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Da weiß man, was man trinkt! - GIM

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Zusatznutzen bei Wellness-Getränken
Marktforschung
Namensgebung und
optische Anmutung
unterstreichen das modern-funktionale Konzept bei Getränken als
Gegensatz zu einem
rein natürlich-pflanzlichen Konzept. Foto:
Gerolsteiner Brunnen
GmbH & Co.KG
Getränke zwischen Genuss, Lifestyle & Medizin:
Da weiß man,
was man trinkt!
Zusatznutzen von Wellness-Getränken glaubwürdig kommunizieren
D
er Gang durch einen Getränkemarkt kann einen
Innovationsmanagement im Dreischritt: Wissensmanagement,
Ideengenerierung, Umsetzung
schon ins Grübeln brin-
gen: Wissen wir wirklich noch, was
wir trinken? In der Unübersichtlichkeit gerade der funktional aufgeladenen alkoholfreien Getränke droht die Glaubwürdigkeit von
Zusatznutzen unterzugehen. Viele Produkte gehen zudem an der
Bedürfnisstruktur und der Motivlage der Konsumenten vorbei: Zu
sehr verleitet der Innovationsdruck
im Konsumgütermarkt zu Schnellschüssen.
Autorin:
Dr. Kerstin Ullrich, Unit Director,
GIM Gesellschaft Innovative
Marktforschung, Heidelberg
K.Ullrich@g-i-m.com
8 GTM 3/2007
Gerade für die Entwicklung von nachhaltigen Produktinnovationen ist ein
strategisches Innovationsmanagement
zwingend notwendig, in dessen Rahmen der „kulturelle Humus“, auf dem
ein Produkt aufsetzen soll, untersucht
wird. In unserem Modell „Innovationsmanagement im Dreischritt: Wissensmanagement – Ideengenerierung –
Umsetzung“ setzen wir daher bereits
bei der Analyse kultureller Parameter
für die spätere Positionierung an. Nur
auf diese Weise, so soll gezeigt werden, wird Glaubwürdigkeit in erster
Linie durch nachvollziehbare, alltagsnahe und plausible Anknüpfung an die
Lebens- und Erfahrungswelt der Konsumenten erzeugt. Notwendig ist dazu
ein tiefes Verständnis der Konsumkultur und der sich wandelnden gesellschaftlichen Parameter, die die Konsumkultur nachhaltig beeinflussen.
Erst in zweiter Linie und eher als Unterstützung wirken dagegen visuelle Marker und key words, die bestimmte Assoziationen hervorrufen.
Wir können drei wesentliche kulturelle
Parameter für die Positionierung funktional aufgeladener alkoholfreier Getränke identifizieren: einen radikal veränderten Gesundheitsdiskurs, steigende Genussorientierung und Ernährung
als Inszenierungsmittel.
Veränderter Gesundheitsdiskurs:
Gesundheit wird zur sozialen
Norm.
Verursacht durch die Umbrüche im Gesundheitssystem beobachten wir eine
stete Entwicklung von Gesundheit als
schicksalhaften Segen, als etwas Wünschenswertes, hin zu in vollständiger
Eigenverantwortung liegender „Eintrittskarte in die Gesellschaft“ – letztlich bis zur Schuldzuweisung im Falle
der Erkrankung.
Die Wahrnehmung und Geißelung
von Übergewicht als Ursache zahlreicher Krankheiten, schlank sein und aktive Gewichtsbekämpfung als gesellschaftlich propagiertes Ideal sind nur
einige offenkundige Beispiele hierfür.
Gesundheit ist nicht mehr nur wünschenswerter Zustand, sondern aktiv
planbare Voraussetzung für „Lebensqualität“. Die Suche nach Ernährungsoptionen und Getränken, die auf ein-
Zusatznutzen bei Wellness-Getränken
Marktforschung
Mobilität und Flexibilisierung des Berufsalltags sowie ein zunehmendes Bedürfnis nach
sportlichem Ausgleich
verlangen nach einer
energie- und leistungsfördernden Ernährung.
Insbesondere in Getränken wird nach solchen
Zusatzstoffen gesucht.
Foto: Apollinaris GmbH
fache Weise Gesundheit versprechen,
wird dementsprechend weiterhin zunehmen.
