close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

A G R A R G E O G R A P H I E : Abgrenzung, Aufgaben und Ziele

EinbettenHerunterladen
Humangeographie II: WiGeoÜ SS2006 (Neef)
Agrargeographie
1
Agrargeographie
Humangeographie II: WiGeoÜ SS2006 (Neef)
2
A G R A R G E O G R A P H I E : Abgrenzung, Aufgaben und Ziele
Die WIRTSCHAFTSGEOGRAPHIE ist „die Wissenschaft von der
Was macht die Agrargeographie?
räumlichen Ordnung und der räumlichen Organisation der
Wirtschaft.“ (nach SCHÄTZL 1996: 1295, zit. in KULKE 2006: 15)
Aufgabe:
1. Erklärung,
2. Beschreibung und
3. Gestaltung ökonomischer Raumsysteme
„Die AGRARGEOGRAPHIE untersucht, beschreibt und erklärt
die von der Landwirtschaft gestaltete Erdoberfläche, sowohl
als Ganzes als auch in ihren Teilen, in ihrem äußeren Bild,
ihrem inneren Aufbau und ihrer Verflechtung.“
(OTREMBA 1976: 62, zit. in BORCHERDT 1996: 13)
Die LANDWIRTSCHAFT ist die „Bewirtschaftung
des Bodens zur Erzeugung pflanzlicher und
tierischer Produkte für die Bedarfsdeckung der
Menschheit.“
(OTREMBA 1976: 62, zit. in BORCHERDT 1996: 13)
Die Wirtschaftswissenschaften (so auch die Agrargeographie)
unterscheiden im Allgemeinen die Produktionsfaktoren
> Arbeit - Boden - Kapital
Humangeographie II: WiGeoÜ SS2006 (Neef)
Agrargeographie
3
Agrargeographie
Humangeographie II: WiGeoÜ SS2006 (Neef)
Das zentrale Kennzeichen der Marktwirtschaft
>
Einsatz der Produktionsfaktorten wichtiger ökonomischer
Erklärungsansatz für Differenzierung des Agraraumes
Gleichgewichtsbeziehung von
Angebot
Nachfrage
Preis
4
5
9
Agrargeographie
Die wichtigsten natürlichen Limitfaktoren der Landwirtschaft
Humangeographie II: WiGeoÜ SS2006 (Neef)
Natürliche Einflussfaktoren des Agrarraumes
ALLGEMEINE EINFLUSSFAKTOREN DES AGRARRAUMES
1)
Ökonomische Einflussfaktoren des Agrarraumes
politische Einflussfaktoren des Agrarraumes
2)
3)
(Quelle: SPIELMANN 1989: 88)
6
Agrargeographie
Humangeographie II: WiGeoÜ SS2006 (Neef)
Agrargeographie
Agrargeographie
(Quelle: SICK 1983: 49; nach HAMBLOCH 1974, DIERCKE Weltatlas 1971)
Humangeographie II: WiGeoÜ SS2006 (Neef)
Verbreitung und Polargrenzen wichtiger Nutzpflanzen
Humangeographie II: WiGeoÜ SS2006 (Neef)
8
7
7
Humangeographie II: WiGeoÜ SS2006 (Neef)
Agrargeographie
9
Agrargeographie
Humangeographie II: WiGeoÜ SS2006 (Neef)
> Die verschiedenen Arealgrenzen einer Kulturpflanze
> Die Ertragskurven
(Turgot 1786)
Beziehung zwischen Produktfaktoreinsatz und Grenzertrag
A = Grenzkosten
(Quelle: ARNOLD 1997: 103)
> Verschiebung der Polargrenzen von Gerste (G), Roggen (R) und
Winterweizen (WW) in Finnland 1930 – 1969.
(Quelle: ARNOLD 1997: 41)
> Das Gesetz des abnehmenden Ertragszuwachses
(Quelle: ARNOLD 1997:111)
(Quelle: ARNOLD 1997: 40)
10
Humangeographie II: WiGeoÜ SS2006 (Neef)
> Bodennutzungs- und Fruchtfolgesysteme
Zu unterscheiden sind …
stationäre Anbauwirtschaftsformen:
Agrargeographie
• Dauerkulturen: Bodennutzung durch Anbau mehrjähriger
Pflanzen
Dauerkulturen
Felderwirtschaften: Regelmäßige Rotation von
Feldkulturen, bzw. von Feldkulturen und Brache;
Differenzierung nach Rotationsgliedern (Zweifelder,
Dreifelder, Vierfelder, usw.)
