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Lebensraum und Tiergemeinschaften Was ist Biodiversität

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Gebirgslandschaften
Lebensraum und Tiergemeinschaften
Was ist Biodiversität
Die Gebirgs- und Hochgebirgsstufe umfasst die oberen Bereiche des Nadelwaldes und die über der
Waldgrenze liegenden alpinen Matten sowie die vegetationslosen Flächen.
Typische Tiere des Gebirges sind der Steinbock und die Gemse, das Murmeltier, der Schneehase,
der Steinadler und der Bartgeier, das Birk-, Schnee- und das Steinhuhn, der Tannenhäher und viele
andere Tierarten, darunter auch Reptilien und Amphibien. Auch der Rothirsch, der Braunbär und der
Wolf halten sich, zumal im Sommer, gerne im Gebirge auf.
Biodiversität bezeichnet die natürliche Vielfalt der Gene, Arten und Lebensräume.
Biodiversität umfasst
• die verschiedenen Lebensformen (Arten von Tieren, Pflanzen, Pilzen, Bakterien),
• die unterschiedlichen Lebensräume, in denen Arten leben (Ökosysteme wie das Gebirge, der Wald oder die Gewässer),
• sowie die genetische Vielfalt innerhalb der Arten (z.B. Unterarten, Sorten und Rassen).
Biodiversität ist das auf der Erde existierende Leben in seiner gesamten Vielfalt. Sie ist damit
Grundlage und Potenzial sämtlicher Lebensprozesse und Leistungen der Lebensräume auf unserem
Planeten. Biodiversität ist das Ergebnis einer Millionen Jahre währenden Evolution, geprägt durch
den Einfluss Jahrhunderte dauernder menschlicher Nutzungsformen (Sammeltätigkeit, Rodungen,
Landwirtschaft, Siedlung, etc.).
Die Gemse lebt
vorwiegend im alpinen Raum und ist
hervorragend an
die Steilheit des
Biotops angepasst.
Die Birkhühner bewohnen die Wälder
an der Waldgrenze
mit ausgedehnten
Hochstaudenfluren.
Das Steinwild bevorzugt südexponierte, felsige Flanken mit alpinen
Trockenrasen im
Hochgebirge.
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Bedrohungen
Die wichtigsten Ursachen für die Beeinträchtigung der Biodiversität im Gebirge sind:
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Erschliessungsprojekte (Siedlungen, touristische Anlagen) in wertvollen Lebensräumen
Erholungsuchende: Flugobjekte in sensiblen Gebieten, Ausflüge und Fahrten ausserhalb der
markierten Wege und Pisten
intensive, unkontrollierte Beweidung mit Nutzvieh (insbesondere mit Schafen)
Die Alpenlandschaft wird durch den Tourismus sowie durch die Alp- und Weidewirtschaft genutzt.
Mancherorts ist auch der Siedlungsbau sehr ausgeprägt.
Durch ungelenkten
Wintersport mit Abfahrten und Wanderungen durch die
Einstände werden
die Wildtiere existentiell bedroht.
Unbehirtete Schafherden übernutzen
die Weiden teilweise und die Gefahr
von Raubtierschäden ist gross.
Die Gemse und der
Steinbock werden
durch Gemsblindheit befallen. Die
Tiere erleiden einen
qualvollen Tod.
Durch die vielen
Freizeitaktivitäten
werden empfindliche Tierarten zum
Teil nachhaltig gestört.
Unbeaufsichtigte
Hunde sind für das
Wild im Winter und
in der Aufzuchtzeit
eine besondere
Gefahr.
Hege
Was die Jäger im Gebirge für die Erhaltung der Biodiversität
unternehmen:
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Unterstützung bei der Ausscheidung und Betreuung von Wildruhezonen
Einrichten von Wanderwegen und Pisten (Trails) für die Kanalisierung der Erholungsuchenden
Unterstützung der Kampagne «Respektiere deine Grenzen»
Unterstützung von Projekten zur Erarbeitung von verträglichen Beweidungsformen mit Nutzvieh (insbesondere Schafe,vgl. Nahrungskonkurrenz, Übertragung von Infektionskrankheiten, Ver
drängung) und zur Erforschung von Wildtierkrankheiten (Gemsblindheit)
Bekämpfung von beeinträchtigenden Erschliessungsprojekten
Unterstützung von Projekten zur Ansiedlung von Wildarten (z. B. Alpensteinbock, Bartgeier)
Die Pflege von einwachsenden Wiesen fördert die Artenvielfalt und
dient der Erhaltung
des Landschaftsbildes.
