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Aktuelles aus dem Fachverband Biogas: EEG 2012

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Oberfränkisches Biogas-Fortbildungsseminar am 08.02.2012 in Kloster Banz
Aktuelles aus dem Fachverband Biogas: EEG 2012,
Kreislaufwirtschaftsgesetz und Co. – Was muss der
Anlagenbetreiber jetzt beachten?
Dr. Stefan Rauh
Fachverband Biogas e.V.
Referatsleiter Landwirtschaft
Agenda
•
Fachverband Biogas e.V. und Branchenzahlen
•
Themenschwerpunkt EEG
•
•
•
•
•
Aktuelle Pflichten für Betreiber von Bestandsanlagen
Eckpunkte des EEG 2012
Übergangsbestimmungen für Bestandsanlagen
Auswirkungen auf Erweiterungen bei Bestandsanlagen
Aktuelle politische Lage
•
Genehmigungsrechtliche Aspekte
•
Einordnung von Gülle im neuen Kreislaufwirtschaftsgesetz
(Stichwort: „Gülle = Abfall“)
•
Besteuerung von unentgeltlich abgegebener Wärme
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
2
Struktur Fachverband Biogas e.V.
Präsidium
7 Mitglieder für eine Amtsdauer von 4 Jahren gewählt
Kuratorium
Sprecher der Regionalgruppen,
Arbeitskreise und Beiräte,
Repräsentanten anderer Verbände
Betreiber v. Biogasanlagen
Geschäftsstelle
22 Mitarbeiter
Hauptstadtbüro
4 Mitarbeiter
Regionalbüro Nord, Süd,
Ost, West und Redaktion
Biogas Journal
5 Mitarbeiter
4.600 Mitglieder (2012)
Firmen und Hersteller
Wissenschaftl. Institutionen
Regional organisiert in
23 Regionalgruppen
Interessierte Privatpersonen
u.a.
vertreten durch Regionalgruppensprecher
Rechtsanwälte
Banken u.a.
Europäischer Biogasverband (EBA) wurde im Februar 2009 gegründet
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
3
Biogasanlagenanzahl und installierte Leistung
3.600
©Fachverband Biogas e.V.
7.470
7.100
7.000
2.872
Anzahl Biogasanlagen
6.000
4.984
Anlagenzahl
5.000
1.893
3.891
3.711
3.500
4.000
3.000
2.680
2.000
1.000
450
274 370
139 159 186
617
850
2.050
1.750
1.600
1.300
1.050
2.767
5.905
2.700
2.291
2.250
1.800
1.350
1.377
1.271
1.100
650
900
450
390
0
0
Jahre
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
3.150
4
installierte elektr. Leistung
8.000
Biogasbranchenzahlen
Ende 2010
Prognose 2011
Prognose 2012
Anlagenzahl (davon BiomethanEinspeiseanlagen)
5905 (45)
7.100 (60)
7.470 (80)
Installierte el. Leistung in MW
2.291
2.767
2.872
14,82
17,92
19,98
4,2
5,1
5,7
2,46%
5,1
39.128
10%
3,09%
6,1
46.279
10%
5,7
45.333
25%
Netto-Stromproduktion in MWh
pro Jahr
Mit Biogas-Strom versorgte
Haushalte
Anteil am Stromverbrauch in %
Umsatzvolumen in D in Euro
Arbeitsplätze
Exportrate
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
5
Agenda
•
Fachverband Biogas e.V. und Branchenzahlen
•
Themenschwerpunkt EEG
•
•
•
•
•
Aktuelle Pflichten für Betreiber von Bestandsanlagen
Eckpunkte des EEG 2012
Übergangsbestimmungen für Bestandsanlagen
Auswirkungen auf Erweiterungen bei Bestandsanlagen
Aktuelle politische Lage
•
Genehmigungsrechtliche Aspekte
•
Einordnung von Gülle im neuen Kreislaufwirtschaftsgesetz
(Stichwort: „Gülle = Abfall“)
•
Besteuerung von unentgeltlich abgegebener Wärme
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
6
Umweltgutachter im EEG 2009
BiogasanlagenBiogasanlagen
-betreiber
betreiber
Erzeugt Strom aus
Biogas und speist in
Biogas
und speist
in
das öffentliche
Netz
ein.
das öffentliche
Netz
ein.
Umweltgutachter
Umweltgutachter
Netzbetreiber
Nimmt den
Erstellt Gutachten zum Biogasstrom ab und
Nachweis der
vergütet entsprechend
Nachweis
Vorgaben
des der
EEG
2009des EEG
der Vorgaben des
Vorgaben
EEG
2009
Aktuell ca. 110 Umweltgutachter im EEG 2009
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
7
Umweltgutachter im EEG 2009
1.
2.
3.
4.
Wann müssen Nachweise und Prüfungen durch den
Umweltgutachter im EEG 2009 erfolgen:
bei der Inanspruchnahme des NawaRo-Bonus, wenn pflanzliche
Nebenprodukte in NawaRo-Biogasanlagen eingesetzt werden
bei Inanspruchnahme des Güllebonus (bei NawaRoBiogasanlagen)
bei Inanspruchnahme des Landschaftspflegebonus (bei
NawaRo-Biogasanlagen)
bei Inanspruchnahme des KWK-Bonus nach Anlage 3 EEG
2009 (Prüfung positives Wärmekonzept und Nachweis des
KWK-Stroms)
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
8
Konformitätserklärung + Einsatzstofftagebuch
•
Daten zur Vergütungsberechnung bis 28.02. des Folgejahres an den
Netzbetreiber schicken
•
•
Angaben zu den beantragten Boni
Bestätigung des EEG-konformen Betriebs
•
Umweltgutachten + Einsatzstofftagebuch beilegen
•
Problem: E.ON hatte und hat Auszahlungsprobleme! Weiterhin fehlen
oft Abrechnungen oder sind fehlerhaft!
•
FvB hatte intensiven Kontakt mit E.ON und hat auf die Dringlichkeiten
hingewiesen. FvB hat auch die Minister Zeil und Brunner informiert.
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
9
Agenda
•
Fachverband Biogas e.V. und Branchenzahlen
•
Themenschwerpunkt EEG
•
•
•
•
•
Aktuelle Pflichten für Betreiber von Bestandsanlagen
Eckpunkte des EEG 2012
Übergangsbestimmungen für Bestandsanlagen
Auswirkungen auf Erweiterungen bei Bestandsanlagen
Aktuelle politische Lage
•
Genehmigungsrechtliche Aspekte
•
Einordnung von Gülle im neuen Kreislaufwirtschaftsgesetz
(Stichwort: „Gülle = Abfall“)
•
Besteuerung von unentgeltlich abgegebener Wärme
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
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Vergütungsübersicht Biogas im EEG 2012 (ct/kWhel)
Vergütung für
Leistungs- GrundEinsatzstoffEinsatzstoffVergärung von
klassen vergütung vergütungsklasse I vergütungsklasse II
Bioabfällenb)
≤ 75 kW
25 ct/kWha) (Sonderklasse: Güllekleinanlagen)
≤ 150 kW
14,3 ct/kWh
6,0 ct/kWh
8,0 ct/kWh
16 ct/kWh
≤ 500 kW
12,3 ct/kWh
6,0 ct/kWh
8,0 ct/kWh
16 ct/kWh
≤ 750 kW
11,0 ct/kWh
5,0 ct/kWh
8,0/6,0c) ct/kWh
14 ct/kWh
≤ 5.000 kW 11,0 ct/kWh
4,0 ct/kWh
8,0/6,0c) ct/kWh
14 ct/kWh
≤ 20.000 kW 6,0 ct/kWh
0,0 ct/kWh
0,0 ct/kWh
14 ct/kWh
a)
b)
c)
Gasaufbereitungsbonus
3 ct/kWh bis 700 Nm³/h
2 ct/kWh bis 1.000 Nm³/h
1 ct/kWh bis 1.400 Nm³/h
Nennleistung der
Gasaufbereitungsanlage
Keine Kombination mit der Grundvergütung und/oder den Einsatzstoffvergütungsklassen I und II
möglich!