11
o
Sonderform Trockenfeldbau: Vorw. Getreide abwechselnd
mit Schwarzbrache (zur Speicherung von Feuchtigkeit)
• Nutzungswechselsysteme: verschiedene Bodennutzungen
wechseln sich mehr oder weniger regelmäßig auf bestimmten
Parzellen ab
Bodenregeneration, Unkraut- und
Schädlingsbekämpfung
o
Feldgraswirtschaft: Wechsel zwischen Anbau und
Grünlandnutzung
o
Wirtschaftsformen mit Flächenwechselsystemen
„shifting cultivation“ > kein Anbau, sondern Flächenwechsel
(Quelle: Borcherdt 1996: 38
a)
b)
• Wanderfeldbau: Anbaufläche und Siedlung wandern
• Landwechselwirtschaft: Siedlung festliegend, Anbaufläche
wandert
> Dorfflur mit zelgengebundener Dreifelderwirtschaft
12
Agrargeographie
Humangeographie II: WiGeoÜ SS2006 (Neef)
Agrargeographie
Agrargeographie
> Die natürlichen Grenzen der Landwirtschaft
Humangeographie II: WiGeoÜ SS2006 (Neef)
> Die natürlichen Grenzen der Landwirtschaft
Humangeographie II: WiGeoÜ SS2006 (Neef)
NOMADISMUS
NOMADISMUS
14
13
wechselnde Weidegebiet
Eingesetztes Kapital je
Flächeneinheit
Summe aus Kapital- und
Arbeitsintensität
Betriebsintensität
!! > Zusammenhang zwischen Produktionsfaktoren und Ertrag < !!
schicken Herden unter Aufsicht von Hirten in saisonal
Humangeographie II: WiGeoÜ SS2006 (Neef)
Transhumanz i. e. S.: Sesshafte, Ackerbau treibende Bauern
Ertrag je Kapitaleinsatz
zeitweise Wanderung mit Herden in andere Weidegebiete
Kapitalintensität
Halbnomadismus: Eigentümer verfügen über festen Wohnsitz;
Kapitalproduktivität
das Weideangebot
Kapital
Besitzer und Siedlungen wandern jahreszeitlich angepasst an
aufgewendete
Arbeitsstundenzahl je
Flächeneinheit
Vollnomadismus: ausschließlich Tierhaltung; Herden,
Ertrag je Arbeitskraft
Mobile Viehhaltung
Arbeitsintensität
zu Bergweiden
Agrargeographie
Almwirtschaft: jahreszeitlich periodischer Wechsel von Tal-
Arbeitsproduktivität
16
(Zelte, Wohnwagen)
> Ökonomische Gesetzmäßigkeiten der Landwirtschaft
Weideflächen unter Verwendung temporärer Installationen
Produktionsfaktoren
periodische Form der Nutzung weit auseinander liegender
Arbeit
Fernweidewirtschaft (Transhumanz): jahreszeitlich
Mengenertrag je Einheit (ha) NF
Semistationäre Viehhaltung
Boden-/Flächenproduktivität
NOMADISMUS
Boden
Einsatz von Arbeit und Kapital je Flächeneinheit
Ergiebigkeit des Faktoreneinsatzes
15
INTENSITÄT
Agrargeographie
PRODUKTIVITÄT
Humangeographie II: WiGeoÜ SS2006 (Neef)
Agrargeographie
Humangeographie II: WiGeoÜ SS2006 (Neef)
17
Humangeographie II: WiGeoÜ SS2006 (Neef)
Agrargeographie
Gesetz vom Abnehmenden Ertragszuwachs (TURGOT 1768)
Standorttheorie von Johann Heinrich von Thünen
der Ertragszuwachs nimmt stetig stetig
ab, wenn die Einsatzmenge eines
Produktionsfaktors bei gleichzeitiger
Konstanz der übrigen Faktoren zunimmt
1826:
Grenzertrag Verhältnis von
Ertragszuwachs und dafür
erforderlicher zusätzlichen
Faktormenge
Grenzkosten Preis des
Produktionsmittelzuwachses, d. h.
wenn der letzte Euro, die in Form des
betreffenden Produktionsfaktors eingesetzt wird, gerade noch zu
einem Ertragszuwachs von einem Euro führt…
Minimalkostenkombination
optimaler Produktionsmitteleinsatz /
Optimale Mengenkombination von
Arbeit, Kapital und Boden
Billige Produktionsfaktoren vermehrt einsetzen / teure meiden
(soweit möglich teure durch billige substituieren)
Wandel der Preis-/Kostenstruktur durch technischen Forschritt und
volkswirtschaftlichen Entwicklungsstand
Braucht Bodenfrücht’ Ihr vielerlei,
Mehr Arbeit immer nötig sei;
Denn Nahrung wächst wie eins zwei drei,
Der Mensch wie eins zwei vier, o weih.
