mit kurzem Bart. Wo ist da der Unterschied? Bart bleibt Bart.
* 7.3.1: IQ Vergleich zwischen Deutschen und Japanern
Wenn alle Menschen den gleichen IQ haben, dann d¨
urfte ein Wettkampf
zwischen den Nationen ziemlich sinnlos sein. Japaner und Deutsche habe
beide den selben IQ, 100. Wenn man sie gegeneinander im Kopfrechnen
antreten l¨aßt steht das Ergebnis bereits im Vorfeld fest: Unentschieden.
Dieses Experiment kann beliebig oft wiederholt werden, jedesmal wird es in
unentschieden m¨
unden. Vielleicht gewinnt in einem Teilmatch mal der
Deutsche und mal der Japaner; am Ende werden sie gleiche Punktzahl
erreichen. Ein Unterschied ist nicht feststellbar.
61
Und auch wenn man den kl¨
ugsten Deutschen gegen den d¨
ummsten Japaner
im IQ-Test gegeneinander antreten l¨asst, wird das Ergebnis eindeutig sein.
Wieder wird es ein Unentschieden geben. Beide haben einen ¨ahnlichen IQ,
ein Sieg w¨are Erbsenz¨ahlerei. Klar, vielleicht kann der kl¨
ugste Deutsch 9
von 10 Aufgabe richtig l¨osen, und der dumme Japaner nur 6 von 10. Aber
wo ist der Unterschied? Die Sechs ist einfach eine umgedrehte 9, das ist die
selbe Zahl... Wichtig ist doch nur, dass beide Menschen an einem Test
mitmachen und dabei Aufgabe l¨osen. Das ist ein ziemlich menschliches
Vergn¨
ugen. Daraus irgendwelche Schl¨
usse zu ziehen ist sinnlos.
* 7.3.2: Wehrgerechtigkeit
Jeder Rekrut ist gleich, es gibt keine Ausnahmen. Ob Schneewittchen lieber
Donuts zum Fr¨
uhst¨
uck mag, interessiert mich nicht. Hier bei mir kriegen
alle das gleiche miese Essen. Es gibt Brot f¨
ur jeden, abgez¨ahlt aus den
Best¨anden der Army. Hier gibt es keine Extrawurst. Jeder Rekrut
bekommt den gleichen Helm, die gleiche Uniform. Und alle kriegen die
selbe Gr¨oße: passt.
Im Leistungstest bringt hier jeder das Ergebnis 100. Und zwar, weil ich das
so befehle: egal ob Hauptsch¨
uler, Sondersch¨
uler, Student oder Albert
Einstein – hier wird nicht geschummelt. Und wenn jemand zuviel richtig
ankreuzt – und ich kriege das mit – dann gnade ihm Gott. Er wird den
Test solange wiederholen, bis er genau 100 Punkte erreicht. Und wenn es
sein muss, wird er die ganze Nacht u
¨ben, solange bis dieser Neunmalklug
das geforderte Ergebnis erzielt. Hier gibt es keine . . . berflieger, hier gibt es
nur dreckige Rekruten und ihr tut dass, was ich Euch sage.
Die Haarl¨ange eines jeden Rekruten betr¨agt exakt 2 Millimeter – ohne
Ausnahme. Die K¨orpergr¨oße ist exakt 180 cm – bei jedem. Der IQ-Wert ist
genau 100. Und kein bisschen dar¨
uber. Falls jemand damit ein Problem
hat, kann er sich gerne beim Spieß beschweren. Und der Spieß bin ich. Ich
werde euch Maden die Intelligenz schon einpr¨
ugeln, verlasst euch darauf.
Wenn ich mit euch fertig bin, werdet ihr eine Einheit sein: ihr werdet das
gleiche Fr¨
uhst¨
uck essen, die gleiche Ausbildung absolviert haben und die
gleichen B¨
ucher lesen. Ihr werdet anfangen zu denken wie ein Soldat, zu
reden wie ein Soldat und euch verhalten wie ein Soldat.
Das Korps ist alles, ihr selbst seid nichts.
* 8: Kollektive Intelligenz
62
Der Abschnitt “Wehrgerechtigkeit” hat auf am¨
usante Weise das
Intelligenz-Dilemma in der Rekrutenausbildung behandelt. Durch das
Anlegen der Uniform werden die Soldaten nicht nur ¨außerlich
ununterscheidbar, auch ihre geistigen F¨ahigkeiten n¨ahern sich an.
Eigenst¨andiges Denken ist im Korps nicht notwendig, ein individueller
Intelligenzgrad als Unterscheidungsmerkmal ist unwichtig. Individuelle
Eigenschaften k¨onnen sich nur Zivilisten leisten.
Als Rekrut hingegen ist Unterordnung unter ein Kollektiv wichtiger als
besondere Fertigkeiten des Einzelnen. Die Grundausbildung vermindert die
geistigen und k¨orperlichen Unterschiede. Erfolgreich kann eine Gruppe nur
funktionieren, wenn jeder sich auf den anderen verlassen kann, und alle
u
¨ber den gleichen Intelligenzgrad verf¨
ugen. Abweichler, Außenseiter,
. . . berflieger oder Dr¨
uckeberger werden nicht geduldet. Anstatt einer
Gauß-Glockenkurve folgt die Intelligenzverteilung einem Block. D.h. die
Standardabweichung (ein Maß f¨
ur Fehlertoleranz) sinkt auf 0. 100% der
Rekruten verf¨
ugen u
¨ber einen IQ-Wert von 100 Punkten – totale Gleichheit.
Falls jemand im Kampf stirbt, dann kann er durch jeden anderen ersetzt
werden. Und mitunter ist das Opfern von einzelnen sogar explizit n¨otig, um
das . . . berleben der Gruppe zu sichern. Die F¨ahigkeiten der Individuen
werden egalisiert (gleichgemacht) um einen Schwarm zu bilden. Dieser
agiert als Super-Organismus.
Zur Veranschaulichung ist das Computerspiel “Lemmings” empfehlenswert.
Jeder Lemming-Rekrut hat dort das Prinzip “Befehl und Gehorsam”
verinnerlicht. Gibt man einen Auftrag, z.B. Br¨
ucken bauen, dann wird das
ausgef¨
uhrt. Diskussion unerw¨
unscht. Selbst der Befehl, “Sprenge dich in
die Luft” wird ausgef¨
uhrt. Durch geschickte Planung des Spielers kann der
Schwarm aller Lemminge ins Ziel gef¨
uhrt werden. Einem einzelnen
Individuum ist das . . . berwinden der Hindernisse unm¨oglich, erst in der
Gruppe sind die Lemminge stark.
Jedes Level ist ein Schlachtfeld, das Ziel ist der Sieg. Allerdings geht es
haupts¨achlich um defensive Maßnahmen. Lemmings modelliert den
R¨
uckzug einer Armee. Der Ausgang im Level ist der Sammelpunkt, dorthin
m¨
ussen sich die Einheiten zur¨
uckziehen und auf neue Befehle warten.
. . . berleben mitten im feindlichen Hinterland hat oberste Priorit¨at.
Zur abstrakten Probleml¨osung hat [41] den Beweis geliefert, dass Lemmings
¨
ein np-hartes Problem ist. Ahnlich
wie Schach ist es nur durch vollst¨andige
Permutation l¨osbar. Jede Zugstrategie muss einzeln analyisiert werden und
63
mit einer Bewertungsfunktion kontrolliert werden. Will man die Steuerung
komplett einem Computer u
¨bertragen (K¨
unstliche Intelligenz) dann muss
u
¨ber Brute-Force jede Strategie durchprobiert werden. Der menschliche
Befehlshaber denkt anders als ein Computer, er l¨ost Lemmings vorwiegend
durch Intuition.
Im echten Leben ist es wenig sinnvoll mit Brute-Force zu arbeiten. Denn es
w¨
urden echte Soldaten dabei sterben. Um ein Lemmingslevel mit m¨oglichst
wenig Verlusten zu beenden, muss an einem Modell probegehandelt werden.
Der Computer braucht daf¨
ur zwei Instanzen von Lemmings: einmal in
Realtime das “richtige” Spiel. Und dann auf einem zweiten Bildschirm
rechts eine Spielwiese. In der Spielwiese probiert der Computer
verschiedene Strategien durch; a¨hnlich wie in dem Film “Wargames” [42].
Erst wenn in der Spielwiese eine gute Sieg-Strategie gefunden wurde, agiert
der Computer im richtigen Realtime-Spiel: er gibt Befehle zum
Br¨
uckenbau, verteilt Fallschirme oder setzt Stopper.
* 8.1: Unterordnung unter Autorit¨aten
Der Intelligenztest ermittelt den individuellen Intelligenzgrad von
Individuen. Ein Wert von 130 oder mehr gilt als Zeichen von besonderer
Klugheit. Diese Punktzahl erm¨oglicht Freiheit durch autonome
Entscheidungen, erlaubt selbstst¨andiges Denken und f¨
uhrt zu besseren
Mitarbeitern in der freien Wirtschaft. Die F¨orderung der Intelligenz hat
gerade in demokratischen Staaten einen besonderen Stellenwert. Es
entstehen m¨
undige Staatsb¨
urger, die komplexe Probleme l¨osen, als
Mitarbeiter eines Unternehmens Geld verdienen oder Erfolg in einer
Professoren-Karriere haben. Hohe Eigenintelligenz ist immer dann
besonders n¨otig, wenn es keine a¨ußeren Strukturen gibt. Ohne F¨
uhrer muss
der einzelne selbst entscheiden was richtig ist.
In einer hierarchischen Gruppe mit Befehl und Gehorsam wird die
individuelle Intelligenz nicht sehr hoch gesch¨atzt. Planung und Ausf¨
uhrung
sind streng getrennt. Ein IQ-Wert von 130 oder mehr w¨
urde das Kollektiv
gef¨ahrden. Viel wichtiger sind stramme Soldaten, die sich einer Autorit¨at
unterordnen. Vertrauen in die Weisheit des F¨
uhrers hat oberste Priorit¨at.
Diese Gegen¨
uberstellung soll verdeutlichen dass in anarchistischen
Gesellschaften (F¨
uhrerlos) der eigene Intelligenzgrad eine Wichtigkeit
besitzt. Die Personalauswahl anhand von Intelligenztests (wie von [3]
untersucht) hat deshalb so hohe Priorit¨at, weil die Unternehmen keinerlei
Struktur vorgeben. Die Unternehmen besitzen keine F¨
uhrungskr¨afte die ein
64
Kollektiv leiten k¨onnten. Deshalb wird von den Bewerbern erwartet, dass
sie autonom denken. Die Anforderung der Unternehmen ist einfach: l¨ose
dich aus dem Schwarm heraus, denke selbstst¨andig, agiere ich-bezogen.
H¨atten die Unternehmen stabile Gruppenstrukturen vorzuweisen, dann
w¨
urde die Arbeitsleistung nicht l¨anger vom Intelligenzgrad der Mitarbeiter
abh¨angen. In einer stabilen Gruppe (einem Korps) entsteht die Leistung
durch Befehl und Gehorsam; durch bedingungslose Unterordnung unter das
Kollektiv. Anstatt Einzelleistung ist Gruppenleistung gefragt. Der
Intelligenzwert der Mitarbeiter ist im besten Fall genau 100 (wie bei der
Army; totale Gleichheit).
Deshalb komme ich zu dem Schluss, dass sich eine Armee und die freie
Wirtschaft fundamental unterscheiden. Z¨ahlt bei der Armee der Korpsgeist
/ die Unterordnung unter eine Autorit¨at ist in der freien Wirtschaft mit
seiner anarchistischen Struktur vor allem die individuelle Intelligenz
entscheidend. In Betrieben gibt es kein Strammstehen, es gibt keine
Ordnung, es gibt keine F¨
uhrer. Stattdessen macht jeder was er will, es
herrscht das Chaos.
F¨
uhrerlose Organisationen fehlt Integrationskraft, die 2/3 Gesellschaft
entsteht. Es bildet sich eine diffuse Angst, nicht mehr dazuzugeh¨oren. Als
Individuum keinen Wert auf dem Arbeitsmarkt zu besitzen. Schuld hat
jedoch nicht der einzelne Rekrut – sein IQ ist absolut in Ordnung – Schuld
hat allein das Fehlen einer F¨
uhrung. Ohne Autorit¨aten zerf¨allt das System,
eine Schwarmintelligenz oder gar ein Super-Organismus werden unm¨oglich.
Emergente Strukturen (das System ist mehr als die Summe seiner Teile)
entsteht erst in Armee-¨ahnlichen Strukturen. Die Unterordnung unter ein
Kollektiv ist zwingende Voraussetzung f¨
ur den Erfolg der Gruppe.
Es ist kein Wunder wenn gerade die sozial-Benachteiligten eine
rechtsextreme Einstellung entwickeln. W¨
urde ihnen eine autorit¨are
Struktur doch das zur¨
uckgeben, was sie vermissen: die Integration. Der
Nationalsozialismus ist nicht ohne Grund bei Migranten, Ausl¨andern,
Obdachlosen und Arbeitslosen so beliebt. Immerhin wird durch ein
formelles System ein Sinn produziert. Die Gruppe ist wichtiger als der
einzelne, nur durch das Kollektiv bist du stark.
Der derzeitge Konsens von linker Politik sieht hingegegen eine f¨
uhrerlose
Gruppe vor. Der einzelne soll sich anstrengen, etwas leisten, eine hohe
Fitness mitbringen, einen Wert auf dem Arbeitsmarkt haben. Der linke
Konsens bevorzugt jene Ich-bezogenen Einzelg¨anger, denen das Kollektiv
65
egal ist. Diese punkten mit hohen IQ-Werten in Vorstellungsgespr¨achen,
denken autonom und vernichten so jede Art von Superorganismus oder
Schwarmintelligenz. F¨
uhrerlose Gesellschaften erzeugen Ungleichheit ... die
gew¨
unschten Eigenschaften werden am Individuum festgemacht. Es bildet
sich ein Rassismus, der a¨hnlich wie der Z¨
uchterverband nur noch jene Tiere
f¨ordert, die eine hohe Milchleistung bringen. Damit werden
Sozialstrukturen zerst¨ort zugunsten dem Ideal der Ungleichheit.
Paradoxerweise ist “the bell curve” [8] ein linkes Buch. Es erhebt den
Intelligenzgrad von Individuuen zur Religion. Es postuliert einen Kampf
jeder gegen jeden um die besten Pl¨atze auf dem Arbeitsmarkt; alles
Anzeichen f¨
ur eine anarchistische Gesellschaft. In “the bell curve” muss
niemand sich unterordnen, es gibt keine F¨
uhrer, es gibt keine Befehlsketten.
So ist es ideal geeignet, um die derzeitige Misere der Zivilisten zu
beschreiben. Jene Zivilisten, die glauben dass aus individuellem Reichtum
auf magische Weise der Reichtum einer Gesellschaft erw¨achst. Jene
Menschen, die sich nicht mehr aufopfern f¨
ur das Kollektiv, die nicht mehr
gelernt haben wie man die eigenen Bed¨
urfnisse zur¨
uckstellt. Stattdessen
reglementieren sie die Bed¨
urfnisse von anderen (Randgruppen, Arbeitslosen
usw.). Soetwas erzeugt zwangsl¨aufig Wut und Ohnmacht bei den
Unterdr¨
uckten.
* 8.2: Lemmings f¨
ur Anarchisten
Das Computerspiel “Lemmings” ist eine Diktator-Simulation. Der Spieler
mutiert zum F¨
uhrer und schickt seine Rekruten in den sicheren Tod um das
Leben der Gruppe zu sichern. Das einzelne Leben z¨ahlt nichts, das Korps
ist alles. So a¨hnlich muss wohl auch Stalin gef¨
uhlt haben, als er Millionen
Russen opferte f¨
ur den großen vaterl¨andischen Sieg.
* 8.3: Schwarmintelligenz braucht F¨
uhrer
Die Literatur hat die Auffassung, dass Schwarmintelligenz ohne F¨
uhrer
auskommt:
<Zitat>
Motiviert wurde dieses Forschungsfeld durch die Tatsache, dass bei dieser
Art von Schw¨armen keine zentrale Kontrolle vorherrscht. D.h. es gibt
keinen F¨
uhrer“ des Schwarms, welcher die einzelnen Individuen
”
kontrolliert und koordiniert. Alle Individuen sind sozusagen gleichwertig“.
”
Gerade diese Tatsache macht eine Untersuchung f¨
ur die Informatik so
66
interessant, da keine globale Komponente zur Steuerung implementiert
werden muss. Die Individuen handeln in gewissen Grenzen autonom.
Vielmehr ist unter diesen Umst¨anden nun eine Ber¨
ucksichtigung der
Selbst-Organisation und Kommunikation der Individuen untereinander
notwendig, um zufriedenstellende Ergebnisse erreichen zu k¨onnen, die sich
an nat¨
urlichen Schw¨armen orientieren.
Quelle: [44] Seite 2
</Zitat>
<Zitat>
Die Bildung von Gruppen und Teams in der Tierwelt ist ein h¨aufig
beobachtetes Verhalten, z.B. in Vogel-, Fisch- und Bienenschw¨armen oder
Ameisenkolonien. Interessant sind vor allem solche Gruppen, die von
keinem F¨
uhrer (Alphatier) geleitet werden, sondern ein emergentes
Verhalten zeigen.
Quelle: [45] Seite 26
</Zitat>
<Zitat>
Ein Schw¨arm erscheint wie ein einziger riesiger Organismus. Vollzieht ein
einzelner Fisch eine Ausweichbewegung, so u
¨bertr¨agt sich der
Bewegungsimpuls kaskadenartig auf alle anderen Tiere, und die Masse des
Schwarmes vollf¨
uhrt einen einheitlichen Bewegungs- und Richtungswechsel.
