close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

GELZ Broschüre

EinbettenHerunterladen
AUSSTELLUNGEN
2014
bis 23. März 2014
Egon Schiele
bis 23. März 2014
Bubbles
ab April 2014
Selinka Classics 03
12. April – 24. August 2014
Stephan Balkenhol
13. September 2014 – 25. Januar 2015
Otto Mueller. Gegenwelten
18. Oktober 2014 – 25. Januar 2015
Eva Paulitsch und
Uta Weyrich.
Das Handyfilmprojekt
RÜCKBLICK UND AUSBLICK AUF
2014
Kunstmuseum
Büro im
Weingartner Hof
Kirchstraße 16
88212 Ravensburg
www.kunstmuseumravensburg.de
SENSATIONELLER START FÜR DAS KUNSTMUSEUM RAVENSBURG
DAS KUNSTMUSEUM RAVENSBURG – RÜCKBLICK UND AUSBLICK
AUF 2014
Dr. Nicole Fritz
Leiterin
Telefon (0751) 82-812
Telefax (0751) 8260812
nicole.fritz@ravensburg.de
Das Kunstmuseum Ravensburg wurde am 8. März 2013 vom damaligen
Staatsminister für Kultur und Medien Bernd Neumann eröffnet. Er nannte
das Haus ein "einzigartiges Ereignis" und "wunderbares neues Wahrzeichen der Stadt". Bereits am Eröffnungswochenende konnten 6.000 Besucherinnen und Besucher gezählt werden. Seit seiner Eröffnung wird das
Kunstmuseum von einer Welle der Zustimmung getragen. Die fünf Ausstellungen (Appassionata; Gert und Uwe Tobias, Egon Schiele, Wynrich
Zlomke und Bubbles) haben bis heute 46.000 Gäste besucht. Doppelt so
viele als man erwartet hatte.
„Die Resonanz hat unsere Erwartungen weit übertroffen“, so die Museumsleiterin Dr. Nicole Fritz. “Man kann schon sagen, dass das Kunstmuseum Ravensburg sich anhaltend und nachhaltig zu einem Publikumsmagnet entwickelt hat. Es freut mich auch sehr, dass mein Konzept, möglichst alle Altersschichten anzusprechen, d.h. ein `Museum für alle´ zu
verwirklichen, aufgegangen ist. Unser Begleitprogramm mit Führungen,
Workshops und Vorträgen für alle Altersstufen kommt gut an, viele Veranstaltungen sind ausgebucht.“
Ausstellungsprogramm 2014
Auch das für das kommende Jahr aufgestellte Programm steht für hohe
künstlerische Qualität. Ihm liegt sowohl ein globaler als auch ein regionaler
Bezug zu Grunde. Für das erste Halbjahr konnte der international bekannte Bildhauer Stephan Balkenhol für eine Ausstellung im Kunstmuseum
gewonnen werden. Im Herbst 2014 zeigt das Kunstmuseum Ravensburg
als einen weiteren künstlerischen Höhepunkt die Ausstellung Otto Mueller.
Gegenwelten. Für diese Überblicksausstellung des bedeutenden Expressionisten Otto Mueller (1874-1930) ist das Brücke Museum in Berlin der
Hauptleihgeber. Nicole Fritz ist es dabei ein Anliegen, wie bei der derzeitigen Egon Schiele Ausstellung – mit neuen Augen auch auf Klassiker zu
schauen. So werden bei der Otto Mueller Ausstellung den bekannten Zigeuner-Darstellungen des Künstlers historische Dokumentar-Fotografien
www.ravensburg.de
Ι1
Rückblick und Ausblick auf 2014
der Sinti und Roma von Ferdinand Schmutzer (1870-1928) und anderen
Fotografen aus der österreichischen Nationalbibliothek in Wien gegenübergestellt.
Unter dem Format Selinka Classics zeigt das Kunstmuseum auch 2014
eine Auswahl der Sammlung Peter und Gudrun Selinka in neuer Zusammenstellung. Im nächsten Jahr (ab April) wird auch das „Spanische Mädchen“ (1912) von Alexej Jawlensky wieder zu Gast im Kunstmuseum sein.
