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Die Neuaufschaltung in Zeiten von NGN und EN50518:
Zusätzliche Kompetenz für den Monteur der Gefahrenmeldeanlage und
für den Bediener in der Alarmempfangsstelle erforderlich?
Autor:
Dipl.-Ing. (FH) Dieter Fischer
Telefonbau Arthur Schwabe GmbH&Co KG Mönchengladbach
Hilfe, mein Übertragungsgerät ist ein Router
Machen wir uns nichts vor: Das Alarmübertragungsgerät für die neuen Netze ist ein IT-DSL-Router
mit zusätzlichen Schnittstellen für die Alarmanlage und mit höheren Anforderungen an die
Umweltfestigkeit und die Verfügbarkeit gegenüber dem maximal kostenoptimierten ConsumerStandard, wie er heute millionenfach in den Haushalten steht.
Das Kommunikationsgerät (KG) ist dabei das Modem zur Anschaltung an die physikalische
Übertragungstechnik des öffentlichen Netzwerkanbieters und wird daher in den aktuellen Vorschriften als
Bestandteil des Übertragungsweges angesehen. Solange es sich bei dem KG tatsächlich „nur“ um ein reines
Modem handelt, hat es keinen Einfluss auf die Alarm-Übertragung.
Telefonbau Arthur Schwabe GmbH & Co. KG . Langmaar 25 . 41238 Mönchengladbach
Tel.: +49 2166 858-0 . Fax: +49 2166 858-150 . info@tas.de . www.tas.de
2 Drähte – und trotzdem ist alles anders
Wenn’s nicht gerade Breitband (Coax-) Kabel oder ein Glasfaseranschluss ist, kommt nach wie vor
eine Kupferdoppelader ins Haus, die in einer TAE-Dose endet. Aber daran wird nun kein Telefon
mehr angestöpselt, sondern ein Netzwerkrouter mit integriertem Modem übernimmt den Sprachund Datenverkehr zum Provider.
Dieses Modem ist eigentlich eine völlig unabhängige Funktionseinheit, die die physikalische
Anbindung an das Übertragungsmedium (Kupfer/Glas) herstellt und bei Kupferleitungen die für die
hohe Datenrate ins öffentliche Netz erforderlichen Frequenzgemische erzeugt bzw. dekodiert. Der
Router dagegen stellt die logische Verbindung zum Provider her (Zugangs-Daten und Passwort)
und formt ggf. zu übertragende Datenpakete passend um (NAT = Network Address Translation)
Die aktuell am Markt verfügbaren DSL-Router sind darüber hinaus auch noch Switches mit WLANBasisstation und Mini-TK-Anlage, bieten also den kompletten Umfang, den ein Heimanwender für
seine Kommunikationsbedürfnisse hat.
Aber: Kann so eine oftmals vom Netzbeteiber/Provider gestellte Plastikkiste ein brauchbares
Kommunikationsgerät für die Alarmübertragung sein?
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Die Switch-Funktion ist auf eine gleichmäßige Verteilung der Datenströme optimiert. Die in
der VdS2463 beschriebene Vorrangschaltung für Alarmmeldungen lässt sich nicht
einrichten.
Über das WLAN lässt sich von außerhalb des zu schützenden Objekts Schadcode
einfügen und somit die Funktion der Alarmübertragung kompromittieren.
Der Router kann von jedermann über das Netzwerk erreicht werden und muss
Hackerangriffen widerstehen können.
Router haben in der Regel ein Steckernetzteil, werden also über die normale
Stromversorgung des Objekts gespeist.
98,5% Verfügbarkeit wird von der Plastikkiste verlangt, d.h. mehr als 5 Tage lang pro Jahr
darf sie ihre Arbeit verweigern!.
Meine Antwort dazu ist also:
Nein – Der Router vom Carrier ist ein reines Consumer-Gerät! Bis auf die Modem-Funktion sind
solche Geräte als Kommunikationsgerät für die Alarmübertragungstechnik weitgehend unbrauchbar!
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Der Monteur muss also in der Lage sein, bei zwangsweise als Netzabschluss beigestellten Routern
für die Alarmübertragung gefährliche Funktionen zu erkennen und sicher abzuschalten. Er muss
auch prüfen, ob die Stromversorgung auch aus dem ÜG erfolgen kann. Fehler, die hier gemacht
werden, fallen leider nicht sofort auf!
xDSL und Annex irgendwas … Geht mich das was an?