Keine Kombination mit der Grundvergütung und/oder den Einsatzstoffvergütungsklassen I und II
möglich!
Strom aus Gülle und Mist
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
11
Eckpunkte des EEG 2012
1. Grundsätzliches und Grundvergütung
2. Einführung von Einsatzstoffvergütungsklassen
3. Mindestanforderungen an Klima-/Umweltschutz und Energieeffizienz
4. Abfallvergärungsanlagen
5. Güllevergärungsanlagen
6. Direktvermarktung
7. Nachweise im EEG 2012
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
12
1. Grundsätzliches und Grundvergütung
ct/kWhel
Bis 150 kW
Bis 500 kW
Bis 5 MW
Bis 20 MW
EEG 2012
14,3
12,3
11,0
6,0
EEG 2009
11,67
9,18
8,25
7,79
•
•
•
•
•
•
•
EEG 2012 gilt prinzipiell für Anlagen mit Inbetriebnahme ab dem
01.01.2012!
Leistungsgestaffelte Grundvergütung (GV) (§ 27 Abs. (1))
GV erhalten alle Stoffe der Biomasseverordnung
Integration des KWK-Bonus in die GV
Degression der Vergütung steigt auf 2 % bei der GV (keine Degression
bei den Einsatzstoffvergütungsklassen)
Technologie- und Luftreinhaltungsbonus wurden gestrichen
„Technologiebonus“ nur noch für Biomethaneinspeisung
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
13
2. Einführung von Einsatzstoffvergütungsklassen
Einsatzstoffvergütungsklassen (§ 27 Abs. 2)
ct/kWhel
Einsatzstoffvergütungsklasse I
Einsatzstoffvergütungsklasse II
Bis 500 kW
Bis 750 kW
Bis 5 MW
Bis 20 MW
6,0
5,0
4,0
-
8,0
8,0
(Ausnahme
Strom aus
Gülle: 6,0)
8,0
(Ausnahme
Strom aus
Gülle: 6,0)
•
Einsatzstoffvergütungsklassen geregelt im Anhang zur
Biomasseverordnung (BiomasseV)
•
Anteilige Vergütung anhand von Standardmethanerträgen
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
14
-
2. Einführung von Einsatzstoffvergütungsklassen
•
Geregelt in der BiomasseV
•
Einsatzstoffvergütungsklasse I (klassische NawaRo)
•
Einsatzstoffvergütungsklasse II (ökologisch wertvolle Stoffe)
•
Sonstige Materialien (z.B. Fettabscheider, Rapskuchen) erhalten nur
die Grundvergütung (Anlage 1 BiomasseV)
Anteilige Vergütung anhand von Standardgaserträgen
Ausschließlichkeitsprinzip wird außer Kraft gesetzt: Vermischung aller
Substrate möglich, soweit Anlagen für die jeweiligen Stoffe genehmigt
und entsprechend ausgerüstet!
Wichtig: Für Bestandsanlagen gilt weiterhin das
Ausschließlichkeitsprinzip!
•
•
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
15
2. Einführung von Einsatzstoffvergütungsklassen
Einsatzstoffe, die keinen Anspruch auf einsatzstoffbezogene
Vergütung begründen (nur Grundvergütung):
• Altbrot
• Backabfälle
• Biertreber
• Buttermilch
• Fettabscheiderinhalte
• Grünschnitt aus der öffentlichen und privaten Garten- und Parkpflege
• Speisereste
• Straßenbegleitgras
• Tierblut
• Zuckerrübenschnitzel
• …
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
16
2. Einführung von Einsatzstoffvergütungsklassen
Einsatzstoffe der Einsatzstoffvergütungsklasse I
• Corn-Cob-Mix
• Futterrübe/Futterrübenblatt
• Getreide (Ganzpflanze)
• Getreidekorn
• Gras einschließlich Ackergras
• Grünroggen (Ganzpflanze)
• Körnermais
• Mais (Ganzpflanze)
• Sonnenblume (Ganzpflanze)
• Zuckerrüben
• …
• Sonstige „zielgerichtete“ angebaute Energiepflanzen
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
17
2. Einführung von Einsatzstoffvergütungsklassen
Einsatzstoffe der Einsatzstoffvergütungsklasse II
• Blühstreifen, Blühflächen, Schonstreifen, Ackerrandstreifen…
• Durchwachsene Silphie
• Geflügelmist, Geflügeltrockenkot
• Kleegras und Luzernegras (als Zwischenfrucht von Ackerstandorten)
• Landschaftspflegematerial (kein Rasenschnitt, keine zielgerichtet
angebaute Biomasse wie Mais oder Getreide)
• Landschaftspflegegras: maximal 2-schürige Mahd
• Pferdemist, Schafsmist, Ziegenmist
• Rinderfestmist, Rindergülle
• Schweinfestmist, Schweinegülle
• …
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
18
2. Einführung von Einsatzstoffvergütungsklassen
Aufteilung der Vergütung: § 2a BiomasseV
•
•
•
•
Aufteilung entsprechend dem Standardgasertrag (m3 Methan pro
Tonne Frischmasse)
prozentuale Aufteilung
Zünd- und Stützfeuerung wird entsprechend aufgeteilt
Beispiel: Einsatz von 5.000 t Frischmasse (FM) Silomais und 5.000 t
Rindergülle pro Jahr:
• 5.000 t FM Silomais * 106 m3 Methan pro t FM = 530.000 m3 Methan
• 5.000 t FM Rindergülle * 17 m3 Methan pro t FM = 85.000 m3 Methan
• Gesamtmethanertrag (theoretisch): 615.000 m3 Methan (ca. 2,3 Mio kWhel)
Anteile am Gesamtmethanertrag:
• Silomais: 86,2 % (= Anteil Strom der 6 ct Zusatzvergütung erhält)
• Rindergülle: 13,8 % (= Anteil Strom der 8 ct Zusatzvergütung erhält)
(Hilfestellung bei der Vergütungsberechnung durch EEG-Rechner des FvB)
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
19
3. Mindestanforderungen an Klima- und
Umweltschutz sowie Energieeffizienz
Mindestwärmeanforderung für den Erhalt der Grund- und
Einsatzstoffvergütung
• mind. 60 % des Stroms in Kraft-Wärme-Kopplung pro Kalenderjahr
• 25 % werden für Fermenter angerechnet, 35 % externe Wärmenutzung
nach Positivliste nachzuweisen (Neu: u. a. ORC und Holztrocknung)
• Nachweis über den gesamten Zeitraum; Ausnahme: im
Inbetriebnahmejahr kein Nachweis erforderlich, im 1. Jahr danach 25 %
nachzuweisen
• Nicht Einhaltung: Absenkung der Vergütung auf Preise an der EEX
• Ab dem 6. auf die Inbetriebnahme der Anlage folgenenden Jahr
Absenkung der GV auf 80 % bei Nichteinhaltung