Für Kinder und Jugendliche bietet das Kunstmuseum 2014 erneut ein abwechslungsreiches Angebot. Unter dem Format Fremde Blicke wird das
Künstlerduo Eva Paulitsch und Uta Weyrich die Stadt besuchen und sich
auf die Suche nach Handyfilmen der jungen Ravensburger machen. Auf
der Grundlage des vor Ort gesammelten filmischen Rohmaterials werden
Eva Paulitsch und Uta Weyrich eine begehbare multimediale Installation
entwickeln. Diese ermöglicht Innenansichten jugendlicher Lebenswelt und
macht auf poetische Art und Weise Tiefenschichten des sozialen Lebens
sichtbar.
Nominierung – Europäischer Museumspreis 2014
Das Kunstmuseum als Institution ist nominiert für den vom Europäischen
Museums Forum ausgerichteten Europäischen Museumspreis 2014.
Ι2
Rückblick und Ausblick auf 2014
Kunstmuseum in Zahlen von der Eröffnung am 8. März bis 10. Dezember 2013
-
46.000 Besucher
500 Gruppenführungen und öffentliche Führungen (rund 3000 Erwachsene und 3000 Schüler)
100 Sonderveranstaltungen und Workshops
3000 verkaufte Jahreskarten
3.600 Audio Guide-Ausleihen
Shopartikel (Verkaufszahlen)
Katalog Appassionata
Architekturkatalog
Gert und Uwe Tobias Katalog
Zlomke Katalog
Schiele Katalog
Ausstellungsplakate
Postkarten
Schokolade
Malbögen
Ι3
Rückblick und Ausblick auf 2014
650
300
61
78
36
565
3.300
250
955
EGON SCHIELE. DER ANFANG
BIS 23. MÄRZ 2014
Erstmals ist außerhalb Österreichs das Frühwerk von Egon Schiele
(1890‒1918) in einer Ausstellung zu sehen. Er ist einer der berühmtesten
österreichischen Künstler.
Der Schwerpunkt der Schau umfasst die behüteten Jahre in Tulln bis zum
selbstbewussten Austritt des jugendlichen Schieles aus der Wiener Akademie des Jahres 1909. Dabei geht die Ausstellung über eine Darstellung
des Frühwerks hinaus, indem frühe Arbeiten dem reifen Schaffen gegenübergestellt werden. Diese Gegenüberstellung zeigt, wie früh Schiele das
für sein Werk Charakteristische wie die Thematisierung des Ichs oder rätselhafte Allegorien bearbeitet hat und damit den Weg in die Moderne findet.
Egon Schiele mit Palette, 1906
© IMAGNO
Die Ausstellung des Kunstmuseums Ravensburg erklärt die Faszination
Schieles aus seinen Anfängen heraus und beleuchtet die Entwicklungslinien der Frühzeit in Gegenüberstellung mit Beispielen des expressionistischen Schaffens der reifen Jahre anhand von zahlreichen wichtigen Werken, darunter die „Sonnenblumen“ der Landessammlungen Niederösterreich.
Der wichtigste Werkblock der Ausstellung wird von der einzigen Privatsammlung im Besitz der Nachfahren der Künstlerfamilie bereitgestellt. Die
Sammlung von Melanie Schuster-Schiele, der ältesten Schwester des
Künstlers, ging nach ihrem Tod an den Neffen Norbert Gradisch, dessen
Sohn Werner Gradisch das kostbare Erbe bis heute bewahrt. Die Stadtgemeinde Tulln, die Landessammlungen Niederösterreich und zahlreiche
weitere Privatsammlungen stellen dem Kunstmuseum Ravensburg wichtige Werkblöcke zur Verfügung, die zum großen Teil noch nie außerhalb
Österreichs zu sehen waren. Mehr noch: Die neun Werke der Landessammlungen Niederösterreich, eine fast vollständige Reihung der Schlüsselwerke der Kollektion, haben in dieser Dichte noch nie das Land Niederösterreich verlassen.
EGON SCHIELE
Selbstbildnis mit Gilet, 1910
Kohle, Aquarell auf Papier
Landessammlungen Niederösterreich
Insgesamt rund 70 Werke ‒ Ölgemälde, Aquarelle und Zeichnungen ‒
bilden damit die bislang ambitionierteste Schau zum „frühen Schiele“, die
die Entwicklung des „ganzen Schiele“ von den ersten künstlerischen Arbeiten im Knabenalter bis zur beruhigten Formensprache der letzten Jahre in
den wesentlichsten Etappen nachzeichnet.
Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Egon Schiele Museum in
Tulln und wird von Christian Bauer kuratiert. Zur Ausstellung ist ein Buch
mit Beiträgen von Carl Aigner, Christian Bauer und Nicole Fritz erschienen.
Ι4
Egon Schiele. Der Anfang
EGON SCHIELE
Mutter mit Kind (Madonna), um 1908
Rötel, weiße und schwarze Kreide auf
Papier
Landessammlungen Niederösterreich
KIYOSHI FURUKAWA UND WOLFGANG MUENCH. BUBBLES
VERLÄNGERT BIS 23. MÄRZ 2014
Die interaktive Installation Bubbles (2000) zählt zu einer der beliebtesten
Arbeiten im Zentrum für Kunst und Medientechnologien Karlsruhe (ZKM).
Sie ermöglicht den Betrachtern auf überraschende Art und Weise, mit
virtuellen Seifenblasen zu spielen. Durch das Eintreten in einen Lichtstrahl,
wird ihr Schlagschatten auf eine Projektionsfläche geworfen, die wiederum
von einer Videokamera aufgenommen wird. Nachdem die jeweiligen
Videobilder von einem Computer ausgewertet wurden, erkennen die in
Echtzeit generierten Simulationen von Seifenblasen die Berührungen und
Bewegungsrichtung der Schatten. Somit werden die Besucher unmittelbar
Teil einer virtuellen Welt. Die Interaktion mit den umherschwebenden Seifenblasen zieht sowohl „kleine“ als auch „große“ Benutzer gleichermaßen
auf spielerische Art und Weise in ihren Bann. Aufgrund des großen Zuspruchs wird Bubbles um einen Monat verlängert.
KIYOSHI FURUKAWA / WOLGANG
MUENCH
Bubbles, 2000
Installationsansicht, © ZKM
KIYOSHI FURUKAWA / WOLGANG
MUENCH
Bubbles, 2000
Installationsansicht, © ZKM
KIYOSHI FURUKAWA / WOLGANG
MUENCH
Bubbles, 2000
Installationsansicht, © ZKM
KIYOSHI FURUKAWA / WOLGANG MUENCH
Bubbles, 2002
Installationsansicht, © ZKM
Ι5
Kiyoshi Furukawa und Wolfgang Muench. Bubbles
STEPHAN BALKENHOL
12. APRIL – 24. AUGUST 2014
Stephan Balkenhol (*1957) gehört zu den bekanntesten Bildhauern in
Deutschland. Als Student von Ulrich Rückriem experimentierte er zunächst
mit einer minimalistischen Formensprache bevor er in den 1980er Jahren
als einer der wenigen Künstler seiner Generation den roten Faden der
figurativen Skulptur konsequent wieder aufnahm.
In den letzten drei Jahrzehnten entstand neben Reliefs und Zeichnungen
ein ganzes Volk von Menschen- und Tierfiguren aus unterschiedlichen
Holzarten oder auch aus Bronze. Still, in sich ruhend und unbeeinflusst
von emotionalen Befindlichkeiten sind die häufig aus einem Holzstamm
gehauenen Männer- und Frauenfiguren wesenhafte Abbilder einer überzeitlichen Lebenswirklichkeit und trotzdem gegenwärtig. Im Hier und Jetzt
fordern sie uns heraus, indem sie nicht zuletzt auf den Betrachter selbst
verweisen. Ihre autonome Existenz provoziert damit auch die Frage, wohin
wir unser Denken und Handeln lenken wollen.
Stephan Balkenhols Skulpturen sind aufgrund ihrer allgemeingültigen sinnlichen Ausdruckskraft jenseits des Zeitgeschmacks in zahlreichen Städten
zu Wahrzeichen geworden und im öffentlichen Raum präsent („Vier Männer auf Bojen“ Hamburg; Wagner-Denkmal, Leipzig; Denkmal zum Mauerfall „Balanceakt“, Axel-Springer-Hochhaus Berlin; Männerfigur im Kirchturm von St. Elisabeth, Kassel).
STEPHAN BALKENHOL
Foto: Henrik Hornung
STEPHAN BALKENHOL
Kugelmenschen (Frau und Mann),
2012
Pappelholz, farbig gefasst
Courtesy: Mai 36 Galerie, Zürich
Foto: Samuel Mizrachi
Für die Ausstellung im Kunstmuseum Ravensburg wird Stephan Balkenhol
auf den räumlichen Kontext eingehen und neben älteren Arbeiten unter
anderem auch neue Werke anfertigen.