Steigende Genussorientierung:
Ohne sinnlichen Genuss geht gar
nichts.
Geschmack, Genuss und sinnliches Erleben werden gerade unter den Vorzeichen eines wachsenden Gesundheitsdruckes immer wichtiger. Das sinnliche
Genießen verspricht nicht nur Kompensation von steigendem Alltagsstress, sondern bildet auch den emotionalen Gegenpol zum latent schlechten Ess- und Trink-Gewissen, bis hin zur
zeitlich begrenzten Flucht aus dem Gesundheitsdruck in Form von „ProtestGenießen“. Kurz: Die Anforderungen
an Geschmack, Qualität und Optik von
Essen und Getränken steigen parallel
zum individuell empfundenen Gesundheitsdruck.
Ernährung als Inszenierungsmittel: Sag mir, was du trinkst…
Die über lange Jahre hinweg zunehmende Individualisierung der Lebensstile ist auf einem hohen Niveau angekommen. Der individuelle Zuschnitt der
Ernährung dient hierbei als Ausdruck
des Lebensstils, als Mittel zur Profilierung und Abgrenzung. Ernährung wird
Teil der Selbst-Inszenierung, die Marken
haben die Rolle von Image-Lieferanten.
Sie bieten Orientierung und kommunizieren die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Lebensstilsegment.
Genuss, Gesundheit & Lifestyle
Funktional aufgeladene Getränke müssen grundsätzlich alle drei Aspekte in
ihrer Kommunikation abdecken, natürlich in unterschiedlich starker Ausprägung: Glaubhafte Kommunikation eines gesundheitlichen Mehrwerts, ho-
her Genussfaktor und imageprägende emotionale Verortbarkeit. In Abhängigkeit von der Positionierung wird
einer der drei Aspekte in den Vordergrund gerückt und dient als Basis für
den Hauptbenefit (Abb. 1, Seite 10).
Im Folgenden soll lediglich auf den
Aspekt der Gesundheit in seiner Vielschichtigkeit eingegangen werden.
Der Begriff „Gesundheit“ und die damit zusammenhängenden Bedürfnisse
von Konsumenten differenzieren sich
zunehmend. Durch den Individualisierungsprozess unserer Gesellschaft tritt
an die Stelle einer klaren Definition von
„Gesundheit“ die subjektive Interpretation und Motivlage von Konsumenten. „Gesundheit“ wird damit zum
Platzhalter für „alle, was mir gut tut“.
Unter diesen Vorzeichen wird eine eindeutig gesundheitsbezogene Positionierung von funktional aufgeladenen
alkoholfreien Getränken nicht eben
leichter. Es empfiehlt sich daher, dieser Subjektivierung des Gesundheitsbegriffes klare Aussagen und Verortungen entgegenzusetzen, die einerseits Orientierung liefern, andererseits
Spielraum für die Phantasie des Konsumenten lassen.
Betrachtet man die Vielzahl der
Gesundheitsbegriffe, so lassen sich
drei Cluster bilden: körperliche Gesundheit, holistische Gesundheit und
funktionale Gesundheit.
Körperliche Gesundheit:
Hierunter versteht man kurz und knapp
die Wahrnehmung des eigenen Ichs in
einem gesunden Körper: Bewegung,
Entspannung und gesunde Ernährung
werden als Grundlage und Voraussetzung allgemein akzeptiert. Von jedem
einzelnen wird der sorgsame Umgang
mit dem eigenen Körper und den eigenen Kraftreserven gefordert. Die aktive
Förderung der körperlichen Gesundheit und die Vorbeugung vor Übergewicht und altersbedingten Erkrankungen durch Ernährung werden als soziale Verantwortung des Einzelnen gegenüber der Gemeinschaft gedeutet.
