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Krampfadern – was ist zu tun? - Prosper-Hospital

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Krampfadern – was ist zu tun?
Früherkennung ist wichtig
Privat-Dozent Dr. Jens Jakschik berät
Sie sind bläulich und treten aus der Haut
unschön heraus. Etwa 12 Millionen Bundesbürger kennen die unangenehmen und hässlichen Krampfadern, die sich meist an den
Beinen entlang hangeln. Rund eine Million
aller Deutschen leidet sogar als Spätfolge
der Krampfadern an einem Unterschenkelgeschwür. Insgesamt sind sie nicht nur
kosmetisch unschön, sondern beeinträchtigen sogar die Lebensqualität erheblich.
Von Priv.-Doz. Dr. Jens Jakschik
Im Gegensatz zur weit verbreiteten Meinung
verursachen Krampfadern keine Krämpfe. Das
Wort „Krampfader“ kommt aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet „krumme Ader“.
Wer allerdings unter Krämpfen beim Laufen in
den Beinen leidet, weist häufig eine Durchblutungsstörung auf. Hier sollten unbedingt die
Schlagadern untersucht werden.
Das Wort Krampfader beschreibt eine Erweiterung des oberflächlichen Venensystems. Die
Aufgabe der oberflächlichen und tiefen Venen
ist es, das Blut aus den Beinen in Richtung
Herz zu transportieren. Hierzu gibt es ein ausgeklügeltes System, welches verhindert, dass
das Blut in die falsche Richtung fließt. Die
Venen sind etagenweise mit sogenannten Venenklappen ausgestattet, die sich vor jedem
Herzschlag schließen und verhindern, dass das
Blut in die Beine zurückfließt.
Geht die Schlussfähigkeit dieser Venenklappen
verloren, so kommt es zu einem umgekehrten
Fluss des Blutes und damit zu einem Blutflussstillstand in den erkrankten Venen. Dies hat
zum einen die Folge, dass sich die Venen erweitern können, zum anderen kann das Blut
auch in den Venen gerinnen. Es entsteht dann
eine sogenannte „Venenentzündung“, die sehr
schmerzhaft ist. Dauert die Stauung jahrelang
an, kann es zu Hautveränderungen kommen, da
die Haut dem chronischen Druck nicht standhalten kann. Es lagern sich Farbstoffpigmente
in der Haut ab und es kommt langfristig zum
Aufbrechen der Haut und zur Entwicklung
eines Unterschenkelgeschwüres, dem sogenannten „offenen Bein“.
Die auslösende Ursache können Bewegungsmangel, langes Stehen und Sitzen, Schwanger-
schaft und Übergewicht sein sowie eine Venenwandschwäche. Vorbeugen kann man mit
viel Bewegung, kalt-warme Wechselduschen
und dem Vermeiden von Übergewicht.
Um die Krampfader gar nicht erst entstehen zu
lassen, sollte man frühzeitig bereits erste Zeichen einer Venenschwäche bekämpfen. Symptome einer Erkrankung können schwere und
müde Beine sein, ein Gefühl der Spannung,
Druck oder Hitze an den Füßen und den Knöcheln. Wenn Sie am Abend einen größeren
Knöchelumfang feststellen als am Morgen,
kann dies ein Zeichen für eine Erkrankung der
Venen sein. Dann tritt nämlich Flüssigkeit aus
ihnen in das umgebende Gewebe aus und es
kommt zur Schwellung.
Wir Ärzte können Venenleiden mit einer Ultraschall oder durch eine Röntgenuntersuchung,
bei der Kontrastmittel die Venen sichtbar
macht, feststellen.
Ziel einer Behandlung ist es, den Blutfluss in
die richtige Richtung zu lenken und den Blutstillstand im Venensystem entgegen zu wirken.
Dazu ist ausreichende Bewegung notwendig,
die dafür sorgt, dass die Muskulatur das Blut in
Richtung Herz treibt. Gleichzeitig kann durch
äußere Druckeinwirkung und Kompression
einer weiteren Weitung der Venen entgegen
gewirkt werden, damit das Blut ungehindert
fließen kann. Ein geeignetes Verfahren sind
feste Strümpfe, die nach Maß angefertigt werden müssen.
Das kranke Venensystem kann aber auch operativ entfernt werden. Über kleinste Schnitte
werden dann die erkrankten Venen herausgezogen bzw. mit feinen Nähten unterbunden.
Dabei werden die gesunden Venen belassen,
die im Laufe des Lebens als mögliche Transplantate für Bypass-Eingriffe genutzt werden
können. In vielen Fällen ist heute auch die
Absaugung der Venen möglich. Hier sind nur
noch winzigste Schnitte erforderlich, so dass
auch kosmetisch hervorragende Ergebnisse
erzielt werden können.
In jedem Falle sollte nicht abgewartet werden,
bis die Komplikationen eines Krampfaderleidens aufgetreten sind, denn dann ist die Behandlung erheblich kompliziert und belastend.
Priv.-Doz. Dr. med. Jens Jakschik
Arzt für Visceral-, Thorax- und Gefäßchirurgie im Prosper-Hospital Recklinghausen.
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Gesundheitswesen
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