Die Ausscheidung
und Durchsetzung
von Wildruhezonen
ermöglicht den
Wildtieren ein ungestörtes Überleben des Winters.
Die Heckenpflege
dient allen Tierund Pflanzenarten
und erhöht die Biodiversität.
Die Zusammenarbeit von Jagd und
Forst beim Weisstannenprojekt ist
ein erfolgreiches
Projekt.
Durch Jäger aufgeforstete Sturmfläche in Zusammenarbeit mit dem
Forstdienst, födert
das gegenseitige
Verständnis.
Feuchtgebiete und Gewässer
Lebensraum und Tiergemeinschaften
Uferbereiche von Gewässern, Auenwälder und andere Feuchtgebiete (wie z. B. Sümpfe und Moore)
sind Lebensräume mit hoher biologischer Vielfalt. Diese Lebensräume wurden besonders stark vom
Menschen beeinflusst und in ihrer Grösse und Qualität beeinträchtigt. Uferbereiche wurden begradigt oder sind gestört, Feuchtgebiete sind zur Gewinnung von Kulturland entsumpft, Wasserläufe
für die Stromproduktion genutzt worden. Seit etwas mehr als 20 Jahren bestehen Bestrebungen für
Renaturierungen und für eine Vergrösserung der Gewässerfläche.
Typische Tiere der Feuchtgebiete und der Uferbereiche von Gewässern sind der Biber und der
Fischotter, sehr viele Vogelarten und Amphibien. Auch der Rothirsch und das Wildschwein nutzen
Auen und Uferzonen von Gewässern.
Das Anlegen von
Feuchtbiotopen gehört zum Standardprogramm der Hegeorganisationen.
Flachwasserzonen
weisen eine sehr
hohe Artenvielfalt
auf.
Durch Jäger geschaffene Schutzgebiete dienen den
Wasservögeln als
Einstand und Brutgebiete.
Intakte Flussläufe
sind für Fische und
alle anderen Wasserbewohner von
zentraler Bedeutung.
Bedrohungen
Die wichtigsten Ursachen für die Beeinträchtigung der Biodiversität in Feuchtgebieten und an Gewässern sind:
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Gewässerkorrektionen und Begradigung von Flussläufen
Nutzung des Wassers für die Erzeugung von Energie
Hindernisse entlang der Flussläufe
Entsumpfung und Trockenlegung
Verinselung der Feuchtgebiete
Überdüngung der benachbarten landwirtschaftlichen Flächen
Prädation durch Vögel, die sich von Amphibien und Fischen ernähren
Freizeitaktivitäten
Durch den aus
Asien eingeführten
Kormoran werden
die einheimischen
Fische gefährdet.
Das dauernde Befahren von Flüssen
gefährdet die Fauna und Flora rund
um das Gewässer.
Stauseespülungen
gefährden die Gewässer-Form.
Trockenlegungen
gefährden die Uferlebensräume.
Durch die Wasserkraftwerke wird
der Lebensraum in
den Fliessgewässern massiv geschädigt.
Hege
Was die Jäger bei Feuchtgebieten und Gewässern für die Erhaltung der Biodiversität unternehmen:
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Mithilfe bei der Renaturierung von Auen
Anlegen von stehenden Gewässern (Tümpel, Weiher)
Öffnung und Renaturierung von Fliessgewässern, Aufwertung von Uferböschungen (Kleinstruktu
ren, Uferbestockungen)
Erstellung und Pflege von kleinen Feuchtgebieten (Aushebung von Tümpeln und Teichen, Mahd, Entbuschung)
Zusammentragen von Abfall entlang von Gewässern
Begradigte und
korrigierte Gewässer werden wieder
fischgängig.