Lied des Malthus: Ballade vom
abnehmenden Ertragszuwachs
UNBEKANNTER DICHTER
„Der isolierte Staat in Beziehung auf Landwirtschaft
und Nationalökonomie“
18
Humangeographie II: WiGeoÜ SS2006 (Neef)
Agrargeographie
19
Thünens Prämissen
isolierter Staat
Humangeographie II: WiGeoÜ SS2006 (Neef)
Bodenrente =
Mehrgewinn pro Flächeneinheit gegenüber einer
anderen Flächeneinheit auf (Grenzertrag) einem
Boden, auf dem die Erträge gerade noch eine
kostendeckende
Produktion erlauben
(Grenzertragsboden)
Lagerente =
Bodenrente von Bodenqualität UND Entfernung zum
Markt abhängig
Lagerente =
Mehrgewinn auf Grund der geringeren Entfernung
zum Markt (höhere Transportkosten brauchen Nettoerlös
auf)
bezogen auf eine Flächeneinheit ermittelt
spielgeln variierende Transportkosten wider
zentrale Stadt als Markt- und Versorgungszentrum
Bauern streben Gewinnmaximierung an
Ausgangspunkt:
Induktiv:
Beobachtung empirischer Regelmäßigkeiten auf THÜNENS
Landgut in Mecklenburg
Deduktiv:
Ableitung ausgehend von Grundannahmen
Entfernung des Produktionsortes vom Konsumort Art der landwirtschaftlichen
Produktion nicht nur durch Naturfaktoren bestimmt
Sechs Landnutzungsringe / Produktionszonen innerhalb des isolierten Staates:
(Anbauintensität nimmt nach außen hin ab)
1. Freie Wirtschaft: Gartenbau mit hohen Nettoerlösen pro Flächeneinheit.
Hohe Verderblichkeit der Produkte. Hohe Intensität der Landnutzung,
hoher Arbeitseinsatz.
2. Forstwirtschaft: relative Marktnähe, da Transportkosten pro
Flächeneinheit im 19. Jh. sehr hoch sind, schwere Transportierbarkeit.
3. Fruchtwechselwirtschaft: Jährlicher Wechsel der angebauten Fruchtart
im mehrjährigen Rhythmus ohne Bracheperiode.
4. Koppelwirtschaft: Zusätzlich zur Fruchtwechselwirtschaft gibt es
Bracheperiode
5. Dreifelderwirtschaft: Getreideanbau, Weidewirtschaft, Brache
6. Viehzucht: äußerste Nutzungszone
20
Schlüsselbegriffe:
Homogenität des Staatsgebietes
Transportkosten steigen proportionale mit Entfernung des
Produktionsstandortes vom Absatzort und zum Gewicht des
Produktes
Agrargeographie
Agrargeographie
Humangeographie II: WiGeoÜ SS2006 (Neef)
21
Agrargeographie
Humangeographie II: WiGeoÜ SS2006 (Neef)
Zwei Prinzipien der Herausbildung von Landnutzungszonen:
1. Differentialprinzip:
Lagerente
räumliche Differenzierung
zwischen Kulturarten
Lagerentenformel: R = [(p-a) x E] – [E x f x d]
Standorttheorien
Einzelwirtschaftliche
Lokalisationsprobleme
Gesamtwirtschaftliche
Lokalisationsprobleme
Welche Raumstelle wählt der
Unternehmer als Standort für
seinen Betrieb
Erfassung der optimalen
räumlichen Struktur
ökonomischer Aktivitäten
einer Volkswirtschaft
Welche Form der
landwirtschaftlichen Nutzung
muss gewählt werden, um
einen möglichst hohen
Nettoertrag zu erzielen?
Inwieweit führen
ökonomische
Gesetzmäßigkeiten zur
Herausbildung optimaler
Strukturen der
Bodennutzung?
Grenze des Anbaugebietes = die Transportkosten brauchen den Erlös des
Landwirts komplett auf [Lagerente = Null]
2. Intensitätsprinzip:
Anbauintensität
räumliche Differenzierung
innerhalb einer Kulturart
Bsp.: Drei aufeinander folgende Getreideringe; je höher
die Arbeitsintensität bei jeweiligem Produkt, desto
näher
am
Markt
(Fruchtwechsel-,
Koppel-,
Dreifelderwirtschaft).