• Ausnahme: bei einem Gülleanteil von über 60 Masse-% oder
Einstieg in die Direktvermarktung muss Wärmenutzung nicht
nachgewiesen werden! (Gülle im Sinne EU VO 1069/2009)
• Nachweis durch Umweltgutachten
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
20
3. Mindestanforderungen an Klima- und
Umweltschutz sowie Energieeffizienz
Wärmenutzung nach Anlage 2 EEG 2012 (Positivliste):
• Gebäudebeheizung bis 200 kWh pro Quadratmeter Nutzfläche
• Wärmeeinspeisung in ein Netz mit 400 m Länge bis maximal 25 %
Verluste bezogen auf den Wärmebedarf der Wärmekunden
• Holztrocknung bis 0,9 kWh je kg Holz und Prozesswärme für
ausgewählte industrielle Prozesse der 4. BImSchV
• Geflügelaufzuchtgebäude, wenn fossile Energie ersetzt wird
• Tierstallbeheizung mit Obergrenzen pro Jahr:
•
•
•
•
•
•
Geflügelmast: 5 kWh pro Tierplatz
Sauen: 350 kWh pro Tierplatz
Ferkelaufzucht: 75 kWh pro Tierplatz
Schweinemast: 45 kWh pro Tierplatz
Unterglasanlagen bei Ersatz fossiler Energie
Hygienisierung oder Pasteurisierung von Gärresten, die nach
geltendem Recht der Hygienisierung/Past. bedürfen
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
21
3. Mindestanforderungen an Klima- und
Umweltschutz sowie Energieeffizienz
Wärmenutzung nach Anlage 2 EEG 2012 (Positivliste):
• Aufbereitung von Gärresten zur Düngemittelherstellung
• Nutzung der Abwärme zur Stromerzeugung (insb. ORC-und KalinaCycle-Prozesse)
Negativliste:
• § 1 Abs. 2 EnEV (vorrangig bleibt: Positivliste)
• wenn Biogasanlage fossile Brennstoffe für Wärmeeigenbedarf einsetzt
Auffangtatbestand:
• Weder Positiv- noch Negativliste
• Wärmenutzung in Ordnung, wenn nachweislich fossile Energie ersetzt
wird!
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
22
3. Mindestanforderungen an Klima- und
Umweltschutz sowie Energieeffizienz
Maisdeckel
•
•
•
Input maximal 60 Masse-% Mais (Ganzpflanze), CCM,
Lieschkolbenschrot und Getreidekorn einschließlich Körnermais in
jedem Kalenderjahr
Nichteinhaltung: Absenkung der Vergütung auf Preise an der EEX
Nachweis durch Einsatzstofftagebuch
Technische Vorgaben (§ 6 Abs. (4))
• Neu zu errichtende Gärrestlager am Standort der BGA sind gasdicht
auszuführen
• Einhaltung einer Mindestverweilzeit im gasdichten Raum (150 Tage)
• Ausnahme: 100 % Gülle iSd. DüngG (flüssige Gülle < 15 % TS)
• Zusätzliche Gasverbrauchseinrichtung
• Nichteinhaltung: Absenkung der Vergütung auf Null
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
23
4. Abfallvergärungsanlagen (§ 27a)
Vergütung
• 16,0 ct/kWhel bis 500 kW (Bemessungsleistung)
• 14,0 ct/kWhel über 500 kW bis 20 MW (Bemessungsleistung)
Voraussetzungen
• Input mindestens 90 Masseprozent
• 20 02 01 - biologisch abbaubare Abfälle (Grünabfälle)
• 20 03 01 - gemischte Siedlungsabfälle (Biotonne)
• 20 03 02 - Marktabfälle (u.a. überlagerte Lebensmittel)
im Sinne des Anhang 1 Nummer 1 der Bioabfallverordnung
• durchschnittlich im jeweiligen Kalenderjahr (Nachweis durch
Einsatzstofftagebuch)
• Unmittelbare Nachrotte der festen Gärrückstände und stoffliche Verwertung
der Gärprodukte
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
24
4. Abfallvergärungsanlagen (§ 27a)
• Anlagen sind vom Wärmenutzungsgrenzwert ausgenommen
• Restlichen 10 % Input frei wählbar (Biomasse im Sinne der
BiomasseV)
• Keine Kombination mit der Grundvergütung und/oder den
Einsatzstoffvergütungsklassen I und II möglich
• Auch auf Altanlagen anwendbar, wenn alle genannten
Voraussetzungen erfüllt werden
• Verpflichtende Marktprämie ab 1. Januar 2014 für > 750 kW Anlage
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
25
5. Güllevergärungsanlagen (§ 27b)
Vergütung:
• 25,0 ct/kWhel bis 75 kWel installierter Leistung
Voraussetzungen:
• Stromerzeugung am Standort der Biogaserzeugung
• installierte Leistung maximal 75 kWel
• Anlagen, die mindestens 80 Masse-% Gülle im Jahresdurchschnitt
einsetzen (Nachweis durch Einsatzstofftagebuch)
• Gülle: Mist und Gülle von Schweinen und Rindern, Pferdemist, Ziegenund Schafmist
• Geflügelmist und Geflügeltrockenkot sind nicht auf die 80 % anrechenbar
Besonderheiten:
• Anlagen sind vom Wärmenutzungsgrenzwert ausgenommen
• Keine Kombination mit der Grundvergütung und/oder den
Einsatzstoffvergütungsklassen I und II möglich
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
26
6. Formen der Direktvermarktung - § 33b
Vermarktungsformen schließen sich grundsätzlich gegenseitig aus! N.B. Verstoß § 56
1. Marktprämienmodell
Direktvermarktung des
Stroms und Geltendmachung der Marktprämie.
Bei der Vermarktung von
aus Biogas erzeugtem
Strom kann auch die
Flex‘Prämie geltend
gemacht werden.
2. Grünstromprivileg
3. Sonstige
Direktvermarktung
Vermarktung an ein
Versorgungsunternehmen,
der ihn nutzt, um das
Grünstromprivileg in
Anspruch zu nehmen.
Soll jede weitere
Vermarktungsform
umfassen und als
Auffangtatbestand dienen.
Gilt grundsätzlich auch für
Strom aus EE und
Grubengas, der nicht
nach EEG
vergütungsfähig ist.
Anm.: Flex`Prämie keine eigenständige Vermarktungsform; wird zur Marktprämie gewährt.
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
27
6. Prinzip der Marktprämie
Opt. Flexprämie
© Fachverband Biogas e.V.
Gewinnpotential f.
Dienstleister und
Betreiber
EEGVergütung
Risiko:
Markterlös kann
auch unter dem
Monatsmittelwert an
der Börse liegen!