Positionierungskonzepte auf der Basis
von körperlicher Gesundheit fokussieren demnach häufig auf Diätunterstützung oder die Prävention von Herz-/
Kreislauferkrankungen. Beispiele:
Getränk „Glyx“: Diätunterstützung
Bezug auf die „Glyx“-Diät als anerkanntes Ernährungskonzept
Kommunikation eines „niedrigen
glykämischen Index“ als Erklärung
für den gesundheitlichen Mehrwert
und überzeugenden Zusatznutzen
des Getränks
Genaue Funktionsweise des GlyxPrinzips bleibt dem Kenntnisstand
und der Phantasie des Konsumenten
überlassen
Getränk „Benecol“: Cholesterinsenker
als Prävention
Anspielung auf die Problematik des
Cholesterinspiegels und seiner Bedeutung für Herz-/Kreislaufkrankheiten
Kommunikation eines medizinisch
wirksamen Inhaltsstoffes zur Senkung des Cholesterinspiegels und
dessen wissenschaftlich bestätigte
Wirksamkeit
Schnelle Erfassbarkeit der Wirkungsweise ohne zu genaue Darstellung
Holistische Gesundheit:
Hierunter wird der Einklang von Körper, Geist und Seele, einhergehend
mit dem Ausleben sinnlichen Genusses, verstanden. (Der Begriff „Wellness“ wird hier bewusst vermieden,
da er sich in den letzten Jahren von einem einst intelligenten Konzept zu einem bloßen Marketing-Platzhalter ent-
GTM 3/2007 9
Zusatznutzen bei Wellness-Getränken
Marktforschung
chem Ausgleich verlangen nach einer
energie- und leistungsfördernden Ernährung. Insbesondere in Getränken
wird nach solchen Zusatzstoffen gesucht, da sie schnell nebenbei zu sich
genommen werden können und keinen Aufwand benötigen. Beispiele:
Getränke „Gerolsteiner Fit“ oder
„Apollinaris active +“: Schnelle Unerstützung für die Leistungskraft
Klarer Produktbenefit: Erhalt der
Leistungsfähigkeit im Alltag
Glaubwürdigkeit durch bekannte
Wirkstoffe (Vitamin C, Magnesium)
Plausible, aber nicht zu ausführliche
Aussagen über die Wirkungsweise
lassen Raum für die Interpretation
des Konsumenten
Namensgebung und optische Anmutung unterstreichen das modernfunktionale Konzept als Gegensatz
zu einem rein natürlich-pflanzlichen
Konzept.
Klare Kommunikation von Verwendungskontext und Inhaltsstoffen bei
gleichzeitiger Offenheit für die Interpretation des Konsumenten (Abb.2).
Abb1: Funktional aufgeladene Getränke
müssen drei Aspekte in
ihrer Kommunikation
abdecken: Glaubhafte
Kommunikation eines
gesundheitlichen Mehrwerts, hoher Genussfaktor und imageprägende emotionale Verortbarkeit.
Abb 2: Funktional aufgeladene Getränke lassen sich bei fließenden
Übergängen in den beschriebenen „Gesundheitsräumen“ positionieren.
Marker & key words
Abb 3: In der Kommunikation haben sich eine
ganze Reihe von Schlüsselwörtern und visuellen Markern etabliert,
die die Glaubwürdigkeit
von Zusatznutzen kommunizieren
wickelt hat). Holistische Gesundheit
zielt auf Regeneration und Ausgleich
zum Alltag, aber auch auf die Entwicklung des eigenen Selbst. Um den Zustand holistischer Gesundheit zu erreichen, sind der komplette Rückzug aus
dem Alltagsleben und das aktive Erarbeiten dieser Befindlichkeit erforderlich. Da wir in unserer durchrationalisierten Gesellschaft nur noch unzureichend über die entsprechenden Techniken verfügen, bzw. fehlende Zeitressourcen uns daran hindern, ergibt sich
eine Positionierungslücke für Getränke
als „trinkbare Spiritualität“. Beispiel:
Getränk „Carpe Diem“: Genussvolles
Balance-Erlebnis
Glaubwürdigkeit durch „Traditionelles Wissen“, Rückgriff auf „Altüberliefertes“
Betonung von Natürlichkeit durch
Zugabe von Pflanzen und Kräuterextrakten
10 GTM 3/2007
Kombination mit luxuriös inszeniertem Gourmet-Erlebnis
Integration des Produkts in eine asiatisch inspirierte Welt mit Yoga als Teil
eines auf Balance von Körper und
Geist ausgerichteten Lebensstils
Integration der Marke in eine glaubwürdige und in sich stimmige Erlebniswelt, die dem Konsumenten mit
dem Produkt ein Lebensstilkonzept
„mitliefert“.