Als wichtig erweist sich insoweit, dass hierbei jedes Individuum die Rolle
des F¨
uhrers einnehmen kann und in diesem Sinne selbstst¨andig agiert.
Quelle: [46]
</Zitat>
Ich halte diese Sichtweise f¨
ur naiv. Zuallerst sollte untersucht werden, was
ein Schwarm ist. Es ist ein Haufen von uniformierten Rekruten. Ein
Schwarm besteht aus gleichartigen, nicht differenzierbaren Kameraden. Sie
sind im besten Fall vermummt, d.h. ohne eigene Identit¨at. In einem
Schwarm mit Lemmingen ist jedes Mitglied ein Lemming. Sie bilden einen
homogene Einheit. Alle Mitglieder haben ihre Individualit¨at aufgegeben
zugunsten der Gruppe; sie ordnen sich unter. Eine autorit¨are
F¨
uhrerpers¨onlichkeit ist zwingend zur Steuerung n¨otig. Antreten auf dem
Exerzierplatz ist ohne einen Befehlshabenden ist undenkbar.
67
Die obigen Literaturstellen [44-46] konstruieren eine Gegensatz zwischen
emergentem Verhalten und zentraler F¨
uhrung. Es wird unterstellt, dass
sich ein Schwarm aufl¨osen w¨
urde, g¨abe es denn einen F¨
uhrer. Das ist
Schwachsinn. Am Beispiel “Lemmings” habe ich weiter oben gezeigt, dass
erst durch Verzicht auf Selbstst¨andigkeit (bis hin zum Verzicht auf das
eigene Leben) eine Gruppe erfolgreich funktionieren kann. Die Lemminge
w¨
urden wohl kaum ins Ziel finden, wenn der Selbsterhaltungstrieb u
¨ber das
¨
Wohl der Gruppe gestellt wird. Ahnliches ist auch f¨
ur eine Armee
zutreffend: der einzelne Soldat wird geopfert. Er tut dies auf Befehl des
F¨
uhrers.
* 8.3.1: Wirtschaft als Sekte
In Diskussionen u
¨ber Hartz IV und Arbeitslosigkeit wird eines deutlich: es
¨
ist ein Tabu. Dar¨
uber darf nicht ¨offentlich gesprochen werden. Offentlich
thematisiert wird ausschließlich das Gegenteil: die Berufswahl. Schon im
Kindergarten werden die sozialen Rollen “Feuerwehrmann, Kraftfahrer,
¨
S¨angerin, Arztin”
vorbereitet. Im Familiengespr¨ach mit den Eltern dann
weiter verfestigt. Das Thema “Studieren oder Ausbildung” ist in 99,9%
aller Familien ein beliebtes Thema beim Abendbrot.
Selbst die Hochschulen belegen bestimmte Gedanken mit einem Tabu. So
frei ist die Wissenschaft dann doch nicht, wenn es um die Thematisierung
von Hartz IV Bezug geht. Baf¨og wird unter Studenten gerade noch so
angesprochen. Aber auch schon mit einem Unwillen. (“Baf¨og, das kriegen
doch nur die armen Studenten”). G¨anzlich mit einem Tabu belegt ist aber
Sozialhilfe und Hartz IV. 1-Euro Jobs f¨
ur Studenten? Nach sowas darfst du
noch nichtmal fragen.
So wird der Problemfall “Arbeitslosigkeit” wie eine heiße Kartoffel in der
Gesellschaft herumgereicht. Wer sie in den Mund nimmt, wird mit einem
Bann belegt und von seiner Peer-Group ausgeschlossen. So wird
“Arbeitslosigkeit” abgedr¨angt auf die Webseite der APPD [51] oder landet
im Unterschichtenfernsehen im SAT.1 Mittagstalk “Meine Freundin ist
schwanger und lebt von St¨
utze”.
Themen mit einem Tabu zu belegen ist in Sekten eine g¨angige Praxis den
Zusammenhalt zu garantieren. Eine Sekte grenzt sich gegen¨
uber ihrer
Umwelt ab, die Systemgrenzen sind der Lebensraum ihrer Mitglieder.
Beispielsweise darf im Christentum nicht u
¨ber den Teufel gesprochen
werden, wer es dennoch tut ist keine Christ mehr sondern ein Satanist. Und
im Kapitalismus darf nicht u
¨ber Hartz IV gesprochen werden. Jedenfalls
nicht ohne Folgen.
68
Je weiter man ins innere der Sekte “Wirtschaft” vordringt, desto st¨arker
sp¨
urt man den Gegenwind. Sich mit einem Vorgesetzen u
¨ber ALG2
Regels¨atze auszutauschen ist das Todesurteil eines jeden Mitarbeiters.
Soeiner stellt sich außerhalb der Spielregeln, er bricht die Regeln der
Gruppe. Innerhalb der Wirtschaft herscht eine Scheuklappen Mentalit¨at.
Berechtigte Systemkritik wird tabuisiert, der Gruppenzusammenhalt als
wichtiger erachtet.
Als Folge entsteht eine drastische Spaltung, zwischen 1/3 Unterschicht und
2/3 Mainstream besteht ein un¨
uberwindbarer Graben. Die
u
¨briggebliebenen 2/3 der Gesellschaft mit ihren Sektenf¨
uhrern r¨
ucken stark
zusammen, sie beschw¨oren die Leistung und verhalten sich intolerant. Ihre
Gruppe ist durch die wenigen Abweichler gef¨ahrdet. Die abstrakte
Gef¨ahrdung besteht bereits in der verbalen Formulierung von Systemkritik.
Die Andersdenkenden zu identifizieren, sie zu kriminalisieren und dadurch
die Gruppe zu reinigen hat oberste Priorit¨at. Das sind die Anf¨ange eines
totalit¨aren Systems. Es wird enden wie in Jonestown [50]. Die
Sektenmitglieder werden in ihrem Glauben best¨arkt, feiern ihre Erfolge und
bringen sich dann alle um. So wie in “Tod eines Handelungsreisenden” von
Arthur Miller. Der Berufsmensch ist innerlich leer und sieht f¨
ur sich keinen
Ausweg aus der Sekte in die Freiheit. Er hat nicht die Kraft seine
Lebensl¨
uge einzusehen. Ihm bleibt als einziger Ausweg der Weg in den
Selbstmord.
In welchem Jonestown-Stadium sich die Sekte “Wirtschaft” derzeit befindet
ist schwer einzusch¨atzen. Bereits werden Abweichler mit
Lebensmittelgutscheinen und Verlust der Krankenversicherung abgestraft.
Und das, obwohl es der Wirtschaft (wie auch damals Jonestown) finanziell
ausgezeichnet geht. Das Sanktionieren von Langzeitarbeitslosen und U25
Personen hat keine ¨okonomischen Gr¨
unden. Sondern ist Ausdruck einer
Ideologie. Diese wird regelm¨aßig von den Sozialgerichten best¨atigt, sie
betrachtet in einzelnen Arbeitsscheuen eine Gefahr f¨
ur die Gemeinschaft. In
den Urteilsbegr¨
undungen schreiben die Richter daher auch:
“Wir m¨
ussen die Interessen des Einzelnen gegen die Interessen der
Gemeinschaft abwegen. – die 100% Sanktion ist rechtm¨aßig. Im Namen des
Volkes.”
Soetwas ist Anzeichen einer totalit¨aren Sekte.
* 8.3.2: Der perfekte F¨
uhrer
69
Wie sieht er denn nun aus, der ideale F¨
uhrer? Eine Person, die spielend
jeden Bewerbertest besteht und im Assessment-Center u
¨berragende
F¨
uhrungsqualit¨aten demonstriert? Ziemlich simpel die Antwort: eine
F¨
uhrungskraft ist wie ein Hirte. Er regiert u
¨ber seine Gefolgschaft und
verlangt von ihr Opfer. Ein guter F¨
uhrer schickt einzelne Rekruten in den
Tod um das Wohl der Gruppe zu retten. Ausprobieren kann man diesen
autorit¨aren F¨
uhrungsstil im Computerspiel “Lemmings”. Dort erhalten
einzelne Lemminge den Befehl sich zu sprengen, um den Durchmarsch der
Gruppe zum Ziel zu erm¨oglichen.
Das Vertrauen der Gruppe in ihren Anf¨
uhrer ist unbegrenzt. Sie geht u
¨ber
Verehrung weit hinaus. Beim einzelnen entsteht eine Identifikation mit der
Gruppe, das Wohl des Ganzen wird u
¨ber das eigene gestellt. Die
Gruppenmitglieder opfern sich auf Befehl der F¨
uhrungskraft. In der
Realit¨at kommt der Sektenf¨
uhrer Jim Jones diesem Ideal ziemlich nahe: er
hat mit seiner Gefolgschaft eine wirtschaftlich eigenst¨andige Stadt
aufgebaut und wahr a¨ußerst paranoid. . . . berall hat er Feinde gewittert, die
der Gruppe schaden wollten. Soetwas schweißt die Gruppe zusammen. Jim
Jones w¨are ein ausgezeichneter Politiker gewesen. Auch diese verorten in
Personen außerhalb der Gruppe eine Gefahr. Beispielsweise werden
Langzeitarbeitslose als negativ bewertet. Von Muslimen, Obdachlosen und
sonstigen Randgruppen sehen konservative Politiker eine st¨andige Gefahr
f¨
ur die Gesellschaft ausgehen. Die bloße Existenz von Florida-Rolf oder
Arno D¨
ubel (Deutschlands frechstem Arbeitslosen) war Grund genug, die
Gesetze f¨
ur Hartz IV zu versch¨arfen.
War es fr¨
uher in der alten Sozialhilfe allgemein u
¨blich, einfach den
Regelsatz auszuzahlen und keine weiteren Fragen zu stellen, wird seit Hartz
IV eine umfassende Bed¨
urftigkeitspr¨
ufung durchgef¨
uhrt sowie eine breiter
Sanktionskatalog von K¨
urzungen erm¨oglicht. Einmal nicht im Jobcenter
gemeldet, schon wird der Regelsatz um 10% gek¨
urzt. Offensichtlich steht
der Gruppenzusammenhalt der 2/3 Gesellschaft auf dem Spiel und kann
nur u
¨ber H¨arte gegen¨
uber Abweichlern sichergestellt werden. Je
verzweifelter eine Sekte innerlich ist, desto brutaler ist ihr Vorgehen
geben¨
uber Aussteigern. In Jonestown wurde gegen Ende sogar auf
Menschen geschossen, die die Sekte verlassen wollten...
Die derzeitigen Auswahltests in Bundeswehr und Wirtschaft bef¨ordern
F¨
uhrungspers¨onlichkeiten. Ein hoher IQ-Wert ist gleichbedeutend mit einer
Paranoia vor sozialen Randgruppen. F¨
uhrungskr¨afte sind im allgemeinen
intolerant gegen¨
uber Schmarotzern, Nichtstuern und der
70
Unterschichten-Kultur. Sie f¨
uhlen sich von ihr bedroht, und ermutigen ihre
Untergebenen es ihnen gleichzutun. So sind Guido Westerwelle und Kurt
Beck ein gutes Vorbild, wenn sie gegen Arbeitslose hetzen. Im Regelfall
imitieren die Sektenmitglieder das Verhalten ihrer F¨
uhrer ...
* 8.4: Korrelation zwischen IQ und F¨
uhrungsqualit¨aten
Zur psychologischen Beurteilung von Menschen gibt es zwei Verfahren:
Einzeltest und Gruppentest.
1) Einzeltest
Der Propand erh¨alt eine Aufgabenstellung (meist einen Zettel) und muss
diese eigenst¨andig l¨osen. Dies ist der klassische Intelligenztest. Die
Aufgaben bestehen aus Logikr¨atseln, Zahlenfolgen und Oberbegriffe finden.
2) Gruppentest
Das situative Verhalten eines Propanden in einer Gruppe wird u
¨berpr¨
uft.
Die Aufgabenstellung besteht darin, eine soziale Rolle auszu¨
uben.
Beispielsweise eine f¨
uhrerlose Gruppendiskussion durchf¨
uhren, ein Planspiel
l¨osen, oder gemeinsam einen Vortrag ausarbeiten.
Die Bewertung der Einzeltests ist simpel: die Anzahl der richtigen
Antworten wird in einen IQ-Wert umgerechnet. Ein Wert von 120 besagt
beispielsweise: perfekt, fast alle Aufgaben richtig angekreuzt.
Die Bewertung von Gruppentests ist etwas schwieriger. Meist erfolgt sie
durch ein Assessmentcenter und dort wiederum durch die subjektiven
Urteile der Beobachter:
<Zitat>
Die Bewertung der Offiziersbewerber in den o.g. Dimensionen erfolgt auf
einer 7-stufigen Skala. Dabei stellt 1 den besten und 7 den schlechtesten
Wert dar. Die 4 soll die Leistung eines durchschnittlichen Bewerbers des
Jahrgangs beschreiben.
[47], Seite 40
</Zitat>
71
Ein Bewerber kann demnach zwei Urteile erwarten: a) die objektive
Messung durch den Einzeltest b) die subjektive Messung durch
Gruppentest. Beide Aussagen fließen dann in eine Gesamtbeurteilung ein.
An dieser Stelle interessiert nat¨
urlich die Korellation beider Meßergebnisse:
sind Leute mit hohen IQ-Werte auch gute F¨
uhrungskr¨afte? Und
umgekehrt: haben erfolgreiche F¨
uhrungskr¨afte einen hohen IQ?
Beide Fragen kann ich getrost mit ja beantworten. Beweis: Eine
Offizierslaufbahn in der Bundeswehr ist immer mit einem Studium
verbunden. Und f¨
ur die Studierf¨ahigkeiten hat sich der IQ-Test als
ausgezeichneter Sch¨atzer erwiesen. Das bedeutet, Leute die zu bl¨od f¨
ur ein
Studium sind (IQ von 95 oder weniger) k¨onnen bei der Bundeswehr auch
kein Offizier werden.
Alle F¨
uhrungskr¨afte bei der Bundeswehr haben studiert, und daf¨
ur ist
einzig die Einzelintelligenz entscheidend. D.h. der klassische IQ-Test.
F¨
uhrungskr¨afte rekrutieren sich aus dieser Gruppe, es sind Personen mit
hohen IQ-Werten. Der zus¨atzliche Gruppentest (Assessment-Center) soll
lediglich innerhalb der hochbegabten Propanden filtern. Es werden
diejenigen Bewerber gesucht, die einen IQ-Wert von 120 haben und zugleich
F¨
uhrungsqualit¨aten besitzen. Aus diesen Vorabinformationen l¨aßt sich eine
Entscheidungsmatrix generieren:
———————————Person IQ-Test Assessment-Center
———————————1 80 keine Einladung
2 80 keine Einladung
3 95 keine Einladung
4 95 keine Einladung
5 120* schlecht
6 120* gut
7 120* gut
72
———————————* Studierf¨ahigkeit
Im ersten Durchlauf wurden Personen 1..7 zu einem Einzel-IQ-Test
eingeladen. Lediglich die Personen 5-7 konnten ihre Studierf¨ahigkeit durch
einen u
¨berdurchschnittlich hohen Wert nachweisen. Diese erhielten eine
Einladung zum zweiten Durchlauf, dem Assessment-Center. Dort wurde
u
¨ber Gruppentest ermittelt, dass Bewerber 5 ein schlechtes
F¨
uhrungsverhalten zeigt. Er war der Stressbelastung nicht gewachsen.
Trotz seines hohen IQ-Wertes versagte er. Die Bewerber 6-7 machten
hingegen einen guten Eindruck und erhielten eine Zusage als F¨
uhrungskraft.
Obwohl der IQ-Einzeltest nicht alles ist, kann er doch als zuverl¨assiger
Sch¨atzer bezeichnet werden. Es gilt der Zusammenhang: hoher IQ =
F¨
uhrungskraft. Die Personen 1-4 k¨onnen wegen ihres niedrigen IQs keine
Offizierslaufbahn einschlagen. Mit einem Wert von 80 Punkten kann man
maximal Anf¨
uhrer einer Straßengang werden, um Opfer zu verdreschen.
Kompatibel zur Bundeswehrlaufbahn ist diese Eigenschaft jedoch nicht.
Auch ein Blick auf die freie Wirtschaft best¨atigt meine Hypothese, dass
zwischen IQ-Wert und F¨
uhrungsqualit¨aten eine 1:1 Korrellation besteht. Es
gibt die Untersuchung von Schmidt/HUnter 1998 wonach hohe IQ-Werte
den Berufserfolg vorhersagen k¨onnen. Dabei bedeutet Berufserfolg
automatisch ein hohes Einkommen. Dieses wird regelm¨aßig nur in
F¨
uhrungspositionen bezahlt. Je h¨oher man kommt, desto mehr Geld wird
verdient. Im Grunde k¨onnte man daher auf das Assessment-Center
komplett verzichten, und die F¨
uhrungskr¨afte allein nach dem
Einzel-IQ-Test ermitteln. Um jedoch den Beispielkanditaten 5
herauszufiltern und die Prognosequalit¨at damit leicht zu steigern, wird das
Assessment-Center eingesetzt. Allerdings wird dort in keinem Fall der
IQ-Wert unbedeutend; auch im Assessment-Center wird die Ablehnung der
Bewerber 1-4 nicht revidiert. Es wird lediglich der vorhandene IQ-Wert von
120 feiner ausdifferenziert.
* 8.4.1: F¨
uhrungsaufgaben
Der t¨agliche Arbeitsablauf von F¨
uhrungskr¨aften besteht ausschließlich in
Gruppenaufgaben. Die Anleitung/F¨
uhrung von Mitarbeiter hat oberste
Priorit¨at. Im Gegensatz dazu wird eine F¨
uhrungskraft nur sehr selten
Logikr¨atsel l¨osen oder a¨hnliche Aufgaben eines IQ-Testes bew¨altigen.
