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Die neue Rente - Was ändert sich für mich - nicklassammet.de

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Die neue Rente –
Was ändert sich für mich?
> Anhebung der Altersgrenzen
> Rentenanpassung und Nachhaltigkeitsfaktor
> Ausbildungszeiten neu bewertet
Das neue Gesetz sichert die finanziellen
Grundlagen der Rente
Unsere Gesellschaft altert. Immer weniger Kinder werden geboren.
Gleichzeitig werden die Menschen immer älter und erhalten entsprechend
länger Rente. Dies stellt die gesetzliche Rentenversicherung vor finan­
zielle Herausforderungen.
Damit die gesetzliche Rente auch künftig verlässlich und finanzierbar
bleibt, hat der Gesetzgeber mit dem Rentenversicherungs-Nachhaltig­
keitsgesetz Maßnahmen verabschiedet, die die Finanzierungsgrundlagen
der gesetzlichen Rentenversicherung nachhaltig sichern.
Viele Neuregelungen haben sich bereits im Jahr 2005 ausgewirkt, andere
gelten ab diesem Jahr oder erst später. Damit Sie sich umfassend infor­
mieren und rechtzeitig darauf einstellen können, haben wir die wichtigsten
Änderungen in dieser Broschüre für Sie zusammengestellt.
Inhaltsverzeichnis
4 Rentenanpassung – Die neue Formel
8 Altersrente wegen Arbeitslosigkeit
oder nach Altersteilzeit – Die neue Altersgrenze
13 Ausbildungszeiten an Schule
und Hochschule – Die neue Bewertung
15 Zeiten der Berufsausbildung – Die neuen
Voraussetzungen
18 Wir informieren. Wir beraten. Wir helfen.
Rentenanpassung – Die neue Formel
Die Rentenanpassungsformel ist um den so genannten Nachhaltigkeitsfaktor erweitert worden. Seit 2005 dämpft er die Rentenanpassung und soll
damit den Beitragssatz in der gesetzlichen Rentenversicherung in Grenzen
halten.
Was galt bisher?
Die gesetzlichen Renten wurden regelmäßig zum 1. Juli
eines Jahres erhöht (so genannte Rentenanpassung).
Grundlage für die Rentenanpassung war die Entwick­
lung der durchschnittlichen Bruttolöhne aller Beschäf­
tigten.
Seit der „Riester-Reform“ 2001 wurden Lohnerhöhun­
gen der Beschäftigten nicht mehr in vollem Umfang an
die Rentner weitergegeben. Die Rentenempfänger
wurden durch geringere Anpassungen an der steigen­
den Belastung der Beschäftigten für die Altersvorsorge
beteiligt. Neben der Entwicklung der Beiträge zur
gesetzlichen Rentenversicherung wurden auch die
Beiträge zur staatlich geförderten privaten oder betrieb­
lichen Altersvorsorge bei der Rentenanpassung berück­
sichtigt. Steigen diese Beiträge, mindert das die Renten­
anpassung.
4
Wie funktioniert der neue Nachhaltigkeitsfaktor?
Der Nachhaltigkeitsfaktor bewirkt, dass Veränderungen
des zahlenmäßigen Verhältnisses von Rentnern zu Bei­
tragszahlern die Höhe der Rentenanpassungen beein­
flussen. Damit werden bei der Anpassung erstmals
gesellschaftliche Faktoren berücksichtigt, die Einfluss
auf die finanzielle Situation der Rentenversicherung
haben.
Beispiel:
Ist infolge zunehmender Lebenserwartung die Zahl der
Rentner gestiegen, fällt die jährliche Rentenanpassung
geringer aus. Führt auf der anderen Seite die Belebung
des Arbeitsmarktes zu einem Anstieg der Zahl der Bei­
tragszahler, fallen die Rentenanpassungen entspre­
chend höher aus.
Welche Folgen hat die Einführung des Nachhaltigkeits­
faktors für Rentner und Beitragszahler?
Langfristig betrachtet wird das Rentenniveau, also das
Verhältnis von Rente zu Einkommen, durch die ge­
dämpfte Rentenanpassung sinken. Das bedeutet aber
nicht, dass die Renten gekürzt werden. Sie werden auch
künftig steigen, nur etwas langsamer als die Löhne der
Beschäftigten.
Der Beitragssatz im
Jahr 2006 beträgt
19,5 Prozent.