Kritik: Heute noch geringer Erklärungsgehalt des Modells…
1. Unrealistische Homogenitätsannahmen und statische Betrachtung.
keine neuen Verkehrstechnologien / Bedeutungsverlust der
Transportkosten / Konservierungsmethoden
2. Umkehrung der THÜNEN’schen Ringe: Alternativmodell von SINCLAIR (1967)
Städtische Nutzungen erzielen generell höhere Bodenrenten
Umnutzung
geringe Kapital- und Arbeitsinvestitionen in Produktion nur noch extensive
Bewirtschaftung
3. Durchbrechen der THÜNEN’schen Ringe durch soziale Prozesse
Soziale Strukturen / Traditionen / Prozesse: Sozialbrache: durch
Realerbteilung nicht mehr produktiv
Dennoch: methodische Vorgehensweise der isolierten Abstraktion von VON
THÜNENS war von großer Bedeutung Vorbild für viele Arbeiten (z. B. für städt.
Bodenmarkt). Transportkosten als Indikator wurden in der Raumwirtschaftslehre
angewandt.
22
Humangeographie II: WiGeoÜ SS2006 (Neef)
Agrargeographie
Drei Phasen der Landwirtschaftsentwicklung in der
BRD seit dem 2. Weltkrieg
23
Phase der Konsolidierung und agrarwirtschaftlichen Modernisierung
(1949-1960)
•
Starke Konzentrationsprozesse
•
Beginn der Flurbereinigung
•
Rationalisierung und Technisierung
Vergemeinschaftung des Agrarmarktes 1962
Verschärfung des Konzentrationsprozesses
Anstieg der Durchschnittsgröße der Betriebe
Fortschritte in Technisierung und Düngemittel-einsatz;
Zunahme der Tierhaltung in industriellen Strukturen
Bedeutungsverlust menschlicher Arbeitskraft
Nachhaltige Änderung in Landnutzung und Viehhaltung
Phase der agrarwirtschaftlichen Einbindung in die EWG (19601970/72)
•
•
•
•
•
Zunehmend ökologische Aufgaben
Veränderungen in den Subventionsregelungen
Umorientierungen in den Produktionsweisen
ökologische
Landwirtschaft
Erweiterung d. Union erhöht Wettbewerbsdruck
Phase permanenten agrarwirtschaftlichen Anpassungsdrucks (seit
1972)
•
•
•
•
Humangeographie II: WiGeoÜ SS2006 (Neef)
Agrargeographie
24
Humangeographie II: WiGeoÜ SS2006 (Neef)
Humangeographie II: WiGeoÜ SS2006 (Neef)
Agrargeographie
25
Der relative Rückgang der Landwirtschaft
Agrargeographie
26
Agrargeographie
Humangeographie II: WiGeoÜ SS2006 (Neef)
27
Der relative Rückgang der Landwirtschaft –
ökonomische Erklärung
-
die Agrarpreise (Preise für Nahrungsmittel) entwickeln sich
gegenüber den Preisen in anderen Sektoren rückläufig
Anteil der Nahrungsmittel an den
Ausgaben der Privathaushalte in
Deutschland 1950-95
Vergleichwert für 2003: 12,2 %
(Quelle: Deutscher Bauernverband:
Situationsbericht 2004)
Quelle: Deutscher Bauernverband 1997: 183
(entnommen aus: Klohn 1998: 8)
Grund:
technischer Fortschritt (höhere Produktivität =
weniger Einsatz von Kapital und Arbeit für gleiche
Produktion = weniger Lohn)
bei steigendem Wohlstand sind wir nicht in
gleichem Maße bestrebt unseren
Nahrungsmittelverbrauch zu steigern wie
unseren
Verbrauch von Produkten „aus der
Technischer
Stadt“
Fortschritt
-
-
rückläufiger Preistrend übt
erheblichen Druck aus, der
die Leute veranlasst, das Dorf
zu verlassen um sich einen
Job in der Industrie zu
suchen
starker politischer Druck auf
die Regierung
PtF
MtF
Humangeographie II: WiGeoÜ SS2006 (Neef)
Agrargeographie
28
Humangeographie II: WiGeoÜ SS2006 (Neef)
Agrargeographie
29
„Die Landwirtschaft mag zwar vielleicht das unglückliche
Stiefkind der Natur sein – aber sie ist zweifellos auch häufig
das bevorzugte Lieblingskind der Regierung.“
PAUL A. SAMUELSON (ÖKONOM) 1967
> Politische Einflussfaktoren des Agrarraumes
Bananen vom Polarkreis
Der Brite Richard Body hatte eine Idee. Warum, fragte er sich, züchten
wir eigentlich keine Bananen am Hang des Ben Nevis, des höchsten Bergs
der Insel, weit oben im Norden des Landes. Dort Bananen zu züchten,
wäre technisch kein Problem. Man müßte nur die Bodenqualität
verbessern, gute Erde hinschaffen und sie kräftig mit Kunstdünger
versetzen. Man müßte Gewächshäuser bauen, die den in dieser Region
oft vorkommenden orkanartigen Stürmen standhielten, sowie spezifische
Bananensorten züchten, die unter diesen Bedingungen gedeihen würden.