Funktionale Gesundheit:
Die Betrachtung von Gesundheit unter rein funktionalen Gesichtspunkten
wird in der Zukunft zunehmen. Zunehmende Unsicherheiten und steigende
Selbstverantwortung in allen Lebensbereichen lassen die individuelle Leistungsfähigkeit zum essentiellen Baustein für die Bewältigung von Alltag
und Beruf werden. Mobilität und Flexibilisierung des Berufsalltags sowie ein
zunehmendes Bedürfnis nach sportli-
Visuelle Marker und Schlüsselwörter
unterstützen Glaubwürdigkeit, erzeugen sie aber nicht. In der Kommunikation haben sich eine ganze Reihe von
Schlüsselwörtern und visuellen Markern etabliert, die die Glaubwürdigkeit von Zusatznutzen kommunizieren (Abb.3). Unsere Forschungen mit
Konsumenten, insbesondere die vielen
Kommunikationsüberprüfungen und
Konzepttests zeigen, dass diese visuellen Marker und Schlüsselwörter vor
allem bei inhaltlich und argumentativ schwachen Konzepten zum Tragen
kommen und die Glaubwürdigkeit allenfalls unterstützen, sie aber nicht aus
sich heraus erzeugen. Entscheidend ist
die intuitive Glaubwürdigkeit. Wichtig
für die Glaubwürdigkeit der Kommunikation eines Zusatznutzens sind neben
einer klaren Verortung des Getränkes
seine Anschlussfähigkeit, also die sinnlich erfassbare Relevanz für den Konsumenten und die „gefühlte Alltagsnähe“ sowie die intuitive Plausibilität
der Argumentation. Letzteres bedeutet, dass der wissenschaftliche Nachweis nicht im Einzelnen nachvollziehbar, sondern plausibel und schnell zu
erfassen sein muss. Die Erklärung des
Zusatznutzens muss einen gewissen
Spielraum für die Phantasie des Konsumenten lassen und ihm so das Gefühl
geben, aktiv an der Ausgestaltung des
Produktes beteiligt zu sein.
Roh- und Zusatzstoffe
Marktforschung
Trinkjoghurt weiterhin internationaler Top-Seller
Gesundheitsdrinks bleiben Wachstumstreiber der Lebensmittel- und Getränkeindustrie
G
esundheitsfördernde Getränke zählen zu den
Verkaufsschlagern im in-
ternationalen Lebensmittel- und
Getränkemarkt. Absoluter Renner in dieser Kategorie ist nach wie
vor das Trinkjoghurt, so die Ergeb-
tränke auf Milchbasis (beispielsweise mic-Charaktere Kinder an, während
Milch mit Fruchtgeschmack oder Kefir- die Zielgruppe der Eltern parallel über
getränke) legten ebenfalls in 32 von 42 Gesundheitsvorteile beworben wird.
untersuchten Märkten zu, meist sogar In Spanien, Israel und Großbritannien
im zweistelligen Prozentbereich. Stark z.B. konzentriert sich das Marketing
vorangetrieben wird das Wachstum für Trinkjoghurts und probiotische Join diesen Getränkekategorien durch ghurts auf das Thema Herzgesundheit
gut durchdachte Marketingkampag- – mit dem Ergebnis, dass die Sparte in
R+K_AD_DRINK_RED_D_130x184 29.06.2007 12:41 Uhr Seite 1
nen. Manche Hersteller sprechen durch all diesen Ländern einen enormen Aufden Einsatz lizenzierter Film- und Co- trieb erfahren hat.
Die Studie von ACNielsen zum globalen
Markt für Lebensmittel und Getränke findet man unter:
www.acnielsen.de
nisse der neuen ACNielsen-Studie
„What’s Hot Around the Globe –
Insights on Growth in Food & Beverage Products“.