Interessanterweise spielt das aber keine Rolle. Die urspr¨
ungliche Aussage
73
des IQ-Testes “hat Intelligenz” wird erweitert zu “kann f¨
uhren”. Ein
IQ-Wert von 120 besagt: diese Person ist eine F¨
uhrungskraft. Ein IQ von
80 hingegen besagt: diese Person ist eine Hilfskraft.
Der IQ-Wert legt die soziale Rangordnung fest. Rechts außen unterhalb der
Glockenkurve befinden sich die rangh¨ochsten Mitglieder eines Kollektivs.
Es sind Offiziere, Manager und Politiker. Ihnen obliegt es, die
rangniedrigen Personen links unterhalb der Glockenkurve zu beurteilen und
mit Aufgaben zu betrauen. Dies ist keineswegs ein Gesetz, sondern stellt
eine Wahrscheinlichkeitsverteilung dar. Durch die t¨agliche Praxis der
Bewerberselektion wird sie best¨atigt. Niemand hat die
Personalverantwortlichen dazu aufgefordert, nur Personen mit hohen
IQ-Werten in F¨
uhrungspositionen zu bringen. Sondern sie tun es einfach,
unabh¨angig voneinander. Es ist eine zutiefst demokratische Wahl. Jeden
Tag aufs neue getroffen ... Wenn ungeeignete Offiziersbewerber abgelehnt
werden, Poltiker die Wahl verlieren, oder Langzeitarbeitslose mit niedrigen
IQ-Werte keine Zusage erhalten dann wird dieses “Gesetz” Realit¨at.
Das Volk w¨ahlt durch Abstimmung die Politiker, die es als F¨
uhrer haben
will. Und ein Unternehmen w¨ahlt sich mittels Assessment-Center die
Personen als Nachwuchsf¨
uhrungskraft, die es dort haben will. Und
scheinbar sind Bundeswehr und freie Wirtschaft gleichermaßen ganz scharf
darauf Leute mit IQ-Werten weit oberhalb des Mittelwertes als
F¨
uhrungskr¨afte zu verpflichten. Sie prognostizieren diesen Personen hohe
Erfolgsaussichten das Unternehmen in der Gewinnzone zu halten, gute
Produkte herzustellen und Verantwortung zu u
¨bernehmen.
* 8.5: Christliche Werte
Die Rekruten werden durch den Vorgesetzten kontrolliert, aber wer
kontrolliert den Vorgesetzten? Die F¨
uhrung der F¨
uhrer wird in der
Bundeswehr mit dem Paradox der inneren F¨
uhrung zufriedenstellend
aufgedr¨oselt. Damit ist gemeint, dass sich F¨
uhrer autonom verhalten. Sie
rechtfertigen sich vor sich selbst, ihrem eigenen Gewissen. Es gibt keine
a¨ußere Instanz, sondern die Entscheidung trifft die F¨
uhrungskraft in eigener
Verantwortung.
Klar, der Vorarbeiter einer Truppe mit 100 Mann ist auch jemandem zur
Rechenschaft verpflichtet. Am Ende der Befehlskette steht dann der
Verteidungsminister und die Politiker. Aber der Spielraum f¨
ur
eigenst¨andiges Denken ist bei F¨
uhrungskr¨aften relativ hoch. Es muss auch
so sein, denn die Frage ob die 100 Rekruten nun ihr Mittag um 12:00 Uhr
74
oder doch lieber um 12:30 Uhr einnehmen sollen, ist eine
Detailangelegenheit und kein Problem f¨
ur den Verteidungsminister.
So m¨
ussen Vorarbeiter im Gegensatz zu ihren Untergebenen bestimmte
Werte verfolgen, an denen sie ihre Entscheidungen ausrichten. Ein ethischer
Kompass f¨
ur die Entscheidung zwischen Richtig und Falsch ist dazu n¨otig.
Auch die innere F¨
uhrung muss nat¨
urlich durch eine Qualit¨atssicherung
permanent u
¨berpr¨
uft werden. Aber wie pr¨
uft man den inneren Wertekanon
von F¨
uhrungskr¨aften? Daf¨
ur gibt es das Maß “N¨ahe zur christlichen
Glaubens¨
uberzeugung”.
Auf dem Kongress christlicher F¨
uhrungskr¨afte 2009 [57] wurden ethische
Werte behandelt. Und dessen Umsetzung in Wirtschaft, Milit¨ar und
Gesellschaft. Ein F¨
uhrungsoffizier, der nicht an Gott glaubt hat keine
Chance auf Aufstieg in der Bundeswehr. Die Selektion zwischen Atheisten
und Christen ist wichtig, um das Konzept “innere F¨
uhrung” tats¨achlich zu
leben.
Aber die Bibel ist nicht das einzige Buch, was F¨
uhrungskr¨afte kennen
sollten. Zus¨atzlich bieten sich die Klassiker der europ¨aischen Geschichte an:
Goethe, Heine, vielleicht auch einige Philosophen aus der Antike (aber bitte
nicht Diogenes). An diesem Wertekanon richten sich Bundeswehroffiziere
aus. So zumindest die Hoffnung der Personalabteilung. Im groben wird dies
mit dem Begriff “abendl¨andische Leitkultur” zusammengefasst [58-60].
Der Intelligenz-Wert dr¨
uckt jetzt bereits drei Bereiche aus:
1. Einzelintelligenz, d.h. Logikr¨atsel l¨osen
2. Gruppenintelligenz, d.h. F¨
uhrungsverhalten im Assessment-Center
3. innere F¨
uhrung, d.h. Anpassung an die Leitkultur
Der optimale Bewerber f¨
ur eine F¨
uhrungsposition kann gut Zahlenreihen
fortsetzen, zeigt ordentliche Leistung im Assessment-Center und artikuliert
ein christlich-abendl¨andisches Weltbild. Mit diesen Eigenschaften erh¨alt er
einen IQ-Wert von 130 oder mehr Punkten. Damit liegt er ziemlich weit
rechts auf der Skala und ist Jim Jones aus Jonestown [50] a¨ußerst ¨ahnlich.
Genau solcher Typ Mensch setzt sich f¨
ur eine Total¨
uberwachung aller
B¨
urger ein, zensiert die Presse und tut das, wof¨
ur er gew¨ahlt wurde: Macht
aus¨
uben, Andersdenkende einsperren, den kollektiven Selbstmord proben,
Atomraketen mit Bundeswehr-Flaggesch¨
utzen verschießen.
75
Das genaue Gegenteil von “christlicher Leitkultur” findet sich in der
Unterschicht (Personen mit IQ-Werten kleiner 93,5). Dort gibt es auch eine
Leitkultur, nur dieses Mal ist es Pornographie. Meist eng verbunden mit
Gewaltaus¨
ubung. Der Erotikthriller ist die Bibel der Machtlosen. Als
logische Konsequenz sind Solarien, Tattoo-Studios und Fitness-Center in
Armenvierteln sehr stark verbreitet. Die Unterschicht schaut nicht nur viel
Porno, sie praktiziert ihn auch. Daraus resultiert eine Vermehrung wie bei
l¨aufigen Karnickeln. [61][62]
F¨
uhrungskr¨afte hingegen haben noch nie einen Porno gesehen, stattdessen
sind sie verheiratet. Gewaltaus¨
ubung ist f¨
ur F¨
uhrungskraft niemals Fun,
sondern nur Mittel zum Zweck. Alles andere w¨
urde ihrer christlichen
Leitkultur widersprechen.
* 9: Hochbegabung und Berufswahl
In [74] findet sich ein lesenswerter Aufsatz u
¨ber Hochbegabung aus Sicht
des Arbeitsamtes. Ganz pragmatisch wird definiert:
<Zitat>
Einig ist man sich darin, dass man von intellektueller Hochbegabung bei
Personen spricht, die einen Intelligenzquotienten (IQ) von 130 oder h¨oher
aufweisen. Das betrifft nur etwa zwei Prozent der Bev¨olkerung.
Quelle: [74], Seite 3
</Zitat>
Vorgestellt werden in dieser Studie spezielle F¨orderprogramme f¨
ur Sch¨
uler,
Abiturienten und Studenten die mehr leisten als ihre Altersgenossen.
Folgende Optionen haben High-Potentials:
- Schulklassen u
¨berspringen
- anderen Lehrstoff aneignen
- außerschulische Wettbewerbe
- Studienf¨orderung u
¨ber Stiftungen
Geworben wird beispielsweise mit B¨
uchergeld oder einem Stipendium.
76
Ein wenig depressiv mutet die Beschreibung der inneren Gef¨
uhlswelt der
kleinen Genies an:
<Zitat>
Da Zugeh¨origkeit unabdingbar ist f¨
ur ein basales Sicherheitsgef¨
uhl im
Leben, kann niemand ganz darauf verzichten, erst recht
nicht ein Kind mit noch ungefestigter Pers¨onlichkeit. Daher versucht ein
Kind die Bedingungen seiner Umwelt f¨
ur Zugeh¨origkeit und Akzeptanz
m¨oglichst zu erf¨
ullen, u.U. unter Verzicht’ auf die Erf¨
ullung anderer
’
Bed¨
urfnisse, wenn sie sich mit diesem einen, dem Zugeh¨origkeitsbed¨
urfnis,
nicht mehr vereinbaren lassen. ... F¨
ur Hochbegabte Kinder heißt dies, dass
sie versuchen, ihre offenbar unwillkommene hohe Begabung zu verstecken,
sie kleiner zu machen oder selbst nicht mehr wahrzunehmen.
Quelle: [74], Seite 5.
</Zitat>
Aha, es scheint so, als ob ausgerechnet das Arbeitsamt die ausbeutbare
Schw¨ache von Hochbegabten gefunden hat: den Wunsch nach
Zugeh¨origkeit. Als Konsequenz wird die Berufs- und Studienwelt als ideale
Umgebung f¨
ur hilfslose Kinder verkauft. Weil sie dort nicht mehr allein
sind, und endlich ein Gef¨
uhl von Zugeh¨origkeit erhalten.
Diese Zugeh¨origkeit basiert jedoch einzig auf der gezeigten Leistung, nicht
auf innerer Verbundenheit. Der Sch¨
uler / der Student wird nur solange in
die Gemeinschaft der Erwachsenen aufgenommen, wie er den
Anforderungen gen¨
ugt. Der Preis der Zugeh¨origkeit ist permanente
Leistung. Das Bed¨
urfnis von depressiv-hochbegabten Heranwachsenen wird
ausgenutzt um sie in leistungsf¨ahige Roboter zu verwandeln. Wobei
Leistung nicht im L¨osen von Matheaufgaben oder dem Schreiben von
Texten besteht; die geforderte Leistung ist viel subtiler. Es geht um die
Leistung, eine innere Grund¨
uberzeugung aufzubauen. Das bedeutet, die
prinzipielle Richtigkeit des demokratischen Staates zu bejahen, als
Multiplikator die kapitalistische Ideologie weiterzugeben und lieber nicht so
genau hinzuschauen, wie das Arbeitsamt die Nicht-Hochbegabten
behandelt.
Wie die Autoren der Studie ganz richtig bemerkt haben, zeichnen sich
Hochbegabte durch ein Autonomiebestreben und ein Ablehnen von
77
Autorit¨aten aus. Warum sich die gleichen Hochbegabten dann den
Zumutungen des Arbeitsmarktes unterwerfen wird nicht weiter thematisiert.
Es ist ein Zeichen von unendlicher Arroganz, wenn Hochbegabung in
Wirtschaft und Hochschule verortet wird. Als ob es einen Gleichklang
zwischen den Bed¨
urfnissen von Individuuen und dem Staat g¨abe.
Bei der Symbiose aus Deutschland und seinen Hochbegabten gibt es nur
einen Gewinner: den Staat. Er profitiert massiv von ausgebrannten
Workaholics, von Leuten die sich in die Leistungsgesellschaft integrieren
wollen weil sie sonst nichts mit sich anfangen zu wissen.
Große L¨
ucken weißt die o.g. Studie beim Thema “Hochbegabte auf 1-Euro
Jobs” oder “Hochbegabte mit Lebensmittelgutscheinen” auf. Das einzige,
was das Arbeitsamt wirklich sehr gut kann, ist es Personen aus der
Gemeinschaft g¨anzlich auszuschließen. . . . ber Sanktionen, Wegfall der
Krankenversicherung oder Wegfall der Mietzahlungen. Man sollte niemals
vergesesn, dass es die gesellschaftlichen Eliten waren, die die Hartz IV
Gesetzgebung verabschiedet haben und es ehemals hochbegabten
Uniabsolventen sind, welche menschenverachtende Lebensmittelgutscheine
f¨
ur Ausl¨ander und U25 Bezieher als Mittel der Wahl propagieren.
Scheinbar besteht Hochbegabung haupts¨achlich darin, dass Unrecht des
Staates nicht wahrhaben zu wollen, gegen Schwache zu treten und
o¨konomische Selektionsprozesse unhinterfragt zu lassen.
Aus dieser naiven Sichtweise heraus, wird dann auch f¨
ur soziale Probleme
eine Kultur der Leistung als Antwort vorgeschlagen. Daß sich eine
ungerechte Verteilung von G¨
utern, Geld und Dienstleistungen allein durch
mehr mehr mehr l¨osen lasse. Als ob Deutschland zuwenig Leistung und
zuwenig Geld h¨atte...
Es ist vollkommen richtig, dass der Marktwert von Sklaven steigt, wenn sie
besondere F¨ahigkeiten haben: beispielsweise Gesetze interpretieren, einen
Brief besonders sch¨on zu schreiben oder Klavier spielen k¨onnen. Durch
diese H¨ochstleistungen unterscheidet sich der geistige Sklave vom
k¨orperlichen Sklaven; er dient seinem Herren als effektivieres Mittel. Er
nimmt dem Herren nicht nur Muskelarbeit ab, sondern unterst¨
utzt ihn auch
auf intellektuellem Gebiete. Die Spitzengruppe unter den Sklaven sind
daher die hochbegabten Sklaven. Sie haben nicht nur die Dienerideologie
komplett verinnerlicht, sondern eigenen sich als Meta-Sklaven. D.h. sie
bilden andere Sklaven aus. Sie wirken als Multiplikator in die Gesellschaft
hinein und ordnen das Chaos. Vielf¨altig einsetzbar zu Kontrolle von
78
Abweichlern, zur Paranoia-Produktion oder als Aufseher in Gef¨angnissen.
Ganz besonders bei Beamtenlaufbahnen wird der IQ-Test als prim¨ares
Auswahlinstrument verwendet. Intelligenz scheint eine unverzichtbare
Eigenschaft von Staatsdienern zu sein.