Somit können die Rentenbeiträge langfristig in Grenzen
gehalten werden. Sie sollen bis zum Jahr 2030 nicht
über 22 Prozent steigen. Auf diese Weise werden nicht
nur die Beitragszahler, sondern alle Generationen an
der Mehrbelastung durch das veränderte Zahlenverhält­
nis von Rentnern zu Beitragszahlern beteiligt.
5
Kann es passieren, dass die Rente immer mehr sinkt
und irgendwann das Sozialhilfeniveau erreicht?
Der Gesetzgeber hat den Einfluss des Nachhaltigkeits­
faktors begrenzt. Eine so genannte Niveausicherungs­
klausel soll sicherstellen, dass das Rentenniveau nicht
unter einen bestimmten Wert sinkt und die Entwicklung
der Renten nicht zu stark von der Entwicklung der Ein­
kommen der Beschäftigten abgekoppelt wird. Ein ver­
lässliches Mindestrentenniveau in der gesetzlichen Ren­
tenversicherung und ein ausreichender Abstand der
Rente zur Sozialhilfe sind somit gewährleistet.
Wie werden die Renten zum 1. Juli 2006 angepasst?
Die Rentenanpassung zum 1. Juli 2004 entfiel, damit
kurzfristig Einsparungen in der gesetzlichen Rentenver­
sicherung erzielt werden konnten, die den Beitragssatz
im Jahr 2004 stabil hielten. Auch am 1. Juli 2005 gab es
eine „Nullrunde“ für die Rentner.
Ob sich zum 1.Juli 2006 eine Rentenerhöhung ergeben
wird, ist noch ungewiss. Gesetzlich sichergestellt ist
jedoch, dass sich die Bruttorenten auf keinen Fall wegen
des Nachhaltigkeitsfaktors verringern werden.
Bitte beachten Sie:
Viele Rentner bekommen seit den „Nullrunden“ in
den letzten beiden Jahren eine geringere Rente
ausgezahlt. Das liegt an den Änderungen im Be­
reich der Kranken- und Pflegeversicherung der
Rentner. Die Bruttorenten selbst haben sich nicht
verringert.
Nähere Informa­
tionen hierzu enthält
unsere Broschüre
„Rentner und ihre
Krankenversiche­
rung“.
6
Welche Auswirkung hat der Nachhaltigkeitsfaktor auf
meine Vorsorgeplanung im Alter?
Die gesetzliche Rentenversicherung bleibt die wichtigste
Säule der Alterssicherung. Vermutlich wird sie jedoch
künftig allein nicht mehr ausreichen, den gewohnten
Lebensstandard im Alter halten zu können. Zusätzliche
Altersvorsorge ist daher mehr denn je gefragt und wich­
tig. Der Staat unterstützt Sie dabei. Er bietet Ihnen steu­
erliche Vergünstigungen und zahlt Zulagen für eine
private oder betriebliche Altersvorsorge, die Sie ergän­
zend zur gesetzlichen Rente ansparen. Als so genannte
Riester-Rente ist die geförderte Altersvorsorge vielen
Menschen inzwischen ein Begriff.
Unser Tipp:
Dass sich das „Riestern“ lohnt und auch gar nicht
schwer ist, zeigt Ihnen die Broschüre „Von Ansparphase
,
bis Zulage - ,Riestern leicht gemacht“. Sie beantwortet
Ihnen die wichtigsten Fragen, die erfahrungsgemäß
auftreten, wenn Sie vorsorgen wollen.
Wie kann ich mich über meine künftige Rente
informieren?
Wenn Sie das 27. Lebensjahr vollendet und eine Min­
destversicherungszeit von fünf Jahren erfüllt haben,
erhalten Sie jährlich eine aktuelle Renteninformation
von Ihrem Rentenversicherungsträger. Diese gibt Ihnen
Auskunft über den aktuellen Stand Ihres Rentenver­
sicherungskontos und beziffert Ihre bisherigen Renten­
ansprüche: Was für eine Altersrente zum 65. Lebensjahr
Sie bis jetzt erworben haben und wie hoch Ihre Rente
im Fall einer vollen Erwerbsminderung wäre.
Darüber hinaus enthält sie auch eine Hochrechnung
Ihrer Altersrente auf das 65. Lebensjahr. Die Rentenin­
formation ist somit eine wichtige Planungsgrundlage für
Ihre zusätzliche Altersvorsorge.
7
Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach
Altersteilzeit – Die neue Altersgrenze
Die Altersgrenze für eine vorzeitige Altersrente wegen Arbeitslosigkeit
oder nach Altersteilzeitarbeit wird vom 60. auf das 63. Lebensjahr ange­
hoben. Sie können diese Rente künftig frühestens mit 63 Jahren erhalten.