Mehrerlös
durch DV
Mehrerlös
durch DV
Managementprämie
Managementprämie
Marktprämie
Marktprämie
Mehrerlös
durch DV
Markterlös
DV ohne
Marktprämie
Monatsmittelwert
Börse
Monatsmittelwert
Börse
DV mit
Marktprämie
DV mit Marktprämie
und Flexibilitätsprämie
Monatsmittelwert
EPEX
Marktprämie = EEG-Vergütung – Monatsmittelwert an der Börse + Managementprämie
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
28
6. Flexibilitätsprämie
Installierte Leistung:
Bemessungsleistung:
Jahr:
800 kW
600 kW
2012
Gas: Biogas
P(Zusatz) * KK * 100 ct/€
FP (Cent pro kWh) =
PBem*8760 h/a
P (Zusatz) (140) = Pins (800) - (PBem(600) * fKor (1,1))
P(Zusatz) (140) * KK (130 €/kW) * 100 ct/€)
FP (Cent/ kWh) 0,35 =
PBem (600) * 8760 h/a
FP (€/a) = P(Zusatz) (140 kW/a) * KK (130 €/kW) = 18.200 €/a = 0,35 ct/kWh
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
29
7. Nachweise im EEG 2012
Bei Inbetriebnahme und jährlich zum 28.2. sind nachzuweisen:
Nachweis durch Umweltgutachterin oder Umweltgutachter:
• Strom gemäß Einsatzstoffvergütungsklasse I und II
• KWK-Strom gemäß Anlage 2 EEG 2012 (Mindestwärmenutzung)
• Einsatz von mindestens 60 Masse-% Gülle pro Kalenderjahr
(Wärmenutzungsnachweis entfällt damit!)
Nachweis durch Einsatzstofftagebuch:
• Einhaltung Maisobergrenze (60 Masse-%)
• Einhaltung Massengrenzwerte (Gülle- und Abfallvergärungsanlage)
Kein Nachweis: Vergütungsverringerung auf Monatsmittelwert am Spotmarkt
der Strombörse EPEX Spot SE Leipzig
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
30
Agenda
•
Fachverband Biogas e.V. und Branchenzahlen
•
Themenschwerpunkt EEG
•
•
•
•
•
Aktuelle Pflichten für Betreiber von Bestandsanlagen
Eckpunkte des EEG 2012
Übergangsbestimmungen für Bestandsanlagen
Auswirkungen auf Erweiterungen bei Bestandsanlagen
Aktuelle politische Lage
•
Genehmigungsrechtliche Aspekte
•
Einordnung von Gülle im neuen Kreislaufwirtschaftsgesetz
(Stichwort: „Gülle = Abfall“)
•
Besteuerung von unentgeltlich abgegebener Wärme
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
31
Folgen für Bestandsanlagen
Wichtig
• Früher: Jede EEG-Novelle hat das jeweils neue Recht generell
für Altanlagen angewendet.
JETZT (EEG 2012):
• Inbetriebnahme bis 31.12.2011
EEG 2009! Es gelten
weiterhin die Vergütungssätze des EEG 2009!
• Inbetriebnahme ab 01.01.2012
EEG 2012 (Ausnahme:
Übergangsregelungen § 66 EEG 2012 beachten!)
→ Bestandsschutz ist gesichert!
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
32
Folgen für Bestandsanlagen
Beispiel: BGA mit Inbetriebnahmejahr 2009, 2010 oder 2011 möchte
• 2012 auf Gärresttrocknung mit 3 ct KWK-Bonus (oder andere
positive Wärmenutzung im Sinne des EEG 2009) umstellen
• 2012 auf den Güllebonus umstellen
• 2012 den Luftreinhaltungsbonus geltend machen
Nach derzeitigem Stand: alles möglich!
Beispiel: BGA mit Inbetriebnahmejahr 2004 bis 2008 möchte
• 2012 auf Gärresttrocknung mit 3 ct KWK-Bonus (oder andere
positive Wärmenutzung im Sinne des EEG 2009) umstellen
• 2012 auf den Güllebonus umstellen
• 2012 auf Trockenfermentationsbonus umstellen
• 2012 den Luftreinhaltungsbonus geltend machen
Nach derzeitigem Stand: alles möglich!
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
33
Übergangsbestimmungen für Altanlagen
•
EEG 2012 gilt prinzipiell für Anlagen mit Inbetriebnahme ab dem
01.01.2012!
•
Für Bestandsanlagen gilt weiterhin das EEG 2009!
•
Wenige Übergangsreglungen für Altanlagen:
• Nachrüstpflicht einer zusätzlichen Gasverbrauchseinrichtung bis
zum 01.01.2014 für alle Altanlagen
• Für Neuanlagen, ist die Maisobergrenze nicht einzuhalten, wenn
das Biogas aus einer Gaserzeugung stammt, die bereits vor dem
01.01.2012 Biogas erzeugt hat!
• Wechselmöglichkeit in Markt- und Flexibilitätsprämie
• Wechselmöglichkeit in den § 27 a (Bioabfallvergärungsanlagen)
• Vertragliche Vereinbarung der Geltung der Entscheidungen der
Clearingstelle EEG möglich (z.B. enger Anlagebegriff)
•
…
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
34
Zusätzliche Gasverbrauchseinrichtung, § 66 Abs. 1
Nr. 3 u. 4 EEG 2012
Ab dem 1.1.2014 benötigen
BGA´s eine zusätzliche Gasverbrauchseinrichtung
Zusätzliche
Gasverbrauchseinrichtung für
einen Störfall oder
eine Überproduktion ist vorhanden:
volle Vergütung
Kein
Verstoß
Verstoß
d.h. nach dem 1.1.2014
ist keine zusätzliche Gasverbrauchseinrichtung
vorhanden
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
Reduzierung der
Vergütung auf Null
Rechtsfolge
35
Maisdeckel - § 66 Abs. 4 EEG 2012
Welche Biogasanlagen müssen den „Maisdeckel“ einhalten?
Nach § 27 EEG 2012 besteht ein Vergütungsanspruch für Strom aus
Anlagen,
• die zur Stromerzeugung Biogas einsetzen und
• dieses Biogas aus Anlagen zur Erzeugung von Biogas beziehen, „die
bereits vor dem 1. Januar 2012 Biogas erzeugt haben“,
auch dann, wenn der so genannte Maisdeckel nicht eingehalten wird.
Beispiel:
•
Vergütungsanspruch nach
EEG 2012 für Strom aus
BHKW 2012
•
Mindestwärmenutzung ist
einzuhalten
•
kein „Maisdeckel“
einzuhalten
2009
2009
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
S-BHKW
2012
36
Clearingstelle-EEG - § 66 Abs. 12 EEG 2012
Clearingstelle EEG
•
Vertragliche Vereinbarung der Geltung der Entscheidungen der
Clearingstelle EEG möglich
• Zukünftig können damit Anlagenbetreiber von Altanlagen
beispielsweise u.U. den engen technischen Anlagenbegriff
vereinbaren.