* 13: Quellen
[1] http://en.wikipedia.org/wiki/The Bell Curve
[2] http://de.wikipedia.org/wiki/Deutschland schafft sich ab
[3] Melanie Sabrina M¨
uhr: ki.case – Entwicklung und Validierung eines
Tests zum schlussfolgernden Denken f¨
ur die eignungsdiagnostische Praxis,
Diplomarbeit 2010, 162 Seiten, http://www.kibit.com/web/component/option,com docman/task,doc view/gid,134/Itemid,62/
[4] Grosse, Burkhard: Audiovisuelles Lern- Pr¨
ufungs- und Quizger¨at, 2000,
http://www.patent-de.com/20000831/DE19803874C2.html
[5] The bell curve, Audiobook,
http://www.youtube.com/watch?v=xLwpQjYEVgs
[6] http://de.wikipedia.org/wiki/Bernstein-Hypothese
[7] Rifkin-Rezension, http://www.awb.tu-berlin.de/lv/neueAF/Zukunftsvisionen1/Das%20Ende%20der%20Arbeit.html
[8] Herrnstein / Murray: The bell curve – Intelligence and class structure in
american life, 1994
[9] Andy Warhol’s low IQ,
http://message.snopes.com/showthread.php?t=64654
[10] http://de.wikipedia.org/wiki/Offizierbewerberpr%C3%BCfzentrale
[11] Rummelplatz, http://en.wikipedia.org/wiki/Funfair
[12] Quelle hier einf¨
ugen
[13] Quelle hier einf¨
ugen
[14] Deutscher Bundestag: Kleine Anfrage – Freizeitparks und
Freizeitunternehmen in Deutschland, 2010, 4 Seiten,
http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/009/1700982.pdf
79
[15] G¨
unter Ogger: Die Abgestellten – Ein Nachruf auf den festen
Arbeitsplatz, 2007, 20 Seiten,
http://bilder.buecher.de/zusatz/22/22813/22813402 lese 1.pdf
[16] Beruf Schausteller,
http://www.jumpforward.de/beruf/7081/Berufsbild-Schausteller-in.html
[17] Schausteller – der gute Laune Beruf,
http://www.infos-zum-thema.de/schausteller-der-gute-laune-beruf.htm
[18] Stephanie Dircks: Das Schaustellerleben liegt im Blut, 2007, 1 Seite,
http://www.schaustellerverbandnoe.at/side/side Links/Zeitungsberichte/2007%2009%2015%20%20(D)%20Das%20Schaustellerleben%20liegt%20im%20Blut.pdf
[19] J¨
urgen Laun: ’M¨anner-Tiere-Sensationen’ – M¨annlichkeitsentw¨
urfe in
deutscher und d¨anischer Zirkusliteratur 1837-1913, Dissertation 2006, 187
Seiten, http://eldiss.unikiel.de/macau/servlets/MCRFileNodeServlet/dissertation derivate 00002384/Diss Komplett.pdf
[20] Gudrun M¨
uller: Die Geldb¨orse Russlands – Niˇznij Novgorod in
Reiseberichten des 17. bis 20. Jahrhunderts, Diplomarbeit 2009, 130 Seiten,
http://othes.univie.ac.at/7589/1/2009-11-16 0203341.pdf
(Anmerkung: Enth¨alt Beschreibungen der russischen Jahrm¨arkte)
[21] Buchvorstellung: Deutschland schafft sich ab, Youtube Video 70
Minuten,
http://www.youtube.com/watch?v=mYOQwbOjlE0&feature=related
[22] Die Simpsons: Bart wird ein Genie, Youtube Video 30 Minuten,
http://www.youtube.com/watch?v=u0pTUzKbCHA
[23] Arbeitslose zur geistig Behinderten diffamiert, Youtube-Video 8
Minuten, http://www.youtube.com/watch?v=CDmv8D3iHbc
[24] Cheerleader Bremen Firegirls – Kirmes Osterwiese, Youtube Video 5
Minuten, http://www.youtube.com/watch?v=Cwx5Q6m0beY
[25] Limavady Funfair, Youtube Video 7 Minuten,
http://www.youtube.com/watch?v=znd zmvx5yU
80
[26] Tag der Potenziale in der Wirtschaftskammer Tirol, youtube Video 6
Minuten, http://www.youtube.com/watch?v=Q4qxwRu9plo
(Anmerkung: gleich am Anfang ist ein computergest¨
utzter IQ-Test zu
sehen)
[27] Das F¨
uhrungskr¨aftehandbuch des Deutschen Roten Kreuzes, 2007, 8
Seiten, http://www.zfmbonn.de/downloads/wissen/artikel/personalauswahl DRK 1007.pdf
[28] DIN 33430: Anforderungen an Verfahren und deren Einsatz bei
berufsbezogenen Eignungsbeurteilungen,
http://de.wikipedia.org/wiki/DIN 33430
[29] Thomas M. Schwarb: Die wissenschaftliche Konstruktion der
Personalauswahl, 1996, 230 Seiten,
http://home.datacomm.ch/thomas.schwarb/Die wissenschaftliche Konstruktion der Personalaus
(Anmerkung: enth¨alt viele historische Schaubilder)
[30] Einf¨
uhrung in die Fachdidaktik – Diagnose Lernprozesse
Leistungsbewertung, Audio Podcast 2009, http://waste.informatik.huberlin.de/Lehre/ws0910/VL EinfFachdidaktik/Vorlesungen/12 Diagnose Lernprozesse Leistungs
[31] IQ-Werte von Nazi-Gr¨oßen (Hjalmar Schacht, G¨oring, usw.),
http://de.metapedia.org/wiki/Intelligenz
(Anmerkung: “Metapedia is a white nationalist and extreme right-wing
online encyclopedia” (zitiert nach [32])
[32] http://en.wikipedia.org/wiki/Metapedia
[33] Wolfgang Lenhard: Diagnostische Verfahren zur
Schulleistungsfeststellung in der Grundschule, Pr¨asentation 2004, 39 Seiten,
http://wolfgang.lenhard.info/leistungsmessung.pdf
[34] http://de.wikipedia.org/wiki/Zwei-Drittel-Gesellschaft
[35] Specht, E.: Der Mensch als w¨armetechnisches System – Mess- und
Regelungsmechanismus der Betriebstemperatur, W¨armeabgabe,
Energieerhaltung, Gewichts¨anderung, Behaglichkeit, 2005, 11 Seiten,
http://www.unimagdeburg.de/isut/TV/Download/Der Mensch als waermetechnisches System.pdf
81
[36] DISTRIBUTIONS, SIMULATION, AND EXCEL FUNCTIONS, 4
pages, 2003,
http://www.sba.oakland.edu/faculty/isken/hcm540/Session03 DMUncertainty/DistributionsSim
[37] Neuhauser, C.: The Normal Distribution, 2009, 5 pages,
http://bioquest.org/numberscount/wpcontent/blogs.dir//files//2010/01/The-Normal-Distribution.pdf
(Anmerkung: Normalverteilung mit Excel)
[38] Graham Kendall: Scripting the Game of Lemmings with a Genetic
Algorithm, 2004, 8 pages,
http://www.cs.nott.ac.uk/˜gxk/papers/cec2004kts.pdf
[39] Kristian Spoerer: The Lemmings Puzzle: Computational Complexity of
an Approach and Identification of Difficult Instances, 2007, 201 pages,
http://www.cs.nott.ac.uk/˜gxk/papers/ktsthesis2007.pdf
[40] Graham Cormode: The Hardness of the Lemmings Game, or Oh no,
more NP-Completeness Proofs, 16 pages, 2004,
http://dimacs.rutgers.edu/˜graham/pubs/papers/cormodelemmings.pdf
[41] Florian Kunze: Lemmings ist NP-vollst¨andig, 22 Seiten,
http://web.informatik.unibonn.de/I/Lehre/Seminare/HS0708/Ausarbeitungen/LemmingsInNP.pdf
[42] http://en.wikipedia.org/wiki/WarGames
[43] http://de.wikipedia.org/wiki/Emergenz
[44] Niels Pothmann: Optimierung und Entscheidungsunterst¨
utzung –
Vortrag “Swarm Intelligence”, 2006, 15 Seiten, http://ls2-www.cs.tudortmund.de/˜jansen/seminare/opt2006/nielspothmann.pdf
[45] Matthias Schneider: Schwarmintelligenz und evolution¨are Algorithmen
in Recommendersystemen, Diplomarbeit 115 Seiten, Mai 2010,
http://www.beached.org/static/diplomarbeit-matthias-schneider.pdf
[46] Sophia Lux: Warum die Masse u
¨berlebensf¨ahig ist –
Schwarmintelligenz als Spielart des Herdenverhaltens, 2010, 6 Seiten,
http://web.mac.com/p beck/iWeb/BusinessCulture/Lesen files/BC Schwarmintelligenz.pdf
82
[47] Barbara Kolzarek: Die Qualit¨at von Gruppenaufgaben in der
Personalauswahl, Dissertation 2006, 176 Seiten, https://eldorado.tudortmund.de/bitstream/2003/22162/5/PromotionKolzarek280406 oAufgaben ende.pdf
[48] Roger Moll: Nutzenanalyse von Assessment Centern – Konzeptionelle
Grundlagen Empirische Ergebnisse Gestaltungsempfehlungen, 2000, 189
Seiten,
http://www.iop.unibe.ch/lehre/lizentiatsarbeiten/Liz-Moll-Roger.PDF
[49] Youtube-Video: Sektenkult und Glaubenswahn, 50 Minuten,
http://www.youtube.com/watch?v=0lF7dpJqG48
[50] Youtube-Video: Jonestown – Todeswahn einer Sekte, 85 Minuten,
http://www.youtube.com/watch?v=57ZYVYffyU4
[51] Anarchistische Pogo-Partei Deutschlands (APPD),
http://www.appd.de
[52] Stefan K¨
uhl: Das Scharlatanerieproblem – Coaching zwischen
Qualit¨atsproblemen und Professionalisierungsbem¨
uhung, 2005, 12 Seiten,
http://www.der-rote-faden.com/Coaching%20Studie.pdf
[53] Jutta Kreyenberg: Pers¨onlichkeitstests im Vergleich, 2004, 17 Seiten,
http://www.hephaistosnetzwerk.de/Dokumente/Inhaltliches/PersoenlichkeitsTests im Vergleich.pdf
[54] Dieter Rohmann: M¨ogliche Pr¨adisposition einer SektenKultmitgliedschaft, Diplomarbeit 2004, 117 Seiten, http://psydok.sulb.unisaarland.de/volltexte/2004/273/pdf/Praedisposition.pdf
[55] A. K. Dewdney: Alles fauler Zauber? – IQ-Tests, Psychoanalyse und
andere umstrittene Theorien, Birkh¨auser Verlag 1998, ISBN 3-7643-5761-4,
60 Seiten Auszug auf http://webcache.googleusercontent.com/
[56] Der G¨ansehaut-Effekt, 2009, 3 Seiten,
http://www.geschichtenwerk.at/fileadmin/geschichtenwerk/files/Prosser und Partner/Zum Nach
Effekt.pdf
[57] Youtube-Video: Kongress christlicher F¨
uhrungskr¨afte 2009, viele
Vortr¨age a 10 Minuten, http://www.youtube.com/watch?v=uVrr25sa-fI
83
[58] Okel, Hugo-Sebastiaan: Der B¨
urger, die Tugend und die Republik –
B¨
urgerliche Leitkultur in den Niederlanden im 18. Jahrhundert im Spiegel
der Moralischen Wochenschriften, Dissertation 2003, 333 Seiten,
http://ubt.opus.hbz-nrw.de/volltexte/2005/298/pdf/Diss S Okel.pdf
[59] Heidrun St¨oger: Verhaltensauff¨alligkeit oder
Genialit¨at? Die Bedeutung des Umfeldes, 2009, 65 Seiten, http://www.echaoesterreich.at/downloads/ECHA%20Tage%2009/Verhaltensauffaelligkeit%20oder%20Genialitaet
[60] Michael Schmidt-Salomon: Leitkultur Humanismus und Aufkl¨arung –
. . . ber die notwendige Begrenzung der weltanschaulichen Neutralit¨at des
Staates, Vortrag 2005, 11 Seiten,
http://www.schmidt-salomon.de/leitkultur.pdf
[61] Mike Retz: Die (Re-)Moralisierung von Armut – Funktionalismus des
deutschen Unterschichtendiskurses, 2010, 63 Seiten, http://oops.unioldenburg.de/volltexte/2010/1137/pdf/Retz 2010 Die Re Moralisierung von Armut.pdf
[62] Walter W¨
ullenweber: Voll Porno! – Sexuelle Verwahrlosung, 9 Seiten,
Stern.de 2007, http://www.students.unimarburg.de/˜Nauj/downloads/02.%20Semester/sozpsy/sexreferat/Sexuelle%20Verwahrlosung %20Voll%20Porno %20-%20stern.de.pdf
[63] Olli Banjo: Randale in der Sonderschule,
http://www.youtube.com/watch?v=S4MvyjtLfVs
[64] Intelligenz im Horoskop: Der Intelligenzplanet,
http://www.astrosynthese.de/basiskurseapischule/aufbaustudiumintegration/intelligenz-im-horoskop/index.html
[65] Radio Farberot, Sarrazin1, 2010,
http://www.farberot.de/mp3/GegenStandpunkt Sarrazin.mp3
[66] Radio Farberot, Sarrazin2, 2010,
http://www.farberot.de/mp3/GegenStandpunkt Sarrazin 2 1009.mp3
[67] Rolf R¨ohrig: Sarrazin und der o¨ffentliche Streit um ’Integration’ und
eine angemessene nationale Bev¨olkerungspolitik, Radio Farberot 2010,
http://www.farberot.de/mp3/GegenStandpunkt Integration mit Diskussion 101124 32.mp3
[68] L. Ron Hubbard: “Wortkl¨aren: Ausbildung und Verstehen”,
http://www.scientology-fakten.de/de/richtigstellung-vonfalschinformationen/l-ron-hubbard/192-ausbilder-und-menschenfreund/267qwortklaeren-ausbildung-und-verstehenq-von-l-ron-hubbard-.html
84
[69] Scientology: Bessere Bildung f¨
ur eine bessere Welt, 36 Seiten, 2004,
http://www.effective-education.org/pdf/german.pdf
[70] http://www.reli-on.de/scientology.htm
(Anmerkung: kritische Informationen zu Scientology, der Intelligenztest
wird als Einstiegsangebot erw¨ahnt)
[71] Psychiatry – Industry of death, Youtube-Video 100 Minuten,
http://www.youtube.com/watch?v=ExPxawBa2Ao
[72] Yale Psychology Lecture: Foundations Skinner, Video,
http://academicearth.org/lectures/foundations-skinner
[73] Paul Windolf: Betriebliche Rekrutierungsstrategien, Mitteilungen aus
der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung 1983, 15 Seiten,
http://doku.iab.de/mittab/1983/1983 2 mittab windolf.pdf
[74] Begabtenf¨orderung – Wie Begabte gefunden und gef¨ordert werden,
2003, 56 Seiten, ibv, http://doku.iab.de/ibv/2003/ibv0503 605.pdf
(Anmerkung: Auf http://doku.iab.de ver¨offentlicht das Arbeitsamt
wissenschaftliche Aufs¨atze)
[75] Tilman Fischer et al: Rechnergesteuerte Leistungsverm¨ogensanalyse
mit ABBA in der beruflichen Rehabilitation, Mitteilungen aus der
Arbeitsmarkt- und Berufsforschung 1997, 16 Seiten,
http://doku.iab.de/mittab/1997/1997 2 mittab fischer landau maas marquard.pdf
[76] Thomas Straubhaar: Das Ende der Sklaverei oder Die Entstehung
freier Arbeitsm¨arkte, 2010, 2 Seiten,
http://www.hwwi.org/uploads/tx wilpubdb/HWWI Standpunkt 134.pdf
[77] FAZ 17. Jan 2011, Apple – Aktienkurs erholt sich,
http://www.faz.net/s/RubF3F7C1F630AE4F8D8326AC2A80BDBBDE/Doc˜E059A4398F66946
[78] Spiegel-Online, 6. Jan 2009, Finanzkrise – Milliard¨ar Merckle begeht
Selbstmord, http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,599774,00.html
[79] Spotlight: Intelligent or just clever?, Youtube-Video 26 Minuten,
http://www.youtube.com/watch?v=oObL-NJ-SFU
[80] Hochbegabung – Zwischen Genie und Wahnsinn, Youtube Video 26
Minuten, http://www.youtube.com/watch?v=AUAZ3LqwVFk
85
(Anmerkung: Vorgestellt werden zwei Konzepte. a) Abschottung der
Hochbegabten in einer Elite-Schule und b) Integration von Hochbegabten in
eine Gesamtschule.)
[81] Alpha und Omega (404): Hochbegabung – Licht- und Schattenseiten,
bibelTV, Youtube-Video 29 Minuten,
http://www.youtube.com/watch?v=gmGe3kGRfTs
[82] Es war einmal... Entdecker und Erfinder 07 Leonardo da Vinci,
Youtube-Video, 27 Minuten,
http://www.youtube.com/watch?v=u0fhHhNtq1w
[83] Autismus – an mich kommt keiner ran, Youtube-Video, 44 Minuten,
http://www.youtube.com/watch?v=uA2WDjd-7GA
[84] YaleCourses: 6. Efficient Markets vs. Excess Volatility, YaleCourses,
Youtube-Video, 68 Minuten,
http://www.youtube.com/watch?v=pXJb29s3nmY
[85] Teacher Education Pathways: Gifted Children, Youtube-Video 64
Minuten, http://www.youtube.com/watch?v=FF99qT3UgOc
[86] Astrid Schmid: Adipositastherapie bei Kindern und Jugendlichen –
Validierung der Qualit¨at anhand einer retrospektiven sowie prospektiven
Studie, Dissertation 2008, 166 Seiten,
http://edoc.ub.uni-muenchen.de/8386/1/Schmid Astrid.pdf.pdf
(Anmerkung: Seite 58 Zusammenhang zwischen Body-Mass-Index und
Intelligenzquotient)
[87] Franziska Persch: Zur Auswirkung der Angst anorektischer
Patientinnen auf die allgemeine Befindlichkeit, Dissertation 2008, 123
Seiten, http://vts.uni-ulm.de/docs/2009/6870/vts 6870 9529.pdf
[88] Susanne Mieg: Bulimia Nervosa und Binge Eating Disorder unter
extrem adip¨osen Jugendlichen und Pr¨adiktoren des Langzeiterfolgs einer
konventionellen station¨aren Langzeittherapie von extremer Adipositas im
Jugendalter, Dissertation 2004, 119 Seiten,
http://archiv.ub.uni-marburg.de/diss/z2005/0271/pdf/dsm.pdf
[89] War Hitler hochbegabt?, Usenet-Diskussion de.org.mensa, 2009,
http://meinews.niuz.biz/wart428130.html?s=bc9a6d298a69a031cd44f4758913a123&amp;
86
—–
English:
* 1: Preface to the 2 Edition
* 2: Introduction
* 3: What is truth?
* 3.1: Prediction of occupational success by IQ
* 3.1.1: Random Walk in the intelligence quotient
* 3.1.2: Risk Assessment
* 3.1.3: Lucky IQ Test
* 3.1.4: repeatability of intelligence tests
* 3.1.4.1: Criticism
* 3.1.4.2: Random Walk-in managers
* 3.1.4.3: Betting on the unemployed
* 3.2: IQ in society
* 3.3: horse racing
* 4: Bernstein-linguistics
* 5: fairground
* 5.1: From the hype, and fairground bumper cars
* 5.1.1: More fair
* 5.2: From fair to capitalism
* 5.3: Application as showmen
* 5.4: Gifted workers
* 6: IQ and unemployment
87
* 6.1: The exception proves the rule
* 6.2: IQ scores in the two-thirds society
* 6.2.1: Mathematical foundations
* 6.2.2: Negative IQ scores
* 6.2.2.1: Epilogue
* 6.2.2.2: Ranks
* 6.2.2.2.1: Queue
* 6.3: What to do with the weak?
* 6.3.1: mass selection in society
* 6.3.2: Social undesirable
* 7: Equality
* 7.1: Alternatives to meritocracy
* 7.2: What is economics?