Was gilt heute?
Nach Altersteilzeitarbeit oder wenn Sie arbeitslos sind,
können Sie vorzeitig in Rente gehen – vorausgesetzt Sie
erfüllen die weiteren Voraussetzungen für diesen Ren­
tenanspruch. Nach bisherigem Recht können Sie diese
Rente bis zu fünf Jahre früher, statt mit 65 Jahren also
bereits mit 60 Jahren erhalten. Sie müssen dafür jedoch
für jeden Monat, den Sie früher in Rente gehen, Ab­
schläge in Höhe von 0,3 Prozent in Kauf nehmen.
Wenn Sie also den frühestmöglichen Rentenbeginn mit
60 Jahren wählen, ist dies mit dem maximalen Ab­
schlag von 18 Prozent verbunden.
8
Wie weit wird die Altersgrenze angehoben?
Die Altersgrenze für eine vorzeitige Rente wird von
2006 bis 2008 in Monatsschritten auf das 63. Lebens­
jahr angehoben.
Beispiel:
Wer im Januar 1946 geboren wurde, kann frühestens
mit 60 Jahren und einem Monat seine Rente erhalten.
Im Februar 1946 geborene Versicherte, mit 60 Jahren
und zwei Monaten usw.
Versicherte, die zwischen Dezember 1948 und Dezem­
ber 1951 geboren wurden, können die Altersrente
wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit
frühestens mit dem 63. Lebensjahr in Anspruch
nehmen. Wer nach dem 31. Dezember 1951 geboren ist,
hat auf diese Altersrentenart keinen Anspruch mehr.
Es werden auch weiterhin Abschläge von 0,3 Prozent
pro Monat (3,6 Prozent pro Jahr) für eine vorzeitige
Rente abgezogen. Beim frühestmöglichen Rentenbeginn
mit 63 Jahren beträgt der Abschlag somit 7,2 Prozent.
Bitte beachten Sie:
Für rentennahe Jahrgänge sind Vertrauens­
schutzregelungen vorgesehen. Lesen Sie hierzu
Seite 11 ff.
9
Die folgende Tabelle zeigt Ihnen die Übergangsregelun­
gen für die einzelnen Geburtsmonate: In der Zeile Ihres
Geburtsmonats, können Sie ablesen, wann Sie frühes­
tens Ihre Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach
Altersteilzeitarbeit in Anspruch nehmen können.
Anhebung der Altersgrenze bei der Altersrente wegen Arbeitslosigkeit
oder nach Altersteilzeit
Versicherte
Anhebung der
vorzeitige Inanspruchnahme
Kürzung
Geburtsjahr
Altersgrenze
der Rente möglich
der Rente
Geburtsmonat
um Monate
ab Alter
um
Jahr
Monat
... Prozent
1946
Januar
1
60
1
Februar
2
60
2
17,7
17,4
März
3
60
3
17,1
April
4
60
4
16,8
Mai
5
60
5
16,5
Juni
6
60
6
16,2
Juli
7
60
7
15,9
August
8
60
8
15,6
September
9
60
9
15,3
Oktober
10
60
10
15,5
November
11
60
11
14,7
Dezember
12
61
0
14,4
Januar
13
61
1
14,1
Februar
14
61
2
13,8
März
15
61
3
13,5
April
16
61
4
13,2
Mai
17
61
5
12,9
Juni
18
61
6
12,6
Juli
19
61
7
12,3
August
20
61
8
12,0
September
21
61
9
11,7
Oktober
22
61
10
11,4
November
23
61
11
11,1
Dezember
24
62
0
10,8
1947
10
Versicherte
Anhebung der
vorzeitige Inanspruchnahme
Kürzung
Geburtsjahr
Altersgrenze
der Rente möglich
der Rente
Geburtsmonat
um Monate
ab Alter
um
Jahr
Monat
... Prozent
1948
Januar
25
62
1
10,5
Februar
26
62
2
10,2
März
27
62
3
9,9
April
28
62
4
9,6
9,3
Mai
29
62
5
Juni
30
62
6
9,0
Juli
31
62
7
8,7
August
32
62
8
8,4
September
33
62
9
8,1
Oktober
34
62
10
7,8
November
35
62
11
7,5
Dezember
36
63
0
7,2
1949-1951
36
63
0
7,2
Werden die Altersgrenzen auch bei den anderen
Altersrenten angehoben?
