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(Wahrnehmung: Sch\366nheit - was ist das? | Faszination Wissen |)

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Wahrnehmung: Schönheit - was ist das? | Faszination Wissen | Bayeris...
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Bayerischer Rundfunk
08.02.2009
Wahrnehmung
Schönheit - was ist das?
Sie lässt fast niemanden kalt, kaum jemand kann sich
ihrem Einfluss entziehen: Schönheit beeinflusst unser
Leben. Gutaussehende Menschen haben es meist leichter,
sie werden oft bevorzugt. Für schöne Dinge - etwa
Kunstwerke - zahlen Menschen fast jeden Preis. Aber was
wird als schön wahrgenommen? Gibt es da vielleicht feste
Regeln?
Stand: 28.05.2008
Die Frage ist so alt wie die Menschheit: Was ist schön? Kann
man Schönheit also objektiv definieren? Oder liegt sie eben doch
allein im Auge des Betrachters – ist also rein subjektiv?
Faszination Wissen geht auf die Suche nach dem wahren Schönen.
Soziobiologen in Leipzig messen die Hirnströme von Probanden,
denen Bilder von attraktiven und weniger attraktiven Gesichtern
gezeigt werden. Die Entscheidung schön oder nicht schön fällt
innerhalb von Sekundenbruchteilen. Ein uraltes Programm, das
die Welt blitzschnell ordnet.
Schau mir in die Augen
Männliche und weibliche Gesichter
werden dabei nach
unterschiedlichen Kriterien
beurteilt: Runde Gesichtsform,
große Augen, kleine Nase - das
altbekannte Kindchenschema greift
hier immer noch. Ob eine Frau als
schön wahrgenommen wird, hängt
an mehreren Faktoren, die ein
Weibliche Schönheit
Betrachter blitzschnell analysiert
und die ihm signalisieren: Sie ist gesund und fruchtbar.
Schöner Mann
Während Frauen augenscheinlich
einen zweiten Blick wert sind,
werden Männer deutlich
schneller beurteilt. Als stärkstes
Merkmal gilt ein kantiges Kinn. Das
zeigt der Betrachterin: Ein hoher
Spiegel des männlichen Hormons
Testosteron - biochemisch gesehen
"ein ganzer Mann".
Symmetrie und Goldener Schnitt
Gehirn mit EEG-Kurven
1 von 3
Komplexer wird die Unterscheidung
zwischen schön und nicht schön bei
abstrakten Mustern. Wie beurteilt
das Gehirn Dinge, die nicht von der
Evolution geprägt wurden, die nicht
biologischen Kriterien unterliegen?
Erste Erkenntnis: Menschen
bevorzugen symmetrische Muster.
Hirnscans belegen, dass unser
Denkorgan nach bekannten Formen
08.02.2009 22:38
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glücklich - und prägt unsere Welt.
Das klassische Beispiel für diesen
gelungenen Proportionen ist der
Goldene Schnitt, ein Verhältnis mit
einer faszinierenden Eigenschaft. Er
teilt jede Strecke oder Fläche so,
dass sich das Ganze zum größeren
Teil genauso verhält, wie der
größere zum kleineren Teil, also
(a+b):a = a:b. Das Verhältnis
der goldene Schnitt
beträgt etwa 1,618 zu 1. Diese
Teilung funktioniert so immer weiter
bis ins Unendliche. Der Goldene Schnitt gilt deswegen auch als
Inbegriff der Ästhetik und Harmonie. Er findet sich in der
Architektur genauso wie auf Gemälden oder bei Skulpturen, aber
auch in natürlichen Strukturen wie einigen Längenverhältnissen im
menschlichen Körper oder bei der Anordnung von Blütenblättern.
Taj Mahal
Doch ist der goldene Schnitt das
Maß aller ästhetischen Dinge? Nein,
es gibt auch Schönheit jenseits
dieses Zahlenverhältnisses.
Quadrat, Achteck und Stern
funktionieren als ordnende Muster
genau so gut wie etwa die Moskauer
Basilius-Kathedrale oder das
indische Taj Mahal beweisen.
Ordnung muss sein
Unser Gehirn sucht also immer nach Mustern. Die Suche nach
Schönheit ist also auch die Suche nach Ordnung im Chaos der
Welt. Denn Ordnung hilft uns zurecht zu finden. So schnell wird
dann eingeordnet ordentlich - schön - gut. Doch sind diese
Ordnungsmuster unveränderbar? Dann könnte sich auch unser
Schönheitsempfinden eigentlich nicht an neue Situationen
anpassen.
So starrköpfig ist das Gehirn aber
gar nicht: Es kann lernen, auch
bisher Ungewohntes als schön zu
empfinden. Das
Modigliani-Experiment beweist es.
Dazu wurden den Probanden
Portraits aus 500 Jahren
Kunstgeschichte von Picasso bis
Rembrandt gezeigt. Doch sie
bekamen auch in die Länge
gezogene oder gestauchte
Versionen der Bilder zu sehen. Das
erwartbare Ergebnis: Die
Originalversionen gefielen am
besten.
Portrait von Modigliani
Dann bekamen die Probanden eine
Viertelstunde nur Bilder des
italienischen Malers Modigliani zu sehen. Mit ihren verzerrten
Proportionen entsprachen sie zunächst nicht dem gewohnten
Schönheitsideal. Doch die Testpersonen gewöhnten sich an diese
andere Art der Sicht - und fanden danach auch verzerrte Portraits
der alten Meister schöner als zuvor.
Ein Blick sagt mehr als tausend Worte
Wie wir überhaupt Bilder
wahrnehmen, wollen Wiener
Psychologen mittels Eyetracking
erforschen. Dazu werden die Augen
von Testpersonen gefilmt, während
sie ein Bild betrachten - ein
Programm errechnet dann, wie
lange und wie intensiv welche
Bildpartien angeschaut werden. Wie
Eye-Tracking-Rekorder
interessant ein Bild ist, zeigen dabei
die Pupillen: Sie weiten sich unwillkürlich, wenn uns etwas
interessiert. Bald schon sollen diese Messapparturen so klein sein,
dass sie auch außerhalb des Labors die
Wahrnehmungsgewohnheiten der Probanden aufzeichnen können.
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die mit ihrer Umwelt umgehen können sollen, müssen dazu die
Muster dieser Welt erfassen und einordnen können. Der Münchner
Professor für Robotik Jürgen Schmidhuber ist überzeugt, die
Schönheit könnte ein Schlüssel dafür sein.
Denn unser Gehirn macht es sich
leichter, wenn es ein Muster
erkennt. Das könnte auch für
Roboter funktionieren, die so
Rechenzeit und Speicherplatz
sparen könnten. Je weniger
Aufwand also zum Erfassen eines
Objektes aufgewendet werden
muss, desto "schöner" ist es.
Computer-Model Kyoko Date
Werden also Maschinen bald einen
Sinn für Schönheit haben und ihn sogar selbständig
weiterentwickeln? Könnten sie gar selbst Künstler werden?
Digitale Schönheiten und Models gibt es ja heute schon, etwa in
Computerspielen. Doch die sind vorerst noch von Menschen
entworfen…
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Seele and Geist
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