•
Kann Entgelte erheben für
• Anwendungsfragen zwischen Parteien
• Stellungnahmen für Parteien zu Anwendungsfragen auf deren
gemeinsamen Antrag
• Stellungnahme für ordentliche Gerichte
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
37
Agenda
•
Fachverband Biogas e.V. und Branchenzahlen
•
Themenschwerpunkt EEG
•
•
•
•
•
Aktuelle Pflichten für Betreiber von Bestandsanlagen
Eckpunkte des EEG 2012
Übergangsbestimmungen für Bestandsanlagen
Auswirkungen auf Erweiterungen bei Bestandsanlagen
Aktuelle politische Lage
•
Genehmigungsrechtliche Aspekte
•
Einordnung von Gülle im neuen Kreislaufwirtschaftsgesetz
(Stichwort: „Gülle = Abfall“)
•
Besteuerung von unentgeltlich abgegebener Wärme
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
38
Anlagenbegriff
• Keine Neuerung, keine Klarstellung im EEG 2012, was den
Anlagenbegriff selbst angeht
• Folge (für Neuanlagen wie Bestandsanlagen)
Streit: gilt
Juristischer
• ein weiter Anlagenbegriff?
• der Anlagenbegriff der Clearingstelle EEG?
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
39
Anlagenbegriff – weiter Anlagenbegriff
Eine Anlage mit 300 kW und Inbetriebnahmejahr 2009
150 kW BHKW:
Inbetriebnahme
2009
Fermenter
150 kW BHKW:
Inbetriebnahme
2011
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
Achtung: Evtl. zukünftig BImSchGenehmigung erforderlich → u.a.
gasdichtes Endlager für NawaRo-Bonus
40
Anlagenbegriff – enger Anlagenbegriff
(Clearingstelle EEG)
1. Anlage mit 150 kW,
Inbetriebnahmejahr 2009
Achtung: Anlage aus BImSch-rechtlicher
Sicht eine Anlage → evtl. zukünftig
BImSch-Genehmigung erforderlich → u.a.
gasdichtes Endlager für NawaRo-Bonus
150 kW BHKW:
Inbetriebnahme
2009
Fermenter
150 kW BHKW:
Inbetriebnahme
2011
2. Anlage mit 150 kW,
Inbetriebnahmejahr 2011
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
Anlage erhält u.a. 3,92 ct
Güllebonus anstelle von
1 ct beim weiten
Anlagenbegriff
41
Probleme mit dem engen Anlagenbegriff
Fossile Zünd- und Stützfeuerung:
BGA (Inbetriebnahme 2006) mit fossiler Zündfeuerung baut 2011
oder 2012 ein weiteres Zündstrahl BHKW hinzu mit fossiler
Zündfeuerung
Weiter Anlagenbegriff:
•
•
Neues BHKW erhält Inbetriebnahmejahr 2006
Folge: problemlos möglich!
Enger Anlagenbegriff (Clearingstelle EEG):
•
•
Neues BHKW ist Neuanlage mit Inbetriebnahmejahr 2011 oder 2012
Fossile Zündfeuerung führt zu unzulässiger Mischfeuerung
Folge:
EEG-Vergütung entfällt komplett!!!
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
42
Der Anlagenbegriff für NEUANLAGEN
(ab 01.01.2012)
•
Keine Neuerung, keine Klarstellung im EEG 2012, was den
Anlagenbegriff selbst angeht
•
ABER: § 19 Absatz 1 Satz 2 (NEU):
„Abweichend von Satz 1 gelten mehrere Anlagen …zum Zweck der
Ermittlung der Vergütung… als EINE Anlage, wenn sie Strom aus
Biogas mit Ausnahme von Biomethan erzeugen und das Biogas AUS
DERSELBEN ANLAGE ZUR ERZEUGUNG VON BIOGAS STAMMT“
Folge
• Damit gibt es für NEUANLAGEN mit Inbetriebnahmejahr 2012 oder
später KEINE SATELLITEN-BHKW mehr, die einen eigenständigen
Vergütungsanspruch haben!
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
43
Bedeutung des neuen § 19 für Altanlagen
Beispiel: Biogasanlage mit Inbetriebnahmejahr 2009
• Erweiterung um neues BHKW in 2012 am Standort der BGA
• Unklar: Hat das BHKW aus 2012 das Inbetriebnahmejahr 2009
(weiter Anlagenbegriff) oder 2012 (Anlagenbegriff Clearingstelle)?
• Eindeutig: Wenn 2012, Vergütung wird mit BHKW aus 2009
zusammengerechnet nach § 19 (keine Vergütung von 0 kW an):
EEG 2012 einzuhalten: Wärmenutzungspflicht, aber kein
Maisdeckel!
•
Zubau eines Satelliten-BHKW´s im Jahr 2012 möglich?
• Ja: Satelliten als eigenständige Anlage auch im EEG 2012 möglich
• Satelliten-BHKW erhält Inbetriebnahmejahr 2012
• Aber: Vergütung wird mit BHKW aus 2009 zusammengerechnet
nach § 19 (keine eigenständige Vergütung von 0 kW an)
• EEG 2012 einzuhalten: Wärmenutzungspflicht, aber kein
Maisdeckel!
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
44
Voraussetzungen Satelliten-BHKW
• Netzbetreiber erkennen Satelliten in der Regel an:
• bei ausreichender räumlichen Trennung (500 m?)
• bei sinnvollem Wärmekonzept (keine rechtlichen Vorgaben
vorhanden. Keine überdimensionierten BHKW´s: BHKW Größe
passt zum Wärmeabnehmer)
• Nachweis, dass Gasleitung als ökonomischer und ökologischer
Sicht günstiger als eine Wärmeleitung
• (P) Rechtssicherheit:
• Keine! Weder im EEG 2009 noch im EEG 2012!
• Über Rechtsgutachten mit Netzbetreiber vorher absichern!
• Über Verpachtung an eigenständige GmbH Rückzahlungsrisiko
absichern
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
45
Bedeutung des neuen § 19 für Altanlagen (weiter
Anlagenbegriff)
Eine Anlage mit 300 kW und Inbetriebnahmejahr 2009
150 kW BHKW:
Inbetriebnahme
2009
Achtung: Evtl. zukünftig BImSchGenehmigung erforderlich → u.a.
gasdichtes Endlager für NawaRo-Bonus
Fermenter
150 kW BHKW:
Inbetriebnahme
2012
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
Keine Bedeutung des § 19 EEG 2012:
• Neues BHKW: Altanlage
• weiter Anlagenbegriff: ohnehin eine
Anlage
46
Bedeutung des neuen § 19 für Altanlagen (enger
Anlagenbegriff bzw. Satelliten-BHKW)
1. Anlage mit 150 kW,
Inbetriebnahmejahr 2009
150 kW BHKW:
Inbetriebnahme
2009
Achtung: Anlage aus BImSch-rechtlicher
Sicht eine Anlage → evtl. zukünftig
BImSch-Genehmigung erforderlich → u.a.
gasdichtes Endlager für NawaRo-Bonus
*BHKW an der BGA
Fermenter
150 kW BHKW*:
Inbetriebnahme
2012
2. Anlage mit 150 kW,
Inbetriebnahmejahr 2012
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
§ 19 EEG 2012
(enger
Anlagenbegriff) oder
Satelliten-BHKW
Aber: Anlage erhält die
Vergütungssätze von
150 kW bis 300 kW des
EEG 2012!