Für den Hochwasserschutz werden
Flussabschnitte
wieder renaturiert.
Die Feuchtgebiete
werden durch die
Jäger dauernd gepflegt und erweitert.
Waldgebiete
Lebensraum und Tiergemeinschaften
In den letzten Jahrhunderten hat der Mensch in unserem Land die ursprüngliche Zusammensetzung und die Verteilung des Waldes stark beeinflusst und verändert. In früheren Zeiten war die Bevölkerung direkt von der Waldnutzung abhängig. So sind monotone, dichte und dunkle Bestände
noch weit verbreitet. Heute bemüht sich eine geordnete Forstwirtschaft um eine angemessene Verteilung der Waldfläche und um eine naturnahe und stufige Zusammensetzung der Baumarten.
Typische Tiere des Waldes sind der Rothirsch und das Reh, das Wildschwein, Luchs, Wolf und
Bär, der Baummarder, das Eichhörnchen, das Auer- und das Haselhuhn, Spechte, Eulen, die Waldschnepfe und viele andere Tierarten.
Rotwild benötigt
zusammenhängende, ruhige Waldgebiete mit genügend
Verjüngungsflächen.
Geschlossene Wälder ohne ausreichende Kraut- und
Strauchschicht gefährden das Auerhuhn.
Der Wolf ist von
ausreichenden
Schalenwildbeständen abhängig.
Stufige, reichstrukturierte Wälder bieten unzähligen
Tier- und Pflanzenarten einen geeigneten Lebensraum.
Bedrohungen
Die wichtigsten Ursachen für die Beeinträchtigung der Biodiversität im Wald sind:
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naturferne Forstwirtschaft durch Förderung von dicht stehenden Monokulturen und standort-
fremden Arten
Zunahme der Waldfläche und Einwachsen von wertvollen Lichtungen und Wiesen durch den Rückgang der landwirtschaftlichen Nutzung in steileren und abgelegenen Standorten
überhöhte Dichte an Pflanzenfressern
Intensive Prädation durch Grossraubtiere
Störungen in den
Wildeinständen bedeuten für das Wild
eine erst zu nehmende Gefahr.
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Erholungsuchende: Wanderungen, Läufe und Fahrten abseits
der Waldstrassen, frei laufende und streunende Hunde
Intensive Beweidung von Waldlichtungen mit Nutzvieh,
falscher Umgang mit Zäunen
Verlust von Tieren durch den Verkehr (Strassenfallwild)
Unkontrolliert
wachsende Prädatorenbestände gefährden in der Kulturlandschaft die
Artenvielfalt.
Die Waldfläche in
den Alpen nimmt
stark zu und beeinflusst das Landschaftsbild und die
Qualität der Wildeinstände.
Fichtenmonokulturen gefährden die
Artenvielfalt
geauso, wie das
Verschwinden von
Grenzertragsflächen in der Landwirtschaft.
Hege
Was die Jäger im Waldbereich für die Erhaltung der Biodiversität unternehmen:
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Regulierung von Wildpopulationen, um Wildschäden zu verhüten bzw. um sie auf ein tragbares Mass zu reduzieren
Schaffung und Pflege der Lebensräume: Mahd, Aufwertung von Waldrändern, Anlegen von Wild
äckern und Auslichtung (kleinflächige Schläge) in Zusammenarbeit mit dem Forstdienst
Erstellen von Totholzhaufen
Erstellen von Zäunen und Anbringen von Einzelschutz (Verbisschutz)
Bemühungen zum sorgsamen Umgang mit Weidezäunen
Verbissgehölze
sind für das Wild
die wichtigste Nahrungsreserve in
Notzeiten.
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Erstellung von Studien zur Verbesserung des Populationszustandes
ausgewählter Tierarten (Waldschnepfe)
Aufstellen und Wartung von Wildwarngeräten
Unterstützung der Behörden beim Luchsmonitoring mit Fotofallen
Notfütterung des Wildes in ausgesprochen harten Wintersituationen
Bereitstellen von Nisthilfen für Brutvögel
Notfütterungen
sind nur in Ausnahmefällen und bei
optimaler Durchführung sinnvoll.
