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IBM-Haustarifvertrag und Metall-Tarifvertrag – was dabei

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IBM-Haustarifvertrag und Metall-Tarifvertrag –
was dabei herauskommt
Was regelt ein Gehalts-Tarifvertrag?
GehaltsTarifvertrag
Entgeltsystem
Gehaltssumme
Tarifverträge regeln normalerweise die Verteilung des wirtschaftlichen Ergebnisses
auf einer Ebene, auf der die Arbeitnehmer über Gewerkschaften dafür auch den
entsprechenden Druck machen können. Erst aus dem so gefüllten „Topf“ der
Gehaltssumme wird auf betrieblicher Ebene die weitere Verteilung auf die einzelnen
Mitarbeiter über Eingruppierungs- und Leistungsentlohnungssysteme bestimmt.
Unter den Bedingungen des IBM-Haustarifvertrags ist das anders:
Was regelt der IBM-Haustarifvertrag in Bezug auf das Gehalt?
Tarifverhandlungen werden nur zwischen der IBM-Leitung und der Gewerkschaft
ver.di geführt. Die IBM-Leitung bestimmt, wann und ob sie Verhandlungen führt
(richtet sich z.B. nicht nach dem Auslaufen des Tarifvertrags). Wesentlich ist eine
Öffnungsklause (§4 des Gehaltsabkommens): diese erlaubt ein „übertarifliches“
Gehaltsprogramm. Damit ersetzt das betriebliche Entgeltsystem den Tarifvertrag,
sofern man über den tariflichen Mindestgehältern verdient (trifft für über 80% der
Kollegen zu).
Der entscheidende Punkt: Damit wird für den Großteil der IBM-Beschäftigten ihre
Gehaltserhöhung nicht von einer tarifvertraglichen Erhöhung der globalen
Gehaltssumme abhängig, sondern davon, wie viel Budget ihre Abteilung als
Spielraum für individuell bestimmte Erhöhungen bekommt.
Wie wird der abteilungsbezogene Spielraum für Gehaltserhöhungen
umgesetzt?
Die Verteilung an die Mitarbeiter geschieht über ein leistungsbezogenes
Bewertungssystem. Die Gehaltserhöhung wird abhängig von einer Bewertung durch
den PBC-Prozess (PBC = „personell business commitment“) und dem Vergleich mit
den „marktüblichen“ Gehältern im Bezahlsegment (MBA = „market based
adjustment“). Da das Budget einer Abteilung ja Grenzen hat, ist die Frage, inwiefern
dies Rückwirkung auf die Verteilung der Abteilungsbeschäftigten auf die möglichen
PBC-Noten 1, 2+, 2, 3 und 4 hat!
Von Erhöhungen grundsätzlich ausgenommen sind aktuell diejenigen mit PBC 3 und
4. Letztere werden als „not employable“ angesehen (wobei diese Bewertung selten
ist). Note 3 besagt „erfüllt gerade den Arbeitsvertrag“. Dies betrifft nach BRSchätzungen im Durchschnitt 10% der Beschäftigten.
Wie funktioniert die Eingruppierung in unserem Beschäftigungssegment?
Die Eingruppierung der Beschäftigten erfolgt in einem Rahmentarifvertrag ähnlich
ERA. Dabei wird jeder Beschäftigte einerseits einer Jobfamilie zugeordnet (für uns
relevant: IT Architect (AR), IT Spezialist (SP), Technical Solutions Manager (TL), IT
Professinal (IT), Field Engineer (FE)), andererseits einem von 8 Einkommensbändern. Jedes der Bänder hat noch zwei Leistungsstufen. Ein „normaler“ Software-
Entwickler wird also in „SP 61“ eingruppiert, ein erfahrener Projektleiter eines
Architekturteams z.B. in „AR 82“. Als Untergrenze ergeben sich nach der letzten
Tarifrunde 2007 (+3,4%) für die uns interessierenden Bänder (relevant für 10-20%
der Kollegen):
B61
B62
B73
B74
A81
A82
3.747
3.934
4.229
4.440
4.773
5.012
Welche Gehaltserhöhung sah das übertarifliche Gehaltsprogramm 2007 vor?