* 7.3: Intelligence
* 7.3.1: IQ comparison between German and Japanese
* 7.3.2: military justice
* 8: Collective Intelligence
* 8.1: submission to authority
* 8.2: Lemmings for anarchists
* 8.3: Swarm intelligence needs leaders
* 8.3.1: Economics as a sect
* 8.3.2: The Perfect Guide
* 8.4: Correlation between IQ and leadership qualities
88
* 8.4.1: leadership tasks
* 8.5: Christian values
* 9: giftedness and career choice
* 13: sources
* 1: Preface to the 2 Edition
Title: On the right under the bell curve - Introduction
Intelligence concept
Author: Manuel Rodriguez
Date: 20 January 2011
Version: 2
License: Creative Commons
Compared to the 1 Edition (Version 1) I have the level of
Manuscript increased strength. There were formerly 35 pages there are now
over 60 closely written pages. I have special value to the
Source research down: there are many dissertations added.
I’m aware only online available material in the
Bibliography included. So it is with a single click
possible, desired work in full text enter the (no annoying
Interlibrary loan).
This edition, I would like to dedicate Alizee, the hottest cute-girl to
the planet.
* 2: Introduction
89
I am a little confused as to what concerns the concept of intelligence.
Release
was probably the audio book “The bell curve” [5]. There will be a
Relation between intelligence, social status and racial described.
According to my research in 1994, this book appeared. Only 16
Years later, the debate also reached Germany, and Sarrazin
published a similar book in 2010 [2]. The tenor is the
same. It is a sociology of hatred directed against
Outsider / dissenters.
* 3: What is truth?
A scientific theory attempts to reality
. Describe In contrast to the belief of the advantage is the fact
that one can predict the future. For example, there is a
physical theory of the force (Force = mass x acceleration).
This magic formula can be the outcome of a Sch¨
ulerexperiemnts
predicted. The investigator holds a stone in the air and can
it fall. What will happen, you can figure out without the stone
to have to let go. Knowing the formula used to predict,
ignorance creates surprise.
So there is no right or wrong scientific theories,
but only good and bad. The former being a forecast of
future behavior of rocks, the weather, disease or
People can take from.
90
Sociology also claims to be scientific and
developed a number of theories. For example, it is of
Jeremy Rifkin, the theory that the company runs out of work
[7]. He is the assertion that the use of
Machines are fewer workers are needed. The
Productivity growth (according to Rifkin) results in mass unemployment.
This theory makes a clear statement about the future
(Unemployment will rise), so it meets the demands of the
Science. Rifkin is right, if unemployment continues to
. Rise If in the future, however, unemployment is down then has
Rifkin wrong, his theory would be refuted.
* 3.1: Prediction of occupational success by IQ
In the German literature, there are plenty of articles on
the validity of intelligence tests for personnel selection. For example,
I would like to work of [3] take up the. It is (in accordance with
the study of Schmidt and Hunter 1998), the predictability of
Career success postulated. Simplified stated: most people only
IQ 130 as a manager with set, everything works well in
Companies. In contrast to [1] is what the author M¨
uhr not about
with genetic differences to explain a social order
but it counts only the prediction of job performance.
That relationship between IQ score and professional success is one that is
of course only a theory. It is especially true, the better so that the
91
Development of individuals can be predicted. Something like this is very
certainly not racist or extreme right. A maximum
conservative, if the people in positions heaves only
to have an IQ of 130 and a degree from a university.
And just for those benchmarks, the selection of personnel in
and in the army made major corporations.
If a company a new employee EUR 100000 for the year
charged, it will ensure a return. And if there is a
Manager with IQ = 130, and multilingual university degree can get, why
that the company would then enter into a risk and an applicant with
IQ = 100, monolingual and secondary school
Setting? The IQ test is used as a quality control for people. It
is a rating scale for Human Capital. Where in the number IQ = 130
performance not only expressed but also the
Willingness to work hard. People with a negative
-pessimistic attitude to approach a test (lower secondary school
Special schools etc) are certainly not achieve high scores.
Thus, the IQ score, a measurement tool for performance (ie ability) is
Want (ie, motivation) and custom alike. Is measured
primarily how the candidate really wants the place. Who
only one value of IQ = 100 achieved will not really accomplish anything.
If he is serious, then he would have been better prepared had
more hard and do not smoke so much grass.
92
So there is nothing wrong with the IQ test as an estimator for
career success to be used. Interesting it is, however, if
People are rejected because their IQ was too low. Concretely
the cancellation: “We can not adjust, unfortunately, because their IQ only
100. ”Or“ We can not adjust, unfortunately, because they
come from the lower class. ”(Oops, that sounds after
Discrimination). Correct blatant it is, if the cancellation is “We
Unfortunately they can not adjust because they are a foreigner and
their skin color is too dark ”(That is racism in its purest form) Note..:
positive selection is ok, but once you refusing to
genetic characteristics is declared it a hate message.
This curious double standard with the result that in large corporations
this world only highly talented white men to work, but
the opposite (dark-skinned women with low IQ scores) is never the
Able Hung reason was. The real reasons for non-recruitment
be because of political correctness, not very open.
* 3.1.1: Random Walk in the intelligence quotient
According to the classical concept of intelligence people are in a
Intellect sorted thereby a prediction of
to create future behavior. There are four classes:
1. Stupid - they are a late night street sweeper or
Severe alcoholics
2. Normal - they are a late night workers
93
3. Intelligent - this will later time manager
4. Extremely intelligent - they are later times Nobel Prize winner
Now appear to this view, almost all psychologists agree on
be. So that criticism of the intelligence term prospect of a
appears. And yet remain silent doubt that this notion of
Intelligence has hopelessly out of date. Without naming exactly
can, which seems out of date I would take the classical
Concept of intelligence in the year 1920’er lane. Today we have
and 2010, and now is the intelligence research essential
further.
The need for a reliable prognosis is immense. Anyone who
already can tell what the future will bring, which is obviously
in possession of a superior theory. He can thus better
Decisions. And a society to decide if you want,
which funds the children they studied, then it would be extremely
helpful to know today who in future times the Nobel Prize
wins. Then you could start at nursery school, the future
Nobel laureate to filter out of a country and provide them with bodyguards
Luxury toys and organic food especially support.
Had the time when little Albert Einstein in kindergarten
know “Yes, the times will revolutionize physics,” then they would have
it can promote a lot sooner. He could get a scholarship
can a teacher and first-class diet. Today, it is
94
to blame: for what services would be able Einstein
been, he would have received early support one? Maybe
He had earlier warned much of the atomic bomb, or had even
the unified field theory invented? Who knows.
The prognosis of human genius is not the only
Problem area where it is in the prediction of future behavior
arrives. At this point I turn to the actual topic of this
Chapter: the application of the efficiency market hypothesis on the
Intelligence quotient. This is a small excursion into the development of
Random Walk Theory.
By year 1900, it was the already-developed equity culture.
Together with the modern day held for stock tickers, scoreboards,
Exchanges and associated traders. At that time it was unbelievable
important investment to make the right decisions. Ie
future success of a company to correctly predict
can. There was even fortune-tellers, for a corporation, the
Chart created. And with quite success ...
Eventually, however, the economics of the area
Stock market forecast in more detail. It has been studied scientifically,
whether and how shares can predict the course. The goal
was to identify the future to Outperformer there
his money to invest. The yield on a stock is comparable to
the IQ of a human being: high yield is good, low returns are
95
bad.
A number of 5% return on equity alone may say nothing
from. But if the overall market is only 3% return on equity
Average is then 5% above average and a clear
Recommended. A popular investment strategy is therefore to the
Past winners to determine the shares of this and then be
invest money (Top Dogs strategy).
About this strategy is also used today’s intelligence tests for
People applied. The year’s best students (10%) I enter
Scholarship support and therefore the winner. In the hope that
this group again next year among the best again. Now is
in the Prospectus of stock funds in the small print below that
Past successes are no guarantee of future returns.
And for good reason. In the long term, the strategy is a Top Dogs
bad choice. This was the Efficient Market Hypothesis
confirmed.
This means that all available information in the course already
a limited availability and the price only by future (now
unknown) information is affected. In the popular literature
is the symbol of the monkey throwing darts received. This
fictitious experiment which randomly chooses a monkey
Shares will be purchased to achieve better results
as a Harvard graduate.
96
Perhaps a practical example of the School of Random Walks:
Peter is a shy boy, he was the last witness louder
Ones, and is the winner of the Mathematical Olympiad
(District Championship). An official IQ test showed with him a
Score of 135th As a scale, a standard deviation of 15
selected. Peter is so gifted. He also is on his
Classmates very popular.
In the stock language would say that Peter is a top performer, a
Share, the better developed than the overall market.
Because of its very positive achievements of Peter receives a
Foundation scholarships. The donors consider his promotion as
Investment in the future. Peter is for them an investment. Now
Peter will be watched very closely. The investors expect a return
on investment. Unfortunately, starting the next school year for Peter
unhappy. On the way home from school he is in a
Traffic accident involved and must then 2 weeks in hospital
lie. When he is released again, he has changed. From the
for committed young is a depressed Stinkstiefel become.
His performance in the school are poor, he has to
Friends no more interested in mathematics, he has also
tired. Instead, Peter starts smoking and
oversleeps often. The annual IQ test provides only a value
of 110 At best midfield, everything above is not gifted. This is
97
Jan (a classmate of Peter) suddenly has gone, he is the
new math star.
The foundation was the investment in Peter a financial disaster.
It seemed to be sure money is gone, it was a complete
Bad investment. If they had granted the scholarship in January, however,
would
the guarantee of success. But unfortunately, before a year has not
to see that, Jan would develop good thing. He had a
surprising growth spurt laid.
Unfortunately in reality, no comprehensive intelligence tests
these correlations greater detail. Thus, then on
This area is a superstition can keep predictability. The
Foundations for gifted students still believe they could already
predict who performs next year, the best performance. This
runs the intelligence quotient but a random walk. The score
are awarded the current performance again, but fails
when it comes to a forecast. A value of 130 points guarantees
no means lifelong success.
Similar to stock markets intelligence quotient is the only
the rank within the overall market. If the market changes, then
also change the intelligence scores. For example, it is sufficient,
that 9 of 10 shares suddenly make a loss
new winners are to have the remaining share. And just
98
it is sufficient if 9 10 students suddenly sink in terms of performance of
so that the remaining states to be genius. Its performance has
However, he does not improve, but developed only better than
the overall market.
It has evolved over the scientific studies
found that the market better than any other one shares
could evaluate. If the offer and demand for the stock of
General Electric price of 135 dollars per paid a piece, then
just that the stock price and value. There are certainly some
Analysts rated the stock look too high and this loner
see General Electric fairly valued at $ 100. And that may
them too. Only states the random walk theory that they are wrong,
the current price is always the most fair valuation for a company.
And the same applies to intelligence test. If a complete
Class is tested and Jan IQ points reaches 135, then was
he valued. Sure, there may be skeptics of the validity
IQ test question, and so distrust the market. They would in January
100 IQ points more than appreciated. But unfortunately the market has
always
right. The 135 points were an overall assessment of all
Students reached, Jan has achieved a high rank.
Unfortunately, no IQ test reveals that in January again next year again
his genius is. Because the future is random. It may then still
99
a lot happen, Jan example, could enjoy the success
and every effort had been received that remains. He could also simply
Lucky and thereby maintain its consistently high performance. To
to mathematically certain to make a forecast, the
future value of Jan only be estimated. The expected value of
the future success is 135 with a standard deviation
according to the risk. For these values can not derived
be that Jan has again reached the value 135th But it can be up
the stakes can be determined. Because bookmakers are particularly
interested.
I had the example of the mention of horse racing and wants it
try again this time. The bookmakers on the racecourse know
not know who will win the race. If there are 10 horses
maybe one or two favorites. But still the result remains
uncertain. The output of a horse race is randomly distributed. Otherwise
there would be no more power, no one would watch a race
when the winner is already determined beforehand. This means the
Bookmakers do not know who wins. And they were not even on the
Favorites set. Instead, they accompany the horse race on a
Meta-level. They distribute the money according to the odds and
Delete a hefty commission. However, knowing that they each
Output gain. No matter if the favorite is the target or
Outsiders.
100
Only gamblers are so stupid to rely on a particular horse. In
the hope of better than all the other horses and the racetrack
. Know Only when the race is over and the little horse with sweat
can turn a victory lap sopping the winner can be determined. In
my example it was the favorite horse 3 (but only on the outside).
The illusion that the market for intelligent behavior
predict, is typical for psychology. It has the teachings
from the Efficient Market Hypothesis still not understood and
tries in the prediction of random events. Similar to the
Kesselgucker she believes to have a sure-fire system and imagines
to the future success of today predict the mistaken belief
can.
It may sound tempting, top employees with a one
EUR 100000 to certify annual salary that he will continue
This annual salary will earn. But it is just another
Variant of the idea that you can beat the market. If you have a
Candidates only analyzed thoroughly enough, as with IQ test
complicated charts and so on, then the selection is not
Fluke more - as the ideology of the personnel managers.
There are no mathematically sound way to predict
how to develop a candidate. How does the market as a whole;
sure no one has an influence.
Intelligence tests and assessment centers to the risk of
101
Reduce company. Specifically, the risk of the wrong candidate
Running a business to entrust. This need is
identical to the needs of investors with the right stocks to
Now (and not a loser company without success).
The total market risk can be eliminated not. Each measurement
a person can be with other people always relative. On
End of the market is assessed very efficient.
I want to say that the IQ test an objective assessment of the market
represents. A human being has exactly the value it reached in the test.
Conclusions about the future make any result is
not possible. There are people who for 20 years each year
IQ score of 135 have. There are also cases where the results
strongly fluctuate. The selection of candidates could be therefore a
darts left to apes. The hit rate would be similar.
* 3.1.2: Risk Assessment
Not all asset classes are equal, they differ in their
Volatility. For example, gold is a highly volatile investment,
the price varies up to 30% around its mean. Contrast,
Bunds comparatively little risk burdened with the price of which
around 1%.
The price of a man is his reward in the labor market.
For example, top managers get paid a year: EUR 100,000th
This figure does not indicate little critical is the equalization
102
in the past. Given a table:
———————————
Years Manager1 Manager2 winner
———————————
1990 100 50 1
1991 101 100 1
1992 102 70 1
1993 103 130 2
1994 102 80 1
1995 103 150 2
———————————
The risk for Manager2 is greater, subject to its year-Worth
strong fluctuations. A forecast for future earnings is
therefore less accurate. He is probably a salary in 1996 between
80-130 have. Manager1 however, is 1996, a content of 102-104
have.
Interested not only the annual salary, but who is the better
Manager is the column is “winning” is relevant. There is the
Manager with the higher salary. Because in 1990, the annual salary 100
higher than 50 was Manager1 the winner.
Psychologists with a firm belief in the IQ test would also
Future Manager1 rely on. After all, he was in four of six
Years to demonstrate its superiority. So he will continue to
1st place have. So the misconception. Mathematics is not
sound, it is rather a fairy tale. Real mathematicians calculate
the chances of winning quite a totalizer. It works like this:
103
The table above will be hung publicly, all weather
the same information. Then the stakes are noted:
————————Candidate utilization rate
————————Manager1 200 1:1.25
Manager2 50 1:5
Total 250
————————According to this table, the majority of players so lucky bet as
it stupid beginners expected. You can give a Manager1
higher qualification and set a total of $ 200 on him. Only one
Minority bets on Manager2. In total, 250 $ bet.
It calculates the bookmaker now the betting odds (no commission).
The 1:5 ratio calculated from 250 / 5 = 5 Win now Manager2, then
get the weather five times their commitment paid off. Loses
He, then nothing will be paid. The bet ratio is calculated
solely of the operations and not from the actual
Chance to win.
Sure, one odds of 1:1.25 means that most likely
Manager1 salary in 1996 will have higher (that is worth more
is). And that is why many see him as a safe bet.
However, competition is the real output of completely open. Self
104
The bookmakers do not know ahead who will win. Actual
Opportunity for each is 50%.
With all these tables and Explanatory remains great uncertainty
back. I am Personalverantwirtlicher than now well informed
before a decision is: which candidate should I use for my
Choose a company, or Manager1 Manager2. If I Manager1
I must select Manager2 write a rejection and vice versa. The
mathematically correct decision would be to stop anyone.
For it is not clear which is better. Instead, it would
Offering to be an artist. And to make money without risk.
The global social bookmakers for betting on
Managers is the state. He always wins. Even if a
Companies on the wrong candidate to be assigned the company
Taxes must be paid. And whether or Manager1 Manager2 set
is one of the two will pay into the unemployment insurance
and thus his non-elected opposition candidates financially
. Support
Applied to the intelligence test does this insight: Who
next year’s intelligence test, or who will win extremely
performs poorly is still uncertain. One thing is certain: it
will be winners and losers. Betting And gladly accepted.
I myself know enough about market efficiency and betting odds on himself
no one to share. Not even on the favorite from the upper class
105
with perfect knowledge of German. Your success in the past
no guarantee of future success. Mathematically certain is that
each student has an equal chance at a top position. The
Probability in an IQ test to cut at Rank 1 is
20 students for every 1 / 20 = 5%. And the probability under
the 3 best to be located at 3 / 20 = 15%. Whether Peter, Jan, or anyone
else
belongs to is still unclear. are on the roulette table
all people equally.
On the real income distribution, this stochastic process
clear: to 80% people remain in their traditional content class
and only 20% of people move up or down. However, if I
an individual, eg Jan removal, then it is completely uncertain
or it next year:
a) deserves the same
) Earned less b
c) earned more
The parameter ’income next year, “is randomly distributed. It
is a mean and standard deviation. But the
Output is open. of the 80 million inhabitants of Germany Everyone
Income year, the chance to become the next millionaire same. If there is
such
like all the years before again the Albrecht brothers (owners of Aldi)
will be is quite uncertain. I would certainly not out
106
, But am willing to bet high stakes as a totalizer to accept
and properly calculate the odds.
Often, the social sciences very strange argues,
namely that the permeability of the education system is too low.