Geschlossene,
schichtige Waldgebiete können nur
durch Pflegeeingriffe verhindert
werden.
Die Pflege von
Waldwiesen und
das Fällen von
Prossholz im Winter
lässt das Wild weniger leiden.
Landwirtschaftsgebiete
Lebensraum und Tiergemeinschaften
Das Landwirtschaftsgebiet ist stark von der Art und von der Intensität der Nutzung geprägt. Die Intensivierung der Landwirtschaft und die Ausräumung der Landschaft beeinträchtigen stark die Qualität der Lebensräume und damit die Biodiversität. Hinzu kommt der massive Landverbrauch für den
Siedlungsbau und für die Verkehrsinfrastruktur.
Typische Tiere der offenen und halboffenen Landschaft sind das Reh, der Fuchs, der Feldhase, das
Rebhuhn, der Wachtelkönig, der Rotkopfwürger, der Kiebitz, der grosse Brachvogel, Greifvögel, Reptilien und viele andere Tierarten.
Das Reh braucht
einen reich strukturierten Lebensraum
mit einem hohen
Anteil an Waldrändern, Hecken und
Dickungen.
Der Kibiz als Bodenbrüter benötigt
niedrig stehendes
Wies- und Ackerlandland, sowie
Moore zur Aufzucht
seiner Jungen.
Der Fuchs als Kulturfolger und
schlauer Opportunist, passt sich allen Lebenräumen
optimal an.
Vielfältige Landschaften sind die
Voraussetzung für
den Erhalt der Biodiversität im Landwirtschaftsgebiet.
Bedrohungen
Die wichtigsten Ursachen für die Beeinträchtigung der Biodiversität im Landwirtschaftsgebiet sind:
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Ausräumung der Landschaft («Kultursteppe»)
Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung (Düngung, frühzeitige Ernte, Monokulturen)
Landverbrauch für Siedlungsbau und Verkehrsinfrastruktur
Barrierewirkung von Verkehrsträgern und Siedlungen (Zersiedelung)
Prädation durch Greifvögel, Rabenvögel, Fuchs und andere Raubtiere
Verlust von Tieren durch den Verkehr (Strassenfallwild)
frei laufende und streunende Hunde
Autobahnen, Strassen und Siedlungen
zerschneiden den
Lebensraum und
gefährden die genetische Vielfalt.
Der stark wachsende Verkehr bei Tag
und bei Nacht fordert unzählige Opfer unter den Wildtieren.
Intensivlandwirtschaft gefährdet
die Tier- und Pflanzenarten durch
Ernteschock, sowie
hohen Chemie- und
Düngereinsatz.
Die hohe Bautätigkeit venichtet wertvolles Kulturland,
oft auch intakte
Naturlandschaften.
Hege
Was die Jäger im Landwirtschaftsbereich für die Erhaltung
der Biodiversität unternehmen:
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Pflege von Trockenwiesen (Mahd)
Pflanzung und Pflege und Hecken, Sträuchern und Hochstammbäumen
Anlegen von Wildäckern
Erstellung bzw. Wiederaufbau von Trockenmauern, Steinhaufen und anderen Kleinstrukturen
Kontrolle von Setzplätzen von Rehen, Kitzrettung
Unterstützung der Behörden bei der Planung und den Unterhalt von Grünbrücken
Regulierung von ausgewählten Prädatoren in besonders wertvollen Lebensräumen
Aufstellen und Wartung von Wildwarngeräten
Die Pflege und Instandstellung von
Trockenmauern
schafft Lebensraum für Kleinlebewesen, Reptilien
und Kleinsäuger.
Die Anlage von
Wildäckern schafft
wertvolle Lebensräume für Schalenwild, Kleinsäuger,
Vögel und Insekten.
Die Pflege und
Pflanzung von Heckenlandschaften
ist ein zentraler Teil
der Biotophege.
Die Kitzrettung bewahrt viele Jungtiere vor dem
sicheren Mähtod.
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