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IPPC-Anlagen? was ist das? - Umwelttechnik-Cluster

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IPPC-Anlagen? was ist das?
Die Richtlinie 96/61 EG des Rates über „die integrierte
Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung,
(IPPC-Richtlinie) ist am 30.10.1996 in Kraft getreten und gilt für
neue und bestehende IPPC-Anlagen. Die Abkürzung „IPPC“ steht
für „Integrated Pollution Prevention and Control“. Als IPPCAnlagen werden jene Kategorien von industriellen Anlagen
verstanden, die in Anhang I der Richtlinie genannt sind (z.B.
Abwasser, Chemie, Zement, Stahl, Nahrungsmittel, Getränke, ...).
Nach mehreren Änderungen wurde 2008 die kodifizierte Fassung
veröffentlicht. (Richtlinie 2008/1/EG).
Ziel der „integrierten“ Betrachtung ist es, ein hohes Maß an
Schutz für die Umwelt insgesamt zu erreichen (Schutz der Luft, des
Wassers und des Bodens) und nicht etwa die Luft zu Lasten des
Wassers zu schützen. IPPC-Anlagen müssen dieses Ziel unter
Einsatz der „besten verfügbaren Techniken“ (BAT – best available
techniques) verfolgen. Emissionsgrenzwerte in
Genehmigungsbescheiden müssen sich an diesen Techniken
orientieren.
Daraus leiten sich die allgemeinen Grundpflichten der Betreiber
nach IPPC ab. Das heißt:
Die Anlage muss so betrieben werden, dass
alle geeigneten Vorsorgemaßnahmen gegen
Umweltverschmutzungen, insbesondere durch den Einsatz der
besten verfügbaren Techniken, getroffen werden;
keine erheblichen Umweltverschmutzungen verursacht
werden;
die Entstehung von Abfällen entsprechend der
Richtlinie 75/5442/EWG des Rates vom 15. Juli 1975 über Abfälle,
vermieden wird; andernfalls werden sie verwertet oder, falls dies
aus technischen oder wirtschaftlichen Gründen nicht möglich ist,
beseitigt, wobei Auswirkungen auf die Umwelt zu vermeiden oder
zu vermindern sind;
Energie effizient verwendet wird;
die notwendigen Maßnahmen ergriffen werden, um
Unfälle zu verhindern und deren Folgen zu begrenzen;
bei einer endgültigen Stilllegung die erforderlichen
Maßnahmen getroffen werden, um jegliche Gefahr einer
Umweltverschmutzung zu vermeiden und um einen
zufriedenstellenden Zustand des Betriebsgeländes
wiederherzustellen.
Im Genehmigungsantrag an die zuständige Behörde muss eine
Betriebsbeschreibung diesen Umständen Rechnung tragen.
Damit innerhalb der EU das Wissen über die besten verfügbaren
Techniken dasselbe ist, hat die Europäische Kommission ein
Forum für den Informationsaustausch (IEF – Information Exchange
Forum) eingerichtet, in dem die Mitgliedsstaaten, die Industrie und
Umweltschutzverbände vertreten sind. Unter der Schirmherrschaft
dieses Forums erarbeiten technische Arbeitsgruppen Dokumente
für sämtliche in der IPPC-Richtlinie genannten Anlagenkategorien,
welche als BREF – Best Available Techniques Reference
Document von der Europäischen Kommission veröffentlicht
werden.
Weiters enthält die IPPC-Richtlinie Betreiberpflichten, die von den
zuständigen Behörden der Mitgliedsstaaten bei der Festlegung der
Genehmigungsauflagen zu berücksichtigen sind (z.B. effiziente
Energienutzung, Abfallvermeidung, Maßnahmen zur Verhütung
von Unfällen). Die Genehmigungsauflagen müssen von den
zuständigen Behörden regelmäßig überprüft werden (längstens alle
10 Jahre) und gegebenenfalls aktualisiert werden. Es erscheint
wichtig hervorzuheben, dass auch Altanlagen spätestens acht Jahre
nach Ende der Umsetzungsfrist, also bis 30.10.2007, in
Übereinstimmung mit den Regelungen der IPPC-Richtlinie zu
betreiben sind.
Kontakt
Ing. Mag. Franz Pischelsberger
Institut für Unternehmensführung und Wirtschaftsinformatik
Selker 23
4230 Pregarten
E-Mail: franz@pischelsberger.com
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Bildung
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