„Verbraucher weltweit konzentrieren
sich bei der Ernährung tendenziell auf
zwei Schwerpunkte: Zum einen geht
es um Geschmack, Gesundheit und
Nährwert, zum anderen um Komfort
und praktischen Nutzen“, erläutert
Walter Berthold, Leiter von ACNielsen
Global Services Deutschland. „Trinkjoghurts bieten beides – sie schmecken
nicht nur gut und sind gesund, sie sind
zumeist auch praktisch verpackt und
damit ganz bequem überall hin mitzunehmen, und das ist für viele Konsumenten entscheidend.“
Im Weltmarkt für Lebensmittel
und Getränke gab es im Zeitraum zwischen Mitte 2005 und Mitte 2006 in
neun Produktkategorien zweistellige
Zuwachsraten. Sechs dieser Kategorien verzeichneten ein Umsatzplus von
mehr als einer Millarde US-Dollar. Zweistellige Wachstumsraten verzeichneten
auch drei der Kategorien aus dem Umsatzplus-Spektrum zwischen 100 Mio.
und 1 Mrd. US-Dollar. Insgesamt legte die internationale Lebensmittel- und
Getränkeindustrie um vier Prozent zu.
Der Spitzenreiter Trinkjoghurt erzielte in 40 der 45 für diese Kategorie untersuchten Märkte höhere Umsätze
als zuvor, in 29 Ländern lag die Steigerungsrate sogar über 10 Prozent.
Auf Platz eins landete China mit einem
Wachstum von 49 Prozent. Interessanterweise handelt es sich beim Trinkjoghurt-Boom nicht um einen regionalen Trend, denn Zuwächse von über
40 Prozent waren in diversen Regionen
und ganz unterschiedlichen Ländern
zu verzeichnen, z.B. Griechenland, Italien, Finnland. In den USA konnte sich
die Trinkjoghurt-Sparte nur um fünf
Prozentpunkte steigern. Andere Ge-
Ein Fest für Genießer*
*Nur möglich mit guten Farben.
www.riku.com
GTM 3/2007 11
Roh- und Zusatzstoffe
Functional Ingredients
Zusatznutzen bei Getränken:
Täglich gesund trinken
Umfassendes Know-how in Produktentwicklung und Formulierungstechnologie sind die Basis erfolgreicher „Functional Ingredients-Konzepte“ im Markt
Die Getränke- und
Milchindustrie nutzt
funktionelle Ingredients,
um sich über differenzierende Benefits vom
Wettbewerb abzuheben
und damit dem Kunden
einen klar nachvollziehbaren Zusatznutzen anzubieten.
Fotos: DöhlerGroup
Funktionelle Ingredients nehmen heute bereits einen hohen Stellenwert im
Verbraucherbewusstsein ein und alle
Prognosen sprechen dafür, dass auch
in Zukunft von einer steigenden Nachfrage auszugehen ist. Immer mehr Produkte mit gesundheitsfördernden oder
Wellness-basierten Zusatznutzen sind
in vielen Ländern zu beobachten. Relevante Produktlösungen bietet die DöhlerGruppe unter dem Ingredient Brand
„F.I.T. Life plus“ an.
Produktlösungen für
gesundheitsfördernde Getränke bietet die
DöhlerGruppe unter
dem Ingredient Brand
„F.I.T. Life plus“ an.
Das Push & Pull-Prinzip für funktionelle Getränke- und Milchprodukte
D
er Wunsch der Verbraucher nach Natürlichkeit,
nach Produkten mit ei-
nem gesundheitsfördernden Nutzen, Convenience und – als besonders wichtiges Kriterium – guten
Geschmack ist heute allgegenwärtig. Die DöhlerGruppe hat diese
Faktoren mit Hilfe von Trend- und
Marktstudien ermittelt und umschreibt sie mit dem Begriff „Enjoy
natural healthy nutrition“.
12 GTM 3/2007
Seitens der Verbraucher zählen heutzutage klassische Eigenschaften eines
Aqua Plus, eines ACE-Nektars oder stillen Fruchtsaftgetränks sowie eines Joghurts mit Kalzium als Basisprodukte.
Der Kunde sucht darüber hinaus zunehmend und gezielt nach gesundheitsfördernden Aspekten und Eigenschaften (Pull-Prinzip).
Parallel nutzt die Getränke- und
Milchindustrie funktionelle Ingredients, um sich über differenzierende Benefits vom Wettbewerb abzuheben und damit dem Kunden einen klar
nachvollziehbaren Zusatznutzen anzubieten. Die Bemühungen der Industrie
treffen beim Verbraucher auf ein besseres Verständnis und die Bereitschaft,
neue Produkte mit einem gesundheitsfördernden Nutzenversprechen auch
zu probieren. Entsprechende Werbeund Verkaufsförderungsmaßnahmen
unterstützen das „Push-Prinzip“ der
Hersteller.