47
Austausch eines BHKW´s
§ 21 Abs. 3 EEG 2009, § 3 Nr. 5 Satz 2 EEG 2012
•
Der Austausch eines Generators oder sonstiger technischer oder
baulicher Teile führt nicht
•
•
zu einem Neubeginn des Vergütungsanspruchs (EEG 2009)
zu einer neuen Inbetriebnahme (EEG 2012)
•
Folge (juristisch nicht abschließend geklärt, aber wohl überwiegend so
vertreten):
Wird an Stelle eines alten BHKW ein neues eingebaut, bleibt es
beim bisherigen Inbetriebnahmejahr und beim bisherigen
Vergütungsanspruch!
•
Austausch durch größeres BHKW: Handhabung unklar v.a. beim engen
Anlagenbegriff!
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
48
Inbetriebnahmebegriff im EEG 2012
§ 3 Nr. 5 EEG 2012
• „die erstmalige Inbetriebsetzung des Generators der Anlage nach
•
Herstellung der technischen Betriebsbereitschaft der Anlage,
unabhängig davon, ob der Generator mit erneuerbaren Energien,
Grubengas oder sonstigen Energieträgern in Betrieb gesetzt wurde.“
(EEG 2009: die erstmalige Inbetriebsetzung der Anlage nach….)
Neu Gesetzesbegründung:
•
•
Wurde bei der Vor-Ort-Verstromung ein eingesetzter Generator bereits
vor Herstellung der technischen Betriebsbereitschaft der Anlage in
Betrieb genommen, kommt es gleichwohl auf die technische
Betriebsbereitschaft der Anlage an!
Die Anlage selbst muss – wie schon nach bisheriger Rechtslage –
technisch betriebsbereit sein.
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
49
Inbetriebnahmebegriff im EEG 2012
BGA für 2011 geplant, im Dezember 2011 stehen erst Teile des
Fermenters; neues BHKW wird geliefert und mit fossiler
Energie Strom erzeugt in 2011; Fertigstellung der
Gesamtanlage erst 2012
•
Gesetzeswortlaut:
•
•
•
Gesetzesbegründung:
•
•
•
Erstmalige Inbetriebsetzung des GENERATORS (egal mit welcher Energie)
in 2011
Herstellung der technischen Betriebsbereitschaft der Anlage
erst 2012
Hier liegt eine Inbetriebnahme wohl erst im Jahr 2012 vor, obwohl der
Generator zuvor in Betrieb gesetzt wurde
Fossile IB: IB-Jahr wohl 2012 (BGH-Rechtsprechnung zum alten
Recht)
Evtl. Lösung.: IB mit Biomethan (Restrisiko bleibt!)
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
50
Bedeutung des Inbetriebnahmebegriffes im EEG
2012 für Altanlagen
Biogasanlage mit Inbetriebnahmejahr 2009: 2012 wird ein
gebrauchter Satellit verbaut, der mit Biogas bereits 2011
gelaufen ist, Verlegung der Gasleitung 2012
Folge: BHKW und damit Satelliten-Anlage nimmt IB-Jahr 2011 mit
unterfällt EEG 2009
KEINE Zusammenrechnung mit BGA über § 19 EEG 2012!
ABER RISIKO: Gesetzesbegründung (Inbetriebnahme erst nach
technischer Betriebsbereitschaft der Anlage)
evtl. EEG 2012 und
Zusammenrechnung über § 19 EEG
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
51
Erweiterungen mit gebrauchten BHKW´s (weiter
Anlagenbegriff)
Eine Anlage mit 300 kW und Inbetriebnahmejahr 2009
150 kW BHKW:
Inbetriebnahme
2009
Fermenter
Gebrauchtes
BHKW 150 kW
(Inbetriebnahmejahr 2011)
2012 aufstellen
an der BGA
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
Achtung: Evtl. zukünftig BImSchGenehmigung erforderlich → u.a.
gasdichtes Endlager für NawaRo-Bonus
52
Erweiterungen mit gebrauchten BHKW´s (enger
Anlagenbegriff)
1. Anlage mit 150 kW,
Inbetriebnahmejahr 2009
150 kW BHKW:
Inbetriebnahme
2009
Gebrauchtes
BHKW 150 kW
(Inbetriebnahmejahr 2011)
2012 aufstellen
an der BGA
2. Anlage mit 150 kW,
Inbetriebnahmejahr 2011
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
Achtung: Anlage aus BImSch-rechtlicher
Sicht eine Anlage → evtl. zukünftig
BImSch-Genehmigung erforderlich → u.a.
gasdichtes Endlager für NawaRo-Bonus
Fermenter
Restrisiko
Gesetzesbegründung
(Inbetriebnahme): evtl.
IB 2012 und
Zusammenrechnung
über § 19 EEG???
53
Agenda
•
Fachverband Biogas e.V. und Branchenzahlen
•
Themenschwerpunkt EEG
•
•
•
•
•
Aktuelle Pflichten für Betreiber von Bestandsanlagen
Eckpunkte des EEG 2012
Übergangsbestimmungen für Bestandsanlagen
Auswirkungen auf Erweiterungen bei Bestandsanlagen
Aktuelle politische Lage
•
Genehmigungsrechtliche Aspekte
•
Einordnung von Gülle im neuen Kreislaufwirtschaftsgesetz
(Stichwort: „Gülle = Abfall“)
•
Besteuerung von unentgeltlich abgegebener Wärme
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
54
Politische Großwetterlage vor der EEG-Novelle…
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
55
…Super-GAU Fukushima und Energiewende…
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
56
…aktuelle politische Großwetterlage
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
57
Aktuelle Lage
•
Agrarministerkonferenz Suhl am 28. Oktober 2011
•
Treffen der Koalitionsarbeitsgruppe „Energie“
Intensive Diskussion zur Höhe der EEG-Umlage mit Prüfauftrag bei
Photovoltaik und Güllekleinanlagen
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
58
Aktuelle Lage (2)
•
•
Umgehende Untersützung des BMELV durch den FvB mit Argumenten
für die Güllekleinanlage
Austausch mit dem KTBL
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
59
Agenda
•
Fachverband Biogas e.V. und Branchenzahlen
•
Themenschwerpunkt EEG
•
•
•
•
•
Aktuelle Pflichten für Betreiber von Bestandsanlagen
Eckpunkte des EEG 2012
Übergangsbestimmungen für Bestandsanlagen
Auswirkungen auf Erweiterungen bei Bestandsanlagen
Aktuelle politische Lage
•
Genehmigungsrechtliche Aspekte
•
Einordnung von Gülle im neuen Kreislaufwirtschaftsgesetz
(Stichwort: „Gülle = Abfall“)
•
Besteuerung von unentgeltlich abgegebener Wärme
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
60
Planungsrechtliche Grundlage
Bauen im Außenbereich (Baugesetzbuch)
• § 35 Baugesetzbuch (BauGB): Im Außenbereich sind Vorhaben nur
zulässig:
•
•
wenn öffentliche Belange nicht entgegenstehen,
die ausreichende Erschließung gesichert ist…
•
§ 35 Abs. 1 Nr. 6 regelt die Zusatzvoraussetzungen für Biogasanlagen
(Privilegierungstatbestände)!