Bei den Altersrenten für Frauen, für schwerbehinderte
Menschen und für langjährig Versicherte bleiben die
Altersgrenzen für die vorzeitige Inanspruchnahme
unverändert. Diese Renten können Sie weiterhin nach
Vollendung des 60. Lebensjahres (Altersrenten für Frau­
en und für schwerbehinderte Menschen) bzw. des
63. Lebensjahres (Altersrente für langjährig Versicherte)
mit Abschlägen erhalten. Die Abschläge betragen – wie
bei der Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach
Altersteilzeitarbeit – für jeden Monat der vorzeitigen
Inanspruchnahme 0,3 Prozent.
Gilt das für alle Versicherten?
Nein, für die so genannten rentennahen Jahrgänge gibt
es Vertrauensschutzregelungen: Das heißt, wenn Sie vor
dem 1. Januar 1952 geboren sind, können Sie die Rente
nach bisher geltendem Recht in Anspruch nehmen,
sofern Sie folgende Voraussetzungen erfüllen:
11
Sie waren am 1. Januar 2004 arbeitslos oder
Ihr Arbeitsverhältnis ist aufgrund einer vor dem
1. Januar 2004 ausgesprochenen Kündigung oder
Vereinbarung nach dem 31. Dezember 2003 beendet
worden. Eine Befristung des Arbeitsverhältnisses
oder die Bewilligung einer befristeten arbeitsmarkt­
politischen Maßnahme (ABM) wird in gleicher Weise
anerkannt oder
> Ihr letztes Arbeitsverhältnis wurde vor dem
1. Januar 2004 beendet und Sie waren am
1. Januar 2004 ohne Beschäftigung oder
> Sie haben vor dem 1. Januar 2004 Altersteilzeit­
arbeit vereinbart oder
> Sie haben als entlassener Arbeitnehmer des Berg­
baus Anpassungsgeld erhalten.
>
>
Bitte beachten Sie:
Wenn Sie Vertrauensschutz genießen, geht dieser
auch dann nicht verloren, wenn Sie später ein neues
Arbeitsverhältnis aufnehmen oder an einer neuen
arbeitsmarktpolitischen Maßnahme teilnehmen.
12
Ausbildungszeiten an Schule und Hochschule –
Die neue Bewertung
Schul- und Studienzeiten, die Sie nach dem 17. Lebensjahr absolviert
haben, erhöhen künftig nicht mehr den Rentenanspruch.
Was galt bisher?
Bisher wurden bis zu drei Jahre Ihrer Schul- und Hoch­
schulausbildung nach dem 17. Lebensjahr bei der Ren­
tenberechnung berücksichtigt und bewertet. Das galt
auch für Ausbildungszeiten an einer Fachschule und für
die Teilnahme an berufsvorbereitenden Bildungsmaß­
nahmen. Sie sind als so genannte rentenrechtliche
Zeiten (Anrechnungszeiten) in die Rentenberechnung
eingeflossen und erhöhten Ihre spätere Rente.
Was ändert sich bei der Bewertung der Schul- und
Studienzeiten?
Zeiten des Schul- und Hochschulbesuchs nach dem
17. Lebensjahr werden bei Versicherten, die vom
1. Januar 2009 an in Rente gehen, nicht mehr renten­
steigernd bewertet. Fachschulzeiten und Zeiten der
Teilnahme an berufsvorbereitenden Bildungsmaßnah­
men bleiben von dieser Kürzung ausgenommen.
13
Gibt es Übergangsregelungen?
Für Versicherte, die im Zeitraum vom 1. Januar 2005
bis zum 31. Dezember 2008 in Rente gehen, gibt es
einen stufenweisen Übergang bis zum endgültigen
Wegfall der rentensteigernden Bewertung der Schulund Hochschulzeiten vom Jahr 2009 an. Die Bewertung
wird in Monatsschritten von 75 Prozent auf null abge­
schmolzen. Das heißt, je später Sie in Rente gehen,
desto geringer werden Ihre Ausbildungszeiten bewertet.
Mit welchen Einbußen muss ich durch die Einschnitte
bei der Bewertung der Schulzeiten rechnen?
Der Wegfall der rentensteigernden Bewertung der Schulund Studienzeit kann eine monatliche Rentenminderung
von bis zu 59 EUR in den alten und 52 EUR in den neuen
Bundesländern bedeuten.
Die Mindestver­
sicherungszeit von
35 Jahren ist Vor­
aussetzung für eine
Altersrente für
langjährig Versi­
cherte oder für
schwerbehinderte
Menschen.
