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Entscheidungstheorien für den Entscheidungsalltag (Modul 1) - KTHF

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Entscheidungstheorien für den
Entscheidungsalltag (Modul 1)
-4Seminaristische Vorlesung im SoSe 09
FB Angewandte Sozialwissenschaften
Prof. Dr. Rupert Scheule
Was haben wir vor heute?
Entscheidungskompet
enz als Kompetenz
der Zieldefinition
‡ Philosophische
Zugänge I: der
Dezionismus (Herr
Flick)
‡
Prof. Dr. Rupert Scheule, FH Dortmund 2009
1
1. Ziele sammeln
‡
‡
‡
Schreiben Sie die Ziele, die Sie
mit Ihrer Berufswahl
anzustreben wünschen, in eine
Liste, so wie sie Ihnen in den
Sinn kommen! Achten Sie auf
Vollständigkeit!
Obacht: keine Verwechslung
von Entscheidungsraum und
Zielsystem!
Tipp:
„
„
‡
Kommen Verben in
Zieldefinition vor?
Sind sie durch Substantive
ersetzbar, die für Zustände
stehen?
5 min
Prof. Dr. Rupert Scheule, FH Dortmund 2009
1. Ziele sammeln
‡
Meine Ziele:
„
„
„
„
„
„
„
„
„
„
„
„
„
„
Selbstverwirklichung,
viel Geld,
wenig Stress,
Sicherheit,
Abenteuer,
moralisches Gutsein,
viel Freizeit,
keinen Chef haben,
gute Arbeitsatmosphäre,
gute Aufstiegsschancen,
Wohnortnähe,
Familienverträglichkeit,
exotisches Arbeitsumfeld,
viel Abwechslung,
hohes Sozialprestige
Prof. Dr. Rupert Scheule, FH Dortmund 2009
2
2. Ziele reduzieren
‡
‡
‡
‡
„Bevor du nicht fünfmal
‚Warum?‘ gefragt hast,
verstehst du nichts
wirklich“ (japan.
Sprichwort).
Setzen Sie alle Ihre Ziele
dem „5xWarum“-Test aus!
Streichen Sie jene Ziele aus
der Liste, die in anderen
Zielen enthalten sind!
5 min
Prof. Dr. Rupert Scheule, FH Dortmund 2009
2. Ziele reduzieren
‡
Beispiele:
„
Siehe „gute Arbeitsatmosphäre“
„
„
„
Siehe „viel Abwechslung“
„
„
„
„
Siehe „keinen Chef haben“
Siehe „Familienverträglichkeit“
„
„
„
„
Siehe „viel Abwechslung“
„
„
„
Selbstverwirklichung,
viel Geld,
wenig Stress,
Sicherheit,
Abenteuer,
moralisches Gutsein,
viel Freizeit,
keinen Chef haben,
gute Arbeitsatmosphäre,
gute Aufstiegsschancen,
Wohnortnähe,
Familienverträglichkeit,
exotisches Arbeitsumfeld,
viel Abwechslung,
hohes Sozialprestige
Prof. Dr. Rupert Scheule, FH Dortmund 2009
3
3. Ziele ordnen
‡
Wie verhalten sich die Ziele
zueinander?
„
„
„
„
‡
‡
komplementär: höherer
Erreichungsgrad bei z1 führt
auch zu höherem
Erreichungsgrad bei z2
konkurrierend: höherer
Erreichungsgrad bei z1 führt zu
niedrigerem Erreichungsgrad bei
z2
antinom: Anstreben von z1
schließt Erreichen von z2 aus.
indifferent: Anstreben von z1 ist
unabhängig ggü. Anstreben von
z2
Bilden Sie entsprechende
Zielklassen!
5 min
Prof. Dr. Rupert Scheule, FH Dortmund 2009
3. Ziele ordnen
‡
Konkurrenz:
„
„
‡
Antinomie:
„
„
„
‡
„
„
Viel Abwechslung und moralisches Gutsein
Viel Abwechslung und hohes Sozialprestige
…
Komplementarität:
„
„
„
‡
Keinen Chef haben vs. viel Freizeit
Keinen Chef haben vs.
Familienverträglichkeit
Keinen Chef haben vs. Sicherheit
Indifferenz:
„
‡
Viel Geld vs. viel Freizeit
Viel Geld vs. Selbstverwirklichkung
Viel Freizeit und Familienverträglichkeit
Viel Geld und Familienverträglichkeit
Viel Geld und Sozialprestige
Indifferenz
Prof. Dr. Rupert Scheule, FH Dortmund 2009
4
3. Ziele ordnen
‡
‡
‡
Prüfe, an welchen antinomen
Zielen du festhalten willst!
Prüfe eine Zeitpräferenz:
Versuche im Falle
konkurrierender oder antinomer
Ziele erst das eine und dann das
andere Ziel anzustreben!
Prüfe eine Artenpräferenz:
Versuche, die verbleibenden
antinomen, konkurrierenden und
indifferenten Ziele nach ihrer
Wichtigkeit zu ordnen!
Prof. Dr. Rupert Scheule, FH Dortmund 2009
3. Ziele ordnen – Schelers Vorschlag
‡
‡
„Der höhere Wert offenbart nach
Max Scheler seine Überlegenheit
darin, daß er sich nicht aufbraucht,
wie materielle Werte, sich nicht
abnutzt, wie die sinnlichen Werte,
und sich nicht verrechnen lässt, wie
die Werte des Nützlichen“ (Korff
1982, 79, vgl. Scheler 1954, 113).
Material:
„
„
„
‡
Das Vitale vor dem Sinnlichen
Das Geistige vor dem Vitalen
Das Heilige vor dem Geistigen
Formal:
„
„
„
„
Je
Je
Je
Je
dauerhafter, desto höher
unteilbarer, desto höher
„fundierender“, desto höher
„absoluter“, desto höher
Prof. Dr. Rupert Scheule, FH Dortmund 2009
5
3. Ziele ordnen – Schelers Vorschlag
‡
Beispiele:
„
„
„
„
„
„
„
„
moralisches Gutsein
Selbstverwirklichung,
Familienverträglichkeit,
gute Arbeitsatmosphäre,
viel Abwechslung,
Sicherheit,
hohes Sozialprestige,
viel Freizeit,
viel Geld
Prof. Dr. Rupert Scheule, FH Dortmund 2009
Ausgewählte Literatur
‡
‡
‡
‡
‡
Aristoteles (2002): Nikomachische Ethik. Üs.
v. Olof Gigon. München [abgekürzt als EN]
Esser, H. (1999): Soziologie. Spezielle
Grundlagen. Bd. 1, Frankfurt/M.u.a.
Korff, W. (1982): Korff, Wilhelm (1982):
Ethische Entscheidungskonflikte: Zum
Problem der Güterabwägung. In: Hertz,
Anselm u.a. (Hg.): Handbuch der christlichen
Ethik. Bd. 3: Wege ethischer Praxis, Freiburg
u.a., 78-92.
Scheler, M. (1954): Der Formalismus in der
Ethik und die materiale Wertethik. Neuer
Versuch der Grundlegung eines ethischen
Personalismus. Bern: In: Ders.: Gesammelte
Werke; II (4. Aufl.)
Schmitt, Carl (1912/1969): Gesetz und
Urteil. Eine Untersuchung zum Problem der
Rechtspraxis. München.
http://www.kthf.uni-augsburg.de/scheule/Dortmund
Prof. Dr. Rupert Scheule, FH Dortmund 2009
6
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Seele and Geist
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