Überschreitet das Ist-Gehalt das Eingruppierungsband, richtet sich die Gehaltserhöhung nach MBA und PBC. In der Tabelle unten ist das „Referenzgehalt“ (nach Marktstudien) und die mögliche Gehaltserhöhung pro Einkommensband und Jobfamilie
angeführt:
6
7
8
9
Gehaltserhöhung nach PBC
AR
4.600
5.500
6.600
8.400
+2,5%
SP,TL,IT,FE 4.600
5.500
6.600
8.400
+2,3%
Liegt das Ist-Gehalt unter dem MBA-Referenzgehalt, so gilt die Gehaltserhöhung für
PBC-Bewertungen 1,2+, 2 gemäß der Spalte ganz rechts.
Unabhängig vom MBA erhalten Mitarbeiter mit einem PBC von 1 oder 2+ noch einen
„Top Contributor Reward“ (TCR): 1,4-2,6% für PBC2+, 2,1-3,9% für PBC1. Dafür
berechnet sich das Abteilungsbudget aus +1,4% der alten Gehaltssumme der
Abteilung. Die MBA- und TCR-Gehaltserhöhungen sind in einer Betriebsvereinbarung festgelegt – also weitgehend vom guten Willen der Geschäftsleitung abhängig.
Beispiel und Ergebnis
Ein Software-Architekt in „AR 61“ mit 4.200 Grundgehalt (also unter MBA-Referenzgehalt) und PBC 2 erhält eine Gehaltserhöhung von 2,5%, also eine Steigerung auf
4.305. Hat er PBC 2+, so könnte er mit TCR ein Gehalt bis zu 4.431 erreichen.
Insgesamt erhielten von den IBM Deutschland GmbH Beschäftigten 5.891 eine MBAbzw. TCR-Erhöhungen (MBA only, TCR only oder MBA+TCR – letzteres 2.675), das
waren 52% der Beschäftigten.
Der Metall-Tarifvertrag
Durch die Durchsetzungsstärke der IG Metall ist ein bestimmter Sockel in der Steigerung der Gehaltssumme garantiert. Die Eingruppierung erfolgt nach dem mitbestimmungspflichtigen ERA-Eingruppierungssystem. Auf jeden Fall erfolgt für jeden
die Erhöhung des Grundgehalts in der jeweiligen Gruppe entsprechend der Gesamterhöhung. Für „Außertarifliche“ gilt die Abstandsklausel zur höchsten Tarifgruppe als
Minimalgrenze. Über das Grundgehalt hinaus gibt es eine Leistungszulage, deren
Summe über alle MA 10% über der betrieblichen Grundgehaltssumme liegen muss.
Für unsere Beschäftigungsstruktur entscheidend sind die Entgeltgruppen 11-13, für
die nach Stand Juni 2008 gilt:
E11
E11Z
E12E
E12
E12Z
E13E
E13
3.571
3.732
3.894
4.055
4.209
4.362
4.516
Diese Entgelte gelten für eine 35-Stundenwoche – beim IBM-TV gilt die 38- Stundenwoche.
Beim Metall-Tarifvertrag gibt es im Gegensatz zum IBM-TV ein garantiertes Weihnachts- und Urlaubsgeld auf der Grundlage des Grundentgelts. Damit ergibt sich z.B.
unterm Strich für einen Software-Architekten mit E12-Gehalt und 250 Euro
Leistungszulage: Bei 38-Stundenwoche (wie beim IBM-Vertrag) mit Anrechnung von
Weihnachts- und Urlaubsgeld auf das Monatsgehalt müsste er etwa 5.170 Euro im
Monat verdienen um bei IBM ein wertgleiches Gehalt bzgl. der Metall-TVBedingungen zu erhalten (siehe oben, was dies dann für Gehaltserhöhungen in der
„AR 61“ bedeutet!).
Ein guter Tarifvertrag – nur mit einer starken IG Metall!
Impressum: IG Metall Vertrauensleute bei der IBM Network Services & Solutions GmbH Berlin;
V.i.S.d.P.: Irene Schulz, Alte Jakob-Str. 149, 10969 Berlin
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Gesundheitswesen
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