Welche Indikationen bieten sich
für funktionelle Ingredients an?
Folgende Indikationen/Themen und
funktionelle Ingredients rücken konkret in den Fokus von Verbrauchern,
Wissenschaft und Industrie:
Herz-/Kreislauf
Anti-Aging bzw. Beauty
Magen & Verdauung
Immunsystem (Vitamine, Mineralstoffe)
Weight Management
Welche Produkt-Konzepte eignen
sich für F.I.T. Life plus?
Im Bereich der alkoholfreien Getränke
bietet die DöhlerGruppe eine Vielzahl
von Konzepten an, mit denen die Verbraucher im besonderen Maße positive Assoziationen wie Wohlbefinden,
Wellness und Gesundheit assoziieren:
Aqua Plus; hier sind auch Kombinationen unterschiedlicher Ingredients
möglich
ACE-Getränke oder funktionelle TeeGetränke
Still Drinks mit Fruchtsaftanteilen bis
zu 30 Prozent
Sport- und Fitnessgetränke
Soja-Getränke
Roh- und Zusatzstoffe
Functional Ingredients
die europaweit schnell wachsenden
Smoothies
Im Bereich Milch sind es Trinkjoghurt,
löffelbarer Joghurt oder Molke-Produkte, die sich für den Einsatz von F.I.T.
Life plus-Konzepten eignen.
Bevölkerungsgruppe „60 Plus“ –
eine interessante Käuferschicht
Gemäß den Daten des Statistischen
Bundesamtes für Deutschland wird die
Anzahl der 60-jährigen von 22,5 % auf
bis zu 35 % bis 2050 ansteigen. Daraus leiteten sich für die Getränke- und
Milchindustrie vielseitige Positionierungsmöglichkeiten ab.
Selbst die Regierung macht fit
So ist im Mai 2007 ein nationaler Aktionsplan „Gesunde Ernährung –
Schlüssel für mehr Lebensqualität“ die
Antwort der Regierung auf die Ergebnisse einer Studie, nach der die Deutschen übergewichtiger sind als alle anderen Europäer. Als Folge von Übergewicht und Fettleibigkeit können HerzKreislauf-Erkrankungen und Diabetes
auftreten. Entsprechend will die Regierung das Ernährungs- und Bewegungsverhalten der Bevölkerung nachhaltig
verbessern. Auch die Verbreitung von
Wissen über diese Themen soll stärker
forciert werden.
Änderungen im gesetzlichen
Umfeld für Lebensmittel
Zusätzlich werden die Bedingungen für den Lebensmittelmarkt innerhalb der EU durch die neue EG-Verordnung über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel (die so genannte Claims Verordnung (1924/2006)) verschärft. Diese
Verordnung wurde am 30. Dezember
2006 (bzw in einer berichtigten Version am 18. Januar 2007) veröffentlicht
und tritt ab 1. Juli 2007 schrittweise in
Kraft. Hintergründe für die Entstehung
dieser Verordnung sind unter anderem
die Gleichstellung der Wettbewerbssituation in den EU-Ländern sowie der
Schutz des Konsumenten vor irreführenden Auslobungen auf den Produkten. Letztendlich soll der Verbraucher
nur noch solche Auslobungen auf seinen Lebensmitteln finden, die von der
Europäischen Kommission verabschiedet wurden. Damit kehrt sich das bisherige gesetzgeberische Prinzip „es ist
erlaubt, was nicht verboten ist“ in den
aktuellen Ansatz, dass von nun an verboten ist, was nicht erlaubt ist.
Welche Themen dieser Verordnung
sind beim Einsatz funktioneller
Ingredients zu beachten?
Vorschriften zu nährwertbezogenen
Angaben wie „fettarm“, „ballaststoffreich“ oder „reich an Vitamin C“ werden voraussichtlich ab Mitte August
2007 anwendbar sein und werden bereits im Anhang der Verordnung erläutert, sowie die Voraussetzungen für
die Nutzung dieser Auslobungen genannt.
Bis 2010 soll die so genannte Artikel-13-Liste für gesundheitsbezogene Angaben erarbeitet werden. Auch
nach Veröffentlichung der finalen Liste
können Unternehmen gesundheitsbezogene Aussagen zu ihrem Lebensmittel zur Genehmigung einreichen. Diese
müssen allerdings mit wissenschaftlichen Daten hinreichend gesichert sein.