Mit DSL (= Digital Subscriber Line) bezeichnet man ein Verfahren, um Daten über normale
Telefonleitungen zu übertragen. Der Buchstabe davor bezeichnet das verwendete Verfahren
genauer. So ist z.B. das häufig gebrauchte ADSL: (= Asymmetric Digital Subscriber Line) eine DSLVerbindung mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten für Up- und Download.
Da es sich dabei um die vom Provider vorgeschriebene, physikalische Netzanbindung handelt,
muss das (ggf. im ÜG enthaltene) Modem das Verfahren auch unterstützen, ggf. müssen auch
Einstellarbeiten geleistet werden.
Neben dem DSL-Verfahren gibt es noch die Annex-Angabe (bisher in Deutschland Annex-B,
demnächst bei All-IP auch Annex-J) die die verwendeten Frequenzbänder auf der Leitung
spezifiziert. Auch dies gibt der Provider vor und das eingesetzte Modem muss passen oder vom
Monteur passend gemacht werden.
Hier lauert eine beträchtliche Fehlerquelle, die jedoch sofort wg. Nichtfunktion erkennbar ist. Der
Monteur muss aber bei Nichtfunktion gengenüber dem Personal des Providers die richtigen Fragen
stellen können
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Statt Rufnummern IP-Adressen – und was sonst noch so alles eingestellt
werden muss
Gut – ein einfaches ÜG (=Übertragungsgerät), dass nur den Zustand einzelner Kontakte übertragen
soll, muss kein Router sein. Es reicht, wenn es über PPPoE (= Point-to-Point-Protocol over
Ethernet) und einem DSL-Modem eine IP-Verbindung zum Netzwerk aufbauen kann.
Der Monteur muss also sowohl die PPPoE- Einwahldaten des Providers als auch die Ziel-IPAdresse(n) der Alarmempfangsstelle unfallfrei in das Übertragungsgerät eingeben. Ggf. dazu noch
Modem-Parameter für das DSL-Modem oder den kunstvoll kastrierten DSL-Router. Aber auch hier
lauert in Zukunft eine zusätzliche Gefahr in Form von netzwerkseitig vorgegebenen IPv6Anschlüssen!
Wird neben der Alarmübertragungstechnik jedoch noch eine Fernwartung der EMA oder IPVideoüberwachung oder IP-Zutrittskontrolltechnik etc. gefordert, kommt man um die RouterFunktionalität des ÜG selbst nicht herum. Hier sind zur Einrichtung grundsätzliche Kenntnisse aus
der Netzwerktechnik gefragt!
Ich will doch nur eine Meldung absetzen …
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Wenn alles immer wie geplant funktioniert, wird man schnell die Routine bekommen, auch bisher
unbekannte Positionen an der richtigen Stelle des Konfigurators einzutippen. Was aber – wenn
nicht?
Will man dem Personal des Netzbetreibers vertrauen, einen Fehler im Netzzugang zu finden und zu
beseitigen? Will man sich mit der Aussage abspeisen lassen, dass alles in Ordnung ist und „nur“
das verwendete Modem/ÜG nicht funktioniert, obwohl man genau weiß, dass doch?
Der Monteur muss in der Lage sein, selbst mittels anerkannter Messgeräte die Funktion der
Übertragungsstecke zu bewerten und gegenüber dem Provider-Personal somit ein kompetenter
Gesprächspartner sein.
Hallo? Wer spricht denn da?
Vertragspartner muss nicht die Empfangstechnik bereithalten – die Wirrungen
infolge der EN50518
Die IP-Adressen des Alarmempfängers sind korrekt eingegeben – und trotzdem funktioniert es
nicht. Der Kunde, der die Alarmaufschaltung beauftragt hat, kennt nur seinen Vertragspartner, den
Alarmdienst. Der betreibt aber vielleicht gar nicht selbst die ÜZ (= Übertragungszentrale), sondern
hat dies an einen EN50518-gemässen Alarmprovider „ausgesourced“.
Sinnvollerweise müsste eigentlich der Monteur des ÜG direkt mit einem Mitarbeiter des
Alarmproviders in Kontakt treten, um die Fehlerursache einzugrenzen, da man ja in der Regel
davon ausgehen kann, dass die Verbindung zwischen Alarmprovider und Alarmdienst bereits
sauber funktioniert. Fraglich ist allerdings, ob der Alarmdienst bereit ist, seine Beziehung zum
Alarmprovider offenzulegen und andererseits, ob der Alarmprovider Personal vorhält, um Support
bei Neuaufschaltungen zu leisten.
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