Zur Ausstellung erscheint ein vom Kunstmuseum Ravensburg herausgegebener Katalog.
Ι6
Stephan Balkenhol
STEPHAN BALKENHOL
Großer Kopf mit Figur, 2010
Epoxy, Holz
Courtesy: Mai 36 Galerie, Zürich
Foto: Samuel Mizrachi
SELINKA CLASSICS
AB 12. APRIL 2014
Unter dem Format Selinka Classics zeigt das Kunstmuseum Ravensburg
jeweils Teile der Sammlung Peter und Gudrun Selinka in immer neuen
Zusammenstellungen. Sie bildet das Fundament und den Ausgangspunkt
der kuratorischen Tätigkeit von Museumsleiterin Dr. Nicole Fritz. Dank der
großzügigen Dauerleihgabe der Stiftung Selinka verfügt das Kunstmuseum über ein Konvolut an Werken aus dem Bereich des Expressionismus
sowie der Gruppen COBRA und SPUR.
Selinka Classics 03 (von April bis August 2014) ist die dritte Sammlungspräsentation. Sie vermittelt einen Einblick in alle Facetten der Sammlung
Selinka. Die Sammlung ist eine der hochklassigen Privatsammlungen
Süddeutschlands und spiegelt auf eindrückliche Art und Weise die Persönlichkeit des Sammlers wider. So hat Peter Selinka bereits sehr früh Zusammenhänge zwischen dem Expressionismus des ersten Drittels des 20.
Jahrhunderts und der COBRA- und SPUR-Bewegung der 1960er Jahre
gesehen und in seiner privaten Sammlung diesen roten Faden einer expressiv-gestischen Kunsttradition verfolgt.
Ein besonderes Highlight stellt das Spanische Mädchen von Alexej von
Jawlensky dar, das in der Eröffnungsausstellung Appassionata der Publikumsliebling war. Für Selinka Classics 03 kehrt das Werk, das sich in Privatbesitz von Gudrun Selinka befindet, ins Kunstmuseum zurück.
ALEXEJ VON JAWLENSKY
Spanisches Mädchen, 1912
Öl auf Karton
Gudrun Selinka, Ravensburg
ASGER JORN
Appassionata, 1962
Öl auf Leinwand
Peter und Gudrun Selinka-Stiftung,
Ravensburg
LOTHAR FISCHER
Motorradfahrer I, 1966
Ton, bemalt
Peter und Gudrun Selinka-Stiftung,
Ravensburg
Ι7
Selinka Classics
OTTO MUELLER. GEGENWELTEN
13. SEPTEMBER – 25. JANUAR 2015
Otto Mueller (1874-1930) gilt als einer der wichtigsten Künstler des deutschen Expressionismus. Seine Malerei in zurückhaltender Farbigkeit ist
zunächst inspiriert von Symbolismus und Jugendstil. Im Austausch mit der
Künstlergruppe Brücke findet er zum eigenen unverwechselbaren Stil.
Bewegt von der Sehnsucht nach Freiheit und Harmonie entwirft er Landschaften und Akte - malerische Gegenräume zur eigenen persönlichen
und gesellschaftlichen Wirklichkeit. Ergänzt werden diese ab den 1920er
Jahren durch Darstellungen aus dem Leben der Sinti und Roma, deren
Lebensräume er in mehreren Balkan-Reisen erforscht. Die ZigeunerMappe, die 1927 fertiggestellt wurde, bildet Höhepunkt und Essenz dieser
Begegnung.
OTTO MUELLER
Landschaft mit gelbem Feld, um 1925
Leimfarbe auf Rupfen
Sammlung und Stiftung Rolf Horn,
Stiftung Schleswig-Holsteinische
Landesmuseen Schloss Gottorf
Anhand von über sechzig Werken gibt die Schau einen konzentrierten
Einblick in das Werk Otto Muellers und stellt seinen Sinti und RomaDarstellungen historischen Dokumentar-Fotografien der Sinti und Roma
von Ferdinand Schmutzer (1870-1928), Ludwig Angerer (1827-1879) und
anderen Fotografen aus der österreichischen Nationalbibliothek in Wien
gegenüber.