Haben Ausbildungszeiten an Schule und Hochschule
künftig überhaupt keine Bedeutung mehr für die Rente?
Auch nach In-Kraft-Treten der Neuregelung werden
– wie bisher – bis zu acht Jahre an Ausbildungszeiten
nach Vollendung des 17. Lebensjahres als so genannte
rentenrechtliche Zeiten (Anrechnungszeiten) berück­
sichtigt. Somit wird sichergestellt, dass durch Schulaus­
bildung in jungen Jahren keine Rentenlücke entsteht.
Nur so können Rentenminderungen im Fall einer Er­
werbsminderung oder bei Tod jüngerer Versicherter
vermieden werden.
Wichtig sind diese Zeiten zum Beispiel für das Erreichen
der Mindestversicherungszeit von 35 Jahren für be­
stimmte Rentenarten. Die rentensteigernde Bewertung
dieser Zeiten entfällt jedoch.
14
Zeiten der Berufsausbildung – Die neuen
Voraussetzungen
Beschäftigungszeiten am Anfang des Berufslebens werden erfahrungsge­
mäß gering entlohnt. Deshalb fand bisher eine pauschale Höherbewertung
der niedrigen Beiträge in den ersten drei Berufsjahren bei der späteren
Rentenberechnung statt. Diese pauschale Höherbewertung wird es künftig
nicht mehr geben.
Was galt bisher?
Mit bis zu 75 Prozent des Durchschnittsverdienstes aller
Versicherten wurden Zeiten der Berufsausbildung bei
der Berechnung der Rente berücksichtigt. Pauschal
höher bewertet wurden die ersten drei Jahre, in denen
Versicherte vor ihrem 25. Lebensjahr einer versiche­
rungspflichtigen Beschäftigung nachgegangen sind. In
dieser Zeit wurde eine berufliche Ausbildung unterstellt.
Dauerte die tatsächliche Berufsausbildung länger, konn­
te die zusätzliche Zeit ebenfalls berücksichtigt werden.
Was ändert sich durch den Wegfall der pauschalen
Höherbewertung von Berufsausbildungszeiten?
Diese ersten drei Beitragsjahre werden nur noch dann
höher bewertet, wenn Sie in dieser Zeit tatsächlich eine
Berufsausbildung gemacht und Pflichtbeiträge gezahlt
15
haben. Außerdem wird die Höherbewertung der (tat­
sächlichen) beruflichen Ausbildung auf 36 Monate
begrenzt.
Künftig schließt diese Zeit auch die schulische Ausbil­
dung mit ein. Die Bewertung wegen des Besuchs einer
Fachschule oder wegen der Teilnahme an einer berufs­
vorbereitenden Bildungsmaßnahme wird dabei vorran­
gig berücksichtigt.
Beispiel:
Absolvierte ein Versicher­
ter 24 Monate seiner Aus­
bildung an einer Fach­
schule und 42 Monate in
einer Berufsausbildung,
so werden künftig insge­
samt höchstens 36 Mona­
te dieser Zeit (höher) be­
wertet. Dies sind zuerst
die 24 Monate Fachschule,
dann noch 12 Monate
der Berufsausbildung.
Die restlichen 30 Monate
Berufsausbildung werden
nicht mehr höher bewertet.
Gibt es Übergangsregelungen?
Für Versicherte, die zwischen dem 1. Januar 2005 und
dem 31. Dezember 2008 in Rente gehen, ist eine Über­
gangszeit vorgesehen, bis die Höherbewertung vom
Jahr 2009 an endgültig wegfällt.
Die Höherbewertung von Berufsausbildungszeiten wird
im Zeitraum von Januar 2005 bis Dezember 2008 in
Monatsschritten abgeschmolzen. Im Einzelnen sind dies
folgende Zeiten:
16
> die ersten drei Beitragsjahre, in denen eine Berufs­
ausbildung bisher unterstellt wurde (fiktive beruf­
liche Ausbildung), ohne dass der Versicherte diese
tatsächlich ausgeübt haben musste,
> die Zeiten der tatsächlichen Berufsausbildung, die
über drei Jahre hinausgehen.
17
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18
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Herausgeber: Deutsche Rentenversicherung Bund
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Telefax: 030 865-27379
Internet: www.deutsche-rentenversicherung.de
E-Mail: drv@drv-bund.de
Fotos: Bildarchiv Deutsche Rentenversicherung Bund
Druck: Fa. H. Heenemann GmbH & Co., Berlin
2. Auflage (1/2006)
Diese Broschüre ist Teil der Öffentlichkeitsarbeit der
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