Zum Stockpreis von 10 bis 20 Mark kämen sie dann in den Laden. Dann
wäre nur noch ein kleiner Verwaltungsakt in Brüssel vonnöten, um ihren
Verkauf sicherzustellen: Der Import von Billigbananen aus südlichen
Ländern muß mit Importzöllen verteuert werden, um die heimischen
Produkte wettbewerbsfähig zu machen.
Absurd? Der Unterhausabgeordnete Body illustrierte mit seinem Einfall
Ende der siebziger Jahre die Auswüchse der europäischen Agrarpolitik.
Zehn Jahre später überholte ihn die Wirklichkeit. In einer mit
öffentlichen Geldern großzügig unterstützten Hydrokultur unweit des
Ben Nevis reiften die ersten Bananen. Richard Body, selbst Bauer und
Vertreter eines ländlichen Wahlkreises, stellte fest: "Landwirte tun so,
als seien sie Geschäftsleute. Aber sie leben nicht von ihrem Geschäft,
sondern auf Kosten der Gesellschaft. "
Quelle: Luyken/Riegert (1993): Europäische Agrarpolitik: Elemente für ihre Reform. Bonn.
(http://www.fes.de/fulltext/id/00185.htm#E9E2)
Humangeographie II: WiGeoÜ SS2006 (Neef)
Politisch-ökonomische Instrumente
Direkte Zuwendungen / Unterstützungszahlungen
Steigerung der Nachfrage nach Agrarprodukten
Agrargeographie
Anbaubeschränkungsprogramme (Flächenzuteilung oder Anbauquoten)
Vorratsprogramme mit staatlichen Ankäufen zum Zwecke der Preisgarantie und der
Preisunterstützung
Subventionen, um die Differenz zwischen Einkaufs- und Abgabepreis auszugleichen
Gründe für diese kostspielige Politik:
30
Humangeographie II: WiGeoÜ SS2006 (Neef)
Agrargeographie
31
Humangeographie II: WiGeoÜ SS2006 (Neef)
Agrargeographie
32
Beispiel: Reform der EU-Zuckermarktordnung
1.
Verstoß gegen internationale Handelsregeln: Brasilien,
Thailand und Australien gewinnen Ende April 2005 ein
Streitverfahren vor der WTO bzgl. EU-Subventionen für
Zucker
2.
GAP-Reform = grundlegende Reform der Gemeinsamen
Agrarpolitik (26. Juni 2003 verabschiedet)
A
neue GAP verbraucher- und steuerzahlerorientiert
B
Beihilfen unabhängig vom Produktionsvolumen
(Entkopplung)
Entkopplung = großer Teil unserer
Agrarförderung von der "Amber Box"
(Subventionen, die nach den WTOBestimmungen als den Handel verzerrend
gelten) in die "Green Box" (den Handel nicht
oder nur minimal verzerrend) gelangt.
Reform: Preissenkungen innerhalb der nächsten zwei Jahre
weißer Zucker: - 39% (631,9 €
385,5 €/t)
Zuckerrüben: - 42,6% (43,6 €
25,05 €/t)
Humangeographie II: WiGeoÜ SS2006 (Neef)
Agrargeographie
33
> Kriterien für eine zukünftige gemeinschaftliche Agrarpolitik der EU ...
Humangeographie II: WiGeoÜ SS2006 (Neef)
Agrargeographie
34
> EU – Osterweiterung
Produktionswert der
Landwirtschaft
in Deutschland
und in der EU
BIP und
Beschäftigte in
EU - 15 und
EU – Beitrittsländern im
Vergleich
(Quelle: Eurostat
2002; entnommen
aus HAHN 2004: 60)
Document
Kategorie
Bildung
Seitenansichten
13
Dateigröße
1 044 KB
Tags
1/--Seiten
melden