•
Werden die Vorgaben der Privilegierung nicht eingehalten,
•
•
dann ist eine Sondergebietsausweisung (Vorhabenbezogener
Bebauungsplan) erforderlich,
was wiederum das Einverständnis der Baubehörde (Gemeinde)
voraussetzt.
61
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
Privilegierungstatbestände
Vorhaben der energetischen Nutzung von Biomasse im Rahmen von
landwirtschaftlichen, forstwirtschaftlichen oder von gartenbaulichen
Betreiben sind unter folgenden Voraussetzungen zulässig (§ 35 Abs.
1 Nr. 6 BauGB):
•
•
•
•
Das Vorhaben steht in einem räumlich funktionalen Zusammenhang
mit dem Betrieb,
die Biomasse stammt überwiegend aus diesem oder aus nahe
gelegenen Betrieben,
es wird je Hofstelle nur eine Anlage betrieben,
die Feuerungswärmeleistung der Anlage überschreitet nicht 2,0
Megawatt und die Kapazität einer Anlage zur Erzeugung von Biogas
überschreitet nicht 2,3 Millionen Normkubikmeter Biogas pro Jahr.
62
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
Baurecht oder Bundesimmissionsschutzgesetz
(BImSchG) (altes Recht)
Auch die Nr. 9.1, Spalte 2, Buchstabe b) „Anlagen zur Lagerung von brennbaren Gasen in Behältern mit einem Fassungsvermögen
von 3 Tonnen bis weniger als 30 Tonnen“ wird z. T. als Genehmigungsbedürftigkeit nach BImSchG auslösend angesehen.
63
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
Baurecht oder Bundesimmissionsschutzgesetz
(BImSchG) (zukünftiges Recht)
•
Anhanggesetz zum KrWG
•
Einheitlicher Genehmigungstatbestand für Biogasanlagen:
•
•
•
•
•
•
•
Biogasanlagen mit einer Gasproduktion über 1,2 Mio. Nm³ (ca. 300-350
kW)
Gärproduktlager über 6.500 m³
Geplant war: 100 Nm³/h (ca. 200-250 kW)
Gilt auch für Altanlagen: Anzeigepflicht (3 Monate)
Konkrete Umsetzung noch nicht klar; Gesetz im Vermittlungsausschuss
Fachverband wird sich für praxisgerechte Lösung einsetzen und über
notwendigen Handlungsbedarf informieren
Nicht verwechseln mit neuer Grenze für die Privilegierung
•
•
2,3 Mio. Nm³ (ca. 600-650 kW) und
2 MW Feuerungswärmeleistung (ca. 800 kW)
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
64
Agenda
•
Fachverband Biogas e.V. und Branchenzahlen
•
Themenschwerpunkt EEG
•
•
•
•
•
Aktuelle Pflichten für Betreiber von Bestandsanlagen
Eckpunkte des EEG 2012
Übergangsbestimmungen für Bestandsanlagen
Auswirkungen auf Erweiterungen bei Bestandsanlagen
Aktuelle politische Lage
•
Genehmigungsrechtliche Aspekte
•
Einordnung von Gülle im neuen Kreislaufwirtschaftsgesetz
(Stichwort: „Gülle = Abfall“)
•
Besteuerung von unentgeltlich abgegebener Wärme
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
65
Derzeitige rechtliche Einordnung
Tierische Nebenprodukte
• Gülle, Mist, Magen- und Darminhalt
• Milch (-produkte), Kolostrum
• Blut (-produkte), Eier (-schalen),
• Häute, Haare, Wolle, Federn, Fische
Landwirtschaftliche
Nebenprodukte
Bioabfälle
• Fettabscheider, Flotatschlämme
• Glycerin, Schlempen, Trester, Treber
• Gemüse-, Kartoffeln-, Getreideabfälle
• Landschaftspflegeabfälle (z.B.: GartenParkabfälle, Grasschnitt von Biotopen)
• pflanzliche Reststoffe ohne
Abfalleigenschaft
• Ernterückstände, Stroh, Gras, etc.
• Rübenblätter, -schnitzel
• Chicoréewurzeln
• Rückstände aus der Lebens-, Futter- und Genussmittelherstellung
• Essensreste aus Kantinen und Küchen, getrennte kommunale Sammlung
VO (EU) Nr. 1069/2009
Tierische NebenprodukteBeseitigungsverordnung (TierNebV)
Kreislaufwirtschafts-und
Abfallgesetz (KrW-/AbfG)
Bioabfallverdnung (BioAbfV)
Hygienisierung von biogene Reststoffe abhängig von rechtlichter Einordnung, Gefährdungspotential, Ursprung und Beschaffenheit
(Pasteurisierung 70°C/1h, thermophile Vergärung 55°C/24h, mesophile Vergärung zeigt bereits hygienisierende Wirkung)
Düngegesetz (DüG), Düngeverordnung (DüV), Düngemittelverordnung (DüMV)
Dr. Stefan Rauh
18.01.2012
66
Zukünftige Einordnung von tierischen
Nebenprodukten
KAT 1 Material
• z.B. Risikomaterial (BSE)
KAT 2 Material
•Gülle
• Mist, Magen- und Darminhalt
• Hemmstoffhaltige Milch, Kolostrum
KAT 3 Material
• Häute, Hufe, Federn, Wolle, etc.
• Hörner, Haare, Borsten, Eierschalen
• Blut und Blutprodukte, Rohmilch und Milchprodukte
• Küchen- und Speiseabfälle tierischen Ursprungs
• Ehemalige Lebensmittel tierischen Ursprungs
VO (EU) Nr. 1069/2009
Tierische Nebenprodukte-Beseitigungsverordnung (TierNebV)
Pasteurisierung 70°C/1h
Bestimmung Biogasanlagen
Keine Verwertung in
Biogasanlagen !
Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG)
Novellierte Bioabfallverordnung (BioAbfV) (2010?)
Evtl. zusätzliche genehmigungs-, wasser und abfallrechtliche Anforderungen an Bau,
Betrieb, Behandlung, Verwertung, Untersuchungen, Transport und Ausbringung
Düngegesetz (DüG), Düngeverordnung (DüV), Düngemittelverordnung (DüMV)
Dr. Stefan Rauh
18.01.2012
67
Aktueller Stand
•
Neuer Entwurf des KrWG im Bundestag verabschiedet
•
•
•
•
•
Gülle unterliegt dem Abfallrecht
Gülle ist damit nicht automatisch Abfall!!
Entscheidung über Abfalleigenschaft obliegt der zuständigen Behörde
(Veterinär)
Ausgestaltung liegt damit in Länderhand
Fachverband Biogas tauscht sich mit den Länderministerien aus
•
•
21.11. NRW
29.11. Niedersachsen
Ziel: Gülle, die für Biogasanlagen bestimmt ist, ist kein Abfall, da eine
sinnvolle energetische Verwertung möglich ist!