Hauptleihgeber der Ausstellung ist das Brücke Museum, Berlin. Dieses
stellt dem Kunstmuseum Ravensburg ein Konvolut an Werken seines umfangreichen Otto Mueller Bestandes zur Verfügung. Ergänzt werden diese
durch Werke der Peter und Gudrun Selinka-Stiftung sowie ausgewählte
private und öffentliche Leihgaben.
OTTO MUELLER
Stehendes Mädchen unter Bäumen,
um 1923
Leimfarbe auf Rupfen
Gudrun Selinka, Ravensburg
Zur Ausstellung erscheint eine vom Brücke Museum herausgegebene
Monografie zu Otto Mueller und ein vom Kunstmuseum Ravensburg herausgegebenes Katalogbuch zur Darstellung von Sinti und Roma in der
Fotografie.
FERDINAND SCHMUTZER
Bettlerin mit Kind auf einer Straße,
Schwarz-Weiß-Negativ, Glasplatte
© Österreichische Nationalbibliothek,
Wien
Ι8
Otto Mueller. Gegenwelten
EVA PAULITSCH UND UTA
WEYRICH –
DAS HANDYFILMPROJEKT
18. OKTOBER – 25. JANUAR 2015
Die Künstlerinnen Eva Paulitsch und Uta Weyrich arbeiten seit 2003 als
Künstlerduo. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen Handyfilme – alltägliche,
spontan gedrehte Clips – die sie im öffentlichen Raum sammeln und vor
dem Vergessen retten, indem sie diese in ihr Archiv überführen.
Das so entstandene Handyfilmarchiv ist Grundlage und Ausgangsmaterial
für die künstlerische Arbeit von Eva Paulitsch und Uta Weyrich. Das auf
ihren empirisch ästhetischen Erkundungen geborgene filmische Rohmaterial wird von den beiden verfremdet und räumlich inszeniert. Auf diese
Weise entstehen raumgreifende Installationen, in denen authentische
Emotion und Fiktion ununterscheidbar verschwimmen und auf poetische
Art und Weise Tiefenschichten des sozialen Lebens aufscheinen.
Für das Kunstmuseum Ravensburg entwickeln die beiden Künstlerinnen
eine ortsspezifische begehbare multimediale Installation, die unter anderem Handyfilme von Ravensburger Jugendlichen zum Gegenstand hat.
Diese ermöglicht Innenansichten einer juvenilen Lebenswelt zwischen
realem und digitalem Raum.
EVA PAULITSCH UND UTA
WEYRICH
Installationsansicht
EVA PAULITSCH UND UTA
WEYRICH
Installationsansicht
Mehr zu dem Künstlerduo unter: pw-video.com
EVA PAULITSCH UND UTA
WEYRICH
beim sammeln von Handyfilmen
Ι9
Eva Paulitsch und Uta Weyrich –
Das Handyfilmprojekt
BESUCHERSTIMMEN
AUS DEM GÄSTEBUCH
"Dieses Museum übertrifft alle meine Erwartungen; sowohl die Exponate
als auch das Gebäude. Ich bin begeistert und danke allen, die das möglich
gemacht haben." (15.3.2013)
"Auf Augenhöhe mit der Pinakothek in München und mit der Staatsgalerie
in Stuttgart. Es ist keine Steigerung mehr möglich. Danke!" (15.3.2013)
"Inspirierend, abwechslungsreich – nachhaltig, beeindruckend."
(17.03.2013)
"Wunderbar – der Zusammenklang von Räumen, Farben und Formen! Ein
Dialog von Räumen, Bildern und Menschen. Ich fühle mich zentriert und
erfrischt! Danke." (6.4.2013)
"Today I had a fascinating introduction in the Kunstmuseum Ravensburg.
What is art?
Why is art important for humans?
Why is museum important for society?
Think, feel, taste, see, hear the answer in this museum.
From the remains of a monastery a passive art museum, with an extremely
active team was conceived and constructed.