That the winner yesterday of the automatic winner of tomorrow
be. According to this idea it would be a foregone conclusion that next
Year, the Albrecht brothers were millionaires again. They would
a greater chance of victory than any other. But the fact is
that because of the random walk theory, every man an equal chance
has to make money a lot right. The output is randomly
and unpredictable.
The proof is simple: never has a bookie folded. The
Casino always wins. There are only a lot of gamblers, their
Belongings have bet all in the mistaken belief that, in
Possession of a betting system would be. And who knows, next year may
be up
much happen: perhaps is because of the dioxin scandal
Aldi companies go bankrupt or commit the holders surprising
Suicide. And even the supposedly secure victory would suddenly meaning
chance can be brutal.
* 3.1.3: Lucky IQ Test
Most people would probably deny that the IQ test is a
Gambling is. After all, the ticking of right or
107
something wrong answers with skill, practice, and perhaps
Intelligence to do. This may also apply to the individual. If he
hires are properly not, he will not solve any task properly.
But looking at the performance of all participants then
the output of an IQ-experiment is a stochastic process. The
Association between an individual and the IQ score is reached
subject to chance. The ranking of persons before the test
still unclear. Exactly why is the IQ test so conducted to
Maintain clarity. And exactly why is at the roulette ball in
the boiler fired - to determine the winner.
Only at the end of the IQ test, only if all questionnaires
are evaluated - only then can a winner and a ranking
be determined. No. 1 might be to Jan with 134 IQ points;
Congratulations. The following ranks are spread
uniformly over the participants.
There are parallels to a chess tournament. Fall in are a lot of
Super Heros, all players believe to be the best. The
Ranked according to the ELO points anyone is known. It
There is great uncertainty now who the best chess player in the
this year. Sure, the winner of last year, the incidence is
self-consciously. It is an exercise in serenity. However, its
Particularly aggressive challengers, they have the absolute will
to victory. If there was a possibility, even before the actual
108
Winners to determine the chess game, you could infinitely rich
be. You would need to bet only the winner and would never
. Lose This option is not. A safe bet
is only a wish. The only certainty is that every chess player
has the same chance to win. It increases when less competition on the
Place is. This means that in the first round are 100 chess players
because everyone has a chance to win by 1%. are already in the second
round
only 20 chess players there, everyone has a 5% chance to win.
And then in the last round, there is the grand finale: 2
Chess players sit on the board over. One white and one
Black. Everyone has a chance of winning is 50%.
One could, of course, the final chance for victory by a massive player
To increase by him is a projection. For example, it could
2 ladies on the board to start with. He would then have a figure advantage.
Applied to the intelligence test, there could also
. Cheat For example, by Man Jan prior to the test already
Solution can come. He would then simply the
Tick and complete solution would be the sure winner. Something like
referred to as fraud, that’s an unfair advantage over the
other.
Just be better in the IQ test is not a fraud. In each
Game is good it a winner that goes with it. And a
109
Competition on the cognitive performance of people is a
good game. It makes a lot of other fun to watch as they
sweating complete series of numbers, upper and terms, please refer to
the test break down crying because she needs her own
did not meet.
Each time a class is called an IQ test to it
incredibly exciting to bet on the winner. Usually I can appeal the
not resist and sit back a little better knowledge of my
sour saved money. Most obviously, the favorite. Sometimes
I also bet on an outsider, because there the odds higher
Income promises. This way, I’ve made a lot of money.
Just the other day, I can report from an IQ test, where I a
I bet student named Robert. I knew he was well on
prepared and the test was really motivated. He did not belong to
Elite, but had the will there to rise - I liked that.
I was therefore 10 $ to Robert and was happy when he’s IQ test
won at Rank 1. His IQ score was estimated at 130: much higher than
which would most thought him capable. On Robert have little set,
Bet its ratio was 1:4, ie, I received 40 $ from bookmakers
paid.
Robert is now a genius? Certainly, after all, has my
Investment is profitable. He is now one of the gifted. Maybe
believes he was called to actually be higher, perhaps increasing
110
by the victory of his self-confidence. At last he has reached,
what he had always wanted to: to be successful. Also, I’ve
its success can be infected by ...
The test was repeated in the following, some of the students had
complained. You have not accepted defeat and called for
repeat testing. It was hastily selected questions and new
have all placed their bets again. Logically, I have
Robert set to again. This time, his rate was even at 1-2. It
seems to have spread that Robert is very talented.
But this time I was unlucky, I lost my bet and
Robert reached only Rang4. This corresponds to an IQ score of 115 Only
well, not gifted. So much for the repeatability of IQ tests.
I asked Robert to task: ”Why did you not
hard? “I wanted to know. From my loss, I said nothing.
He smiled wearily and said sheepishly that he the second time
had been distracted. Yes, and then suddenly the time was also
been over and he would not answer to any question. When
next time he would return winner to be determined - as promised
he gave me at least. ’Yes next time’, that helped me very little. For
my money is gone. I should go away after the first hit
and then would have been winners. Now I was annoyed at my
Loss as well as the equally poor performance by Robert.
* 3.1.4: repeatability of intelligence tests
111
Intelligence tests are not repeatable. In each experiment is
it to a different distribution of ranks. The winner of Test1 is
not necessarily the winner of Test2. IQ tests were
repeatable, would need only a test in life are you
(Equal to the hospital after birth). Thus the calculated number
would have a lifetime validity. In each test (whether in the
School, study, with the army or in the candidate selection)
would have the same result as the very first test. Then would
IQ tests completely unnecessary.
If they are not. IQ tests are carried out continuously and at all
Occasions. Most people get more time in their lives
the opportunity to compete with themselves and others to determine their
rank.
Most people make it the experience that they are not in each test
have the same rank, and that in a test category
Ranks can change. The IQ test is so exciting because it
each time a different value indicates. Its significance is closely
limited.
Where testing is conducted fairly, it can be any number of times
. Repeat This means that all candidates have the second time the same
Answer questions, they also had the very first time.
Of course they have the opportunity in between their errors
. Analyze Fewer errors are the logical consequence. But this
112
Advantage, all candidates equally. And yet before the
second run, the winner unknown. The output of the experiment
is completely open, even if it is repeated.
This means the test can be repeated, perhaps. The ranking
are not. It remains random. Accordingly, value is the IQ as a measure
for cutting in an IQ test is not repeatable. Instead,
it resembles a random walk, a coin flip with an unclear outcome.
Even after the same test was carried out by 100, can not
be predicted, the candidates who reach the rank of No. 1
is.
There are simply too many parameters that can fluctuate. The
individual participants may always show the same performance subjectively
(Which is in its sphere of influence). On the activities of its
Competitors but it has no control. This leads to the paradoxical
Situation that each participant constantly shows the same performance,
but nevertheless each run a different winner after.
The transmission of IQ scores on the future performance in IQ
Testing has something of a misconception regarding the
to do likelihood of events.
* 3.1.4.1: Criticism
Horse racing at the World Championships in the 100m run at the can
Forecast quality can be increased dramatically if you inhomogeneous groups
forms. That one so young an old plow horse against a race horse
113
can compete. With each repetition of the race, the plow horse
. Lose Therefore, dividing the candidates in tournaments in
different classes a: a class just for Ackerg¨aule and
Master class for race horses. Shall occur only equally strong horses
against each other and the output remains exciting.
But how should people in a homogeneous class are formed? Should
distinguish breeds? (Eg, an IQ test for blacks, a
for Asians and one for Caucasians). Or is split according to age
be (one for 1970 born, one born in 1971, for, etc)? Quite
resourceful detectives are perhaps the idea of women and
men to form an extra class, while others turn preferieren
Division according to the IQ score itself: that is, an IQ test for the
Lower class, one for the middle class and one for the
Upper class.
The goal of any classification, the homogeneity of the results.
In relation to horses is that: regardless of race, gender or
Old horses are assessed together those who like the quick
Train can run along. Applied to humans, this means:
only those who can compete against each other, the similarly high-IQ
Values have. A class for gifted IQ = 130 persons is specifically
therefore advised. Is the only way to ensure homogeneity and the output
the experiment is interesting.
As with any competitive sport, there is the IQ test
114
different leagues. At the bottom of course, the class of the mentally
disabled, then there is the lower layer and it goes up to
Tip. There, the club Mensa eV formed the elite. It occurs
a homogeneous group of the most talented in the test against each other on.
Thus the outcome of the experiment remains uncertain, it may not
Mixing type. A Mensa member would always against a
mentally handicapped to win the IQ test, no matter how often repeated.
Do well in a test means ”socially desirable behavior
“Show. In general, the winners receive a reward, such as a
Scholarship and the losers get a penalty, eg leave
in a special school or youth prison. What is ”socially
desirable? “It depends on the social order. In the third
For example, empire was the slaughter of prisoners of war social
desired. Today, this behavior is sanctioned. All Falls
Horror film actor may still unpunished a bloodbath
cause. To the socially desired skills of the middle class
Capitalism is in the saving. Who content on the bench with his
is rewarded. Furthermore, socially desirable appearance is most punctual
Work and good grades in school. With this behavior reaps
a person in general applause, approval, and perhaps
Admiration.
other companies such as the Indians were in
very different properties desired. By a chief of the Apaches
115
is something different than expected from a modern politician. Success
therefore only a locally limited information. Today would Adolf
Hitler probably not even be local politicians.
Especially in closed groups, sects and there is a clear
Distinction between ”socially desirable“ and ”prohibited“. Straight
uneducated religious groups limit the behavior repertoire
its members sharply. In the extreme form of a prison
Behavior is only one kind of socially desirable, obedience
against the guards. In a Christian Bible study group, there indeed
no duty of obedience, but that the norm of the Bible. Standard deviation,
that is socially undesirable behavior, in extreme cases death
punished.
Especially when no objective knowledge sources such as books or
Mass media are present, the members of a group on the
Judgement of the other dependent. Children who have not read the can,
Mothers are fully assess their subject. The
Rebellion of youth against the authorities usually starts
with the beginning of school, if they so with alternative systems of norms
become familiar.
Even an IQ test is a standard system of socially desirable
Behavior. The investigator is not in the objective
Assess interest, but he wants to test the praise and blame
awarded. Those who test only an IQ of 80 points achieved,
116
Confirmation will normally be no praise or received. Rather,
worst case, it lead to negative consequences. There are
However, parents’ houses, where little value on the IQ test or grades
is set. If the son of an IQ of 80 comes home with;
then no one asks for it. The father is drunk on the couch and
the mother herself is not so bright. Where is the problem if the
Offspring to the special needs school? After all, he is then off the
Street.
There are even parents who punish their children when they are too many
Test have reached the point. ”You’re now a nerd or something?“ And
already own the lands in the stomach. These children should be better
not to do well ...
In the middle layer has the IQ test any of its
Control function is lost. Psychologists are considered sacred, their verdict
as is not questioned. The focus on performance, grades and
Assessments is a top priority. Only then one attains success in the
Labor market. The norm of cognitive performance is the
Indicator of life. Not excluded to be added to the
Middle layer is extremely relevant. Especially when one’s own
self-confidence
does not exist, the assessment by the authorities
Substitute measure for a successful life. The higher the IQ, the more
one is adjusted to the power requirements of a globally
117
networked economy. Middle class children can sit
not allow the performance test to fail. It would mean
with the group exclusion, that is, transcendental homelessness.
An IQ test is an obedience experiment. As a trained dog
the command ”sit“ in the upright position to go on is the one
Candidates a high level of intelligence to certify that all tasks
properly replaced. Something wrong with intent to tick is identified
with ”can not“. Lens has responded to the wrong dog, and is
therefore punished. It’s that simple
How very middle-class groups of controls, standards,
reflected in the compulsory education. An average boy is good
to school. He’s a good guy and makes great progress in
Reading. Suddenly it but decided not to go to school.
After 2 days there is a nasty letter home, after 10
Days of absence is the teacher personally and to
100 days unexcused absence is even the police and
picks up the boy. The boy himself did during this time no
little changed, it still makes progress in reading and has
used the free time to learn something on Wikipedia autonomous.
Nevertheless, he is penalized heavily because of the school laws. He is
have branded as criminals did not to anything wrong. By
time off from school, he loses his consent
Group: his parents are against him, the state is against him and he
118
will come into conflict with the law. The social norm is active
and is enforced brutally.
In the film ”Before the Fall“ final scene gave me the well-liked in particular.
There
is a violation against the standard theme. Because the young man did not
will boxing, he has to leave the elite school. It is used by the Nazis
thrown out, and then homeless. The penalty for false
Behavior is the freedom. And the penalty for non-existence of IQ
Testing is also freedom.
It does not matter whether you intend incorrect answers given with
has or does not really answer the know. With a low IQ
Score you get no job, no place and no study
Work. You will be homeless because you violated the norms of the group.
Because the consequences of poor performance in IQ tests
can be dramatic, it could be the entire procedure as
cult-like define.
The IQ test provides an opinion of community over individual.
Based on this ruling privileges or penalties will be distributed.
The tolerance for poor results is not very far
developed. Particularly when state institutions, there is no
Mercy on failures. Access to a job is
this test regulated. An exclusion takes place.
In general, I have no problem with sects. I am even a fan
119
Jim Jones, of Scientology and of the GDR. They have in common,
that their members do not just light in the bulb were not
to free literature and therefore had access to the decision of the
others were dependent. In such isolated communities
standardized tests is highly relevant. They are used for ritual
explained. It is a sample of success, it is a production of
Community will allow the tests. In every third-rate
Course there are reception rituals, rites and rituals of the rise
Farewell. So also in the GDR there was any occasion for
Deed, there were commendations and there were penalties for unexcused
Absenteeism from work. And any kind of community
(Even if they themselves gifted called) involves the
Risk of imprisonment in itself. So the exchange with
Like-minded replacement for religion and one’s IQ score as an important
Considered for integration.
Intelligent people believe they are better integrated than others.
better integrated into society, the dissenters
systematically excludes, truancy and prosecutes police
successful career with a successful life confused. Sun is
it is that people just forming the IQ test than without
Integration can understand. It is used to supposedly
Expose poor people to terminate them or even to
. Imprisoning
120
How do I know all this? Because I have the consequences of non-existence
of a
IQ test know. As an example, in the Big Brother house (RTL2) an IQ
Test was held, has only a single participant in the test
denied. More have not dared say no to. The rest is
willingly gone to slaughter. And then as the evaluation
was published, were among people with less than 100 IQ points
the results secret. The statement was: there was no
Score. The truth is, the score was censored. And so
it in reality: you refuse the IQ test when
Employment office you will cut the standard rate, you cut very bad
from you, it is assumed you had not brought up properly and
the standard rate is also reduced.
An IQ test for you alone in front of the computer without consequences is a
pleasant pastime. It’s fun to solve puzzles and number sequences
continue. Same game but in a social context
embedded instrument of torture is a norm definition.
I can already hear the voices of warning: ”What if all the IQ test
? Refuse. “Yes, where do we get there ... then we probably will
similar fare, as if all the Hartz IV apply. It is a
Transgression of social norms. It is a departure from the sect.
* 3.1.4.2: Random Walk-in managers
In a web forum with irony on the Random Walk Theory
121
be blasphemed. Stood there in spirit, ”Because a random chess
Game, it makes no sense to deal with rules of chess.
Also, it does not help to analyze strategies and chess books
. Study The output is purely random and not so anyway
predictable. “
This should be on market efficiency theory be regarded as a mockery. It
has been argued that with the same stupidity and the analysis
shares are meaningless, etc., etc.
And since men, everyone knows that it is useful in chess
try to bring particularly good performance, it is also useful for
particularly well to bring the stock selection. The only problem is
this view is short-sighted. Even in chess, it is of no
Advantage idea of the chess game to have to bet if you will. The
Author of the smug paradise could well be all the money in
Chess bets and invest so always win. Long term that is
with this strategy but have no success. Just because sometimes
(Albeit rarely) it leads to surprises.
Perhaps a practical example: if I against the world champions
in chess, jump, likely the result of very clear to my
Disadvantage fail. I will probably already after 15 moves
be checkmated. It seems a surefire thing, as it were
but offer this information to secure the world championship
and thus give a rich.
122
The random acts but sometimes unpredictable. My chance for victory
in a chess match against world champion is never at 0.0
but perhaps at 1%. After all, the world champion could be the middle of
castling and getting a heart attack on the board rattling
. Collapse I would be undeserved as the winner. And because
This option will always be people who spend their money on
Outsider like me at all. Although I have no clue about chess,
there is a small chance to win yet.
Maybe some pointers on the economy. As
surprising message on the ticker was running this, that Steve Jobs a
time-health, takes the price of Apple stock plummeted
suddenly increased by 9% from [77]. And the slightly older message that the
Owner of the company Ratiopharm surprisingly committed suicide had
a bitter taste [78]. Both events were not
predictably, they were purely by chance.
Even if Jobs and Merckle a detailed health
Undergoing investigation and an IQ of 140 diagnosed, even
then it can not be excluded that the men’s expectations
disappointing and do not bring benefits to which they are.
A high ELO score or a high IQ score only increases the
in a competition as the winner likely to emerge. It
always remains a residual risk remains. In economics
This is called market risk through diversification only
123
can be eliminated due. It is therefore a good strategy
always a backup Genie hold when the main power surprising
Commits suicide.
The four-eye principle, the dependence of single-Wanna-Bee
Reduce managers. As in the Apollo spacecraft of NASA
the systems redundant. If the first highly intelligent
System will break down, problems on the reserve system
umgeswitcht.
Will it increase the probability for me to beat at chess,
It is therefore a good idea to coincide with a team from the 10
Chess players move to world-beater. If the first one
Suffer heart attacks, then second, etc. Thus, does the mean
Winning chance of 1% to% reduced from 0.01 on. This change
However, the odds, so that there is still no
Money making machine was found. The chess bet will be to
remains a random decision. In the long term gains only
Bookmakers.
