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Können wir es hören, haben wirs gehört, was uns die Engel heute

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D:\texte\Gottesdienste\PREDIC\1_REIHE\Lk02(Weihn)2008.doc
Predigt zu Lk 2 Heilig Abend 2008
Leutkirch DK
Können wir es hören, haben wirs gehört,
was uns die Engel heute abend verkündigen,
heute abend ebenso wie auf den Feldern vor Bethlehem ?
Freude, große Freude - für alle!
In den Sorgen der Zeit klangen die Engelschöre damals
nicht weniger weltfremd als heute.
Die Menschen warteten auf eine Erneuerung ihrer
Lebensumstände,
sie brauchten politische Befreiung,
und wirtschaftlich brauchten sie Gerechtigkeit,
Frieden auf Erden.
Und nun: Ein Kind ?
Wie ein Kind das Leben seiner Eltern verändert, das
wissen alle, die selbst Vater oder Mutter sind,
oder es aus der Nähe miterlebt haben,
wie ein solcher kleiner Mensch plötzlich zum Mittelpunkt
der Welt wird.
Dieses Wunder einer Geburt und des Wachsens, wie ein
solcher kleiner Mensch die Welt um sich herum wahrnimmt
und dabei verändert, das erleben wir immer neu,
und das zieht uns ja an der Weihnachtsgeschichte so an.
Aber die große Freude, die die Engel verkünden,
sie wächst aus Gott heraus:
Große Freude für Euch,
weil ich selbst in diesem Kind Euch begegne,
D:\texte\Gottesdienste\PREDIC\1_REIHE\Lk02(Weihn)2008.doc
weil ich nicht mehr fern und weit weg bin,
sondern nah,
sondern da.
Denn: Ich will da sein, wo ihr seid, egal wo ihr seid.
Retter und Friedensbringer, das waren die Titel mit denen
sich just der Kaiser Augustus geschmückt hat,
aber wie er es dazu gebracht hat, das war weniger
friedlich.
Und nun kommt Gott zur Welt,
so wie jeder Mensch geboren wird,
er verbirgt sich im Schrei des Neugeborenen,
und zeigt sich nicht im bellenden Befehl eines
Weltherrschers,
Gott kommt nicht im Palast zur Welt,
sondern als ein Durchreisender,
genauso wie damals sich alle auf den Weg machen
mußten.
Gott kommt zur Welt und unterwirft sich gerade den
Befehlen eines Kaiser August und seiner Lieutenants /
Statthalter,
er gibt sich ganz und gar in die Hand der Menschen!
Gott ist angewiesen auf andere, die ihn versorgen,
auf die Gefälligkeit der Herbergsleute,
die ihn gerade noch hereinlassen – in diese Welt.
Hier ist schon sein ganzer Lebensweg eingezeichnet,
hier ist aber zugleich der Lebensweg von uns Menschen,
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von jedem von uns eingezeichnet,
denn auch wir sind nicht mehr als Durchreisende durch
diese Zeit,
sind und bleiben gewiesen an andere, die für uns da sind.
Das will unsere Freude werden, unsere Freude sein:
Gott also wird Mensch, das verändert unser Denken, das
verändert die Welt.
Paradigmenwechsel!
Gott ist da, wo wir sind, er ist ganz anders, als wir es
gedacht und erwartet hätten.
Das ist die Veränderung, um die es geht!
Und dann wird Gott deutlicher:
Gerade den Hirten läßt er es ausrichten, sie erfahren
zuerst von diesem Wechsel der Paradigmen, dieser
Veränderung.
Wer ist das schon, ein Hirte ?
Unzuverlässig, mit schlechtem Ruf – und wer Tag und
Nacht mit diesen Tieren umgeht, der ist vom Geruch her
jedenfalls nicht mehr von ihnen zu unterscheiden.
So jedenfalls hat man damals über Hirten gesprochen und
geschrieben.
Hirten sind die Randsiedler der Gesellschaft
und genau ihnen teilt Gott selbst seinen Weg mit,
Dort will ich sein, wo ihr seid.
Deshalb kommt er im Stall zur Welt,
deshalb verkünden die Engel die Botschaft der Freude auf
den Feldern und nicht in den Palästen,
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nicht in den von Sicherheitsdiensten bewachten
Shoppingmalls und glitzernden Stadtteilen, die es auch
damals schon gab.
Dort, wo keiner es erwartet hat, dort zeigt Gott sein Licht,
dort läßt er sein Wort zur Welt kommen,
und die Menschen dort sind bereit,
hin zu sehen, hin zu hören, hin zu gehen,
ja sogar
selbst zu gehen, zu reden, zu zeigen was geschehen ist.
Wenn Gott selbst zur Welt und dabei zu denen kommt, die
vermeintlich ganz am Rand stehen,
dann gibt es auch für uns keinen Grund,
Menschen an den Rändern schlechter zu behandeln
oder zu meiden.
Dann gibt es überhaupt keinen Grund, Menschen
einzuteilen, gar in versch. Klassen,
weder in Stadtvierteln, noch nach ihrem Geburtsort, noch
nach ihrer Sprache,
sondern dann gehören alle gleichermaßen dazu.
Wenn aber solche Stimmen um uns herum laut werden,
dann ist es an uns, weiterzusagen,
was wir gehört haben,
aus dem Mund der Engel
Die Freude ist für alle Menschen!
Friede auf Erden – und Ehre Gott in der Höhe!
Gott kommt zur Welt,
er will da sein, wo wir sind,
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damit wir auf seine Seite kommen,
ganz und gar.
Das ist die große Veränderung, die das Kind bewirkt,
Gott will auch uns in dieser Nacht zu Menschen machen,
die hinsehen, hinhören, hingehen
die dann selbst gehen, reden und sichtbar machen, was da
geschehen ist. – für andere.
Darum hört hin: Es ist eine große Freude!
Lied: Brich an du schönes Morgenlicht... 33, 1-3
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Seele and Geist
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