Art and culture, Museums and Heritage are the key to a retainable European Society." ( Wim de Vos, Juror Europäischer Museumspreis 2014,
3.10.2013)
"Danke für eine großartig, aufregende, zum Schauen und Nachdenken
aufgebaute Ausstellung." (26.10.2013)
"Das Museum ist ein großes Kleinod!" (16.11.2013)
Ι 10
Besucherstimmen
ROLAND HALBE
Kunstmuseum Ravensburg
ARCHITEKTUR
Das Kunstmuseum Ravensburg wurde vom Stuttgarter Architekturbüro
Lederer + Ragnarsdóttir + Oei entworfen. Das Büro von Prof. Arno Lederer, Jórunn Ragnarsdóttir und Marc Oei zählt zu den renommiertesten in
Deutschland. Für den Entwurf des Kunstmuseums Ravensburg erhielt das
Büro den mit 30 000 Euro dotierten Deutschen Architekturpreis 2013. Zu
den realisierten Gebäuden gehören neben vielen Büro- und Geschäftshäusern auch zahlreiche öffentliche Bauten wie das Hessische Staatstheater in Darmstadt, die Duale Hochschule Baden-Württemberg in Lörrach
oder die Schreienesch-Schule in Friedrichshafen. Derzeit plant das Büro
unter anderem auch das neue Stadtmuseum Stuttgart im Wilhelmspalais
sowie den Neubau des Historischen Museums in Frankfurt am Main.
Von entscheidender Bedeutung für die Projekte des Büros ist der Bezug
zum jeweiligen Ort. „Wir wollen Architektur nicht zwanghaft neu erfinden,
vielmehr versuchen wir, aus der langen Geschichte des Bauens zu lernen
– ohne dabei einem Historismus zu verfallen“ so die Architekten.
Entsprechend dem Motto „Erst kommt die Stadt, dann das Haus“ haben
die Stuttgarter Architekten auch das neue Kunstmuseum auf das historische Stadtensemble Ravensburg bezogen. Charakteristisch dafür ist beispielsweise die Verwendung von gebrauchten Ziegeln als Material für die
Fassade. Dieses evoziert auf sinnliche Weise die Geschichte. Dadurch,
dass der gebrauchte Ziegel in eine neue Formensprache überführt wird,
wirkt das Vertraute überraschend zeitgemäß.
Foto: Roland Halbe
Ι 11
Architektur
WELTWEIT ERSTES PASSIVHAUS-MUSEUM
Zusammen mit dem Architekturbüro Lederer + Ragnarsdóttir + Oei geht
das Bad Saulgauer Bauunternehmen Georg Reisch GmbH & Co. KG als
Bauherr neue Wege im Museumsbau.
Das Ravensburger Kunstmuseum wird die historische Innenstadt jedoch
nicht nur als architektonisches Highlight bereichern. Es ist darüber hinaus
auch das weltweit erste zertifizierte Museum in Passivhaus-Bauweise.
Die Stadt Ravensburg, die das Gebäude später von der Reisch GmbH
mieten wird, hat die Passivhaus-Pläne von Anfang an unterstützt. Auch
wegen der deutlich geringeren Betriebskosten, die die Stadt dadurch zu
tragen hat. „Dazu kommt noch der Imagegewinn für Ravensburg“, fügt der
Oberbürgermeister von Ravensburg, Dr. Daniel Rapp hinzu. „Die Stadt
profitiert gleich doppelt von der Entscheidung für das PassivhausKonzept.“
Weitere Informationen über die Architekten finden sich unter:
www.archlro.de
Foto: Roland Halbe
Ι 12
Architektur
STATEMENT ARNO LEDERER
Ravensburg hat eines der schönsten historischen Stadtbilder. Den Architekten, die hier bauen, fällt die Aufgabe zu, sinnvoll mit diesem Gesamtkunstwerk umzugehen. Das sollte bei Wohn- und Geschäftsbauten nicht
schwierig sein, ist doch hier die Typologie des Bestands nach wie vor sehr
gut brauchbar. Vom Normalfall des Bürgerhauses unterscheiden sich allerdings die wichtigen Bauten der Stadt. Früher sagte man vom Rathaus,
der Schule oder der Kirche, ihnen käme eine solche Rolle zu. Wie aber
gestaltet sich diese Faustformel für ein Museum, das mit seiner Sammlung
einen Schwerpunkt in der Moderne hat?
Zwischen den Polen einer Anpassung oder gar Nachahmung des Alten auf
der einen, und der unbedingten Zurschaustellung des Modernen auf der
anderen Seite, finden wir in der Architekturgeschichte immer wieder vereinzelte Bauten, die sich dieser Frage entziehen. Dazu zählen wir zum
Beispiel die Entwürfe von Sigurd Lewerentz in Schweden, von Joze
Plecnik in Prag und Ljubeljana oder die des deutschen Architekten Hans
Döllgast. Mit dem Wiederaufbau und der Umformung der Alten Pinakothek
in München haben wir ein Beispiel, das die Gedanken des "an der Stadt
bauens" sehr gut widerspiegelt. Es handelt sich um eine Architektur, die
die Frage nach der Entstehungszeit nicht unmittelbar aufkommen lässt.