The crux of betting strategies that every good and a buyer
a seller has. The good ”win bet on world chess champion“ is
a commodity with a price. The seller does not believe in the
World Champion, he doubted his chance of victory. And even though I only
am a beginner. The buyer of the goods ”to outright
World Chess Champion “, however, does not believe in me. And both
124
Trading partners can sufficiently justify their view of things. And
they will agree. The product passes from one owner to the
other about. When betting live even during the current
Chess game.
There are 2 people involved always sells a lottery ticket, a
others buy it. What is it about does not really matter.
If the transaction is completed, an objective
Observers can not decide which of the two a good deal
has made. (And even though I as a beginner to the
have no chance of world chess champion.) Rather, both buyers and
Seller of the lottery ticket, a need satisfied. You have to
Output of a random experiment completed a bet.
To be fair to make the bet, I have no means my chances of winning
. Improve Instead, it is enough if there is a
Publication requirement for all the information is and insider
Trade is eliminated. Only then can the price of the betting slip
Any float freely. Only reflects the price of my
real chance of victory again.
* 3.1.4.3: Betting on the unemployed
Markets generate information. You make something without them
does not exist: one odds. That is, a risk assessment.
Absence of efficient markets is missing, also a safe method of
Prognosis.
125
The assessment of career success of people there so far
no markets. Even the sports betting provider ODDSET and others have
no offer to bet on the unemployed. It would be conceivable to
Example, to bet $ 1 that plugs Arno (Germany’s most cheeky
Unemployment) within the next 12 months, a job receives. The
time course of the betting odds would result in a chart. When Arno
receives an invitation to interview increases the chance if
he receives a rejection then it drops.
The calculation of the betting odds would create what is missing so far:
efficient assessment of the opportunity. The IQ of Arno anchor is to
not able to. IQ of a person to measure only the last in
far not sufficient to estimate it for profession to make a success.
The IQ is more than some of the information, the markets for
Pricing need.
Assume that the IQ of Arno anchor is 105th What does it mean? Even
nothing. But if it were a betting odds, for example, the chance that he
the next 12 months, a permanent position is 50%, then
that a scientifically sound statement.
The measurement of IQ is based solely on the controversial tool
by psychologists. The measurement of betting odds, however, based on
supply
and demand in efficient markets. The latter is much better than
Suitable estimator.
126
If one of the IQ test as a method of price determination of shares
Using it and murder would give would murder. I imagine the sosteps:
morning from Frankfurt to Wall Street and closed. Share prices
are instead of trained graduate economists
set. On the basis of indicators such as sales, earnings, new orders
and so they identify for each firm IQ score: IBM give 130
(Gifted), Microsoft receives 100 (average) and Apple replaced 110
(Good). The measurement of the IQ level would be strictly scientific
Criteria occur, ie after a standardized procedure. So
perhaps similar to how today’s rating agencies
... Work
The result would be that the IQ scores of 130 not IBM for more
countervailable. If small investors so that I do not agree as
I have to push the price no way. Because according to my
IBM’s analysis is worth only 95. But because there is an objective
Price is, I must also pay the 130th I can not be more opposite
the market bet.
This process would immediately collapse the
World economic leaders. The markets were not free and depending on the
verdict
Commission setting the price. There would suddenly a monopoly on the
Intelligence.
127
* 3.2: IQ in society
Herrnstein and Murray go in [8] on an in-house
Use of IQ tests and also investigate the phenomenon for a
whole society. They postulate that social promotion and relegation
their intelligence is influenced by individuals. This
are in business only people with high IQ
Values: it is the intellectual elite of the society. People with
low values are either unemployed, sick, or working in
Low-wage sector. As Herrnstein and Murray, in contrast to [3]
the sphere of personnel selection and leave all of society
Conclusions, has its work to the bitter taste of a
racist-conservative world view. The thrust also served
Sarrazin (2010) [2], by Muslims the hope of advancement
increases. Muslims (and other members of the lower class) would be
genetic worth less, could make less and have
less value on the labor market.
* 3.3: horse racing
I’m not sure if I have correctly quoted as Sarrazin,
so i think the problem using the example of horse racing
illustrate. In the horse betting is not about politics, but
it is money lost. It gambler wins, the
Horse knows best. He can then make a statement about the chance of
winning
128
. Meet His prognosis is correct, he wins a lot of money. When
Horse racing is about the potential of animals correctly
estimate. The pros go before the Derby, even the stable,
can show the vaccination protocols and study the statistics:
how often the favorite has won in previous races, as is his
instantaneous state of health, it is a warm-blooded animals, etc. These
Data, it then forms a theory, for example in the form ”A horse
wins with 80% probability “.
And at this level to move quite conservative sociologists.
Try the chance of winning (ie, job performance, school success,
of people to forecast earnings). The betting odds for
Blacks, foreigners and lower-class children is bad.
Your chance is very little given. People, however,
with a high IQ, with rich parents and with the color white
be traded as a favorite. And this pattern will be under the
Personnel decisions made in company.
* 4: Bernstein-linguistics
The intelligence test along with its bell curve always has the
Smacks of eugenics. To turn of the century (1900) began his
Triumph. He quickly became of nationalist movements
collected and enriched with Darwinian ideas. From a
harmless toys for the daughters of Binet was an instrument for
Measurement of dysgenic. That is, the weakening of companies by
129
bad genes. all through the crimes of Adolf Hitler before
the concept of intelligence is still debated today.
A little innocent is related species from the IQ test therefore: the
Language test. It’s not about math, logic and cognition.
Instead, binding is quite the verbal expressiveness of
People studied. The assignment of bad language understanding
a social group (the lower layer) is even in the leftprogressive magazines in vogue. Specifically I am referring to the BernsteinHypothesis [6], that lower class children an inaccurate
Expression have. Ultimately, however, the Bernstein hypothesis
nothing more sophisticated than an IQ test. It does not perhaps
from to racism, discrimination similar.
What, then turn the whole of theories? I myself am the
Convinced that the Bernstein hypothesis is true. Whether the
next step (the hard to Binet IQ test) this
Truth claim is just, I do not know sure. Logically it would be
actually: someone low linguistic abilities of even
other small abilities to provide. This argument
but runs into a compelling right-wing discourse a la [8] and [2]
into it.
* 5: fairground
* 5.1: From the hype, and fairground bumper cars
A fair is something of a scaled-down version of
130
Capitalism: it makes a lot of fun, all you have to enter
and pay the woman to sit in the morning Losbude has one.
Of course, it’s all about money, every journey by
Bumper cars will cost 1 , and also gives the chocolate heart is not there
given. Thus, a fairground rides consists mainly of
[11], are at major events like the Oktoberfest
in addition also eat, drink, accommodation, buying of sex, etc.
Modern capitalism has the whole world in a huge
Fairground turns. The ideology has been maintained: only those who
pay should a round of the Ferris wheel rotating. Who has no money,
Nothing should. And how to get money? Through honest work
of course, also at the fairground. Tasks, there are enough:
Sell cotton candy, cotton candy manufacture, grilling sausages,
Bumper cars, repair water supply caravans set for after
Closing time the day’s takings count on profit or loss, keep records
and much more.
Working at the amusement park should of course not everyone. Forecasts
are
there is an employment test. We look at showman qualities
gefahndet as cotton candy seller you have to be born. Something is
genetically determined. And that takes something special by
to the owner of the hype. Basically, he could also be a
simple Losbudenverk¨aufer hire. And many were there earlier also.
131
Love for sale is in their blood.
The competition between the rides is great, here taking
of the other customers away. Who after work most of the money
has in his pocket, is king. Everyone is striving through
Advertising to optimally present themselves. But even in the
Fairgrounds raging war. There are several
Fairground families, the abysmal and they all hate each other
similar. They all want top-class products, the life
the people more pleasant.
Completely into the world of superficial light district
calls to empathize ”basic civil conviction.“ It is based
that you make money on joy and has to spend money, that
it takes great 12 hours a day at the Losbude -3
◦
work outside temperature. And accordingly all those rails against,
the only standing around and nothing to buy.
* 5.1.1: More fair
Helmut Kohl in the 1980’s by the collective theme park
Germany discussed [15, page 13]. He was referring to the
many leisure time, doing nothing leads to. A little like this
Jeremy Rifkin, who also warns that the work go out. A
Reduction of weekly working time of 40 to 20 hours would result.
I would like to topos of the leisure park and take the new
. Position It is true that Germany is like a theme park.
132
But a very labor intensive. The economic operation of which the
Manager is primarily relate to leisure. The
Production of goods and services is by no means
essential but is a delight. The beauty of amusement park
is that you do not have to go to force. Even without the use
can of cotton candy, pretzels and a ride on the Ferris wheel
to survive. The compulsion, but spend a lot of money boosted the
World economy since the 1950’s. Today, excessive shopping to
Fairs and festivals a common leisure activity: Mom
interested in lipsticks in the raffle to collect the boys
first war experience on the stand with the air rifles and dad
interested in the bumper cars. Experienced fair visitors
develop a professional interest in the attractions. Latest
the tenth visit to the state is with the air guns at the boy
Desire aroused: ”I want to be a soldier once and people
“Zap. The mom gets from the lipsticks and the sweet
Cosmetics products is not enough, and will as a retraining
Losbudenverk¨auferin make. And dad - so that was always a fan
electric cars, rides and technology. He decides a new
to develop model of bumper cars, which runs sport and
while consuming less power. This could completely new
Consumer groups are attracted.
At a fair there is even a small school where the young
133
later life as a fair-DJ is prepared based on. And there is one
Architectural firm, where new homes houses are developed, and the
Exterior facades of the attractions. Oh yes, there are more festivals
such as the Munich Oktoberfest even the medical profession. ”Medicine for
“That means study. As a graduate diploma may be showmen then
Diseases of the daily visitors treated
(Alcohol poisoning, sexually transmissible diseases, stomach ache from
too many donuts). Needless to further that the fairown security is always at, if there are minor skirmishes
There. It carries firearms and has a close combat training. So
they can separate the heated ruffians, when things in dispute
Ferris wheel has been turned on or someone’s friend stupid.
The fair as a bonsai version of capitalism - a nice idea.
* 5.2: From fair to capitalism
the ideology of the conservative elite thinkers overturn order will
I explain further their own work area. The goal is
emphasize that the business elite a cheap
Fair discourse into a social action patterns
widens. This extension of the funfair and the
associated ideology in Germany currently comprises 40 million
People, so many are employed.
Of course, the rare Wirtschaftsvordenkern of the Showmen
Topos of self-description elected. Instead, the concept of
134
”Honest businessman“, ”rational man“ or even the
”Soccer players“ tried. Order depending on the occasion, certain aspects of
the
to shed light on economic operation. The football comparison is always
then try when it comes to team qualities, the subject of ”honest
Merchant is “often for white-collar jobs to wear (books
Create budgets and lead). And the ”rational man“ is then
used when the technological development within the
Capitalism is discussed. All these symbols is a great
Proximity to work together. Economy as something difficult
represented as a task for adults, as the opposite of game. The
Seriousness of life begins in the factories of the capital ...
And in this thrust is an elite ideology of [8]. The
Business professionals are declared to be gods, as a special
Human race, that’s superior ability with the
Claim to power realized. To this inflated view of one of
the air let out a little, I want the fair as
reverse-engineered form of the trader to define. Allowed to him
it is still growing a showman-commercial only just a little
larger.
At station 1 of my little trip I visit the bumper cars.
http://farm3.static.flickr.com/2514/4047932044 1d8cea2286.jpg
In the photo bumper cars, a typical night ready for. On
135
a smooth surface are portable electric cars on the road, which
a current collector on the ceiling will be supplied with energy. Everywhere
are colored LED lights mounted on the edge are a number of visitors.
Rear right are roadworthy Scooter, with a plastic chip (compared
Fee can) you also make a trip!
Probably everyone has experience with this ride
have collected. Even girls can (of course with frequent
Frontal crashes). To further professionalize the ride
could be a resourceful mind the idea come on, the whole area to
to roof to heat and. Ie to set up an indoor bumper cars.
And then the employees could necessarily a suit and tie
. Who This not only children would be attracted, but also rich
Parents. This will hardly be satisfied with electric cars
but demand for gasoline-powered models and a flat rate
to have unlimited long fun. Given all these ideas
implement, we get Figure 2,
http://farm4.static.flickr.com/3329/3203840858 bdcbb2913a.jpg
On display is the ”Tokyo Motorshow 2009. A female model posing
next to an expensive car. Rental or purchase of the automobile at any time
possible. The model is used for sales support and speaking to
all the male clientele.
In the next example, he small view of the Losbude in Figure 3
is the Losbude of the fair to see,
136
http://farm3.static.flickr.com/2570/3979177233 ce6e84bca3.jpg
The sign is being advocated “hammer price, 35 lots in the
Lost ash, 5, - EUR ”and. When prices are soft toys, bedding
small plastic pieces on display. If you want to see the Great Losbude,
take a look at Figure 4,
http://farm3.static.flickr.com/2004/2059487829 c48353a266.jpg
On display is a shopping mall at Christmas. Everything is very
festively decorated, on several levels, goods are sold. It
even has an elevator. A customer based on the parapet and
viewed in the round. In contrast to Losbude prices but
drawn, 5 is given to you not in the shopping mall
far. Gadgets desired to purchase should be that of an order
at least 500, - EUR invest.
* 5.3: Application as showmen
The candidate selection in the fairground is tough, only the
best men have a chance. Key skills are considered
Stamina, endurance, and very little need for sleep
General: The membership of the elite. For example, explained [19]
in the chapter “III -. Case study on masculinity acrobat force in Focus
the god-like skills of acrobats. Only people over pure
Blood can meet the requirements.
Even in modern times performers are often compared with heroes,
some quotes from [18]:
137
”The carnie’s life is simply in his blood“
”At 5 clock we were done, three hours of sleep yet“
Especially the aspect of the blood line seems to me important in view
to a neo-conservative discourse, as he led from 2010 Sarrazin
is. It is in the body of the showmen have a certain aura of
Life energy from birth to be present in order for it to
superhuman abilities is capable of. Only genetically superior
People can Losbudenverk¨aufer, electrician or chief carousel
be. You often hear that one is born as a showman. The
Properties are family to pass by. A test for
Showmen blood already in the setting is a good
qualities of the candidates to assess possible.
the continuing spread of technology has the
Requirements for showmen altered. Formerly yet
Muscle force is necessary today due to prior mental power
focused. The assembly and disassembly of complex equipment requires
careful planning, the legal framework must
be exhausted and the repair of amusement rides requires a
technical background - similar to the requirements
at NASA or in the automotive industry. Therefore have the
Employment tests changed. Whereas in the past nor the ”Physical Fitness“
decides it is now increasingly the intellectual vigor. Who are these
bring (for example, have good grades in school, a high IQ score and
138
a positive attitude to life) who is in the fairground
Opportunities for advancement. It can work your way and one day the
owner
be your own roller coaster. The economic success is often
also associated with private success. Once you’re on top, then
also the women fall in love with. Man marries and gets
Children. This will one day also showmen ...
It creates a community, so it forms a society.
Full of highly talented performers genetically valuable, the
Provide employment, prosperity and even make sense for supplier
Form of right-wing polemic in.
* 5.4: Gifted workers
Just the other day I strolled through the fair. I had
professionals involved in Hamburg and was not in my back
Hotel rooms go. Indeed, at night my legs were running all by itself
towards fair. Fascinated by the Christmas cookies, the
Teigkrapfen and loud music, I suddenly found between Losbude
and Ferris wheel. Since I happened to meet the fat from the gifted
Youtube video. Yes, exactly - I mean the fat girl that right
in the show sat on the chair and victimization than their gifted
spread. I’ve already forgotten your name again, in any event
was precisely this sacrifice now donut shop assistant and even fatter than in
the
Youtube video. Obviously, it is fair to the owner managed,
139
for this demanding task with just the right candidates to
find - the talented elite.
I strolled to the donut stand, ”the big-box please Once. You
I smiled ear to ear over, they probably had secretly
nibble, a couple sugar crumbs were visible on her mouth.
“That’s 4.50”. I was amazed at the girl had the amount in the head
calculated, without the aid of a calculator. The
Krapf vendor must be a genius, I would not even
skillfully. I laid the amount counted on the tray.
With professional practice, they sorted the coins into their care
small checkout. As far as I could tell, she was a good
Seller. It delivered that evening certainly a
nice profit for the owner. And their giftedness, they could
finally make good use of. They effortlessly mastered
the requirements: they could of their fat for hours, thanks in
the Christmas cold endure their numeracy skills allowed
the proper handling of the change and their emotional
Intelligence helped the wishes of the customer to properly
... Interpret
But if I’m not gifted, my IQ is 70.0 (that’s two
Standard deviations below normal). And so I was probably
not set. I am unemployed and therefore have much free time
I spend at fairs. Alg2 my rule set I frittered
140
for stuffed animals that I derive it with robot arms from basins.
Almost all the money I get from the job center was transferred from
Gifted fairground owners earned and that is why
I give it here again ...
And even though my IQ is at 70.0 but I’m smart enough, dear
not too much to nibble on the Teigkrapfen. Otherwise I see after
or from which this gifted actor of the bingo show in
TV moderated. Or how this gifted politician Helmut
Kohl. I will not be as fat, which has only disadvantages.
High blood pressure, diabetes, and Von-cannibals-first-Slaughtered-Will
are just some of the negative side effects.
But at least I can enjoy the benefits of cognitive
Overachiever. I marvel at so much performance on donut stand.