•
Gesetz wurde im Bundesrat nicht verabschiedet
Dr. Stefan Rauh
18.01.2012
Vermittlungsausschuss
68
Mögliche Folgen der neuen Einordnung
1. Nicht sachgerechte Auslösung der Genehmigungsbedürftigkeit nach
BImSchG bei alter Rechtslage
•
•
•
Nahezu jede „Gülleanlage“ ist genehmigungsbedürftig nach BImschG
Auslöser ist Lagerkapazität von nicht gefährlichen Abfälle (=Gülle in BGA)
Würde auch für Altanlagen gelten
Erfolg des Fachverband: Novelle der 4. BImschV
2. Vergütungsunsicherheiten für bisher baurechtlich genehmigte
Biogasanlagen
•
•
•
NawaRo-Bonus bei BImsch-Anlagen an abgedeckte Gärproduktlager
gekoppelt
Wirtschaftlichkeit der Anlagen bei Wegfall des Bonus gefährdet
Jur. Einschätzung: Statischer Bezug auf die „alte“ Gesetzgebung
Dr. Stefan Rauh
18.01.2012
69
Mögliche Folgen der neuen Einordnung
1. Nicht sachgerechte Auslösung der Genehmigungsbedürftigkeit nach
BImSchG bei alter Rechtslage
•
•
•
Nahezu jede „Gülleanlage“ ist genehmigungsbedürftig nach BImschG
Auslöser ist Lagerkapazität von nicht gefährlichen Abfälle (=Gülle in BGA)
Würde auch für Altanlagen gelten
Erfolg des Fachverband: Novelle der 4. BImschV
2. Vergütungsunsicherheiten für bisher baurechtlich genehmigte
Biogasanlagen
•
•
•
NawaRo-Bonus bei BImsch-Anlagen an abgedeckte Gärproduktlager
gekoppelt
Wirtschaftlichkeit der Anlagen bei Wegfall des Bonus gefährdet
Ähnliches Problem für Abfallanlagen, die nicht mehr Bimsch-pflichtig sind
Dr. Stefan Rauh
18.01.2012
70
Mögliche Folgen der neuen Einordnung
3. Behandlungs-, Nachweis- und Untersuchungspflichten durch das
Abfallrecht
•
•
•
•
•
•
Bei einer Änderung des KrWG müsste BioAbfV angepasst werden, wenn
Gülle berücksichtigt werden soll
25.11.2011 Novelle der BioAbfV verabschiedet: darin Gülle nicht enthalten
19.01.2012 Diskussion von Änderungen
Aktuell keine Anforderungen für Gülle
Mögliche Anforderungen aus der BioAbfV, wenn dort bei der nächsten
Novelle Gülle eingefügt wird und keine Anpassung vorgenommen wird:
Hygienisierung, neue Grenzwerte bei Schwermetallen, beschränkte
Ausbringmengen und Anwendungsverbote
Zusätzliche Anforderungen bei Transport und Ausbringung
Konsequenzen auch für vor- und nachgelagerte Unternehmen
4. Erschwerte Bedingungen für die Vermarktung von Gärprodukten
Dr. Stefan Rauh
18.01.2012
71
Agenda
•
Fachverband Biogas e.V. und Branchenzahlen
•
Themenschwerpunkt EEG
•
•
•
•
•
Aktuelle Pflichten für Betreiber von Bestandsanlagen
Eckpunkte des EEG 2012
Übergangsbestimmungen für Bestandsanlagen
Auswirkungen auf Erweiterungen bei Bestandsanlagen
Aktuelle politische Lage
•
Genehmigungsrechtliche Aspekte
•
Einordnung von Gülle im neuen Kreislaufwirtschaftsgesetz
(Stichwort: „Gülle = Abfall“)
•
Besteuerung von unentgeltlich abgegebener Wärme
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
72
Umsatzsteuer bei unentgeltlicher Wärmeabgabe
•
BMF-Schreiben 3/2011:
Vereinbartes Entgelt als Bemessungsgrundlage bei
Abgabe der Wärme an Dritte
Bei nahestehenden Personen ist die Mindestbemessungsgrundlage zu prüfen
Bei unentgeltlicher Wärmeabgabe ist stets von den Selbstkosten auszugehen!
Niedrigeres marktübliches Entgelt nur anzusetzen, wenn Wärme von einem
Dritten kommen kann.
In der Praxis bedeutet dies, dass bei einer Wärmelieferung an eine
nahestehende Person (z B. einen Beteiligten der Biogasanlage), die
Mindestbemessungsgrundlage anzusetzen ist.
•
•
Schreiben an BMF Dr. Schäuble: Bemessung anhand marktüblichen
Entgelt zu gewähren
Negativer Bescheid Juli 2011
Dr. Stefan Rauh
15.12.2011
73
Berechnung der Selbstkosten
•
Nachfrage an BMU bzgl. Berechnung, da
Finanzbehörde unterschiedlich rechnet
z. T. Ansatz von mehr als 12 ct/kWh
• BMU bestätigt Ansatz des FvB im Oktober und
informiert die Finanzbehörden
• Politischer Einsatz (Erdel/Röring): Selbstkostenansatz soll nochmal mit
den obersten Finanzbehörden der Länder abgestimmt werden.
Beispiel 100 kW-Anlage
Erzeugte Strommenge
Erzeugte Wärmemenge
Genutzte Wärmemenge
Bereitstellungskosten
800.000 kWh
900.000 kWh
50.000 kWh
150.000 €/Jahr
19 %
Richtig: 150.000 € / 1.700.000 kWh = 8,8 ct/kWh * 50.000 kWh = 4.400 €
Falsch: 150.000 € / 850.000 kWh = 17,6 ct/kWh * 50.000 kWh = 8.800 €
Dr. Stefan Rauh
15.12.2011
74
836 €
1672 €
Aktuelle Entwicklung
•
FvB hat letzte Woche in enger Abstimmung mit dem BMU das Institut
Fraunhofer UMSICHT beauftragt alternative Allokationsmethoden für
die Selbstkosten zu prüfen
•
Fraunhofer UMSICHT und Richtvert I Büro für Energiesystemberatung
leiten einen allgemeingültigen Allokationsfaktor auf Basis der VDI
Richtlinie 4608 für eine praxisgerechte Verteilung auf Strom und
Wärme ab
•
Erwartet wird ein Faktor zwischen 0,15 und 0,30
Vorheriges Beispiel:
150.000 € / 1.700.000 kWh = 8,8 ct/kWh * 0,3 * 50.000 kWh = 1.320 €
251 € vs. 836 € bzw. 0,5 ct/kWh vs. 1,8 ct/kWh
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
75
Fazit
•
Anlagenbetreiber müssen viele Aspekte beachten
•
EEG 2012 vereinfacht nicht! Anlagenbegriff nach wie vor ungeklärt!
Neue Unsicherheit beim Inbetriebnahmebegriff!
•
Neue Regelungen im Genehmigungsrecht auch von Altanlagen zu
beachten
•
Umsetzung des neuen KrWG und der 4. BImschV müssen
praxisgerecht erfolgen
•
Besteuerung der Wärme auf einem guten Weg!
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
76
„Der beste Weg, die Zukunft
vorauszusagen, ist sie zu
gestalten.“
(Willi Brandt)
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
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Das Ganze ist größer als die Summe seiner Einzelteile!
Unterstützen Sie die Arbeit des Fachverbandes Biogas und werden Sie Mitglied!
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
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Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!
Dr. Stefan Rauh
08.02.2012
79
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Seele and Geist
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