Sie ist durch Kontinuität gekennzeichnet und den Umstand, dass einem
beim Betrachten das Gefühl des Vertrauten ebenso übermittelt, wie auch
umgekehrt ein historisierend formaler Umgang vermieden wird.
Das Grundstück verlangte Kompaktheit, weshalb wir zunächst mit einem
rechteckigen Grundriss für die Ausstellungsflächen den wesentlichen Teil
des Baufeldes belegten. Die Sekundärelemente, wie Treppenhäuser oder
der Aufzugsschacht, finden in den Restflächen ihren Platz, wodurch der
rigoros rechteckig gehaltene Hauptbaukörper eine Auflockerung erfährt.
Schließlich bleibt eine Minimalfläche übrig, die wir für einen kleinen, halboffenen Eingangshof nutzen. Da ein Museum dieser Art viel Hängefläche
benötigt, hat das kleine Gebäude so gut wie keine Fenster, was hilft, das
Volumen in den Stadtkörper ohne Bruch zu integrieren. Man kann das
Ganze auch als ein Lagerhaus begreifen, was im Grunde genommen ja
auch Teil der Aufgabe ist. Es unterscheidet sich wiederum davon, weil das
Lagergut nicht nur ungewöhnlich, wertvoll und empfindlich ist, sondern
gleichzeitig zur Schau gestellt wird. Es ist also die Frage der Bedeutung,
die das Gebäude vermittelt, neben dem oben erwähnten "stadtbildschonenden" Umgang.
Ι 13
Statement Arno Lederer
Dieses zusätzlich Besondere zeichnet sich am Dachrand ab, da die Gewölbekonstruktion sichtbar den bewegten Abschluss des Hauses nach
oben bildet. Wir spekulieren damit, dass die Besucher genau dieser Form
im Innern wieder begegnen wollen und deshalb das Treppensteigen um so
leichter empfunden wird. Tatsächlich wird dann im oberen Raum das
sichtbar gemauerte Gewölbe erlebbar und bildet den Endpunkt der räumlichen Sequenz.
Für die Außenfassaden verwenden wir Ziegel aus abgebrochenen Gebäuden. Zum einen lässt sich dadurch sehr schön eine optische Verknüpfung
zu den historischen Fassaden erreichen, zum anderen steckt dahinter
auch der Gedanke der Nachhaltigkeit: Baumaterial muss nicht neu produziert werden, sondern wird, wie es bis in das 19. Jahrhundert gang und
gäbe war, wiederverwendet. Damit reduzieren wir die Frage von Energie
und Ökologie nicht auf das Problem der Heizung, sondern beziehen die
ebenso wesentlichen Punkte wie die der Stoffeflüsse in eine gesamtheitliche Betrachtung ein. Nicht anders dachten die Baumeister früherer Zeiten,
die sich nicht fürchteten, als unmodern gescholten zu werden.
Ι 14
SPONSOREN
PREMIUMSPONSOREN
SPONSOREN
Ι 15
Sponsoren
KONTAKT / TEAM
Kunstmuseum Ravensburg
Burgstraße 9, 88212 Ravensburg
(Postanschrift: Kirchstraße 16, 88212 Ravensburg)
kunstmuseum@ravensburg.de
www.kunstmuseum-ravensburg.de
Team
Leiterin
Dr. Nicole Fritz
Assistenz
Annette Wiggenhauser
Tel.: +49 (0)751 / 82-812
annette.wiggenhauser@ravensburg.de
Organisation / Marketing
Stefan Rapp
Tel.: +49 (0) 751 / 82-109
stefan.rapp@ravensburg.de
Volontariat
Ninja Walbers
Tel.: +49 (0) 751 / 82-455
ninja.walbers@ravensburg.de
Restauratorische Betreuung
Christoph Bueble / Monika List
Ι 16
Kontakt / Team
Document
Kategorie
Kunst und Fotos
Seitenansichten
4
Dateigröße
1 351 KB
Tags
1/--Seiten
melden