I myself would never have been able. Alone the many
Multitasking: there were many customers at the same there. And then you
have
remember all the different orders. No wonder the IQ
Test was then in the Army I certify that I am a
poor memory would have ... Well, now is also where you
need something like this.
I think that girl is happy with the high IQ on the
Fairground. She is there with like-minded people can develop their skills
optimal use and contributes to economic growth at Sun (The
141
Fair attracts many visitors to each, from Germany and
Abroad.)
But above all they can for their own use as much food as they
wants. There is no limit: there are fresh all day
Glaze pastry for-free. Her technical knowledge is best
encouraged. I have witnessed this morning the furnace through a
newer model has been replaced. Modified-operation. I with
my low IQ would certainly have been afraid, there’s something broken
to make. But you need only look briefly at the instructions
(Photographic memory) and even the part was perfect. Cheering
Customers satisfied bosses and a smooth functioning were the result.
Good employees must respond: they recognize difficulties
develop its own solutions and act in an exemplary manner.
I predict the girl with the shiny high IQ
Opportunities for advancement at the fairground. If they continue such
good
Performance shows that they will one day take it far. It could be
the big part of the funfair. Perhaps even as
Trainer for the Chamber to act. And then their experience /
Problems than the gifted to the next generation to pass on.
* 6: IQ and unemployment
In the book “The Bell Curve” by Murray [5] These will be set up,
that unemployment in the intelligence quotient with respect
142
stands. In short, the stupid get a job because the economy only
smart people established. This theory is reviewed in the following
be.
First, Europe is in the U.S. and the unemployment
about 10%. In other words, 90% of adults have a job. Now
to compare the frequency distribution of IQ scores: the
Average IQ score is 100, with a standard deviation of
15. About percentile ranks can be made about whether the kind of “x
percent
the population have an IQ of 100 or more. ”The exact
Conversion is the Gaussian distribution a bit complicated, so I
at this point simply source [33] refer to. There is
found that the percentage rank 10 to an IQ value of 77 associated with
is. In plain language: 90% of the population has an IQ of 77 or
more.
I assume that the economy and also [5] that it is the
best minds picks out. The goal of a company it is possible
to attract good people, so people with a high IQ on the
percentile rank above the same concept that the economy
People are hired with IQ score of 77 or more.
If Murray et al. Be right, then with recruitment test
only people with an IQ value is less than 77 not set.
Is the only way to explain that unemployment at 10% and not
143
at 50% is about.
If unemployment falls to 5% (or even to 0%
Full employment), then drops the IQ threshold. That means it will
People also below 77 IQ points set the new limit is
maybe 70 points.
For me, a little surprising was that the economy and individuals with
IQ scores of 77 100 sets up. Perhaps this is because
Employed a mass phenomenon. The exclusion of work
only affects very few people. 10% of people have only
no work and only 10% of people have an IQ of less than
77. Between two values, there is no connection. Reason:
with an IQ value below 77 may not even be a request
provide unemployment benefits. Since this is the
Unemployment is expected is not identical to this group
Less gifted.
The average unemployed person may perhaps not be bright
In his head, but his IQ is higher than 10% of the population
(Ie greater than 77 points). The fact that he still does not work with this
value
is tragic.
Unfortunately, I have omitted so far that the unemployment rate in
Truth is much higher. Not counted were old, sick,
Pupils, students, etc. The broader participation rate of
144
Germany is about 50%. Dh 40 million from 80 million to go
a job after. In the U.S. this number is similar. In
Percentile rank 50 [33] Page 8, an IQ score of 100 entered into.
Ie 50% of the population has an IQ of 100 or more. The
Economy can afford to such persons in the right
Bell curve set. And all the people with less than IQ = 100
rejected. This idea further thought, the Company
two parts:
1) Unemployed, IQ <= 100
2) employed, IQ> 100
the frequency distribution of the smartest people work out the
social wealth. You are right in the
Bell curve. Contrast, the population is left under the
Unproductive bell curve has a too low IQ score and has
therefore no work. It affects the elderly, homeless, criminals
and the unemployed.
Even if I do not like consistency, I suspect that Murray
“The Bell Curve” was right. His hypothesis is confirmed.
The threshold between the economy and anti-social IQ is in the value of
100. Manages a person to exceed this value, then
They also set. Because the economy employs 50% of the
Population. And she IQ-related tests used for selection.
If any random person is merely a value below 100
145
they did not set, it then remains unemployed and is
anti-social. This hurdle is relatively high, who schonmal on a home
computer
an IQ test made, who knows how easy it is unfocused
and only reaches a value of 95. This happens surprisingly often.
Was incorrectly marked or have been slow and shows the
Barometer to defeat. You must be an idiot not to
to be rejected.
* 6.1: The exception proves the rule
Certainly, there are special cases, such as everyone knows the
Story of the gifted boy, who despite his intelligence does not
Work place. It is located right in the bell curve, ie in
the segment, which is predominantly employed. Nevertheless, he succeeds
not a leap into an employment contract. He is an individual case.
Similarly, there are certainly people with an IQ of 80, the
still pursue a career. For example, as Callboy (hard sex
paid). Despite the increasing mechanization in the
Economy, there are some small niche where intelligence is not
everything is. Also in the modeling are special cases imaginable where a
silly little lies down a roaring success.
These special cases are not statistically relevant. There are
them, but they only confirm the rule. In general, people
with IQ levels below 100 without jobs. They do not meet the
146
Requirements to automatically make money. You can not
Deal with computers, they have problems with the German language
and are therefore unsuitable.
Sure, I would hope that everyone has a chance in the economy
added. The fact that people on the left below the bell curve a job
. Get Just as what? If the economy indeed all persons
bring up to an IQ value of 77 (percentile 10) in wages and bread,
then no one would be unemployed. It would mean that 90% of the
Population would have a job. 90%, representing 80 million inhabitants
almost exactly 72 million workers. What to do them all? There are
to deal simply not enough work for the less gifted.
The economy has room for only 40 million, not more.
* 6.2: IQ scores in the two-thirds society
So far I have assumed that the company split in two
Employed and unemployed persons would be. The problem is the
exact demarcation between unemployment and normal condition.
For example, students are out of work, but get
no unemployment benefits. Because they learn the profession and are
thus on normal course.
For better discrimination of members of society has the
Term “two-tier society” established [34]. This is
meant ... anyway everything is on Wikipedia. read “Who can be
clear advantage. ”The introduction of two-thirds versus Eindrittel is
147
better suited to the actual division within social
to describe groups, as it could be a dull 50:50:
- Two thirds: they are fine, they justify the
Normal employment, the normal use and normal education
- Eindrittel: it’s bad, they are poor, uneducated,
have no morals
I am of course particularly interested in the classification in the IQ
Scale. In the graph [33] Page 8 percent below the rank must help
be read. The value of 33% is exactly the 15.81-50.0
Percentile ranks. The corresponding IQ value is 92,5. That is,
Two thirds of the company have an IQ value of 92.5 or more.
With this exclusion, the mark of belonging or of the
Two-thirds society are precisely defined. Is your IQ higher
everything is alright: you get a job, founding a
Family, are well integrated. If you but less than 92.5 IQ
Points in the test reach, you are one of the rotten bunch, are not
Task have are dependent on marijuana and its Leisure in
Sheltered workshops, youth prisons or in 1-euro jobs
. Spend
92.5 IQ points - that sounds like a good deal. But not too much.
After all, there is a tolerance to the IQ value of 100 Minor errors
are possible, without affecting the membership of the two-thirds
Society is lost. The range from 92.5 to 100 concerns that
148
Clients who may have small gaps, but with ambition and
Industry are still successful. They are of the fittest
encouraged.
Among them, however, the selection is tough. Those who are not
Minimum requirements, falling through: Quality Control
failed. This is true at school, in the army and
in driving school. Who has not achieved the minimum score does not
Deserves a chance. It is for the company as workers do not benefit
. Bring Instead, he falls into the social hammock where he
Additional training, application training, and social workers will bespaßt.
Whether this selection is just, I doubt it. After all
determines the success / failure the level of qualification. But
despite their injustice is the selection for IQ value is a
Fact. Capitalism works best when on
Labor markets, candidates are assessed their abilities to. The
Imperialism is based on certain groups of people with low
economic power to sort out. They are affected by
Personnel decisions from the labor market kept away, they are there
not desirable. These decisions are based on
business objectives (making profits).
Now, that alone does not explain the social migration
(Social mobility, social descent). Unlike the rigid
Caste system in India offer their democratic societies
149
Members new opportunities. You can rise, and so his
Status of the baton. Social recognition and a growing
Self-esteem are the result. may make an IQ = 80 pupils
be IQ = 100 students. This gives it access to the
Mainstream society and make their own characteristic style. He learns
to appreciate the value of brand products, is by his superiors
appreciated for his ability and can own a car
. Make
Social migration is a sign of the functioning of
Selection mechanisms. By insisting on standards (“we only
People with higher IQ 92.5 on ”), certain people are motivated
to improve their performance. The pay band actually accomplished by
former students is so bad reality. In return, there are
of course, former students, with IQ values of 120, their
Ambition to lose and then fall back. You do not learn for the
Test start with the grass, smoking and lose their
Self-respect. There is not one of the earlier IQ, but only the
current.
* 6.2.1: Mathematical foundations
A first version of my text I posted to Usenet
(De.org.mensa) prompt came the answer, been criticized for
inaccurate calculation of the 1 / 3 percent range for the IQ-normal
distribution.
150
Therefore, I add at this point a small digression on the
a mathematical basis.
First, I start to Excel and look for the function
“Normal distribution”. This table is a generated:
——————
IQ frequency
——————
70 0
75 0.01
80 0.01
85 0.02
90 0.02
95 0.03
100 0.03
105 0.03
110 0.02
115 0.02
120 0.01
125 0.01
130 0
——————
The frequency of an IQ value is the function
“Normal distribution” is calculated. When these input parameters used
Function:
a) IQ-value = first column
b) Mean = 100
c) Standard deviation = 15
Excel now calculated for each IQ value, the corresponding frequency.
For simplicity, I have very large steps (5 IQ points)
151
selected. If you highlight both columns and can be a line graph
feature is the typical bell diagram, indicating also the
Handling [8] is shown.
To see the exact IQ score for the percentage rank 33 (for two-thirds
Company to determine numerically), I have the table something
extended:
——————————————–
IQ Cumulative Cumulative frequency inversely
——————————————–
70 0.02 0 70
75 0.01 0.05 75
80 0.01 0.09 80
85 0.02 0.16 85
90 0.02 0.25 90
95 0.03 0.37 95
100 0.03 0.5 100
105 0.03 0.63 105
110 0.02 0.75 110
115 0.02 0.84 115
120 0.01 0.91 120
125 0.01 0.95 125
130 0 0.98 130
0.33 93.54
——————————————–
At the very end is the result of the cumulative incidence 0.3333
IQ is the exact value 93.54
Note: the column “Cumulative” and “cumulative inverse” are
special Excel functions. For users of OpenOffice Calc here
Formula for direct calculation of the percentage ranges:
152
NORMINV = (0.3333, 100, 15)
Score: 93.54
Parameters:
0.3333 (wanted percentile)
100 (average)
15 (standard deviation)
To illustrate yet another example: Suppose I am
Personnel manager of a small company. To the advertised
Office building cleaner than people have applied for 200 (yes, even in
the economic crisis people do everything). But I have only 10
Set free, that I will issue a cancellation 190 people. To
Personnel selection is an IQ test used. Each of the 200 people
takes part in it, and achieved an IQ. The first candidate is
to 90 points, the next on 110, etc. Where the average at 100
and is the standard deviation at 15
Cancellations at 190 to 200 applicants, the probability taken
to 5% (10/200) are. The required IQ threshold is:
NORMINV = (0.95, 100, 15)
= 124.67
In words, the formula says: “Calculate the percent rank 95 for a
Normal distribution with mean 100 and standard deviation
15. The result is about 125 IQ points. I, as head of personnel
search me those candidates with an IQ of 125 or more
153
out and can send the rest home.
* 6.2.2: Negative IQ scores
In the music video ”riots in the special school“ [63], is negative IQ
Evaluate the speech. Is there such a thing really? The German standard
tests
be the mean 100 and standard deviation 15 determined,
Here is the code for Gnuplot (The IQ score of 100 has the largest
Frequency):
set xr [0:200]
plot (1 / (15 * (sqrt (2 * pi ))))* exp (-. 5 * ((x-100) / 15) ** 2)
In the army intelligence, a uniform given to: Each
Recruit has an IQ of 100, there is no
Differences. The standard deviation is lower, for example, fifth The
Average remains at 100:
plot (1 / (5 * (sqrt (2 * pi ))))* exp (-. 5 * ((x-100) / 5) ** 2)
In civilian life values, the scattering of IQ, however, very much
larger, the standard deviation is 50:
plot (1 / (50 * (sqrt (2 * pi ))))* exp (-. 5 * ((x-100) / 50) ** 2)
In this case, it is even negative IQ scores. A value of -50 IQ
Reach very few points, is yet available. It is mainly
Special students are so far left ... The Durchschnitswert is
not destroyed, he is still 100th
Content is the subject with the value -50 of the mean exactly 150
154
Points away (3 standard deviations). His gap with
Normal is huge. To find the connection, he would have day and night
. Learn If he does not, he smokes grass / dumb as a bucket
Wall color and looks MTV. For very inhomogeneous groups is something
like
before. Or if the test is constructed in a very unfair ...
On the common IQ test with standard deviation of 15 converted
it means:
= 3 standard deviations from -50
15 * 3 = 45
100-45 = 55
By common scale would be -50 IQ points (50 standard deviation)
equivalent to 55 points (15 standard deviation).
* 6.2.2.1: Epilogue
I’ve just played around a bit with Excel, the phenomenon
”Negative IQ scores“ to investigate further. We came up with the following
Table:
———————————
Students score IQ scores
1 2 46,51
2 8 186,05
3 6 139,53
4 2 46,51
5 2 46,51
6 1 23,26
7 5 116,28
8 9 209,30
9 0 0,00
10 8 186,05
155
Average 4.30 100
Standard deviation 3.30 77
Coefficient of variation 77% 77%
0.00 min
———————————
Explanation: 10 students write a class work, it can
Grades 0-15 are achieved. 15 points is 1 + 14 = 1, etc.
To convert the points in IQ scores I have a transformation
similar to the z-transform used. The average value was for 100
scales, the standard deviation on the same
Coefficient of variation as in the original scoring model.
Then I have the Excel Solver instructed by the grades
to fluctuate as long as until a low IQ score is possible. The
best result is shown in the table, students 9 has an IQ
Value of 0.0 reached. IQ scores do not realize I was negative.
Too bad ...
But after all, the IQ scores fluctuate very strongly, well above
the commonly used standard deviation of 15 also.
What is the message of this table? First, it can really
no negative IQ-values indicate, and it became clear what the IQ test
in reality shows: the ranking of persons. The lower the IQ score
the lower the rank within the group. Therefore, it is
so tempting to convert an IQ in a social status.
156
It is the mathematical representation of a pecking order: there is
Alpha animals, a middle and the bottom is the lower class. Also
The term underclass represents a rank within
Communities. Due to lack of money, lack of education and lack
Motivation are these people on a low ranking.
As a result, they have no power and could not
social resources such as luxury vacation, luxury car or
Appropriate home.
The IQ value itself actually says nothing at all, because, as he was
measures is negotiable. In a performance assessment for students, he is
on writing a German essay-determined: ”Ask
a discussion “. The after reaching censorship (from 0 to 15)
then defines the hierarchy. Or IQ scores, the
on a math attestation identified, or it can also be about the
Income identify: small income here means a lower-ranking
Position.
Whether the rank-one German paper with income rank correlated
to be seen. In practice, there are students in the art German
take a top position, and in political contrast, only
Midfield are. Nevertheless, there is a global rank, namely the
Rank in the labor market. It is more important than any other
performance.
To underscore the importance of social rank is worth closer to illuminate the
157
Looking into the patterns community, ”Jones Town“. As a reminder, this
was
the freaky cult in the middle of the South American jungle, which
radicalized. Also in this sect, there were ranks, the very top of Jim
Jones. He was the highest-ranking person. Then came his closest
Familiar to, and with them he had homosexual sex and
they were responsible for security in the camp. Deviants
The closest circle were disciplined. A rank
lower was the normal people, ie the average
Sektenangeh¨ohrige. He was part of the group and a follower. Quite
bottom of the ladder were the voluntary exit. These were
People who were not 100% compliant with Jim Jones and the
Thought played to leave the sect. From this layer
then recruited the survivors of the mass suicide.
There were those who did not swallow the deadly cocktail.
These persons would have only on a Jonestown-scale IQ
Values between 0 and reaches 50. Jim Jones on the other hand had a value
of
150 IQ points achieved (as leader).
The beauty of the IQ distribution, so that any
Feature can be measured: one course in school
cognitive performance. But you can also set the number of flat
Girls measure, or rank in the game ”World of Warcraft“. So
is it possible that someone on the macho scale IQ value of 140
158
reached (has many sexual contacts), and another might
only a value of 80 (very few sexual contacts). On the macho
The latter scale is so low in rank.
Something like an all-inclusive IQ score does not exist, and can
there be not at all. Defined but in different
social groups also have different social rank. But it
are certain individuals not to groups interested at all
, but are concerned only about success. Their goal is
regardless of the social groups simply the leader would be
. Win Such people do not play football because they football so
great find, but because they want to win. For this reason,
in job interviews so much recreational activities asked about.
This football is not really important, it’s all about the
Victory will of people. In companies such people as leaders
sought that everywhere else the first violin play. That is, in
competitive situations have a will to win. Where of course
It must be mentioned that people with the desire to win any
Compensate for deficits. Usually the self-esteem. Thus,
”To succeed“ as ...
159
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