Wie der Umfang dieses Nachweises
letztendlich genau aussehen soll, ist
noch nicht in allen Einzelheiten geklärt.
Im engen Zusammenhang mit dieser
Liste stehen Nährwertprofile, die z.B.
Angaben zu Zucker-, Fett- oder Salzgehalt beinhalten. Entspricht dabei ein
Lebensmittel nicht diesen Vorgaben, so
darf eine nährwert- und gesundheitsbezogene Werbung nicht mehr verwendet werden. Innerhalb von zwei
Jahren sollen auch diese Nährwertprofile ausgearbeitet sein.
Sicherstellen einer homogenen und
stabilen Darreichungsform (physikalische Stabilität)
Schutz gegen externe Faktoren wie
Licht und Sauerstoff (chemikalische
Stabilität)
Gewährleistung eines neutralen Geschmacks und Geruchs
Funktionelle Ingredients können in
flüssiger und trockener Form realisiert werden, zum Beispiel als Emulsion
oder als Pulver. Der Einsatz von Emulsionen ist heute längst nicht mehr darauf beschränkt, einem Getränk den
perfekten Geschmack, die gewünschte Trübung oder Farbe zu geben. Emulsionen sind das perfekte „IngredientDelivery-System“, um funktionelle Ingredients sicher und stabil in Getränke- und Milchprodukte einzubringen.
Insbesondere in der Emulsionstechnologie greift die DöhlerGruppe auf eine
jahrzehntelange und umfassende Erfahrung zurück.
Gerade bei „sensiblen“ funktionellen Ingredients wie den mehrfach
ungesättigten
Omega-3-Fettsäuren
für das Gesundsheitsfeld Herz-/Kreislauf ist die Bereitstellung einer Applikationsform, die neutral schmeckt und
riecht, ausschlaggebend für die Akzeptanz, d. h. den Erst- und Wiederkauf
im Markt. Damit bekommt hier die
Sensorik-Kompetenz mit ihren erprobten und facettenreichen Methoden einen ganz besonderen Stellenwert.
Funktionelle Ingredients stellen
hohe Anforderungen an RezepturTechnologie
Die DöhlerGruppe bietet Integrated Solutions
Wenngleich viele Bestandteile funktioneller Ingredients von „Mutter Natur“ beigesteuert werden, können sie
nicht als unverarbeitete Rohwaren genutzt oder in Getränkegrundstoffen
oder Fruchtzubereitungen eingearbeitet werden. Es sind vielfältige Schritte der Verarbeitung und ausgeprägtes
Know-how in der Formulierungstechnologie notwendig, um der Getränkeund Milchindustrie jederzeit eine einfache Applikation zu ermöglichen.
Grundsätzlich gilt es, in der Formulierungstechnologie folgende Punkte
zu gewährleisten:
Einarbeiten von lipohilen Substanzen
in wasserhaltigen Systemen
Problemloses Handling der Ingredients im Produktionsprozess
Angebot der richtigen Verpackungsform und -menge, um eine akkurate
Dosierung zu ermöglichen
Bereitstellung des Ingredients in einer Formulierung, die eine einfache
Einarbeitung gewährleistet
Döhler versteht sich nicht nur als innovativer und international agierender Hersteller von Fruchtsaftkonzentraten, Blends, Getränkegrundstoffen, Aromen, Emulsionen, Ingredient
Systems und Farben für die Getränke- und Milchindustrie, vielmehr versteht sich Döhler als Partner für „Integrated Beverage & Dairy Solutions“.
Dieser Ansatz beginnt beim weltweiten Trendmonitoring, das die Kunden
unterstützt, die richtige Produktpositionierung zu finden und beinhaltet
die komplexen Methoden der Sensory- und Consumer Science. Zum integrierten Ansatz gehört die Produktentwicklung, Beratung in Fragen der Deklaration, Unterstützung bei Erst- und
Testproduktionen bis hin zu Stabilitätstests und mikrobiologischen Analysen.
Die Tochtergesellschaft Döhler Engineering ist Partner für Dosiersysteme
und Sirupräume.
Weitere Informationen:
www.doehler.com
GTM 3/2007 13
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